Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 29-30 (8.4.1925)
- Date
- 1925-04-08
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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/ I fit. W30_ —r-r-;—..... ... ■ Palästinensische BevSlkemagsslaUstlk im „H t ■ r c«z" vom 16. Min veröffentlicht Dr. a„pln einen Artikel „Statistik der jödischeo Bevölkerung * ,.|sracls", dem wir folgende Angaben entnehmen. v Die hauptsächlichste Grundlage für die Berechnung der uj«Jicn Bevölkerung Palästina» bildet die von der Regierung genommene Volkszählung vom 13. Oktober 1922, die unter uionirechnunpr der fast ausschließlich sus Beduinen sich zu- ^nicnwt/endcn Bevölkerung des SQdkrelsei (Oazza und «„ich«), Ober die keine genauen Zahlen festzustellen waren Ji die schätzungsweise mit 72898 angenommen wurde, L Fjcvölkcrungsianl Palästinas mit 757182 angibt Davon, Lcn 83794 Juden und 673 333 Nlchtjuden. Diese wn ,,r Rcglcrungsstatisllk ermittelten Zahlen wurden vielfach „jciwcKclt; ganz besonders wurde darauf hingewiesen, daß 0. Zahl der Juden größer sein dürfte als die hier angegebene. s>i„n aber auch hier Irrtümer möglich sind, dürfe man doch f0 glauben, daO die Zahl der Juden mit Absicht kleiner t«t^ch!ich angegeben worden sei. Auf jeden Fall müsse rJn sich eher auf diese Zahlung stützen als auf Jede andere' privater Seite vorgenommene Schätzung. Von den 83 794 Juden wohnten am 23.'Oktober 1922 {3622 In Städten, "wo sie 25,07«* der Qcsamtbevölkcrung gjeten. und 15 172 (3,08^'e) auf dem Lande. Der natürliche fgwichs betrug Im Jahre 1922 bei den Juden 1371 Seelen „ 10,4%, (Geburten 2319 — 23»/^ Steibcfä'.lc 978 «. 11,7»/oa) uml Im J»l,re 1023 1890 - 21.4 V<y> (Ocburtcn ,j)0 - 36,2o/f0 und Sterbelälle 1310 *» WS*/^, während jr bei Nichtiudcn im Jahre 1922 21,7 »/M und Im Jahre 1923 11,5 6/oa betrug. Die Zahl der Ocburteo Ist bei den Nichtigen eine prozentual viel höhere (44,5 und 49,1 %o), ebenso Iber auch die Zahl der Stcrbcfällc (19,3% und 27,3 o/«,). Die Zahl der jüdischen Einwanderer für die Zeit vom;i Oktober bis 31. Dezember 1922 nimmt Dr. Ruppln nach gtfOcksichtigunß der Wicdcrauswanderung mit 1313 an. Für das Jahr 1923 gibt die Reglcrungsstatlatik die Zahl ia eingewanderten Juden mit 7421 und die der ausgewanderten mit 3466 an, ab daß der UebcrschuQ der jüdischen [inwanderung über die Auswanderung 3935 beträgt, während Ui dm Nlchtjuden ein Ucbcrschuß der Auswanderung von III vorliegt. (570 Einwanderer und 1431 Atiswanderer.) Die offiziellen Zahlen für das Jahr 1921 liefen noch tl-ht vor. Laut den Angaben der palästinensischen Regierung .:-<J wni I. Januar bis 31. Oktober 1924 in Palästina 10107 jsJcn eingewandert.. Im November.und Dezember betrug laut;:r Statistik der zionistischen Palästina-Exekutive die Zahl (■; Einwanderer 4430. Somit ist die Zalil der jüdischen Einunderer für das Jahr 1924 mit 14557 anzunehmen. Bezüglich i:t Auswanderung gibt es für du Jahr 1924 amtliche Angaben rar für einige wenige Monate. Anscheinend zählte hierbei & Regierung auch viele Reisende mit, die. nur für eine kstiirmtt Z it das Land verlassen haben. Schätzungsweise ttamt