Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 31 (21.4.1925)
- Date
- 1925-04-21
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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- Haifa 4× ep/1047930
- Beirut 2× ep/1047833
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,-. T JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 285 Balfour in Galiläa . 5. April besuchte Ballour zunächst Petach-Tik- . Er wurde von einer Ehrengarde früherer jüdischer >', n empfangen. Hundert Kolonisten zu Pferde geleiteten die Kolonie, wo die Schulkinder auf dem Wege Spalier 'L 10 Scheichs benachbarter arabischer '•*fflC' fanden sich in Petach-Tikwah zur Begrüßung Lord ^Jj"»einer Erwiderung auf die Orüßc der Kolonisten ,1{ [jord Balfour: ich bin voller Bewunderung über das ""'vihen dieser großen Siedlung. Baron Edmond de Roth- % der die Grundlage für die Arbelt gelegt hat, und die- ^«i Kolonlstcnpionlcre können jetzt die Früchte Ihrer Arbelt f Vbn Petach-Tikwah begab sich der Oast nach der von der „, ji.gclcgtcn Einzclbaucrnkolonlc Benjamina, wo er Cialis festlich empfangen wurde. 'Jodann ging die Reise weiter nach Haifa. Hier wurde ,'jfht nur von der jüdischen Bevölkerung, sondern auch!L einer groOen Zahl Araber am Bahnhof empfangen und * .rüOt. Er wurde In das Gebäude des Technikums geleitet, seine Ansprache hielt. Er sprach von der Wichtigkeit \}\tx Beziehungen zwischen Arab.ern und!,4tn und sagte, er habe sich in Palästina überzeugt, daß ^Interessengegensatz zwischen Juden und Arabern, von dem ,jj draußen so viel spricht, gar nicht existiert. Es wird (vueht, Unfrieden zwischen Juden und Arabern zu säen, s halte es aber für ein verwerfliches Beginnen, Haß zu Runter denen, die Freunde sein können und Heu. Die Zukunft Palästinas hängt von der harmo- Zusammenarbeit zwischen den in Palästina wohnen Völker ab. Ich glaube, daß der Takt und der Patrlo. '0% der Juden und die fortgeschrittene jüdische Zivili- $xi die Bemühungen jener Elemente, die Zwlstlgkciten *norrurufcn versuchen, überwinden werden. Ich sehe ohne -sischte Ocfühle und ohne Furcht in die Zukunft. In Ansicht der rapiden Entwicklung in Palastina hoffe ich, y! in kurzer Zeit Haifa einen Hafen beul! fn wird, der von Schiffen aus aHcr Welt angelaufen trien wird. Ich sehe in der Zukunft ein blühendes Pa- SiÜM. Die technische Hochschule, setzte Balfour fort, Ktinc Schwester der hebräischen Universität in Jerusalem.;< wird lehren, die wissenschaftliche Erfahrung auf das exhe Leben anzuwenden. Jerusalem und Haifa sind Bürgen ■ die Zukunft Palästinas. Ich komme von der heiligen iuptstadt und sehe vor mir die Stadt, die Palästinas Handelsiit werden wird. Ich komme von den neuen Siedlungen, itlcii wurden in Rosengärten verwandelt. Ich habe gesehen, :j! jüdische Herzen, jüdischer OpfcrwiUc und jüdische Ideale Mcr schaffen können. Am 6. April besuchte Balfour zunächst .Nahalal. Ii teiner Erwiderung auf die Begrüßungen der Kolonisten <i;It Lord Balfour: Es muß alle, die an Eure Bewegung;>jben, in hohem Maße ermuntern, zu sehen, wie ihr das Miria-Sumpfland in blühende Dörfer verwandelt habt. Lord tillour kam auf den Bericht der Mandatskommission mit nrtm absprechenden Urteil über das Einwandcrcrelcment n sprechen und sagte, die Bemerkung der Mandatskommission, daß die Juden sich für die Landwirtschaft «M eignen, sei das größte Kompliment für'die jüdischen '^wirtschaftlichen Arbeiter in Palästina, die trotzdem inv Wwirtschaftlichen Aufbau Wunderbares geleistet haben. Von Nahalal ging es welter nach Balfouria. Die Monisten veranstalteten dort ein Fest, dessen Höhepunkt & Weihe der Kolonie durch Lord Balfour bildete. Anwesend «Kn außer allen Kolonisten Balfourlas auch