Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 27-28 (3.4.1925)
- Date
- 1925-04-03
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seife 25t •v,' Rektor und Senat der Prager tschechischen ,|fl,.Univer»Itit sandte folgende , lateinische ldft**e! „rrTOR ET SENATUS UNIVERSJTATIS CAROLINAS "dBAOENSIS ALMAE UNIVERSITÄT! HEBRAEORUM pK 1IICROSOLYMITANAE S. P. D. Quod ante aliquot anno« neao speraverat, factum est: ..n» pari Judaeorura popull, per totum tnundum ante« Jloertl, I» PaUeaünatn, priitlnan patriam suam, revertlt i Quamqtiani multli gravlbusfl.ue curia In novia sedJbus occu- .2 est, Hierosolymis Universitäten! condJdlt Ucet bis annis novae UniversitatJ multa variaque exoriri posslnt Siueula, dublum oon est, quin, cum proftasores habest S?nes, oranes dif ficultatee brevl tempore alt auperatura. Norf profecto aperti auat adentiae fontta, qul non »oluoi n,|f5tlnae Incolls, icd etlam unlverao gencrl humano multum „„cesie possunt Quam ob rem Untversltas noitra, ab imperatore Carolo IV ing0 MCCCXLVIII condlta, Almam Matrera Hlerosolymltanam „ovam aororen alncero corde »alutat maxiroeque dolet, csod propter magnum Itlneris spatlura lcgatoa ad aollemnla Lira celebranda mlttere non potest Sed quando ille dies festus UNIVERSITATIS HEBRAB- ORUM HIEROSOLYMITANAE aollemniter aperlendae et äjgurandae advenict — sunt Kalendae huius annl Apriiea — l_'sivosila noatra Alma« Matris Hitrosolymltanae pio animo rtcordabiiur et eptimia ominibus eam prosequetur e^toptans, 5t per multa eaeeula floreat, crescat, augeatur ad itudiorum hüiinlorum scientiarumque iocrementum, ad aaluteni patriae tue atque ad totius gencris humani utilitatem. Datum Pragae Kaiendia Martiii annl MCMXXV, qul eat ,b UnlvcniUte CtroUoa condlu OLXXVIL Prof. KUKULA, rector magnlficui. (In deutscher Uebersetzung.) Oer Rektor und Srnat der Präger Karls-Unlveraltit an die hebräische Unlveraiut In Jerusalem. Was vor Jahren niemand bitte erhoffen können, ist Titsache geworden: Ein großer Teil des über alle Welt nrstreuten Judcnvolkes kehrt In aelne frühere Heimat zurück sed gründet, obwohl es in seinem neuen Wohnsitz von vielen schweren Sorgen umdrangt ist, in Jerusalem eine Universität Mögen auch in den ersten Jahren der neuen Universität viele und mannigfache Schwierigkeiten erstehen, to ist doch kein Zweifel, daß sie, da sie Ober hervorujende Lehrer verfügt, alle, Schwierigkeiten In kurzer Zelt iberwinden wird. Neue Quellen der Wissenschaft sind er» Khlosten, welche nicht nur den Bewohnern Palästinas, sondern auch dem ganzen Menschengeschlecht viel Nutzen zu bringen vermögen. Darum begrüßt unsere von Karl IV. L J. 1348 begründete Unlvenltit, die Alma Mater von Jerusalem als ösre neue Sehweiter mit aufrichtigem Herzen und bedauert lebhaft, daß sie wegen der großen Entfernung nicht in der Lage Ist, Vertreter zur feierlichen Eröffnung zu schicken. Aber wenn jener festliche Tag der Eröffnung und In- «apirierung .der. Jeruaalemer hebräischen Universität am I. April kommen wird, so wird unsere Universitit der Alma Mater von Jerusalem herzlich gedenken und mit den besten Wünschen diesen Tag begleiten; die Jerusalemer Universitit s5ge durch viele Jahrhunderte blühen, wachsen und gedeihen zu Nutz und Frommen der Wlsiensehaft,' zum Helle Ares Vaterlandes und zum Segen dea ganzen menschlichen Otschlechtea. Oegeben aua 1. Mlrz 1925, d. L dem 577. Jahre seit «r Qründung der Karis-Unlveraitft Prof. Kukula, Rector magnlficui. * Die Unlvenltit Utrecht hat auf <He Einladung In hebräischer Sprache geantwortet Nich dem Ausdruck des Dankes für die Einladung heißt «: „Holland, dai immer diejenigen beschützt bat, die um wer Religion oder Ueberzeugung willen verfolgt