Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 31 (21.4.1925)
- Date
- 1925-04-21
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. M JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 287 i flälfte der Erdkugel, MSnncr mit den gleichen Problemen ^fassen, die gleichen Schwierigkeiten bekämpfen und die Icichcn RätRel zu lösen Blichen. Das Ist ein ungeheuerer /orteil, den nur noch die Arbeit am pliyslkoltschcit Aulbau der Welt Ihne» In gleicher Weise bieten kann und den wir nicht unterschätzen dürfen. Ihre Führer In diesen Dingen, diejenigen, die die Richtung der Universität bestimmen und " ihren zukünftigen Kurs festsetzen, haben -- wenn iclt mir eine Ansicht zu dieser Frage erlauben darf — äußerst weise gehandelt, als sie bcstunmlcii, daß erstens verhältnismäßig ticin begonnen werden soll, und dafl zweitens alles, was die Universität ist und unternimmt, auf der höchsten Stufe stehen und die leruaalemer Universität als eine erstrangige Stätte für Intellektuelle Bestrebungen kennzeichnen muß. Und einen «eiteren Beweis ihrer Klugheit haben sie in einer anderen frage gegeben: In den Plänen, die sie als Richtschnur abgearbeitet haben. Sie haben sich klar gemacht, wie es jeder wahre Lehrer tun iruO, daO eine Wissenschaft, die nicht um Ihrer selbst willen, sondern um einen kleineren und niedrigeren Zweckes willen betrieben wird, niemals die höchsten Fruchte traten kann. Aber sie haben sich auch klargemacht, daß eine Wissenschaft, die tun Ihrer selbst willen betrieben wird, wenn sie ihr Ziel erreicht, Ihre Segnungen rieht nur dem Gelehrten, sondern auch dem Unp.clehrlcii zuteil werden liOt. Die Forscher auf den abstraktesten Gebieten der Wissenicliitt dienen nicht nur den geistigen, sondern mich den materiellen Interessen der Menschheit tn einer Welse, wie sie selbst es sich nicht träumen ließen. Jeder Foitschrltt wird später von anderen weiter verfolgt, von anderen Arbeitern auf dem gleichen Gebiete ausgenutzt und wird schließlich zur Wohltat auch für diejenigen, denen die Wissenschaft fremd Ist und nichts weiter bedeutet, als ein unpraktisches und beinahe verächtliches Beginnen. Und doch würde ohne die praktische Anwendung theoretischer Erfahrung zum Nutzen der Menschheit die Welt sich niemals an den Fortschritten der Zivilisation beteiligen. Wenn wir diese zwei Vorstellungen — die der Wissenschaft um ihrer selbst willen und die der Wissenschaft als Diener der materiellen Wohlfahrt der Menschheit — Im Auge behalten, so sehen wir keinen besseren U'cg als den, den Dr. Weltmann und seine Kollegen einschlagen haben: als ersten Arbcilszwclg ihrer wissenschaftlichen Bemühungen das so besonders rasch fortschreitende fleblct jener Wissenschaften zu Wählen, die sich mit der Gesundheit des Menschen und mit dem Gedeihen der landwirtschaftlichen Industrien beschäftigen, von denen die Menschen ja letzten Endes leben. Ich glaube, daß unter diesen Auspizien die Universität die doppelte Aufgabe erfüllen wird, mit der sie betraut wurde: sie wird die menschliche Wissenschaft bereicupn, unabhängig davon, welchem Zwecke sie dient: und sie wird die praktische Arbeit leisten, Tag für Tag »ich die Entdeckungen zunutze zu machen, die geniale Männer, von Geist und Idealismus erfüllte Männer anderwärts vollbringen. Ich bin überzeugt, daß wir dieses glückliche Ergebnis mit vollem Vertrauen erwarten können, denn wir leben in rinem Zeitalter unerreichter