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Jüdische Rundschau · 1925-04-28 · Heft 33 (28.4.1925) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 33 (28.4.1925)
Date
1925-04-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Hr.» JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 305 hebräischer und jiddischer Unterrichtssprache) ange- £<jtn w subsidlercrt. Die bisherige Subsldic betruß 10000 und sollte auf Orünbaums Vorschlag auf 220000 ZI. i'6hl werden. Es wurde aber nur ein Betrag von 100000 n bewilligt. Die Bestätigung dieses Beschlusses seitens l, Plenums bleibt noch abzuwarten, ferner wurde ein zweiter .Antrag von Grünbaum angemen, Personen, die die Qualifikation für die Staats- ".fliörlRkctt haben, den Erwerb derselben ru erleichtern, fjjntllche »lbrlgcn Anträge von OrQnbaum yrden abgelehnt, nämlich: den numerus clausus an ' Hochschulen abzuschaffen, die jüdisch-akademischen ^(«Organisationen bei Verteilung der staatlichen Unter- ,yininfr ™ berücksichtigen, die jüdischen Kinder tn den Verneinen Schulen besser ru behandeln, die hebräische resp. 'inerte Sprache in den allgemeinen Schulen ru unterrichten, L Widerruf der Verordnung bezüglich des Gebrauchs der lachen Sprache In den jüdischen Qcmcindcn, die Ein: Slunfl der J'idcnschikanicrungcn in den Ostgebieten, die uhrrflärktc nicht auf Sabbat anzusetzen usw. ' Ein Kapitel für sich ist die wirtschaftliche Lage i(r Juden in Polen. Es ist bezeichnend, daß diese in der jnj5ch.jlidischen Presse einen relativ geringen Raum ein- [■nmt. Wohl werden dort gewisse Tcilcrschcinungcn bekochen und bestimmte, einschneidende Rcgicrungsmaßnah- J,n behandelt. Das ganze jüdische Wirtschaftsleben bildet ji<r nur selten den Oegcnstand der Betrachtung. Dies ,l gewiß nicht zufällig. Einmal ist das jüdische Wlrtschaftsmit dem allgemeinen polnischen aufs engste verknüpft, anderes Mal wird es von der Wirtschaftspolitik der fischen Regierung Im hohen Grade bedingt. In dem jjaern, «ic in dem andern Falle ist die Rolle der Juden ««t ausgesprochene passive. Wohl vermögen sie mitunter,;t,e oder jene RcgicrungsmaUnahmc zu beeinflussen, sie i;3)j aber völlig außer Stande, den Kurs der polnischen Wirtschaftspolitik zu ändern. Letztere ist agrarisch und antiirisch zugleich. Man darf nicht übersehen, daß die Juden tot das Gros der polnischen Stadtbevölkerung ausmachen ffi daher in ihrer Eigenschaft als Städter und Juden bciimpft werden. Da es aber auch eine nicht jüdische Stadtbevölkerung gibt, so mußte diese irgendwie von den Juden l3c(-cwT»nncn werden. Daher Nationalisierung der Handels Monopolisierung wichtiger Wirtschaftszweige, Ausgestaltung In Genossenschaftswesens und — lost net leost — die Itrüchtigtc antisemitische Steuer- und Kreditpolitik. Von solchem Gesichtspunkte gesehen, ist die wirtschaftliche ligc der polnischen Juden geradezu katastrophal. Der Abwehrkampf der jüdischen Scjmdcputicrtcn ist ein Kampf [tgen Windmühlen. Deren Flügelschläge werden mutig pa- ,<rt, das Endresultat ist jedoch gleich Null. Polen hat das zaristische Rußland übertroffen. Dieses bekämpfte die Juden politisch und physisch, wirtschaftlich keß es sie unangetastet. Polen veranstaltet keine Pogrome und gewährte 'den Juden formelle Gleichberechtigung. Dagegen bekämpft es sie irischallllch, <L h. es schneidet ihnen die Lebensader durch. Der Lebrerslrelk in Pallsliia Jerusalem. (J. T. A.) Die hebräischen Schulen in Pa- Iistina sind, wie wir bereits gemeldet haben, nach Beendigung* äff Passah-Fcricn