Dr. Ruppin für. das Jahr 1924 eine jüdische AusurxSerung von 10D pro Mona» und danach dm Ucberschuß in Einwanderung mit 13357 an. Für die NichtJuden liegen!ir «las Jahr 1921 keine .verläßlichen; Zahlen vor, aber ein tl»va zu berücksichtigender Zuwachs der uiclltjüdlschen Uo wikerung durch Einwanderung.kommt nicht fn Betracht Daudi sehen die Zahlen für.den.3l--Dczzunber; 1922,.1923. und lWi"Wic-folgt" «uii . Palästinensische Bevölkerungsstatistik. ' Juden Nlchtjuden Sünd »m 23. 10. 1922 ...... . 83794 ' . 673388 Errechneter natürlicher Zuwachs vom 3. 10. bis 31. 12. 1922 . . . , , 255 2570 Usbcricliuß der .Elnw-i.d:rung . . . 1345 '— Sund «m 31. 12. 1922 .' . ..... 85394 676*353 Natürlicher Zuwachs Im Jahre 1923 . . 1890 12518 h resp. Abnahme durch Ein- resp. Auswanderung......, , . -4- 3955 — Oll 5(ukj am 31. 12. 1923...... , Ol tf? 688 JOS Natürlicher Zuwachs Im Jahre 1924 (ge-' Khät/t nach den Zahlen für 1923) . 1950 14 990 l'ebcrschuß der Einwanderung . . 13357 -» Somit Stand am 31/ Dezember 1924 . 107746 7ü3 55ä Zu der hlcrerrechnelcn Zahl d^r.'jüdischen Einwohner 107746 dürften noch einige Tausend hinzuzufügen sein, 6c als Touristen in« Land gekommen und dann mit Er- •wbnis im Lande verblieben sind, so daß die Zahl der Juden * Ende 1024 mit rund 110CO0 anzunehmen ist, was 13,53^ «r Gesamtbevölkerung e/gibt, gegenüber nur 11,77»/» am 3. Oktober 1922, . Ucher die Verteilung der Juden auf die Städte und das l«xl gibt es für Ende 1924 keifte offiziellen Zahlen. Es "ur mehr oder, minder genaue Schätzungen möglich. ">> Ruppin glaubt, schätzungsweise fo'geode Zahlen angeben 11 kennen: /'"••- Zahl der Juden geschützte Zahl 4m 23.10.1922. für 31.12.1924 Jeniulem.......... 33 971 , 38030 Wia und Tel-Awiw . . ... 20153 . 32000 . *. . . . . . 6230 800) Tlbcr.a« . ......... 4427 : 50 0 ^......... 3986 30 0 "«*•*» ............ 430 5CO *«äerc Städte . . ....."* 425 503 (0,i»i«n......, .,• 15 172 . 23030 . 13 794 110 00Q ■ K1794 "' ■ 110000 MI?W die Hälfte der Zunahme der Jüdischen Bsvölkerunj l9;11"» auf Jaffa und Tcl-Awiw, die 29,09% der jüdischen «mtbcvölkcrun,7 aufweisen, (Ocgcn 27 000 Scc!cn entfallen k'T'I-AwIw und gegen 5000 auf Jaffa.) Falls es bei den ^'Ü«i Elnwandertingszahlcn von 2O0Ö-pro Monat Welbt, r, diesen wie blslicr zwei Drittel In .Tel-Awlw «Ich ^"ijssen, dann werden Jaffa'und Tcl-AwlW Ende 1925 ltm 45000 Juden zählen .: , . 8000'aene Zcrllllkite l .L'ut den In dcH verschiedenen Palistfnaimtern ciifge- J'^'n Berichten hat. die Paliitlna-Rederung der zk>ms> Exekutive für. die nächsten seehs Monate 8000 neue hi.n. ,c ,Qr «teil Palästina einwandernde" Chaluxlm?u- ,5L Von diesen 8000 ZcrlifikoWn «riiSIt d»* Warlu? ,Uf> Palästlnaamt 3030, uvvon .UOD. d'c tQr die Monate m uncj M bostlmmt »Ind, aj» 600 pro Monat, bereit» ^*e« »Ind. .. i ■.;; .-. j JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 277 Wirfsclialtsnachrichten Die PrtlsbewcQnia In PalSsllaa Im Jaaaar 1025 Die folgende Tabeile gibt den Großhandelsindex für Nahrung*- und Hetzmittet Im Januar 1925 am D*»anit>«r» J.itiiftr. tn^+)l>t in tu ABDxhm« (-) I. Zereallen und Fleisch 125,2 123.4 —1,8 «Vo H. Andere Lebensmittel ti. Obst 1H.0 113,1 —0,9*;« III.' Heizmaterial u. Verschied. 