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Jüdische Rundschau · 1925-04-08 · Heft 29-30 (8.4.1925) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 29-30 (8.4.1925)
Date
1925-04-08
Page
– (sequence 9)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 207 u perez und die chassidischeldcologic ^IlSUdi du zehntel Wiederkehr voo Perez1 Ttdestig Von David Bergetson. perez stand zu HJupten der chassldischen Epoche, als btreits In der Agonie lag. Der Schein Ihres Unterganges V.% ,it gelb aufleuchten. Daher stammt der feiertägliche Lia bei Pf««. Dieser Schein gemahnt an viele brennende 1 VL^ die man In der Stube angez&ndet, bevor noch die w«e untergegangen Ut Der Wiek eines einfachen Menschen «tut »Ich unlöslich an derartigen Olanz. Das Interesse, * im Beschauer hervorgerufen wird, hat seine Wurzeln . Unterbewußtsein und erzeugt naives Vertrauen. FOr den j-eiclart-frommcn Juden Ist diese Beleuchtung unlöslich ver- 'itdtn mit religiösen Mysterien und sie erscheint Ihm verdicMlff. wcnn er "'c n'cn' dort gewahrt, wo er gewöhnt S» seine religiösen Bedürfnisse zu befriedigen. Er stellt Li« die Frage: Warum brennen sdton in der Dämmerung viele Kerzen? Es Ist doch nicht Jomklpur. Darum wird es verständlich, warum der gemeine Mann „ risch große« Vertrauen ru den Werken von Perez gewinnen ^,„K utid »le m lesen begann, ungeachtet dessen, daß Ihr filierter Inhalt ihm nicht besonder» klar sein konnte warum der fromme Jude in Per« Werken instinktiv erkannt hat, demgegenüber man sich sehr vorsichtig fi mit großem Mißtrauen verhalten müsse. Mcndele wurde von dem frommen Juden mitempfunden, tistijki und LiHenblum hörte er mit einem Lächeln an, wissend, daß er Abtrünnige von sich habe, die, dem j^c (rottend, eine „Pflaume mit sieben Würmern«» herunter» (.-Mucken und dcswcßcu In der kommenden Welt ihre gerechte jidlc erleiden werden, ScJiolcm Aleclicm hat er geglaubt 'i( einem wunderlichen Spaßtcufcl, der oft die Wahrheit M;t, wie einem primitiven Spiegel, in dem man manchmal (tlcfl kann, wie das eigene Oeslcht mit Ruß verschmiert ist. Prrez aber wurde sofort für den frommen Juden der billige Ooltseibciuns aus dem Tcufclsrcich, eine Art von fctigem Satan, der in sich wunderliche Möglichkeiten trägt od sich nicht scheut sich auf Erden in Ocstalt eines Itbcwcscns von Fleisch und Blut herumzufummeln. Schon tein ersten Werk von Pcrcz mußte der fromme Jude das* itlbe Oraucn empfinden wie beispielsweise vor dem Buch .Hasiel I lamalach", In dem zu lesen man Immer Gelüste empfindet, wiewohl es verboten ist. In dieser Hinsicht Ist Pdf« wirklich nicht weniger verführerisch gewesen: Seine traditionelle, ßottcslürchligc Darstellung hat den frommen mJcn bezaubert und Ihn verlockt, sich aufs Olattcis zu kalben, um dann In die vorbereitete Löwengrube zu fallen. Dieser Sturz in den vorberuteten Abgrund kam für den kamen Leser stets unerwartet. Erstens weil die epische Art von Pcrez betäubend wirkt und gleich tropischer Wärme «iljff macht und zweitens, weil der niederschmetternde Schlag, der Kern in einer Ocschichte von Pcrez, fast Immer rot in den letzten zwei oder drei Sätzen der Erzählung {(führt wird. So webt der Melamcd Joch an an sein „Schelo Iwajesch" ms leinstem chassidischen Stoff, doch wird sein himmlisches Gewebe In den letzten Sätzen In den Händen von Pcrcz cur ein Cancvas Irdischen Treibens — dadurch, daß man Ct. Arbeiter vor dem Verlassen der Fabrik durchsucht. So tritt in den letzten Sätzen von „Vielleicht noch