die Kolonisten übrigen Kolonien im Emck, ferner die Mitglieder des r"d Lcuml, zahlreiche arabische Beduinen, der "ttikanische Konsul in Palästina, Oberstaatsanwalt Norman Entwich usw. Die Beduinen begrüßten Lord Balfour mit Wem Ihrer Heimat. Dr. Thon, als Vertreter des Waad tomi, hielt im Namen von 85 jüdischen Kolonien in Paäsiina eine Abschicdsansprachc an Balfour. Hierauf sprach Nirifcld nls Vertreter der jüdischen Arbeiterorganisation, i!' darauf hinwies, daß vor 15 Jahren da9 Tal Jesrccl ,:« Sumpf- und Felswüste war, jetzt leben hier 1500 Seelen "kr guten Bedingungen. Balfour hob in seiner Antwortrede die Verdienste der '"crikanischen Judcnhelt um Palästina hervor. Ich % sagte er, nicht allein materiellen, sondern auch geistigen F«lschritt. Die Kombination von Materie und Oeist, Univcrv*\ und Kolonien, werden einen praktischen Idealismus ^kn; der ein Triumph der Zivilisation sein wird. Am 7. April weilte Lord Balfour in Rosch-Pinah. & wurde von der Bevölkerung des gesamten Distrikt bcf;'Dt. Mehrere hundert jüdische und arabische Reiter holten :'5 ab und geleiteten ihn in die Synagoge, wo der Segen •* Lord Balfour gesprochen wurde. Der arabische Scheich Juli a med Ali hielt eine Ansprache, in der er versicherte,? Araber Galiläas, die seit 35 Jahren mit den Juden fried. f iusammcnlcbcn, wünschen nichts sehnlicher, als diesen ft«lni zu bewahren. Während des späteren Festmahls '"'arhen andere Scheichs in dem gleichen Sinne. v Halfour sagte, er könne nicht genug betonen, daß die J'Wour-Deklaration eine Politik des Fric-;f«s verkörpert Wer anderes behauptet, schließe mit ''icht die Augen vor den Tatsachen. Ich habe mich in selbst überzeugt, daß i\t Behauptung von einem Wieden zwischen Arabern und Juden falsch sei. . Rosch-Pinah war die letzte jüdische Kolonie, die %ur vor seiner Abreise nach Syrien besuchte. Es fand gleichzeitig mit der Begrüßung eine kleine Abschiedsfl[r statt. In seiner Abschlcdsrcdcan Balfour sagte '• Wclzmann: Ihr Besuch in Palästina war ein Fest den schweren Jahren. Wir luden Sie ein, damit Sie IS, wie wir die Deklaration der britischen Regierung,, p Ihren Namen trägt, verwirklicht haben. Sic haben ge- S, daß wir Imstande sind, in Palästina Dinge zu voll, »n, die wir In anderen Ländern nicht vollbringen können, i* Juden wollen Palästina auf der Basis der Gleichet aller Völker aufbauen. Wir wollen uns nicht in Rechte der anderen Gemeinschaften in Palästina einmischen,!" wissen wohl, daß eine gedeihliche Entwicklung In Pa. Jjllna von freundschaftlichen Beziehungen zwischen Juden f Arabern abhängt. Palästina ist eine Brücke zu li c n und kann viele» für die gesamte Menschheit vollbringen. . Von hier trat Balfour seine Reite nach Damas- '»t an, Am 7. April weilte Lord Balfour auch in Tlberias, wo eine Straße nach ihm benannt wurde. Mit Balfour wnr Professor Rappard von der Oenfcr Universität, der frühere Direktor und jetziges Mitglied der Mandatskommission des Völkerbundes. Prof. Rappard sagte in einer Ansprache, er habe während seines Aufenthaltes In Palästina die Augen offen gehalten, er wurde von niemand beeinflußt, und doch könne er aufrichtig sagen, daß das Erlebnis Ihn in eine begeisterte Stimmung versetzt ha». Was Jetzt In Palästina vor sich geht, Ist das Interessanteste Ereignis der Welt. Er werde demnächst wieder nach Palästina kommen, um die weiteren Fortschritte zu sehen. « Prof. Rappard stattete während seines Aufenthalte« in Haifa der bekannten christlichen antizionistischen Agitatorin Miss Newton einen Besuch ab und hatte mit ihr eine elnstflndigc Unterredung. Dr. weizmann unterbrach seine Fahrt von Haifa nach Balfouria und stattete dem Jabfonacr Rebbc. der mit seinen Chassidim fn neu