Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 27-28 (3.4.1925)
- Date
- 1925-04-03
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Kr- 27/28 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 245 Das Problem Leo Kohn, Sekretär des Universitätskomitecs, *«" Lotion, nie Wandlung, die die Idee der hebräischen Uni- ■tjt in ihrer allmählichen Entfaltung durchlaufen hat, suchtet in sehr charakteristischer weise die Entwick- ,* der zionistischen Ideologie überhaupt Man setzt Bedeutung des Unlvcrsitätssplans gewiß nicht herab, "L man sich darüber klar wird, daß — rein historisch brachtet — ihr Ursprung in der unrealen Atmosphäre Z, Haskalah zu suchen Ist Für den jüdischen Intellekten der Haskalah war die Universität das höchste S| seines jüdischen und menschlichen Strcbcns. In Lsalcm, dem Sitz der alten jüdischen Ocisteshcrrrtkeit, in Form einer Universität ein neues geistiges Ltrum für die zerstreute Judcnhcit und darüber hinaus L die ganze Menschheit zu schaffen, das mußte ihm, L die Emanzipation die europäische Universität als l!c(jium des höchsten geistigen Aufstiegs geschenkt hatte, 'm Oipfd seines humanistisch fundierten Nationalismus jijclicincn. Das neue Palästina seiner Träume war ihm schließlich auch nichts mehr als eine verbesserte Aufu{ westeuropäischen Gemeinschaftslebens. Man hielt rt'lüf möglich, wenn nur genügend Mittel aufgebracht „erden könnten, in Palästina ohne weiteres eine voll ,5<gcbautc Universität nach europäischem Muster zu 4ndcn, zu der Schüler aus allen Ländern der Diaspora strömen würden, um dort ihre geistige Ausbildung in ,iiicr jüdischen Atmosphäre zu erhalten und dann als Träger des neuen Oclstcs, der von Zion ausstrahlen joOte, in ihre Heimatländer zurückzukehren. Welcher W dieser neue Ocist sein, wie seine Entwicklung In tiacin primitiven, im wesentlichen landwirtschaftlich aufgebauten Ocmcinwcscn möglich sein würde, wenn man icsem von vornherein eine fertige europäische Hochschule aufsetzte, in welchen Beziehungen eine solche laversität zu dem neuen Leben im Lande stehen und wieweit, selbst wenn die Uebcrtragung einer europiischen Universität nach Palästina durchführbar.wäre, 's solches Ocistesinstitut die Form und den Rahmen äreine essentiell jüdisch-geistige Wiedergeburt heroben würde, all solche Fragen, konnten, sofern man « überhaupt stellte, sich kaum über das Niveau un-;cwisscr Spekulationen erheben, solange die Form, so- ::gc überhaupt die Möglichkeit eines intensiven jüödten Sicdlungswcrkcs in Palästina sich jeder klaren Vorstellung entzog. Es ist charakteristisch, daß im Verfolg der praktischen Arbeit, in die der Zionismus in den letzten Vorkricgsihren eintrat, sich eine gewisse, im wesentlichen wirtschaftlich fundierte Reaktion gegen dieses UniversitätsitJl geltend machte. Man erkannte die Gefahren, die witr stetigen Entwicklung des neuen, mit soviel seejehen Opfern durchgeführten Aufbauwerkes aus der Gründung eines solchen, den Eigenbedürfnissen des :ncn Lebens kaum kongenialen Geistesinstitutes er- «ichsen könn'cn, man verlangte eine Inkubationszeit 'jr das keimende kulturelle Leben der neuen Gemein- ^ilt, man betonte die crnsth-..'tc Ocfahr des Lcvan- «mus. An die Stelle einer humanistisch fundierten trat m mehr organische, mehr palästina-zentrisch Orientale Auffassung. Die Selbstbestimmung auf die eigenen kulturellen Werte und Formen der jüdischen "Edition, di: im letzten Jahrzehnt, vom Erlebnis des negei stark beeinflußt, einsetzte und die sich zu gleicher?fit durchsetzende Erkenntnis der tieferen Zusammen- ■«ige zwischen der jüdischen Wiedergeburt und der tätigen Regeneration des gesamten Orients führten a tiner weiteren Vertiefung der Universitätsidee. Man ginnte, daß wenn anders die Universität ihrem Wesen, r;*t nur ihrem Namen nach eine hebräische sein solle, llc nicht einfach eine hebräische Uebcrsctzung einer '«(europäischen Hochschule sein dürfe, daß sie vielmehr den irmantnlcn Tendenzen und charakteristischen 'ttmtn des jüdischen Ocistcs erwachsen müsse, daß Kontinuität aber nur durch die Herstellung« einer?