Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 29-30 (8.4.1925)
- Date
- 1925-04-08
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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i».«21 7UEDISCHE RUNDSCHAU Seile 205 Mose, der Maina Gottes Aus den Sagen der Juden / Von Micha Josef bin Gorion Der Traum Pharao« Es begab steh Im hundcrtdrciOigsten Jahr, nachdem die i-adtr I"*cJ nicn Aegypten gekommen waren, da halte mno folgenden Traum. Er saß au! seinem Throne, und \ tJ die Ausen erhob, siehe, da stand ein greiser Mann Z ihm; In Hand hielt der Alte eine Wage, wie sie Krämer brauchen zum Wägen. Er hängte die Wage 1| nahm alle Acltcslcn Aegypten«, seine Fürsten und Vor- 'fhmen, band sie zusammen und legte sie In die eine ' .,ie der Wage. In die andere Wagschalc aber tat er , kleine* limmchen, und siehe, da» eine Lamm wog «ehr als die Häupter Aegyptens alle. Di erstaunte Pharao „b diese» Gesichtes. Er erwachte, und es war ein Traum. D:s Morgens stand Pharao frühe auf und erzählte den T.,um seinen Dienern; die wurden von groOcr Furcht erlitten. Und der König sprach zu seinen Weisen: Deutet L das Oesicht, daß ich es verstehe. Zu der Zelt war Vfjm ben Beor am Hofe Pharaos, und er war sein weisester Ratccber. Er sprach: Es ist nicht anders, als daß ein groOca ^hcil über Aegypten hereinbrechen wird, wenn die Zeit «lullt ist. Denn siehe, ein Sohn wird unter den Hebräern «boten werden, der wird dein Reich zerstören, vernichten % die drin wohnen, und mit starkem Arm Israel aus Atnptcn führen. Und nun, unser Herr und König, wollen »ir einen Rat ersinnen, wie wirdi« Hoffnung und den Olaubcn der Juden zuschanden machen. Wolltest du die Kinder litiel durch Feuer vertilgen, du möchtest es nicht; denn fer Gott hat den Erzvater Abraham errettet aus dem SchmelzjjtB Chatdias. Denkst du, sie mit dem Schwerte umzutilgen, es würde dir nicht glücken; ward doch der Erzuttr Isaak vor dem Schwerte bewahrt und an seiner Statt da Widder geopfert. Wähnst du, sie niederzudrücken durch Frondienst und schwere Arbeit, du erreichtest dein Ziel sieht; der Erzvater Jakob wurde von Laban als Knecht {ehalten, und doch schlug es zu seinem Glück aus. Ocfällt ti aber dem Könige, so lasse er Ihre Knaben, die jetzt und Wrderhln geboren werden, Ins Wasser wcrlcn; so wird ti dir gelingen, ihre« Namens Ocdächlnla ausmerzen, denn keiner ihrer Ahnen hat je diese Prüfung bestanden. Dieser Rat Bilcams fand Gnade vor den Augen Pharaos, «ad er Heß ausrufen und verkünden Im ganzen Lande Argyplen: All« Männliche, das den Heb« Sern geboren wird heute und fürder|iin, das werde in den Nil geworfen! Als die Kinder Israel den Befehl Pharaos vernahmen, da trcrmlen sich die meisten aus dem Volke von ihren Weibern, «ad nur wenige blieben mit ihren Frauen zusammen. Und reu d<"tn Tage an und weiterhin, wenn die Weiber dieser »tnigen gebären sollten, zogen sie aufs Feld hinaus und umen da nieder; danach ließen sie die Neugeborenen draußen im Freien liegen und kehrten selbst in Ihre Hütten zurück. Oer Herr aber, der den Vätern' einst verheißen hatte, den Siraen Israels zu mehren, sandte zu jedem Kinde einen imttuenden Engel; der wusch die Kleinen, rieb sie, salbte w, wickelte »je und reichte ihnen zwei Steine dar: von im einen sogen »le Milch, voq dem anderen aber floß Honig In ihren Mund. Und Oott Heß jedes Einzelnen Hauptbar lang wachsen, denn er erbarmte, sich ihrer. Danach jthnt er der Erde, und sie öffnete ihr Maul und nahm sie uf in Ihrem Schöße, sie zu bewahren, bis sie groß geworden wären. . Also lagen die Kleinen im Innern der Erde. D'c Aegyptcr »gen mit Ihren Ochsen aufs Feld und pflügten den