Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 27-28 (3.4.1925)
- Date
- 1925-04-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 249 ........JUE DIS C ti E 1RÜKDSC H X U Nf. 27/28 ' Die praktische Arbeit bei der ErricManfl ... . des ChemlscUeH Instltates Von Professor A-. Fodor, Leiter des Ch'cmlichen Institutes, Jorusslem. Die Verwirklichung" des U/iivcrsllntswdrkc« btdciltct Kampf nach allen Richtungen. Selten und Selten könnte nun mit def Beschreibung dieses Kampfes ausfüllen, Ferne sei von mir, die Leser dieser Zeilen einer ermüdenden Beschreibung nils» zusetzen, nur wenige Andeutungen mögen darauf hinweisen, mit welchen Kampfopcratloncn die Geburt des Baues für die drei traten Institute der naturwissenschaftlichen Fakultät verbunden-war. Oer Kampf um die finanziellen Mittel fiel bei dieser Arbeit *> Riit wio «an/, liebeltet Chnlm Wcizniann sammclh den tlaufond quasi subcutan, Ui aller Sllllc, ohne Aufwand toii Anstrengung und Propaganda, Die Schwierigkeilen liefen bebn Aulbau der Universität,- nicht In der Unmöglldikcit der Geldbeschaffung: Eine einzige ernsto Aktion würde hinreichen, um da« ganze Werk zu. decken. Hunderte und Tauscndc von Juden In allen Weltteilen würden gerne beitragen. Keine cliulgc palästinensische Institution orfreutc sich einer solchen Popularität, Wie das Unlversltatswerk. Die Orgenbeslrcbunfr einiger Jüdischer Gelehrten In Amerika und Dcutscluand, Ihre passive Resistenz und dergleichen mehr sind als vollständig bedeutungslos dahinzustellen angesichts des Willens In weiten Kreisen des jüdischen Volkes, eine hebräische Universität aufzubauen. . .. » VJcl crn6tcr Ist z.T. der Widerstand In unseren eigenen zionistischen Reihen, wo sich die Befürchtung geltend macht, daß Spenden für die Universität die übrigen Sammlungen schädigen könnten. Dies wflrc vielleicht verständlich, wenn nur andererseits der Kcrcn Hajcssod den Ausfall, der siel» dadurch für die Universität ergibt, durch ehielt eigenen Beitrag seinerseits erseizen wünlc. Der Beitrag aber, dett der Kcrcn Hajcssod für das Jahresbudget der gegenwärtigen Institute aufbringt, Ist sehr klein. In diesen Kreisen Ist dlo Universität itoch unpopulär, zumal man der Ansicht ist, daß d« Experimentieren In Physik und Chemie nicht beginnen darf, bevor es In der Kolonisation nicht abgeschlossen ist. Neben llirer Pimktinn nl* .Suppenhuhn leistet aber die Universität gewisse gute Dienste oltf L'icrhuhn. Iis Ut zu hoffen, daß die wohlschmeckenden Eier, die d«9 Huhn legt, d.h. eine wertvolle Propaganda für die Verwirklichung der zionistischen Idee, die Konsumenten heute oder -morgrn /u anderer Umsicht bringen wird, nflinlleh zu Jener, da» die» Universität in Jerusalem einen integrierenden Bestandteil der Kultur de* Judentums aller Lander bildet. Es ist dio Stlitle, wo die Zukunft jüdischer WIssenKchafUpflege, nntiirwlNurnut'hiifllk'hiT und im-dl/lnUiicr Ponschuuu; gesichert wlid und damit auch das Bildungsniveau der jüdischen Jugend, die heute bereits in stark fühlbarer Weise, morgen aber vielleicht sclson gänzlich, vom