%n Lebensbeziehung sowohl zu den schöpferischen Giften der neuen jüdischen Gemeinschaft im Lande '* R» dem im überlieferten Kulturgut kristallisierten *!>%n Kräften der jüdischen Vergangenheit gesichert *«dcn könne. In dieser letzten Aufgabe verschmolzen Probleme:' Der Dynamik des Aufbauwerkes die Waltende Kraft der in dem nationalen Kulturgut latenten?!n,iSen Pofcntialitüten zuzuführen, hierin erschien das p. Ücfstcn Sinne aktuelle Problem einer hebräischen ^•crsltfit zu nipfcln.;, ^ic tatsäch'.Hxc Entwicklung des Univcrsitätsprowährend der letzten *-tirc Ist von diesen kritischen f 5Unßcn stark beeinflußt worden. Man hat zwar «•äußere Form der westlichen Universität übernommen, ^''ich aber von jeder festen "indung an eine bestimmte ^Pnisationsform ferngehalten. Man hat die sofortige £ äifung eln:r Lc' -«•—ritat für Absolventen der Gym-!£1Cn mit abschließender Prüfung und Diplomcrtcilungi gelehnt Die Universität wird im ersten Stadium den h r emcs ^""■sctiungslnstltutcs mit Lehr- und ^"Sskurscn für Fortgeschrittene tragen. In dieser '<o Un£f. ^'°2t zunächst eine Berücksichtigung des '^mischen Faktors; denn das wirkliche Bedürfnis °cr Ausbildung von Akademikern im Lande wird ^. Namentlich angesichts der starken Einwanderung Akademiker aus der Diaspora noch für lange % 1 rccnt bescheidenen Orenzcn halten. Nichts aber ^} 'ür die Entwicklung des Landes und den Aufbau ^'neuen Jüdischen Gemeinschaft verhängnisvoller als iu^öchtung eines geistigen Proletariates. Aber der *u der Universität auf dem Fundament der Forschung ist mehr als eine btofle Vcrlcgcnhcitsmaßnahme. Forschung Ist Wissenschaft im Werden, und lebendige Lehre kann nur aus diesem Werdenprozeß erwachsen. In cir.cn» n; :cn Lande wie Palästina mit neuartigen wissenschaftlichen Problemen muß zunächst die Materie des zu lehrenden Wltscnsstof'cs in wissenschaftlicher Forschungsarbelt systematisch und methodisch erarbeitet werden, und können, auch nur in solcher Forschungsarbeit die wissenschaftlichen Arbeiter, die den zukünftigen Lehrkörper der Universität bilden werden, erzogen werden. Aus diesen Erwägungen heraus sii.d die beiden orsten natunvisscnschaltlichcn Forschungsinstitute, das Institut für Mikrobiologie und tropische Medizin und das Institut für Allgemeine und Biochemie erwachsen. Beide sollen zunächst der Forschungsarbeit auf den für die Entwicklung des Landes wichtigen medizinischen, klimato-thcrapcui:..'.;cn und biologischen Gebieten gewidmet sein, daneben der Fortbildung der Im Lande arbeitenden Acrztc und Naturwissenschaftler. Im Anschluß an diese Institute, sollen allmählich propädeutische Lchrinstitutc aufgebaut werden. Schließen sich somit die ersten naturwissenschaftlichen Institute wenigstens Im äußeren Aulbau an westliche Vorbilder an, so liegt doclvdlc Crux des gesamten Univcrsitätsproblcms in der, geisteswissenschaftlichen Fakultät, denn hier allein hoben wir starke jüdische Traditionen, hier konzentriert sich das Interesse der Judcnhcit der Diaspora an der Universität