Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 34 (1.5.1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 3li JÜEDISCHE RUNDSCHAU Nr. a herausgebildet hat. Einstweilen ist wohl nur das deutsche Projekt ausgearbeitet. Die Deutschen halten sich für die Minderheit, der In allererster Linie eine Autonomie zusteht. Der deutsche Entwurf trägt keinen Zwangscharaktcr mehr,/ es brauchen nicht alle Deutschen obligatorisch dem Autonomieverband beizutreten. Elnzelautononucn sind Jedoch nicht wünschenswert; alle Minderheiten mQasen ein gemeinsames AutonomiegcseU erhalten. Kein Volkstum darf „Privilegien" beanspruchen. Nach einer längeren Aussprache drang der vom Referenten ptlzlsierte Standpunkt durch und die Konferenz beschloß: 1. das Parlament habe vor der Deutung der Autonomlcgcselzc das allgemeine Schulgesetz vorzunehmen und 2. für alle Minder« heiten ist ein gemeinsames Autonomiegesetz auszuarbeiten. Mit diesem Beschluß hat sich der IcttlSndische Lehrer- Kongreß ganz auf. den Standpunkt der llnlojorlallstischen Partei gestellt, deren Organ Meli jüngst gleichfalls für ein allgemeines AutonomiegcseU und gegen das demnächst zur Behandlung gelangende deutsche Autonomlcprojckt ausgesprochen hat. Verelilgoflg itr |Bdiacbei hiulniMsebsIt ii leliland Riga. (J.T.A.) Nach viertägigen Verhandlungen ist die erste Konferenz jüdischer Kauflcutc In Lettland geschlossen worden. In seiner Bcgrüflungsrcdc betonte der Sejmdcputlerte Rabbiner Nurok, dal) das lettländlsche Judentum In einem stündigen hartnäckigen Kampf gegen die antisemitische lettische Kaufmannschaft steht und daf) dieser Kampf ein dauernder sein wird. Es sei darum ein Zusammenschluß der gesamten jüdischen Kaufmannschaft Lettlands notwendig. Andere Redner sprachen über die ungerechte. Besteuerung des jüdischen Elements und über die gegen die jüdischen Ksuflcute gerichtete offizielle Kreditpolitik. Die Konferenz bcschloD, eine alle jüdischen Kauflcutc Lettland« umfassende Organisation zu schaffen, die «Ich an den schon existierenden „Lcttländischon Handels- und Industrie-Verband" anschließen soll. Es wurde ein Komitee aus )4 Personen gebildet, an dessen Spitze der bekannte Rigaer Bankier Jacob Hof steht. Die Jodcmpollllk der polnisch« Regierung Warschau. (J.T.A.) Im Rahmen der großen Budgetdebattc Im polnischen Sejm ergriff der Präsident des jüdischen Parlamentsklubs, Dr. Leon Reich, das Wort und brandmarkte in längerer Rede die doppelzüngige Politik der gegenwärtigen polnischen Regierung gegenüber den Juden. Er führte aus, die wirtschaftliche Krisis wird nur dann: überwunden werden, wenn alle Schichten der Bevölkerung zur Mitarbeit am Staate herangezogen werden, Die Politik des Ministerpräsidenten Q r o b s k l Ist Jedoch .extrem nationalistisch und arbeitet insbesondere gegen das jüdische Element. Der Redner brachte viele Fille zur Sprache, die seine Behauptungen eindrucksvoll demonstrierten, in der Politik gegen die Minderheiten, sagte der Redner, herrsche ein unentwirrbares Chaos. Die Politik des Außenminister» Sknynskl Ist die reine Jonglcurpoiltik. Er bevollmächtigte den Jcrusalemer Konsul, die Hebräische Universität zu begrünen, dem Inland gegenüber dementiert er/jedoch seinen Kontakt mit jüdischen Persönlichkeiten des Auslands wie Lucicn Wolf, und der Innenminister Ratajski verbietet, daß in jüdischen Versammlungen