nicht wieder eröffnet worden, da der Lehrermein den Streik proklamiert hat. Die Lehrerschaft fcfdcrf, daß die Zionistische Exekutive die volle Vertut wort ung für die Deckung des gesamten Unterrichtsbdqct in Palästina übernehmen soll. Die Exekutive lehnte itse Forderung ab, worauf der Streik proklamiert wurde. Die Zionistische Exekutive veröffentlichte am 22. April eine Erklärung, daß sie die Verhandlungen mit der Lehrerschaft »knge nicht wieder aufnehmen wird, als der Unterricht in im Schulen nicht wieder begonnen hat. Der englische Kercn Hajessod veranstaltet am 29. d. M. •Hier dem Vorsitz von James Rothschild ein Bankett n Ehren des aus Palästina zurückgekehrten Sir Alfred Mond. „Das jüdische Nationalheim" Von Isaac Breuer Besprochen von Dr. Aron Barth. Ein Buch, mit dem sich auseinanderzusetzen, aus den verschiedensten Gründen Pflicht Ist. Einmal, weil es die erste größere Darstellung ist, aus der man ersehen kann, wie die Agudnth Jisroel sich die Organisation des indischen Volkes in Paliistina vorstellt und was sie gegen den Entwurf des Wand Lrumi einzuwenden haben. 7.\\m zweiten, well es eine Kampfschrift gegen den Zionismus Ist, wie sie Irl annähernd ähnlicher Scharte seit langem nicht geschrieben wurde. Zum dritten, weil diese Schrift die erstaunliche Wirkung gehabt hat (über die in diesen Blättern schon berichtet wurde), daß eine Zeitung vom Range der Frankfurter einen Leitartikel (Iber den Zionismiis brachte, der ausschließlich auf diesem Buche beruhte. Deshalb sei von vornherein um Dispens ersucht, wenn diese Besprechung ausführlicher ausfällt, als eine gewöhnliche literarische Rezension. ' I. Der Gedankengang der Schrift ist ein sehr einfacher und in wenigen Sätzen wiederzugeben. Der Verfasser gibt zunächst eine Darstellung der politischen Situation, In der sich der Zionismus am Ende der ersten Amtspcrlodc Herbert Samuels befindet. Es wird festgestellt, daß das Baseler Programm buchstäblich in Erfüllung gegangen, daß zwar weitergehende zionistische Träume (..Palästina jüdisch wie England englisch") enttäuscht, daß aber doch immerhin in Palästina ein nationales Heim für das jüdische Volk In der Entstehung begriffen sei. Nun sei es an die Innere Einrichtung des Heimes gegangen und hier habe sich der Zionlsmus ju der ungeheuerlichsten Weise an dem jüdischen Volke versündigt. Man habe hei der Organisierung unseres Volkes in Palästina z.wei Möglichkeiten gehabt. Man hätte eine rein auf den Staatsnotwendigkeiten aufgebaute Organisation schaffen können, die den luden eine feste Zusammenfassung gegeben hätte für alle die Fragen, für die dies nach den palästinensischen Staatsnotwendigkcitcn erforderlich gewesen wäre, dagegen ihnen Raum zur freien Ocmcinschaftshlldung gegeben hätte in allen Fragen, die diese Sphäre nicht berührten. „Im Palästinensischen sind die Juden Palästinas m einigen. Im Jüdischen nicht." Die zweite Möglichkeit wäre die gewesen, ..eine die Hcrrschnft Gottes und der Thora anerkennende Organisation der palästinensischen luden zu schaffen". Schließlich sei noch eine Kombination der beiden Formen denkbar gewesen, die das zweite System zur Grundlage nähme, dabei aber „gleichwohl nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit allen Juden die Möglichkeit offen lassen müßte, aus religiösen Bedenken die Orlsgemeindc oder die Gesamtorganisation zu verlassen und dem Ausscheidenden das Recht gewähren müßte, sich selbst in Ort und Land frei und unter staatlicher Anerkennung gemäß ihren religiösen