Studium der Universitäten ausgeschaltet sein wird. Man komme nur nicht mit der Phrase der „Umschichtung"! Es Ut eine beliebte Wendung Jener Elemente In unseren Kreisen, die selbst die Wohltaten der Hochschulbildung genossen habet», diese als überflüssig für da« Judentum hlu/.iuteHun, well letzteres „ÜbcrlutclleklunU« slcrt" ist, Zu' dergleichen -Ucbcrechwcngliclikcltoii verleitet einzig und arlclu die verschrobene und unreife Anschauung, daß man just In Palästina den Homuticulus .erfinden wird. Ein "gewissdr: Prozcutsatz der jüdischen Jugend soll und muß der Wissenschaft zugeführt werden. Allerdings unter Qaranllu gesunder und menschlicher Bedingungen 1 Sind wir denn In der Tat dermaßen geblendet worden durch allerlei „Ismen" Im verseuchten Europa, daß angerechnet wir Juden das Vertrauen. zu den Leistungen wissenschaftlicher Arbeit für die Menschheit verloren .haben? Oder wollen Wir, die wir nach .nationaler Selbständigkeit bestrebt sind, diese Ausbildung in parasitärer Weise den Oaluthhislttullohcii Überlassen? Kein ernst denkender Mann wird einer, solchen „Einschlclchcrzichung" huldigen können. Allein auch hier gilt der Kampf. Und nun kommt Jener de« Fachmannes. Der Hegriff „Fachmann" ist hier zu Lande wenig geklärt, der Begriff „Fachgelehrter'* ober unbekannt. Anden Ist es gar nicht denkbar in entern Milieu, wo sich die verschiedensten Ele> iiientc aller Lfimtcr zusammenfinden. MalM'ilK: gibt ei keine, auch kein Bedürfnis nach Verständnis für die wahre fachmännische Leistung.' Inl allgemeinen überwiegen politische und idealistische Gesichtspunkte. 'Ein guter Tischler Ist nicht Joncr, der tadellose Möbel macht, sondern der Inchrcre Monate In den bolschewistischen: OcfilnguUscn iU Zionlst sitzen mußte. Dieser stSndlgc Kninftf' der wirklichen Fach« Jc'ütc Im Lahde gegen unsachliche Oeslchlspunkte zum Schoden der Arbeit Widerspiegelt Bich kontinuierlich Auch' bei den tiiglldich Obliegenheiten der" Unlvcrsltlt. Aber auch dies wird von Tag zu Tag besser. Und was den Professor betrifft, nun, die Zelt int auch nicht mehr fern, wo man lernen wird mit Ihm so umzugehen, wie es dem Amt, <Ia9 er zu versahen hat, entspricht. Auch diese Sache muß eben ausgekämpft werden.' Der erste lut es am schwersten, der zweite schon leichter und' „wenn t» erst, ein Dutzend hat, so haben wir die ganzo Stadl", muß der etwas modifizierte Oocthcvcr», der hier paßt, eingreifen. Vorläufig gilt es klarzulegen, daß ein solcher Professor mit uiiziihllgcn Schwierigkeiten fertig werden muß, die nein Kollege In Berlin und New-. York-nicht kennt. Vom Katimf mit der, Sprache — für Leute über 40 Jahrö keine Kleinigkeit — WiU' niemand reden. Mit Ihr Wird mrtn schließlich, noch fertig. Leicht ist c» Ja «Icht, denn die SptacUtorwUer haben noch keine Sammlung von Fachausdrückcn herausgegeben, verlangen aber, daß sich der Professor sofort tadelloser tcrmlnl bedient. Es ist auch kein Unternehmer "> Lande, der der Aufforderung Foluo., gelclslot hatte, dlo Universität und besonders das Chemische Institut zur Lösung seiner technischen Problcmo