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Jüdische Rundschau · 1925-04-08 · Heft 29-30 (8.4.1925) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 29-30 (8.4.1925)
Date
1925-04-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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ffr.»90 3UEDISCHE RUNDSCHAU Seite 26! Der große auif dem Skop« (Telegramm unsere« Korrespondenten.) A.O. Jerusalem, 4. April 1925. pje Eröffnungsfeier auf dem Skoput verlief bisher In (.c|chncier Ordnung und in außerordentlich gehobener 2* enthusiastischer Stimmung. Bei der Eröffnung am;, iprll warcn C'WI 8000 Menschen anwesend, die zum Teil '' Abhing des Berges bedeckten, da das Amphitheater nicht , (utnehmen konnte. Die Ordner hatten begreiflicher- *ie genug Arbeit, die andrängenden Oästc zurückzuhalten, iflen Teilen des Landes, zum Teile sogar zu FuD, " ^geeilt waren. Selbstverständlich war die Straße mit ^tm ununterbrochenen Zuge von Airtos völlig bedeckt Der Eröfinungsokt «,,! verlief außerordentlich wirkungsvoll und enthusiastisch. *Jt Amphitheater erwies sich als SuDcrst zweckmäßig und Lüsen, ganz abgesehen von seinem Imposanten archllck- ^lKhcn Eindruck. Die Zeremonie selbst begann um drei mii dem Aufmg der akademischen Würdenträger und (tote. Die Vertreter der Regierungen und Körperschaften ,..fn von links über den Hügel, während Sir Herbert iistiel und Lord Allcnby von rechts kamen. Dr. Welz- ,,nn Obernahm das Präsidium, an seiner Seite saß Uli Balfour In akademischer Tracht, seiner anderen i'ind Sir Herbert Samuel In der ersten Reihe saßen ferner i( Oberrabincr von Palästina Kuk und Jakob jirir, beide In Ihrer charakteristischen Tracht. Neben ihnen ät Oberrabincr Hertz und Isr. L c v I. Auf der Bank der Ifficrungsvcrtretcr, die von dem Konsul der Vereinigten fwlcn angeführt wurden, fiel besonders Achmed EsSeJid Lutafa auf, der die ägyptische Regierung und -Weh/eilig die ägyptische Universität, deren Rektor er Ist, Itrtrit. Auch der Bürgermeister von Jerusalem, Nasch a- (;hibi, sitzt mit Sokolow, Ussischkin, Chajes und anderen Srendcn Persönlichkeiten in der ersten Reihe. Schon bei der Einfahrt wurden den Führern und Oästcn armische Ovationen bereitet, bei den Reden bricht immer m neuem der Sturm des Beifalls und der Begeisterung los. a< Reden geben wir weiter unten wieder. Die Feier hat »(die Oäste einen sehr starken Eindruck gemacht. Führende tSiancr, wie Fcklmarschall Allcnby und Professor R a p •ird SuDerte-n sich außerordentlich überrascht und befriedigt äcr die Fortschritte des Aufbauwerkes in Palästina. Sic Ulten ihre früher etwas skeptische Haltung völlig geändert. D« ganze Land nimmt an den Feierlichkeiten in Jerusalem a stärksten Anteil. Die Aufnahme Balfours In den Kolocien und In Tel-Awlw waren ein charakteristisches Merkmal teer Festesstimmung. Ocstern abend fand ein grotjes Bankett i Ehren der Oäste'statt,' das sehr wirkungsvoll verlief. Nach Wen Sokclows und AJlenbys folgten Ansprachen der Vcrwler der Mächte, es sprachen der deutsche, französische, «uikanische, österreichische, belgische und polnische Konsul. Simlliche Redner versicherten der Universität di* Sympathie .ad Unterstützung Ihrer Regierungen. Bei seiner Begrüßung der ägyptlschon Universität!