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Jüdische Rundschau · 1925-03-27 · Heft 25 (27.3.1925) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 25 (27.3.1925)
Date
1925-03-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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f fUCDISCHE RUNDSCHAU Seife 227 . dergleichen vor der J. A. auszeichnen. Ich vermaß diese „Theorie" des Zionismus bei bestem Willen nicht ganz "'„t tu nehmen. Hat man je die Forderung gehört: zwei '%« Organisationen, die genau das gleiche Zkl verfolgen, %icn dauernd selbständig nebeneinander bestehen bleiben unicr ungeheuren Aufwendungen erhalten werden, mir " mit »|c eine« sollen Wetteifer zeigen können? Glaubt man kioEeß1* '»"gekehrt, der nichtzlonistischc Teil der J. A. leiste L das gemeinsame Ziel des Palästinaaufbaii* viel weniger J? der zionistische und sei in der ganzen Angelegenheit fibcr- Lipt etwas suspekt, wie darf man ihm dann volle Gleich- Lcchtigung einräumen und die schwere Verantwortung für L Ocllngcn des Riesenwerks zur Hälfte überwciicn? ty wie denkt nun »ich — vom Moralischen zu schweißen — lBC gedeihliche /.usamnicuarbeit mit dem „Partner", wenn ff)n ihn von vornherein als minderwertig ansieht? Die einzige Afilwort auf derlei Tragen wäre höchstens, daß lediglich fjr den Anfang von einem Artunterschied in der Arbeits* |,i»!ui»g die Rede »cl. Allein das hieße: die Z.O. *oll nur „ovlsorisch weiterbestehen, solange bis sie gleichsam Ihre erricherisehc Mission innerhalb der J. A. erfüllt hat. Es handelt (Kh aber nicht darum, ob die Z.O. noch eine kleine Weile, ^cm ob sie Oberhaupt am Leben bleiben soll. To bc or & to be, that ls the question. Kehren wir zur eigentlichen Untersuchung zurück. Wir «kannten: zwischen Z.O. und J.A. existieren wohl zwei tiuiidsatiliche Differenzpunkte, sie betreffen jedoch nur die Theorie, nicht die Praxis. Der allgemeine Zionismus und »fliic Trägerin, die Z. O., sind 90 allgemein, daß sie praktisch „(.tnflhcr der J. A. keine geschlossenen Grenzen besitzen. Nachdem "üer beide Organisationen keine Philosophen- Thülen bilden wollen, sondern durchaus auf die Praxis,einstellt »lud, muH die Z.O. objektiv und konsequent genug ,.|n, Ihre Ucbcrflüsslgkclt anzuerkennen und der umfassenderen neuen Zlonsorgnnisntion Platz, zu machen. t>ic Z.O. »ird nach der Arbeitsaufnahme der J. A. zu einem Ana- (hwnisnius geworden sein. Die von ihr selbst seit Anbeginn (f>lrcMc Zusammenfassung aller Juden zur Verwirklichung ia „Baseler Programms" — hier wird's Ereignis. Nicht die verhältnismäßig kleine bisherige Zionisten partei frei- Ich, sondern erst eine ungleich umfassendere und wahrhaft iberpartclische Organisation, die J.A., konnte das 7icl erreichen. Der allgemeine Zionismus hat seine geschickt- Ichc Sendung, nämlich die Vorbereitung des Volkes, treulich vollzogen und sollte, nachdem die Zeit erfüllt ist, in Schön• keit zu sterben wissen. 2. Unsere gesamten Ausführungen über die Z.O. brauchen Uini'swcgs von vornherein für die zionistischen Sondervcrhande mitzugehen. Tatsächlich zeigt eine nhere Betrachtung, dal! hier die Dinge ganz, anders liegen. Da* Wesen der Sonderverbände besteht im Qcgensatz zur Z.O. gerade darin, nicht allgemein zu sein, nicht einen oder den allgemeinen, sondern einen besonderen bestimmten Zionismus zu vertreten. Sic nehmen jeweils zu den anfangs besprochenen zionistischen Fundarnentalfragcn mehr oder weniger eindeutig Stellung und unterscheiden sich dadurch voneinander wie