Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 29-30 (8.4.1925)
- Date
- 1925-04-08
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Kf »30 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 273 Die Marslial! IC(Dinfferaez im Amerika Die Grundlagen der erweiterten Jewish Agency Die »oeben eingetroffene Nummer der „New Palestine*' & März enthält einen ausfuhrlichen Bericht Ober die ^sflUg. de« März, In New York stattgefunden zweite i.-uitR der sogenannten „Non-Partisan-Konferenz" Jtt dem Vorsitz von Louis Marslull. Der Bericht lautet: Mortholls Eröffnungsrede Mr. Louis Marshall gab als Vorsitzender einen kurzen Ueberblick über die vorjährige Konferenz und forderte die TipinR auf, ohne Verzug an die Durchführung der von Konferenz gcfaOtcn Beschlüsse zu schreiten. In «einer ^spräche widmete er besondere Aufmerksamkeit der traschen Lage der Juden in Osteuropa. i(Vor einem Jahre bestand noch die Hoffnung bei manchen m uns, die Schwierigkeiten mit Bezug auf die europäische yge könnten sich in den verschiedenen Lindern Europas ^$ttn. Wir hegten auch die Hoffnung, daß die Einj-lränkungsgcsctzgcbung des amerikanischen Kongresses beglich der Einwanderung In die Vereinigten Staaten .»ijilens nicht schirlcr werden würde als die Gesetze m 1921 und 1922 sie gestaltet hatten. Unglücklicherweise hat sich die Lage der Juden In Osttsropa nicht gebessert. Ich gebe die Hoffnung noch Immer licht auf, daß es zu einer Besserung kommen und daO, «nn die Minderheitsverträge Im Einklang mit ihrer wirklichen Absicht und Bedeutung durchgesetzt sein werden und die Völker Europas, welche diese Verträge und ihre Befolgung i'i eine Angelegenheit internationalen Interesses erklärt haben, »ch rur Erkenntnis der Notwendigkeit durchgerungen haben »erden, die Bestimmungen der Völkerbundakte zu beachten, jiB dann der schwere wirtschaftliche und sonstige Druck «Massen wird, unter dem die Juden dieser Länder seufzen. U% aber Amerika anbelangt, so muß Ich leider sagen, US die Lage hier keineswegs besser geworden, sondern «Iiilich verschlechtert Ist. Heute leben wir unter dem Einwanderungsgesetz von M2J, das Im vollsten Sinne des Wortes die Tore vor den isdcn Osteuropas geschlossen hat, die nach den ■ Vereinigten toaleo wie nach einem Zufluchtsort blicken, gerade so wie »aere Eltern hierher blickten, als sie ihre Geburtsländer :i verlassen wünschten, um in einem Lande der Freiheit zu Ata. Unter solchen Umständen ist es heute nötiger als je, seue Möglichkeiten zu linden oder zu schaffen, ein neues Land lafrubauen, in dessen Toren diese Männer und Frauen, die lätiüche Mitglieder der Gesellschaft werden wollen, die Mögktüceit haben, auf die jedes menschliche Wesen Anspruch hat. In Palästina wurden die Tore weit geöffnet Es gab uie steigende Wanderung nach dem Heiligen Lande, «ine Wanderung nicht nur von Chaluzlm, sondern auch von orthogen Juden, denen das Judentum teuer Ist und die!' Ihre MlSlon In aller Hingabe und Frömmigkeit üben. Sie verliehen, wie wichtig es ist, auf dem Lande zu leben, es zu kbaucn und gleichzeitig jene geistigen Werte dorthin zu fingen, ohne die auch das Heilige Land nur «Ine lecro Schale wäre. Die Zahl derer, die In Palästina Aufnahme finden, beläuft «h jetzt auf etwa 2000 monatlich. Wenn es uns gelingt, «e wirtschaftliche Lage zu verbessern, und Jenen, die Landschaft, Industrie und Handel ausüben wollen, jene Bar- ■>«el und Kredite zu schaffen, ohne die kein Gewerbe jtlührt werden kann, werden wir eine Möglichkeit haben, wie lern Volk vorher, ein Land aufbauen zu helfen und die 'Wfnung jener zu verwirklichen, die