Acker; ii« streuten die Saat aus und fuhren mit der Egge über den Boden, allein sie vermochten den Kindern untet der Erde keinen Schaden zu tun, vielmehr gediehen diese und wurden jrc-5 und stark. Danach tat die Erde wieder ihren Schlund ml und spie die Knaben aus; sie traten ans Licht, wie das Knut des Ackers hervorkeimt, und kehrten zurück, ein jeglicher In seine Gemeinschaft und in seines Vaters Haus. Die Geburt Mose» Und e« begab sich zu der Zelt, daß der Ocist Oott es Jttict über Mirjam, die Tochter Amrams und die Schwester Airon<, und sie weissagte und sprach: Es wird ein Sohn •««echen von meinem Vater und von meiner Mutter, der »ifd Israel erlösen aus der Hand seiner Bedränger. Als faitim die Worte seiner Tochter hörte, machte er sich '•d und holte sein Weib zurück, denn er hatte sie, als phiraos Mordbefehl ergangen war, vertrieben. Er ging zu ein, und sie ward schwanger, und ab sieben Monate w waren, gebar »le einen Sohn; da ward das Haus voll Lieht, hell wie vom Qlanz der Sonne und des Mondes, *«an sie strahlen.- Und das Weib verbarg den Knaben drei W^nate lang im innersten Ocmach. Damals pflegten die Aegyptcr, um die In den Häusern vt'borgenen Kinder der Juden aufzuspüren, so zu verfahren: lieflcn Ihre Frauen nach Gosen gehen, und die trugen 4,e eigenen Säuglinge auf dem Rücken. - Kam nun eine Sterin mit Ihrem Kind vor das Haus eines Israeliten, " dem ein Knabe verborgen war, so reizte sie ihr Kind, dnü * lallte, und In dem Augenblick begann auch der Knabe, im Innern des Hauses versteckt lag, seine Stimme tJ erheben und zu weinen. Darauf schickte Pharao dann w" Hascher, und die griffen die unschuldigen Kindlein. . Also wurde auch die Ocburt des Sohnes Amrams ruchbar 81 Hause Pharaos. Da nahm die Mutter eilends den Knaben,?*n bevor die Häscher kamen, machte ein Kästlein aus *Nlff\>hr, verklebte es mit Erdharz und Pech und bettote s" Kind hinein. Dann legte sie das Körbchen Mi das Schilf J5 Ufer des Stromes. Seine Schwester Mirjam blieb von Ct' Ferne stehen, um zu erfahren, wie es ihm ergehen m ob ihre Weissagung sich erfüllen würde.• . DcsscIMgen Tag« Heß Oott einen Glutwind über Junten kommen, der »engte das Fleisch der Menschen, F!8 "inen bange wurde, und alle Aegyptcr stiegen zu dem >*< hinab, um zu baden. So kam auch Bathja, die £h>er Pharaos, an das Ufer des Nils und erblickte im das Kistlein, in dem der Knabe, lag. Sie ließ es 7° Ihrer Magd holen, öffnete e« und fand darin da» Kind, «einte. Da Jammerte' et tie, und »le sprach r E» I« (Aus dem unveröffentlichten Nachlaß) der hebräischen Kinder eins. Und alle Weiber Aegyptens, die am Ocstadc clnhcrgingcn, die wollten den Knaben säugen, allein er mochte die fremde Brust nicht nehmen; denn das war vom Herrn ausgegangen, daniit der Knabe zurückkäme an seiner eigenen Mutter Brust. Mirjam sah das «lies und sprach zu der Tochter Pharaos: Soll Ich hingehen und der hebräischen Weiher eine rufen, die da singt? Die Tochter Pharaos antwortete: Tu das. Und die Jungfrau ging und rief die Mutter de» Knaben. Hnlhja sprach nt dem Wclbc: Nimm das Kimllcin und niihrc c»; Ich will dir Lohn gehen, zwei Silberlinge den Tag. Nach Ablauf von zwei Jahren brachte Jochcbcd den Knaben zur Tochter Pharaos, und er ward Ihr Sohn. Sic hieß ihn Mose, denn, sprach r.ic, Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen, Als der Knabe drei Jahre alt war, da begab es sich, daß Pharao b:i Tische saß und speiste; zu seiner Hechten thronte Alpharanith, seine Oemahlin, und zu seiner Linken seine Tochter Bathja, den Knaben Mose auf dem Schoß. .Bileam ben Beor mit einen zwei Söhnen und alle Pürsten des Königreiches saßen ebenfalls an der