von jeder sonstigen nationalen oder nichtnationalen Richtung und Organisation. Und von seiner besonderen Beantwortung jener Grundfragen aus vermag wiederum jeder der Verbände allen konkreten Einzelfragcn des Palästinawie des Oaluthproblcms in prinzipiell bestimmter Weise gerecht zu werden. Nehmen wir ein Beispiel. Der Misrachi wird die Fumlamcntalfragc: Palästina für die Judcnhcit oder das Judentum? Dahin beantworten, daß nach seiner Auflassung Ercz Israel mehr und mehr, aber schließlich doch innerhalb gc- »i"cr natürlicher Orcnzcn als Elnwandcrungsland der jüeichen Massen dienen, vorläufig also die Judcnnot nicht ri.lik.il aus der Welt schaffen, sondern nur verringern kann; <ii8 Ercz Israel dagegen wohl imstande ist, schon In absehbarer Zeit die Judentumsnot zu überwinden, indem es rar Hatiptstättc eines sich verjüngenden, lebendigen, jüdischen Volkstums und somit zum nationalen „geistigen Zentrum" Qesamtjudcnhcit wird. (Das Wort „Misrachi" bildet Wuuintlich die Abkürzung von Mcrkas ruchani!) Die weite Grundfrage nach der Bedeutung des Nationalbegriffs, d«*» von ihm vertretenen Nationaljudentums, beantwortet der Misrachi mit dem Bekenntnis zum historischen, d. h. religiösnationalen Judentum, was ebensogut in einem evolutionisti- "hen wie im orthodoxen Sinn verstanden werden darf. Seine Stellungnahme endlich zur sozial-wirtschaltlichcn Fundamen- (»l'ragc wird er am Ocistc der Thora und der historiseh- Hischen Ethik orientiert halten. Nach dieser ihm charaktc- 'Hachen Grundsteinlegung bestimmt sich dann sein Verhältnis 'u den Einzelheiten der Ercz-Israclwie der Oalutharbeit. sprechendes gilt natürlich von der Hllhnchduth und den Zion. Uic Sonderverbände werden also und fühlen sich auch «incswcgs durch die Entstehung der J. A. in ihrer Existenz «droht. Sic vertreten einen bestimmten Zionismus, sie *"c rca'cn Scinsformcn des allgemeinen, nur als ideales?fl(t gegebenen Zionismus, gleichwie z. B. die Einzcl- ""gwnen allein die realen Existenzformen der Religion über- *,uPt sind, die ihrerseits ein rein ideales, abstrakt gedankliches 1 tb,Wc darstellt. Jeder der zionistischen Soudcrvcrbändc ver- "".künftighin Innerhalb der J. A. sein besonderes zionistisches »^iialjudcntnm und wird es In und außer Ercz-lsracl nach -,D«abe seiner Kräfte selbständig zu verwirklichen suchen. J* V5Meht sich, daß die zionistischen Verbände im Council f J A. und In dem von der J. A. doch wohl einmal M'ü'icriifcudcn jüdischen Palästina-Weltkongreß einen zlo- '7cl>eu „Block" bilden können. Vielleicht mag bisweilen »,r ein gemeinsamer Kongreß sämtlicher Zionretcnvcrbiudc ««msnjjj erscheinen. Indessen bedeutet das alles etwas \ 1 »nderes «U eine allgemeine Zionlstenorganrsatlnn von sali« <Jcr '»'»herlgeu Z.O. Die allgemeine ZIo»■ organl- „|.^n ist die J. A., eine allgemeine Oa 1 u t h Organisation lud l>och *iicltt. und das zionistische National- ..pntum lebt und kann nur leben in den zionistisch- '"^jüdischen Sonderverbänden. keui ic stcn' M ,,u" *bcr mlt den »•Nseracinen Ztonisten", die Uh ws 0w' der Z0, «"»machen und sich im Vergleich zu fu" "destrich-Ztoiilstcn der Soudcrvcrbändc als die „reinen" »ein!. belf«chtcn? Meine Ansicht über diese „Allgc- ',C|i1 braucht hier nicht wiederholt zu werden»). Aus der •5fllH8indcn Untersuchung resultiert ohne weiteres, daß ihnen ^Pm noch mehr als früher »chon Jede Berichtigung ob- ') Vgl. mt|ne „Einführung io den Zionismus" 0 12. geht, sich für die Stützen des Zionismus auszugehen, dnß sie am wenigsten