wurden, ««rflßt herzlich das Unternehmen der hebräischen Nation, •ine elge«e Helmstätte zu errichten. Oer «sit Ist davon überzeugt, daß die Oründung der Hebräischen Universität an der klaasliehen Stätte von Jerusalem die Entwicklung der jüdischen Gemeinschaft im besonderen und Jw Wissenschaft Im allgemeinen sehr fördern wird. So wie ™« holländischen Universitäten zusammen mit anderen Faktoren die Grundlage zur Unabhängigkeit der Niederlande schulen, so hofft der Senat, wird Eure Universität «we der Keimzellen der Jüdischen Freiheit »«In." * Die National, und Universitätsbibliothek In Jerusalem ifhlek am Vorabend der Universitätseröffnung den folgenden "fc! von der UniverslUtsbibUothek Cambridge: Cambridge, 13. März 1925. An den Direktor der Bibliothek der Hebräischen Universität In Jerusalem. Geehrter Hcrrl Aus Anlaß der Eröffnung der Hebräischen Universität w Jerusalem möchte ich Ihnen als BibUothekarskollege "]«ne herrllchitcn Olückwflnsche darbringen. Die Tätigkeit fllei« neuen Slt/c» des gelehrten Unterricht« wird In der tuieo Welt mit regstem Interesse und mit Sympathie fachtet werden und die Bibliothek Ist f(ir diesen Unterricht das wesentliche Zentrum. Ihre Aufgabe mag nicht '"«t sein, aber Sie mögen der guten Wünsche Ihrer Fach«?'nosscn In allen Ländern versichert «ein. Sie alle hoffen, die Institution, die Sie leiten, wachsen und gedeihen J»«e und das Mittel fQr die Verbreitung von Wissenschaft Kultur bilden möge unter den vielen, welche den Vor- •Whaben werden, solche In Jerusalem zu suchen. Möge der fiMluß ihrer Anstalt sich auabreiten überallhin, wo hebrälw>* Studien gepflegt werden. Ich bin Ihr ergeben. A. F. Scholfleld, BlbUothektdlrektor. * »adu,iH?<1'k^n der „Jüd. Rundichau« (Berlin) hat Wm'XS"1!11 folgendes Telegramm abgesandt (Ueber. C,$:!-W|r ^gruben dle Universität; möge sie zu einem ^"«Ifatitut des jüdischen Oeistes werden, zur Mehrung ukeaatnls beitragen/ und die Nationen vereinigen." Das Berliner Rabbiner-Seminar sandte folgen« den Brief in hebräischer Sprache: (Ucberseuung aus dem hebräischen Original) Berlin, 27. Adar 5685, An die Leitung der Hebräischen UnlversliAt in Jerusalem. Mit bestem Danke bestätigen wir den Empfang Ihrer werten Einladung zur Eröifnungafeicr der Hebräischen Universltät Da wir verhindert sind, einen Vertreter zu ihr zu entsenden, wünschen wir, Ihnen schriftlich unsere Oefühle und Erwartungen zu diesem historischen Ereignis, auf. das die Augen von Juden und Nichtjuden gerichtet sind, auszusprechen. 1 Die große und erhabene Absicht, eine Vereinigung von allgemeiner Wissenschaft und Thora herbeizuführen, — Wunsch und Hoffnung der Hebräischen Unlvcmlläl •—, war, wie bekannt, auch die Aufgabe, die unserem Rabblnerscmlnar von seinem Dcgründer, Rabbiner Dr. tarne! Hildesheimer, gestellt' worden. Dieses Ziel In hohem Maße zu erreichen, Ist ihm in mehr als 50 jähriger Tätigkeit auch geglückt Die Namen eehicr Lehrer, der Professoren Holfmann und Berliner, Barth und Dr. Hirsch Hildesheimer, In deren Fußtapfen auch wir, die Schüler und Fortsetzer ihrer Arbelt, zu wandeln uns bemühen, sind in der ganzen Welt rühmlich bekannt Diese vortrefflichen Männer, leuchtende Sonnen am Firmament jüdischen und allgemeinen Wissens, haben es verstanden, zu erweisen, daß 6ich Thora und allgemeines Wissen keineswegs zu bekämpfen brauchen, daß vielmehr Thora und De rech erez Hand in Hand gehen können. Durch Ihre Lebensführung und ihre Belehrung, durch ihr Forschen und ihre Werke haben sie der Wissenschaft In allen Kreisen unseres Volkes Bürgerrecht zu verschaffen gewußt, wobei Ihnen die überlieferte Lehre Wegweiser gewesen ist Darum weitet sich uns das Herz, aber bangt zugleich bei der