Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 32 (24.4.1925)
- Date
- 1925-04-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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.V Seite 202 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 32 Natürlich sind auch bei einem solchen Schritte die Voraussetzungen zu prüfen. Politische. Schritte dieser Art können nur mit Ucbcrlegungi ausgeführt werden und mit genauer Kenntnis aller Tatsachen. Sich dabei von Sentimentalität oder von einem jüdischen Prcstigcbcdürfnls leiten zu lassen, wäre u. E. verfehlt. Zu solchem sentimentalen Akten gehört z. B. eine Demonstration wie die in der Jcrusaicmcr Synagoge, über die wir in der vorigen Nummer berichtet haben: Plötzlich erwacht das Ocfüht dafür, daO auf dem Oelberg kein Nichtjudc thronen solle. Wir halten es für sehr gefährlich und unklug, unter d Ic 8 c r Losung Jetzt eine Kampagne zu beginnen. F.ln etwaiger Mißerfolg würde uns In eine sehr schiefe Position bringen. Wir sahen die Besetzung des Cbcrkommissariats nicht nach derartigen Qcfühlsmonientcn beurteilen, sondern danach, ob wir die Politik dieses oder jenes Kandidaten für richtig halten. Wir hallen Herbert Samuels Politik für richtig. Darum treten wir für ihn ein; oder wenn er, was wir bedauern würden, nicht bleiben kann, für einen Kandidaten, der diese Politik mit derselben überlegenen Klugheit und mit demselben administrativen Qcschick weiterführt Wenn der Jlschuw, dtr übrigens In dieser Frage wohl nicht ganz einig ist, einen Juden als Oberkommissär will, well er einem Juden leichter die Leviten lesen kann, dann Ist er auf einem falschen Wege. R W. Zweite Koilereiz des jiddische» Schulwesens In Polen Warschau. (J.T.A.) Am 19. April begann in War. schau die Tagung der zweiten Landeskonferenz de» jiddischen Schulwesens in Polen. Es erschienen Vertreter von mehr als 200 Schulen und Er/icluinfrslnstilutcii, In denen 20 00O Kinder unterrichtet werden, sowie zahlreiche Gäste aus dem In- und Auslände. Im Namen des Unterrichtsmlnlstcrs begrüßte der Kurator des polnischen Schulwesens die Konferenz. Senator Prof. Kalinowski von der Partei Wyzwolcnic, hielt eine Rede, in der er die Postulatc der Juden auf dem Gebiete des Errlclnmgswcxcns verteidige. Die Tribüne war mit den Bildern des Dichters Percz und des Arbeiterführers Modem geschmückt. In das Präsidium wurden gewählt: Michalcwicz, Zcrubabcl und Dr. Silbcrfarb. Der Vorsitzende, Michalcwicz, stellte die große Entwicklung des jiddischen Sclvulwcscns In Polen fest und dankte der jüdischen Demokratie in Amerika für ihre Mithilfe. Der Slailsbellrag lür in jüdische Schulwesen Ii Polen Warschau. (J.T.A.) Die Budget-Kommission des polnischen Sejm behandelte die Anträge der jüdischen Abgeordneten über Erhöhung des Staatsbeitrags für das jüdische Schulwesen. Bis jetzt leistete die Regierung, obwohl ihr Schulbudgct durch die jüdischen Schulen stark entlastet ist, einen jährlichen Beitrag von 10000 Zloty. Die ludischen Abgeordneten beantragten einen Zuschuß von 703000 Zloty für die jüdischen Schuten und "Lehrerbildungsanstalten, Die Kommission akzeptierte aber auf Vorschlag des Referenten bloQ 100000 Zloty jährlich. — Bei der Behandlung des Budgets des Innenministeriums