höher" der Ncmirower von dem Picdestal eines Q o 11 e s dienert ai bedient einen Menschen, wodurch er „noch höher i'i In den Himmel" gelangt. Höher als die Gottheit wird «st einfache kranke Frau gestellt und der fromme Leser Salt tatsächlich Gefahr, hereinzufallen und zu glauben, daß •ich der Himmel wr der Erde verneigt Im allgemeinen: Erde, Erdhaftigkcit und irdisches OlQck » Oegcnsatz zu HimmcL Himmelshciligkcit und Paradies das war Pcrez' Hauptthema. Ihm war es gleichgültig, »le die Macht zu benennen sei, die sich zwischen den leidenden Menschen und sein Olück stellt. Nach alter jüdischer Ucbcr- Wcrung hat er oft jene Macht mit dem Namen Qott benannt '•"J sie gebeten, den Abgrund zwischen „Lämmern und Schlächtern" zu verschütten. Einmal gab er dieser Macht «wh den Namen „Wind" und ließ sich In einen Rechtsstreit Bit dem Wind ein, wobei Per« der Verteidiger des Menschen »ir. In „Misser" droht eine Frau: „Oott wird strafen" und *«ei läßt eine zweite Frau sagen, „Er darf nicht strafen". "«« vcrwlrlt die Ideologie des „sich ins Unvermeidliche EJ«i" und ruft zum Proteste auf. Bei jedem Konflikt fischen Oott im Himmel und den Menschen auf Erden »t bei Pcrcz der Mensch im Rechte. Der freieste chassidischc Gedanke, der in Bezug auf alte rationalistische Jüdischkeit in gewissem Maße revolutionär war, hat niemals die Orcnznachbarschaft' zwischen "ttischllchem und göttlichem Rech» zugeben können. Und *«m auch Lcvi Jlzchak fkrdlczewcr aufbegehrt gegen Gott B|l «einer Frage „Was willst Du von Deinem Volke Israel", er doch mit einem Lohgesang für „Oott den Herrn", J'hrcnd e« bei Pcrcz Immer In ein „Jisgadcl v/6 Jlskadesch" den „Menschen, den Herrn", ausklingt, j, 'm allgemeinen befinden sielt alle' im Irrtum, welche I Vt? für den Dichter der chassidisch-himmlischcn Traulichkeit zieht man den Inhalt seines Schaffens in Betracht, * £iuß man sagen, daß Pcrcz nur die Formen besingen Mt, Einem besonders schweren Irrtum verfallen die sotonnten Nachahmer und Nachfolger Petez*, die die chassidi- ^c Legende nachgeahmt oder wiedergekäut haben in der >lvcn Absich», auf diese Weise eine Art von kleinen Pcrczcn l1 werden, Pcrcz hat vielmehr bei der Wiedergabe der •''wi chassldischen Bilder diese verweltlicht, um sk: dadurch * Vergraben und Empörung hervorzurufen. Selbst Jörn Kipur JJ, entweiht werden, wenn Berl, der Schneider, die ganze . «'ic gearbeitet und nicht genügend verdient hat um Brot m<n zu können. Das Ist Pcrcz* Welse. < Merkwürdig bleibt, wie Pcrez alle Irregeführt hat, welche tW.V inunß ,im1, diö ,cme Atmosphäre von himmlischen . pniren durchsäusclt Ist, ober- und außerhalb der Irdischen l«en Hegt, merkwürdig, wie weit er von allen jenen Schreichassldischer Ocschlchten entfern» Ist, die geglaubt haben, •le es noch besser als Pcrez verstehen. w Vielleicht kein jüdischer Schriftsteller hat in dem Maße lnli»enen "nd Irdlsch-giistlgcn Problemen sich be- >i"l j wle Ker,de der «nruhlec Qc'st Pcrez, Man kann ^n> daß Pcrez alle Schätze der phantastlsch-chassldlschcn «"«genützt hat, um mit ihrer Hilfe den mystischen zu einen, Schemel für materialistische irdische Füße '"wandeln. Er hat den Himmel mit Irdischer Nahrung eine Stimme ruft* jn tler lüUjte bahnet einen lücg... 1. In den Dom des Königs nebukadnezar, Königs uon Dabei, 2. Hm lehnten des fünften tllonats, Im neunzehnten Jahre feiner herrfchcr|abre, kam tlebufaraden, den er gefetjt haue zum Oberften Uber die lelbroachter des Königs, mit ncuialtlficm Krlcgjuolk der Cbaltl.ler uor Jerufaletn. 