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Jüdische Rundschau · 1925-04-24 · Heft 32 (24.4.1925) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 32 (24.4.1925)
Date
1925-04-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 204 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 32 Rundschau KoBlrtft and Schekel - Oege« M«rsh*ll? - P«UiHna.T*b*k R.W. Berlin, 22. April. Die Einberufung des XlV. Zlonlstenkongresscs Ist ein Mcmento für alle Ortsgruppen und für jede» einzelnen Zlo. nisten. Wir wissen es wohl; die Schckelsatnmlung liegt sehr Im argen. Der Schekel Ist heute ein verzwicktes Problem; er Ist da« Stiefkind de» Zionismus geworden. Allmählich Ist es eine weit verbreitete Ueberzcugung geworden, daß ts nicht k>hnt, Schekel zu sammeln. Mann kann von einzelnen Freunden der zionistischen Sache größere Bcträge bekommen als die eine Mark, die gleichzeitig ein 13c« kenntnls rinn Baseler Programm symbolisiert. Man Bammelt lieber für Kercn Hajcssod und Kcrcn Kajcmcth. Erst die Einberufung des Kongresses bringt uns die Schwere des Vcr- Säumnisse» klar zum Dcwufltseln. Die Zahl der Delegierten zum Kongefl wird nach der Zahl der Schekel eine« Landes bemessen. Die Schckclzahlcr repäsentieren die Wähler zum Kongreß. Der Kongreß Ist ober die oberste zionistische Instanz, die nicht nur über die Lebensfragen der Organisation, sondern auch Ober das gesamte Ocblct der Aufbauarbeit In Palästina zu entscheiden hat. Heute schon dringt sich die Frage auf: wie werden die Zlonistcn Deutschlands bei dem nächsten Kongresse vertreten sein? Glauben wir, daß dio Menschen, die in Deutschland zionistisch arbeiten, Anschauungen und Erfahrungen mitbringen, die sie befähigen, in den Angelegenheiten der Weltorganisation mitzureden? Die deutschen Zionistcn haben die Pflicht, für eine würdige Vertretung auf dein Kongresse zu sorgen. Heute ist aber noch bei weitem nicht die Schckelznhl erreicht, die eine Vertretung mich nur in der Höhe der beim vorigen Kongresse inwesenden Delegierten sichern würde. Bedarf es unter diesen Jmständcn eines besonderen Appells? Wir glauben, daß .inscre Freunde alle Kräfte aufbieten werden, um in den verbleibenden zwei Monaten noch alle Möglichkeiten der Erhöhung der Schckelzahl auszuschöpfen. Die Zuschrift, die Herr Dr. Solowcitschik an unser Blatt gerichtet hat und die wir seinem Wunsche gemäß in der heutigen Nummer abdrucken, enthalt mich gegen die Jüdische Rundschau" einen Vorwurf der — milde ausgedrückt «— ungenauen Berichterstattung. Um zunächst das Formelte zu erledigen! wir haben bei dem von uns wicdcrgcgcbenen berichte über die MarshalWKonfcrctti ausdrücklich erwähnt, daß er eine wörtliche Ucbcrsctzung des in dem offiziellen Organ der amerikanischen Zionistcn „The New Palcstinc" erschienenen Verhandhingsberichtcs darstellt. Wir haben auch nicht einen Satz aus diesem Bericht ausgelassen oder abgeändert. Wir haben auch Veranlassung, den Bericht des englischen Organs über eine In englischer Sprache abgehaltene Konferenz für authentischer zu halten als den Bericht des jiddischen Organs. Dies jedoch mir zu unser formellen Rehabilitierung. Sachlich aber müssen wir zu der Zuschrift bemerken, daß wir beim besten Willen die Entrüstung Dr. SolowcItecliUc's nicht zu teilen vermögen. Sein Zitat ändert nichts an dem Bilde der Konferenz. aWir wissen, daß Herr Marshall kein Zionist Ist; die Idee* der Jcwiah Agcncy beruht auf einer Im Interesse