beantragte der Deputierte Grün bäum gemäß Artikel 10-1 der Verfassung die Aufhebung der in öalizicn erlassenen Verbote, sich in öffentlichen Versammlungen der hebräischen und der jüdischen Sprache zu bedienen. Ferner beantragte Orünbaum, das Innenministerium aufzufordern, jede Propaganda für aktive Angriffe gegen die indische Bevölkerung, wie i. B. die Pogromnetze der Bande Sckrctartschiks In Posen, zu verbieten. Beide Antrüge Qrünbaurns wurden mit großer Mehrheit abgelehnt. Auch der Vorschlag, die Wochen- und Jahrmärkte in den Städten nicht an Sabbattagen anzusetzen, weil dies den Ruin der handeltreibenden judischen Bevölkerung bedeutet, wurde abgelehnt. Die Zahl 'der Juden In Danzlg. Laut den statistischen Veröffentlichungen des DanzJgcr Senats leben gegenwärtig im Freistaat Dan/ig 7232 Jodische Seelen. Von diesen sind 2500 Danzigcr Staatsangehörige und 4782 Ausländer, meist zugereiste Ostjuden. Brie! aus Polen (Polen und die hebräische Universität. — Der Au tiZionismus i der Sackgasse.) M. II. Wa rsehaii, Anfang April |025. Ucbcr die Feierlichkeiten, die In Polen aus Anlal) der Eröffnung der hebräischen Universität In Jerusalem veranstaltet wurden, hat bereit« die Presse ausführlich berichtet. Es war ruie imposante Feier, an der sich alle Volksschichten mit Begeisterung beteiligten. Zu den Berichten der Presse wird cn vielleicht Interessant Rein, nur ein Kurlosum hinzuzufügen — nüinlich die Stellung der offiziellen polnischen Kreise zu dein fcicilichcn Ereignis. Zuerst haben diese Kreise großes Wohlwollen gegenüber der jüdisclicn Bevölkerung1 gezeigt und sich bemüht, ihre Teilnahme an den Feierlichkeiten deutlich zu manifestieren. In der Presse wurden, Berichte verbreitet, daß die polnische Regierung einen Sondervertreter nach Jerusalem entsandt hat, der bei der Eröffnung der Universität nmveseud sein und die polnische Republik reprÄsentiercn will. Auch «Iii: Warschauer Universität Imt einen ihrer bedeutendsten Professoren beauftragt, sie am 1. April in Jerusalem zu vertreten. Noch andere Tatsachen konnten den Anschein erwecken, ah ob sieh die polnische Regierung diesmal entschlossen hätte, sich der antisemitischen Wdlc. entgegenzustellen und sich ihrer Jüdischen Bevölkerung gegenüber höflich zu zeigen. Am 1. April sind In den meisten jüdischen Zeitungen Warschaus Unterredungen mit den |v>l« nhchrn Staatsmännern erschienen, 1*1 denen diene, Ministerpräsident W. Orabskl, Scjmpräsklcnt Rat aj, Minister des Acußcrn Skrzynski u. a. die Eröffnung der ersten judischen 1 loclischiilc in der uralten Sprache des jüdischen Volkes begrünten. In dem einflußreichen „Kurjcr Wars/awüki" ist gleich nach dem 1. April ein Telegramm des Sonderkorrespondenten dieser Zeitung aus Paliistina erschienen, worin der Korrespondent mit Befriedigung und mit einem gewissen Slulz sogar bctr.iilc, daß auf dem Bankett bei Sir Herbert Samuel der polnische Konsul Hubicki eine glänzende Ansprache gehalten hatte. Die Idylle waren vollkommen, und man wunderte sich laut darüber, daß die Regierung des Herrn Orabski plötzlich so zärtlich gegenüber Ihren jüdischen Bürgern wurde. Die Idylle dauerten aber nicht allzu lange. Plötzlich erschien In einer der polnischen Zeitungen ein offizielles' Dementi, in dem die