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Jüdische Rundschau · 1925-03-27 · Heft 25 (27.3.1925) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 25 (27.3.1925)
Date
1925-03-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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i'SufrM^ {.tkÜ^ftX^A.^*»* m £*> -I t »»•«•.* Seite 228 tUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 2S MQncbeoer Brlcl Von unserem .Berichtentatter. Zu Sonntag, den 22. MJrz, vormittag, hitle die Zionistische Ortsgruppe München ni einem Vortrag des Mitßlirris de* I.nndcsvorsUndcs der Z.V.f.D. Herrn Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee über „Gegenwart und Zukunlt des deutschen Judentums" eingeladen. Der Einladung waren viele Hunderte gefolg», so daß der fünfhundert Personen fassende Chcrubin-Fcstsaal fast bis zu den letzten Platz celüllt war. Nach einigen warmen Begrüßungsworlen des Vorsitzenden der Versammlung, Herrn Ihchtsanwalt Dr. Ell Str.nus, der Herrn Dr. Klee als wohlbekannten und hochecschätrtcn Oast der Milnchencr Judenheit einführte, erhielt Dr. Klee das Wort D.'r Redner begann ntit dein Hinweis aul <l.i» nunmehr unmittelbar bevorstehende frohe Etclgnla der Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalcm, an dem die gesamte Kullurwclt den Innigsten Anteil nehme. Sodann ging er auf sein eigentliches Thema ein. Dtr Versuch der fetzten Generation In Deutschland, aus dem Judentum einen Torso zu machen, es ru konfcsslonallslercn, in das Prokrustesbett einer durch Undescrenzcn eingeengten lokalen Angelegenheit einzuzwängen, habe glücklicherweise vollirr. SchllUmich gelitten. Das Oefühl der Zusammenffhorlßkrlt All-larnels habe den Sirg davongetragen. D> Juden der Gegenwart seien auch in Westeuropa wieder zu einer Gemeinschaft geworden, deren ausgezeichnetste Eigenschaft die Pflege der Ocsinnung der Solidarität sei. Der Redner geht dann des Näheren auf den Pflichtenkreis der indischen Oemelnde cht. Die Gemeinde müsse ein lebendiger Ast am Baume des Oesamljudentums werden, eine Art Mikrokosmos des Gesamtjudentums darstellen. Voraussetzung für diese gcrvntjildischc Einstel'ung sei die Anerkennung des Prinzips der Ofeichbercetili eunc aller Mitglieder, sowohl hinsichtlich des aktiven wie des passiven Wahlrechts. Freilieh folgen aus dem Prinzip der Gleichberechtigung auch gleiche Verpllich'ungcn. Der Redner behandelt dann einige der wichtigsten jüdischen Ocmcindcproblcme. Zunächst die Frage der jüdischen Schule. Auch vom Standpunkt eines rein religiösen Judentums aus müßte für Vertiefung religiöser Jugendeindrucke gesorgt werden. Der Redner charakterisiert den zwebtftndir.cn Jüdischen Rrligionsiintrnicht fftr durchaus ungenügend. Lr fordert die Pflege der hebrä- (sehen Sprache, das einigende Bancf der Gesamtjudenheit und polemisiert scharf gegen die das Hebräische aus dem Gottesdienst mehr und mehr ausschaltenden Reformgemeinden. Zugleich verlangt er bei der Erlernung der hebräischen Sprache in Schule und Haus eine menschliche Methode. Die unsagbar primitive Methode, die heute noch vielerorts angewandt werde, schrecke die lernende Jugend ah. Auch In der Sozialpolitik und Wohlfahrlsarbeit müsse Immer mehr der Grundgedanke der alllüdischen Solidarität Geltung bekommen. Ocradc der letzte Krieg und seine Folgen haben gezeigt, daß auch Teile des jüdischen Volkes, wie etwa die deutschen Juden, die bisher nicht die Hilfe des auslandischen Judentums in Anspruch genommen hatten, diese Hilfe zur Erhaltung ihrer wissenschaftlichen, pädagogischen