heranzuziehen — aber man veryuißj, daß.dpr Professor "und'seine. Assistenten „für das Land" arbeiten. Einige Wünsche von Unternehmern waren zwar vorhanden, doch keiner wollte den geringen Betrag °P'ern, um die Spesen des Institutes für diese Leistungen zu oecken. oic Anforderungen In wissenschaftlicher Hinsicht sind nicht gering, da außer den Ansprüchen Im Lande nocJi die Aufmerksamkeit des Auslandes, dal sich Im wesentnehen nur Jür rcln-wlsscnschaftllcho Problcmo Interessiert, •uiRcrütttlt wurde. Qctfcuübcr dem stellt «In für hlosige verhaltnls.se schmsles Budget und der Mangel an Doktoranden, °>e n europäischen Instituten «Uf eigene Kosten dlo Haupt- «fne t leisten. Eine große Anzihl von wertvollen Angclotcn »»-Mitarbeiter liegt vor, -aber die MöglkJvkelt fehlt, sie an- »"stellen, will min vorläufig dsi Lobcnimlnlmum nicht;*uf- Moringen In der Lage Ist. Und. all« Hemmungen, dtrsn Beseitigung cht« bis zweitausend Pfund kostet, betrüge, die im Vergleich zu jenen, die die.Juden für Ihre Lnndcslnslltute alljährlich bereit halten, l'khcrllchc Sümmchen darstellen 1 Audi die Aufgabe de» Architekten Fritz Rornbcrg, dor Ingenieure und der Unternehmer war keine einfache. Der crslero slnnd vor dem Problem, ein altes, biuif.llllges Maus, in dem keine Mattet gerade stand, In ein modernes l'orscliu'ngs« Institut' umzubauen, und sowohl ini-Stllo als auch technisch mit eiitcnt Neubau In Einklang zu bringen. Die Frage wurde lange genau erwogen, ob das Niederreißen des alten Hauses und ein vollständiger Neiibau nicht ßccignctcr wäre, um den Anforderungen nachzukommen, Dlo Uobcrlegung ergab, daß die Verwendung den nltcu D.iiich Immerhin eine Ersparnis von mehreren Tnusuudcti Pfunden bedeutet, da es sielt um ein großes Qcb.'lude handelt, füf das Kclucrrclt chic bedeutende Summe aufgebracht werden imiflte. Ich darf ca an dieser Stelle erwAhncn, daß vom InstltiitstcchnUcheh Standpunkte aus da» schwierige Problem des Architekten sehr gut gelöst wurde. Das alte Haus und der Neubau biklcn jetzt eine Einheit, dio Laboratorien sind von einer zentralen Halle einzeln zugänglich, dlo neue, von einer Kuppel Überdeckten Haupttreppe sorgt' filr die bequeme Erreichbarkeit sowohl dieser Holle des alten Haui-s als mich für den direkten Zugang zum Neubau. D,\3 erste Stockwerk des Gesamtgebhudes enthält folgende Laboratorien i Jenes für physikalische Chemie, Elektrochemie, 3 Räume für Ulocltcmle, einen Maschinenraum für Biochemie, ein Asslttcnzimmer, sodann ein -Laboratorium für synthetische Chemie, eines für analytische Chemie, ein kleine» Laboratorium mit Arbeitszimmer, einen technischen Kaum mit eisernen Abzügen und Tischen, ein Bureau des Direktors, cht photographlselicfl Eiitwlckhings/Iininor, ein Dunkel/Immer, ein Wagczlnimcr, ein Aclhcrzhnmcr und ein Luboratorlum fllf Verbrcnnnngs« und Bombchüfcn: dazu kommen 2 große- Terrasse» für Arbeiten im Freien, Die Minne des Soustcrralus enthalten i Die Eingangshalle, die liureans den Instituts, die chcinluchc IKbltothck, den chemischen Hörsaal mit Experlmentlcrab/tig und klnomatographlschcm Apparat (spezielles Geschenk des Horm Heller In Nürnberg), Hinzu kommt das Vorbcrelliuigs/Iinincr für dun Moronal nebst einem lw".