Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 32 (24.4.1925)
- Date
- 1925-04-24
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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r i tff.32 JUEDISCHE RUNDSCHAU ^c ihm dies, und in der Tat, ich glaube, ich bin einer der £(cn Juden, die es Ribt, ohne auf das Zcrcmonlalgesctz zu I ,b[(n. Ich köimlc, wie jener JihJc In Biilwcr* „Leila" mein I f''j*n wagen, die Juden aus ihrer jetzigen drückenden Lage I *| f£jßcn. Ich würde selbst das Schafott nicht scheuen, könnte \ s|c wieder zu einem geachteten" Volke machen. O, wenn % meinen kindischen Traumen nachhange, so ist es immer * i„c Licblingsldcc, an der Spit/c der Juden, mit den Waffen s <jfr Hand, sie selbständig zu machen." * 1 Drei Monate später — Lassallc war inzwischen /on Drcs. ijU nach Leipzig übersiedelt — knm es In Damaskus zu jenen ^kannten Ausschreitungen, bei denen die angesehensten luden der Stadt mit Einwilligung des französischen Konsuls;0„ jem Pnschah gcfollcrt wurden. Die Knude versetzte (Ins (jcini'U de» jugendlichen Handelsschülers in iingcslihnc Schwilling; „O, cs ist schrecklich zu lesen, schrecklich zu hören, ^„edaß die Haare starren und sich alle Gefühle des Herzens I, w"ut verwandeln. Ein Volk, das dies erträgt, ist schrecklich, j, rfuiic oder dulde die Behandlung . . . Gab es je eine Involution, welche gerechter wäre, als die, wenn die Juden in .;:Cr Stadt aufständen, sie von allen Ecken anzündeten, den palvcrturm in die Luft sprengten und sich mit ihren Peinigern (jlcicn? Feiges Volk, du verdienst kein besseres LosI Der gcirticnc Wurm krümmt sich, du aber bückst dich nur ticfcrl pg weißt nicht zu sterben, zu vernichten, du weißt nicht, tis gerechte Hache heißt, du weißt nicht, dich mit deinen |-(im]cn zu begraben und sie im Todeskrampf noch zu zcr. feschenI Du bist zum Knecht geboren!" Der fünfzehnjährige Knabe spricht also utn diese Zeit f-hlcclitwcrr vom jüdischen Volke, er zählt sich vorbehaltlos fyfCin Volke zu, ein aus Rasse- und Schlcksalsvcrbundcnlicit j,trnicllcndcs Zugchürigkcitsgcfähl beherrscht ihn noch Ranz; „ leidet darunter, daß die syrischen Juden sich nicht mit bewaffneter Hand ihren Peinigern entgegengestellt haben. Von früh ab konnte Lassallc nicht untätig mitanscheu, wie (inrelne Menschen oder ganze Klassen und Völker unterdrückt urden. Dieser elementare Zug seines Wesens machte. Ihn rJm Sachwalter der Ornftii Hatzfcldt, zum Revolutionär, zum Vorkämpfer des Proletariats. Jetzt verdachte er es seinen jtammesgenossen in ihrer Gesamtheit, daß sie sich nicht wie tin Mann — komme, was da komme — erhoben hatten, wo Unmenschliches gegen Einzelne begangen wurde. Seine Auf. tcichiiungcn hallen wieder von Ausbrachen elementaren Rachetrlangcns. Er ist zu stolz, zu mutig, zu revolutionär, um -.•v.ivc Hartnäckigkeit anzuerkennen. Iis knickte sein ursp: iiiig. beh starkes Stanimcsgclühl, a|* cr sic|t nicht länger verhehlen .Mute, daß die Juden seiner Tage eine durch tausendjähriges Unglück entnervte Rasse waren. Eindrücke dieser Art legten icn Grund dazu, daß er zwanzig Jahre später in seinem bc. tannten Werbebrief an die Russin Sophie Sontzcff so harte Sitze schreiben konnte, wie diese: „Ich Hebe die Juden durch, aus nicht, ja, im allgemeinen verabscheue ich sie. Ich sehe in ihnen nur die sehr entarteten Söhne einer großen, aber längst