berechtigt und fähig «lud, die bisherige Z, O. weiter zu erhallen. Ohne h c h 11 in in t c Slellunguiihinc zu den zionistischen Fundnmcntnlfrngeu und von einer solchen grundsätzlich bestimmten Einstellung mis zu den Einzelfragen der Ercz-Isiaelwie der Onlutlmrbell kann mnn heute unmöglich mehr ein zionistisches Natinii.iljiiilenluiu hegrüiulrn und betiitigen. Es bleiben nur drei Wc«c: entweder sllc „Allgemeinen" begnügen sich, einfach Mitglieder der J. A. zu werden, wobei es ja jedem freistellt, national, sozial und tonst zu denken und persönlich zu erstreben, was er will, also auch „Zionisl" auf eigene Faust zu sein; oder sie organisieren einen neuen, etwa einen bürgerlich-liberalen Zionlstenverband neben den bereit« vorhandenen Snmh'rvrrhHudcii; oder sie schließen sieh teils dein Misrnchl teils der 1 lithaclitltith teils den Poale Zion an. Wie gegenwärtig die IXucc liegen, halte Ich im Ocgcus.it/. zu meiner früheren Meinung den dritten Weg für den zweckinänifjuten und empfehlenswertesten. Die existierenden Soiulerverb>inile sind wohl nuniiiliiiislu* weit genug, um diu ihnen jeweilcu grundsätzlich nahestehenden Allgcmcinzrouistcn aufnehmen zu können, seihst wenn diese nicht in Jedem einzelnen Punkt mit dein betreffenden Verband vollkommen einig gehen, Absolute Ucbcrclnstiinnuing aller Mitglieder einer größeren Organisation in allen IX'tails wird so wie so nirgends zu finden sein, und es wäre nichts Schlimmes, wenn sich bei dein einen und anderen Sonderverband etwas wie ein rechter und linker Flügel entwickeln würde. Auf jeden Fall: einzig die zionistischen Soudcrvcrbändc werden, um es zu wiederholen, zukünftig das zionistische Nnllonnljudculiiiii oder <leu iiiitloiiiiljüdlsclieii Zloulsinim U'ieh seinen verschiedenen bestimmten Scinsformcn iiiitcilwilh und auücrhnlh der J. A. verkörpern und praktisch gellend zu machen vermögen. Es inüllte daher die proi^igniulintlxchti llauptnuf|;.'ihc der Sonderverhiiude Mein, möglichst M'imlliehc Allgcmcin/ioiiislcn /u einer he s 11 in ml e 11 zlnulstisch-nationaljüdisehcn Stellungnahme zu zwingen und damit für sieh zu „erfassen". Je ttliukcr die Somlcrverhäiiilc werden, Je mehr Allgemcin/ionisten sie absorbieren, desto besser steht es um die Sache des Zionismus. Das scheint mir die logisch notwendige und praktisch zweckdienlichste l.ösiini: unseres OrganUaliousproblemi, Sic vergewaltigt nicht die Wirklichkeit durch gezwungene Konstruktionen und erkünstelte Abgrenzungen, verbürgt vielmehr die Daucrcxistenz des nationaljüdisehcn Zionismus indem sie dessen mannigfache Möglichkeitsformen durch entsprechend mannigfache selbständige Trägerschafteu realisiert wissen will. Die Auflösung der Z.O. bedeutet dergestalt keinen Schaden für den nationalistischen Zionismus, der fortan Imstande *eiu wird, sieh nach seinen verschiedenen in den zionistischen Sonderverbänden verkörperten Uichtungcii frei zu entfalten und innerhalb wie außerhalb der J. A. in jeweils bestimmter, wahrhaft „radikaler" Welse voll auszuwirken. Ein Pogrom In Focsant Bukarest (J. T. A,). Am Tage des ProzcObcgiunc» gegen den Mörder Godrcanu vor dein Schwurgericht zu Focsaul fand ein regelrechter Judenpogrom statt. Jüdische Luden und Wohnungen wurden geplündert und zerstört, die große Synagoge und einige jüdische Uethüuscr schwer devastiert. Der Höhepunkt der nationalistischen Demonstrationen wurde erreicht, als der Antiscniitcnapostel Professor Cuza als der Hauptvcrteidigcr Codrcnniis in der Stadt eintraf. Am Bahnhof