Idealen zu organisieren". Was habe aber statt dessen der zionistische Entwurf vorgesehen? Eine Organisation des gesamten palästinensischen Judentums sowohl in „weltlicher" wie in „religiöser" Beziehung, eine Organisation, die die Thora mit umfasse (Rahbin.it, Schcchitah, Mazzcbäckercicn). ohne doch die Souveränität der Thora zu stabilisieren. Uno diese Verfassung begehe noch ein weiteres Unrecht. Sic gestatte demjenigen, dem die religiöse Zusammenfassung mit der Oesamtheit in dieser Organisation unmöglich erscheine, den Austritt zwar, aber nur als Austritt aus der gesamtnntlonalcn Organisation. Um dieser zweier Sünden willen wird im zweiten Teile .der Schrift Klage erhoben in Sätzen, deren einer im Wortlaut hier stehen möge: „Juden des Erdenrunds, zerreißt eure Ocwändcr und rauft euch die Haare In heißem Schmerz hei solcher Kunde aus Zion." . II. Ist diese Kritik berechtigt? Breuer selbst sagt an einer Stelle seiner Schrift (S. 99): „Man mag es bedauern, daß die Errichtung des «nationalen Heims' das Judentum mitten In einem Auseinandcrsetzungsprnzcß antrifft. Ignorieren aber kann man es nicht. Wahrhaftigkeit Ist die erste Voraussetzung der Ocrechtigkcit. Die Lüge erzeugt Gewalt und Unrecht." Diese Sätze hat der Verfasser selbst leider nicht beachtet. Wenn er sich der Lage, in der die Errichtung des Nationalhelms die Judcnhcit antrifft, bewußt geblieben wäre, hätte seine Kritik ganz anders lauten müssen. Wie stellt sich das Problem vom Standpunkt des tradltionstrcucn Juden dar? (Nur das kann Interessieren, wenn man der Schrift wirklich gerecht werden will. Denn wenn ein nicht der Uebcrlieferung Getreuer zu ganz anderen Ergebnissen käme, »o wäre dies noch kein Beweis gegen das Buch.) Er wird und muß als Ideal eine Verfassung ansehen, die juristisch als Thcokratic anzusprechen ist. Nicht eine „klerikale", denn «las jüdische Ocsctz bildet ja keine Geheim- Wissenschaft und kein Privileg einer Kaste oder einer Klasse, sondern soll jedem vertraut und jedem geläufig sein. Die jüdische Verfassung, die der traditionstrciie Jude als Ideal ansieht, ist die, in der die Thora und ihr Recht Staatsgrundgesetz sind. Der Breuerschc Entwurf, den er seinem Buche anfügt und von dem er versichert, daß er „die volle Billigung Rnhlil Joseph Chiijiiu Souueiilelds erlangt" habe, erfüllt diese Bedingungen nicht. Dabei wende ich mich nicht allein gegen die merkwürdig« Festlegung, daß unter Thora „das dem jüdischen Volke von Gott offenbarte, von den Vätern überlieferte Qesetz der Thora" zu verstehen ist, „wie es in schriftlicher und mündlicher Lehre vorliegt und für die Zeit der Zerstreuung Im Schulchan Aruch vorbildlich zusammengefaßt Ist". Ich will dabei hier nicht auf die interessanten Ausführungen eingehen, mit denen ein nichtzionistiseber ge- sctzcstrcucr Rabbiner (Dr. Kaatz-Hindcnhurg im Jüd. Wochen^ blntt Nr. 15 S. 171) dieser Formulierung entgegentritt. Nur folgende Fragen seien aufgeworfen: Wie würde Breuer wohl über einen Rabbiner urteilen, dessen Entscheidungen ausschließlich auf dieser „für die Zeit der Zerstreuung vorbildlichen Zusammenfassung" basierten? Und soll der Leser und Kritiker des Entwurfs wohl vergessen, daß der Schulchan Aruch sozusagen zwei Verfasser hat, von denen die Entscheidungen des /weiten nicht nur neben denen des ersten stehen, sondern zum Teil auch diesen widersprechen? Und was soll man über die in den letzten 350 Jahren entstandenen i \ Schrillen denken? Sind sie neben dieser Zusammenfassung belanglos oder befinden