Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 33 (28.4.1925)
- Date
- 1925-04-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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T Seite 300 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 33 s lösen Bedenken der Organüullon fernbleibt, zugleich auch ic Nation verlier«. Hier zeigt der Entwurf deutlich leine aiimaOliche Parteilichkeit" (S. 91). Hier zeigt er aber vor allem seine Halbheit. Man kann sich nicht als Retter der hcldcn Prinzipien, der Souvcrlnitft der Thor« .einerseits und der Tolerant andererseits ausgeben wollen. Ob Üioralose «einfinden In oder außerhalb der QesamtOfganlsatlon zugelassen werden und ihre öffentliche Anerkennung postuliert wird, auf der „Souveränität Qottes und der Thora" beruht eine solche Zulassung In keinem Falle. „Ob Oottesmonarchlc oder freie Republik: das allein Ist die Trage." Nun. wenn Öls allein die Frage i«t, so fällt auch Breuers Entwurf In die weite Kategorie. Denn In der Qottcsmonarchle Ist kein Rsum für die Zulassung thoraloser Oemelnden durch eine Vorder, oder Hintertür. Prüft man die Einzelheiten des Entwurfs, so stolH man auf noch viel mehr Widersprüche gegen seine angeblichen Cirundpriniipien. Andeutungsweise sei nur erwähnt die (in dem Entwurf eine groBc Rolle spielende) Einschränkung „Im Rahmen der allgemeinen Staat»«««*«"- I" der „Oottcs. inonarebie" haben die alicemeinen stoatsgesetre sich in den Rahmen der Thorah zu fügen, In der „freien Republik" mag das umgekehrt sein. „Für die gesamte Tätigkeit der jüdischen Volksgemeinschaft. Ihrer Organe und Ihrer Beamten sind die «allgemeinen Staatsgesetze sowie die Gesetze der Tliora maßgebend" ($211). Nur für die Gemeinschaft und Ihre Organe? Nicht auch für den Einzelnen? Ist das „Gottesmonarchle" oder ist das nicht ganz gewiß „freie Republik"? „Die Eintragung des Ehemannes wirkt auch für die Ehefrau", - kann auf diesem Wege die nicht jüdische Ehefrau Angehörige der „Gmtesmonarchle" werden oder wird sie .nicht vielmehr mir Angehörige der „freien Republik"? Und. man lese und staune, die Eintragung des gesetzlichen Vertreters wirkt nuch für den Minderjährigen. Als Minderjähriger gilt, wer da» 18. Lebensjahr nicht vollendet ha». Wie, also ein niso 13 ist „minderjährig", minderjährige nicht nur für das Zivilrecht, sondern auch für die Frage, ob er Angehöriger der „Goltcsmonarchle" werden soll. Er kann nicht gegen den Willen des Vater» eintreten und, wenn sein Vater austritt, >o gibt er für ihn die Rechte mit «uf? Die Liste licflc sich [ortsetzen, aber es kommt hierauf nicht vi. Was nachzuweisen war und, wie wir glauben, nachgewiesen ist, ist, daß auch dieser Entwurf nicht das ist, als was er sich gibt, die Verfassiingsurkundc der Thcokratie, sondern eine Kompromißlösung, wie eben jede heutige Lösung .eine Kompromißlösung sein muß. Waruni? Nun, Breuer weiß c« ganz genau. Er sagt zwar (S. 81): „Noch nie hat ein Kulturvolk sich eine solch geistlose Verfassung gegeben. Wenn sonst ein Volk nach jahrhundertelanger Entrechtung zum Lichte der Freiheit gelangt und den stolzen Vorzug der glücklichen Nationen erringt,- sein Wesen ausleben zu dürfen, da stellt es Sätze in seine Verfassung, die von den tragenden Ideen der Nation geschwellt sind, die das ideale Ziel der neuen Oemeinschalt in Tönen begeisterter Erhabenheit feiern." Nur wenige Seiten «piltcr weiß er den wahren Grund, aus dem das nicht möglich ist: ,,Dle tlioralreuc Nation faselt dein Staat n?:ht. gleich den Zionlstcnführern (I), die Mar vor, daß die Juden des Erdballs, daß die Juden Palästinas Insgesamt einig sind in der Auffassung ihres Verhältnisses zu Üott und zu Oottcs Thora. Sie begeht nicht die verwerfliche Immoralität, eine solche Einigkeit zu fingieren, um zu einer organisatorischen Oewalteinheit zu gelangen." Nun gut, wenn man diese „verwerfliche Immoralität" nicht begehen will, was hat es dann für einen Sinn, heilige Worte zu profanieren? Soll wirklich die palästinensische ludenheit sich eine Verfassung geben, deren Elnleltungswortc „die tragenden Ideen der Nation" enthalten, auf die sich Misraclu und Poalc Zlon, alter JiseJiuw und Hitachduth. Kuk und Mossinsohn einigen? „In Paliistina wird soeben der Kampf um das Wesen der jüdischen Nation ausgetragen". „Man mag c« bedauern, daß die Errichtung des .nationalen Helms* das Judentum mitten in einem Auscinandcrsctzungsprozeu* antrifft. Ignorieren aber kann mau es nicht. Wahrhaftigkeit ist die erste Voraus* setzüng der Gerechtigkeit" (00), Und weil dem so ist, konnte der Brcucrsche Entwurf ebensowenig wie der ofliziclls Entwurf etwas anderes sein als ein Kompromiß und eben deshalb wäre es auch falsch gewesen, eine Präambel zu wählen, die das Ergebnis eines Kampfes vorweggenommen hätte, der heute noch tobt, ja, der seinen Höhepunkt (leider) wahrscheinlich noch lange nicht erreicht hat. Und deshalb ist ein „geistloser", d. n. nüchterner, nur die praktischen Fragen regelnder Organisatiouscntwurf viel wahrhaftiger und damit ethisch und ouch jüdisch viel höher zu werten, als eine Vcrlassungsurkunde, die mit der Behauptung prunkt, daß „die luden Palästinas geeint" wären, „durch den Willen auf heimatlichem, heiligen Boden das dem jüdischen Volk von Oott offenbarte, von den Vätern überlieferte Oesetz der Thora . . . als unverbrüchliche Grundlage ihres Gemeinschaft»- Ithens anzuerkennen", obgleich ihr Verfasser selbst noch! 'rhu Reiten vorher in den oben wledergcgcbenen Sätzen crkliirl, man dürfe die Tatsache nicht Ignorieren, daß die Errichtung des Nationalhelms die Judcnhclt (er schreibt sogar das Judentum) mitten in einem Ausclnandcrsetzungsprozeß mtrcife. Auch wir sehnen herbei, daß eine jüdische Verfassung diese Einleitung tragen könne, aber wir wollen es erkämpfen und verdienen, nicht mit leichter Hand hinschreiben in dem Oefühl der Verantwortungslosigkeit, in dem Ocfühl, daß es sieh doch viel leichter kritisiere, wenn man die schönsten Forderungen aufstelle, von deren derzeitiger Undurchführbaren msn vollkommen überzeugt Ist, die aber gut sind, um als Hahne Im Winde zu flattern. III. Nun, wenn wir also schon wissen, wir alle einschließlich Breuer, daß heule nur eine Kompromißlösung möglich ist, wie Ist dann der Entwurf zu beurteilen, der z. Zt. der englischen Regierung vorliegt? Nun, ein Kompromiß Pflegt im allgemeinen niemanden zufrieden zu stellen und dieses Kompromiß bildet keine Ausnahme von der Regel, was die Linksparteien auszusetzen haben, gehört nicht In den Kähmen dieser Darstellung, uns, den Mfsrachlsten, Ist die Stellung des Rabbtmts bei weitem uliht *uck genug, vor allem fehlt es an dem unbedingt erforderlichen Vetorecht des Olicrrshbiuuts und es ist ja auch bekannt genug, daß das Obcrrabbinat selbst, das den