errichteten Baracken auf Ihrem Boden im Emck Jcsreel wohnt, einen Besuch ob. Die Demonstrationen In Damaskus Nachstehend die Berichte der offiziösen englischen, französischen und deutschen Nachrichtenbüros über die Vorkommnisse in Damaskus: Damaskus, 0. April. (Reuter.) Oester« kam es hier bald nach Balfours Ankunft zu lärmenden Kundgebungen. Eine grolle Volksmenge strömte vor dem Hotel zusammen, In den» Baltour abgestiegen war, und warf Steine gegen das Haus; einer davon trat einen Drngnmnn, der auf dem Balkon des Hotels stand. Der Hotcldircktor hatte inzwischen in Balfours Zimmer die Rolläden herabgelassen und das Licht abgedreht. Schließlich drängte die Polizei die Menge out einen nahe gelegenen Platz zurück, Dort wurden heftige Reden gehalten, Gegen 10 Uhr abends war die Ruhe wieder hergestellt. Eine Anzahl Personen' ist verhaftet worden. Balfour war durch die Kundgebung sehr aufgebracht und erklärte, er habe nicht Im cntlerntestcn an die Möglichkeit von solchen Unruhen gedacht; wenn er gewarnt worden wäre, würde er nie gekommen sein. Damaskus, 10. April (Havas.) Bei den gestern gegen Balfour veranstalteten Kundgebungen ist es zwischen den Demonstranten und der Gendarmerie zu Zusammenstößen gekommen, wobei z w e i Personen getötet und sieben Gendarmen verwundet worden sind. Damaskus, 10. April (Wollt.) Gestern nachmittags kam es wiederum zu ernsten Ausschreitungen gegen Baltour. Die Menge griff die zum Schutze beorderte Polizei mit Knütteln an und versuchte unter einem Hagel von Stein• würfen in das Hotel, das Balfour bewohnte, einzudringen. Rcgicrungstruppen mit Kavallerie, Panzcraulomobllcn und Flugzeugen, die Rauchbomben abwarten, mußten herangezogen werden. Es gelang sclilicUlich, die Menge zu zerstreuen. Eine Anzahl Polizisten wurde verletzt, darunter zwei nicht unerheblich. Auf seilen der Zivilisten zählt man ungefähr 50 Verletzte, von denen 15 Ins Krankenhaus transportiert werden mußten. : Der Oberkommissär General Sarrall empfahl Balfour dringend, ungesäumt abzureisen. Während die Truppen die Aufmerksamkeit der Menge ablenkten, fuhr Baltour unerkannt in einem Automobil mit tinbekanntem Ztct tort. Beirut, 10. April. (Reuter.) Lord Baltour hat sich heute, von Polizciniannschaften geleitet, an Bord des französischen Dampfers „Sphinx" eingeschifft und wird Sonntag nach' Alexandrien abreisen. Hier herrscht Ruhe. London, 13. April. Das Rcutcrschc Büro meldet aus Beirut, die Abreise Dalfours, der sich nach Alexandrien zurückbegebe, sei ohne Zwischenfall erfolgt. Es stehe jedoch fest, dab ernste Zwischenfälle unvermeidlich gewesen wären, wenn Balfour dort geblieben wäre. Bei den Unruhen in Damaskus wurden, wie amtlich mitgeteilt wird, 12 Polizcisoldatcn verwundet. Einer der Aulrührcr wurde getötet. Außerdem kam ein Droschkenkutscher durch eine Strcukugcl ums Leben. Aalragen Im Untcrhais London. (J.T.A.) In der Unterhaussitzung vom 6. April stellte der kommunistische Abgeordnete Saklntvala an das Staatssckrctariat für die Kolonien die Frage, ob die Balfour-Tagc In Palästina wirklich in Ruhe verlaufen sind. Mr. Ormsby.Qorc erwiderte, außer der Vcrhaftung von 16 Personen, Angehörigen der kleinen kommunls tischen Gruppe im Lande, die versucht hatten, den Frieden zu stören, sei nichts vorgekommen, was die öffentliche Ruhe hätte bedrohen können (Beifall). Diese 16 Personen versuchten, hetzerische und beleidigende Aufrufe gegen Lord Balfour zu verbreiten. London. (J.T.A.) Im Unterhaus richtete Captatn Watcrhousc an den Kolonlenmlnlslcr die Anfrage, ob er bereit sei, angesichts des legalen Charakters der arabischen Anti-Balfour-Protcste Maßnahmen zur Befriedigung der arabischen Wünsche zu ergreifen, um die traditionelle