Nachricht von der Entsendung eines Sondervertreters nach Jerusalem widerlegt wurde mit der Bemerkung, daß mit der Vertretung der Regierung der ständig in Jerusalem wohnende polnische Konsul Hubicki beauftragt wurde. Audi eine andere Nachricht, die als „zu" philosemitisch angesehen werden konnte, wurde In derselben gcklügcltcn Welse dementiert. Die beiden Dementis haben In den jüdischen Kreisen einen schlechten Eindruck gemacht. Matte die Regierung auch In diesem Falle, wie In 90 vielen anderen, Angst vor der öffentlichen Meinung, dann sollte sie überhaupt von der ganzen Idylle absehen; hat sie sich aber einmal entschlossen, höflich zu sein, dann sollte sie konsequent in ihrer Höflichkeit ausdauern. Das Hin und Her ober in einer Frage, die lediglich eine Frage der Courtolsic ist, wurde von niemanden gebilligt. . . Die Univcrsltätsfcierlichkclfcn haben noch eine Sache, gezeigt, die sehr wichtig für die Gestaltung der politischen Vcrhätlnisse in dem polnischen Judentum werden kaiui. Sie haben gezeigt, daß die nntlzSonisllschcn Parteien, von der zionistischen idccuoflcnslve gedrängt, hi eine Sackgasse geraten sind und daß nur die aufrichtige Aufnahme des Palästina- Aulbaus in ihr Programm sie von schweren Erschütterungen retten kann. Bekanntlich hat die Agudah die Parole des Fernbleibens von den Uulvcrsitätsfcicrlichkcitcn ausgegeben. Die Feierlidikciteii waren aber »o volkstümlich und so allgemein, daß die Massen diese Parole nicht befolgen konnten. Aufsehen hat aber die Tatsache erregt, daß auch mehrere führende Persönlichkeiten der Agudah in Polen dem brausenden Strom der Volkshcgclstciung nicht entgegentreten konnten und sich Disziplinbruch» schuldig gemacht haben. An der feierlich,. Sitzung des jüdischen Sejinklubs am 1. April beteiligten «(,!, auch die Führer der Augudnh. In einer der großen Ptmin, Städte Polens kam der Präsident der jüdischen Gemeinde »■ orthodoxer Führer, in die große feierliche Volksvcrsamiiii'u,.? die von den Zlonlstcii veranstaltet wurde, und erklärte f" seiner Begrüßungsansprache: „Obwohl meine Partei bcsclilct<cn hat, au dem heutigen Tage passiv' zu bleiben, habe ich V doch für meine heilige Pflicht gehalten, hier zu crkclici.it' unö Ihnen die Glückwünsche der Ocmciude zu überhingen well heute zu schweigen ein Verbrechen wäre." ' Audi die Nlchtbetclllgung der Agudah an der Pro-P*. Iflslliin-Konfcrcru hnt eine sichtbare Unzufriedenheit uuitr diu orthodoxen Mausen hervorgerufen. Ganz konkrete Tatsachen, die noch nicht zur Veröffentlichung reif sind,!.»•?<■:' darauf schließen, daß, falls die Agudah in Polen in ihrer Abstinenz gegenüber der Pro-Pal.istinn-Konfcrenz verharrt eine neue Partei entstehen wird, die einen großen Teil der Agudah-Masscii zur Versöhnung mit dem Zionismus fülirca wirxl. Ein ähnlicher Prozeß geht auch in den Rellin» <!f( sogenannten Volkspnrtcl vor sich. Es Ist du offen« <„,. hclinnls, daß Innerhalb dieser Gruppe (die eigentlich keine Partei In dem üblichen Sinne Ist) zwei Richtungen miteinander kämpfe«: während der Begründer der Partei, Herr N. Prylutzky, für eine schroffe antizionistischc Linie eintritt, ji: eine starke Opposition, die oft über die Mehrheit der Stimmen verfügt, bestrebt, sich dem Zionismus zu nähern. Ans