104.5 105.4 -4 0.9"/» Oeneralliidcx ÜTTj ll3,7"-ü,ö <v« " Der allgemeine Stand der Großhandelspreise hat sich Im Januar gegenüber dem Dezember 1924 um 0,6 »/o gesenkt. Von den 53 in Betracht gezogenen Artikeln sind 15 gesunken, wahrend die übrigen gleich blieben. Die Preise der Zercallcn haben ein wenig geschwankt, gestalteten sich Jedoch im Durchschnitt um 1,9 n/o b.lllgcr als Im vergangenen Monat. Milchprodukte und Fleisch waren Saisonschwankungen unterworfen; letzte Notierungen lauteten:''Rindfleisch PI, 835, Hammelfleisch PT. 1147 und Ziegenfleisch PT. 873. Der Hauptzug des »erlchtsnionats ist das Ansteigen der Preise von Welzen, üerste und Mehl. Die Notierungen lür Weizen lauten für Jaffa resp. Jerusalem PT. 210 und 223 gegenüber 183 und 2">3 am I. Januar. CJcrstc stieg um PT. 10 und steht heute PT. 150. Einheimisches Mehl notiert PT. 2S1, «I. h. u n PI". 20 mehr. Austral. und amerikanisches Mehl kosten PT. 250-2?« resp. 2M-30Q gegenüber PT. 220—225 resp. 270-273 zu Anfang des Monats. Auch Ürot ist gestiegen; in Jaffa ist der Preis PT. 275 für einheimische ■Sorte und 315 für Wcillmchl; im Dezember betrug der Preis PT. 213 resp. 31)0. In Jerusalem hat ebenfalls *ine bemerkenswerte Erhöhung der lirolprclsc Platz gegriffen. Hammelfleisch ist ein wenig teurer mit PT. 1200 gegenüber 1050 zu Anfang Janujr. In Jerusalem wird Rinduefsch mit PT. 832 vcrkault, ura gc^en PT. 233 teurer als im letzten Monat. Kartoflcln sind von PT. 05—100 aut PT. 120 gestiegen. Zucker hingegen hat leicht nachgegeben und notiert in Jerusalem PT. 310 gegenüber 320 im vergangenen Monat. (Zlko.) Die nindelslase Ii ITalfa Im ganzen betrachtet war der lniui.iriii.irkt in Ilaila ziemlich flau wÄlircnd lies KrOllcrcn Teiles diu Monats; ups eihln zeigte er allerdings eine gewisse Ucglicit Infolge der Preissteigerung vieler täglicher Nahrungsmittel. Hauptzug des Monats Ist eine fortgesetzte Uodcnsi>ckulal!on innerhalb der Stadt Haifa. Hcdcuicnd sind Im Preise gestiegen: Hammelfleisch von PT. 11 aut 16 p:r k<j; Wcillbrot (en,:ros) von PT. 251-293 auf 312—352 per 103 kg. Australinchl ist von PT. 138—140 aut 175—180 per Sack von 65 kg auf dem loyalen Markt gestiegen; dasselbe Mehl Ist aus Aegypten zu £ 23,0 per Tonne dt angeboten worden. Im Lande 'gemahlenes Mehl ist ebenfalls gestiegen, von PT. 215, 233, 213, 2>3 aut PT. 235, 230, 255, 280 per Sick von 130 kg, Je nach Qirlllät. Rangoonrcis zog von PT. 191 nu» 232 per 100 kg an. Mimicln haben von PT. 438—537. aut PT. 535-546 per 130 kg angezogen. Der Zc rca 11cnma rkt. Im Januar wurden die geringsten Exporte an Zercallcn In der ganzen Saison gemeldet. Ea wurden 29 789 kg Korn ausgeführt, und zwar nur nach zwei Ländern, gegenüber 536 130 kg Im vergangenen Monat: •tAnrf * WoUt» •', »IM« . r»nrrh» , Inii««(imt Hfrt..0'^.»,.4..»-» Mtn.i14<>30 .