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Jüdische Rundschau · 1925-03-31 · Heft 26 (31.3.1925) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 26 (31.3.1925)
Date
1925-03-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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f Kr. 2* JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 237 Der Aufstieg der Mittelklasse ,y0n unserem palästinensischen Korrespondenten.) A.O. Jerusalem,dcn 17.MSrz 1925. Die gesellschaftliche Struktur des Palävon heute Ist sehr verschieden von der vor einem Ulb«1 '"—oder vor einem Jahre. Diese Tatsache wirkt sich u(c noch In voller Stärke aus, beginnt sich aber!| allen Gebieten bemerkbar zu machen. Bisher bc- und dcr üb:rw!cgcnde Teil der AHjah aus mittellosen, *rbcitcndcn und für Palästina vorbereiteten Elementen. Lille nimmt der Typus des Handwerkers, des Kauf- }nnS, des großen und des kleinen Kapitalisten immer " nr Raum daneben ein. Bisher wurde der Haupt- Mi der Einwanderer von den Siedlungen oder von öffent- Sc[icn Arbeiten aufgesogen. Heute ist die stärkste An- Jdningsquelic für den Einwanderer die Stadt mit ihrer gichtigen Bautätigkeit und der wachsenden Ausbreitung i,r Industrie. Bisher kannten wir den Einwanderer als (inen schon vom Oaluth an Organisation gewöhnten, geschäftlich Interessierten Typus, der in Palästina sich jlmc Mühe den organisatorischen Formen einfügte. Ileiilc handelt es sich vielfach um unorganisierte, auch ,jclit zur Organisierung tendierende Elemente. Bisher tiodcltc es sich hauptsächll:h um eine AÜjah von Ledigen, ttutc spielt die Familie in der Einwanderung eine immer fcdcntcnderc Rolle. Wir stehen Itcute in dem Prozeß der inneren und äuBcrcn Organisierung der Mittelklasse. Erst wenn äeser Prozeß zu einem gewissen Qradc vollzogen sein wird, werden wir In Palästina die Bedeutung dieses neuen Faktors in seinem ganzen Umfang empfinden. Heute Sil ein großer Teil der neuen Ankömmlinge noch keinen Einfluß auf die Entwicklung der öffentlichen Angelegensten. Tauscndc haben noch kein Wahlrecht, viele lind noch gnr nicht dazu gekommen, sich um andere jK persönliche Dinge zu bekümmern, großen Schichten fehlt heute noch der Rahmen für ihre Arbeit. Die Kristallisation der verschiedenen und verschieden gerichteten Elemente ist erst im Werden. Wir sehen aber heute bc- •cits Ansätze, daß solche Kristallisationskcrnc klar hervor- Kien. Die Scheidung der Alijah in wirtschaftlich getrennte Intcrcsscnkrcisc wird heute noch vertagsamt durch die bis zu gewissem Oradc alle verwende Tendenz des nationalen Aufbaus, die zweifelte einen großen Teil der Olim beherrscht und in Ideologie und Handeln beeinflußt Diese Tendenz gibt gcfcjcntllch auch Anlaß zu Verwirrungen, indem das allen Gemeinsame zum Programm eines begrenzten Kreises stempelt. wird, der im Laufe der Zelt sich in die bestehenden oder entstehenden sozialen Gruppierungen »ird einordnen müssen. Ein Beispiel ist das Auftreten itf „Allgemeinen, Zlonistcn" als gesonderte Liste zu Im Wahlen der Stadtverwaltung .Tel-Awiw... Die Klubs äer Allgemeinen Zionismen haben eich Ifi der letzten Zeit ru entwickeln begonnen. Ihre Aufgabe und Tendenz erscheint zunächst etwas unklar, ebenso wie das Protamin der genannten Wahlliste. Es ist jedoch kein Zweifel, daß sie einen Uebcrgang bilden müssen zu einer »eiteren Differenzierung, die in erster Linie Wirtschaft Mi-sozial sein wird. In ihrer heutigen Form muten sie da wenig wie Ucbcrtragungen guter und zweckmäßiger Errichtungen des Galuth an, für die jedoch in Palästina schlechterdings kein hinreichender Inhalt sich bietet Diese Klubs werden ideologisch und kulturell Zentren lär die Organisation des fortschrittlichen, auf den natio- «len Aufbau