Mlsrachl geschlossen hinter sich hat, die erforderlichen, hoffentlich zum Erfolge führenden Schritte getan hat, um die Abänderungen herbeizuführen, Mcwill wäre es wertvoll, in diesem Kampfe Bundesgenossen 'u erhalten und es ist im höchsten Alane bedauerlich, daß j'rcuer, statt diese Hilfe zu leisten, durch die schon beleuchtete fa sehe Orundcinstcllung, dsirch die jetzt zu besprechenden falschen Einwendungen und vor allem durch «eine maßlosen ucbcrlrcibnngen und über die Orcnzc des Erträglichen hinausgehenden Gehässigkeiten statt einer Stütze chic Hinderung tur^dcu wirklich erforderlichen und zurzeit geführten Kampf Welche Einwendungen erhebt Breuer? Ueber die grund »atzlichc ist schon gesprochen worden. Neben dieser stehen 'wci weitere: I. Wenn schon der Entwurf die Thora nicht zur Vcr- (assungsgrtindlage machte, so hätte er die Angelegenheiten der ilior» Oberhaupt nicht In seinen. Bereich ziehen dürfen. Man , hätte dann die jüdische Staatsnation palästinensisch, statt ludisclj organisieren müssen. „Die palästinensische Orfcntle* ruiig kountc die Juden ... zu rem weltlichen Kommunen zusammentreten lassen und konnte diesen Kommunen staatliche Aufgaben übertragen, «leren Kontrolle freilich der palästinensische Staat sich nicht aus der Hand nehmen lassen durfte. Es konnten diese Kommunen zu einem rein weltlichen Landesverband organisiert werden, der die palästinensischen l.andcsintcrcsscn, soweit sin den Juden In Selbstverwaltung zu übertragen waren, wahrzunehmen hatte. Dali diese Kommunen und dieser Landesverband auf die Vorschriften der Thora weitestgehende Rücksicht zu nehmen hatten, versteht sich bei der Anerkennung der Juden nla einer der beiden StaaUnatlnncn von selbst. (Dieser Satz ist etwa» dunkel. D. Rez.) Weder aber konnten diese Konimimen, vermöge Ihres rein palästinensischen Charakters, den Anspruch erheben, die jüdischen Oemelnden und ihren Aufgabenkrel* restlos in sich aufzunehmen oder gar selbst die jüdischen Oemelnden zu sein, noch konnte sich der palästinensische Landesverband der Juden Palästinas etwa als die organisierte jüdische Nation schlechthin erachten. Mit anderen Worten: die palästinensische Orientierung des „nationalen Heims" führt, soweit westeuropäische Ikgrllfe anwendbar sind, zur Trennung von Staat und Kirche, wobei freilich hinsichtlich der staatsrechtlichen Stellung der Kirche die geradezu einzigartige umfassende Bedeutung gebührend in Betracht zu ziehen ist, die Oott und der Thora Im Leben der jüdischen Nation zukommen." Berliner Zionistische Vereinigung. Am ailttwoMi, ib-n HO. April, abend» 8'/. Uhr, sprlebt im grollen PaM i«* f,otr«>nhiknses, KislststrtS« 10 Kurt Dlumonfold über: „Wirliunosn der Entwlcttluna In Palästina auf das zionistische Lotion Im Gallith." Kiotriltakarteo cum 1'rolse von 31k. 1.—, 1,60 und 3.— orblTUIeh im Büro d«r Ufrlinor Zionlstlnehon Vereinigung", MolnekestrsOe. 