- irtreter erklärte Sokolow, die Zionlstcn sähen In seiner Wesenheit nicht nur ein Zeichen der Sympathie, sondern »ch einen Ausdruck seines Wunsches zur Vcrclnl- «*ung des jüdischen Volkes mit der arabischen htic In Palästina, ein Ziel, das auch seitens der Wen verfolgt werde. Balfour beglückwünschte Sokolow a seiner Rede. Er erklärte, nach seiner Auffassung seJ der h; der Unlversitätscröffnung einer der denkwürdigsten m fef Geschichte der Juden. Allen widersprechenden Oerüchten entgegen kann festrstellt werden, daß In Jerusalem und Im ganzen Lande die Ruhe tn keiner Weise gestört »wlcn ist. Das bunte Schauspiel des Festzuges und der ftlttlichkciteit lockte auch zahlreiche Araber hervor, gemeinsam mit den Juden an der Feststimmung teilnahmen. Jerusalem. (J.T.A.) Die Feier der Eröffnung der tischen Universität in Jerusalem gestaltete sich zu einer!N)Ben internationalen Kundgebung für das jüdische Aufbau- %"k in Palästina. Die Stadt Jerusalem trug festliches Oc-?%. Noch am Tage der Eröffnung waren Tausende i«u" " — ->• ■ «t tristen eingetroffen, unter Ihnen die 500 Oästc aus Amerika, mit dem Dampfer der Amcrika-Palästma-Linlc „Präsident *'Uiur" eingetroffen waren. Man schätzt die Zahl der An- »»trxien auf 10000. Vierhundert Sitze waren für i* Vertreter der verschiedenen Regierungen und der amcrl- '»«'»elicn und europäischen Universitäten -reserviert. Die Ureter der Universitäten erschienen alle In akade- Richer Tracht. Nachdem tlc «Ich in der Halle vcr '"«mclt hatten, rogen sie In Imposanter, malerischer Pro- '«Jbr, m dem Oartcn der Universität, wo die Feier ab- «""alten wurde. Ein Chor sang die Nationalhymne, sowie? Psjlm 19 („Die Himmel verkünden des Ewigen Ehre . ."). •'firrnddciscn erschien Lord Balfour In akademi- 6C«er Tracht; au seiner Seite schritt der englische °'*chof In Jerusalem Dr. Mac Inncs. Die ganze "'«monie vollzog sich in einer musterhaften Ordnung. , Ais der religiösen Weihe des Hauset nahm neben ^1 britischen Oberrabblncr Dr. Hertz auch der Ober- 2fb[ner von Palästina Rabbi Kuk teil. Auch er sprach hebräisches Oebet und hierauf hielt er eine Ansprache •? Versammelten, die in dem Wunsche ausklang, diese •»versiiit möge der Beginn der Erlösung des Landes sein, r! <Üf orthodoxe Judenheit wünscht, daß die Universität q, <iii Haus sei. für den jüdischen religiösen t;;11t Er tdüoQ die Rede mit einem Oebet um Frieden * »1« Völker. . Der Präsident der ZionisUschen Weltorganisation Dr. Weltmann hielt als der Vorsitzende des UorversiUtidl« folgende Ansprache! Die Rede Dr. Wcizmann» Wir sind heute auf cinom Boden versammelt, der heiliger Erinnerungen voll Ist Manche der hier Anwesenden werden sich wohl des Tages im Juli 1918 erinnern, da wir den Grundstein zu diesem Gebäude gelegt hatten. Jene Zeremonie war ein Beweis unseres Olaubcns an das Kommen glücklicherer Tage. Unser Glaube hat sich als gerechtfertigt erwiesen, unsere Träume sind In das Stadium der Verwirklichung getreten. Die ersten Abteilungen der Hebräischen Universität haben heute ihre Tore den Lehrenden und Lernenden geöffnet. Die Universität hat noch einen langen Weg bis zu ihrer Vervollkommnung zu gehen. Wir wollen nicht, daß sie eine Kopie der Universitäten des Westens wird. Unsere Universität soll Ihren Ruhm darin suchen, daß sie den Fond des Wissens der Menschheit vermehrt Das Gebäude, wie es heute Ist, Ist der bescheidene Sitz dreier Fakultäten: der Chemie, der Mlkrologlc und der jüdisch-orientalischen Studien. Der Orundstcin zu einem 4. Institut, für Physik und Mathematik, welches die Namen Balfour und Einstein tragen wird, wird morgen gelegt werden. Im Anschluß an diese Institute enthalt die Universität auch »och die Nation nlblbliothck, welche mit ihren 90000 Bänden den Instituten angegliedert Ist. Das landwirtschaftliche Institut zu Tel-Awlw und die Technische Hochschule In Haifa werden sich in ihren Arbeiten an die Universität anlehnen. Unser