-14 820? Hf- Peutschland 139;_—__ 139 kg^ Insgesamt YM 14830 148i0 2978J Ug Im Durchschnitt haben die Zere.iHenprelse an den letzten. beiden Tagen des ßcrkhtsmonats leicht angezogen, was die nachstehende Tabelle Illustrieren mag: Dezember Januar . . PT PT llauranwclzcn' lfO-192 182-191 Lokowclzen 168—174 — Oerstc , 131-135 132-137 Hirse 107-114 107-110 Kerscnneh 123-140 130—113 cinh. Erbsea 141-148 140-150 Dohnen 118-121 110—116 Sesam 275-2ai 23">—293 Unsen, rote 117-122 -117-122 _ weißq 153-164 161—183 „ gem. 131-148 144—147 Wahrscheinlich wird diese Preissteigerung noch bis zum April zunehmen, wo die Aussichten auf die neue Ernte sich gefestigt haben werden. — Immer noch bildet Durrha das größte Lager des Marktes, und sein Absatz leidet stark unter der Konkurrenz des sudanesischen Durrha, dis sich ca. 50 PT per Tonne billiger stellt (Ziko.) Der Jaffa-Ornngcn-Hnndcl Im Jnnunr. Im Januar wurden Insgesamt 272 600' KiMrn Jaffa Orangen direkt verschl.'ft. VA: Preise sind um ein Weniges gestiepen. Zum erstenmal nach dem Kriege gelangte durch die „Pardcss".Ocsellschaft eine Sendung von 3000 Kisten nach Rußfand, und es steht zu hoffen, dnß dieser Markt sieh In Zukunft noch entwickeln wird. Außerdem wurden Ladungen nach den skandinavischen Ländern via Hiiü versandt. Kleine Sendungen lind auch via Port Said In eine" Anzahl von Hafenstädten des Indischen Ozeans gegangen. Nach Shanghai gelangte eine geringe Menge palästinensischer Lemoncn. (Ziko.) Neue Industrielle Untcrno'imun<:cn In Tcl-Awiw. Der „Haarcz*1 veröffentlicht auf Orund einer Mitteilung der Handelskammer folgende Aufzahlung von In allerletzter Zeit in Tel-Awlw entstandenen neuen Industriellen Unternehmungen: I. eine Mehlmühle der Brüder Kazurin, 2. Schriftgießerei ..Oth", 3. eine Strumpfwirkerei „Ogcn", 4, eine Zigarettenfabrik „Rekord", 5. eine Splegelfabrik „Mnrah", 6. eine chemisch« Wäscherei und pärbcrcl „I lakochavv". Dlo Saldnnfobrlliatlnn in Pilüntlnn. Die Seldenfnhrlk von De IIIii er hat vor kurzem illc ersten Seldcnwaren fertiggestellt. Nunmehr wurde auch der erste lixport von palästinensischer Seide nach Aegypten zur Ausführung, gebracht. Die In Tcl-Awiw licrgeHtelltc Seide ist um ungefähr 30 <Vo billiger als die aus dem Ausland eingeführte, lleim parbprozeß werden die besonderen klimatischen Verhältnisse. Palästinas berücksichtigt, so daß die Seide keinerlei Bleiche durch die Sonne erfahren wird. Vom Tnbakmarkt. Dis offizielle;,Commcrcial Bulletin** schreibt: Zwischen dem Jüdischen, Tabakzüchterverband In Tel-Awiw und der polnischen Regierung werden die Unterhandlungen betr. Kaufs einer größeren Menge 1921er Ernte fortgesetzt. Eine pct,ciitcndc Zi/rarcttcnfabriKotions-rirma fn Palastina hat bekanntgegeben, daß sie bereit Ist, Palästina- Tabak zu den folgenden Preisen zu kaufen: 1. Orid PT. 23-25 per Kilogramm, 2. Orad PT. J5-T-17 per Kilogramm, 3. drad zu PT. 11—13 und 4. Orad 7u PT. 6 ner Kilogramm. — Per „Haarcz" berichtet, daß die bekannte TabnUflrnin Mnspero von der Tubakernte des Jahres 1921 gegen 7033 |<g bei den Jüdischen Tabaknflanrcrn und gegen 801)00 kg M Arabern gekauft hat. — Die Zigarettenfabrik Saimi, Frankfurt a.M., c ne der größten* Zigarettenfirmen Süddcutschlands, beabsichtig, wie das „Commcrcial Bulletin" weiter berichtet, einen Teil ihres Tabakbedarfs In Palästina zu kaufen, und hat