<>mlereii kleinen Laboratorium für spezielle Arbeiten, der KMtcratim mit der lilscf/cugungs« anläge und ein Raum für Zentrifuge, Schütlcla|>naratu und verschiedene Mühlen, ftod.nin ht Im NcuhniitfActns das M Ik r ohl o I o gl be h e I null tut uutrrgrhratlit, Da nhnr dicke» noch keinen Direktor besitzt, «r> lullt «Ich über dio nähere Einrichtung nichts aussagen. Bin zur Fertigstellung clnts gcuilcteteu Hauses <K'H Instituts filr die V/Itiicitsrhnfleu <l("t Juilculmiis hallen die PimIclsuicm illese» liiHtltuln mehrere Rannte des MlkivtblologlseJteti liihlltuts bezogen. Es Ist zu ltolfcn, daß es dem „Aiuerlcau Jewkh Physicians Coinmittcc", das den Betrieb des MikrrOhlologUeheu Instituts budgetiert, gelingen winl, einen Direktor In der nächsten Zukunft ausfindig zu machen. In Verbindung mit dem Institut steht ein besonderes Maschinenbaus für dlo Erzeugung 'elektrischer Kraft und die Wasserversorgung. Dlo elektrische Installation und die Moulage der Maschinen hat die lUnti-Wclß- Work stillte ühcriiotnmeu. Der leitende Ingenieur, Herr Hans Simon, arbeitetgegenwärtig mit einer Onrdü von 22 jungen Leuten an der Aufstellung des 45 PS starken Dieselmotors und der Akkumulatorenbatterie; In den letzten Tagen vor".der Etiifliiuug soll die., elektrische - Kraft zu fließen beginnen, Für die Wasserversorgung stehen dem Institute 3000 cbm Zlstcriicnluhalt zu Gebote, der Jedoch Infolge spärlichen Regens <IIcsoh Jahres höchstens zu einem Drittel mit Wnsser gefüllt steht, Außerdem wurde sehr viel Bau« Wasser verbraudtt. Eine Pumpe saugt das Wasser uns den Zisternen in die Kessel des Masduiicuhnuscs und chic pneumatische Kompressionsciiirklilung drückt es unter <> Atmosphären Druck Iii die Laboratorien. Um Wasser zu sparen, eine Lebensbedingung für das Institut, mußten 2 getrennte Wasserleitungen angelegt werden, von denen die eine für Kraft- und Kuhlzwcckc dient und wieder In dlo Reservoire nbfhVnt. Dlo andere hingegen,, die Nutzwasser liefert, flledt In die Senkgruben uh. Eiiid Saiidfiltcranlage in Turniforin sorgt für die klare Filtration dieses Nutzwnssc'rs. Der' Leiter der Wawcrlimtnllattoii Ut ing. I. Michaeli aus Tcl-Awlw. In den Werkstätten arbeitet ein Feinmechaniker und ein Glasbläser, die siimlllche Reparaturen bewerkstelligen, Auch neue Apparate werden bereits verfertigt. Der Bauunternehmer, Solcl-fionoh, gab «ich die großlc Mühe, Chic so schwierige Aufgabe wie den Bau eines komplizierten Forschungsinstitut!!, noch dazu entfernt von den Zentren der Kultur, zu bewältigen. Abgesehen von der Dimension des ganzen Baues, stand er vor Auftrügen, die in Pnlilatliia früher nie vorkamen, wio z, B. von Lnboraloriuntsföiiincn mit besonderen Vcutllafloiisvori Wiltingen, Abzügen, Kanlllcn und Schlitzen, die alle mit Kostschulz vcrs'chcn konstruiert werden mußten. Man kann bei objektivem Urteil behaupten, daß die jüdische' Arbeiterschaft und die Leitung des Solcl-Bonchs die