Werk, wie es augenblicklich Ist, kann Im Vergleich zu den Leistungen der Universitäten In Europa und Amerika ein bescheidenes genannt werden. Im Verlauf der Zelten wird jedoch die hebräische Universität sich Ihrer Schwestern würdig zu erweisen trachten. Hebräisch wird die Sprache dieser Universität sein, sie wird aber jeder Nation und jedem Bekenntnis offen stehen. Innerhalb der Mauern der Universität hört jeder politische Streit auf, alle Nationen werden sich hier zu der gemeinsamen Aufgabe des Suchens nach der Wahrheit und der Wlcdcraufrichtung einer blühenden Zivilisation In Palästina, wie sie das Land einst besaß, und die ihm seinen Platz In der Welt des Gedankens und der Forschung gab, zusammenfinden. Will die Universität wahr sein gegen sich selbst wie gegen die Jüdischen Traditionen, so darf sie nicht allein für die Juden, nicht, allein mich für das Land Palästina, sondern für den ganzen erwachenden Orient, ja für die ganze Menschheit <fa sein. Jedoch wenn die Universität der Ausdruck unseres Wesens sein soll, wenn sie das Mittel sein soll, durch welches wir unseren Mick auf die Welt richten, so muß die Sprache der Universität Hebräisch sein. Denn jüdischer Qcist und hebräische Sprache sind .nie voneinander zu trennen. Mit der feierlichen Eröffnung dieser Universität proklamieren wir die Gemeinschaft des Jüdischen Volkes mit den Völkern der Welt Die Universität wird dl« lanrre Tradition der hebräischen Wissenschaft und der Jüdischen Schöpfungen hinaustragen auf das Kampffeld um das Mysterium des Weltalls. Sie blickt zurück auf die Schulen der Propheten, auf die Akademien von Jabnch, Nehardia, Pumbcdita, auf die großen jüdischen Oclehrtcnschulcn der Diasnora, die In Spanien, Italien, Frankreich und Bagdad geblüht haben. Unsere Junge Institutton erbittet sich auch Anregung und Führung von den großen und berühmten jüdischen Geistesarbeitern der Ocgenwart in allen Landern. Wir begrüßen bei dieser Feier den britischen Oberkommissar für Palästina Sir Herbert Samuel, den Befreier Palästinas, Lord Allenby, die Repräsentanten zahlreicher Regierungen und Universitäten, die zur Feier erschienen sind. Unser besonderer Oruß gilt Lord Balfour. Er Ist nicht allein eine große Persönlichkeit In der Welt des Denkens, nicht allein der Kanzler der großen historischen Universität von Cambridge, — er ist auch der Staatsmann, dessen Namen für ewige Zeiten verbunden sein wird mit der großen Tat, die das Schicksal der Juden in der Welt gewandelt hat, und wofür diese Universität ein deutliches Wahrzeichen ist. Die Universität soll das Werk der jüdischen Heimstätte In Palästina klönen. Die Rede Sir Herbert Samuels Der britische Obrrkommissnr für Palästina Sir Herbert Samuel überbrachte die Wünsche der britischen Regierung und der Palästina-Regierung für das Gedeihen der hebräischen Universität. Er verlas ein Begrüßungsschreiben des britischen Kolonlcminlsters Mr. Arnery, In welchem dieser auslührt, er betrachte mit großem Interesse die Einweihung des neuen großen Lehrzimtrums In Jerusalem und glaube, daß die Anstalt In der Verbreitung von Kultur und Zivilisation auf dem historischen Boden Palästinas großen Erfolg haben wird. Dann fuhr Sir Herbert Samuel fort: Das Ereignis der Einweihung dieser Universität Ist denkwürdig durch die Anwesenheit von Lord Balfour, der tausende Mellen gereist war, um bei der Eröffnung da zu sein und seine tiefe Sympathle für dieses Werk zu bezeigen. Es Ist auch denkwürdig durch die Anwesenheit des Fcldmarschans Lord Attcnby, dessen Sieg diese Feier erst möglich gemacht hat Anwesend ist auch