und philanthropischen In- Münte bitter benötigten. Eines der wichtigsten Wohlfahrt«- prnblcinv nrl die Frage der Kuli sehen Wände muht. Diesem Ocbiet müsse die Gemeinde ihre gröOlc Aufmerksamkeit schenken. Ein Zusammenschluß aller Wohlfahrts- Organisationen zu einer großzügigen Volkssozial- Politik sc! unbedingt notwendig. Die aktive Teilnahme •1R dem in Gründung befindlichen a II wcl 11 Iclic-n Ve rband für sozia/c Hilfe sei Pflicht jeder Gemeinde. Wenn auch die Wohlfahrtsarbcit de r Münchener Oemelnde vorbildlich genannt werden könne, so sollte dir Zusammenhang mit den gleichen Bestrebungen des allweltlichen Judentums noch starker gepflegt werden. Zum Schluß ging der Redner noch auf die Pflicht der jüdischen Gemeinde ein, beim Palästina-Aufbau wirksam mitzuhelfen. Die Bedeutung Palästinas als Einwänderungsland sei stark gestiegen. Allmonatlich wandern jetzt mehr als zweitausend Seelen ein. Nicht jeder könne nach Palästina übersiedeln, aber jeden müßte seine nächste große Reise dorthin führen. Die Beteiligung am Keren-Haies»od müßte Ehrenpflicht jeder jüdischen Gemeinde sein. Ner jüdische Vater müßte es als seinen größten Stolz erachten, seinen studierenden Sohn auf wenigstens ein Jahr In die neu eröffnete Universität auf dem Skopusbcrg zu schicken, um so die jüdische Jugend in ihren besten Jahren mit dem jüdischen Lande und der hebräischen Sprache zu verknüpfen. Das Oaluth-Judcnlum leidet an geistiger Unfruchtbarkeit i nur Palästina wird den jüdischen Ocnius wiederbeleben und aus einem Volk von Krämern wieder ein freies, grolle* und edles Volk erstehen lassen. Minutenlanger Beifall dankte dem Redner. Eine kurze Ansprache des Vorsitzenden beschloß die Versammlung, die f. seit langem wirksamste zionistische Veranslil'ung Münchens war. f,\ , Wie Ninminn die Liberalen evltSrjttlitr Wir erhalten folgende Zuschrift: Berlin, den 25. März 1023. An die „Jüdische Rundschau1' Berlin WI5. rn Nr. 23 Ihres geehrte« Blattes findet sich anläßlich w Besprechung der Nafimaun-DcbaUe In der Rcprärcntantcnvcrsammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde ein miß- ^««ländlicher Ausdruck, den ich Im Interesse der objektiven witellung zu berichtigen bitte. Es heißt dort, daß Ich die '•'Klärung abgegeben habe, die Liberalen hätten das Mitglied h. Vor„M»«dc& <S« Verbandes der national-deutschen luden, '»rrn Sanitätsrat Pciser, auf die liberale Liste gesetzt in «' Erwartung, daß Sondcraktloncn des Verbandes unter- .i»bcn Wörden; „Herr Dr. Naumann habe sich aber an Zu? AJ?fcd,? nicnt Schallen«. D.«r Vordersatz enthält gar eZ M,"e'lu"g einer Abrede, sondern nur die Mitteilung ErlJ* A,ufs»c,l«ng des Herrn Dr. Pciser motivierenden lieK?riUin|f-.dcr Lci,u""? dcr liberalen Partei. Eine ausdrück- V6, ,AbrcdcJs' ,6" "lcl" getroffen worden; sie kann also Ich i un .C- Naumann »«h nicht gebrochen worden sein, iw habe wohl in meiner Rede seinerzeit erklärt, daß Ich bei •ner persönlichen Unterhaltung Herrn Dr. Naumann gegenwerd,dl',Hof[nun^Ausd",ck, «Wb«n habe, sein Verband ausdrLt.