des Landes eingestellten Teiles der Mittel- H«sc bilden, und so der Ausgangspunkt für weitere itscllschaftlichc Gruppierungen von wirtschaftlicher und politischer Färbung sein. Die Mittelklasse zeigt verschiedene Schichten, die , in ihren gesonderten Tendenzen zu kristallisieren «ipnncn. Es sind das in großen Umrissen: Industrie, Nmdcl und Handwerker. Die Grenzen sind nicht immer W'r und dementsprechend die Interessen nicht immer f'ällcl. Von den ungefähr 41 neuen industriellen Unter Inningen in Tel-Awlw (siehe die Statistik der Stadt ''waltung, zum Teil wiedergegeben im Artikel von [JPpin, „J. R." Nr. 18) sind die Mehrzahl kleinere Fa- Mcn mit relativ wenig Arbeitern. Gegenüber den fallen Unternehmungen bei Haifa wie der Zementfabrik bescher" usw. sind diese Industrien sehr viel schwächer dementsprechend wirtschaftlich anders eingestellt, 7 große Anzahl der Bauunternehmer, die Im Ausland Wach etwas ganz anderes betrieben haben, gehören eigentlich in die Industrie hinein und bilden heute!)?c eigene — momentan sehr machtvolle — Schicht große Anzahl der kleinen Händler und Handwerker Ii öcm Typus der „500-£-Lcute" entsprechen, aber '' mit viel weniger Kapital beginnen, sind in ihrer [j^len Stellung und Tendenz nicht klar zu umschreiben. j"ci Einkünften nach sind sie nichts weniger als Bour- Ms. ihrer Gesinnung nach sind sie vielfach nichts :(fScr als Sozialisten. Es gibt eine Ansicht In Palästina ,d *lc bricht sich Dahn, daß dieses Element Im Lande!.^'Unßenermaßcn sich zur produktiven Arbeit ijr Wcndcn müssen und nicht nur an Zahl, sondern auch ujpedeutung für die Kolonisation gewinnen wird. Heute rct es eine Masse, die teilweise sich hält, teilweise auf ^eg zur Prolctarisicrung Ist und sich seine poll- LC?cn und sozialen Organisationsformen zu schaffen w , ., . ■ pic Uebcrführung der Einwanderer der Mittelklasse ^Landwirtschaft ist ein besonderes Kapitel, £ aufmerksame Behandlung verdient In den alten ''onien beginnt man nach und nach die neue Alijah 'Püreo, wenn auch nicht entfernt so stark wie in ÜL11 in €Ü S CD In -ffii 11 , i\ / ,;. ■),;•■..•.;,/ RW. Berlin, den 29. M5rz 1025. Die „Jüdisch-liberale Zeitung" widmet ihre Nummer vom 27. Mflrz der Eröffnung der Jcrtflialcmcr Universität. Wir begrüßen es, daß die Redaktion dieses Watte«, die publizistisch die „Vcrciiilguiifr für das liberale Judentum" repräsentiert, für die geistige Bedeutung dieses Ereignisses Verständnis bekundet und sich in ihrem Urteil nicht dadurch wankend machen läßt, daß die Universität in Palästina stellt und der zionistischen Initiative Ihre Existenz verdankt. Wir Zlonistcn wissen sehr genau und haben stets betont, daß die Werke, die durch unsere Bewegung geschaffen werden, sobald sie zu selbständigem Leben gelangt sind, keinen Partclchnraktcr tragen, sondern das Oesetz ihres eigenen Werdens selbst in sich tragen, bestimmt nur von den Realitäten des jüdischen Lebens und der Behaltenden Kraft des jüdischen Geistes. Noch mehr: wir wissen sogar, daß diese Werke Ihren Sinn und ihren Wert verlören, wenn sie sich in parteimäßigen Dahnen bewegten, und da(l dadurch die Frucht unserer eigenen (parteimäßigen) Arbeit gemindert würde. Gilt dies für alles, was In-utc In Palästina geschieht, bis zu einem gewissen Oradc, ho gilt es uneingeschränkt nudln höchstem Maße für die Universität. Jeder vernünftige Mensch — und die meisten Zlonistcn sind vernünftige Menschen — würde es als einen Widersinn bezeichnen, wenn die Universität zionistischen Partclzwcckcn dienen sollte, und wir müssen gestehen, daß wir uns gar nicht vorstellen können, wie das aussehen sollte. Wohl Ist die Universität ein leuchtendes Symbol der Auferstehung des jüdischen Volkes, derselben Idee also, der die zionistische