sich seit Jahrhunderten •Kh dieser Möglichkeit gesehnt haben. Was die Jewish Agency betrifft, so ist sie heute von «den anerkannt, die bisher nicht nur gleichgültig, sondern '«S*r feindlich dieser Methode, die Fragen des Heiligen Undes zu behandeln, gegenüberstanden. Viele früheren Ocgncr "«Ijren sich jetzt bereit, sich der Organisation oder besser Wif-I, der Neuorganisation der Jewish Agency auf un- Jftciisclier Grundlage anzuschließen, die das Wachstum und te Entwicklung Palästinas nach Jeder Richtung möglich *«hcn wird. Das Ist für mich ein ernstes Zeichen für den '»sehen Erfolg unserer Erwartungen. Viele von uns hatten Immer eine warme Empfindung Liebe und Verehrung für diejenigen, die Palästina wieder '«bauen wollten. Aber es gibt Unterschiede zwischen uns •st Bezug auf dli Orundlagc, auf der Palästina entwickelt »ffden soll. Auch wer die Frage nicht vom politischen «itehtspunkt behandeln will, anerkennt trotzdem, daß er » den Juden der Welt schuldig ist, das Land wirtschaftlich Jftiuen zu helfen, um den Tausenden, die ein Teil Palästinas!,"4 st>ner Entwicklung werden wollen, die Erfüllung dieses Wunsches zu ermöglichen. , E« gibt Menschen, die bisher allem Palästinensischen j'i feindselig gegenüberstanden, heute aber frei und ehr- ' erklären, helfen zu wollen, vorausgesetzt, daß sie sich w nicht einer bestimmten politischen Idee verschreiben, '■J «r sie nicht übereinstimmen. Für mich Ist es außeroentlich gleichgültig, aus welchen Gründen Jemand sich durchringt, bei dieser Sache zu helfen, wenn er nur . .C:e Worte Mr. Marshalls machten auf die Konferenz JUn Eindruck. Der Vorsitzende forderte sodann Mr. Fl ex- 'Witt?'' e'nen ^cr'cllt ü,Kr ^e E£0nomic Corporation zu v'f. Flexner gab folgende Information über Die Investment Corporation; q "Dle Gesellschaft wurde In den Vereinigten, Staaten auf der Gesetze des Staates Delaware organisiert und in! Nam"': Palestine Economic Corporation Das rL,,lsicrtc Kapital der Gesellschaft beträgt drei Millionen Z*\ Es wird beabsichtigt, In Kürze zur Subskription auf {l Anteilscheine aufzufordern - und zweieinhalb Millionen fy." Anteilscheine aufzulegen. Das provisorische Dirck- <v""> besteht aus: A, O. Becker, Chicago; Oscar Berman, ColU; Jicob Klllkopf, Philadelphia; David M. Bresslcr, (J/ork; David A. Brown, Detroit; Jakob Epstein, BaltirtJ/»BerM«l Flexner,"New York; Julius Fohs, New York; F"id, Newark; Louis J. Horowitz, New York; Louis E. Klrstein, Boston; Samuel C Lamport, New York; Herbert H. Lehman, New York; Louis C. Löwcnsteln, New York; Louis Marehall, New York, Walter E. Meyer, New York; James N. Rosenberg, New York; Retiben Sadowsky, New York; Ben Sclling, Portland; Julius Simon, New York; Lewis L Strauss, New York; Robert Szold, New York; Samuel Untcrmcycr, New York; Felix M. Warburg, New York, Samuel Zcmurray, New Orleans. Die Statuten der Gesellschaft sind so gefaßt, daß sie eine Erweiterung des Direktoriums leicht gestatten, so daß die Absicht besteht, es von seiner anfänglichen Zahl von 21 oder 25 Mitgliedern allmählich auf einen größeren Umfang zu bringen. Eine der Absichten, die die Gründer der Gesellschaft leitete, war von Anfang an, die in diesem Lande bestehenden Körperschaften, die sich mit wirtschaftlichen Unternehmungen in Palästina beschäftigten, zu vereinigen, und zwar die palästinensischen Unternehmungen des Wiederaufbaukomitees des Joint Distribution Committcc, die Arbeiten des Palestine Development Council und die Arbeiten der American Palestine Company. Diese Körperschaften % sind zusammengetreten und haben sämtlich Im Grundsatz zugestimmt, in