3. Und brachen die mauern um die Stadt Jerufaletn rinn» umher und tierhranttieit das Daus des Herrn und zerftörten in fetter die Dätifer des Königs und die naufer der Großen. 4. Und den Urft des Oolkes, der Übt In nebllcben war In der Stadt, fUbrtc llebufaradan, der Oberfte Uber die letbwächter, hinweg neu Dabei. 5 Und waren nur uicnlne, die der Srtjürfe des Saniertes entronnen tnarcti oder der Oefangcnfdjaft und entflohen toaren aus Jerufaletn, ehe daß die ftiinde der Cbaldaer fte nefaßt hatte. «. Und die geflohen toaren mit Oenafa, Sohn Slmel, einem oon den Haupilemen, flehen mal flebrn an rterjabl, lll'fnnrr und fratien flohrn einen Can und eine tlamt lana durch den Brand und nanrb und die CrUmmer der Städte und fledten, bis dan fle hielten In einer Clnüde. Hilda marbien flf Haft. 7. Und hallen keine Dane, denn die Kleider, die fle an Ihren leibern truficn und «erbrochene Sneere und flnmnfe Sdtme-ter und was ne mltneMUrnnt hatten zum rtedMints der Toten Ihres fleifrti und Ulntrs, einer die 7lfmr feine« üaters und einer die arhrlne feiner Kinder und einer In der Urne das ölnt feiner Heilder. I. Und raßen da mit trrriffenrn öemündern In tlefer Oe» triihnls und 3erlinlrf*theit, ah wie Suchende, die des Codes harren, und fmmlenen, die m.tnner, die fMiien aber inehklagten und fchlurjen die UrUfte, und die Kinder fdirten. 9. Cs mar aber unter Ihnen einer, Cleafar, Sohn ladoli, den fic den rronheien nannten. 10. TlH er fah, dan flf fatt maren des Jammers und Ihres lenens tieritneIfrlten, da erhob er feine stimme und fnradu II. „IDas fttjrt Ihr da, n'elm folmen, die man des Codes «er« urteilt. Seid ihr dem Lintert der Chaltl.'ler entronnen, um hier lebrntltnm lelbes zn nerfnuien» mohian denn, flehet auf, ihr m.'lnner, nnfl bauet all hier Cure 7e'te und heft'l'et hier Cure Herker für Cu<h und Cure Minder, daß Ihr Stammu^er tnerrtet des Reite« nnn Israel I" U. Da antworteten die tninnrr: „Oerfnet fleh Dein ttlund, daft Du unterer fpoiteft) Oder hat der Herr Deinen Sinn nennlrrt. dan Du mit Irrer Jtinne Tedeft) Denn flehe: ölnt und nffhe und Knochen Ift nnfere habe, und nor uns breitet nrh a's ml« ein ftelnerner Panzer die Clnöde mit Sand nnrt Stern»" 13. eteafar aber fuhr fort zu redens „In den mutlofen 'prldit eine Stimme: SCfrkct die fdi'affen IMnde und ftraffet die ftraudielnden Kniet Sehet »liefe Clnöd»« Cner Borten Ift es und der Hoden eurer Dffter und CNcrsnaier. ein ne» belllnter üoden Ift es. So nehmet denn eure zerhrodienen lanzen und eure fdiartlnen Schwerter und fle foHen fein In Ctiren n;indrn tote Harke und rfttinfdiar »md Ihr NU damit furchen ziehen (n die fandlqe erde. Und das ülut eurer Coten, das Ihr In den Urnen habt, frhfittet darauf, daß es die d(irren Bdern feucht» und die Knodien eurer Coten bettet hinein, daß fle den Sdiollen Kraft neben, und die nfche eurer Coten flreuet aus, daß fle die erde dünge. Und famtnelt wilden lUelzcn der Steppe und werfet die Körner in die furchen. 14. Denn flehe, fo fprleht der Herr durdj den Ulund des Propheten« nelllo Ift dlefer üoden. den Ich euren Deiters» uütern und eud) und euren Kindeskindern rjenebeu, darauf zu wohnen. Und mag er fein flleld) der tDUfte — in der IVUfie follt lljr einen IDen bahnenl Und wo es muor dürre uewefen Iß, werden Drunnquellen fein und die lU.tffcrlcIn hin und wieder fließen. Und die Clnöde wird froblld) fein und das dürre Und frohlocken und wird aufblühen wie eine Uarzlffe. 