Oründung dieses ersten wissenschaftlichen Institutes auf Zion. Jene hohe Aufgabe, die der hebräischen Universität In vielfach erweitertem Umlaufe obliegt, und alle Hoffnungen, die an sie geknüpft werden, wissen wir zu schätzen. Sie zu erfüllen aber wird sie nur dann befähigt sein, wenn sie zugleich eine unerschütterliche Burg für alles, was uns heilig und wertvoll, und für alle die kulturellen Oüter, die die Oroßen unseres Volkes uns in allen Oencratloncn übermittelt haben, iat und bleibt Dann wird sie zu einer Quelle des Segens werden und unserem Volke zum Ruhme gereichenI Aus vollem Herzen wünschen wir, daß dieses grandlose Haus, das nunmehr auf der Höhe des Zlonsbergcs erstanden ist, diese erste hebräische Universität, wachse und sich entfalte, seine Jüdisch-menschliche Aufgabe Im Oelste des Helligen, der auf Zlon thront, erfülle, auf daß ste zu einem Mittelpunkte des Wissens und der Wissenschaft werde In Ueberelnstlmmung mit dem Oelste der Thora, der Seele unseres Volkes und seiner Lcbenscrhaltcrln. Möge die Universität über alle, die in Ihre Tore einziehen, und Ober alle Weltbewohner wahre Kultur, nach der Sehnsucht unserer Propheten, verbreiten, damit die Erde von Weisheit und Erkenntnis voll werde, und der Oelst Israels in seiner Reinheit und Oröße erstrahle, zum Wohle unseres Volkes, zu seinem Ruhme und (einem' Oedcilien in'Gegenwart und Zukunft!' * Namens des Rabbiner-Seminars zu Berlin. Die Dozenten: Dr. Josef Wohlgemuth. Dr. Samuel Orünberg. Dr. M. Auerbach. Die Rabbiner der Berliner Jüdischen Gemeinde sandten zur Eröffnung der Hebräischen Universität In Jeruialem ein In hebräischer Sprache abgefaßtes, (n warmen Tönen gehaltenes BegrOßungstcfcgramm. Die Fraktion der Jüdischen Volkspartef in Vorstand und Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde hat beschlossen, ein In hebräischer Sprache abgefaßtes Begrüßungstelegramm abzusenden. . Das Vereinigte Komitee für Jüdische Auswanderung in Berlin (Emlgdirekt) sandte am 31. Mlrz aus Anlaß der Eröffnung der Hebräischen Universitit zu Jerusalem ein Begrüßungstelegramm. Der vorstand der Brünner jüdischen Kultusgemeinde hat aus Anlaß der Universitätseröffnung am 25. März eine öffentliche Festsitzung abgehalten, in welcher die Abtendung einer telegraphischen Kundgebung nach Jerusalem beschlossen wurde. In derselben Sitzung wurde der Beschluß gefaßt, daß die Brünner Kultusgemelndc (welche bekanntlich als eine der ersten jüdischen Gemeinden noch Im Jahre 1920 eine auf (ünf Jahre verteilte Zuwendung von 50 000 tschechischen Kronen an den Keren llajcssod abgeführt hat) es auch dem neiigcwählteii Kulluavorstaiid zur Pflicht mnclit, affjährlich dem Pa (äs 11n a• Auf bauf onds 10000 tschechische Kronen abzuführen. Der Vorstand der türkischen Israelitengemelnde (Sephardlm) In Wien hat In seiner am 25. März stattgehabten Sitzung anläßlich der Eröffnung der Universität eine Glückwunsch- und Uankcskundgebung beschlossen und ein Begrüßungstelegramm nach Jerusalem 60\vle ein herzliches Glückwunschschreiben an das Wiener Zionistische Landcskomitec gerichtet Die Hamburger Deutsch-israelitische Oemeinde hat zur Unlversltäts-Eröftnung folgendes Telegramm gesandt: „Im Geiste Zeugen einer historischen Stunde wünschen wlt der hebräischen Universität, dall alc den Ruhm und die Würde der Heiilgen Stadt zur Ehre Oottes und zum Segen des Judentums und der Menschheit erneue." In der Repräsentanten-Sitzung am 26. März gedachte der Vorsitzende des geschichtlichen Ereignisses der UnlvcrsItÄts-Eröffnung mit warmherzigen Worten. UDlvcrsl!Ufs!cIcr la Zürich Von tmserm Berichterstatter. nw. Zürich, 20. Mär» 1025. Zur Einweihung der Hebräischen Universität veranstaltete der