des schnelleren Fortschritts des Paläsflna-Aufbaus geschaffenen Verbindung zwischen Zionistcn und Nichtzionisten, auf einem Bündnis, bei welchem beiden Teilen die volle Freiheit ilircr Ocsinnung gewahrt wird, da sie sich lediglich zu einem praktischen Werke verbinden. Wenn Herr Marshall die Auffassung vertreten hat, dafl der politische Zionismus vor allem ein Mittel der Propaganda gewesen Ist, so hat er damit u. E. kein Sakrileg begangen; denn in der Tat bestand die zionistische Politik in der Gewinnung außerjüdischer und jüdischer Faktoren für die zionistische Idee, <L h. also in Propaganda. Ob Herr Marshall diese Propaganda billigt oder nicht, wird gar nicht ausgesprochen, Wir müssen aber annehmen, —! auch ohne daß er es sagt, — daß er sie nicht billigt, denn sonst wäre er ja Zionist. Das Zitat, daß Herr Dr. S. in seinem Briefe inführt, sagt uns im besten Falle etwas, was wir aUo wissen. nAmllch daß Herr Marshall nicht Zionist Ist. Daß er und seine Freunde trotzdem mit' Ihrem ganzen Einfluß für die Sache eintreten, die wir als nur zionistische zu betrachten gewohnt waren, scheint uns allerdings ein Ereignis von wclllrngcuder Bedeutung, und wir wissen nicht, warum Himer vcrchrlcr L'liisciuler dies „grotesk" findet. Wir würden wünschen, daß alle Nichtzionisten so reden würden wie Herr Marshall. Herr Dr. Landsberg, der dieser Tage aus Amerika zurückkam, hat uns über «eine In privater Mit-skiii unternommene Tätigkeit in Verbindung mit der palästinensischen Tnbak- Industrie einen interessanten Tkrlcht gegeben. Obwohl diese Tätigkeit privater Natur ist, und speziell Dr, Laudsherg lediglich vorübergehend In i;clucr Eigenschaft nls Anwalt sich mit der Tabaksnchc befaßt hat, scheint sie uns doch von einem gewissen öffentlichen Interesse zu sein, das einen kurzen Hinweis an dieser Stelle rechtfertigt. Penn wir alle wissen, welche entscheidende Bedeutung Im vergangenen Jahre die großzügige Förderung der Tabnkknltur In Palästina gehabt hat. Die Vertrüge, die der Berliner Fabrikant, Herr Lublincr, damals in Palästina abschloß, gaben den ersten Anstoß zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit und crlnuhleu sogar die Einwanderung neuer Arbeitskräfte. Es Ist natürlich, daß eine Fortführung des Tnbnkbaus In großem Stile nur dann durchführbar ist, wenn nicht nur die Qualität der Erzeugnisse befriedigt, sondern auch ein entsprechender Markt für den Absatz geschaffen wird. Es freut uns, daß es Herrn Dr. Lnndsbcrg gelungen Ist, im Einvernehmen und in Zusammenarbeit mit den anderen an dieser Sache interessierten Faktoren, die Errichtung einer Fabrik in Amerika in die Wege zu leiten, die ein großes Quantum palästinensischen Tabaks verarbeiten Roll und die bereits günstige Chancen für die Eroberung des amerikanischen Marktes für sich hat. Wir haben kürzlich über die feierliche Eröffnung dieser Fabrik eine leider etwas verstümmelte fclegraphische J.T. A.-Mrldung gebracht. Del dieser Feier, die unmittelbar vor der Abreise Dr. Landsbcrgs stattfand und bei der er noch teilnehmen und eine Ansprache hallen konnte, hat die zlonlsfische Öffentlichkeit Amerikas ihr großes Interesse für das neue Unternehmen kundgegeben. Auch wir wünschen Ihm eine günstige Entwicklung. Der Aor»-Joint In Rußland Moskau. (J.T. A.) Das Hauptbüro der Gesellschaft Agro-Joint in Moskau, welches die KolonHatlonslätlgkcit des Joint Distribution Committce in Rußland leitet, erhielt von dem bekannten