Tafel vor dem Könige. Da streckte der imisdc Mose seine Hand aus, ergriff die Königskronc vom llauplc Pharaos und setrte sie sich auf. Diese Tat des Knaben erweckte Entsetzen beim König und seinen Fürsten; Schrecken packte den Herrscher und die Oroflcn, und alles war bestürzt und verblüfft. Pharao sprach ru seinen Ratinannen: Was dflnket euch, wie »oll ml* dem Knaben verfahren werden, der solches getan hat? Darauf antwortete Bileam ben Beor: Mein Herr und König, gedenke des Traumes, den du geschaut hast vor langer Zelt, und den dein Knecht dir deuten durfte. Das Ist ja der« hebräische Knabe, vor dem du gewarnt worden bist, und gefällt es meinem Herrn und König, so wollen wir sein Blut auf die Erde gießen. Pharao jedoch antwortete: Wir wollen noch die Richter Aegyptens und die Weisen hierher bescheiden und darüber befragen. Unter den Weisen Männern aber, die nun vor den König kamen, war auch ein Engel des Herrn in der Ocstalt eines der Ratmanncit. Der König sprach zu den Welsen: Ihr wißt ja, was der hebräische Knabe, der hier Im Schlosse Ist, begangen hat. So und so hat Bileam In dieser Sache entschieden, und nun richtet auch ihr und erwägt, was für ein Urteil den Knaben treffen soll. Da Antwortete der Engel, der die OrslfiU dos Aegyplrr* angenommen hattet l»t'n drin König recht, so lasse er Edelsteine herbringen n id glühende Kohlen: beides so'l vor den Knaben gelegt werden. Streckt das Kind seine Hände nach den kostbaren Steinen aus, so wissen wir, daß er seine Tat mit Vorbedacht getan hat, und er muß sterben. Tasten »eine Finger aber nach den brennenden Kohlen, dann, hat er, ohne zu verstehen, was er tat, jenen Frevel begangen und kann leben bleiben. Der Rat fand Gnade vor Pharaos Augen, und er tat danach und ließ einen Edelstein und eine glimmende Kohle vor den Knaben bringen. Mose wollte nun die Hand ausstrecken, den köstlichen Stein zu greifen, aber der Engel lenkte seine Hand auf die Kohle, und Mose ergriff sie, und sie brannte in seiner Hand. Und er nahm sie zu sich und steckte sie In seinen Mund; da Versehrte tle seine Lippen, und er bekam eine schwere Zunge. Der König und die Fürsten sahen allem zu und erkannten, daß der Knabe nicht aus besonderer Weisheit nach der Krone die Hand erhoben hatte;-sie ließen ab von dem Plan, das Kind ums Lebens zu bringen, und der Knabe Mose wuchs auf in Pharaos Hause und nahm immer mehr zu, und der Herr war mit Ihm. Mose im Mohrenland Zu der Zeit brach ein Krieg aus zwischen den Mohren und denen von Kcdcm und Aram, welch letztere sich gegen die Herrschaft der Mohrcnkönlgc aufgelehnt hatten. Der Mohrenkönlg KikAnos zog mit einem mächtigen Herr gegen die Auf. rührcrischen aus, um sie von neuem unter seine Gewalt zu bringen. Für die Zeit des Krieges aber überließ er daheim die Aufsicht über die Hauptstadt und die Orcnzcn des Landes dem Zauberer Biliam ben Beor, der von Aegypten an den I lof gekommen war. Und Klkanos war siegreich gegen seine Feinde; er schlug sie aufs Haupt, nahm sie gefangen, machte sie sich aufs neue Untertan und legte ihnen hohe Steuern auf. Inzwischen aber wiegelte Biliam das Volk der Mohren gegen ihren Fürsten auf und bewog sie, Kikanos, wenn er zurückkäme, nicht mehr einzulassen. Die Mohren willigten alsbald darein, ernannten Bileam zum Herrscher Ober sich und machten seine zwei Söhne zu Feldherren. Alsdann befestigten sie die Stadt und erhöhten von zwei Seiten die vor. handenen Mauern um ein Beträchtliches; an der dritten Seite ließen sie die Stadtmauer, wie sie war, gruben aber tiefe Gräben bis zu dem Strom hin, der das ganze Land umgab, und leiteten das Wasser in die friscli angelegten Oräbcu. Die