sich nicht vielmehr unter ihnen Rcspnnlen und Dezisionen bedeutsamster Art? Hat nicht die gerade für das moderne Palästina so wichtige Materie des Zivilrechts eine dauernde, nie stehengebliebene Entwicklung genommen (vgl. statt anderer hierüber Hildesheimer, gcs. Aufs. S. 31). Die Anführung einer solchen Kodifikation als Grundlage hätte doch nur einen Sinn, wenn dadurch der Streit, was Rechtens sei, ein für allemal ausgeschaltet wäre. Da dies aber, gerade in solchen Fragen, die heute in Palästina besonders umkämpft sind, man denke z. B. an die Fragen des Sclimittah- und Jobeljahrcs oder an die Fragen der Ausdehnung ' des Profanunterrichts, ans Fraucnwahlrccnt usw., durch die Anführung des Schulehan Aruch nicht leichler wird als bei Fortlassung dieser Erwähnung, so hätte Breuer richtiger getan, nicht durch diese Erwähnung den Anschein zu erwecken, als habe sich dns Gottesgesetz, diese Quelle lebendlgen Wassers, irgendwann einmal vor 350 Jahren in ein stehendes Gewässer verwandelt. Aber nicht das ist das Wesentliche, Ein anderes macht den Brcucrschen Entwurf untauglich, die Vcrfassungs Urkunde, der Thcokratic zu sein. „Wäre der palästinensische Staat", so schreibt Breuer selbst (s. 96), „bereits der jüdische Staat und die Zwangsgcwalt dieses Staates die Ziwangsgcwalt Gottes und der Thora, so wäre freilich für Empörcrhim gegen Oottcs und der Thora Herrschaft innerhalb des Gottcsslaatcs kein Raum. Der Gott Jisracls ist nicht tolerant, so wenig der Gott der Natur es ist. Der Gott Jisracls ist ein sein ausschlicßlichcs Recht fordernder Qott. Also nennt Er sich selbst In 6clner Thora. Noch aber ist Palästina nicht jüdisch. Der palästinensische, der judaco-arabischc Staat kann tolerant sein. Muß tolerant sein. Nur Gott darf selbst die Gewissen zwingen. Niemand 6onst." Mit diesen Worten will Breuer die angebliche Toleranz seines Entwurfes rechtfertigen. In Wirklichkeit hält er nicht, was er hier verspricht. Denn denjenigen, die aus der Gcsaintorganisation austreten (§ 1), darf zwar das Recht zur Bildung religiöser Gemeinschaften nicht gekürzt werden", aber zuvor muß man aus der „jüdischen Volksgemeinschaft" ausgetreten sein. Will man das nicht, sondern will man nur aus der Orts gern ein d c austreten, ohne aus der Volksgemcindc auszutreten, so kann man nur sich „zu einer Gemeinschaft zusammenschließen, die alle Aufgaben im wesentlichen erfüll», die von der Thora einer jüdischen Gemeinde gestellt werden". Mit anderen Worten, es kann zwar neben den orthodoxen Hauptgemeinden orthodoxe Sondergemeinden geben (I), aber wenn Juden den Wunsch haben, andersartige Gemeinden zu bilden, so müssen sie schon aus der „jüdischen .Volksgemeinschaft" ausscheiden. Das ist an sich ein Standpunkt, der vertretbar ist, aber man darf für ihn nicht Im Namen der Toleranz kämpfen. Wie würde sich Breuer als Kritiker ausdrücken? „Die Ohren feilen hei solcher Kunde. In perfider Weise verstrickt der ntwurf dermaßen Religion und Nation, daß, wer aus reli- „JUdlseher hunslibtnd" Kleinharl Maar Was Meinhart Maurs „Jüdischen Kunstabenden" das ütpräge der Vollendung verleiht, ist seine überlegene Reife. E' ist Meister und formt den Stoff nach seinem Willen. Sei keinem Stücke bleibt er im Gewollten stecken; er will ««I'schafft. Seine absolute Beherrschung der Technik, die mit "ner, aus tiefem Verständnis heraus geborenen Liebe zur irischen Kunst sich vereint, schaffen den Künstler. Aber ^>ur ist auch, und vor allem, Schauspieler, d. h. Schöpfer, "«um hat auch bei