landwirtschaftlichen Sachverständigen Herrn S. Lubarsky, der als Assistent des Herrn Dr. Rosen In Südnißland weilt, einen Bericht über die bisher In Südnißland geleistete Arbeit, In welchem es u.a. heißt: Im Distrikt wurden zwei größere Lnndflächcn für jüdische Kolonisation übernommen. Die eine Fläche Ist 75000 Morgen groß; auf dieser werden 23 jüdische Kolonien errichtet, Auf der zweiten Fläche, die 36000 Morgen umfaßt, werde» acht Kolonien errichtet. Jede Slcdlcrfnmilie crhiilt 45 Morgen Land zugeteilt. Am 20. April wurde die Verteilung beendet. Soclu Rotten Arbeiter sind gegenwärtig mit nruniicngrabtingcn In den neuen Kolonien unter der Leitung von Spezialisten beschäftigt. Die meisten Brunnen sind bereits vollendet. Die Mehrzahl dieser Brunnen stellen ausgedehnte Wnr>scr!cihingsnu1agcn dar. Bis jetzt haben sich 00 Kollektivgmppcii der Siedler mit Insgesamt 1*501 Familien und 8700 Serien auf dem Knude niedergelassen. Die Siedler haben VJ0 Pferde, 'ferner Rindvieh und verschiedene landwirtschaftliche Geräte aus Eigenem mitgeb'racht. Agro- Joint hat bereits mit der Verteilung des Saatguts, sowie der landwirtschaftlichen Großgcriitc begonnen. Je sechs Personen erhielten einen modernen Pflug, eine Egge, Jedes Dorf drei Sämaschinen, je drei Familien eine Kuh und einen Ochsen. Agro-Jolnt stellt das gesamte Haiisbanmatcrlal zur Verfügung. Baultolz für 600 Häuser ist bereits an Ort und Stelle geschafft worden. Im Dlütrlkt Krlvorog wird die Arbeit der Sicdhingsvorbcrclluiig Ende April beendet sein, Lasiallc nad das JaJeutnm Von Gustav Mayer. Am II. April wurde in der ganzen Welt der 100. Or burtstng Ferdinand Lasso lies gcfrlcit, Anljfi lieh dieses Oidcuktagcs erschien Im letzten llclt de« Juden" ein längerer Aufsatz des bekannten Lasj.i||c 1 Forschers Gustav Mayer (nach einem von ihm haltcncn Vortrag), dem wir folgende Abschnitte ß» kürzf) entnehmen: * Wie stand Lnssallc zum Judentum? Sein Familiemnim Lnsr.aU, den er nachher französierte, hängt mit dem Orte Loßlnu In Obcrschleslcn zusammen, wo sein Oroßvatcr Vci|t| Braun alias Wolfsohn seit dem Ende des achtzehnten Jahr, hundert» lebte und von wo sein Vater Hcyiuaun Lassal wK\, Mlllelsclilesicn abwanderte. Dieser kam später nach ÜrcsUg und wurde dort ein wohlhabender Seidcnhäiidlcr. r.% wv ein prächtiger Mensch, bei allen Lfkkcn der Erziehung von festem zuverlässigem Charakter. Seine Mitbürger müssen seine Vor/Ogc bald erkannt haben; denn er gehörte zu du, ersten jüdischen Stadtverordneten Breslaus. Die Atmosphäre des Elternhauses tritt uns greifbar in dem berühmten Tage, buch entgegen, das der Frühreife, dem alle Fehler seiner Vorzüge eigneten, mit vierzehn dreiviertel Jahren zu schreiben begann. Diese Atmosphäre war eine ausgesprochen jüdische; man kann hinzufügen: jüdisch-ostelbisch-libcralc. Die mille war ml» der großen Bresl.iuer Khille nach allen Rieb, luiigcn hin versippt und v«H|iilckt. Und liest man das Tagebuch, solange es In Breslau spielt, so wird man nur selten" daran erinnert, daß es auf de: Welt auch noch andere Menschen als Juden und andere wesentliche Interessen als dir Vergnügungen, die Geschäfte, die Zwistigkeitcn der Breslauci Judenschaft gab. Nun hatten sich aber In der Tat, wie man weiß, damals in der Brcslnticr Gemeinde Gegensätze herausgebildet, die eint mehr als lokale Bedeutung beanspruchten und in der gesamten drutschen Jtidcnheit und darüber hinaus, namentlich in chri»tlich-libcraleii