-T, ,b«0ndcrc Watotion vornehmen, habe aber liefe vIlCh h,n1n,Sclufil, daß Herr Dr. Naumann kein verbindilioliurprcchcn abKcRebcn habe. Herr Dr. Naumann hat Her-,, c tE??r,urg JLncincr , reunde bei der Aufteilung des Ih» nKnltäUraU Pd5er enttäuscht, nicht aber clne^ von •nm übernommene Verpflichtung nicht innegehalten. ü*«tcnbNummerVerÖ,fentUC,mn2 d'C"r Miud,un* in lhrcr Hochachtungsvoll Stern, Rechtsanwalt, Vorsitzender der. Verelnlpng für du liberale Judentum in.Deutschland, liberale WalifltTclsfleoinetr.e Wir erhalten folgende Zuschrift: In Nr. 18 lhrcr geschätzten Zeitschrift bringen Sie anter der Ueberschrift „Liberale Wahlkrcisgcomctrie" eine Mitteilung aus Duisburg, die »ich mit der Wahlkreiscinlcilniig für die Wahlen zum Rate des Preußischen Landesverbandes befaßt. Diese Mitteilung beruht auf einem Irrtum. Die Teilung der Rhflnprovlnz In 2 Wahlkreise Ist ohne Irgend welche Einflußnahme von außen her erfolgt und ohne jeden Gedanken an mögliche Auswirkungen in parteipolitischer Hinsieht. Allein entscheidend war die Verfassung de» Landes- Verbandes, die für diejenigen Gemeinden, die nicht einen eigenen Wahlkreis bilden, die Schaffung von Wahlbezirken vorschreibt, derart, daß Gemeinden mit rund 2ÜOO0 Seelen /u einem Wahlkreise /inSmiiiiii|<rsd,loir.en werden, sieht man von denjenigen OriiHiidni, dir einen eigenen Wahlbezirk bilden, «b so Ist die Rlielnprovlnz die einzige, die die Zahl von 20000 Seelen übersteigt, und zwar so 1>eträchtlich. daß 2 Wahlkreise gebildet Verden konnten und 'demzufolge gebildet werden mußten. Der Zusammenschluß von Oeroeinden ru Wahlkreisen mit dem Mehrfachen von 20000 und dementsprechend mehreren Ratsvertretern widerspricht der Verfassung und kam demzufolge nicht in Frage. Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden, gez. Frcundi Dazu bemerkt unser Gewährsmann: Bei der Teilung des 12. Wahlkreises wurde die im Norden gelegene Gemeinde Essen aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf herausgeschnitten und mit den südlichen Reglcrungsbezirken der Rheinprovinz ruiaiiimengciegl. So wurden weit voneinander entfernte, nicht zusammenhängende Teile, des Wahlkreises fur die Ratswnlilcn zu Wahlbezirken vereinigt. Aus der Verfassung, auf die sieh der Landesverband berult, läßt sich für diese unnatürliche Art der Teilung nichts herleiten. Dnß die rheinischen Liberalen unter Mitwirkung des Krciswahllcitcrs schon am 15. Oktober 1021 in Risse), dorf der Verfassung zuwider den Wahlbezirk zu zerlegen versucht halten, ist dem Landesverband durch schriftliche Beschwerden von Gemeinden und Parteien bekannt geworden. Die Zerstückelung von Wahlkreisen ist. wie der Landesverband weift. Immer »In r.eelgiielc. Mittel, Mlndrrhel'.rn mundtot zu machen. (Divido et lmper.il) Nach der Zettelhing des 12. Wahlkreises versuchte man auch einen anderen Wahlbezirk zu zerkleinern. Daß der Landesverband der öfters bekundeten Absich» der rheinischen Liberalen, die Minderheilen zu vergewaltigen, nicht den nötigen Widerstand entgegeusetzt, sondern sie begünstigt, ergibt sich daraus, daß er in einem Schreiben an die jüdische Gemeinde D.Biburg vom 3. Marz lOl'» die vorgesehene Teilung für durchaus zweckmäßig erkürt, „da von dem Kreiswahlleiter die Oröße des Wahlkreises bei den Wahlen zum Verbandstag als eine Unzuträglichkeit empfunden und für künftige Falle eine Teilung empfohlen worden ist". Gacüscuarah und Mlsracltl Von misrach istIseher Seite. Vergleichen wir die Jimt-ml, die sUh narli dein Kriege in der Misrachi-Jugcndgciucim-.chnfl Berlin zusammenfand, mit unserer heutigen lugendgruppc, so ergeben sich wesentliche Unterschiede. 