Freundschaft zu den Arabern Palästinas zu erhalten. Der Untcrstaatssckrctiir für die Kolonien, Mr. Ormsby- Gore, erwiderte, Palästina werde streng nach den Orund- Sätzen des Mandates verwaltet, es sei Ihm kein Fall bckaunl, wo die bürgerlichen und religiösen Rechte der Araber irgendwie verletzt worden sind. Captain Watcrhousc: Ist die arabische Beschwerde, In dem Gesetzgebenden Rat Palästinas nicht vertreten zu sein, unberechtigt? Mr. Ormsby-Gorc: Es wird Captain Watcrhousc bekannt sein, daß sich alle englischen Regierungen bemüht haben, eine Mitarbeit der Araber an den geplanten Gesetzgebenden Rat zu sichern; bis jetzt waren alle Bemühungen erlolglos. Mr. Dixcy fragte, ob Im Zusammenhang mit Lord Baifours Palästlnabcsuch die Militärgarnison Palästinas verstärkt worden scL Mr. Ormsby-Gorc erwiderte, das sei nicht der Fall gewesen. Arabische SlelawOrle bei Nablus Bei Sichern (Nablus) Ist es zu einem Uebcrfall von Arabern auf eine jüdische Oruppc gekommen, die an der Pcßachfcicr der Samaritancr auf dem Berge Oerizim teilnahm. Die Ära ber bewarfen die Juden mit Steinen, wobei es einige Leicht verwundete gab. Sechs Araber, die der Aufhetzung verdächtig sind, wurden verhaftet Dieser unbedeutende Zwlschem fall ist von verschiedenen Telegraphenogenturen und Zeitungen in ihren ersten Meldungen weit aufgebauscht worden An all diesen Übertreibungen Ut kcln wahres WftC*. ...... * Der Glückwunsch der deutschen Regierung Bei dem Festbankett anläßlich der Eröffnung der Hebräischen Universität, das am Abend des 1. April In Jerusalem stattfand und bei dem alle Konsuln anwesend waren und Ansprachen hielten, sprach der deutsche Konsul in •erusalcm, Herr Kapp, nachstehenden Toast: Euer ExzellenzI Euer Lordschaft! Herr PräsidentI Meine Damen und Herren I Zu dem großen Ereignis, welches wir heute feiern, habe ich die Ehre, die Qlückwünschc der deut. -chen Reichsrcglcrungzum Ausdruck zubringen. Das deutsche -Volk nimmt warmen Anteil an der. Eröffnung der Hebräischen Universität In Jcnwalctn. Es wünscht und hofft, daß es durch Freundschaft und Vertrauen mit der neuen Gclstcsstältc verbunden sein wird. Möge diese neue Geistesstätte eine Stätte wahrer Freiheit werden: Fernes und Nahes, Neues und Altes verbinden, Ziel und Anfang zugleich sein. Eine Stätte . der wahren Freiheit, wie sie Lehrer. Philosophen und; Dichter erträumen und wie sie Goethe, etwa 80 Jahre ilt, In folgenden Versen geformt hat: Kein Wesen kann zu nichts zerfallen I Das Ewige regt sich fort in allen, Am Sein erhalte dich beglückt! Das Sein Ist ewig: denn Ocsctze Bewahren die lcbcnd'gcn Schätze, Aus welchen sich das All geschmückt. Da» Wahre war schon längst gefunden, Hat edle Gclstcrschaft verbunden; Das alte Wahre, faß es an! Verdank es, Erdensohn, dem Weisen, Der Ihr, die Sonne zu umkreisen, Und dem Ocschwistcr wies die Bahn. Sofort nun wende dich nach innen: Das Zentrum findest du da drinnen, Woran kein Edler zweifeln mag. Wirst keine Regel da vermissen: Denn das selbständige Gewissen Ist Sonne deinem Sittentag. Möge dieser Geist der Freiheit ausgehen von dieser Stlittc, die der ganzen Welt teuer istl Möge sich die Menschheit des Vermächtnisses ihrer großen Geister bewußt werden I Möge die Hebräische Universität in Jerusalem in diesem Sinne wirken! In diesem Geiste wünschen wir ihr Olück. , Die Nachfolge Herbert Samuels Der Jcrusntcmcr Korrespondent der „W icncrMorgcn- Zeitung" schreibt seinem Blatte: „Für die Nachfolgcmchaft Samuels werden die ver- ' schiedensten Namen genannt und an diese weitläufige Kombinationen geknüpft. Mit ziemlicher Sicherheit scheint bisher nur festzustehen, daß der Nachfolger Samuels kein Politiker und wohl auch kein Militär sein wird, sondern dem