10, Tal. TtisBiftrr.k 7105/70, In ilon Ihieldmiifllunczfln Ostertaif. Klolst- Straß» 20, Ewer, Knofolioekutmü« 64755 und Flcnnlnirgor Htrsßs 80, Gonie-r, Oranienburger StraOo 2a und an. der Abendkasse, wyw^-T"^yff^^ Ziiniichst ist festzustellen, dal) der letzte Salz, einen eklatanten Widerspruch In sich selbst enthalt. Wenn man „Staat" und „Kirche" trennt, so kann man nicht gleichzeitig die all umfassende Bedeutung dieser „Kirche" „gebührend in Betracht ziehen". Aher sieht man davon einmal ab: Wie sollte die'Organisierung dieser Kommune «ein? Die Juden sollten zu rein „weltlichen" Kommunen zusammentreten. Wie sagt deich Breuer so schön an einer anderen Stelle? (S. 8fl) „Was Ist der Nation Gottes .religiös'? Antwort: Alle«I Wo* ist der Nation Gottes .weltlich'? Antwort: Nirhtsl Die von dem zionistischen Entwurf . . . eingeführte Scheidung /.wischen .religiösen' und .weltlichen' Angelegenheiten bedeutet an sich schon, ohne weiteres, den Triumph der zionistischen Ideologie. In dieser S e Ii e I il u n g liegt der Sinn des ganzen Entwurfs. (Von Breuer gesperrt.; Sic bedeutet einen solch radikalen Bruch mit der ganzen jüdischen Vergangenheit, dafl sich der Entwurf Jede sonstige Prilambel sparen konnte. Akzeptiert die jüdische Nation diene Scheidung, so hat sie aufgehört, die Nation O'ttes zu sein." Armer Isaac Breuer von aufgehört, die Nation Oottcs zu sein." Armer Isanc Breuer von Seite 83 klnghar werden, weil er Ihnen vorwirft, daß, wenn Ihr eigener Vorschlag Wahrheit würde, die jüdische Nation aufgehört hätte, die Nation Oottcs zu sein? Nun, wir stiniinrn Isaae Breuer vollkommen lul; (Sie fragen, welchem von beiden?, dem von Seite 81!) Eine Trennung zwischen ..Weltlichem" und „Religiösem" Ist In der Tat tinjüdisch. Was nlso ist zu tun? \Xc Vorfnsmng aul der Thora basieren, Ist noch unmöglich, wie Breuers eigener Entwirf und seine Darlegung über den „Auseinander« setzungsprozeü" zeigen. Die Juden nur Im „Weltlichen" zu organisieren, ist unmöglich, da es keine „thorafreic Sphäre innerhalb der jüdischen Nation" gibt. E»t muß also der Thora Innerhalb der Organisation derjenige Raum erkämpft werden, der nur irgend erreichbar ist. Solange es nicht der ganze Ist, ist das Ideal nicht erreicht, aber dnmlt, dall erkliirt wird, „wenn nicht allea, dann nichts", Uf noch viel, viel weniger erreicht, ist ein Standpunkt eingenommen, der als abstruse Theorie erscheint und der, wie wir sahen, noch nicht einmal ideologisch weiterhilft, sondern praktisch und Idcolo. gisch In gleicher Weise In eine Sackgasse führt. Ein anderes Wort muH hierbei zur Klarstellung gesagt werden. „Es gibt keine thorafreic Sphäre Innerhalb der jüdischen Nation", ist nicht gleichzusetzen mit der l'orderitnir einer „Klcrikahslorung", Et Ist uclwu oben gesagt, da II Timmwissen kein Vorrecht eines Standet l»l. Breuer gebraucht einmal In anderem Zusammenhange und mit ganz, anderem Sinne ein Wort, das man auch hierfür anwenden könnte: „Ist etwa das Amt des Vorstandes grundsätzlich weniger heilig nls das Amt des Rabbiners?" (S. fl'O. Ist dnfür gesorgt, daß die „Vorsteher" wirkliclt des jüdischen Clcsetzcs kundig und jüoisch In ihrem Leben sind, so sind viele Prägen aus naheliegenden Gründen viel reibungsloser zu erledigen, als wenn in allen Fragen das Rabhlnat nls Behörde in Erscheinung treten mülltc. So hat sich /. B. die Unterstellung des ül>cr> licfcriiugstrcuen Teiles des Schulwcrks unter eine Kommission durchaus bewährt, der selbstverstflndlicli auch Rabbiner an gehören können, für deren Zusammensetzung Vorbcdlu nun/T nhrr nur die Zugehörigkeit der Mitglieder /um Kreise der Tnoratreucn ist. Die Frage l«t von besonderer praktischer Bedeutung, du die Ausschaltung der Rabbiner aus dem Er zichiiiiRKSvcrk, über die Breuer klagt. /. T. chic Sclbst.iussch.iltung durch Berücksichtigung eines alten Chcrcms Ist, über