jiddisch gesprochen wird. Auf einen Zwischenruf von rechts, daß das Verbot Ratajsklsr «erecht sei, erwldcrh* Reich, es sei ebenso gerecht, Wiedas selnerzcltlge Verbot der polnischen Sprache durch die» deutschen Hnkatistcn in Posen. Darauf entstand ein großer Tumult. Der Redner schloß mit der Erklärung, die jüdischen Deputierten werden für ein Mißtrauensvotum stimmen. CfBfnlllcbkfllifecht IQr das Jüdische Lebrerscmliar ia Wllna Wllna. (I.T.A.) Der Unterrlchtsmlnister Stanislaw Orabskl verständigte das Präsidium des Jüdischen Nationalrsts in Polen durch ein persönliches Schreiben, daß er bereit sei, dem hebräischen und dem jiddischen Seminar zu Wilna Rechte einer öffentlichen Anstalt zu verleihen, er stelle aber die Bedingung, daß die SchhiOexamen vor einer von der öffentlichen Schulbchördc eingesetzten Kommission unter Vorsitz eines Recierungsvertrctcrs abzulegen seien. Die Absolventen der wilnacr jüdischen Lehrerbildungsanstalten werden als Lehrer in Volksschulen mit hebräischer oder jiddischer Unterrichtssprache wirken; an allgemeinen Volksschulen werden sie judatstlschcu Unterricht erteilen dürfen. Polnische Anllsemltcn In Hallen « Warschau. (J.T.A.) Vor einigen Tagen kam es in der Aula der Universität Padua zu einem aufsehenerregenden Zwischenfall, indem der polnische Pfarrer Milchen, der einen Zug von 500 polnischen Hochschülern von Warschau nach Rom geleitete, den polnischen Studenten verbot, mit den ebenfalls In der Aula ^anwesenden, aus Polen stammenden jüdischen Studenten zu sprechen. Der Pfarrer und einige polnische Studenten ergingen sich In lauten antisemitischen Beschimpfungen gegen die Juden und versuchten, die italienischen Studenten gegen die luden aufzuhetzen. Die jfldijchcn Studenten forderten den Pfarrer auf, seine Beschimpfungen zu widerrufen, dieser antwortete aber mit neuen Beschimpfungen und hczelchnetc sich mit Stolz als einer der Schöpfer der antisemitischen Ocscllschaft „RozwoJ". Jüdische und italienische Studenten hielten gemeinsam eine Protcstvcrsammlung ab und beschlossen, den polnischen Konsul in Triest auf das Treiben der Uetzer aufmerksam zu machen und Ihn zu ersuchen, sämtliche Konsulate in Italien zu veranlassen, daß sie weitere antisemitische Ausschreitungen der polnischen Hetzer unmöglich machen. Sämtliche italienischen Zeitungen veröffentlichen die Protestresolution und tadelten in schärfster f orm die Ausschreitungen der polnischen Antisemiten. Der polnische Generalkonsul erwiderte in einem Schreiben, er nahe nicht genug Worte der Entrüstung über das Verhalten jener „entarteten Personen", er bitte aber, um Polens willen; den Fall nicht zu sehr aufzubauschen, verschiedene italienische Organisationen zeigten den Fall bei den polnischen Behörden an. diese druckten Ihre schärfste Entrüstung über diesen In Italien ungewöhnlichen Fall nationaler und religiöser Intoleranz aus. Der Rektor der Uuivcrsität Padua sprach einer Studentenabordnung gegenüber seine Genugtuung darüber aus, daß der häßliche Vorfall iu der Aula eine so einmütige Verurteilung gefunden hat. Der Verein der katholischen Studenten der Universität Padua drückte «n jüdischen Studenten sein Mitgefühl und »eine Sympathie aus. Oer VOIktrbuid oid die Irischen Minderheiten' ... PL*ß-, <J.T. A.) Der Chef des Völfcerbumlbüros für Mkiderhcltsfragcn, Herr Erik Colban, M soeben