vierte Seite der Stadt schützten sie dadurch, daß sie durch Zaubcrmittel und Flüsterworte Schlangen herbeilockten, die dann an der Stelle blieben. Ak nach beendetem Ktlcp.e Klkwm 1« »ein Land iiitQckkehrtc und sich der Hauptstadt näherte, sahen er und seine Streiter die neuen hohen Mauern vor dem Eingang errichtet. Sic sprachen zueinander: Da wir so lange wcggcbllchcn waren, hielten sie uns für besiegt und glaubten, wir kämen nicht wieder; sie haben sich aber vor Ucbcrfüllen der Kanaanltcr gefürchtet und deshalb die Festungsmauern erhöht. Sic riefen den Stadtwächtcr zu, sie einzulassen, die aber weigerten sich, dem Befehle Bilcams, Ihres neuen König«, gehorchend. Ja, die Einwohner der Stadt machten einen Au.il.ill und fingen einen Streit an mit dem, der bis dahin ihr Fürst gewesen war. Von dtn beiden nicht befestigten Seiten versucht Kikanos in die Stadt einzudringen, aber vergeblich: hier fanden seine Krieger im Wasser den Tod, und dort fielen sie den Schlangen zur Beute. Also ließen nie von Angriffen ab und verharrten still vor der Stadt. Neun Jahre lang sollte die Belagerung dauern. Zu dieser Zelt war es, als Mose vor Pharao die Flucht ergreifen mußte, well er einen Aegyptcr getötet hatte. Es fügte »Ich aber, daß er In das Lager Kikanos' kam, als dieser vor »einer Festung lag.- Der-König und seine-Fürsten sowie alle Streiter gewannen Mose Heb und verehrten ihn hoch, denn er war wie ein Löwe stark und mulig, sein Angesicht strahlte wie die Sonne, und in seiner Weisheit wurde er erster Ratmaun des Mohrcnkünlgs. Nach neun Jahren aber geschah es, daß Kikanos von der Krankheit befallen wurde, an der er sterben sollte, und am siebenten Tnge danach seinen Geist aufgab. Da salbten ihn seine Diener und begruben ihn vor dein Slntlttore, das gen Aegypten führte. Nachdem sie aber Ihren König zu Qrabc getragen hatten, ver/agten die Streiter an dem Krlr-gc und sprachen zueinander: Neun Jahre liefen wir schon hier auf wüstem Felde, fern von unsern Weibern und Kindern. Führen wir den Kampf weiter, so kommen wir um, bleiben wir hier uutällg sitzen, so sterben wir gleichfalls. Also entschlossen sie sich, einen König zu, wählen. Sie fanden unter sich aber keinen, der würdiger gewesen wäre, die Krone zu tragen, als den Mann Mose, der ihr Helfer gewesen war. Am siebenten Tage nach der Ernennung Moses zum König versammelten sich die Edlen der Mohren vor dem neuen Herrscher und sprachen zu ihnen: Herr, gib uns nur einen Rat, wie wir diese Stadt zurückgewinnen, die wir so lange vergeblich belagern, Mose antwortete: Wollt ihr auf meine Stimme hören und nach meinen Worten tun, so wird Oott die Hauptstadt in unsere Hände fallen lassen. Ich will euch aber einen ganz neuen Weg dazu weisen. Ocht alle in die Wälder, und ein jeder hole von da ein Storch, küchlcln. Diese habt ihr wohl zu hüten und großzuziehen, alsdann müßt ihr ihnen einen scharfen Flug beibringen, wie ihn Habichte haben. Dieser Befehl des Königs wurde alsbald befolgt. Als die Vögel ßroß geworden waren, befahl Mose, sie drei Tage hungern zu fassen; danach sprach er zu den Mannen: Greift zu cuern Waffen und gürtet die Schwerter um die Lenden I Ein jeder besteige sein Roß und nehme den Storch, den er großgezogen hat, in die Hand. Wir wollen einen Angriff auf die Stadt machen von der Seite, wo die Schlangen den Zutritt verwehren. Alles geschah, wie Mose befohlen hatte. Als das Heer an die Stelle kam, wo die Schlangen waren, rief der König: Ein Jeder lasse den Storch los, den er Im Arm hältl Da flogen die Vögel auf die Schlangen, griffen sie auf und ver/chrten sie, daß In kurzem keine Otter mehr zu sehen war. Nun jauchzte das