Kreisen, beachtet wurden. Es waren die Vor gärige, die unter dem Namen: die Brcslaucr Rabbinatswirrcu bekannt geworden sind. Das Haupt der großen orthodoxen Partei war der Ober, rabbincr Salman Tiktin. Als 1838 die Stelle des zweiten Nah. Mnent oder Dajnn frei wurde, setzte die kleinere, aber rührige liberale Gruppe alles daran, eine ihr genehme Persönlichkeit nach Breslau zu ziehen. Ihr Augenmerk richtete sich aul Abraham Geiger, der in seiner „Wissenschaftlichen Zeitschrift für jüdische Theologie" die Forderung vertrat, 'daß das Judentum vom Boden der Ucbcrlicferung auf den Boden der Tor. schling versetzt werden müsse. Als er seine Probepredigt über die Unvcränderlichkcit der Grundwahrheiten der Religion und Moral bei Veränderlichkeit der äußeren Formen halten wollte, suchten die Orthodoxen sie zu verhindern. Sic wollten die Polizei zum Einschreiten veranlassen, weil von Regicrungsscite deutsche Predigten in den Synagogen einheitlich untersagt waren. Die Behörde zeigte sich willfährig, aber, als sie erschien, war die Predigt schon vorüber. Oclgcr wurde gewählt; jetzt protestierten die Orthodoxen unter dem Vorwand, daß Geiger, ein Frankfurter, kein 'Preuße sei. Jedoch die Liberalen waren früher aufgestanden: sie hatten sich an Alexander von Humboldt gewandt, und dieser setzte durch, daß Friedrich Wilhelm III. Im Dezember 1810 die Wahl bestätigte. Doch nun entflammten die Rabbinatswirrcu erst recht. Ihnen noch weiter nachzugehen, erübrigt sich hier. Es genügt, daran zu er- Innern, daß Lassa! Vater und Sohn für Geiger Partei ergriffen. Am 1. Februar 1810 verzeichnete dieser in seinem Tagebuch den Beschluß, daß er künftig bei keiner Predigt des neuen Rabbiners fehlen wolle. Kurz darauf befand sich der noch nicht fuiifzcinij.ttuiqe Ferdinand auf dem Friedhof zu einer Beerdigung, bei der Ocigcr die Trauerrede hielt, Er kam dabei mit einem Bekannten in eine Unterhaltung über „Scclcmvandcruug, Geiger und Judentum". Sein Tagebuch bewahrt uns deren Inliilt: „Er wollte sich ein Air geben und nannte sich einen Atheisten. Als er aber sah, daß Ich ganz anderer Meinung war, sattelte er auch um ... Er wunderte sich, daß Ich mich so des jüdischen Glaubens annehme. Der Esell Als wenn man nicht treifc csscu und doch ein guter Jude sein könne. Ich ~T1 ng*' '< Urs*'' , , acht',' t'j Lrb«1 ':' m 'v,l , ich ich mein In d v \ ■ \< i H lau i " < beka : Jude'»• von 1. Den' CiuK; ■« oh'" : »• in V'.-O;-.' c< i "•■'} Kcv«'1,';':1' jene ' '.. Pub' , , töten V trcU . Du;! -i';- v,< wi' Verheißung der Erlösung der Welt. Die Erfüllung der versprochenen Volksbcfreiung ist ihm eine Bürgschaft, daß auch die neue Weissagung, die Offenbarung der Herrlichkeit Oottes in der ganzen geeinten Schöpfung Wirklichkeit werden wird. Die Voraussetzung dafür Ist aber die Bereitung des Weges durch den Menschen. Dieser Anteil des sich entscheidenden Menschen an der Weltcrlösung konzentriert sich in der Ocstalt des Oottesknechtcs. Der Oottesknccht erfüllt jedoch seine Berufung in einer seltsamen Welse: durch Verborgenheit, Unanschnlichkeit, Vcrachtet-scin, lcbenlanges Leiden. Was ist der Sinn dieses stummen Leidens? Diese Frage, die im jüdischen Schrifttum dreifach wiederkehrt, findet Ihre Bc- «ntworhmg in drei Schichten. Bei Illob kommt die Antwort, das Leiden sei Gottes Geheimnis wie die anderen Wunder der Natur. Tiefer geht die Auffassung der Psalmen, die den willig Leidenden innig in