ihm der Körper eine ebenso wichtige Funktion. Und auch hierbei ist er Beherrscher der Materie, nichts Körperliches hemmt seinen Flug. Seine Stimme gehorcht m von den zartesten Tönen des Piano, wachsend im [•'cscendo, bis hinauf zum brausenden Donner des Fortissimo. lud jeder Nerv des ausdruckreichen Gesichtes, und das }uRc mit der großen Skala von Ausdrucksmögllchkcitcn, Geste, die unentbehrlich ist, sie alle unterstreichen seinen *'llen. Dieser visionäre Eindruck schlägt neben dem akustiwn und geistigen den Zuhörer in Bann und gestaltet " 'hm ein Erlebnis. u Als schlichter Epiker zeigte sich Maur beim Vortrag aus ye'nes „Rabbi von Bacharach", als brausender Verkundcr "r Stimme Oottcs im „Josua" und in Frischmanns •Messias". Blaffks Dichterworte kamen in einem Brief i? einen Freund in Palästina zur Geltung, der in deutscher Versetzung wie im hebräischen Original vorgetragen wurde, isiahks Anklage und Warnung, daß wir allzu leicht geneigt '"d, die Peitsche zu vergessen, die einen Augenblick ruht, ^unseren Peinigern zu verzeihen und sie selbst zu ent- 'ehuldlgcn, '** —»—->*~ ru« rw«»«iitm«» cn, Ist schroff, aber notwendig. Die Darstellung , , -matlschcn Szenen aus Stefan Zweig» Jeremias" »»u Ii c c r H o f f m a n n s „Rotem Hzig" war vollends auf * dran j " * v •MUlMiiniiiiii Mi\vsivii| " * —— —» '."Höhe. Auch dieser Abend zeigte, daß Kunst der Juden 5"s<ifuek der nach Freiheit dürstenden, ewig gequälten Seele, "«relung aus dem Oolus Ist. RahefLipschütz. a prof. Dr. Karl Marti gestorben. Am 22. April starb in i/" wenige Tage vor der Vollendung seines TO. Lebens- Hr« Prof. Dr. Karl Marti, Ordinarius für alttestament- 5h{ Theologie an der Berner Universität. Prof. Marti war :ln.e »nerkanote Autorität auf dem Gebiete der alttestamentf"«« Wissenschaft. Anläßlich des Erscheinens des das Alte , $t*ntent und das Judentum verunglimpfenden Werkes „Die f°ß« Täuschung" von Fr. Delitzsch Ist Marti, ebenso wie. 1* christliche Oelchrtc, gegen diese Art von „Wissen- ^'t' mit ganzer Energie aufgetreten. , . Der berühmte Theologe Prof. Adolf von Ilnrnack läßt jetzt sein letztes großes Werk über Marcion, das Evangelium vom fremden Gott, „eine Monographie zur Geschichte der Grundlegung der Katholischen Kirche", In einer zweiten, etwas vermehrten Auflage erscheinen. Er verwahrt sich darin gegen den antisemitischen Mißbrauch, den man im heutigen Kampf gegen das Alte Testament mit seinem Buche getrieben hat: „Ich protestiere hiermit dagegen, daß meine Ausführungen mit denen von Friedrich Delitzsch („Die große Täuschung") zusammengestellt werden, wie das mehrfach geschehen Ist; diese sind vom wissenschaftlichen Standpunkt aus ebenso rückständig wie vom religiösen verwerflich." Soeben ist uns der erste Band der gesammelten Schriftcn< von A. D. Gordon zugegangen. Die vom Zentralkomitee des Hapocl HazaTr in Palästina herausgegebene Gesamtausgabe ist auf drei Bände berechnet und von Josef Ahronowlca redigiert. Das Buch Ist ein klassisches Werk eines geläuterten jüdischen Nationalismus, der zugleich höchstes Menschentum ist. Es Ist wie wenige Werke unserer modernen jüdischen Literatur ein erzieherischer Faktor ersten Ranges und sollte von jedem hebräisch lesenden Zionistcn, vor allein von unserer Jugcws, studiert werden. Der erste Band Ist 293 Selten, «tarto (mit Bild des Verfassers und biographischer Einleitung) und enthält Aufsätze aus den Jahren 1918—19. Wir kommen auf dieses wichtige Buch noch zurück. (Preis 20 Piaster, d. h, 4 Mark.) Friedrich