timl im tiefsten Sinne an dem Palästiunnuibauwcrk überhaupt, liier auch liegt recht eigentlich eins aktuelle Problem der Universität, die geistige Wiederaufdeckung der lebendigen Kräfte des Judentums, liier auch liegen schließlich die großen Probleme, die sich aus der Berührung des neuen jüdischen Lebens mit den anderen semitischen' Kulturen ergeben. Das zunächst begründete Institut soll der Erforschung des gesamten jüdischen Kulturstaatcs und der ihm verwandten orientalischen Kulturen gewidmet sein. Entscheidend für die Ziele dieser For-t schungsarbeit aber ist sicher nicht so sehr das Ausmaß seines Aufgabcnkrciscs als die Methodik seiner Fragestellung und die schöpferische Intensität der in ihm Lehrenden und Lernenden. Der let/tc Sinn unserer gegenwärtigen Regeneration Hegt, wie Dlnlik betont hat, in der Wiedergeburt der alten jüdischen schöpferischen Kategorie der Halachah. Die hebräische Universität kann' hier vielleicht in entscheidender Weise schöpferisch eingreifen. Nicht auf dem Wege toter Buchwissenschaft, sondern durch die Wiedergewinnung der alten jüdischen lebendigen Wissenschaftstradition der mündlichen Lehre und durch die Wiederherstellung einer tieferen Beziehung zwischen Wissen und Leben im Sinne der alten jüdischen Wissenschaftsidc;, die eine Trennung zwischen Lehre und Leben nie kannte. So ist die Universität in ihrer gegenwärtigen form nur Rahmen. Einen solchen zu schaffen und alles, was wir heute noch an jüdischen Kräften lebendig besitzen, In Ihn hlnclnzv-hßcn, ist Pflicht dieses Geschlechts des •Ucbergangs. Aber über die Zukunft dogmatisicren oder sie nu feste Formen binden zu wollen, wäre Vcr-, messenheit _ Zar Eröffnung der Ualverslfll In Jerusalem Von Professor Eugen Mittwoch. In der Ocsclilchtc des Wiederaufbaus von Palästina, der in weit höherem Matte noch, als es jetzt der Fall ist, losgelöst von allem Ocgcnsatz der Parteien, eine Aufgabe der gesamten Judcnhcit werden sollte, wird der 1. April dieses Jahres als der Tag, an dem die Universität Jerusalem feierlich eingeweiht wird, ein Datum von besonderer Bedeutung bilden. Für das Aufbauwerk und für das Volk, das es vollbringen will, Ist vielleicht nichts so charakteristisch wie die Tatsache, daß man schon Jetzt an die Begründung einer Universität geschritten tot. Es wird manchen „Realpolitiker" geben, der bedenklich den Kopf schüttelt, von der Ucbcrzcugung ausgehend, zuvor hätten wichtigere Aufgaben wirtschaftlicher Natur Ihrer Lösung zuqcführt werden müssen. Andere wiederum werden die Ansicht vertreten, der Unterbau der palästinensischen Volks- und Mittelschulen sei «och nicht gefestigt genug, um eine Universität tragen zu können. Diesen und ihnlichen Bedenken Ist eine gewisse Berechtigung nicht abzusprechen. Und doch haben die Leiter des Aufbauwerkes recht daran getan, schon Jetzt den stoben Plan einer Universität In die Wirklichkeit umzusetzen. Der Aufbau Palästinas läßt sich nicht ohne weiteres mit dem Aufbau Irgendeines anderen Landes vergleichen, die Universität Jerusalem wird in manchen Betracht ganz anders geartet sein als die Universitäten Europas oder Amerikas. Sic wird von vornherein nicht den Charakter einer Provinz- oder Landesuniversität haben, vielmehr werden Ihr Dozenten und Studenten aus allen Teilen der Welt zuströmen. Die Sorge, der Unlvcrsilätsvcrwaltnrig wird nicht so sehr darauf gerichtet sein müssen, Katheder und Hörsäle voll besetzt zu sehen, als darauf, aus der Fülle derer, die sich als Lehrende oder Lernende zur Verfügung stellen werden, die geeignetsten