entschwundenen Vergangenheit. Diese Leute haben während der in der Sklaverei verbrachten Jahrhunderte auch die Eigen. Kluften der Sklaven angenommen, und deshalb bin ich ihnen äußerst ungünstig gesinnt." — Lassallc betrachtete sich im Sommer 1842 noch als einen iwlcn, dem die geistige Entwicklung des Judentums am Herzen icgt. Er verteidigt den Muralen Ocigcr gegen die Orthodoxie. Dennoch besagt dies nicht, daß cr selbst damals noch auf den Standpunkt Ocigcrs stand. Wahrscheinlicher ist, daß cr tun bereits Uber Ocigcr, dc i cr vielleicht atitli für radikaler alten mochte, als cr war, hinausging. Deutlich zeigte sich dies einige Monate später - cr hatte inzwischen sein Abi. hrium bestanden — in dem Schreiben, das cr an Theodor Crcizcnach in Frankfurt richtete und das bereits vor einigen [ihren im „Juden" veröffentlicht wurde. Jene jüdische Reform, kwegung, au deren Spitze Holdhcim und Geiger standen, i-üpltc durchaus an das Bestehende an und hatte in allem Sic religiöse Praxis im Auge. Der Verein der Reformfreunde ing weiter, cr stand unter dem Einfluß des philosophischen Radikalismus der Junghcgcliancr, er wollte zunächst einreißen, ließ aber nicht erkennen, wie cr sich einen Wieder, iufbau dachte. Lassallc stellte sich nun Crcizcnach und seinen Ocsinnungsgcnosscu zur Verfügung. Er versprach,. In Breslau für sie zu wirken, und äußerte die Erwartung, daß auch Ocigcr 'ich ihren Bestrebungen anschließen werde, sobald man ihn ■ber das, was erstrebt wurde, gründlicher unterrichtet hätte. Doch Lassallc irrte. So sehr Ocigcr einer verknöcherten Orthodoxie entgegentrat, so wenig wollte cr siel) mit De. iltcbuagcn befreunden, die bewußt oder unbewußt auf den Sturz aller traditionellen Bindungen abzielten und die Religion »tm unrcligiösen Lcbcnsgcfühlc einer radikalgcsinntcn jungen Generation auslieferten. . . . Wurde eben gesagt, daß Lassallc die jüdischen Rc 'ormer auf die Wege der Junghcgcliancr locken wollte, so beutet das nur, daß ihm ihre Methode, nicht daß ihm ihre *""C vorschwebten. Denn der jüngste unter den bedeutenden ^Mahren Hegels unterschied sich ja gerade von ihnen allen 'Sütirch, daß cr der Ocschlchtsphilosophic des Meisters treuer Web als sie alle. An die Aulfassung Hegels knüpft Lassallc, der als Stu. •c"t inzwischen nach Berlin übergesiedelt war, ein Jahr nach wem Brief an Crcizcnach in einem langen und schweren Brief 'a die Mutter an, die — eine ungebildete und beschränkte nau _ gewiß kaum ein Wort davon verstanden haben Dieses Schreiben vom 30. )ü\\ 1SM, das ihn g»"* im »lünc der Hcgclschcn Rcligionsphilosophie zeigt, beweist f.ndBültig, daß er für seine Person sich nicht mehr in der Mischen Welt ansässig fühlte. Es läßt erkennen, daß cr nun ■"cht mehr an eine Ncubclcbung des Judentums glaubt und J"c llolfnungi'u aufgegeben hat, die In dieser Richtung führten Dic Welt des hebräischen Volkes, so meint cr hier, veran. 'bauliche dic äußerste Gedrücktheit des Menschen vor die vollkommenste Selbstcntfrcmdung des Oclstcs. Der Pci*t habe allen Halt verloren, krümme sich wie ein Wurm f Staube vor der abstrakten Ootthcit und lebe ständig im ^u&tscln f einer absoluten Wertlosigkeit. Weil dic jüdische fi'Rion die Religion der harten Knechtschaft vor Oott sei, Jeilialb habe Hegel die jüdische Welt richtig als „dic Welt ,er «bärmlichen Persönlichkeit" charakterisiert, und deshalb S d» Schicksal des Judentums das der harten Knechtschaft *cnn die Ocschichtc kein anderes Volk aufzuweisen habe, das r «o namenlosen Leiden verfolgt wurde, so läge das »Hein r?''