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Jüdische Rundschau · 1925-04-03 · Heft 27-28 (3.4.1925) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 27-28 (3.4.1925)
Date
1925-04-03
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 252 1 üEPI5CHE RUNDSCHAU Nr. 37/28 Brie! aus Palästina TMristeRidl - D.c Araber ui die UslverslUt Von unserem Korrespondenten. A. O. Jerusalem, 25. MSfc, t«wrv. Heute, eine Woche vor der großen Eröffnungsfeier auf dem Skoptit, trlllt Lord Ballour, nach einem kurzen Aufenthalt In Aegypten, In Palästina ein. Da» ganze Und erwartet Ihn rnlt hochgespanntem Interesse. InTcI-Awlw und In den Kolonien wird alles m einem feierlichen Empfange vorbereitet. Es Ist, als ob man «igen wollte, was die Juden selbst mit eigenen Händen und eigener Kraft Im Lande geschaffen haben, naclnlcm die Deklaration den Beginn einer großzügigen Arbelt .ermöglicht hat Und obwohl ganz Palästina heute last wie eine einzige große Ausstellungshalle anmutet, dt« ccgenwärtlg Besucher aus aller Herren Linder anlockt, so hsndclt es sich nirgends um Potcmklnschc Dörfer, sondern um Siedlungen, um Plantagen, um Chausseen, um Bauten, um gesellschaftliche Einrichtungen, die nicht geschaffen wurden, um etwas wrwclsen zu können, sondern weil sie die Schaffung einer gesunden Wirtschaft so und nicht ander« verlangt. Und gerade well es sich um lebendige Kolonien — und nicht um mrcchtgcmachtc Ausstellungsobjekte — handelt, Ist eigentlich nicht» fertig, alles in Umwandlung, alles in der Entwicklung begriffen. Das ist das beste, was man heute Ober das Jüdische Palästina sagen kann: c« wichst. Und an Stellen, wo wir uns fast an einen Zustand der Stagnation gewöhnt, uns fast damit abgefunden hatten, wie;iim Beispiel In manchen der „alten" Kolonien, sehen wir AnsMre zur Expansion. Dabei soft" man nicht die Augen vor der Tatsache vcrschHcOcn, daß vieles an dieser Entwicklung - so sehr man sie als solche begrüßen muß — sehr fragwürdig, ungeregelt überstürzt, vielleicht nicht ungefährlich Ist. Aber das war zu erwarten. Der Ucbcrgang von der „heroischen" Periode des Pionicrtums zur großen und raschen Volkstlnwsndcrung muß notwendigerweise das Bild Palästinas indem, vielleicht daran anschließend die Bewegung umformen. Und wir stecken heule In dem Uel>crgsng»pio/.cß erst In den Anfangsstadlcn. Noch kennt Palästina — ausgenommen vielleicht Tcl-Awlw, das eben auch die negativen Erscheinungen der neuen Periode im stärksten Maße aufweist — kein europäisches, geschweige denn amerikanisches Tempo In seinem Wachstum. Vielleicht wird die Intensivierung diese« Tempos aber nicht mehr lange auf sich warten lassen, besonders unter dein heftigen Stachel der Not und der Anziehungskraft de» möglichen Profits. Koch nie hat Palastina eine solche Touristensaison gesehen wie die diesjährige. Das ist nicht nur der Eröffnungsfeier der Universität zuzuschreiben, wenn sie auch zweifellos eine große Anziehungskraft darstellt Man spürt unter den Touristen die Begierde, einmal mit eigenen Augen diese Palästinakolonisation zu sehen, von der man mehr und mehr an allen Stellen und in allen Kreisen der Welt hört. Palästina wird greifbar, und Palistina wird — modern. Mit fast ungläubigem Staunen steht