Muster von Pallstinatabak verlangt. (Ziko) Eine Spfrltusbrcnncrcl In Haifa. Von mehreren Industriellen aus Oesterreich, der Tschechoslowakei und Rumänien wurde Im Verein mit einem angesehenen Haifaer Kaufmann eine Gesellschaft für die Errichtung einer Fabrik zur Hersteilung von Alkohol und Hefe gebildet. Das Grundkapital Her Gesellschaft, die demnächst von der Regierung bestätigt werden soll, bctrlgt dsrzelt £E 33 030. Die nötigen Maschinen sind bereits aus dem Auslände abtransportiert worden. Die tligilche Alkoholproduktion soll, abgesehen von den Nebenprodukten, gegen 5033 Liter betragen. . Ein amerikanischer Warcnkrodlt für Palüstlna? Wie dem „I I a J n t" aus New York berichtet wird, führt die neugegründetc Jüdische Schilfsgcseilschaft Amcrica-Palcstine Line Verhandlungen ml» dem Handelsministerium In Washington wegen eines großen Warenkredites an Palästina. Es handelt sich um Verkauf amerikanischen Bauholzes nach Palästina unter Ocwäliru-ig eines langfristigen Kredites. Das amerikanische Handclsml -.uictium (Depart nent of Commerce) sei gesonnen, vermittels der neuen Schiffslinie die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Amcrfka und Palästina zu Intensivieren. Neue Industrien In Palästina. Unter den verschiedenen industriellen Neugründungen in Tcl-Awiw seien folgende hervorgehoben: Eine Fabrik für landwirtschaftliche (lerite. die erste ihrer Art; , ein grofles Tcxtlluntcrnclimen mit 70 Webestühlcn. Dieses Unternehmen hat 500 Dunam Land erworben und will jedem Arbeiter 2 Dunam für kleine Landwirtschaft zur Verfügung stellen; ferner eine Oarnspinncrel, eine Stickereifabrik. enos Kleine Nachr-lcblen Prof. Albert E f n s t e i n , der dieser Tage In B u Aires eingetroffen Ist, wurde dort mit groBcn Ehren empfangen. Delegationen der Univcrsit.1t und wissenschaftlicher Gesellschaften begrüßten Ihn an Bord des Dampfers. Die Presse feiert einmütig den großen Oelchrtcn. Einst.-In wurde zum Ehrenmitglied der Akademie der exakten Wicsscnschaftcn ernannt. Der Bau der zwei neuen Brücken über den Jordan und und Jnrmuk an der Orcnrc von Transjordanleii und Palästina geht der Vollendung entgegen. Der Bau hat gegen acht Monate gedauert. In Jerusalem fand die Oründungsvcrsammlung der Vereinigung der ausländischen Pressevertreter statt. In dis vorläufige leitende Komitee wurden die Journaüjtcn Pictruschka, Silbir/weig-Kaspi und J. Braudcs gewählt. (Ziko.!) Dem südafrikanischen „Zinnist Rccord" wird mitgeteilt, daß der in Johannesburg verstorbene Isaac Soreson ein Siebentel seines Vermögens der Hebräischen Universität in Jerusalem vermacht hat. Das Togeblatt der jüdischen Arbeiter Palästinas wird „Dawar" (das Wort) lauten. Die Zeitung, die In der Druckerei des Hanoc!