«. daß die geistige Stufe, die die Welt in dem jüdischen *W(c überwinden mußte, dic Stufe der Zerrissenheit, der r«!itschaft, des Unglücks war. Die ganze jüdische Welt,?'f, Ocschichtc wie Ihre Religion, charakterisiere man am "Elendste als dic Religion des Unglücks. Und well hier das ""glück als ZcrknlcJcthclt und Haltlosigkeit de« menschlichen Softe 205 Ocistca In sich selbst auftrete, müsse man sie als das Ssthetlch Häßliche bezeichnen. Für den Denker freilich stelle sich gerade da«, was die Häßlichkeit des Judentums bilde, In gewisser Weise wieder als seine Schönheit dar. Denn zuerst im jüdischen Volke habe der Ocist ein so tiefes Bewußtsein seiner selbst erreicht, daß cr mit der bloß natürlichen Welt brechen konnte. Hier zuerst habe cr sich ah dos Höhere erfaßt gegenüber aller Natur und Krcatürlichkeit, wie sie In den alteren Religionen herrschte. Natürlichkeit und Endlichkeit wurden hier zum Wesenlosen, die absolute Wesenheit aber fiel in den abstrakten Ocist. Doch gegenüber dem abstrakten Ocist, dem Herrn des Weltalls, bleibt der Jude selbst fest gebannt In dic Natur, die cr als das absolut Nichtige erkannt hat. So erfolgte der Innere Bruch des Menschen mit nlcli seihst, so entstand dic härteste SolbstcuUluncrung, die der Ocist in der Geschichte vollbracht hat, so erschien ein flsthetisch Häßliches, ein der Schönheit, dic auf der Einheit des Menschen mit sich selbst beruhe, Entgegengesetztes. Trotzdem wäre es nach Lassallc falsch, die Tiefe nußer Acht zu lassen, die mit dieser härtesten Sclbstcntäußcrung verbunden war. Der Der siv. Kongreß naiti heran! f Same!« öen Sclielsel! Mensch mußte erst einmal aller inneren Einheit mit sich selbst verlustig gehen, um des Wesens seines Oclstcs überhaupt bewußt zu werden. Doch der Geist, der sein Wesen erfaßt hat, sei bloß dic kalte Einseitigkeit der Abstraktion, noch nicht die totale Fülle des Geistes, Diese gewinne Gestalt erst In dem Prinzip der Liebe, das das Christentum brachte. In einem gleichzeitigen Brief nn den Vater vervollständigte Lassallc diese Höhcrbewcrtuug des Christentums gegenüber dem Judentum. Worauf es ihm am meisten ankam, war, daß das Christentum dic absolute Berechtigung aller Persönlichkeit verkündige. Nun könnte mau glauben, daß Lassallc sich jetzt selbst dem Christentum zugewandt, oder dall er wenigstens, hierin wie in der ganzen vorausgehenden spekulativ n Konstruktion seines Meisters treuer Schüler, das Christentum für dic voll, kommeue, für dic absolute Religion erklärt hätte.!>och es kam nicht so. Was ihn davon zurückhielt, war einmal seine innere Beteiligung an dem allgemeinen geistigen Radikali, sicrungsprozeß der junghcgclschcn Richtung, sodann dic Dies, scitigkeit seines Lcbcnsgcfühls, am stärksten aber der revolutionäre Charakter seiner Gcscllscliaftsauffassung. Neunzehn Jahre war Lassallc alt, als cr sich in einem Briefe zum ersten Male in solchem Sinne zu dem Vater aussprach. Mit einer erstaunlichen Frühreife war cr In sein bewußtes Lehen eingetreten und mit seltener Schnelligkeit hatte cr in dem verschlungenen geistigen Prozeß schier Zelt für sich den Platz herausgefunden, der seinem von Hause aus revolutionären