schwierige Aufgabe gut bcwiiltlgt haben. Fehler In der zeitlichen Organisation müssen In der. Zukunft ausgeschaltet werden, doch mußte dieser Bau in mancher Beziehung als Versuchsobjekt hcrliallen. IMl allem ist es aber entschieden als clno ichönu Lolstiuitf de« Jüdischen Arbeiters aiiztiNchen, wenn mau'heute «uf das fertiggestellte Institut, das durchaus modernen Anforderungen hochkommt, hinweist. Noch einige Wortu Über die wldscilscliaftltchen Arbeiten det Chemische» Institut». Diese werden durch die Assistenten der einzelnen Laboratorien in Angriff genomnion, obwohl der Bau noch In der Hälfte stand und elektrische Kraft und Wasser fehlten. Wio schon «rwUluit wurde, wird die In- «tallatton erst vor dem 1. April übergeben. Trotz dlcsdr schwierigen äußeren Bedingungen wurden bereits clno Anzahl wissenschaftlicher" Arbeiten abgcschlosscuuivd den betreuenden Fadizcltschrlftcn überlnndt, Slo tragen folgcnda Titel: „Uobcr die Natur des pcptldspnltoudcn Fermente» aus I Icfcinazcratcn" (mit Bcrnfckl und Frl. Schönfctd); „Kinetik der Pcptldspaltuug durch Fermente der Hefe" (mit Fr!, Ch. Epstein). Sic stellen Beitrage zur Erforschung des Fcrmontproblcnn dar, das eition Integrierenden Bestandteil der wlsscuschallllchcii Arbelten de* Infttltut» bildet. Als praktisches und für das Land interessantes Scllcngoblct des Fcrmontprobkms wurde die Fermentation der Tabakblätter vor «Inigon Wodten »ul« genommon, Sodann erscheinen In Kürzo mehrere Arbeiten als Belträgo zur Erforschung dor Eiweißkörper. Mit-dein Problem,der Absorption boschilftißt sich clnc Arboiti „Spcktrophotometrlscho Studien Über dio Natur der Absorption" (mit. Frl. Dr. Rlvlin). Sodann wurdo du Problem der Pflanzen- •kllmung begonnen und die erst«-diesbezügliche.Mitteilung unter dem Titel: „Studien Über das.Wesen des Kcltmings. prozesses" (mit Herrn dipl. Agr. A, Reifenberg) tlngesindt Herr Dr. M. Wclzmaiin sorgte unter den lür den Chcmikei scliwicrlgstcn Bedingungen, nämlich m Ermangelung vut Wasser und Kraft, für die Darstellung der zu diesen Arbeletet notwendigen komplizierten Präparate, aufs beste, Noch Einführung von Kraft und Wasser wird dio Arbeil nach allen Rlehiungcn ausgebreitet werdet können, hübepondero auch nach der synthetischen und analytischen Seite Als Unlversiliitslnstitiit besitzen Wir die Pflicht, wertvo!|( wissenschaftliche' Probleme zu bearbeiten, unter bcsondtrei Berücksichtigung solcher, die neben Ihrem wissenschaftliches Wert mich lllr Palästina Interesse besitzen. Dagegen sollet alle Arbeiten, dlo mit Routiuctatlgkclt verbunden sind, Uct Hnndelsfhemlkcrn vorbehalten bleiben, soweit nicht cx ollkW die chemische Abteilung der Versuchsstation In Tcl-Awi» dafür Irt Betracht kommt. Der Berichterstatter hat sich die Freiheit genommen die über KolloldchCmlc abiuhaltciidcn Vorlesungen unter dci Titel: „Die Grundlagen der Dispersoidcliemic'« (Vcrlaj Tit. Stclnkopff In Dresden) herausgegeben. Ihre Abhaltung wird hier stattfinden, sobald dlo dazu notwendige liehriiiche Terminologie ausgearbeitet Ist. Vorlesungen über Utovltcmit In hebräischer Sprache wurden 3 mal wöchentlich für die Mitorbcjtor des Chemischen Instituts abgehalten. Die ,verwlckoltc Geschäftsführung und Administration des Baues lagen größtenteils in den Münden des Herrn S, Welz, mann. .!