Dr. Wcizmann, der den schöpferischen Geist der Universität verkörpert Ferner sind hier Delegierte vieler Regierungen und Universitäten, die den langen Weg gemacht haben, um der Universität die Orüße Auer Länder und Lehrstätten zu entbieten. Ueberau1 tn Palästina ist man mit Olaubcn und Enthusiasmus an der Arbeit Die Sümpfe und Sanddünen sind In blühende Olrten verwandelt worden. Ein zurückgebliebenes Land wurde in einen fortschrittlichen Staat umgewandelt Den Männern, die dieses vollbracht haben, muß es ge Ungcn, Feindschaft In Freundschaft zu ver wandeln. In diesem Hause der Weisheit wird die alte Literatur mit der modernen Wissenschaft zusammengehen. Die Universität wird für ganz Palästina und für die Menschheit Werte schaffen. Zu lange dauerte der Ruin der Judenheit Es Ist bezeichnend: eine Ruine kann malerisch schön sein, niemand aber wünscht In Ihr zu wohnen, Die Judenheit will nicht mehr eine Ruine sein, sie geht an den Aulbau Ihrer Heimat heran; die Universität wird einet der herrlichsten Teile dieser Heimat sein. In jeder jüdischen Synagoge, überall in der Welt brennt vor der Thoralade ein ewiges Licht Diese unsterbliche Flamme Ist stets ein Symbol der jüdischen Hoffnungen gewesen. Jetzt wächst diese kleine Flamme zu einem Feuer an, zu einem Licht, das die ganze Welt erleuchten wird. Wir sind glücklich, die Wächter dieser Flamme zu »ein. Gesegnet, der Du uns diese Zeit erleben ließest Lord Balfour» Rede In seiner Ansprache sagte Lord Ballour: „Wenn Ich könnte, Ich hätte gerne hebräisch gesprochen, Ich muß aber In meiner Muttersprache reden. Was hatte dieses große Auditorium von Menschen aus. allen Enden der Welt zusammengeführt, Menschen, die eine verschiedene Sprache führen? Doch nur das Interesse an dem großen geschichtlichen Ereignis in diesem Lande, wo jeder Stein Geschichte Ist. Nicht die Pracht dieses herrlichen Ausblickes, das Bewußtsein, «laß hier eine große Epoche Intellektuellen und moralischen Wiederaufbau* beginnt. Die kommenden Generationen werden an diesen Tag zurückdenken. Vcn diesem Hügel hat man einen Ausblick auf die Stelle, wo das Volk - Israel das von ihm verheißene Land betrat. Auf diesem Hügel lagerten die Römer unter dem Fcldhcrrn Titus und wollten Israel vernichten. Auf diesem selben Hügel aber beginnt heute eine neue Epoche des jüdischen Kulturstrcbcns. Seit der Zerstörung Jerusalems durch die Römer bis zur Befreiung des Landes von der türkischen Herrschaft durch die britische Armee unter der Führung des Fcldmarschalls Lord Allcnby haben die Juden nicht aufgehört, nach ihrer alten Heimat zu streben. Die Juden, die stets sehr viel zu der menschlichen Zivilisation In allen Ländern beigetragen haben, lebten nur physisch in der Zerstreuung, Im Geiste waren sie vereint. Die Liebe zur Nation hat auch Jetzt den Ocist der Juden auf die Aufgabe konzentriert, die jüdische Kultur wieder aufzubauen. Wir stehen jetzt vor einem ganz neuen Experiment: Wir gehen daran, die Methoden westlicher Universitäten in ein asiatisches Land durch das Mittel einer östlichen Sprache zu verpllanzcn. Das ist noch nie versucht worden. Dennoch, wenn Ich die Zeichen der' Zeit nicht mißverstehe und wenn der Geist des jüdischen Volkes nicht erschöpft Ist, dann muß dieses Experiment gelingen. Ich untcrschiitic die Schwierigkeiten nicht, die der Verwirklichung; entgegenstehen. Die erste Schwierigkeit ist die Sprache. Obwohl die hebräische Sprache niemals tot gewesen ist, war sie ck>clt bis jetzt als Sprache des praktischen Lebens nicht In Gebrauch. Eine ungeheure Wirkung hat die Uehersctrimg der hebräischen