die neue Gesellschaft einzutreten. Die palästinensischen Arbeiten des Wiederaufbaukomitees des Joint Distribution Committcc, mit vorläufiger Ausnahme der Unternehmungen einer Darlehcnsgcscllscliaft, die nicht in unserer Gesellschaft aufgehen soll, belaufen sich schätzungsweise auf 400000 oder 450000 Dollar. Sie bestehen aus 200000 Dollar bar, bestimmt für das Rutcnbcrg-Projckt, sobald es so weit Ist, um die Verwendung dieses Geldes zu ermöglichen; einem Anteil an der zentralen Genossenschaftsbank, die vor drei Jahren von dem Joint Distribution Committcc, dem Patcstinc Development Council, dem britischen Economic Board und der Ica gegründet wurden. Das Interesse des Joint Distribution Commltlec nn diesem Unternehmen bclänlt sich auf 50000 ägyptische Pfund, die In Form einer langlrlsllgcn Anleihe zu niedrigem Zinssatz vorgestreckt werden sollten. Etwa 75 Vo wurden eingezahlt und 25«/» bleiben noch abzurufen. Die Aktiva des Palestine Development Council betragen mehr als eine halbe Million Dollar. Diese Interessen bestehen aus der Majorität der Anteile dieser zentralen Genossenschaftsbank, aus verschiedenen Hypothekarforderungen in Palästina und den Anteilen einer Oesellschaft unter dem Namen: Palestine Cooperative Company. Die Werte der American Palestine Company bestehen aus etwa 100000 Dollar, wovon ein Teil in Waren besteht, die, wenn sie nicht in Bargeld umgewandelt werden, nicht In Betracht gezogen werden sollen, und Subskriptionen (unbezahlten Subskriptionen) auf Ihr Stammkopltnl, die noch' nicht abgerufen wurden. Sie wurde ursprünglich Im Hinblick auf ein Kapital von etner Million Dollar organisiert, wovon In runden Ziffern etwa 250000 Dollar eingezahlt wurden und etwa 750000 Dollar gezeichnet, aber unbezahlt blieben, wovon da« Komitee, das die Liquidation durchfuhrt, einen sehr großen Teil hereinzubringen und unserer Gesellschaft zuzuführen holft." Zum Schluß seines Berichtes gab Mr. Flexner folgende Erklärung: „Was das neue Geld anlangt, das die Palestine Economic Corporation zur Verfügung haben wird, so möchte Ich mitteilen, daß von einer kleinen Oruppc bereits erhebliche Summen zugesagt wurden, die wir noch nicht In Anspruch genommen haben. Wir möchten die Namen der Subskribenten und die Beträge nicht publizieren. Wir glauben, für diese Veröffentlichung Ist der Zeitpunkt nicht gekommen. Die Tat- Riirlie selbst «her läßt auf den Widerhall schließen, den wir hoffentlich finden werden, wenn wir zur Subskription auffordern werden," Mr. Flexner verlas auch die Namen der provisorisch bestellten Funktionäre der Palestine Economic Corporation: Bernard Flexner, Präsident, Mr. Louis Marshall, Vizepräsident, Colonel Herbert H. Lehman, Vizepräsident, Mr. Hyman vom Wiederaufbaukomitee des Joint Distribution Committcc, Sekretär. Der Posten des Schatzmeisters ist noch nicht besetzt. Col. Lehman ergänzte den Bericht Mr. Flexncrs und schlug vor, die Gesellschaft solle auf rein geschäftlichen Grundsätzen geführt werden, aber bis zu einem gewissen Orade in ihrem Appell das gefühlsmäßige Element mit dem des rein geschäftsmäßigen verknüpfen. Er betonte auch, der ■Erfolg der Gesellschaft hänge von der Zusammenarbeit aller amerikanischen Elemente des Judentums ab. Mr. Arclilbald Sllvcrman aus Provldcnce beantragte die Annahmedes Berichtes (einstimmig angenommen). Der Vorsitzende erteilte dann Mr.