In Prag eingetroffen, laut einer Mitteilung des offiziellen tschechoslowakischen Pressebüros Ist es die Mission des Herrn Colban auch, die Angelegenheiten der jüdischen Minder- |elica Inden La* ndem Mitteleuropas zu studieren. Die •Vellkontcreoz des Ordens „Dnel Brüh'] (J.T. A.) Atlantic City. Die am 20. April In Atlantic City eröffnete Internationale Konferenz des Ordens .JJncl Drith" wurde am 23. April beendet Herr Adolph Kraua, der 20 Jahre laug Oroßpräsident des Ordens war, teilte der Konferenz mit, daß er sich seines hohen Alters wegen außerstande sehe, das Amt des Oroßprisidcntcu weiterzuführen. Die Wcltkonfcrcnz wählte Herrn Alfred M. Cohen, Präsidenten des Direktorienrates des Vereinigten Hebräischen Collcgs in Cinclnnatl, als Nachfolger des Herrn Adolph Kraus zum Oroßpräsldentcn des Internationalen Ordens Bnci Brith. Die Konferenz beschloß, das bisher für Verhandlungen und Vorgänge Innerhalb der Bnci Drilh-Logcn geltende Vcr« scliwlcgcnhcltsvcrbot vollständig aufzuheben und von Jetzt ab die Öffentlichkeit über die Tätigkeit der Bnci Brith zu informieren. Die Konferenz billigte die Bewegung für wirtschaftlichen und kulturellen Wiederaufbau Palast I n a s und bestätigte den Beschluß der amerikanischen Unei Brith, in der Nähe Jerusalems eine große Bnci B r I < Ii O a r t c ns t od t zu errichten. Die Anregung zu diesem Beschluß atammt von der Jcrusalemer Loge. Der Beschluß des amerikanischen Ordens Bnci Brith ging dahin, einen Fonds von 250000 Dollar zwecks Vorbereitung der Errichtung einer Gartenstadt in der Nähe von Jerusalem zum Andenken an den 75. Qeburlstag des Oroßpräsldentcn Adolph Kraus zu schaffen. Der Vorsitzende der jüdischen Wclthilfskonfcrcuz, Herr Leo Motzklu, wurde eingeladen, über die Lage der Juden in Rußland und In den anderen osteuropäischen Staaten zu berichten. Herr MoUkin gab eine ausführliche Schilderung, der Notlage der osteuropäischen Judcnhelt und erklärte, die Not sei noch lauge nicht gemildert und rasche Hilfe sei nötig. In Anbetracht der Einstellung der Hilfsarbeit In Rußland bcltcui den Joint Distribution Commlttcc müssen die anderen amerikanischen Organisationen alle Anstrengungen machen, um die Not der russischen Judenhcit zu lindern. Herr Motzkin richtete die Aufmerksamkeit der Konferenz auf die gegenwärtige Entwicklung in Polen, wo infolge der Wirtschaitskrisis und der öffentlichen Maßnahmen die jüdische Bevölkerung immer mehr verarmt und heuto wieder auf ausländische Hilfe angewiesen Ist. Insbesondere sei es notwendig, eine Hilfsaktion zu Otinsten, der Kinder der Intellektuellen In die Wege zu leiten, Auch die anderen Mitglieder der Abordnung der Jüdischen Wclthilfskonfcrcnz, der frühere Obcrrabblner von Leningrad Dr. Elsenstadt und der Abgeordnete des Preußischen Landtags Dr. Oskar Cohu, ergriffen das Wort und appellierten an die Mitglieder der Bnci Brith, den jüdischen Massen Rußlands und In den anderen Landern Osteuropas In Ihrer Not zu helfen. i Es wurde einstimmig eine Resolution angenommen, in welcher das jetzt In den Vereinigten Staaten geltende Elnu wandcnmgs-Eiiischränkiingsgcsctz, welches Insbesondere die Einwanderung aus den Ländern Osteuropas fast vollständig! unterbindet, schart verurteilt wird; Für die verschiedenen Tätigkeitsgebiete in den nächsten fünf Jahren wurde ein Budget von -ViOOOO Dollar aufgestellt und