wurde Cuza von hundert Studenten und Damen im Nationalkostüm mit lebhaften Ovationen begrüßt. Als er sich in den Wagen setzte, wurden ihm die Pferde ausgespannt und Ciiz.i unter brausenden Kufen zum Ocrichtsh.ius geleitet. Während der Ocrichtslrof über den Antrag Cuzas auf Freilassung Zelca Codrcauus beriet, begannen draußen, wie auf ein Signal die a n t i j üdi seh c n Exzesse. Mehrere Gruppen von Studenten und F.iszktcii stürmten in die jüdischen Stadtviertel und schlugen die Scheiben der jüdischen Ocschäftsl idcn und Wohnungen ein. Mehrere große jüdische Oeschiiftslädcn wurden vollständig demoliert und die Waren auf die Gasse geworfen, wo sie Plünderern in die Hände fielen. Bei allen Synagogen und jüdischen Schulen wurden die Fensterscheiben zertrümmert und die Inneneinrichtung zum Teil demoliert, Die Gendarmerie erschien erst, nachdem alle Verwüstungen vollbracht waren. Der Jüdischen Bevölkerung bemächtigte sich große Aufregung. Der materielle Schaden ist enorm. Die Israelitische K u It u s g c nie i nd c von Focsanl richtete an den König und den M i 11 i s t c r p r ii s I d c n t e n Telegramme, in welchen diese Vorgänge geschildert wurden; s's wurde um rasche Hilfe gebeten. Als Aulwort auf diese Beschwerden erhielten die Ikliördcn von Focsnni den Auttrag, in strengster Welse gegen die Ruhestörer vorzugehen und unter keinen Umständen weitere Exccssc zu dulden. Die Zeitung „Dimineutza" meldet, daß sich unter den Damen, die die antisemitischen Flugblätter verteilten, und zu Exzessen gegen die jüdische Bevölkerung aufforderten, auch die drei Töchter des Arbcitsrninistcrs Chirculcscu, Marianna, Elena und Amalia, befanden. Das Blatt fragt, ob angesichts der Teilnahme von Kindern eines aktiven Ministers an diesen Exzessen überhaupt an eine Ahndung solcher Taten gedacht werden kann. Der antisemitische „Univcrsut" behauptet, daß die ersten Zerstörungen In Focsanl von jüdischen Organisationen selbst vorgenommen wurden, um die Studentenschaft zu kompromittieren. Am Tage nach dem Pogrom von Focsanl veranstalteten Cuzlstcn' in dem benachbarten Städtchen Odobesll einen Judenpogrom. In der gesamten Umgebung von Focsanl wurden In den Elsenbahnen die jüdischen Passagiere schwer terrorisiert und zum Teil aus den Ebcubnhiizügeii hinausgeworfen. Eine Abordnung der Juden von l''oc*unl begab sich nach Bukarest und wurde dort in Abwesenheit des Innenministers Talarcscu vom Unterstaatssekrct.'ir Chirculcscu empfangen, der erklärte, die Regierung werde diejenigen Beamten, die Ihre Pflicht nicht erfüllt haben, strenge bestrafen. Die jüdische Abordnung erklärte, die Meldungen des „Unlversul", daß die Juden die Ruhe und Ordnung gestört hätten, seien erlogen. Die Mitglieder der Abordnung berichteten, daß die Cuzlsten das Zentrum der Stadt verwüstet und der jüdischen Kaufmannschaft ungeheuren Schaden zugefügt haben. Sic überreichten ein Verzeichnis derjenigen Geschäftsinhaber, deren Lüden vollkommen verwüstet und geplündert wurden. Sic. erzählten, daß auch In Marascstl und Odobesti jüdische Wohnungen und Lüden demoliert wurden. Oer Terror tat unbeschreiblich. prcoocöcbau Die Eröffnung der Universität und die Reise IJ.ilfour» geben auch der deutschen Presse Octegciiheil, sich mit Pal.islln/i zu beschäftigen. Mehrcrc Blätter brachten sach. lieh informierende Notizen über die Universität und ihre Institute. Andere wieder benützen die arabische Streik. Proklamation, um au! die Unsicherheit der La^c hinzuweisen, die England zu