der Durchschnittstourist — es ist eine beträchtliche Anzahl Nlchtzionistcn und Nlchtjudcis dabei — den Waldpflanzungen, den Chausseen, den Feldern, den Plantagen, den Kraftstationen, kurz all dem Neuen gegen' über, das .er zwischen Mittclmecr und Jordan zu. sehen bckommt, Nun Ist heute Palästina ein kurioses Land für Touristen. Es bietet Stoff für jede Richtung und für Jede Liebhaberei. Orient und Okzident, Altertum und Neuzeit, Gebirge, Ebene und Meer vereinigen sich zu einem eben1» mannigfaltigen wie ungewöhnlichen Ganzen. Trotz aller dieser anflehenden arten und neuen Schönheiten und Seltsamkeiten Ist Palästina noch nicht eingerichtet für einen solchen Tourlstcnstrom. Nur der geringste Teil der Möglichkeiten, die das Land in dieser Beziehung bietet, Ist heute ausgenutzt. (Das Emck Jesrccl, heute der vielbesuchteste Bezirk, hat Ms heute ein einziges- Hotel In Balfouriah, das eben fertiggestellt worden Ist.) Es gibt wenig Unlcrkunftsmögllchkcitcn, die europäischen Ansprüchen genügen. Es fehlt eine ausreichende Information, ein guter Reiseführer, der freilich jedes Jahr geändert werden müßte, kurz, ein umfassender Fremdcrvdicnst Wenn es heute auch vielleicht verfrüht ist für eine Touristik in so großem Umfange wie sie dieses Jahr gebracht hat, vorzusorgen, so wird man nach und nach daran gehen können und müssen, die ungewöhnlich guten klimatischen Gegenden des Landes für Fremde zugänglich ru machen. Jericho für den Winter, Tibcrlas von Februar bis April, der Karmel für die ganze Dauer der wärmeren Jahres tdt sind Punkte, wie sie, was landschaftliche Schönheit und klimatische Bedingungen anbetrifft, selten in einem Lande vorkommen. Für Palästina bietet sich hier eine große Möglichkeit, die früher oder später auszunutzen sein wird. Heute kommt der Tourist nicht nach Paliistina, um *lch für den Winter in Jericho, Im Sommer auf dem Karmel «ler In Safed auszuruhen. Heute will er vor allem möglichst viel sehen und das Neue und Ungewöhnliche kennen lernen, von dem er so vieles und verschiedenes gehört hat. Die Rrößte Anziehungskraft besitzt heute der Komplex der KolonK n\"m, uml zwar der nationalen Siedhingen, also der Kwuzoth jind Moschawe Owdim. Diese jedoch wirklich kennen zu lernen, den Qclst, der sie gebaut hat. uml sie entwickelt, «n besonderen Menschenschlag, der sich da zusammen- Schinden hat, die Ideen und Pläne, die dl« Siedler bcscMf %n, Ist nicht ganz einfach. Die Betriebe sind zum großen Teil gegen fragende Touristen abgestumpft und besuchs- »Mt. Man Ist zu viel besucht zu viel befragt, zu viel mißverstanden worden. M?n wird auch in der Arbeit gestört, *c unumschränkt geübte Gastfreundschaft ist — bei dem «"gel an anderen Unterkunftsmögilchkciten — nicht selten <lne fühlbare Last für die Wirtschaften. Dazu kommt der Sprachenwirrwarr, den die Touristik notwendigerweise mit sich w'"gt. Da muß mit den verschiedenen Besuchern an einem T»K englisch, russisch, polnisch, jiddisch, deutsch und so weiter gesprochen werden. Des Hebräischen ist natürlich nur ea geringer Bruchteil der Gäste mächtig. Und damit geht «w wichtige« Hilfsmittel des Verstchcns. verloren. Da muß m»n sich dann In einer halben Stunde den Sinn und Unter- »üiicd von Klbbuz und Kwuzah, von