von der Konferenz angenommen. > Per Staad der Jüdischen KolMlsillon ii Rusilind Odessa. (J.T.A.) Angesichts de« nahenden Frühjahrs hat sich der Strom der Jüdischen Bevölkerung zu landwirtschaftlicher Betätigung verstärk». Wie der russische Bevollmächtigte des Verbandes „Ort" dem IWrliuer Zcutralbüro mitteilt, organisieren ».Ich jetzt auch in den großen Städten Rußlands Gruppen jüdischer Familien, die sich der Landwirtschaft zuwenden wollen. Neuerdings haben sich 20000 jüdische Familien in die Listen der Landsuchenden eintragen lassen. Die Regierung beabsichtigt, in diesem Jahre 2000 jüdische Farn (Hon anzusiedeln. Bis jetzt haben sich in 23 Orten der Krim 5S5 jüdische Kolonlsfenfamilleii und 210 Cha(uzIm auf dem Lande angesiedelt. Die Begehungen zwischen den Kolonisten und den Tataren sind freundsfhaltlieh. Im lmiucii bearbeiten di<: jüdischen Kolonisten auf der Krim 18000 Desjatin Boden. Nunmehr wurden weitere SOOO Desjatin für neue 320 Kolonlslenf.irnilleyi bereitgestellt. Joint hat es unternommen, Im Jahre 1925 von sich aus 250 Familien auf der Krim anzusiedeln. In Weißrußland haben die neueu jüdischen Kolonisten 10000 Desjatin Boden zugewiesen erhalten. In der letzten Zeit .haben sich kleine jüdische Kolonlstengruppcn In Turkestan und Kuban angesiedelt. * Moskau. (J.T.A.) Der zentrale Arbeits- und Vcrtcidlgungsrat der Sowjet-Regierung hat in den ersten drei Monaten dieses Jahres der Ocscllschaft für jüdische Landau- Siedlung In Rußland eine Summe von 400 000 Rubel für Zwecke der jüdischen Kolonisation übergeben. Der Rnt he. schloß, Im Verlaule dieses Jahres diese Summe nuf 1 000 000 Rubel aufzurunden, Wien als Kongreßort Wien. (J.T.A.) Nach Abschluß der Verhandlungen zwischen dem Landcskomitcc der österreichischen Zionlstcn und der Bundesregierung betreffend die Abhaltung des 11. Zionlstcnkongrrsscs iu Wien richtete der Bundeskanzler Dr. Ramck ein Schreiben an den Präsidenten des Landeskomltecs, in welchem es heißt: „Ich nehme mit Vergnügen Kenntnis von dem Wunsch der zionistischen Exekutive, den Zionlstcnkongrcß diesmal in Wien abzuhalten, und versichere, daß wir die Abhaltung einer so großen internationalen Zusammenkunft in Wien auf das lebhafteste begrüßen. Die Bundesregierung wird diesem Kongreß, wie allen ähnlichen Internationalen Tagungen, möglichste Förderung angedeihen lassen." Die Verhandlungen mit der Bundesregierung betrafen Bc- Rünstlgungcn seitens des Handelsmusters Dr. S c h a e r f hetreffend Zuweisung von staatlichen Gebäuden für die Tagung der KongrcOkommlssioncn, Ermäßigung von Visen und Tahnen, Einrichtung eines Post- und Tclegraphcndicnstcs Im Kongreßgebäude, zionistischen Bahnhofsdienst, ausreichenden Sicherheitsdienst usw. — Das Plenum des Kongresses wird Im großen Konzerthaussaal tagen,die Eröffnungssitzung wird In einem der historisch denkwürdigen Wiener Oebäudc staulinden. Im allgemeinen beweisen Rcizlcnmg und StaaUämtcr {;roOci Entgegenkommen. Der Lelirerstreik A.O. Jerusalem, den 21. April 102s Die Konflikte zwischen der Lehrerschaft und dem r zlehungsdcpartcmcnt der Exekutive, die vor ein paar Monjt beinahe zu einem Streik geführt haben, endeten, wie man i l erinnern wird, mit einem Ucbcrelnkommcn, In dem den Lchtt das Ocholt bis mm nächsten Rechnungsjahre und die Zahlung des bisher nicht beglichenen Scptemberqehalts fr' dessen Aufbringung