Elemente auszusuchen. Neben den ständigen Dozenten und neben den Studierenden, die Ihre gesamte Studienzeit dort verbringen werden, werden an der Universität Jerusalem in weit größerem Ausmaße, als es anderwärts der Fall ist, Gastprofessoren und Oasthörcr sich einfinden. So mancher Professor aus Europa oder Amerika wird sich gern der Aufgabe unterziehen, Ferienkurse nn der Jcrusalcmer Universität zu halten. Und wie früher beispielsweise aus Deutschland Söhne wohlhabender Eltern vielfach zu Beginn Ihrer Studienzeit für ein Jahr an die Universitäten Lausanne oder Paris, Oxford oder Cambridge geschickt wurden, um steh mit französischer oder englischer Sprache und Kultur vertraut zu machen, so wird sicherlich eine große «-Zahl von Jungen Jüdischen Studenten aus. der Alten und Neuen Welt für ein Jahr zum Studium nach Jerusalem gehen, um dort die hebrliiche Kultur Palästinas «uf sich wirken zu Lauen, fiel alledem wird der Schwerpunkt der Universität, besonder» In den er,t:n Jahren, nicht so «ehr auf die Lehrtätigkeit, als auf die Forschung zu legen sein. Es Ist ein glücklicher Oedanke, daß die Universität gleichsam aus einer Reihe von Forschungsinstituten herauswachsen soll. Hier wird viel mühsame und entsagungsvolle Arbeit zu leisten sein, bis die Jcrusalcmer Universität,sich einigermaßen ebenbürtig an die Seite der Hochschulen Europas und Amerikas mit Ihrer Jahrhundertc oder wenigstens Jahrzehnte alten Traditionen wird stellen können. Auf einem Gebiet freilich könnten schon frühzeitig nennenswerte Resultateerzielt werden, das ist die Oricntallstlk, Im besonderen die Scmitistik Im weitesten Sinne des Wortes. Die Arbeit auf diesem Felde der Wissenschaft Ist vielleicht berufen, der Universität Jerusalem eine besondere Note zu geben. Während beispielsweise chemische, physiologische oder astronomische Untersuchungen, In pnläslliuiislschcii Laboratorien angestellt, in ihren Methoden und Resultaten sich «icht Im mindesten von denen in irgendeinem anderen Laboratorium der Welt unterscheiden können, wäre die Universität Jerusalem ihrem ganzen Milieu nach berufen, der Orientalistik neue Wege zu weisen. D!c archäologische Erforschung Paliistinas, hebräische Sprachwissenschaft und Philologie, die vergleichende Scmitistik, die Wissenschaft vom Islam — für diese und noch für viele andere Disziplinen der weitverzweigten Orientalistik läßt sich keine idealere Stätte der Forschung denken als gerade Jerusalem. Wenn man bedenkt, in wie schneller Zeit an der katholischen St. Joscphs-Unlvcrsität In Uclruth durch dk Initiative gelehrter Patres gerade die orientalische Fakultät zu anerkennenswerter Blute gelangt ist und wie rasch die Veröffentlichungen dieser Fakultät die Beachtung der abendländischen üelclirtcnwelt gefunden haben, »o darf mau gerat',« an die orientalische Fakultät In Jerusalem mit großen Erwartungen herangehen. Hier würden sich, wenn die notwendigen Mittel bereitgestellt werden können, sclwn in wenigen Jahren sehr bedeutsame Resultate erzielen lassen, und gerade auf diesem Ocbictc würde sich sehr bald ein reger geistiger Austausch zwischen der neuen Universität und Ihren Schwcsfcranstaltcn In Europa und Amerika anbahnen. Wenn dann in langsamer und steter Entwicklung auch die übrigen geistes- und naturwissenschaftlichen Seminare und Institute ausgebaut werden, so wird hoffentlich in nicht all™ ferner Zelt die Universität Jerusalem nicht nur für Palästina und die Judcnhcit einen geistigen Mittelpunkt bilden, sondern auch als achtunggebietende Stätte der Forschung und Lehre