Schnelligkeit der wissenschaftlichen Entwicklung. Als ich geboren wurde, waren selbst die Namen jener Wissenschaften, von denen hier die Rede ist und denen die Universität ihre jungen Kräfte widmen soll, noch unbekannt und ungebräuchlich. Es Ist nicht zuviel gesagt, daß in einem Menschenatter sich unsere ganze Einstellung zur Natur grundlegend geändert hat. Das Ist gerade der Augenblick, In dem ich wünschte, daß eine der Forschung gewidmete Universität Ins Leben gcrulcn werden soll; das ist der glückliche Augenblick, fit dem sie ihren Anteil zu der großen Ernte der fortschreitenden Wissenschaften beitragen soll, die in allen Teilen der Welt aufgespeichert ist Ich vertraue darauf, daß die Universität in Jerusalem bei dieser großen Aufgabe keine kleine oder unwürdige Rolle spielen, sondern von Idealen beseelt sein wird oder besser schon ist, die sie jeder anderen Universität rbenbürtig machen; und daß sie von Männern gestützt und geleitet werden wird, die an wissenschaftlicher Bedeutung niemand in der ganzen Welt nachstehen. Aus allen diesen Gründen erkläre ich mit dem höchsten Vertrauen In Ihre Zukunft die Universität für eröffnet. prcGoeöcbau »Der Mangel an Oeld und Kredit führte notwendigerweise einer Stagnation. Zu derselben Zelt, In der sich Europa fn Die ersten Vorlesoagert Am Tage nach der Eröffnung der Universität wurden eine Reihe von wissenschaftlichen Vorlesungen gehalten. Es sprachen Professor Fodor (hebräisch) über korrelative Phänoraene in den Naturwissenschaften, Professor Edmund Landau ((Döttingen) über Probleme der Zahlcnthcorie, Protektor Brodctzki (London) über Qcschichtc der Dynamik (tsebräisch), Professor Büchlcr (Lccds) über jüdische Qcschichte, Professor Horowitz (Frankfurt) über die Ursprünge von „Tausendundcinc Nacht", Professor Kaplan (New York) über die Natur des jüdischen Selbstbewußtseins. Bei der Feier konnten die vielen Hundertc von Glückwunschschreiben solcher Universitäten und Akademien, die nicht durch ihre Mitglieder vertreten waren, nicht verlesen "erden, nur mit der Universität Königsberg — der Uni- »rsität Kants — wurde eine Ausnahme gemacht. Ein besonderes Komitee ist jetzt damit beschäftigt, die fielen hunderte von Adressen, Telegrammen, Briefen zu sichten und zu ordnen. Sie werden In einem besonderen Buche «scheinen. lioitslei und Ayuua . London. (J.T.A.) Die zionistische Wcltcxekutive hat, *'« J.T.A. erfahrt, zugestimmt, daß zwischen Vertretern «f Zionistischen Weltorganisation und Vertretern der Welt- "Einisation Agudas Jisrocl eine Konferenz über die Frage zukünftigen Zusammensetzung der Jewlsh Agcncy statt« '"cen solle. Die Sitzung soll am 1. Mai In London in Annähert Dr. Wclzmanns stattlinden. Sollte Dr. Wcizmann?%t dahin aus Palästina nicht zurückgekehrt sein, so wird die ""'»ng später abgehalten werden. ,, Frankfurt a. M. (J.T.A.) Am 5. April fand liier ,'.ne Sitzung des gcschäftsführcndcn Ausschusses der Agudas i'»oel itatt, an der u. a. auch die Mitglieder des wiener KUralbQros, die Herren Rabbiner Dr. Pmchas Cohn und w'tktor Dr. Deutschländer, teilnahmen. tsiilrnklnle der Apdatt . „Jerusalem. (J.T.A.) Herr Isaak Nußbaum aus ''«Iberstadt, Mitglied der agudistischen Wirtschaftsdclcgatlorv \ir Palästina, hat 9000 Dunam Boden zwecks Errichtung einer '^wirtschaftlichen Musterkolonie und einer Fabrik erworben. Die von ISO agudistischen Familien aus Czcnstochau ent Abordnung hat Im Emck Jcsrccl 