den man übrigens näheres bei Hildesheimer, gcs. Aufsätze S. 108 nachlesen kann. 2. Ein weiterer Vorwurf, den Breuer dem Entwürfe macht, ist, datt er keine AustcUUgcmelnden Innerhalb der anerkannten jüdischen Volksgemeinschaft dulde. Sehen wir uns deir Entwurf daraufhin an. Wir folgen hierbei dem vom „Israelit" (1021 Nr. 27, S. 8) veröffentlichten Text, da dieser Ja sicher nicht zugunsten der Zionlsleii „gefälscht1' sein wird. Danach darf zwar an ictjcm Orte nur eine Orlsgcmeludc bestehen. (D2i „fedoch darf eine Onippe, die ein Zehntel der Ocmcinclcmit. glicdcr. mindestens also 20 Mitglieder umfallt, verlangen, dafl man ihren religiösen und kulturellen Bedürfnissen gemäü ihren eigenen Grundsätzen gerecht wird. Es steht Ihr das Recht zu. zur Bestreitung ihrer Fscdllrt nls sc denjenigen Teil der Ocmcindeelnnnh mcfl zu beanspruchen! welcher der Zahl der Mitglieder der Orunpc entspricht. (Von uns gesperrt.) Die Errichtung einer selbstfindigen Schcchlta bleibt jedoch untersagt, da «— nach einer anderen Bestimmung — das Schlachten der Tiere ein Monopol der Ortsgcmelnde ist." Nun bestimmt aber ferner D3: „Jedes Mitglied der Ortsgemeinde kann aus der Ocniclnde unter Einhaltung einer sechsiiKmotllchcn l'rlst austreten". Was ist nun eigentlich? Grundsätzlich gehören alle Juden eines Ortet ein und derselben Gemeinde an, wobei hervorgehoben werden mu3, daß telbst In der Drcutnchcn Schrift nicht nur kein Wort, londeni nicht einmal eine Andeutung »Ich findet, alt ob Irgendein« der bisherigen Ortsgemeinden etwa nicht als zuverlässig im der rellglönsgesetilichen Bestimmungen angesehen \\',,T könne. Sdlten aber eine Anzahl Mitglieder gleichwohl dir Meinung »ein, sö können sie »Ich zusammeitscIttieUen itl' Verhältnisse autonom regeln, erhalten hierfür volle St tu» rikkvergütung, in. a. W. es tritt der Zustand ei», wie t, ,' Deutschland z. B. zurzeit für die orthodoxe < icmclmlc Nurnhnbesteht, an deren Spitze ein Mann steht, den sogar Rabbin», Breuer, Frankfurt, lür würdig befunden bitte, dcrcimi «." Nachfolger zu werden. Sollte es Mä.tncr geben, denen u,,?! <ioch nicht einmal ausreicht, sondern die glauben, dall sie voll stAndlg von „dieser ganzen bösen Gemeinde" sich trfnnrn i müssen, »<» Ist auch dieses (nach f)3) Ihnen durchaus in6»kh I und selbstverständlich Ist es ihnen auch ohne weiteres I lieh, sich zur Erfüllung Ihrer Bedürfnisse zusaitimeniusthlittitV 1 Breuer sagt zwar: ,,Wcr da weiß, wie völlig der tlW[, 1 treue Einzelne aul eine Gemeinde angewiesen ist, wird »u ganze Furchtbarkeit des Bannspruches ermessen können drt den Einsprechenden verbietet, ihrerseits zu einer Gcinclnd« zusammenzutreten". (S. SO.) Mull nicht jeder, der dies litM meinen, der Entwurf erstrebte ein Verbot solcher ()f.' nieiinlen? Breuer sagt es doch und Breuer ist ein iUvCf. lassiger Alsnn, — die „Frankfurter Zeitung" beteust ts ihm zweimal. Aber derselbe Breuer weil! es im nächsten' Satze besser: „Tun sie es dennoch: der Staat kennt sie nicht" Das ist zwar auch noch nicht richtig: Warum »olltc Oer Staat sie nicht kennen? Und warum «»»liten »ic nicht diel Möglichkeit haben, ihre Anliegen wir Ihn zu bringen? Ni,f durch das Medium der jüdischen Ocaamtorganlsallon freilich werden sie es kaum können, well sie es ja auch in Wahrheit gar nicht wollen. Was sollte c» sonst für einen $in« | hallen, statt von der SeparationsbcfiiKnii l>2 