anerkannt sein von der Kulturgcmcinschaft aller Völker und Nationen. Eia gelslifjes Homclantl Die Eröffnung der Hebräischen Universität in Jerusalem darf als ein Ereignis von großer Bedeutung begrüßt werden. Zunächst weil hier ein geistiges Homcland für Juden entsteht, eine Freistaat, an der Juden unabhängig von fremden Oesetzen und Volksströrmingcn forschen, lehren und lernen dürfen. Weder für jüdische Dozenten noch' für jüdische Studenten wird es einen Numerus clausus geben. Angesichts der gegenwärtigen Judennot hat diese Tatsache eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. Die Vortragsspraclie wird hebräisch sein. Noch vor einem Dutzend Jahren entbrannte eine lebhafte Fehde um die Frage, ob dns Hebräische sich als Unterrichtssprache für ein Technikum eignete. Heute zweifelt kein Mensch daran, daß das Hebräische als Sprache für die Vorträge und die Forschung ausreicht. So gewaltige Fortschritte hat die Vcrlcbcndigung der hebräischen Sprache in den letzten Jahren gemacht 1 Und noch größer selbst als dieses Ideale Monicut erscheint das andere gcistcsgcschichtlichc, daß hier der jüdische Ocist, entsprechend altem jüdischen Brauch, wieder die Wissenschaft In ihrer vollen Totalität, ihrer vollen Universalität zu bearbeiten sich vorsetzt. Nicht in allen Zeiten und Ländern haben Juden alle Zweige der Wissenschaft gleichmäßig gepflegt, aber es herrschte stets die Ucbcrzcugung, daß sie alle aus einer Quelle flössen, aus einer Wurzel sproßten. Erst als die Juden aus dem Ohctto heraustraten, führten sie die Scheidung zwischen den das Judentum berührenden I)ln/.lpllncn und Problemen «lud den anderen Wissensgcblctea ein. l>cr RIß war für die Dauer unerträglich. Die neue Universität bietet die einzigartige Gelegenheit, die Einheit wieder herzustellen, das Qcsaintgcbict des Wissens einheitlich aus einem Ocsamtgeist heraus zu pflegen. Statt dessen aber hat man die jüdischen Gegenstände In eine Art Ghetto verwiesen und das „Judaistischc Institut" nicht als Teil der Universität, sondern als isolierte Lchrstüttc begründet. WiD man den jüdischen Fächern eine uneingeschränkte Entwicklung In der freien Atmosphäre der Universität nicht gönnen? Nichts wäre verhängnisvoller als eine solche Einstellung. Wissenschaft kann nur in völliger Freiheit gedeihen und die Erforschung des Judentums nur als ein Zweig der Unlvcrsitas litcraruml Fast scheint es, daß man dies« Scheidung bereut und schon jetzt bisweilen das Judalstische Institut als eine Unterabteilung der Universität hinstellt. Wir wollen hoffen, daß es In kürzester Zeit ouch de facto ols gleichberechtigtes Mitglied aufgenommen wird. Klein fängt die Universität an, mit Recht haben dl« verantwortlichen Stellen beschlossen, sie nur nach Bedarf und Möglichkeit auszubauen. Wir wünschen von Herzen, daß das biblische Wort sich an Ihr erfülle: Ist Dein Anfang such gering, so wird doch Dein Ende gar blühend sein I Berlin, März 1925. Iimar Elbogen, Hochschule für die Wissenschaft des Judentums. Prot Rappird Ober den Aulbau Jerusalem. (J.T.A.) Professor Rappard, der frühere Direktor und jetziges Mitglied der Mandatskommission des Völkerbundes, wellt gegenwärtig In Jerusalem, um der Universitätsfeier beizuwohnen. Nachdem er von einem Besuch In Tcl-Awlw zurückgekehrt war, drückte er seine groß« Bewunderung über die Leistungen der Jude« Im Städtebau aus. Tcl-Awlw, sagte er, hat eine groß« Zukunft. Ich wünschte, ebenso an die Erfüllung der Ziel« des Völkerbundes glauben-zu können, wie Ich an die groß»» Zukunft von Tel-Awlw glaube.