8000 Dunam Boden an Pfuft. Die Ucbersledhtng der Familien wird demnächst kirnen. „Ii Am 12, April wurde in Jerusalem die Misrachl«Bank «tatm Kapital von 50 000 Pfund er/Sffnet Im Berliner „8• Uhr• Abendblatt" veröffentlicht Emil Ludwig eine Artikelserie über Palästina. Die mit warmem Interesse geschriebenen Rclscscliitdcrungcn sind ein charakteristisches Gegenstück zu den Jüngst von uns zitierten Beschreibungen dos Herrn Erich von Snlzmnuii. Ludwig hat mit der grollen EiiifOhlmiß'galic, die Ihn auszeichnet, den Kern dos palästinensischen Slcdluiigawcrko» erfnllt. Wir bedauern, «laß wir seine ausgezeichneten Aufsätze, die wir nls vorzügliche» Propagniidatiinlcrlal unseren Ortsgruppen empfehlen, aus Raummangel nicht In extenso hier wiedergeben können. Bisher erschienen zwei Beitrüge: „Im erwachenden Palästina" am 6. April und „D1 e Pioniere von Palfistln a" am* 17. April. Im ersten Aufsatz heißt es u. n.: „Wenn ich mich frage, was mich In dem erneuerten Palästina nm nächsten anging, so war es nicht der frisch' Anblick, den jede junge Kolonie gewährt, den Ich In Ost« afrlkn bei drei Nationen fand; dies Ist das allgemeine. Es war das heimliche Pathos, das dort alle Menschen und Dinge belebt; kein lautes, wie denn überhaupt hier draußen gewisse, mit Hecht fjcncholtcne Fehler der europäischen Juden verschwinden. Nirgends habe ich früher den luden so ruhig, so anspruchslos, so schweigend gefunden. Wo sind sie nun, die Karikaturen nlle, mit denen man seit llcrzls Zeiten den .Judeiistaai' als einen ewigen Debattierklub, eine spitzfindige Talinudscluilc nd absurdum zu führen meinte? Was ich überall sehe, Ist Arbelt; was diese Arbeit erzeugt, das Ist das Immanente Pathos." Dem zweiten Aufsatz (17. 4.) entnehmen wir nachstehende Hoinerkiingcii: „Und doch habe ich nirgends so Hlark wie iintei" diesen Jüngsten das lllld des Urchristentums empfunden, das einen idealen Kommunismus darstellt. Diese jungen Leute, diese Mädchen, ganz verschieden: eine heitere nus Mecklenburg, eine stille aus Odessa, ein Fanatiker aus der Krim, böse Über jeden Besuch, ein Wandervogel nus Stuttgart, singend, soviel Ansiedler au diesem Fleck, es sind wohl erst 25, so viele Mcuschcnscelcu. Alle nber vereinigt dieses: Abkehr von Europa, Abkehr von den Städten, Abkehr von der Zerstreuung. Ist es nicht wider die Natur? Hat diese Schrine Uutli nicht noch vor einem Jahr In Koblenz den Fasching durchtanzt? Warum min zwischen Kllhen, Pllilgcn und dem Opfer aller Genüsse? Weil es kein Opfer ist, well eine sublime Wollust nus diesem Ncubcginncn In Ihr Herz steigt, weil die kämpferische Freude am Aufbau sie belebt, wenn die Härte des Tages sie niederschlägt. Kaum einer von den Tausenden kehrt In die alte Welt zurück." „. . . Was die großen Kolonien „des Barons", wie man hier sagt, was Rothschild* Millionen In einem Mcnsehcnallcr trotz. Ihrer produktiven Entwicklungnicht leisten konnten, das hat England durch seine Politik für die Juden ermöglicht: keine Stipendiaten kommen herüber, die sich aul eins größte Privatkapilai des alten Europas verlassen; es kommen nur, es dürfen nur noch Männer und Frauen einwandern, die hier nrhrlten wollen, um hier zu leben, Zchntausemlr kIihI arm, verunglückt, halbe Sklaven gewesen, nber Tarnende kommen aus bequemen Wohnungen, Stellungen, Geschulten hierher; und dies sind vor allem die Deutschen. Nicht die Fabriken, die jetzt in Jaffa und Haifa Zucker, Glas, Solde machen, sind das Erstaunliche; diese sind 'nur von Wien, Prag, l'nscii nach dieser Küste und nur aus vernünftiger Berechnung nicht nach Kairo oder Kalkutta gelangt. Auch die Obst/.