15. So tuet denn mit dlefer ruitftenel, wie Ich eud) nehelDrn." lö. nachdem (leafar fo neredet, ton er uon datinen, die anderen zu tröffen com Heft Israels, die In die Uerge und das wllfte Und neftohen waren. 17. Und es war nach uleren lllonden, da lorj der rrophet desfelbtnen tVeges. lt. Und flehe: ll)o die flüdnlrjen flelagert hatten, da waren lebt mancherlei felder und ftanden hod) In Halmen und die Hehren darauf waren fdjwer und reich und geneigt wie Dolden der Canben, wie er nie dergleldjen gefeljen. Und daziuifdictt war ein üppiges Olliheu uon Olumen, die waren rot wie ölut und Ihr Odem war füßer, denn er le geatmet. l». Und aus leiten, die eines neben dem anderen ftanden wie ein feldlatter, kamen lliaiiner und frauen, flngeudeu * ntundes, bereit zur ernte. 20. Und wurden feiner anflcbtlg und grüßten Ihn mit Jubel und Segensworten: 21. mit unfern fingern mehr denn mit eifen und Stahl haben wir die furdjen gewühlt und Dlut und HftJje mehr denn der Saatkörner fenkten wir hinein - und nun flehe: es biegen fld) die Halme wie Weldenzwelge und aus einem Korn wurden ihrer taufend I 22. Da hob Cleafar feine Urme auf und redete laut: „Die Ihr gefaet mit Cranen und geerntet mit freuden und lachen, laffet uns lobfingcn dem, der uns dlefen üoden gegeben, fpredicudi eud) und euren Klndeskltuleen will ld) Ihn geben, darauf zu wohnen. Denn wahrlich: oebelllgt ift dlefer Coden. 23. Das Cote renktet Ihr hinein und es wnrde lebendig 21. Hus den örabetn der üäter bredjen beroor die Quellen der Kraft und aus der flfehe der Ulütter quillt der Odem des Lebens. 25. Und im tauben öefteln werden IDafferadern und dürre Schollen füllen (Ich mit Saft. 2». Und Ift nld)ts fo wüft, daß es nltbt ein tJarten werden könnte - fo ihr eud) Ihm nahet In liebe. \ 27. Hlfo Ift dlefer Coden lebens ooll und Ift lehens bereit . uon 0efcb!cd)t zu öefdjledjt. 21. Und ift wie eine Dluttcr und gibt Stärke den ermatteten Uli dem und Croft denen, die fld) bergen In ihrem Schöße." 29 Und fle baueten hier eine Stadt und nannten fte „Stadt unfern UUites**. Und wuchfen aus ihr Harke manner, Helden in Israel. 30. Und Cleasar Sohn ladok blieb wohnen In dlefer Stadt, bis fld) 'tfüllten die Jahre feines lebens und wurde allda begraben an der Stätte feiner tDelsfagung. Bertbold feiwel. gespeist und wenn sich der Himmel nach „Drei Oeschcnkcn" sehn», bringt er Ihm drei Tropfen alltäglichen menschlichen Leides . . . Percz wollte die herrschende erstarrte Jcnscltsldcologle zertrümmern und an Ihre Stelle eine neue Irdische setzen und wie Jeder Empörer, der die Dreistigkeit besitzt, Immer wieder von vorne anzufangen, verfugte er über einen großen Kräflcübcrschuß und verfiel oft In Irrtümer. Diese Irrtümer betrafen nicht nur die Lösung irgendeines gesetzten Problems, sondern auch die technischen Hilfsmittel, mit denen er das Problem anfaßte und den Stil, den er bei seiner Behandlung gebrauchte. Darum Ist Pcrez „viel — stilistisch** und viel — variiert". Darum konnte cs geschehen, daß er unter konsequenter Beibehaltung seiner Empörcrabslcht mehr nls einmal die Metlioden gewechselt hat, die zu dieser Absicht und zu einem Resultate führten. Im Orundc Ist er aber Immer der Olclchc geblichen, der mit seinen echten Mllleu-Ocuclilchlen begann und mit solchen schlofl, die das gewöhnliche Volk als echt mystisch empfand. Er wechselte Immer wieder die Kleider, denn er besaß clnc groüc Garderobe. Seine liebste Arbeit war: Aufbauen, Zerstören und Wiederaufbau nach einem neuen Plan. Und wie jeder wahre