Volk vor Freude; sie schritten jubelnd auf die Stadt zu und nahmen »le Im Sturme ein. l.lfluimlert Mann ficlrn «n dein Tage von den Einwohnern der aufrührerischen Stadt, Die Angreifer aber hatten keinen einzigen Mann verloren, Nun suchte ein jeder der Heimgekehrten sein Haus auf und begrüßte sein Weib und seine Kinder. Bileam aber der Zauberer, «eine zwei Söhne und seine acht Brüder öffneten eines von den Toren der Stadt und ergriffen die Flucht, als sie sahen, daß ihre Macht dahin war. Sie kchrtcji zurück an den Hof des Pharao. Das sind die Zauberer und Zcichcndcutcr, von denen es Im Buche der Thora heißt, daß sie Mose gegenüberstanden, als Oott die Plagen über Aegypten brachte. Vierzig Jahre regierte Mose über das Mohrcniand. Da berief die Qcmnhllti des verblichenen Königs Kikanos eines Tages Ihre Vertrauten und sprach zu ihnen: Was habt Ihr bloß getan l Vierzig" Jahre lassen wir uns von einem Fremdling beherrschen, der nicht unseres Dlutcs ist und unsern Göttern nicht dient. Seht, da ist mein Sohn Manachms herangewachsen; der möge über euch König sein. Ist es nicht besser, Ihr dient dem Sohne eures Fürsten, als daß Ihr einem Frcmdstämmlgcn Untertan seid, einem Knecht des Königs von Aegypten I Das Volk der Mohren gehorchte den Worten der Königin und rief Manachms, den Sohn Kikanos' zum Fürsten aus. Da sie aber des Eides gedachten, den sie Mose geschworen hatten, so taten sie Ihm nichts zuleide, sondern gaben ihm viel Ocschcnke und ließen ihn mit großen Ehren von hinnen ziehen. N Mose in Midian Also verließ Mose dns Mohrcniand und wanderte fürbaß. Er zog nach dem Lande Midian, denn er fürchtete sieh davor, nach Aegypten mück zukehren und vor Pharao zu treten. In Midian angekommen, setzte sich M<v.c an einen Brunnenrand und ruhte aus von der Fahrt. Währenddessen kamen sieben Töchter des Midlanitcrs Rcgucl vorbei, die die Schafe Ihres Vaters weideten. Sic wollten Wasser schöpfen, um die Tiere zu tränken, allein midianillschc Hirten vcr. traten ihnen den Weg und vertrieben die Mädchen. Da erhob sich Mose, Ihnen zu helfen, und tränkte die Schale. Die Jungfrauen eilten zu ihrem Vater und erzählten ihm,. was sich mit ihnen begeben hatte. Sie sprachen: Ein ägyptlschcr Mann hat uns vor den rohen Burschen beschützt. Da sprach Rcgucl zu seinen Töchtern: Warum habt ihr den Mann nicht zu uns ins Haus gebeten? Und er Heß alsbald Mose boten, führte Ihn in seine Hütte und gab ihm Brot zu essen. Hierauf erzählte Mose seinem Wirte von seiner Flucht aus Aegypten, und daß et vierzig Jahre Irivr K<S«lg der Mohren gewesen war, und wie Ihn das Volk mit lihren hatte ziehen lassen, Als aber Rcgucl diese Geschichte vernahm, sprach er In seinem Herzen: Ich will diesen Menschen einsperren und gefangensetzen; so werde Ich mir das Volk der Mohren zugetan machen, denn offenbar hat er vor ihnen flüchten müssen. Und er warf Mose in eine Grube. Also schmachtete der Sohn Amrams zehn Jahre laug in einem Erdloch. Aber 'die Tochter Rcgucls, Zippora, gewann Ihn lieb und versorgte Ihn heimlich mit Speise und Trank. Nach Ablauf dieser langen Zeit sprach Zippora ru ihrem Vater RegucI: Daß doch niemand nach dem hebräischen Mann fragt, den du damals vor zehn Jahren gefangen genommen hastl Wollen wir doch zu ihm hingehen, mein Vater,' und sehen, ob er noch am Leben Ist. Rcgucl erwiderte: Ist» denn möglich, daß ein Mensch, der zehn Jahre lang In einer Qrubc liegt und nichts zu essen bekommt, am Leben bleibt? Da antwortete Zippora Ihrem Vater und sprach: Hast du denn nicht gehört, mein Herr, wie groß und mächtig der Oott der Hebräer Uf, und wie er alle Zelt an Ihnen. Wunder tut? Er war es doch, der Abnm,