Schweizerische Zlonlstenverband am 28. März eine festliche Kundgebung. In dem dicht gefüllten Saale der Bne- Brith-Loge hielt Dr, Fritz Löwenstein, der zur Zeit In der Schweiz für dem Kcren Hajessod tätl* ist, ein interessante« Referat über die Entwicklung des UnivcrsitUtigedankens in dem Sinne, daß er seine Verwirklichung als die Krönung des kulturellen Teiles im synthetischen Zionismus behandelte und die Verdienste Usslschklns, Ach ad Haams und Wclrounns Ins richtige Licht «teilte. Zur Feier waren eine Anzahl von Begrüßungen eingelaufen, u. a. vom Rektorat der Züricher Universität, vom Juristen Prof. Emil Zürcher und vom Direktor der dermatologlichcn Klinik fn Zürich, Prof, Bruno Bloch, der schrieb: „Als Jude und als akademischer Lehrer empfinde ich die Bedeutung dieses Ereignisses für die Geschichte und Zukunft des Judentums tw stark und tief, daß ich wenigstens schriftlich meine persönliche Freude und Genugtuung ausdrücken möchte, da ich leider, fern von Zürich, durch Unwohlsein verhindert bin, an der Feier, die. zu Uhren der Erölfiiunj} der I IcurJUchcii Universität In jcruaalcm stattfinden wird, teilzunehmen. Ihre Schöpfung beweist,. daß die geistigen und Idealen Kräfte Im Judentum trotz allen Drangsalen nicht ausgestorben sind, sondern sich in neuer Blüte entfalten. Möge ihr Licht ausstrahlen in das Herz Jedes Juden und Jeden Menschhoitsbürgers." Die Zusammensetzung der Versammlungsteilnehmer zeigt! deutlich, daß sich in der einheimischen Schweizer Judenschaft während der letzten Jahre, nachdem sie lanje Zelt dem Zionlimus ml» großer Kühle gegenüber gestanden, ein bedeutender Wandel vollzogen bat Mit dem Beschuß» zur Eröffnung der Jeruaalemer Universität ein Glückwunschtelegramm abzuschicken, nahm der eindrucksvolle Festakt ein würdiges Ende. Die Blbüolhek Gompere und Heckler Die Bibliothek des berühmten Wiener Universität«. Professors für griechische Philologie und Philosophie, Theodor Qomperz, ist, wie bereits gemeldet, zusammen mit der Bibliothek des Sophokles-Forschers Meekler für die Universiütsbibliothek in Jerusalem erworben worden. Die Büchersammlung besteht aus mehr als 2305 Werken In etwa 3500 Bänden. Sie enthält grundlegende Werke und Einzelschriften aller führenden Forscher des 18. und 10. Jahrhunderts in deutscher, englischer, französischer und italienischer Sprache aul folgenden Ocbieten: Papyrusforschung, EpI« graphik, Paläographle, Archäologie, Numismatik, Altertum«, künde, Privat- und Rechtaaltertümcr, griechische Philosophie, Literaturgeschichte und Philosophie, vergleichende Sprachwissenschaft, Geschichte und Geographie des Altertums, Chronologie und Quellenkunde. Die Mittel zum Ankauf der Bibliothek sind von Dr. M a g n e s aus dem Fonds des Institutes für judalstiscJie Forschung an der Unlversltst Jerusalem rur Olnre zur Verfngmin grMellt worden. Die Spfilllluiisllriiia Hruder W c t z I er In Wien hat In dankenswerter Welse die Spedition der Bibliothek bis Jaffa unentgeltlich durchgeführt *' Die Gesellschaft der Freunde der Jeru. aalem-Bibliothek schreibt uns: „Vor längerer Zeit hat der Oeschlllsiührer der Gesellschaft der Freunde der Jerusalem-Bibliothek E.V. an den Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin einen Antrag gerichtet, für die Hebräische Univcrsltüts- und Nalional-liibliotlick zu Jerusalem einen erheblichen Beitrag bewilligen zu wollen. Der Antrag Ist In dieser Form vom Vorstande abgelehnt worden. Dacerjen hat Jetzt die Reprfiscntantenversammliing der Jüdischen Gemeinde einen im AnschluB an diese Sache vom Vorstand angeregten Antrag angenommen, für jüdisehe Bibliotheken Im Auslände zum Kaule von Büchern In diesem Jahre 10 CUM Goldmark In den Gemeinde-Etat einzustellen, mit der Maß. gäbe, dali In erster Linie und hauptsächlich dililr die Bücher gekauft werden sollen, deren das Judalstlsche Institut der inlversitit zu Jerusalem hedart." Die „Gesellschaft der Freunde der Jerusalem-Bibliothek", von der diese Anregung ausgegangen Ist, hat Ihren Sitz in Berlin. Die Vorsitzenden sind! Sanltitsrat Dr. Guntav Bradt und Prof. Dr. Albert Einstein. Alte Zuschriften sind zu richten an den Schrift- und Geschäftsführer Prof. Drv Heinrieh Loewa, Berlin NW 52, Flcmlngstr. 