Kwuzah und Moschaw, von Chawurah und Plugah, von den verselüedenen, Partei Programmen erklären lassen, und das womöglich noch In einen, beiden Teilen nicht gut geläufigem Idiom. Es wird M.n?J!.vk,c* FaUche verbreitet, Wichtiges übersehen, falsche msiistäbe asgelegt und Ins Oaluth übertragen. Es ist .wichtig, "on im Ausland für eine einigermaßen umfassende Information der Touristen tu sorgen («I» guter . Anfang erscheinen wc *>"»• Berliner Paliitinaanrtes) eventuell durch Heraus- Die nilchstc Nummer der „Jüdischen Rundschau" erscheint als Pcssachnummcr am 8. April in bedeutend Verstärktem Umfang. Sie wird den ausführlichen Bericht ilhor die ErMfatwgsfeierlichkoUen ia Jerusalem bringen. Sic enthüls u. a. Artikel über Moses Hess anläßlich seines 50, Todestages. Die literarische Beilage enthalt einen Lcjjcndcnkranz „Mose, der Mann Gottes" aus dem sinvoröifcntllchten Nachlaß von Micha Jo«el bin Gorion (Berdyczcwsky), ferner Beiträge von Arnold Zweig, Felix Thoilhabcr, Hans Kohn u.a. Dio illustrierte Beilage „Der Aufbau" enthalt einen Aufsatz Über Vorgeschichte und Entwicklung der hobrlüschcn Universität In Jerusalem mit zahlreichen Abbildungen; ferner Bilder der „Blau-Weiß-Werkstätten" in Palästina usw, usw. Zu beziehen von der Verwaltung Berlin W15, Mdnekestr. 10. gäbe populärer, aber sehr sorglich bearbeiteter Literatur, die nur von guten Palästlnakcnncrn geschaffen werden kann. Man Holl »rlhstvriHläitdllch nichts In Palästina so bauen, daß es als Reklame verwertet werden kann, aber man soll die Charakteristika Palästinas auch weiteren Kreisen zugänglich machen. Mag sein, daO dabei die Stille, das Idyllische, das heute Palästina so anziehend macht, leiden wird. Aber die Touristik ist da, ob man sie bejaht oder nicht, man soll deshalb sie so lenken, daß sie den größten Nutzen bringt. * Das arabische Palist Ina bleibt dein Besucher natürlicherweise noch sehr viel unzugänglicher als das jüdische. Gibt es doch im Jischuw selbst nur wenige, die es gründlich kennen. Wir sind zum großen Teil darauf angewiesen, die arabische Presse in den Auszügen der hebräischen Blätter zu lesen. Das erschwert ungeheuer die Urtcilsblldung. Das wurde besonders fühlbar in den letzten Wochen, wo man die verschiedenen Berichte über die Stimmungen und Aktionen Im arabischen Lager mit besonderer Vorsicht aufzunehmen und zu prüfen die Pflicht hatte. Die Autrufe, Proklamationen und Artikel anläßlich der Ankunft Batfoura, die sich In den letzten Tagen häuften, gehen alle von den um die „arabische Exckutivc,, gruppierten Kreisen aus, so daß es schwer Ist, darüber zu urteilen. Inwieweit die Aufregung und Empörung echt oder künstlich Ist, Inwieweit sie das Volk und nicht nur einige Führer erfaßt hat. Der erste Versuch, die Strclkparolc zu verwirklichen, der von dem Lehrerseminar und der Mittelschule In Jerusalem gemacht wurde, Ist von der Regierung mit einer zeitweiligen Schließung beider Institute beantwortet worden. Neben den mehr oder minder extrem gehaltenen Proklamationen, die zur „Aktion" aufrufen — wie diese Aktion zu werten Ist, haben wir In einem früheren Bericht bereits berührt — erscheinen auch Aufrufe, die zur Aufrechtcrhaltiing der Ruhe mahnen und auscIiinndenteJzeii, daß Störungen