Stummer, Sumcnsch-akkadlsche Parallelen zum Aufbau alttestamcntllchcr Psalmen. Paderborn, Schönlngh, 190p. Die vorliegende Abhandlung, welche Im Rahmen der „Studien zur Geschichte und Kultur des Altertums", herausgegeben von der Corres-Gesellschaft, erschienen Ist, Ist als erster Teil einer Reihe von Studien gedacht, welche das Verhältnis der Psalmen zur sumerisch-akkadlschcn und zur ägyptischen Hymncnllteratur möglichst allseitig behandeln sollen. Der Verfasser kommt zum Resultat, daß die kcllsclirlftliehe Hymncnlitcratur auf die Psalmendichtung des Alten Testamentes vorbildlich eingewirkt hat. Von den verschiedenen Texten seien es besonders.die Hymnen an Msrduk, den Stadt-. §ott Babels und an den Gott Schamasch gewesen, welche InfluB geübt haben. Die Psalmendichter haben jedoch die 'Von ihnen übernommenen Komposltlonsclemente mit Israelitischem Geiste erfüllt und das vorgefundene Schema mit großer Selbständigkeit behandelt. — In derselben Sammlung erschien gleichzeitig „Die babylonischen Kudurra (Grenzsteine) als Urkunden form", untersucht von dem Prager Professor Franz X. Steinmetz er. h.b. Die Ausgrabungen in der Davids-Stadt zu Jerusalem. Die Palästinensische Archäologische Gesellschaft (Palestine Exploration Fund) In London feilt mit, daß der Schat/inelster der Cicscllschaft, ColoncI Sir Charles CI o s c und der Sekretär Dr. E. W. M a s s c r m a n ii, sich dieser Tage nach Palästina begehen haben, um mit dem in Palästina weilenden Rev. Onrrow Duncan. der als Assistent des Prof. Macalister die Ausgrabungen in der Davids-Stadt leitet, über die Arbeit Im kommenden Sommer zu beraten. Es besteht der Plan, als Objekt für neue Forschungen die Gegend der westlichen Mauer von Onhcl, die an das Tyrojiocou-Tal greu/t, zu wählen. Die Ünlcn der nördlichen und der östlichen Mauer aus der vorhcbrälschcn Zeit sind bereits fixiert worden, über die Linie der westlichen Mauer besteht noch Unklarheit, obwohl einige Oberflächen-Zeichen vorhanden sind. Es ist von großer Bedeutung, diesen Punkt aufzuklären. Sollte man Im Verlan! der Sommerausgrabungen auf eine starke Jcbusitcn- Maucr Im Westen von Onhcl stoßen, so wird das Ergebnis ein befriedigendes genannt werden können. Man hofft, daß die Ergebnisse der neuen Saisonarbeit zu weiteren Unternehmungen ermuntern werden. General Sir Charles Warren, der im Auftrage der Palästinensisch-Archäologischen Gesellschaft (Palestine Exploration Fund) In den Jahren 1867 bis 1870 die Ausgrabungen in Jerusalem leitete und einige archäologische Werke über Palästina, wie „Survcy of Palestine" und „Underground Jerusalem", veröffentlicht hat, schreibt jetzt in dem Viertel- Jahresbericht des „Palestine Exploration Fund" über die Ergebnissc von 60 Jahren archäologische Arbeit in Palästina. 60 Jahre, schreibt der greise Ociicral Warren. sind in den Abgrund der Zelt gesunken, seitdem die Ausgrabungen in der Ewigen Stadt begonnen wurden. Im Jahre 1865 wurde der erste Spatenstich getan, und was bis heute vollbracht wurde, Ist würdig des großen Interesses, welches Palästina, das Land der Bibel; In der Welt findet. Der gefeierte jüdische Dichter Joseph Opatoschu, Verfasser des Romans „Die polnischen Wälder" und anderer vlclgclcscner Werke, ist dieser Tage aus New York In Paris eingetroffen, wo er vor einem Kreise jüdischer Schriftsteller und Künstler aus seinen Werken vorlas. Von Paris begibt sich , Opatoschu nach Berlin und von hier nach «Iner Heimat Polen.

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