Temperament der gemäOcstc schien. Schi Denken im strengeren Sinne hatte damit begonnen, daß er die Religion seiner Väter mit dem liberalen Zeitgeist In F.lu. klang setzen wnillc. Doch diese Aufgabe erwies sieh Ihm bald als eine für seine Wesensart zu begrenzte, als nicht umfassend genug, als bloßer Teil eines Prozesses, der allein in seiner Ganzheit von ihm zu begreifen und zu bewältigen wäre. Sein revolutionäres Gruudgcfühl hatte seinen ersten noch ganz elementaren Ausdruck darin gefunden, daß cr das Volk, dessen Blut in seinen Adern mächtig pulste, zum Widerstand gegen seine Unterdrücker aufpeitschen wollte. Aber auch in dieser Aufgabe stieß cr auf Qrcnzcn, über dic er hinausstrebte. Er, der treue Jünger Hegels, fühlte sich als Diener an der absoluten Idee der Freiheit, dic sich in der gesamten Weltgeschichte auslegte und verwirklichte. In dem ProzcQ des Ocistes, wie cr mit Hegel ihn auffaßte, war jedem Volke nur ein Geschäft übertragen: das jüdische hatte das seine vollbracht und war damit für immer in den Schatten der Ocschichtc zurückgetreten. Dic Unterdrückten zu erlösen, Lassalles elementarstes LebciiHVcrlaitgcn, entt|Uoll tiefstem jüdischen Urgestein. Aber wie Karl Marx und vielen modernen Revolutionären jüdischen Bluts stellte sich ihm diese Aufgabe ausgreifender, incnsehlicitsumspanucnder; sie konnte sich bei ihm nicht beschränken auf dic Erlösung der eigenen Stammes» genossen, dic, well sie keine politisch.gcographische Einheit bildeten, gleich der ersten Voraussetzung für eine revolutionäre Aktion entbehrten. Wie anders lag das bei den europäischen Völkern, dic zu selbständigen Staaten zusammengeschlossen waren oder nisammcnstrcblcnl So wurde Lassallc ganz Deutscher, deutscher Revolutionär, deutscher Kommunist. Und seit der Revolution von 1813/19, dic ihn als Politiker prägte, blieb cr bis an sein Lebensende nur auf dus Ziel ausgerichtet an der Spitze einer gewaltigen demokratischen Partei, deren Kern das revolutionäre Proletariat bildete, in Oroßdctitschland dic politische und soziale Revolution zum Siege zu führen, Palistina in Wembley 1025 London. (J.T.A.) Die zionistische Exekutive ließ einen Raum von 300 Quadrat füll auf dem Terrain der Hritiiciicu Rciclmausstcllung zu Wembley im Jahre 192> für einen Palästina- Pavillon reservieren. Der Raum wird vier Abteilungen enthalten: eine landwirtschaftliche, eine Erzichungs-, eine Elnwandcrungs- und eine Verkaufsabteilung. Die Abteilung für Erzichungswcscn wird Ausstellung o!tjcktc betreffend dic hebräische Universität, das jüdische Schulwesen in Palästina, Literatur- und Zeitungswesen enthalten. Im Pavillon wird ein Infonnatioiislillro untergebracht sein. Eine kleine Abteilung wird der Arbeit der tntcrnationa'cn zionistischen Frnucuorganlsation gewidmet sein, In der Einwaudcrungsabteihiiig wird man Objekte der jüdischen Industrie» tiitlgkcit, der Bnugcwcrkschaft usw. sehen. Dic indischen Künstler in Palästina vereinigen sich, um im Palästiua-Pavülon zu Wembley auch eine Ausstellung palästinensisch-jüdischer Kunst zu arrangieren. Natloiinlfonds und Kercn Hnjessod werden die Ausstellung zu Propagandazwcckcn benutzen. Der T»alästin»-Pavillon wird unter dem Protektorat der Palästlnarcgicrung und eines in London gegründeten Komitees stehen. ' Wir bitton dringend, für die Rodaktion bostimmto Sendungen nicht an Personen, sondern