Irgendwelcher Art weder Im Interesse der arabischen Nation noch des Landes liegen. Interessant ist In diesem Zusammenhange der Plan der Errichtung einer arabischen Universität, wie ihn Cuussijnl Abdul Hadl im „Karmel" entwickelt. Es mutet ctwa6 sonderbar an, daß in diesem Projekt nicht das — sehr einleuchtende — Argument gebraucht wird, daß das arabische Volk ein solche» Institut braucht, um die gcisligc Erziehung seiner jungen Generation, die heute zum Teil von ausländischen Hochschulen geleistet wird, mit eigenen Kräften zu bewerkstelligen und sie mit Hilfe dieses Institutes zu erweitern, sondern diese Universität einfach als Ocgcngcwicht des Instituts auf dem Skopus hin gestellt wird. Ja noch mehr, die zu gründende Universität wird zu einem Mittel, den Streik, den der Autor für unzweckmäßig hiilt zu vermelden und doch das Zusammentreffen mit Bnlfour zu vermelden, weil alle wichtigen Persönlichkeiten gerade mit der Gründung dieser arabischen Hochschule he schäftlgf slndl Wenn nun diese Art von Beweisführung etwas kindlich und abrupt anmutet, so geht ein anderer wichtiger Gedanke durch den Artikel, daß nämlich jede negativ gerich tetc Aktion — also z. B. der Streik — allen, und den Streikenden am meisten schadet, und daß nur positive Arbeit das Vaterland retten kann. Vor wem oder wovor es gerettet werden muß, wird dlescsmal an keiner Stelle recht klar, denn gerade die jüdische Universität kann, richtig geleitet und ausgebaut, Juden und Araber einander nähern und der ganzen Bevölkerung Bildungsmöglichkeiten öffnen. rT^Wn^r^i^^r^p^^^r^^r^'r^^^r^'r^wfra iwuds^L^uvii^^t^t^ Die Zionisuscne wsm flir ocutscu fcraniltlirl >n Montag, den 6. April, abends pünktlich 0 Uhr Ina Konitri»««l der Hocbxkat« Iflr Muilk, i FmncnMitite I. Em|«ng!tir<i<nber(itriMt, i eine öilcmiicno Feier aniütincn der Mnuno I der ncöPHisciicn uniuersliat in Jerusalem. 1, AGiprtclitn [ % Vonr.c Dr. MirlU D«b«ri | Das messlonlsche Mysterium <j«»«m>) (Kintrliukirttn lum Prelis von 1-8 Mk. |l«d •rhlHllchi Im Boro Alt llcrlloer ZlnnUtticlien V«r«|n|*utir, Uilneltilr, 10, (niimsrck 710S,7ft. Im DLti.W«l»t-B8ro. SeydtWr «> '» <i«n nuclihindluMiii Oit«rl»|. KUUttir. 80, Ktdtm, PsblmiaoMr.*,.! . Kwtr, Knciebrctitr. M/M, Jurowlct. Kl. >>r<«ld«nUnMr. * und I £oni»r. OrtnUnbnwr Sir. 80, sowlt bil Del« * Do«W und i ThtaKrkiiiin AWirlhilra. UZ^Z^ZZZüa^^QQQ^Z^ Der Aufruf dca Waad Laumi an daa arabisch« Volk, der gestern verbreitet wurde und die freundschaftlichen Ocfühlc der Juden gegenüber den „Stammcsgcnossen aus dem Hause Schern" zum Ausdruck brachte, entwickelt diese elnl. gendc Tendenz, die In der hebräischen Universität begründet M. N«r|» der nicht geschickten Art der VorltcrrlliuiKfii tnr die I'elcr wirkt allerdings die Proklamation etwas platonlich. Wir haben jedoch die Möglichkeit durchaus In der Hand, die neue Universität wirklich zu einer Hochburg der Verständigung auszugestalten, Es Ist daa eine sehr große und wichtige Chance, die mit dem Aufblühen des Instituts in Bedeutung zunimm». In der. Fülle der Proklamationen fehlt auch diesmal nicht enc Stimme, die wir sei» Jahren kennen und die Immer wieder Im gefährlichsten Moment sich dem Chor unserer Uegner beigesellt: Der Aufm! der „Fraktlonärc"*). Er