- Ellsha M. Friedman, dem Sekretär des Komitees für die Frage der Jewish Agency, das Wort zur Erstattung des Berichtes dieses Komitees. Mr. Friedman erörterte im einzelnen die Verhandlungen, die seit der letzten Konferenz im Februar 1924 stattgefunden hatten und zur heutigen Konferenz führten. ( Der Vorsitzende erteilte nunmehr das Wort Dr. Welzmann zu einer Erklärung über die Schritte In verschiedenen Ländern mit Bezug auf die Bildung der Jewish Agency. Welzmanns Rede Dr. Chaim Welzmann besprach kurz die Haltung der britischen Juden zur Jewish Agency. Er erklärte, die britischen Juden, vertreten durch den Board of Deputlcs und die Anglo Jewish Association, hätten sich bereit erklärt, in die Jewish Agency auf Grund der Oleichberechtigung "mit den Zionlsten einzutreten und sich einverstanden damit erklärt, daß die nlchtzlonistlschc Vertretung der amerikanischen Juden 40 «/o aller nlchtzionlstlschcn Vertreter umfassen solle. Der faktische Eintritt der britischen Juden In die Agency würde .aber nicht erfolgen, solange nicht der amerikanische Teil der Jewish Agency. endgültig gebildet sei. Dr. Welzmann fügte auch hinzu, daß in einer kürzlichen Sitzung des Board of Deputlcs dessen Statut so geändert wurde, daß es dem Board of Deputlcs den Eintritt in die Jewish Agency.ermöglicht Mit Bezug auf die britischen Kolonien und die Dominions, wie Kanada und Südafrika, bemerkte Dr. Weizmann, die Schwierigkeit bestehe dort in der Tatsache, daß es in diesen Ländern keine Nichtzlonlsten gebe und die Agency- Frage daher für sie eine rein zionistische Angelegenheit sei. Der Präsident der Zionistischen Organisation deutete an, daß Deutschland, Holland und Italien keine Schwierigkeit für die Bildung der vorgeschlagenen Jewish Agency bedeuten würikrn. In F rank reich sei die Frage jedoch noch ungeklärt und Im Stadium der Diskussion. Er drückte jedoch die Hoffnung am, daß, wenn einmal der Mechanismus der Agency In Oang gebracht sei, die Einfügung der französischen Gruppe In diesen Organismus leichter sein würde. Sodann erklärte Dr. Weizmann, die Organisation nlcht/lonistischcr Elemente der Jewish Agency sei viel schwieriger in den Ost 1 ändern wie Rumänien und Polen (während Rußland natürlich ausgeschaltet sei wegen der Unmöglichkeit freier Verbindung). Die Schwierigkeit liege in der ungeheuren Masse von Organisationen, Körp'^chaftcn und Ocmcindcn, die dort existierten. Die Aussichten seien jedoch sehr günstig, wenn man berücksichtige, daß die Agudah, die einen großen Teil des or hodoxen Julenuns vertrete, d.mtlch den Wuirch zur Mitarbeit am Aufbau Palästinas zeige. Dr. Welzmann drückte die Meinung aus, es werde leicht sein, eine feste Vereinbarung mit orthodoxen Vertretern des polnischen Judentums über den Eintritt in die Jewish Agency zu erreichen. Letzten Endes werde es nötig sein, einen allgemein jüdischen Kongreß In Polen einzuberufen, der alle zum Eintritt In die Agency bereiten Elemente umfaßt. Der Präsident der Zionistischen Organisation erklärte, dies werde zweifellos zum Erfolg führen. Mit Bezug auf Rumänien hätte die nlchUlonlstische Judenhelt von Trnnssylvanlcn und Rumänien einen Beschluß zugunsten des Eintritts in die Jewish Agency gefaßt. Ucbcr das sepbardisch-jüdische Element mit den grollen jüdischen Gemeinden auf dem Balkan, den Gemeinden an der Nordküste von Algler, Tanger und Marokko sowie anderen kleinen Gemeinden in Pcrslcn, Indien und dem Femen Osten, könne noch nichts Endgültiges gesagt werden, außer daß von Jerusalem aus, wo Vertreter all dieser Gemeinden leben, eine Bewegung eingeleitet wurde, um die sephardischen Juden für die Teilnahme an der Jewish Agency zu organisieren. Mit Bezug auf die Haltung der Zionistischen Organisation sagte Dr. Weizmann: „Ohne daß Ich mich rühmen wollte, muß Ich bemerken, daß die Zionistische Organisation