1019 hielt mau Vorträge über „Das Wesen der Jurjeiulgemclnsehaft" und „Jugend und Volkstum", man nahm Stellung zur „Nationalisierung des Rodens",, man schuf Arbeitsgruppen, die sich mit sozialen Fragen und solche, die sich — im Anschluß an die Lektüre des „Judenstaates" — mit der Urörtening zlonKlischer Probleme beschhltigte. Diesen wahllos lierausgegiiffcncn Themen Ist etwas gemeinsam: die Vorliebe für das Tlicorctislercn. So begann man zwar he« nrälsch zu lernen, bcschiltigtc sich aber nur mit der Frage: Warum müssen wir hebräisch lernen? Ganz ähnlich war es mit Bibel-, Talmud- Geschichte- und PalSstlnakurscn. Dieser Ocncration steht die mehr konkret gerichtete iugend von heute gegenüber. D;r junge Misrachist und die unge Mkrachistin haben es dank der Entwicklung der Ar- »ellsvcrh.'iltuissr In Palästina nicht mehr nötig, Ihre Palästinascheucht mit Surrogaten, wie sie Vorträge oder Bücher darstellen, zu befriedigen. Sic werden Clialuzim — und Palästina nicht nahe! Gcbnit « nur sehr wenigen aus jener ersten Generation, in Palästina heimisch zu werden, so Ist die große Masse der heutigen Jugend bereit, einen Beruf zu ergreifen, der sie nach Ercz Israel bringt. Es kann dem Mlsrachl nicht genügen, wenn seine Jugend hier und da verstreu» in privaten Betrieben oder li^ Siedhingen anderer /toiilslbclirr (»nippen Aiisbililiiiigr.iiiögllchkeilen finde», ohne in Konflikt mit den Mi/woth zu kommet«. Es gilt vielmehr, Lchrsliltcn /u «halfen, In denen neben bester körperlicher Vorbereitung für Palästina nationale und religiöse Erziehungsarbeit im Sinuc des Misrachl geleistet werden kann. Diese Erkenntnis führte Im Jahre 1021 zur Gründung des 1. Mlsrachilchrgutcs Betzenrod bei Fulda, das unter Leitung des mlsrachlstischcn Diplomlandwlrtcs Moses Unna steht. Hier ist es gelungen, auf wenig günstigem Terrain und unter schwierigen äußeren Verhältnissen die oben skizzierten Anforderungen zu erfüllen: Das Gut bietet 10 Chaluzim und Chaluzotli die Möglichkeit, sich in allen Zweigen der Landwirtschalt gründlich auszubilden und in einer Sphäre zu leben, in der man sich nicht damit begnügt, Sabball» und Spciscgcsctzc zu beachten, sondern auch bestrebt is», sich möglichst viele Jüdische Wcrlc anzueignen. Vor kurzem wurde ein zweites Lchrgut In Betrieb genommen, auf dem 13 Clialuzim und Chnluzoth In Ackerbau, Gärtnerei, Milchwirtschaft, GclKigel/ucht, die M.Vlrls auch tu Hauswirtschaft, ausgebildet werden- An Lehrkräften sind solche für den Oarlenbau und die Geflügelzucht bereits vorhanden, während Verhandlungen schweben bezüglich Anstellung eines Landwirtes, der zugleich imstande ist, die geistige Führung der Gruppe zu übernehmen, mit den Jungen und Mädel zu „lernen", kurz dem Qanzcn den misrachistisclien Stempel aufzudrücken. Damit hin Ich hei den Sehsvicrigkcilen angelangt, die sich unserer Arbeit in den We^ stellen. Es fehlt noch an geeigneten landwirtschaftlichen Lehrkräften, die religiös eingestellt und jüdisch gebildet sind. Es fehlen noch Chalu. zoth, die bereits imstande sind, einen ländlichen Haushalt selbständig nt führen und junge Mädchen auszubilden (unser erstes Lchrgut sucht seit Monaten eine solche Chaluzah). Die Schwierigkeiten materieller Natur sind nicht geiingcr. Ich kann mir ersparen, weiter auszuführen, daß und warum die Bereitstellung „koscherer" Lchrslättcn nicht nur viel schwerer Ist als die Einrichtung nichtkoschcrer Baiicrnzentren usw. (so lassen wir z. B. einen der Chaluzim In der Geflügelschechita extra ausbilden), sondern daß sie auch laufend eine viel größere Geldsumme erfordert. Soll die geleistete Arbeit mir einen Anfang bedeuten — und sie darf nur ein Anfang sein —, dann brauchen wir die tätige Mitarbeit nicht nur der organisierten Mürachistcn, sondern all derer, denen daran gelegen Ist, das gcsctzcitreue Element innerhalb der jüdischen Arbeiterschaft PaUotlna« zu .mehren. « . , .: . , Am der Berliner