sich der Waad Leumi verpflichtete) can! tiert wurde. Unterdessen holte der Leiter des Erziehung departcinents, Dr. Lurlc, dcmhislonier» und die Geschah!' führuug wurde provisorisch von drei Stellvertretern verwjltji die nur die laufenden Angelegenheiten erledigten. Eine m-J den Befugnissen eines Departements ausgestaltete Lcituiiij £ steht Iiis heute nicht. Die Lehrerschaft erhielt seit dem genannten Uebercj» kommen mit leidlicher Pünktlichkeit das Gehalt ausgezahlt wenn auch vorläufig die Scplcmbcrgclder, für die sich <j» Waad Leumi verpflichtet hatte,'nicht beglichen werden konnte Das Budget der Exekutive bildet jedoch nur eine Qu(]|, für die Schulen. D'cr Rest der Ausgaben wird aus deii Schulgeldern, von den Kolonlcvcrwaltungen usw. bestritten Wenn diese Gelder nicht zur Zelt einliefen, stockte die nungsmiißlgc Abwicklung der Ocschäftc. Es gab besonder» nach der Demission Lurics keine Stelle, die für die Regelnder Angelegenheiten verantwortlich war. Die Lehrerschaft b*. fürchtete, daß auch In diesem Jahre, wie in den vier letzten, die beiden letzten Monate nicht bezahlt werden würden unj verlangte eine Versicherung des Er/ichtingsdepartcinents br* der Exekutive, daß sie für das Clchalt bis zum kommenden Arbcitsjahrc aufkommen werde. Ohne dieses Versprechen uh «Ich die Lehrerschaft außerstande, ihren Pflichten nachnj. kommen, Sie drängte deshalb darauf, daß vor Beginn de* Sommerhalbjahres die Sache geregelt wurde, und betonte. diJ, wenn das nicht geschehe, sie die Schulen nach Pcssach nicht würden eröffnen. Der Zustand der Unsicherheit und der Ungewißheit erschien den Lehrern unhaltbar. Nachdem die Klärung der Sachlage sich durch die (Feierlichkciten der letzten Wochen hinausgezogen hatte, und trotz allen Drängens keine Erklärung der Exekutive erfolgt \ur, blieben die Schulen, die am 10. April nach den Pcssachlcrien wieder eröffnet werden sollten, geschlossen. Darauf antwoilctc die Lxrkntlvc mit der Erklärung, daß t.ic erst nach Wieder aufnähme der Arbeit, d. Ii. nach Eröffnung der Schulen, n irgendwelche Verhandlungen mit der Lehrcrzentralc einzutreten willens sei. Sämtliche öffentliche Schulen sind bisher geschlossen, dirunter das Gymnasium Herzliah In Tel-Awiw, die Realschule In Haifa, das Gymnasium und das Lehrerseminar iu Jerusalem Ungefähr 500 Lehrer sind Im Ausstand. In einer öffentlichen Erklärung In der Presse legte dit zionistische Exekutive ihre Stellung in dem Konflikt dar. Zuerst einmal weist sie auf den cchlcchtcn Eindruck hin, der sm der Handlungsweise der Lehrerschaft entstehen müsse. Auch W c I z m n n n , der die Lehrer zwei Togc vor Fericnschluß privat empfing, hat davor gewarnt,» die Streikdrohuug wirklich ftiiNAifühicu. Die F.xekullve steht auf dem Standpunkt, «faß es Ihr unmöglich sei, unter dem Druck des Streiks zu verhandeln. Was die tatsächliche Situation betrifft, die zum Konflikt führte, bemerkt die Exekutive, daß sie den Teil des Geldes, der nuf das Budget entfällt, voll ausbezahlt lütte. Die übrige» Summen, die, wie gesagt, sich aus Schulgeldern zusammensetzen und also von den Eltern und den Kolonie venuttuiigen zu stellen sind, fallen nicht in ihre Kompetenz w-.d gehen nur durch ihre Kasse, ohne daß sie dafür verantwortlich wäre. Die Verhältnisse haben sich jetzt so zugespitzt, daO sie ohne weitere Reibungen kaum zu regeln sein