von der unter | D3 Gebrauch zu machen? Was anderes knnn der Sinn sein nls der, dall man mit dieser Gesamtheit nichts zu tun I haben wolle? Es ist aber doch zu fragen, wie es sich mit der Ehrlichkeit vertrügt: wenn man den wahren Sachverhalt wir man seihst beweist, kennt, Irrefuhreiiderweisc von der „pn.' zeit Furchtbarkeit de» Bannspruches" zu sprechen, „der 'du I Einsprechenden verbietet, ihrerseits /u einer Gemeinde /uzusammenzutreten?!" Nebcnhcl bemerkt: zwei Satze weiter I hcillt es: „oh sie ihre Toten begraben können, ist zwciitl. haft." Wie sagt der Entwurf („Israelit" a. a. O.): „Die P.c- Stimmungen über das Ucgrabuiswcscii sehen eine zentrale Bcgrabiilskoniiulssiou vor und geben jeder Gruppe von Privat, pcrsoncn oder einzelnen Vereinen «Iis Recht, Bct r.'i huisgcsellsc hafte n zu bilden, Begräbnis platze tu erwerben sowie mit Genehmigung den Ocmeindcvorst.indf* hierfür Abgaben zu erheben". Freilich, diese klare Mitteilung ist agitatorisch viel unbrauchbarer als eine so tchöue dunkle j Andeutung „ob sie ihre Toten begraben können, ist zwcilcihalt," Aber. Herr IX Breuer „was verlangt die thoratreue Nation? Sic verlangt Gerechtigkeit. Sonst nichts." (S. %)! Und nun zur Schcclütah. I>ie Svlilachtuug \ju' Heren freilich ist im Entwurf zum Monopol der Ort ".gemeinden ttklart. Nun, Herr I>r. Breuer wird «ich zwcilelKis dmiNf klar sein, welchen Zweck dies verfolgt. Oer „zionistische" L'ntwurl deckt sich nämlich mit dem Brcucrschcn darin, ihb | die Schcchitah eine Angelegenheit ist, die der lieaulsichti. gung" des Rabbinats, lelzinstanzlich des Obcrrabbinat«, untersteht. Dali selbst von Breuer gegen keines dieser Kabhnnte oder gar des Obcrrabhinats etwa eine Einwendung in bezuj aut seine Zuverlässigkeit crliobcn werden kann, ist schon erwähnt. Er selbst drückt «lies (für den hier interessierenden Punkt) so aus: „Ohne dies ist die, selbst von tlior.itreiier Seite, nur höchst ungenügend autgeklürte öffentliche Jüdische Meiling geneigt, die Vorgänge in Jcruscholajrm als einen Kampt um — das Schlachthaus zu begreifen und sich mit der Einflüsterung in Ruhe lallen zu lassen, daß letzten Endes auch 'In Schcchitah unter Regle den „Wand bair" rituell einstweilen nicht zu beanstanden sei." Nun, mau kann wohl auch ohw Prophet zu sein diese Behauptung ruhig etwas erweitern, l'me Schcchitah, deren oberste Instanz. (E3) das vnnt Vertrauen der Gesamtheit der pal!i»tincniiischen Rabbiner (viwcit sie sic'a nicht u Ic Sommerfeld von der Wahl freiwillig nin*ehhelicn) getragene Obcrrabbinat ist, wird nicht nur „einstweilen", sondern auch In Zukunft „nicht zu beanstanden sein". Wh liegt also der Gewissenszwang oder die Ungerechtigkeit, die liier verübt wird? Und soIUe Breuer etwa nicht klar se i, dall die durch das Monopol errichtete lintcrstelhin^ ue< gesamten Schächlwcscns unter das Obcrrabbinat für das I and von sler ungeheuersten Bedeutung ist. MuH man irst an «Ich ÜcgrilipnrU'nii'umi die damit zusammenhangenden Vorsiellungskreisc erinnern, um dar.iut hinzuweisen, s>on welch« Wichtigkeit gerade vom Staudpunkt der thoratreucn Jude« aus diese Zentralisierung ist? Wcüt Breuer m iit oler so'l er nicht wissen, daU er mit dem Anrennen gegen diese Zentralisierung Zielen und Kreisen Vorschub leistet, denen er c* in Interesse der „Gottesmonarchic" wahrhaftig nicht tun dürtleV Aher es scheint tatsächlich fast so, alu ob Jedes C.hnos auf religiösem Gebiete Ihm erstrebenswerter crsrlirmt nls eine str.ilfe Gliederung unter Führung des helchdeteii Oberrabbinats. ,,l>er Kampt gegen den Entwurf Ist kein Kampt um die Schcchitah des Rabbiners Sonncnlekl". Nein, sondern es Ist der Ka^ipt für oeler regen die Einheit des palästinensischen Juden!»