an die Redaution zu adressieren» da sonst Verzögerungen unvermeidlich sind« Vcretalieluichung - nldU Vcrsdimeiiunä Von Julius Berge r, Jerusalem. I. Es geht ein Verlangen nach Zentralisierung durch die Zionistische Organisation. Man ist der vielen Gewalten nilidc, die nebeneinander, durcheinander, gegeneinander ar» bclten, und In dic sich in wachsendem Oradc die Zionistische Organisation selbst aufzulösen scheint. Man versteht, daft hier Gefahren lauem, dic dem großen Werke schweren Abbruch tun könnten. Instanzen — nicht Konkurrenzen —. Ist der Sinn der Strömung, dic Jetzt überall in der zionistischen Diskussion zu verspüren Int, Es ist ein Ausfluß dieser Strömung, was Herr Llpsky. In seinen Vorschlägen verlangt, aber es ist bezeichnend, daß sich sein Verlangen nach Zentralisation gerade auf dio Ordnung der beiden Fonds konzentriert. Es ist keineswegs so, ah ob mir mit Bezug auf K. K. L. und K,. 11. die inangcliKlc Einheitlichkeit zu verspüren wäre. Dic Ruhe,«' mit der wir z.B. dem vollkommenen Durcheinander auf . kulturellem Qcblctc zusehen, lätlt sich nur dadurch erkläre», daß die Zionistische Organisation als solche überhaupt Er» zkhungsfragen in ihr Programm nicht aufgenommen hat Ja, auch unsere Politik ist einheitlich nur insoweit, als es sich um die Außenpolitik handelt und dies auch nur darum, weil sich außer der obersten Spitze niemand mehr bei un» darum kümmert. Dic Qcgenwartsarbcit aber schon, sowold die politische wie alles andere, was sich an diesen Begriff knüpft, ist alle» nndere als einheitlich. Man m.irht sich illo Sache ein wenig leicht, wenn mau glaubt, dein Mangel unserer Organisation dadurch Eintrag zu tun, daß man die Verwendung unserer beiden Fonds einer Gewalt unterordnet. Aber auch, wenn wir uns auf das Aufbauwerk "Ls solches beschränken, ist es bedauerlich, daß durch dic Art, wie die Diskussion über diesen Punkt geführt wird, der Eindruck entsteht, als ob es gerade die Politik des KKL, sei, dic die Einheitlichkeit störe. Es handelt, sich gar nicht darum, daß dic Verwaltung der beiden Fonds einer Hand anvertraut werden muß, es handelt sich darum, daß eine c i n h c 1111 c h et SI cd I u n gs po 1111 k betrieben wird. Für diese Politik; sind heute neben dem KKL. und dem KM. in mindestendein gleichen Grade entscheidende Faktoren dic PLDC, dic einen ganz besonderen Wert darauf legt, als zionistische Institution zu gelten, dic APC und in absehbarer Zeit die Pfamlhricfhank, dic mit ihrer Finanzpolitik einen entscheidenden Einfluß auf das Sicdlungswcrk ausüben oder zumindest ausüben können, und sind ferner all die verschiedenen Fonds, Banken usw., dic mit zionistischem Anspruch auftreten, wf* z. B. dic Zk>n Commonwealth, dic Arbcitcrbank und dcrgl. Für dic Verwendung der Mittel aller dieser in Frage kommen» den Institute, insoweit sie die Sicdlungspolitik beeinflussen, eine gemeinsame Richtlinie zu finden, das ist die Aufgabe, um dic es sich handelt. Das würde ganz gewiß nicht dadurch erreicht, daß man nun dic Verfügung über alle diese Dinge der Exekutive überantworte». Wir kennen heute die Stärken und Schwächen unserer Instituioncn und unserer Menschen und zumindest, was dic letzteren anlangt, wissen wir gana genau, daß wir die Genies jetzt nicht besitzen, die Imstande sind, ganz aus sieh heraus dic Wege zu weisen. Sieher ist, daß die Vielheit der