■' i Mein Glückwunsch . Von Prof. Dr. Franz Oppenhelmtr. Die Universität zu Jerusalem 1 Ein Qlclchnls der Geschichte des Judentums I Von der hochgelegenen Ucrgsladt sieht der Wanderet In die tlofstc Depression nieder, die es out diesem Planeten gibt! vierhundert Meter unter Mccrcsnlveau liegt die Jordan, senke und das Tote Meer. Sri lidiii hat iiIho diu Jüdische Wissenschaft Uber dci Jüdischen Volksnot gestanden, der tiefsten Not, die wir aui der Geschichte der Menschheit kennen, Roscher In seiner /.Politik" und nciicr<li,in* Mix w>lxi In seiner „Wirtschaftsgeschichte" nennen diu Juden der D.a. sporn ein Pariavolk. Und das Ist auch, von der einen Seile her gesehen, richtig: die Juden dos christlichen Occldent waren ein Parin Volk. Aber merkwürdig kein Volk Mm Parins, Purins sind weder (hivhrtc noch Künstler; und die Juden waren von jeher beides. Und nicht nur Einzelne, Wenige hoben sich aus tiefster Not zur Berghohe des reinen Denkens und der reinen Anschauung, nein, in erstaunlich großer Zahl, In einem, verglichen mit den Gastvölkern, ungeheuerem Verhältnis, hat diese kleine Gnippo Führer des Geistes hervorgebracht. Die Geschichte der curopäkhen Phllosophlo und Wissenschaft Ist nicht denkbar ohne die Mitwirkung der Juden, und bis nuf den heutigen Tag stehen sie überall: In der Philosophie, In der Geisteswissenschaft und dor cxnktcii Naturwls6Ciischutl, In hohen Ehren, nicht nur weiterbildend, nein, auch ucuichöpfcnd, In der ersten Reihe der -Krieger dss Gelstos, «lio In Reih Und Glied von rücken, um der Menschheit und der Menschlichkeit uuuti Land zu erobern, So haben dlo Besten uinsores Volkes immer dem Höchsten gedient: der Erhellung und Erhebung des Geistes, der Cr leiichtuug und Lenkung des Willens, und nur dadurch haben sie Ihr eigenes Volk davor bewahrt, am einem Parlavoli ein Volk von Parins zu werden. Und das Volk hat es ihuer gedankt, Immer Ii ut Ihm der Welte mehr gegolten als dci Rclcho; und sogar der Lehrer mehr als der leibliche Vater Immer hat es aus der Verfluchten Mülle, tief unter dem Meeresspiegel, In der os sein Lehen fristen mußte, Inmitten der incpliltlschcu Dünste des Hasses, der Verachtung, der Vcr leuntduiig und Verfolgung, Iii denen es atmen mußte, scinr Blicke aufwärts fliegen lassen zu den reinen Berghohen, an denen die Röto des aufsteigenden Tages zuerst sich xcigl und hat die Hoffnung nicht verloren, die allein das Leben erhält. Jetzt will das ewige Volk seiner Erhalterin, der WUsenschalt, ein clgones Helm errichten, Möge os seiner Bestimmung hnincr treu sein, aus der reinen Luft der Hohe, Von Gottes Bergen In alle Tiefen der Welt und des Menschenleben» hineinzuschauen und hineinzuleuchten. Nicht der jüdischen Wissenschaft ist dieses Heim geweiht; denn es ergibt sich nur eine Wissenschaft. Und doch: In einem anderen Sinne soll die Hochschule In