RcprascaUnlen-Vcrsaramlaurj Von unserem Berichterstatter. In der Sitzung vom 22. d. M. wurde der Gemetnde-Eüi für 1925 beraten und verabschiedet. Die Ziffern des ZUu spiegeln die Bedeutung und die Oröße der Gemeinde |n vv, llhiUrallver Welse wider. D-r r.tat schließt mit einer fn< summe von mehr als 7'/i Millionen get;en ö,t Millionen la Vorjahre. An Steuern sind fast 4,7 Millionen Mark aulr« bringen. Im einzelnen werden für Kultus- und Rilual-An;» legenhelten 2y, Millionen, für das Unterrichts- und IHhllothfi wesen mehr al« »/< Millionen, für Woh'falirtszweckc 2 Mil'iontn für allgemeine jüdische Angelegenheilen 2I0O00 M. und fünft allgemeine Verwaltung, also für Löhne und Gehjl(fr Ii Millionen ausgegeben. Nach einem einleitenden Rtricht dfJ Oenrr/ilrflercntni beui.'ingelt Herr Goslar <lie hKhul« Methode, den Itcdarf der Gemeinde lediglich durch Sicufr« zu decken. Er verweist auf die Notwendigkeit zur Erschließung produktiver Einnahmequellen. Herr Ooslar b* dauert ferner die Unmöglichkeit, die für eine volle Aufrecht, erhaltung der Wohlfahrtspflege nötigen Summen zur V« lügung »Iclleri zu können. Auch aus diesem Grunde sei n notwendig, neue Einnahmequellen ausfindig zu machen. [\i Leiter des Wohlfahrtsamtes erklärt hierzu seine Bereltwilü» kel», den von Herrn Ooslar gewiesenen Weg zit beiehri-lifri Die einzelnen Positionen des ülals werden nach den Vor. Schlägen der Berichterstatter angenommen. Bei der Beratung des Etats für die Bibliothekskommission svlrd der Betrag lu! Neuanschaffungen von Büchern auf 20 000 M. erhöht Dem Wohlfahrtsamt wird über den Antrag des Qcmeindevorsi.indei hinaus eine weitere Summe von 2J3000 M. zur Verfügung gcstclll, wovon 50 000 M. der Darlehnskasse überwiesen werden sollen. Die Notwendigkeit einer konstruktiven Wohlfahrt*, pflege besieht ger.ide in der Gegenwart in sehr liohem Maße welle Sehleliten des Mittelstandes, ein großer Teil der Qe halts- und Lohuemplängcr leiden unter der drückenden wir», schädlichen Lage. Der Gesundheitspflege und der Kinder' fürsorge und nicht minder der produktiven Erwerbslosen, fürsorge wird seitens des Wohlfahrtsamtes eine ganz be sondere Aufmerksamkeit gewidmet werden müssen. Der Etat für 1025 ist ein prägnantes Zeugnis für du Wachstum der Berliner Gemeinde, die nach der Zahl ihrer Mitglieder und auch nach ihrer sonstigen Bedeutung tu den wichtigsten Jüdischen Zentren gezahlt werrlen k»nn. Die sonst auf der Tagesordnung stehenden Gegenstände, so die Wahl von Vertretern in den Rat des Landesverband« wurden, da die Etatberatung sich bis in die späten Nach! mittagsstunden ausgedehnt hatte, von der Tagesordnung abgesetzt und sollen fn einer demnächst stattfindenden btsonderen Sitzung beraten werden. Es wird abzumieten sein, wie sich die Liberalen In der Repräsentanten-Versammlung ru der mehr ah eigenartigen Verteilung der Ratsitze stellen werden. Bleibt die liberale Partei bei ihren» Willen zur ungerechten Majorisicrung, dann werden die Arbeiten <lei Landesverbandes unter keinem guten Zeichen beginnen. K Aufm!! Der M»ngel an gut vorgebildeten Lehren» der hebräl«chen Sprache macht sich In immer steigendem Maße bemerkbar. Die liehriilscheii Spraclihchu'cii, die In mehreren ^ruften Sl.'ullcn lXutt.chlands bereits cxiülcicn, leiden besonders unter dem Mangel an methodisch und sachlich gcschullcn Lehr kräflcn für den Anfangsunterricht. Die Einrichtung weiterer solcher Institutionen, fur die allerorts ein großes Bedürlnii hrfilcht, scheitert oft an der Unmöglichkeit, gci>;ncte Lehret dafür zit