Bewegung dient Aber das Wirken und die Tätigkeit der Universität werden lediglich von den Forderungen des Oclstcs und der Wissenschaft geleitet. Was aus ihr werden wird, können nicht wir, kann niemand heute voraussagen. Vielleicht wird sie In zwanzig, vielleicht In fünfzig Jahren eine Leuchte der Wissenschaft oder ein Zentrum die Welt befruchtenden geistigen Lebens sein. Wer Vertrauen mm jüdischen Oclste hat, der wird mich daran glmihcn, daß die Universität Ihren Weg finden wird. Viele von uns hoffen, daß dieser Weg nicht der der europäischen Universitäten »pln wird, sondern etwa» Neue», Originales schalten wird. Wir begegnen uns in dieser Aullassung mit Bernhard Shaw, der in einem witzigen Glückwunschschreiben anläßlich der Eröffnung der Universität die Bemerkung machte, die Entwicklung der europäischen Universitäten lasse Ihn zweifeln, ob er den Juden zu einer Universität gratulieren solle. In einem Punkt jedenfalls hoffen wir, daß unsere Universität sich von den Hochschulen des europäischen Kontinents unterscheiden wird: wir hoffen, daß sie frei sein wird von jedem Qclst der Unduldsamkeit und der nationalistischen Uebcrhcbung. Die „Jüdisch-liberale Zeitung" hat durch Ihre Stellungnahme gezeigt, daß weite Kreise des liberalen Judentums Deutschlands die. Bedeutung der Universität einzuschätzen wissen. Sic hat damit unsere Meinung bekräftigt, die wir In der vorigen Nummer ausgesprochen haben, daß die liberalen Vertreter im Berliner jüdischen Gemeindevorstand in völliger lustinktloslgkeit gehandelt haben, als sie den Antrag auf Begrüßung der Universität ablehnten. Sie befinden sich damit auch im Gegensatz zu der Majorität ihrer eigene« Wählerschaft. Sie haben der Berliner Oemeinde und der ganzen Berliner Judenschaft eine schwere Blamage zugefügt. Der In der liberalen Zeitung veröffentlichte Aufsatz „Palästina und wir" von Rabbiner Dr. Bergmann-Berlin erscheint uns so bemerkenswert, daß wir ihn in der nächsten Nummer der „Jüdischen Rundschau", die der Eröffnung der Universität gewidmet sein wird, mit Genehmigung de« Verfassers vollinhaltlich zum Abdruck bringen werden. Die englischen Tageszeitungen fahren fort, dem Ereignis der hebräischen Univcrsltülscröffnung und Im Zusammenhang damit dem ganzen Komplex zionistischer Fragen erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen. Die meisten großen Zeitungen haben eigene Korrespondenten nach Jerusalem entsandt und veröffentlichen spaltenlangc Berichte über die Bedeutung der Universität und ihre kündige Entwicklung. Der Spezialbcrichterstattcr des Daily Telegraph zitiert in einem ausführlichen, den ganzen Werdegang der Universität darstellenden Aufsatz das Wort des Propheten, daß von Zion die Lehre ausgehen wird und das Wort Gottes von Jerusalem. Die antizionistischen Blätter versagen es sich, eine Angriffscampagne gegen den Zionismus in der Art der im Jahre 1922 organisierten zu führen und begnügen sich damit, gelegentlich zu bemerken, daß England Palästina und Mesopotamien räumen sollte Besonders Interessant ist die Stellungnahme der liberalen „Wcstminstcr Gazette". Dieses Blatt, das nicht nur zahlreiche Notizen, sondern auch einen Artikel von Leonhard Stein Uber die Universität veröffentlicht (und dabei bemerkt, daß Leonhard Stein und der gegenwärtige Präsident der English Zlonlst Föderation Philipp Oucdalla, beide ehemalige Unlvcrslty Union. Präsidenten sind und zu den glänzendsten liberalen Politiken! der jüngeren Generation gehören), bespricht In einem Lcl^ artlkct die palästinensische Frage. Das Blatt weist auf den arabischen Streik hin und betont, daß gerade die Liberalen an der Tatsache der gegen den Zionismus In Palästina bc-, stehenden Stimmung nicht vorbeigehen können. England, so