Meister, verstand er, das kleinste Bausteinchen als Mittel zur Erreichung des gesteckten Zieles zu verwenden. Möge cs sich um den Ziegenbock handeln, dessen Hörncr bei Pcicz bis zum Himmel wachsen, wo man sie stilckcwcts abschneidet, um aus ihnen Tabaksdosen zu machen. (Im Orundc der Schmerz des modernen Menschen.) Oder der fromme Jude, der sich weigert, Hawdalah zu machen und nuf diese Welse glaubt, den menschlichen Sabbat auf der Welt festzuhalten, als oh Pcrcz das schreckliche Lebensgesetz von schwarz und weiß nicht kennte und nicht wüßte, daß der siebente Tag nur dann Sabbat Ist, wenn ihm sechs schwere Wochentage vorangegangen sind. Er liebte bei der Wahl seiner Mittel zu flanieren, genau wie er cs liebte, an n.iflncbllgeii Tagen in den Warschauer Straßen ziellos elnlierzuschlciulcrn. Und dabei klagt er Ober die Rationalisten, welche „sein Thema" nicht verstehen... Keine Angst vor dem Tändeln haben, ist das Hauptkennzeichen der großen Empörerwucht. Er begann, vollendete nicht und zerstörte sogar den modernsten chaisldlsch-frommcn Himmel und vom irdischen Standpunkte aus bewies er seine Widersprüche. Er war zu sehr mit Empörerwucht erfüllt, als daß er ein ausgeglichener Schöpfer hatte werden können. Aber, trotz alledem ha» Pcrcz viel ausgeglichene Künstler überlebt und wird noch sehr viele überleben. Es Ist höchste Zelt für die Einsicht: revolutionäre Wucht Ist. ewiglich mit Jungsprießendem Leben verknüpft — sie stirbt niemals I (Aus dem Jiddischen Manuskript übersetzt.) . A. M. Stcnzol, der am 11. April in den Sophiensalcn auf dem von der Qrunpc der Zionlsten aus dem Osten veranstaHclcn literarischen Abend aus eigenen Werken vorlesen wird, Ist Gegenstand einer längeren Studie, die Dr. Abraham Suhl vor einigen Wochen in der Leipziger Jüdischen Zeitung veröffentlichte. Suhl weist darauf hin, daß Stcnrcl, erd- und naturnah, einen in der modernen Jiddischen Literatur ungcsvöltnllclieii Typus repräsentiert. Suhl schließt seinen Aul. satz, In dem er von ihm selbst besorgte UebersctzunRcn von Ocdlchtcn Stcn/els veröffentlicht, mit den Worten: „Noch ist der nrlmlllvc Urklaug, die erste Nacktheit unter unsl I Urtcn slnccn neue Lieder und cs sind die allen Psalmen. Immer noch wird David aus unserem Blute geboren. Und er spiel» und er »anzt. Und Leid und Sünde und Vcrzweif. hing sind nur Figuren, Taiufigurcn Im Tanze vor dem Ewigen. Die Wunder und die biblischen Ocschlchten hören nimmer auf, solange Dichter leben werden." Jiddisch-Akademisches Institut. Ucbcr dieses Thema sprach der Jiddische Publizist Nachum Stlff am 4. April Im Scholcm-Alcchcm-Klub. Der Referent regte die Gründung eines derartigen Instituts als Krönung des blühenden jiddischen Schulwesens In Osteuropa und Amerika an und schlug die Einrichtung von vier Abteilungen, für jiddische Philologie. Püdagoffik, Ocschlchfc und SozialÖkonomic vor. Herr Stlff teilte mit, »daß Im September ein Kongreß der jiddischen Wissenschaftler stattfinden werde, der sich mit dem von Stlff angeregten Plane beschäftigen wird. — Ob der Umkreis, der dem zu gründenden Jiddisch-akademischen Instltu» zugewiesenen Themen nicht besser dem Arbeitsgebiet der Hebräischen Universität In Jerusalem überlassen werden sollte, Ist eine Frage, die Jedenfalls der Beachtung wert erscheint M. W. Dlo Freie jüdische Volkshochschule zu Berlin hat die Mcbrälsche Universität zu Jerusalem mit einem hebräischen Glückwunschtelegramm begrüßt t

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