ßcamtenstande entnommen werden dürfte. In diesem Zusammenhang hat die Version einige Wahrscheinlichkeit, daß der gegenwärtige Zlvilsckretür der Palästinaregicrung, Sir Gilbert Clayton, für den Posten des Oberkommissärs amerschen sei. Freilich reicht diese Kombination vorläufig über den Bereich der bloßen Mutmaßung nicht hin* aus. Die britische Regierung hat bisher entscheidende Beratungen über die Neubesetzung der Stelle des palästinensischen Oberkommissärs noch nicht gepflogen." Kondgebnao lOr Derberl Samoel in Jerosalem Während des Fclcrtagsgottcsdicnstcs kam es in Jerusalem^ der Synagoge Churba schcl Rabbi Jchuda Hachassid zu großen Kundgebungen für Herbert Samuel. Als dieser aus der Haphtorah den Satz vorlas „AI kisso lo Jcschcw sor" (auf seinem Throne soll kein Fremder sitzen), 6tandcn alle Anwesenden mit Obcrrabbiiicr Kuk und Chiefrabbi Hertz an der Spitze auf und wiederholten laut diesen Satz. Oberrabbiner Kuk wies auch In seiner Predigt auf die große Wichtigkeit hin, Samuel zu bewegen, als High Commissloncr In Palästina ru verbleiben. Belm Frühstück nach dem Ootlcsdlenste dankte Herbert Samuel für die Kundgebung und stellte in Aussicht, daß er auf jeden Fall, also auch nicht nls High Commissioncr, in Palästina bleiben und f'ir das nationale Heim arbeiten werde. Seine Erklärung löste große Begeisterung aus. Reuen Ii ralSsllna Nach langer Zeit der Trockenheit fiel am 3. April in Palästina reichlicher Regen. Die Freude im Lande, insbesondere in der Hauptstadt, die empfindlich unter Wassermangel litt, Ist groß. Der Regen ging den ganzen Tag nieder. Im Emck Jcsreel fielen am 3. April 30 mm Regen. Der verspätete Regen kann den Getreidekulturen leider nicht mehr viel nützen. Für die Tabakpflanzungen kam er jedoch sehr gelegen. Eine ergänzende Meldung besagt: Der so lauge in Jerusalem ersehnte Regen stellte sich endlich am Tage nach der Eröffnung der Hebräischen Universität ein. In drei Tagen fielen über 90 mm Regen. Trotzdem ist die Frage der Wasserversorgung Jerusalems für den kommenden Sommer noch immer nicht gelöst. Man wird voraussichtlich von Sarafcnd Wasser per Bahn nach Jerusalem bringen müssen. Das gegenwärtige Jahr ist das trockenste in der jüngsten Ocschichte Jerusalems. Das Rekordjahr In bezug auf Trockenheit war bisher 186Q/70, das nur 319 mm Niederschläge aufwies gegenüber einem Jahresdurchschnitt von fast 700 mm. Im laufenden Jahre 1924/25 war die Niederschlagsmenge auf gar nur 205 mm gesunken, so daß bereits Im März ernster Wassermangel sich bemerkbar machte. Jetzt ist wenigstens der Stand des bisher schlimmsten Jahre« erreicht worden. Geschenke lür Lord Ballonr ' Am Tage der Abreise Lord Balfours aus Jerusalem, «m 5. April, wurden ihm verschiedene Abschicdsgcschcnkc überreicht. Die Zionistische Exekutive schenkte Lord Balfour ein wundervolles Pergamcntrollcn-Manuskript der Bücher Esra und Nchcmia. Der Waad Halr In Jerusalem überreichte ihm einen Teppich mit Bibcllnschriften. Das Direktorium des Nationalfonds schrieb Lord Balfour» Namen. In das Ooldene Buch des Keren Kijemcth ein. > / . v: i v-> :„)' U"; ) t •» »!<' Kltr'^/r v *..v \, ■ '! ■ ->il 'A,< ^Kv'M ■i •; •f.' i!! , r-''^'' ''vi,:1! :,\, i., ■ p I?i i!«;/-f :••<;,; r ,,i,n.: <V»' . uvi;' V;' <<s ,;v't;.H:i r' .i\»'f*,v V" ,v - j'fc* i . I , ■< <•!'■ 'iv <v;w v, <„.'.' v'<V,.h i'vf;;..,« ('■..< ,i.. (V IVV': < ,'*'. I'/ ■' cV .•!•'» v.V.-V- 's »'••:'.'■'■';■ ' \ ■ /k ■ I1 I ' .'.UU' ^•,tMh! < * t . h , dl'M* <•' . ' I U', ,;,V ty$4;\ ■■•}• nr Yr?.?>: ./f, Ii ■)• j ■ 'S '( :;i: u,,; ■;. ' y I n' iu .<•>;' •■Ii' ' 'V' ii , «• ,-r« r:t-';fi cv: - v, j \\' Ii:1«'' »-< vi >i *«.■'■ si..." 7'' •ZV;? 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