üchtcr am Mccresstrnndc, die heute schon den Hauptexport der ovalen Jaffa-Orange in 1 binden haben, sind zwar für die Bilanz des Unternehmens entscheidend, nicht für die de» Ethnographen oder Psychologen, Was aber drinnen Im Lande vorgeht, dieses stumme, leise, unaufhaltsame Vordringen in die alte Erde, Ist heute schöner, als es In fünf Jahren noch sein kann. Es Ist die Scndunp der Pioniere." * Die „Frankfurter Zeitung" veröffentlicht in Ihrem ersten Morgcnblatt vom 7. April einen Aufsat/ „Gesetzestreues Judentum und Zionismus" von Dr. Ernst Simon als Entgegnung auf den von uns (s. vorige Nr. der „J. R.") kritisierten Aufsatz der „Frkf. Ztg." über Zionismus, Der Verfasser unternimmt es zunächst, einer völlig desorientierten Öffentlichkeit die innerjüdixchen I'arloiverhältnlsNC anseinnndcrzusctzcu, unter besonderer Berücksichtigung der orthodoxen Parteien. Er legt dar, daß die Trennungsorthodoxie nur einen kleine* Bruchteil des gesctzcstrcucn Judentums umfaßt. Auch in Jerusalem handelt es sich nicht um einen Kampf zwischen Orthodoxie und Zionismus, sondern um einen Kampf zwischen zwei gesctzcstrcuc Gruppen. Zum Schluß bespricht Dr. Simon die Frage des Ocmclndcslatut* und insbesondere den ungeheuerlichen ücgcncntwurl Dr, Breuers, und bemerkt dazu: „Der zionistische Entwurf wird von Dr. Breuer ein „beispielloser KulturskaiKl.il" genannt, weil er nichts über die tragende Idee der Verfassung aussagt. Der nrcucruche dagegen beginnt mit einem Tcndcnznaragrnphcn, der den .Sehulchnn Aruch' als von Gott offenbarte Grundlage der jüdischen Volksgemeinschaft feststellt (,Nntloiialliclm,1 Seite 106 ff.). Mir liegen die Fahnen eines Aufsatzes vor, der In einer der nächsten Nummern des streng gesctzcstrcucn Jüdischen Wochenblattes' erscheinen soll (Inzwischen erschienen — A. d. R. „I, R.") und der aus der Feder des streng gesctzcstrcucn und überdies nicht zionistischen Rabbiners Dr. S. Kaatz aus Mindenburg stammt. Der Verfasser protestiert in den schärfsten Worten gegen den ßrcucrschcn Entwurf: ,Dcn Zwang zu diesem seinen Qlaubcn und diesem seinen Bekenntnis der Ocsamthcit aufzuerlegen und von der Zustimmung zu diesem Glauben und der Ablehnung dieses Bekenntnisses die Zugehörigkeit zur Jüdischen Volksgemeinschaft abhängig zu machen, wie es 8 I vorschreibt, Ist etwas Ungeheuerliches. Nach dem Entwurf würde z. B. ein Mann, wie Theodor Herd, wenn er lebte, ehrlicherweise wohl kaum Mitglied der jüdischen Volksgemeinschaft in Palästina werden können.' Im Namen der Gewissensfreiheit tritt hier also ein orthodoxer Rabbiner gegen den Entwurf auf, der die Gewissensfreiheit der Orthodoxie schützen zu müssen glaubt. Und andererseits — gerade das, wns au dem zionistischen Entwurf als ein „Kulturskandal" getadelt wird, macht Ihn einem Kulturdokument: daß er nämlich die Angelegenheit^., der Qcslnnung aus dem Netz der Paragraphen herausbißt, daß er nicht glaubt, es sei hier, wie bei einer Aktiengesellschaft, möglich und notwendig. Im ersten Paragraphen des Gesellschaftsstatuts den Zweck des Unternehmens anzugeben, sondern daß er weiß, wie unmöglich es Ist, die tiefen Grundlagen des nationalen Seins in juristischen Bestimmungen auszudrücken. Darin offenbart sich mehr Respekt