Bibel auf die gesamte englisch sprechende Welt gemacht. Eine Sprache, die sogar in der Uebcrtrngung soviel Lebenskraft beweist, muß immer lebendig bleiben. Sic wird «Ich als Sprache der Laboratorien ebenso bewähren, wie sie als Sprache der Bibel schöpferisch wirksam war, . Orundlos lst die Furcht, daß es der Universität an Lehrer^ fehlen wird.' Juden wie Bcrgson, Freud und Einstein, Repräsentanten des jüdischen Geistes, haben die Wissensgebiete nach allen Richtungen hin befruchtet und umgestaltet, Die Universität Ist eine hebräische Universität, und ihre Sprache muß hebräisch .sein, Es Ist aber ein Irrtum zu glauben, daß die Araber aus dieser Universität nicht weitesten Nutzen ziehen werden. Ich hoffe, die Araber werden sich jener dunklen Zelten erinnern, da die '£lv..ii tioi unter der Knute der Barbaren lag' und da Juden und Araber sich gemeinsam bemüht haben, die ersten Strahlen des Lichts in die Dunkelheit zu senden und sie zu durchbrechen. Wenn Juden und Araber In der Aufklärung Europas damals zusammenarbeiteten, warum soll jetzt In Palästina eine jüdischarabische Zusammenarbeit nicht möglich sein? Wohl bestehen unvermeidliche Schwierigkeiten in den' Rcligionsuntcrschicden, aber ich hoffe, diese Unterschiede werden die großen Bestrebungen, die die Juden mit so großem Gelingen verfolgen, nicht unterbinden. Alle wissen, daß Lernen nicht trennt, sondern eint. Das Studium vereinigt die Kräfte aller Menschen für die allgemeinen Kulturlnteresscn. Lord Dalfour schloß mit dem Ausdruck des Olaubcns, daß die Universität großen Zielen entgegengeht, und daß die Menschen, die in ihr Ichren und lernen werden, den Besten nicht nachstehen werden. Mit dieser Hoffnung und in diesem Oclste eröffne ich die'Universität." Als Lord Dalfour die Estrade verließ, wurden Ihm große Ovationen, zu denen Sir Herbert Samuel das Zeichen gab, bereitet. Die Rede Bialiks Stürmisch begrüßt hielt Chaini Nachmann Blalik die letzte Ansprache, Er sagte: Wir woücn unsere Gelühle nicht übertreiben. Die Universität Ist erst nur eine Qleßform, die gefüllt werden muß, Dennoch Ist der heutige Tag ein Festtag Oottcs und unseres Volkes. Die Augen von Millionen Juden In den Ländern der Diaspora s nd heute mit Hoffnung und Dank hierher gerichtet. Uebcrall sprechen heute die Juden das „Schehcchcjoitu". Heute hat das Volk Israel auf dem historischen Berge „Har-hazophim" das erste Licht für die Erneuerung seines geistigen Lehens angciundct. Heute Ist der Orundstcin zu dem erhabenen Jerusalem Rclcgt worden. Die Juden waren Jahrtausende hindurch in Knecht- Schaft, hier aber, In ihrem geistigen Königreich, sind sie wieder freie, starke Bürger. Innerhalb der Qrcnzcn dieses Reiches schuf die Judenheit jene geistigen Werte, die Jahrtausende existiert haben, und die uns heute die Eröffnung dieser Universität ermöglichten. * Der Korrespondent der „Times" schildert in seinemv Beitrag am 30. März den gegenwärtigen Bestand der Universität. Nach Anführung der bisherigen Institute und der Professoren stellte er fest daß der heutige Bestand recht mager Ist in Anbetracht der Flut von Reden, die unaufhörlich dahingeströmt sind seit Dr. Welzmann den Grundstein gelegt hat. Bei der Erölfnungszeremonle wird Balfour zwar einen unver* gtelrhtichen Ausblick In die Natur, über das Tote Meer und die Berge von Moni), sowie westwärts auf die alte Stadt haben, aber von Oebiuden und Instituten der Hebräischen Universität wird er sehr wenig sehen, und von Univcrsitätsleben so gut wie gar nichts, Der Korrespondent bespricht

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