12. Der Jährliche Mindestbeitrag beträgt 10 M. Das Postscheckkonto Ist Berlin 4 5 620. Anläßlich der Eröffnung der Universität versendet die „Oesellschaft der Freunde der Jerusalemer Bib io:hek" in Berlin einen Bericht Die Gesellschaft hat Im verlassenen Jahre wertvolle Oeschenke an Büchern von einer groüen Zahl von Einzelpersonen und Institutionen In Deutschland erhalten und hat auch gröbere Geldbeträge lür die Bibllo. thek gesammelt Die Bedeutung der Bibliothek, die zugleich den Charakter einer Jüdischen Nationalbb'lothck und einer Universitätsbibliothek trägt, Ist durch die Eröllnung der ersten Unlversllätslnstitute noch erheblich gestiegen, und ihre Förderung durch Sammlung von Büchern und Zeltschritten Ist ein dringendes Erfordernis Im Interesse der gesamten Weiterentwicklung der Universität. Die Oesellschaft appelliert Insbesondere an die Jüdische Öffentlichkeit, durch Spenden für die Davld.WoHtsohn-Stlfrung, deren Fonds für den Neubau eine« Bibliotheksgebäudes verwendet werden soll, dl», baldige Verwirklichung dieses Zieles zu ermöglichen. Ginn zum Grabe PerzTs Aus Anlaß der Eröffnung der Universität in Jerusalem zogen am Sonntag, den 20. März, 10000 Wiener Juden zum Orabe Theodor Herzls. An der Spitze des Zuges schritten die österreichischen Mitglieder des Zionistischen Aktion«, komltces und das Landeskomltee der Österreichischen zionistischen Vereinigung. Die Jüdischen Studentcnorganlsatlonen, die Sportklubs und die JiiKCiidvcrelnlgiingrn, eb'-nso dl« zionistische Frauenoruanlsatlon, Mlsrachl und Hltachduth nahmen korporativ teil Die Afiudali ODd die Jerosslcmer «nlverallM Tn Verbindung mit der Protestresolution der Wiener Agudah -Jugendorganlsation.in welcher zum Ausdruck gebracht wurde, daß die Jerusalemer Universität kein Ort der Jüdischen, sondern der „epikuräIschen Lehre' sein wird und daß Ihre Errichtung ein „Chllul Haschern" sei, wird au« offiziellen Agudahkrelsen in Wien dem J. T. A- Vertreter mitgeteilt, daß sich die Agudah selbst mit diesen Jungen Leuten, die dem Agudahverband nicht angehören, nicht Identifiziert Die Agudahkrelse können für die Universität keinen Enthusiasmus aufbringen, well sie in ihr den Ausdruck eines Strebens nach nationaler Kultur und nicht nach TradltlonallBmua und Rcllgloslut sehen. Trotz» dem aber wlfl die Agudah keinerlei oppositionelle Stellung gegen die Universität einnehmen, besonders im Hinblick auf die kommende Konferenz zwischen Vertretern der Zionistischen Organisation und der Weltorganisation der Agudah, bei welcher eine Veutändlgung über die Frage der Teilnahme an der Jewlah Agcncy und Ober die palästinensische Oemrlndeordnung zu erhoffen sei. Die Agudah-Organisation Polens versandte an die jüdlschen Ocmelnden in der Provinz, In denen die Agudahkrelse vorherrschen, eine Instruktion, daßdleAgudahofflziell die Universität nicht begrüßen wird. Oleic«. zeltig wurde ein Telegramm an die polnischen Agudlstea In Jerusalem abgesandt In welchem diese aufgefordert werden, sich an keinerlei Protestbewegung zu beteiligen, aber auch den Eröffnungsfeierlichkeiten nicht beiatuwolinan. Ptmer werden die polnischen Agudlsten er. sucht, Lord B lifo uf zu begrüßen.