vor diesen Grundlagen als In dem gegenteiligen Verhalten, daß. «ehr westeuropäisch, die armseligen Menschen der Ideologie über die Wasser des lebendigen Geistes wirft." ♦ Im Hnndclslell des * „Berliner Tageblatt" vom 1ö. April veröffentlicht Ernst O). Da via einen außerordentlich Instruktiven Leitartikel „Die pa/Hitfnenstache Währun gare form". Der Aufsatz untersucht den Oe« samtzustand der palästinensischen Wirtschaft, deren CharakterUtilcum Kapltalarrout Ist, und fuhrt u. a. aui: zu den Ärgsten" InllationRnütcu befand, im Jahre 1923, schien Palästina das klassische Land der Deflation zu werden. Einer Deflation, die nicht, wie In England, als Ausfluß einer bewußten Währungspolitik, durch Verknappung der vor- '.mndenen Zahlungsmittel, also von der Ocfdscito her icrvorgerufcn wurde, sondern die automatisch und von den leitenden Instanzen ungewollt'aus der Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse heraus durch dauernde Vermehrung des (lüterheslandes, nlso von der Wnrcnscltc her, verursacht wurde. tJcgeu diese Impression, die In den ersten /wei Monaten des vorigen Jahres ihren Höhepunkt erreicht hatte, konnte die Regierung das einzige wirkliche Mittel, reichlichere Kreditgewährung, nicht anwenden, weil da« Kredit- System des Lande« nicht von Ihr. sondern von der National Bank of Eßyht beherrscht wurde. Eine Entspannung der Lage konnte daher nur durch den Zufluß von ausländischem Geld oder Kredit erfolgen, wie er mit dem Aufkauf der gallläUchcn Tahakcrntc durch den Großaktionär der .Malka*. S. Lubllncr, der Tonrlstensaison und dem günstigen verkauf der Orangcnernte in England zum Oiück auch tafsächlich eintrat. Die damals beginnende Wirtschaftsbclcbung hat bis heute ungehalten und verstärkt sich mit der wachsenden Einwanderung immer mehr. In der vornehmsten konservativen englischen Sonntagszeitung „O bscr ver" widmet der Chefredakteur J. L. Oa rvi Ii, einer der bedeutendsten Publizisten Englands, seinen großen Woclicnartlkcl am 5. April den Juden. Er bespricht eingehend und mit großer Sympathie die UnivcrsitStscröIlnung, beleuchtet die Geschichte der Juden und wendet sich entschieden gegen den Antisemitismus. Schließlich weist Garvin nuf die politischen Konflikte und Gefahren fm heutigen Palästina hin und betont, daß die Zlonlstcn einen Ausgleich mit den Arabern finden und auf HcrrschaftsgclUte verzichten müssen, da sonst ihr ganzes Werk In Ocfahr gerfit. Arabische PresseMlmnie« Dic „Voss Ische Zeitung" lilßt sich unter dem 13. April nus Jerusalem berichten: „Die arabische Presse Palästinas begrüßt die syrische Demonstration in Damaskus gegen Ballour. Die anderen Blätter sind der Ansicht, daß die Vorfalle nur unter französischer Duldung möglich gewesen seien. In Paliislina mit schien '2000 Soldaten habe sich keinerlei Zwischenfall ereignet, In Syrien mit seinen 31)000 Franzosen habe es zu Blutvergießen kommen müssen. Der Rat des französischen Generals Sarrail, Lord Balfour möge sofort abreisen, wird als Af fro nt betrachtet und mit der Reise Franklin Bouillons nach der Türkei In Zusammenhang gebracht. Am Mittwoch wird der englische Kolonlalmlnistcr Amerj aus Bagdad In Jerusalem eintreffen Die Araber bereiten eine Deputation an ihn vor. In Palästina wurde eine neue demokratische Araberpartei gegründet, dir cnglandfrcuudlich ist." Jerusalem. (J.T.A.) Die palästinensisch-arabische Zeitung „L css an cl Arab" drückt In ihrer Ausgabe