Oottes Liebe aufgenommen sein läßt. ]m 53. Kapitel Jesaja jedoch kommt die Antwort! der willig Leidende leidet um Oottes Willen, um des Hcllsplans Holtes willen. Diese neue Betrachtung des Leidens •U die eigentliche Umwertung der Werte in der OcistcsgcschiclUc. Durch den Gedanken der willigen Aufslchnahmc des Leidens um 'der Erlösung willen, verändert sich die .ganze messianlschc Perspektive; im Messias erfüllt sich beides, Leid "nd Heil, „Drei sind gemeint, das von Oott erwählte Israel, •w Immer wieder erscheinende Knecht in dem sich Israel darstellt |n vielen Personen lebend und sterbend, und zum «rillen der Messias, in dein das wahre Israel, dje wahre Menschheit sich erfüllt. Diese drei sind eins, drei Erscnclnun/jcn des Einen: die Erscheinung im Ocdankcn Gottei«, ü'c Erscheinung In der Breite der Qcschlchte und die Erscheinung im Anbruch der Ewigkeit." Wenn von der geschichtlichen Erscheinung des Knechtes uie Rede tat, to ist es wesentlich, das Orundmotiv nicht aus °cm Blicke zu verlieren; /Jic Unschclnbarkclt und Unslchtoarke t seines stellvertretenden Leidens, seine Verborgenheit; aas m das Orundmotiv der historischen Pracxistcnz. Diese ^oiizeption wirkt noch nach in dem chassldischen Olaubcn Wirt!.'! N 8*ar'm» Verborgenen, durch deren unsichtbares wirken sich die Erlösung entfaltet. wir^<TJwtr, iic Wirklichkeit betrachten,' so sehen dtt tu^ i'c 0csc,lich<« l««cU «"d die Geschichte «« Mcnichhcit dicio verborgenen Ootteikncchtc gehen, die willig Leidenden, die sich eingefügt haben in den Hciis. willen Gottes. Ihnen gegenüber stehen die anderen, die man mit einem zu leichten Worte die falschen Mcsslnssc nennt, die sich nicht fügen wollten, die die allmallgc Aufgabe verein in all gen wollten, die sich, um das Heil zu verwirklichen, aus dem Hcilszusauuncnhnng gerissen haben, die die Erfmlung selber und nicht mehr Bereitung zu sein vermeinten. Diese stehen wahrlich „im Schatten des Ewcd", aber des elementar mißverstandenen Ewcd, des al9 einmaligen Messias verstandenen. „Sic stehen in seinem Schatten, gewaltige und geringe Heilige und halbe Schelme, und durch sie hindurch regiert sein Schatten die heimlichen Geschicke der Menschheit. Zwischen Ihnen und den Verborgenen trägt sich die verborgene, die wahre Weltgeschichte aus." Kcyscrllno Buer das Judentum In einem Gespräch äußerte sich Graf Hermann Keyserling über seine Auffassung vom Wesen des Judentums. Anknüpfend an das Wirken des Rabbiners Dr, Bncc k, Berlin, In der Darmslädter „Schule der Weisheit", sagte Graf Keyserling: Der l/rsinn des Judentums Ist das ethische Prinzip, welches seinen Ausdruck fn der Bibel gefunden hat, aus welcher heraus sich die ganze sogenannte westeuropäische Kultur geformt hat. Die weiteren Entwlckluugspcrnpcktlven der Jüdischen Gcnielnschafl, Insbesondere die Gestaltung des Idealen jüdischen Typus, hängt davon ab, wie weit dieses ethische Urprlnzlp noch In dein Juden fortwirkt. Die gegenwftrtlg vor sich gehende Jüdische Wanderung nach Pulästlna ist vom soziologisch-ethischen Gesichtspunkt höchst interessant. Alles hängt von dem mornlhchcn Wert Jener Elemente ab, die jetzt In Pulästlna Ihren dauernden Wofinsllz nehmen. Sind es opferwillige, moralisch geläuterte Pioniere, dann wird cm besonders gearteter, schöner, gesunder Jüdischer Stamm auf dem neuen Boden entstehen. Man denke an die Puritaner, die, vor den Verfolgungen in der Heimat nach Amerika geflüchtet, ein neuartiges, spezifisch