™ und lür oder gegen die religiöse Führung durch das einheitliche Obcrrabbinat, Und Iiier mag ein Absatz Platz ini<t,-n, der zeig!, daß Breuer die Bedeutung dieses Elnhcitsprinrip* sehr wohl begriffen hat. Er sagt (5. 61) bei Betrachtung der Argumente, die Herbert Samuel für den Entwurf gewonnen haben mögen: ■ „Das nationale Heim sah sich «1-t :e»chtos.sciieu Opposition des Arahcrtums entgegengestellt. Oie ohnedies schwierige I.igc der Juden In iCihistlna durfte augeslchi'. dieser Tatsache nicht ohne zwingendsten Grund n-xh welter '»erwickelt werden. Eine einheitliche ()ri'.nus,iii..n tk-r Jinlcn unter allen Grundsätzen moderner Verwaltungstechnik er»chii'ii Sir Herbert eine notwendige Grundlage des ,,n.it|oiialcn Helm*", well nur die zusaninicugei.illtc jüdis.-li: Wclerstaiidskralt üem arabischen Ansturm gewachsen sein konnte. Eine Zersplitterung der Juden mufltc unter allen Uinstau-Jv-n vermieden ««• den. Im Vordergrund des Interesses stand nicht der rch :io<e sondern der InncnpoVitlKhe Charakter der zu crnchiowh'a Judcnorganisatlon. Die Einheit des Judentums tu Palästina durfte so wenig In Frage gestellt sein, wie etwa die Emiieil des Polcnttims in polen. W c u n d I c J u d c n I n W a Ii r h e 11 eine de r beiden Stants uatlo n cn des kü n 11ige« palästinensischen Staates bilden sollten, so wnsr es geradezu el« Probierstein für ihre Tauglichkeit als S t a o t s n a t i o n , u |> ihre c" n einheitliche Organisation ihiijücIi war oder nicht. Eine Oemeinschalt. die sieh nicht cm« heitlich organisieren Heß, kam als Staatsrat ion überhaupt nicht In Betracht." (Von tun gesperrt.) Man wünschte. Breuer hatte viele so wahre Satze geschrieben. Diese letzten beiden vor allem rühren an den Kern des ganzen Problems. Zwei Jahrtausende war die Judcnhclt zerstreut, jede staatcnblldende K .-. . v le ihr wm den Völkern der Welt abgesprochen. ' •■ <ch einmal hat uns die von Oott mit Erfolg gesegnete Arbeit dts •Zionismus geschenkt. „Juden des Frden:-,iu.K<i: Kennt ü'o tiegreift Hir die fürchterliche Schicksahwh < e •! <r Stunde' Fühlet Ihr alle, «LtU »Ich, vielleicht, in dieser Stunde entscheidet, wie lang eure Kinder und Kindeskinder noch sclmf und hoffen müssen!" Und in dltstr Stunde sollte man nie«' >, .i' >'i U1 E ' d ' IV d ■ W',1', F, T; \ »•;!.' "'«,< f.! , 1 ". IT , vX'i? V.-:VfN '1r '*;',!*' %c i1 ii *•> :• L , a e.y V..." g ' ä- •. f A g?> »V.r ' i Cl' i %', k', rf[|) - j' sv')■;■ « d -h-, . st ■.•* Sf .1 in; u. | gm :., A G ' o •« b. . ■\!• I , •f if.ii', <i ' (•'■.' P' <sv;« ..V >*•• »; V'-^ v . , I ' ' , '• 1! dt' ((.J III* ''s .. •!* 1 di Ji ei- >> ■> ivv -ri b< >j ■■ R in w-'T '"> i^^«*'!' dt'' M» ' de1 ' d(; O ', ii: r»i MK ',- bi,",' 1 ■ tci' *;;'!; isi i1'; , ) '> \ sc ,»,! i- VC ' , ' , ' * M ■ i •; m Säv ii'.' i! K* , •■! A' ( 'i Ii- V' sc;| ,i .i'n" * i i h. ru j'i ui <'. Ci' Ic, J dt Ir : Ki' g« w W i?! da ^C! es , dl Ai he» Ei'; be, i eil r*i na sir ia. de» ka sö( Qi' ka da , sie i m he. da Tt ab" nhV Ta ke zlt elr Bi! de Of de , d3-;; Sc. i\ •1 vo t wi . "il ü Idr h