vom 5. April ihre Genugtuung über dns Bestehen der hebräischen Universität am. Die Zeitung sagt, die kulturelle Arbeit der Juden In Palästina und die Energie der Zionistcn seien allen Lobes wert. Es steht nun fest, daß an der Feier der Unlvcrslfilhicrötfming 300 Araber teilgenommen und sich in die. Oastllstc eingetragen haben. * Die rechtsstehende Telegraphen-Union, Berlin, vcröllcntlicht folgendes Telegramm aus Jerusalem vom 6. April: „Die Meldungen europäischer Blätter über angebliche Unruhen unter den Arabern In Palästina erregen hier allgemeine« Erstaunen, du sie den Tatsachen nicht entsprechen. Lord Ballour Ist bei seinem Besuche der Kolonien überall von den Araber-Scheichs begrüßt worden." Spenden für die UnivcrsItUts-Blbllothck Jerusalem. Die l/niversitäls-bihllothek erhielt das folgende Telegramm von Dr. Adolph Oko, dem Bibliothekar des Ucbrcw Union College In Cincinnati: „Bitte verkünden Sic bei Eröffnung der Universität, daß Herr und Frau Markus Fcchheimer tlcr Bibliothek eine Büchcrsammlung im Werte von 20000 Dollar schenken. Die Sammlung besteht aus über 2000 Hcbralca und über 4000 Judaica, darunter fünf Wiegendrucke, mehrere seltene Bücher aus dem 16. Jahrhundert, eine groBc Zahl von Rcsponsa und mehrere Serien wichtiger Zeitschriften. Ich selbst schenke Ihnen bei dieser Gelegenheit meine Splnomammlung, welche über 403 Bände zählt, zur Erinnerung an Etta Oko. Diese Sammlung werde Ich Zeit meines Lebens auf meine Kosten erweitern. Herzlichste Glückwünsche." — Die tschechoslowakische Regierung, welche bereits vor zwei Jahren der Jüdischen National- und UnlversItäitHblhllothck wertvolle Bücher gesandt hatte, spendete neuerlich eine Sammlung von Büchern über die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der tschechoslowakischen Republik während der letzten Jalire. Frau Orhclmrat Rathen au. die Mutter Waller Rnthcnnus, hat die Werke Ihres Sohnes, und zwar das Qesamtwerk sowie die Einzclwcrkc In Erstdrucken, der National« blbllothck in Jerusalem gestiftet. Eliweliinns des „Blkur Chollra" In Jerusalem Jerusalem. (J.T.A.) Zum ersten Male in der Geschichte des neuen jüdischen Jischub In Palästina iit es vorgekommen, daß die Oberhäupter der drei jüdischen religiösen Parteien in Palästina, der Aschkcnazim, der Scphardim und der Agudistcn, gemeinsam au einer Funktion teilgenommen haben. Am 13. April fand die Weihe des „Blkur C hol l nV-Krankcnhaiiscs, des größten jüdischen Gebäudes In Jerusalem, statt. Die erste Ansprache hielt Herbert Samuel, der betonte, die Entwicklung dieser neuen Institution sei ein Symbol des großen Fortschrittes der jüdisehen Siedlung In Palästina. Hernach hielten Ansprachen: Obcrrabblncr Kuk, der Führer der Agudas Jisrocl In Pa- Ustlna, Rabbi Sonncnicld und Oberrabbiner Jacob Mci r. — Die Totsaehc, daß die drei jüdischen religiösen Oberhäupter Palästinas an einer religiösen Feier gemeinsam teilgenommen haben, wird als ein Symptom der Annäherung der religiösen Oruppcn betrachtet. Mavrimalls verwirklich! seine Jerusilcmer Koueutonen- Jcrusnlcm. (J.T.A.) Mavromatls, dem der Ha». «er Internationale Gerichtshof die Ihm von der türkischen Regierung verliehenen Jerusnlcmcr Konzessionen bcilAtlgt hatte, teilte der Pal, Tcl.-Ageittur mit, er werde demnächst mit den Vorbereitungen zur Versorgung Jerusalems mit elektrischem Licht und mit dem Bau einer elektrisch betriebenen Straßenbahn In Jerusalem beginnen.