Ist auch dlcscsmal nicht originell, und noch weniger einleuchtend «U sonst, weit es wirklich schwer zu verstehen ist, was die he. bräische Universität mit „Imperialismus" zu tun hat. Praktisch ist dieses neue Heldenstück nicht sehr ernst zu nehmen. Immerhin bringt es einen Mißklang In die Festesfreude des üdischen PaListlnt, denn trotz allem Ist das Volk auch für diese seine Söhne verantwortlich, wenn sie sich auch nicht zu ihm bekennen wollen. RulBtnberf Aber las Haaier Urteil Pineas Ruthenberg äußerte sich über die Entscheidung des Haager Tribunal'» gegenüber einem Mitarbeiter der Jü. dlschen l'clegraplirn-Agriitiir wie folgt: Die Dilachcklung des Hanger Tribunals kann uns mit befriedigen. Jerusalem Ist eine Stadt mrt einer kleinen und armen Bevölkerung, die überdies über ein sehr große« Qcblcl zerstreut lebt. Der Bedarf an Licht und Kraft ist hier kein sehr großer. Dam kommt, daß die Stadt auf Felsen gebaut und uneben Ist, so daß die Kosten der Elcktrirititsanlago außerordentlich hoch sein würden. Vom geschäftlichen Stand punkt betrachtet, bietet nl*> Jerusalem keinerlei Gewinnchancen, Im Oegentcil: Hätte unsere Gesellschaft den Bau der Jcrusalcmer Anlagen übernommen, so hätten wir hier all das zusetzen müssen, was wir bei den einträchlichcrcn Distrikten Jaffa und Haifa *K Gewinn erzielen. Unser« Gesellschaft war dennoch bereit, die Jcrusalemer Anisen zu bauen, es waren aber dafür andere ah geschäftliche Gründe maßgebend. Wir waren sogar bereit, Herrn Mavromatti chic entsprechende Summe für die Abtretung seiner Komessionen zu zahlen, keineswegs aber könnten wir uns entschließen, die von ihm gclordcrrtc Kompensation von 125 000 £ zu leisten; denn schließlich hätte dieser Betrag der armen Jcrusalcmer Bevölkerung aufgehalst werden müssen. Wir haben schon Anfang 1024 die Regierung dahin informier», da3 wir gegen die Ausführung der Jerusaicmcr Anlagen durch Herrn Mavromatls keine Einwendungen erheben. Herr Mavromatls wußte es, daß man seine Konzessionen nldtt anfechten will, allein er hoffte, daß ihm das Haager Tribunal eine hohe Kompensation für Imaginäre Verluste zubilligen würde, Das Tribunal hat Jedoch diese Ansprüche abgelehnt. Herr Mavromatls steht nun vor der Aufgabe, jetzt unter noch ungünstigeren Bedingungen als früher an die'Einrichtung' der. Anlagen heranzugehen, wo ja ein großer Teil der wichtigsten In Betracht kommenden Verbraucher Ihren' Bedarf durch private Anlagen decken. „InWlBfr" ii New York New York. (J.T.A.) Am 27. Mira wurde in New York eine von Herrn Samuel Lubllncr erbaute Zigarettenfabrik, In der Palästina-Tabakc verarbeitet werden, feierlich cröftnet. Aus diesem Anlaß fand in den Räumen der Fabrik ein Festessen statt, an welchem zahlreiche führende ameriknutsche ZlonlMen «tut Pressevertreter teilgenommen hal'«*n. Den Vorsitz führte Herr Abraham Goldberg, der die Verbindung zwischen der Firma Lubhucr in Berlin und dem amerikanischen Markte herstellte. Der Präsident der amerlkanlschen zionistischen Organisation. Herr Louis Lipsky, und Dr. Schnur ja Lew In begrüßten das Unternehmen, »cgrußungstclegrammc sandten der Direktor des Kolonisa. tlons-Departemcuts der palästinensischen zionistischen Exekutive, Dr. Arthur U tippln, die jüdische