Jerusalem Silz'der Jüdischen Wissenschaft, sein. Bisher hat alle Leistung der Jüdischen Gelahrten dem Jüdischen Volke nur Wenig Ehre eingetragen: was sie leisteten, schrieb sich ihr Gastvolk Ins Haben. Jetzt werden dio Lehrer und Forscher der neuen Universität nicht nur zum Segen.der Menschheit und Ihrer eigenen Ehre, nein, auch, zur Ehre des jüdischen Namens schaffen und schupfen. Und dann wird es det Welt klar werden, daß dieses Pnrlavolk kein Volk von Paria? Int, sondern ein Volk des guten Clclstcs und de« guten Willen», das au Ernst und Oliban keinem anderen zu weichen hat. Und noch ein Wunsch für das eigenste Arbeitsgebiet' dessen, der bewegten.Herzens diesen Olückwii iach schreibt. Möge die neue Hoclucltulc Im- Qthuc, der aUcn Ptophetc« Israels und all der Gewaltigen, die ihren heiligen Zorn und Ihren flammenden Elfer wie eine nicht verlöschende Fackel durch die Jahrtausende getragen haben, Ihr Atnjc wenden und Ihr Licht iihelnen lassen, besonders in jene Tiefen unter , dem Meeresspiegel, In der dio Mehrzahl der Menschen heute noch schmachtet, In .dio. Höllo der sozialen Not. Wenn die Leidensgeschichte des jüdischen Volkes einen wcliliUorUclicn Sinn hat, so kann, es nur der sein, daß es allem Leiden allezeit das offene Herz und dou.offenen Sinn bewahre; daß es den Armen stütze und hebe, daß es das uralte Unrecht; das sich an Ihm schlimmer Als an Irgendeinem anderen Volke ausgewirkt hat, auszurotten bemüht bleibe. Nicht nur ein Sitz des kühlen Wissens, auch ein Austtrihliiitgspunkt d" glühenden Wllltnst das1 sei und bleibe die Universität In Jerusalem I ,, Oberrabbiner ChaJos hat fünf Stipendien für die M«- ■htslsche Universität mit tisch Jerusalem gebracht j zwei im .Betrage von Je 120 £, drei-von 100 £. Die crslcn «w«' .wurden" gestiftet vön Herrn Emlllo Stoek, Trlest, die übriger» drei von der Fondatlono Vlltori» Morpurgo, Tri«»*' El 'r f » sei;.; neu,«, , ein", 1 der , es; de« Ulli.' ■) attlf't , \ ';:-. VC'., j| IctJ; ' " , Kr.'.M wü -. , ' sei'1;, ' ' dci' zio' 'i!, . ' i . s Wi V, i 4 ' ' , >, tlf», , I > I kcl ' es,,.«; .< , "V -1 zu i , r., , In >. ■ ,, . . »im , \ i i. 1 " < Lai'.i ' i , ist . hat, ■, ' , er!| ''• '-. kci,l i ' ZU (i, ' , 1 dir n ' ölx. l .' ,'■ ■, um? , '',, , gci," i;,;v:, '.», >\ •' ' m[u< i i• "V-.,* teil1 ,i ■,: r * ' ,< \' ZU ^[ l, >i tig';' ' ' W< . no.:, . bc? un« , ,.. , "lcl-^ H Gc:'i - . T ' ■ dci'.- ko,>; ,,..•» SCI',' I V 1 ■ii ', L »'I r i V\ jci'":! KCl '. da* -.<•-1 hat Wi rcl.1 j. dci 'i ■■ i . I 'i 1 ' 1 RCr .- ■; l!" 1 .". '• ihr 1 . Ge :!i . ein ' Du i ' , •'. ' der "i ii1: bei ■ Ba ' , . sie' " '{ der ' - ' ', »ril ' , ( | zus i •' ■ i CS '. >'.;,>•■" •!• ,' Fai, V'.'-.-'i '' , i GcmV':; :;: Dn...':!;•;, R»b ■.;':V '■' ver ■ voi.,,s 1" j.« , " Wit '"')' , :'«;>, hwi'VvV.'vv un!:''iV'.^ , WC ,; , hai'v v,'-!| UIU' »••}'•'t'*;t ■', ihr!;i-«:7 i Krr;;.f fai:;v,;( .;,:/-) '. 1 * ' ■ : -;v '■' "« s*. < \ ' "t!* r R««:-•;■!'.- ■ po» , 'i> flal,,'" - :;.' ' Wa.), , \ 1 sch-,s?''V bl|<f>' Vi. -Jh . ^''M,.}^'.' nie 1: , Bo'-i-V. i n.t'V:} N't!;ryt •'•