werden. Der Fehler liegt nicht in der Haltung der einen oder der andern Partei, sondern im System. Ebenso wie es richtig ist, daß d e Exekutive nicht Gehler ausgeben kann, die t>ic nicht li.it u«! die nicht in ihre Kompetenz fallen, ebenso richtig ist es di3 die Lehrerschaft nicht weiter arbeiten kann, wenn nicht eine grundlegende Aciidcrung In dem System der Eriichungs.uhe! eintritt. Der Lehrer und seine Organisation hat keine Möglich keit, seinen materiellen Forderungen Nachdruck zu verleihen, wenn keine Stelle da Ist, die für den Eingang der Summen verantwortlich Ist. Und bisher hat das lirziclHiugsdcparKment diese Aufgabe aus den verschiedensten Gründen nicht er lulle» können. Jetzt bestellt es de fakto überhaupt nicht. Wenn die zionistische Ecxkutlvc für die 30000 C außerhalb des lr zlehuiigsbudgcts nicht verantwortlich sein kann, so muH eine Stelle geschaffen werden, die diese Aufgabe erfüllt. Die lirklüning der Lehrer, als Antwort auf die der Exekutive, wird vielleicht Vorschläge bringen, die einen Weg zur Ordnung der Konflikte weisen, Gerade nach den Feiern und der Festcsstimmung der Universitätseröffnung wirkt dieser Konflikt besonders bedrückend, lir beweist, daß wir noch sehr viel zu tun Iiabcn. bis für eine wirkliche Hochschule fester Boden unter den, Füßen gewonnen Ist. Welzmann sagte kürzlich, daß wir um hülcn müssen, Im Lande Im wirtschaftlichen Sinne eine Pyramide zu schaffen, die anstatt auf der Basis au' der Spitz*» steht, so wie es immer im Gallith bei uns der Fall gewesen ist. Dasselbe gilt In ebenso hohem Oradc für die kulturelle Arbeit. Der nächste Kongreß wird für eine Aenderung der Lage zu sorgen haben, während man im Lande encrgi<cr» dafür eintreten muß, daß die Gemeinden das Stcucrrccht bekommen, wodurch wenigstens ein Teil der Eingänge sicher gestellt würde. * Jerusalem, April. (J.T.A.) Der Streik der Lernetschalt der Schulen des zionistischen Erzlchungsrats dauert fort; die jüdische Ocffcntlichkcit in Palästina ist daruher sehr erregt. Die zionistische Exekutive erklärte sich mit der Einsetzung eines Schiedsgerichts einverstanden, vorausgesetrt, daß der Spruch des Schiedsgerichts die Höhe des vors letzten Zlonisten-Kongrcü festgesetzten UntcrrichtsbudjicU nicht tangiert. Mit diesem Standpunkt der Exekutive beschäftigte sich eine am 27. April staltgefundcnc Konferenz der streikenden Lehrer. Die Konferenz oeschloß, den Streik so lange fortzusetzen, bis nicht die zionistische Exekutive sich einem Schiedsspruch vorbehaltlos unterwirft. fidi Ort! au*; ot. link-' alle« nbrf' der ' Unt - die*,' s-W ObJ'' miis >■ oc; der; r sein .'. 21. ".; dli'Si •/, dort V; soR..' > wir«11 .i - 'i. ubv.'-.1 irrej 1 \ Aus, 1'; wie- '>. im ,T'.J ktiü' y't spät''.'If JikIi ■ , bovr dem' \ Ut Zeit ' 1 den , Lag vor; * in 11 sei \ X v- '•'^ l',ll .,'1 'i. ' ■ f l'l" N. «• I i; Nir« judi j < ' Den , ' seht' i i trici J dem , »V jml« judi4 ,h , ,iK - jidenhat gier ■,; 'i wirc.'»'1;"i rcr : . \; und ^jj ' s U'äh A Mai r/ den i * Hin ' In >' Unt' nich froh Oef den den Her fini »dl: übe auf So! d.ifl SA . tue! Lii m c Inst; S .i, fiml , tolr Vcr jnil wirl , sch< Kirc : l'rc * Pro , »ich rept' In.si | Unt tch;" H.v. , rt Ii« keit ' vcr« frül r » Ii;i i t. i-t •»' i. •i i. r>i nun drr i I r.V den sehr« Krc Scw', korr «ch.J bog'. 'ms , k'nr , die Hu ' erns , b.iu fum1 wel iU •.'I