diesen Kämpfen ergeben sich die denkbar verworrensten Siiiut,. onen. So /„ D. hat «Ich die „Volkspirtri" an zwei Silnin;:r:, des Organisation-.koniilcr« der I'ro-I'aljslina-Koiifcrcut ix. tciligt und zur dritten Sitzung eine Erklärung zugeschickt, die in der Forderung gipfelt, die Jcwish Agcncy durch eine direkte Vereinbarung der politischen Paricien zu bilden. Dieser Brief hat einen äußerst schlechten Eindruck gemacht. Wie ich h<"»rc, soll die Opposition innerhalb der Gruppe die Absicht haben, sich offen von den verblendeten Führern los/iiticnnrn. Selten heute steht es so gut wie fest, daß diejenigen Verbände der Jüdischen Handwerker und Kleinhändler, die unter dem ElnfluP der „Volksparlci" stehen, sich an der Pro-Palästina- Konlcrenz beteiligen werden. Die ohnehin schwache „Volkspartei" droht vollständig zusammenzubrechen. Interessant Ist, daß sogar der „Bund", der sonst hartnäckig Jeden Anschein des Opportunismus gegenüber der zionistischen Bewegung fanatisch bekämpft, diesmal eine Interessante Konzession der Sllnitnung der Masse machen mußte. In seinem Aufruf gegen die Univcrsitätsfcicrlichkcitcn, der übrigens in einem ungeheuer scharfen, ja sogar provokatorischen Ton gehalten wurde, ist kein einziges Woit gegen Palästina gerichtet worden. Die ganze Wut der Verfasser wendete sich nur gegen die hebräische Sprache unj gegen die zionistische Bewegung als solche. So feiert heute die Palästina-Bewegung ihren Sicgcszu; durch die Oassen der jüdischen Städte und Städtchen Polen», und einer nach dem anderen verstummen ihre traditionellen Gegner. Die Pre-Paläslina-Konfcrcnz wird die Aufgabe habe», diese Stimmungen in Realitäten umzusetzen. itfl'f jU'kf ■ H tiV stratlon der Araber in Damaskus g c r; c n den B.esuch Lord Bnlfours billigt und mitteilt, er habt seinen Qcsandtcu in London, Dr. Naji cl Assi!, bciuftragt, bei der britischen Regierung gegen die zionistische Politik, die im Gegensatz zu den Interessen des arabischen Volkes steht, Protest einzulegen. I vcrwi i Die Tigonrj der Vertreter der PilSstloaHrater In Jerusalem Am 25. März wurde die Tagung der Vertreter der Palästinaämtcr in Jerusalem geschlossen. Auf den neun Tnr.c dauernden Sitzungen wurde eine Reihe von Beschlüssen betreffend die Ordnung der Alijah gefaßt. Die Verhandlungen I waren vertraulich, bo daß die paläsllncnsische Presse biOicr keine genauen Berichte darüber zu veröffentlichen In der L.ngc war, Ein Koiumunlquco über die Beratungen Ist in Aussicht gestellt. Kölln All proteslterl Jerusalem. (I.T.A.) König Ali von licdschas crlicll am 18. April eine Proklamation, in der er die Dcmon- ■ " i «preel i'' In Ein Palästina-Maler f Aryc L. Peysak. Dieser Aufsatz ist der erste In der Reihe der Besprechungen, die wir Aber Atclicr-Ausstclhingcn veröffentlichen werden. Während der großen Tage der Unlvcrsitätsclnwcihung sind die Ocdankcn mehr als je nach Palästina gerichtet. D'e Sonne des Südens, der Orient, Palmen, Teppiche und Bazare haben das Land unserer Väter, das Land der Rlescnlcttern der Bibel auch zu einem Rclselande gemacht. Dennoch haben von der Kriegs- und Nachkricgsgcncration sehr viele keine Gelegenheit, Palästina zu sehen, weil die schweren Lebensbedingungen ihre Krälte im Golus verzehren. Aber unter