Kolonie Rosch- Plnah und die Vereinigung der Tabakpflanzcr In Qaliläa. Aas der Berliner Repräsentanten-Versaraniluaij Von unserem Berichterstatter. Die Sitzung am Montag, den 30. März, brachte gleich bei der Eröffnung eine Ucbcrraschung. Der Vorsitzende, Rechtsanwalt llcltirklt Stern, erhob sich, um eine begeisterte Ansprache aus Anlaß der Eröffnung der Universität in Jerusalem zu halten. An diesem Ereignis, so sagte dci Redner, an dem die ganze Welt Anteil nimmt, zu dem die Vertreter vieler Hochschulen und Universitäten nach Palästina geeilt sind, nimmt mich das deutsche Judentum und die Berliner Gemeinde herzlichen und freudigen' Anteil. Jedes jüdische Herz Ist bewegt von der Orflße des gcscliichtfirlien Augenblickes, in dem auf heiligen Boden eine Pflanzung«- Rt.itte der Wissenschaft errichtet wird. Die Ansprache des Vorsitzenden wird auf allen Selten mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Die Versammlung beschließt einstimmig, zur Einweihung der Universität In Jerusalem ein Glückwunschtelegramm abzusenden. Die Ansprache des Vorsitzenden und dieser Beschluß bedeutet eine vernichtende Kritik der Haltung des Gcmcindcvorstandcs, der bekanntlich jede Olückwunsclibcrcugung zur Univcrsitatsfeicr abgelehnt hat. Daß die Berliner Judcnhclt In ihrer übergroßen Mehrheit die Stellung der liberalen Vorstandsmehrhcif verurteilt, Ist, nachdem auch die liberale Fraktion der Repräsciitantcnversammlung Ihre Parteigenossen desavouiert hat, vollkommen klar. Man müßte eigentlich, erwarten, daß die vier liberalen Herren im Gcmelndevorstand daraus die Konseduenzen ziehen. Die palästinafmindlichc Stimmung hält auch bei Beratung der 'Vorlage über die Bewilligung einer Ausgabe von 1000Ö Mark zur Subvention jüdischer Büchereien an. Der Vorstand möchte am liebsten die Mittel Tür Rabbiiierscminare und sonstige Lehranstalten unter Ausschluß palästinensischer Institutionen verwendet wissen. Dr. Klee weist darauf hin, daß die ausländischen Rabblncrscmlnare Im Augenblick die Unterstützung der Gemeinde bei der Beschaffung von Büchereien entbehren können. Hingegen sei es doch wohl eine Ehrenpflicht der Gemeinde, In dem Augenblicke. In dem <n Jerusalem das judalstlsche Institut an der Universität errichtet werde, dieser Einrichtung In erster Reihe zu gedenken, . Die hebräische Universltäts-Bibllothek In •) Die „Arbclterfrakric" (st ein« kleine bolschewistische Gruppe, t-i A. <L R- \ Jf ■ j ' itr ■ di r..'- v< f,:!!) v<;'; m ' - d< .•■••.' U , '» «.. in« 'i w,, « < h< ,:' vj,-'r-,.„•■•...'. ««■!.'.,<!• U ■• f '* '. \ U. ' >• 's* lt;' «• sr I1 ' i „ < s% ■; r, b .'«': ,.. . s ,h °<* b< •' ' l 1 l- .'<■ dt. di m t".- •Oi'H-v ♦'t'.',1»' I« vi: ' ' t « n h! ii"," ^•M:,J>i 5-' '1 di Pf--,'. ' Sl; i > ■ i sri;»:';, •»'' p i ■"• id\|:.t^ cid :: Hl ■■.■>■ :■' nli! i ' U. t i n; « l! .1' f| I . > ' I! -! '•i* "); \, w di. I .ii "''i ktfr,,? v; f Vt'r.-f, > i.'-" ■ Iii.1».' '^Vt Ii* ■ ' 1 it i »ih Vt: p; > «:.''•'. : d - f« R x •*!»" Z: ' " St 1 h- B, u , C, b a . s 1 J h." d A o!<"• -i i r ti . \ b : h ' / .J n*;iv I C'V I II *.', d'. ti. *.i "hI' n. ■ V": ' d fi , t. } h >.,"■■ fo ' « , V(VJ-;V. 5 i Ii', . *.!;lr d"-f; ' I ■ M A

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