militärischen Sehulziuaflregefii zwinge. Du „Berliner Tageblatt" vom 21. d. Mls. braenfe eine Noll* aus Jerusalem, die die Ucberlrcibiiiigen über den Konflikt auf ein geringeres Maß zurürkschraubt. Sehr bemerkens. wert ist ein spaltcnlnngcr Artikel Im Zentrumsorgan „Oer. 111 a n 111", In welchem der Londoner Korrespondent dieses lllalle» »n «ler Hand der In der englischen (»r«'llnre<se er. schieneneu Aufsätze (siehe „Jüdische Rundschau" Nr. 2t) die Entwicklung Palästinas schildert. Iiisbesomlore zitiert er die Ausfuliriinceii Alfted Monds üher Tei-Awiw aus „WesU nilnstcr tia/clte" und die Artikel des „Manchester Guardian'1 über sllc Universität, Line Spe/Inllt.1t Innerhalb der deutschen Presse bildet Herr Erich von Salz mann, der ostasiatisclic Korrc* spondent der „Vnsslschcn Zeitung". Er war auf der Dircli. reise mehrere Taue in Palästina, hat sich einiges Information*, nmterinl beschafft und schildert nun die jüdische Arbeit teils im überheblichen Junkerton, teils in schmocUscher- Witzelei. Ein Artikel von ihm erschien schon vor einigen Wochen Im „Hamburger F rem de 11 b l.\t t", eingeleitet mit der bekannten cugstiriiip.cn politischen Konstruktion, d.ill England den Zionismus begünstigt habe, um die deutsche Judenschaft während des Klieves ins Eulentclager zu ziehen, und endend mit einem Angriff auf das amerikanische Geld, das hier - liorrihlle „Waisenhäuser und Spl'iüer" grüudo und das Volk zu Faulheit und Frechheit erziehe. In der ht/ten Zelt sind mich in der „Berliner Morgc npo.-. mehrere Artikel dieses Herrn erschienen, die offenbar der IJIIstein.Verlag seihst als so minderwertig erkannte, daß er Ihnen den F.inlrill in die „Vosslselie Zei'.ung" verwehrte. Hin eine Probe dieser Art Berichterstattung, mit der mau natürlich nicht polemisieren kann, zu gehen, setzen wir hierher Wörtlich die Bemerkung über Nahnlal. „Kreisrunde neue Jiideukolouie. Sehr viele häßliehej Baracken, mit alten lücchstückcu benagelt. Mädchenschule, im Bau, viele gackernde Puten. Hier sieht es aus, wie in Südwest-Afrika, als der Feldzug gegen die Hcrero begann, oder in den äußersten Vorstädten von Buenos Aires, Müde versicherte mir der Dorfchauffcur für den Milchtransport: Ja, Herr, es wird schon werden, aber es geht sehr langsam. Vor drei Jahren kam ich aus Detroit in den Vereinigten Staaten. Na und jetzt, frage ich — es wird] schon werden, wiederholt er, Akt langsam. Dum fragt er selbst, wie ist es in Moskau? Werden die Weißen balj » siegen? Ich meine kurz: Nein, eben war ich dort. Hier ist es sehr uiiKcmüllich, Ich sah in anderen Kontinente!» deutsche Siedlungen, die sahen nach drei Jahren ander* aus." Jedes Wort des Kommentars würde die Wirkung dieser rci/ciiden Schilderung abschwächen. Jetzt weiß man, wasj mau von Salznianns Berichten nus — Ostasicn zu hallen hat. * Anknüpfend au die Beschlüsse der allpolnlschcn Zionisten, konfereuz in Warschau betreffend einer allgemeinen polnischen Palästlnakonfercuz schreibt die agudistischc „Jüdisch o P'reHse" (Wien), das Organ von Dr. Pinclms Cohn, ii) seinem Leitartikel: „Zu diesen Anregungen wäre unseres Erachten* zunächst zu bemerken, daß die Frage der Teilnahme und der Ab. haltung einer gemeinsamen Palästinakonfcrenz weder eine Angelegenheit der Zionisten noch der Agudistcn Polens, sondern eine Angelegenheit der beiderseitigen We i"t o r g a n isa t i o ne 11 ist. (Mit Ausnahme des „Bund" kommen in Polen irgendwie nennenswerte weitere Verbände nicht in Betracht.) Eine fruchtbringende Erörterung