-Ha?air In Tcl-Awiw hergestellt werden wird, soll am 1, Juni zu erscheinen beginnen. Nach einer Mitteilung aus Frankfurt a.M. ist dort vor einigen Tagen Im Alter von 83 Jahren Herr Philipp Schiff verschieden. Der Verstorbene war ein Bruder des weltbekannten New Yorker Bankiers und Philanthropen J a co b Schiff, . Georg Brandes Die großen Tage folgten In letzter Zelt rasch aufeinander. Innerhalb zweier Wochen sah Berlin drei markante Ocstalt;!, des geistigen Lebens der Ocgcn wart. Zuerst kam Ken Kraus, dann Qeorg Brandes und kurz r.ach ihm Martin Du her. Zwischen den beiden jüngeren Kampfgenossen — trotz der Verschiedenheit1 sind sie ts, denn Jeder Ist auf seinem Oehlet ein Kämpfer — steht Qrorg Brandes »Is der AUersfürst. Eine Epoche verkörpert sich In ihm: Der Oclstcsjude, dem Europa Heimat wurde, weil er noch keine andere sah wie der Oehtjsweg des intellektuellen Juden, der vom Zeitalter der AulklSriiuij an, das auf sie folgende Jahrhundert durclicilt und die Kette nicht abreißen läfit bis zu unseren Tagen. Als ein Pionier, der vordrängt bis zur Schwelle unserer Zeit und zumindestens mit mächtigen Blicken in sie hiiicinleu;ht:t. wo er vor ih e:n starken Wachsen steht, das er wohl begreift, ohne mit:cn. In ihm miUulcben. So begrüßte er auch die Junge jüd.sche Universität, das Zeugnis dieses neuen Werdens. Wenn einer, der auf ein Lebenswerk blickt, In kurzem Vortrag die Ungezählten begrüßt, denen er Im Werk die Welt erschloß, so iat es vor allem die große symbolische llnndltiiiß. Aber auch im Vortrag fanden diejenigen, die seine früheren Schriften Über europäische Politik kennen, den Europäer des Traumes von der VöIkcrgercchtlg' eiL Und er, der Oariluldls Kämpfen mit Anteil '»i'»•», se "ei Weg von mehr als 4 und .In unserer schncllchlpcn Zelt von f.ift doppelt so vielen Ocucratioiicn überblickt, er sieht djs Auf und Ab der Ocschlchte. Er, der vor uns stellt, ziselierend und gestaltend und mit der Fackel der großen Vernunft mutet an wie ein Letzter der Enzyklopädisten, * Aber wer feiner hört, spürt noch etwas anderes mitschwingen. Nicht nur Wissen; es ist vielmehr das Werk, 'n einer kleinen Broschüre „Hellas einst und jetzt" stehen inmitten der Kapitel w>n ßalkanp^litik unvergeßliche Sätze, die davon zeugen: „Ni ht P-'ävina, sindern GtWchcmaml »it das. htittge Laud," Dss> heilige Lsnd der Wahrheit und der Kunst ist es für Ihn. OJer an einer anderen Stille trotz aller Kritik auch an einem Idol: Und dochl Und doch — welches I.Ich» I — Nicht Palästina .... und doch Pal/istlnn, Omd diese* Intensive Octäteslchen «ugt Ihr Ihn, Von daher kamen seit je die ersten, die Griechenland verstanden. Zuerst durch die r'ormklaiheil des eigenen Landes — zuletzt durch die innere Landschaft der Seele, Karl Kraut ist durch strömendes Künstlerhlut dem abstrakten Weg entrückt; ßuber durch den nie abgcr.s;encn Strom jikii. .. ns dem konm?rlc;i N-ncn veriunJcn. Von Brandes aber kann man ein Wort sagen, das er für seine Hilden hat: Anna vlrümouc canol Im steht als Motto über der Ouvertüre iu seinem — Voltaire. Ein Fels in. anstürmenden Fluten und jetzt in neuer Flut — neuer Welt. Verschieden von der seinen durch die andere Zusammensetzung der Dcnkmassc. Nicht daß sie nicht denkt. Aber sie denkt anders. Nicht mehr konthu'e c•< I. sjndern In starken Rippen, die Schiufeln sind und die Räume zwischen Ihnen ruhen und hören au' das, was von selber wachsen will. Die neue Welt will mehr Zelt zum Leben. Sic pßftgt, «ber sie sammelt, nicht mc.Hr, doch sie ehr! die Kämnfar, ' \ ' ' R. M.