ihnen ist manch einer, der mit Bild und Wort versucht, zu einer Vorstellung des gelobten Landes zu kommen. Und <la Ist vor allem ein amerikanisches Buch zu nennen: „The noly Lnnd"; leider längst vergriffen; denn selbst die Photos RCbcrv In llucn seltsam st&tktn Parbcn — es »lad varzögUchc Reproduktionen — eh? lockendes Bild dieses hellen heißen Latidcs. Um wieviel mehr nicht der empfindende gestaltende Mensch I Unerhört befruchtet sclion durch den bloßen Süden, den Orient, und doppelt bezwungen, doppelt ringend um die Gestaltung dieser Erde, wenn er ein Chaluz Ist. Der Junge deutsche Jude Peysak Ist solch ein Maler. Nicht lange nach Beendigung des Krieges, in Palästinas kritischen Togen, die das Leben von manchem der Besten gefordert haben, durchstreifte Peysak das Land, Farben, die er -geahnt, bestätigt zu finden. Noch in der Qolushelmat der masurischen Seen, über «ie er bald im Traume hinauswuchs, zu den Inneren Ocsichtcn wn Farben, für die er hier keine Verwendung hatte, fand er w Palästina die Heimat. Er ging dorüdn und halte das Bild Palästinas sclwn In sich, ginghin zur Bestätigung, wie man immer nach dem greift, was man Innerlich längst fu eigen hat, und es findet nach Oesetzen geheimnisvoller Zusammenhänge. Jeder kennt es wdhl. Die Bücher, dio m»n braucht, Bücher, die man geahnt hat, sei es In der künstlerischen Form oder im inneren Weg. —Auf meine Frage Slot er auch zu, daß Else Uskcrs Oedichtc ihm die erste w«re Ahnung vermittelt haben. Durch sie und seine geahnten Farben schafft er sich die Synthese. Wenn man vor den Palästinablldcrn Peysak* steht, hegrcllt mau nll das. Ein ungeheurer Abstand liegt zwischen den Gestaltungen der masurischen Baucruwclt und diesen PalHstluabildcru der letzten zwei Jahre. Denn erst fern von Palästina wurden die dort empfangenen Licht- und Farhcncindrücke bezwungen zum stilisierten „wirklichen" Bild. Wirklich im Sinne von ebenso leuchtend und glühend, ebenso flimmernd von Hitze. Und Klarheit der Luft und Tiefe des Bildes lassen bei dem einen Strandbild von Akko tatsächlich fast vergessen, daß man nur ein Bild sieht. Sechs Palmcnstangcn im Saud der Dünen. Aber die roten Schuppen sind tief violett-rot und leuchtend, und das Blau ist ein Tiefblau. Strand und Meer und helle Hiluser'von Tcl-Awlw oder Haifa, Palästinas Erde, wie sie der Chaluz sich zu eigen macht in der Mühe der Arbeit mit der Hacke und dem Spaten, und grfin und fruchtbar In der Zukunft der Erfüllung: die heiligen Stätten, wie der Weg zu Kabels Ornb, da» nnen 'heilig Ist, den MosHm, Christen und Juden — Palästinas Erde in jederlei Qcstnlt hnt Peysak sich hier zu eigen gemacht. Als denkender schaffender Künstler, wie es das Chaluzbild zeigt als wahres Symbol mit Hacke, Brot und Waffe, und auch den Orlcnttncnschcn und die Landschaft, wie am Bcrgweg bei Raltcls Grab. Die Erde glüht, Kamele ziehen vorüber, auch der Himmel brennt und flammt in breiten Fnrbkrclscn. Aber der Boden hat das Uebcrgcwlcht, die Straße — so wie in einem Sccbild von Tcl-Awlw das Meer — Kaltblau mit wenig Weiß, die hellen Häuser weit Im Hintergrund. Man spürt die groflo Menge Wasser. Und Immer wieder malt er die Erde. Ein Chaluz im Emck, der Kornkammer Palästina-», ist etwas wie ein Ausruhen — Ocnicflcn. Mit