einer gemeinsamen l.audcsarbcit in Polen für den Aufbau Frei Israels ist iiisolaufjc unmöglich, als die Leitungen der beiderseitigen Weltorganisationen sich nicht wenigstens in grollen Umrissen irgendwie verständigt haben. Sobald dies der I all Ist, wirsl auch der Weg zu einer Palästina-Wcltkoiifcrcnz der jüdischen Gesamtheit insoweit geebnet sein, als die Teilnahme des geset/estreucn Volkslciles in Frage steht. Wer die Situation im Volke den tatsächlichen Verhält- Hissen entsprechend beurteilt, wird erkennen, daß die scheinbar „zuschauende" Volksmajorität sich hauptsächlich aus klein, bürgerlichen, gesetzestreuen Schichten zusammensetzt, slie von der bisherigen Art der Arbeit für Zion eher abgestoßen als angezogen wurden. Diese Situation kann sich ändern, sobald slie Gewißheit vorlmndcn ist, daß eine allgemeine jüdische Palästinakonfcrenz und ihr Organ, die Jcwish Ageney, m ihren Entschließungen und Handlungen dem jüdischen Oesetz, wie es Insbesondere im Sc Ii u lehn 11 Arne Ii kodifiziert erschein!, jene genaue Achtung zukommen lassen werden, die ihm gebührt. Eine „Neutralität" wie die des Kcren HajessoU ist für den konsemienteii gesetzestreucn Juden unannehmbar. Er kann weder direkt noch indirekt Institutionen und Arbeiten unterstützen, bei denen auch nur die leiseste Möglieh, keit besteht, daß Ihre Gebarung dein Geiste und dem Gesetze nach der jüdischen Ucberlieferung w iderspricht. Wir glauben, daß es konkrete, gemeinsame Palästinaarbciten, besonders wirtschaftlicher Natur in Ueberfüllc gibt, bei denen jede Verletzung des jüdischen Gesetzes mit Leichtigkeit vermieden werden kann, wenn nicht von seilen der „Freidenker" auch Jiicr au einen ausgesprochenen Kulturkampf gedacht wird. Das ist der Boden, auf dem sich der geset/estreue und der anders denkende Jude finden könnte und dessen Grenze von einer allgemeinen Palästinakonfcrenz eben abzustecken wäre. Man gebe sich keiner Täuschung hin: An eine kultu. teile Zusammenarbeit der gcsctzcstrcueu und der frei, denkenden Juden kann niemals gedacht werden. Eine außen, politische Kooperation ist — vorläufig wenigstens — mir von Fall zu f all möglich. Aber Im rein wirtschaftlichen Arbeits, bcrelche Ist eine Vcrsliliidigung heute schon erreichbar, wenn wenigstens hier dem jüdisciicii Gesetze, in dem das Empfinden der breiten jüdischen Volksmassc unlösbar verwurzelt ist, eine tatsächliche und nicht nur theoretische Beachtung geschenkt wird. Wer glaubt, daß es sich dabei nur um ein Po. lillkum der Agudas Jlsrocl handelt, der verkennt die latenten Kräfte, die tselt Jahrtausenden Im gläubigen jüdischen Volk aufgespeichert waren. Sic könnten sich heute schon in Palästina fruchtbringend auswirken, wenn man Ercz JIsrael nach dem Bilde der Tliauro und nicht nach dem Europas aulbnstcn würde." Eine stantllfjc Armee lUr Traislordaalen? Jerusalem (J.T.A.). Aus Amman, der Hauptstadt Transjordaulcns, wird gemeldet: Die britische Regierung beschloß, doli dem Emir Abdullah gewährte Subsidium um 55000 £ zu vergrößern, Ea wird hinzugefügt, daß diese Summe für die Aufstellung und Unterhaltung einer ständigen Armee in Tränt Jordanien ki der Höhe von 800 Mann Verwenduruz finden *o»L . ■-, 1 ' -\\-- 1' u>;* 'V; ' 1 S!' it'»,.! '' •'. < f 1n - i'". 1 , ', *t * t •' '• i^iS; » \V ' ',tf V 'v. I. "IIII' i u f ' I IM,. IM i,,> r {' 1 * >. f <v\ Iiit 1 1:1 *' '• <', v Ii]• _ ,:■ H I ..' l-jl /m •1;■;•}<■, l'fS' Vi! ^'»''r : "''<l' 1 I

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