amerikanisches Volk gebildet haben. Das gleiche gilt von den französischen Siedlern in Canada. Die jüdische Universität In Jerusalem wird viel itu einer solchen Entwicklung beitragen können, da der Jude, mit seiner vlclliundcrijährlgcn westeuropäischen Kulturcrfahrung, die er hat schaffen helfen und durch die er gleichzeitig mciuchlieh gestaltet worden ist, zweifellos neue Kulturwcrto zu schaffen vermaß." / l'crez's zehnter Todestag Am 13. April wurde In Warschau der zehnte Todestag J. L Pcrcz' feierlich begangen. Viele tausendc Personen pilgerten zum Drnbe des Dichters auf dem Warschauer jüdischen Friedhofe. Vor dem „Übel Pcrcz", welches «II» Gräber der drei Dichter Pcrcz, Ansky und Dinesohn umschließt, fand eine eindrucksvolle Feier statt, bei weichet der Dichter Schnlom Asch die Gedenkrede hielt. Im Saale des KamtuRkvThcatm fand die von den jüdischen Schriftstellern und Journalisten, arrangierte Pcrcz-Oedächtnisfeicr statt, Ch. D. Nomberg hielt die Gedenkrede, woraufhin Schalom Asch interessante Episoden nus dem Leben von Pcrcz erzählte. Zum Schluß fanden Vorführungen aus dramatischen Werken von Pcrcz statt, die vom Regisseur David ifcrniniin Inszeniert wurden. Aus Anlaß des zehnten Todestages von Perez fand im Ktilturklub „Schalom Alcchcm'' zu Berlin eine eindrucksvolle Gedenkfeier statt, Die Gedenkrede hielt David Bergelsoh ii; der Jüdische Schauspieler Morcwsky las aus Werken, von Pcrcz vor. Der Dramatiker Gorln gestorben. Am l t. April verschied zu New York der populäre Jiddische Schriftsteller Isaac Ooldo, der unter seinem Schrlltstellcrnatnen Bernard Gorln bekannt geworden ist. Ooido wurde Im Jahre 1857 In Lidn, Distrikt Wllna, geboren und begann seine schriftstellerische Tätigkeit im Jahre 1891. 1801 kam er nach New York, wo er hauptsächlich in der jiddisch-sozialistischen Presse Au sfitze und Erzählungen veröffentlichte. Er brachte eine Anzahl Stücke auf die Bühne, von denen „llarucli Snliio/a", „Wittlaer Oulebcsl" und „Ketten" die bekanntesten »ii;d. H i' J ])• i; i.V "w: /hi, wasi .( fein '■■■> ficis-;y V I ' fchh! •,' dies-1. her! er 1 bew;' Von 'V ciuz, wur-i*. zum'', Vorl'1 S,a'Vi ein , UimC zeiel vcrK.v.i, i^j pass ■ ' M lieh!), V'ti« koill '; Ung,/,' den j , kam V , Sät«,'. :•?f t, aus i.« ,fi iluic,|,' ,' ents ,'! 4 der 'j- /-f ij scha, thne. *V* Graf Keyserling beschloß das Gespräch mit der Bemerkung, die Antisemiten begehen cinei«. großen Irrtum, wenn sie die Juden beschuldigen, ein so/Ial zerstörendes Element zu sein. Da« geistige Wesen des jüdischen Volkes Ist durchaus konservativ. Wo man aber Juden in den revolutionären Bewegungen antrifft, da muß man immer fragen,'was für Verfolgungen es waren, die sie in die Revolution getrieben haben. Sicher ist, daß sich die Juden in Palästina als ein im höheren Sinne konservatives, Staats- und Kulturwcrtc erhaltendes und fortbildendes Element erweisen werden. ü;-f-.i .i-i.) 7; ' t ■ l( I , I . n v; m Ju<l<- '!• he««'. Den;» - i ,1 ■■('!«!■ dem nun^."!';' hall' 1 . dies r-;; Hinn r.rcü Jahi,' bew 1 i ■■ w ktiu ' ä Jic V?»n».')' Rad reiß,, au«1!1 Oes ( für » »ich| übe *, Iku; Ort 1 'Ure »- Stui / den Qei fori-.. ' lud Zic, [ Naci dad-; blic 'i ' den' icn- ]; an Vra wir, * Rh enci, Kid ' nie!' ' alle Die11: «di'4, Go' Ge ' im, •; Bc« Ucl< des der *cl - W( mi}! dai i Vo Ks» ä ihr' tre' Un *;n ». i1;.."!, Ii; >:) V*} II %i i ■;>'-)■

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