der Sense steht et Im hellen Jlcfgclben flammenden Korn. Das gleiche Korn wie bei uns, aber ein anderer Himmel, dunkler, gewölbter, geformter die Linien die Luft ist klarer. Beschattet und schwer und doch flammend ist das Korn. Hier begrellt man, daß die Gestaltung der Ocschlchte in Palästina so urnahe Hegt. Auch Peysak hat .einen Boas und eine Ruth, Die Ruth nur Li Zeichnung, (lltho.) Sic trägt Ooluszttgc, man kann sie sich ander» denken, aber selbst in der schwarz-wotQcn Zeichnung spürt man das Licht: die ganz andero Umgestaltung in der Farbe, Die Gestalt der Ruth ist hier ein Palästina-Idyll — ciii Gedicht mit dem Zcichcnslllt. Dein Gebiet der Geschichte des gegenwärtigen Lebens wie der Vergangenheit der Bibel p.iliurcn die Pläne der allernächsten Zeit In der Ausstclluni: ">m nächsten Kongreß hofft er sie realisiert. Es ist Oberhaupt alles ein großer Anfang. Auch die gegenwärtige Ausstdlunj: der Sezession zeigt eine Blinde. Die Mittel, mit denen er die Darstellung der Landschaft bezwang, ßlnd einfach, aber ohne das Erlebnis nicht denken. Rote Striche fügt er dem Tiefblau des Himmel« ein, rot umrandet er noch die Schatten, rote Ränder erhalten die formenden Linien des Bodens. Darüber him»» heißen diese Mittel nur: Einfachheit im Schildern und Gliederung, Namentlich das Landschaftsbild dc9 Chaluz mit der Hacke hat durch die Einfachheit des Erlebens eine natürliche Monumentalität. Man spürt slo auch manchmal In einem Chaluzkopf. Und namentlich die Clmluzlm-Oestaltcii sind erleb!. D« Lmul, die Arbeit der Kampf um die eigene Urdc haben d'.vs« ehemaligen Intellektuellen verwandelt zu einem neuen Oc* schlecht. Sic sind Palästinn, Jeder Mund spricht Trotz, während die Augen und der Körper das neue Leben vorbereiten. Der Körper, dieses neue, gibt, unzweifelhaft die Zukuuftskraft. Das bisher Fehlende zu der Einheit Körper und Oclst. Sic sind Ja die Pioniere, die grolle Erkenntnis der Wiedergeburt durch das tätige Opfer des ganzen Leben« war ihr Beginn. Und über diesem Leben die neue Kuppel der neu ausgehenden lebendigen Lehre auch ilc ist ihr Werk. Mau glaubt all das d I c s c n Chaluzgcstallcn die Peysak malt Im Bewußtsein IhrcrEinmallgkelt. Ocslchcrterc küiiltija Zeiten werden sie nicht mehr so sehen. Was die Dilaer Peysak» wertvoll macht, Ist, daß er dieses neue Leben man — malen kann mit neuem Lclwu der Farbe, Auch seine Jemeniten-Köpfe sind eindrucksvoll. Plastisch, mit allem Ocfühl für da» Material, vor allem ein jemenitischer Steinmetz und wild, das prachtvolle freie Mcnichentlcr der Wüsten, cm wilder Beduine In der kraftvollen Körperlichkeit der müclit'ß<n Brust. Selbst ein Stuck Natur. Natürlich hat Peysak auch den Bazaroricnt gemalt, ab« nicht hier Ist seine Stärke und sein Eigenstes, sondern w der Landschaft. Doch sind manche der Pastelle der DazaritraOc voB Leben und guter Zeichnung und leuchtender Farbe iet S; . cine-i ( ' i Jcrus ' | »t eil' Stück rsxh , Kabb; l i*ybai;;■ Atisd» t p.iWg.1-; f'JMe', *;, . Malet!.-'..'- »Pürt;.'|;. nat cj Vind Wrstli i.; Um ml-'' , Und - , In l>c 4 - »uferv /.' K ..Man. <?wec;:,!' dort Paläs11 Prodi' * ein C'.,; L V!; gibt I- V 1 »U <J<; Unke , Neue.'.';' i; "«fiel! j . i i*Ma: •. Linjg,' •' 'Ma ,, *.llc Man Freut Euro;' s,r \