es war, die, wie Sie wissen, die Last der Arbeit getragen hat und sie bis zu diesem Augenblick noch trägt. Ocwiß haben in den letzten drei bis vier Jahren hier und in anderen Lindern hervorragende Nichtzlonlsten mit bestem Willen und bester Wirkung geholfen, aber die wirkliche Aufbauarbeit Ist In den Händen der Zionlsten geblieben. Daher ist es leicht verstündlich, daß die Zionlsten gewisse Grundprinzipien gesichert sehen möchten, die Leben und Tod der Bewegung bedeuten und die Richtung anzeigen, in der sich Palästina entwickeln wird." Dr. Weizmann erklärte sodann, die Grundlinien der Agency und ihre« Statutes müßten bis zum August rechtzeitig für den Zlonlstcnkongreß fertig werden, sonst würde sich die wirkliche Gründung der Agency auf weitere zwei Jahre hinausziehen. Dr. Welzmann wies eindringlich darauf hin, daß die starke Entwicklung des Kcrcn Hajessod nicht vernachlässigt werden dürfe. Er sagte: „Für Palästina braucht man zweierlei Ocld. Das eine muß die grundlegenden Arbeiten besorgen, die für den Aufbau einer Heimstätte nötig sind. Die grundlegenden Arbeiten, die der Aufbau einer Heimstätte erfordert, sind ungefähr die folgenden: vor allem die Er- Werbung von Boden und die Ausleihung von Menschen auf dem Lande, liier handelt es sich nicht um einen Investltlonsfonds Im gewöhnlichen Sinne des Wortes, aber dies Ist d(e Basis, von der alle« andere abhängt. Als Ergebnis der Oründung dieser groflcn Gesellschaft werden sich die Slädtc Palästinas entwickeln. Industrie, Handel und Ocwcrbe haben ihren Sitz gewöhnlich In den Städten. Es wäre aber gefährlich, die Stadt zu entwickeln, ohne einen gleichlaufenden landwirtschaftlichen Fortschritt, der das Gleichgewicht zwischen Stadt und Land herstellt. Wenn wir Industrie und Handel durch Banken usw. fördern, würde dies bloß bedeuten, daß .wir den Preis des Bodens hlnaultrciben. Darum Ist es notwendig, daß sich der Keren Hajcssod parallel entwickelt, der zwar keinen sichtbaren Ertrag bringt, aber unumgänglich nötig Ist, landwirtschaftliche Kolonisation und nnderc grundlegende Voraussetzungen, wie Häfen, Eisenbahnen, Bewässerung und Aufforstung, ermöglicht, kurz all die materiellen Voraussetzungen, von denen die weitere Entwicklung der Stadt abhängt. D«rum legt die Zionistische* Organisation dns größte Ocwlcht auf die . Tatsache, daß diese Jewish Agency in gleicher Welse wie der Kcrcn Hajcssod den Aulbau Palästlnas zu Ihrer Hauptfrage machen soll. Diese Aufgabe muß mit den grundlegenden Arbelten beginnen, durch die die jüdische nationale Heimstätte begründet wurde, mit Landwirtschalt, Bewässerung, Einwanderung, mit d« Ansicdlung von Menschen auf dem Lande. Die Lage In Palästina hat sich, seit wir vor einem Jahre zusammengekommen sind, grundlegend geändert. Die Einwanderung hat sich verdoppelt. Statt tausend monatlich, kommen Jetzt zweitausend monatlich herein. Es besteht alle Aussicht — Ich sage es sogar mit ein wen« Sorge -, daß die Einwanderung weiter steigen wird. Ich filaubc nicht, daß Ich fibertrclbe, wenn Ich sage, daß die Einwanderung Im nächsten Sommer auf eine Ziffer von ungefähr 300Q anschwellen wird. Sehr viele orthodoxe Juden zeigen heute die deutliche Absicht, sich auf dem Lande anzusiedeln. In ganz Europa bilden sich Oruppcn von Leuten, die Boden kaufen wollen, besonders In Polen, wo diese Oruppcn nach Hunderten zählen. Sic kommen mit etwas Kapital, mit unbestimmter Hoffnung und relativ geringer Erfahrung Ins Land. Solange diese Einwanderung nicht organisiert und mit weiterem Kapital und Und unterstützt wird, droht »le, zu einer Panik zu führ—• ....