Konkurrenzen heute unerträglich ist. Immerhin war auch dadurch eine Korrckturniöglichkcit gegeben, wurde verhindert, daß eine einzige — vielleicht falsche — Anschauung maßgebend wurde, und bei der Unsicherheit, die gerade wegen des Planes unseres Siedlung**' wesens noch herrscht, bei der Mannigfaltigkeit der Meinungen, die sidi dort entgegenstehen, Ist es noch höchst zweifelhaft, ob nun i\i besseren Resultaten gekommen wäre, wenn statt vier oder fünf Menschen einer allein über die Fonds bestimmt hätte. Es handelt sich nicht darum, daß der KKU slch dci einheitlichen Ordnung entziehen will und deshalb sozusagen zur Ordnung gerufen werden muß. Es handelt sich darum, daß ein Qrcmiuni geschaffen wird, dem es obliegen soll, dic einheitlichen Richtlinien für die ganze Siedluugsarbelt der Zionistischen Arbeit zu finden, dic von den Leitern der lustituloucn zu beachten sind. Ww das Orcniium zusammengesetzt sein soll, braucht hier nicht erörtert zu werden. Es »oll nicht so groß sein. Abgesehen von Fachleuten müßten natürlich dic beteiligten Institutionen darin vertreten sein, und es mußte dafür gesorgt werden, daß die Sicdlungspolitik des Gremiums mit der Oesauilpolitlk der Leitung In engem Kontakt stände. Das wäre dadurch zu erreichen, daß der Kongreß dic Leitung auf ein Programm hin wählen würde, das wie in allein anderen vor allem auch in dir Sicdlungsarbeit eindeutige Richtlinien aufweist, dic den Willer. des Kongresses zum Ausdruck brächten. Ich bin mir sehr dessen bewußt, daß das, was Ich hier vorschlage, noch sehr wenig greifbar ist. Aber ich bin der Meinung, dall es auch hierbei gar nicht darauf ankommt, jetzt schon konkrete Formen vorzuschlagen, denn wir wissen ganz genau, daß nicht dic Formen, sondern ilic Menschen bestimmen. Dazu kommt, daß gerade dic Sicdlungsarbeit in Palästina nicht nur auf anderwärts gewonnene Erfahrungen aufgebaut sein kann. Das Mcnschcnmatcrial, mit dem wir zu arbeiten haben, ist ein mindestens so wichtiger Faktor wie irgend welche anderen natknialökoiiomischcn Oesctz.c und darum wird keine Regelung Bestand haben, dic nicht in besonderem Oradc mit den Stimmungen rechnet, dic Insgesamt das aufbauende Palästina dantcllcn. Das Gremiuni, von dem oben di: Rcüc ist, und das, ich wiederhole, alle Faktoren der Zionistischen Organisation, dic am Aufhau beteiligt sind und über dic dic Organisation Gewalt hat, vereinigen müßte, müßte so zusammengesetzt sein, daß die am Aufbau beteiligten Kreise in ihm ihre höchste Instanz erblicken. Wenn heute so viel Unerklärliches gegeneinander arbeitet, so mancherlei Systcmltsigkcitcn zu verzeichnen sind, so nicht zum mindesten deshalb, weil die Elemente, dic sich bei der Verwaltung unserer Instautbucn nicht genü jcnd vertreten glauben, sich aber stark genug wissen, auf den Aufbau bestimmend einzuwirken, sich die Rechte, dic man Ihnen nicht gegeben hat, nehmen. Und hier den Ausgleich zu finden, Ist eben die Aufgabe, u-n die es sich handelt, und sie kann nicht dadurch ah gelöst bezeichnet werden, daß man die Verwaltung von KH. und KKL. In eine Hand legt. Da», wai hier entwickelt wird, würde heißen, daß nicht der KKL. In den "tat des Kongresses aufgenommen wird, sondern daß dic Richtlinien und Zielpunkte des ganzen, Aufba...vcrkc§ vom Kongreß bestimmt werden, und daß alle Institutionen, dic dafür In Frage kommen, ihre Weitungen