sagt das Blatt, Ist durch völkerrechtliche Verpflichtung gebunden, dlo Errichtung eines Staates (?) für die Juden in Palästina durchzuführen. Niemand, der den Fleiß und die Fähigkeiten des jüdischen Volkes kennt, werde den Bei richten Glauben schenken können, die der zionistischen Ver» waltung einen Mangel an Verständnis und Energie vorwerfen} „Aber Ihr wirklicher Erfolg muß vor allem beurteilt werden, nach Ihrem Verfahren mit den mißvergnügten Arabern xmd, Christen, die die Mehrheit der Bevölkerung ausmachen." Zwar; Ist nicht ganz klar, ob nicht „Wcstminstcr Oazcttc" unter der, Bezeichnung „Zlonlst Administration" die Regierung des, Landes meint, da der ganze Artikel so zweideutig geschrieben Ist, als ob Palästina heute unter zionistischer Herrschaft stünde j trotzdem verdient der letzte Satz unseres Erachtens grolle Bc achtung. WI r haben stets betont, daß die Art und Weise, wie wir uns mit der Bevölkerung des Landen auseinandersetzen,! die Feuerprobe für den ganzen Sinn des Zionismus ist. Nicht nur aus praktischen und polltischen, sondern auch aus moralischen Erwägungen. Es scheint uns auch unzweifelhaft zu, sein, daß die englische Ocllcntlichkcit sowie die internationale, Ocffcntlichkclt den Zionismus in wachsendem Maße unter, diesem Gesichtswinkel betrachten wird, ♦ Unter all den zahlreichen Rciscschildcrungen, die jetzt über Palästina in den verschiedenen Zeitungen erscheinen, zeichnet sich der letzte Artikel der „Times", den wir heute] in seinem Hauptteil wiedergeben, durch besonderen Scharfi blick aus. Der Verfasser steht dem jüdischen Aufbauwcrki mit Sympathie gegenüber, aber er versucht sich mit kühll abwägendem Verstand und offenbar auch auf Orund kolonialen Erfahrung ein Urteil zu bilden. Er kommt zu dem Resultat, daß. das unorganische, pilzarllgc Wachstum der Städte In. Palästina zu einer großen Verlegenheit führen kann. Denn wenn auch heute der größte Teil der Stadtbewohner von den* fortschreitenden Prozeß der Stadtvergrößerung lebt, so muß doch einmal der Zeitpunkt eintreten, wo dieses Wachstum: aufhört und es entsteht die Frage, wie dann dieser Teil der Stadtbevölkerung weiter existieren soll. Der Verfasser glaubt nicht an die Möglichkeit eines Ucbcrgangcs von Stadt zu Land in größerem Umfang; die Verlockungen der Stadt sind zu groß. Er ermahnt daher die Juden eindringlich, weniger Städte und mehr Kolonien zu gründen. Dies entspricht durchaus unserer Auffassung, daß die Landwirtschaft die Basis des ganzen palästinensischen Werkes bilden muß, wobei für uns zu den wirtschaftlichen auch noch nationale Erwägungen kommen. Es Ist ober gut, den Artikel der, „Times" auf uns wirken zu lassen, weil wir Juden zu sehr, Augenblicksmenschen sind und uns von momentanen Wir<j kungen und von Konjunkturstimmungen leicht hinreißen lassen. Gerade die schnelle Entwicklung der Stadt, die die charaktc^ ristische Note des heutigen Palästina bildet und'zu'sehr, optimistischer Stimmung Anlaß gab, kann leicht dazu ver-, führen, die Wahrhelten zu vergessen, die einst das zio-j nistische ABC bildeten, und nun atle Hoffnung auf die Stadt) zu setzen. Für diejenigen aber, für die wirtschaftliche Ueberi legungen stärker den Ausschlag geben als nationale, ist die, Betrachtung des Korrespondenten der „Times" eine gute Mahnung. * Wir bedauern, daß eine jüdische Nationalfondskommission in einer großen Stadt des Rhclnlandcs 6lch von der Purim- Stimmung zu weit fortreißen ließ und Einladungen versandt hat, die auf der ersten Seite ein großes Hakenkreuz und die Aufschrift „Juden herausl" trägt. Wir haben gegen Purim und gegen die Art, wie es bei uns gefeiert wird, starke Bedenken. Eine unbefangene und naive Fröhlichkeit, die dieses Fest wieder zu einem Volksfest machen und «ins, sogar seinen unsympathischen Ursprung vergessen lassen, könnte, wird es vielleicht wieder einmal geben, wenn wir ein echt empfindendes, natürlich lebendes jüdisches Volk in seinem, Lande haben werden. Heute gerät man in dem Bestreben; besonders originell und satirisch zu sein, oft hart an die; Grenze der Geschmacklosigkeit. In dem hier erwähnten Falle Ist die Geschmacklosigkeit so kraß, daß gerade an dieser Stelle nicht ohne ein Wort des Protestes darüber hinweggegangen werden soll. Der trau-i"c All*™ iur-rcr jüdischen Situation bietet leider überhaupt keinen allzu großen Anlaß zu, Belustigungen; am allerwenigsten aber ist es nötig, die schmählichen Beleidigungen jüdischer Würde, die die ganze Tragik unseres Oolus erhellen, selbstgefällig zu belächeln. Oerado Zlonistcn sollten auch In fhren Festen mehr Selbstkritik beweisen. der Stadt. An erster Stelle stclrt In der Entwicklung Pctach-Tikwah, das sich zu einer kleinen Stadt auswächst Aber auch an Punkten, die seit langem stagniert haben, wie z. B. Gcdcrah, beginnt es sich zu regen. Der Orangenbau ist zu einer großen Einnahmequelle geworden uud die Tabakkultur hat neue Bewegung in die Siedlungen gebracht An vielen Stellen werden Neupflanzungcn, vor allem von Orangen, angelegt, teilweise auf Kosten nicht so rentabler Kulturen. Die Alijah hat uns einige neue Siedlungen In Judaca. gebracht und verschiedene Kolonien „bemittelter Einwanderer" sind projektiert Das öffentliche Leben beginnt langsam neue Formen anzunehmen.. Ein Interessantes Beispiel ist Ch cd er ah, das zum ersten Male in seiner Geschichte bei den Wahlen zur Kolonlcvcrwaltung das Proportionalwahlrecht eingeführt hat, wodurch einer Anzahl der neueren Siedler und der dauernd am Orte befindlichen Arbeiter die Mitarbeit an der Vcr«' waltung ermöglicht wird. Die Interessen dieses Teiles der Mittelklasse werden vielfach denen ihrer städtischen Kreise zuwiderlaufen. Sic werdtu sich zum Teil in ihren wirtschaftlichen Forde» rungen mit den nationalen landwirtschaftlichen Siedlungen decken. Dennoch ist von der Großindustrie, über den Händler und kleinen Unternehmer bis zum Kolonisten, eine verbindende soziale Färbung vorhanden, die ihren Ausdruck finden muß und wird. Die Beziehungen zwischen Kapital und Arbeit haben sich in letzter Zeit verschärft. In den Konflikten, deren Höhepunkt der Lock-Out in Tel-Awiw. bildete, sind die Kräfteverhältnisse vermutlich nicht ganz zum Ausdruck gekommen, weil eben die Mittelklasse erst zum Teil organisiert ist und sich deshalb zersplittert. Die Arbeit hat heute eine umfassende und straffe Organisation vor dem Kapital voraus und ist darauf bedacht, sie zu erhalten. Die Arbeiterschaft ist in den letzten Jahren bedeutend gewachsen, obwohl in den letzten Monaten die chaluzlschc Alijah nur einen kleinen Prozentsatz der allgemeinen Einwanderung beträgt Die allgemeine Arbeiterorganisation umfaßt nach dem Eintritt des „Pocl Mlsrachl" alle Richtungen der Arbeiter im Lande. Die Konzcntrlcrung großer Massen In den Städten hat der . Tätigkeit der Histn'lruth ein neues, sehr großes Arbeitsfeld erschlossen. Der Arbeiter hat großen Einfluß auf > t , * i . v U.M.». y>i 's rx;.1?','\ < ''r v? ■'/■■i Vv M2 V - •?! Ur,:.> V £' r' .; VH ,'tr, , |V >S> > ' i ." U I*' 1\{ , ' .' 1 V •'' ';. .',Y* ■»•<. > > ■(' »: i' '< a m 5.\-; } \". i U *. \. ' } |V ,1 i,'t' .!'.■'."'.. V/y:5? i ';11 {.•'<■" v i * < : ' p\" '**'.: \* ' I M »!,':••!•' < f< ,n %, tiil v'iv •> i ' V ,r ■ l "i ■•• i , .iH,, •<r 'c ■ i 'i l 1 5 ■;« i '!.• I 1 l '! . Im?• 1 ''! ' ' , 'f .* 1 .' \. ■ » ' 1 "> t , tf 1. r \ t i( V <' \' ~t; ■ i n, 1 t .i K ' 1. 'II,' ' 1 l ."■)' ( '• '!!: ■! 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