linden. Die Jüdische Schule, deren Notwendigkeit von fast allen Parteien des Judentums mit gleicher Em dringlichkelt belont wird, läßt sich ohne eine hebräisch r,ul voiiicreilete Lehrerschalt nicht gut verwirklichen. In wc'ueii Kreisen der jüdischen 'Reli^louslehier setzt sich auch d;e Ucbcrzciigiing durch, daß Hebräisch im Religionsunterricht nicht durch die tote Ucbersclrungsmethode, sondjrn nur auf Orund der modernen Prinzipien des Sprachunterrichts, wie er von der neuen Pädagogik aufgefaßt wird, gelehrt werden kann. Die Hebräische Sprjchschule in Berlin, die seit Jahren das Ziel verfolgt, die hebräische Aiub'ldung der Erwachsenen und der Jugend zu vervollkommnen, euthllt Kurse voii Anfiiigcrii ohne Jede Vorkenntnisse bis zu weit fortgeschrittenen S'ufcn. Um speziell pädagogischen Kreisen Gelegenheit zu geben, über ihre fachliche Al:gc-neinbildun? hinaus, sieh hebräische Kenntnisse auf whscnsch.if lieber und methodischer Grundlage mit Hinblick auf eine sp.V.ere Lehrtätigkelt zu erwerben, besteht an der Sprachschulc auch ein gesonderter Lchrcrkursiis. Wir bfotulrlitliien rfemnürhst wtltrrc fehrcrUrse »u fTfitlnrn «nl rlrlilrn die dringende Utile an |i0tlnn<>t|l-*h vArucbllikle Damen und Ucrrra m Uhrrr, Sindentrn, SernlnarUteo nad OberljzeolsehUlerlnaeo, die dtalöz Interesse hoben, sieh uairjeherid an uns zo wenden. Wir iKsbslelitlpea lerner, atn Antanu des Sommert.«neuen utw Kurse llir Anlliincr nad Forlrjcschrtüciie, für Erwachsene und Schüler b alles Stadtteilen Derllns elaxurlcliteu. Per Unterricht kann flemll) des persönlichen WBnsdien der Iklelllntcn In den trüben Mornrnitondcn od« nachmlllsrj», rtsn, aheads «bnehnUeB werden. Wir erbiiien nmnehenJ sehrtllllelie Anmeidunrj. Aueh Vereine und Gruppen, die besondere WUnsfii betreu» dev üartelitonn; von Korsen haben, wollen sich mit nas I* Verbindung selten. Der Leiter der Hebräischen Sprachschule zu Berlin N. Berggrün, Charlbg. 2, Leibnfzslr. 25. Die Franc der lialcadcrrelonu London. (J.T. A.) Am Sonnt.!!», den 15. Man, faml eine Sitzung des Jcwlsh Board of Denutles (Dcnmlertenrit der englischen luden) statt. Es wurde u. a. der Bericht des Joint Foreign Coinmlttce über die Genfer Verhandlungen In betug auf die Kalcndcrreform vorgelegt Herr Luden Wolf ist der Ansicht, daß diejenigen Rcfoniivorschläge, die der jüdischen Religion gefährlich werden könnten, nicht angenommen werden würden. Ein Vertreter der jüdischen Gemeinschaft Im Völkerbiiiidskomltce für Kalcndcrreform wird wahrscheinlich ernannt werden. Iis stellt sich heraus, d.iO da» lieformkotnitce sich dessen nicht ganz bewußt war, welche tief einschneidende Wirkung in die jüdisch-religiösen Interessen die Institution der „blanken Tage" haben könnte und mit welchem Befremden dieser Plan von der Judenschaft der ganzen Welt aufgenommen wurde. Nichtsdestoweniger Ist noch Immer Wachsamkeit notwendig. Hamburger Brief. Die Redaktion de* „Harnburger Isr. Fanüliciiblatlcs" ersucht uns festzustellen, daß der in dem In Nr. 2-1 unseres liUllei veröffentlichten Hamburger Brief zitierte Passus, beginnend: ..Der Mißton--" usw., nicht Im „Israelitischen T'amilicnblatl", sondern In der Lokalau'gJb« dieses Blattes stand, die als „Hamburger Familienblatt" fßr die Israel. Gemeinden Hamburg, Wandsbek, Altona und Harburg a.d.E." ein von dem erstgenannten Blatt unabhängige» Organ darstellt. Auch sei der Verfasser Norbert nachrncli keineswegs „Leitartikler" sondern nur amhllfswclse Lokalreporter, dessen Wahlschlldcrung auf der ersten Seile veröKeulllclit war. <♦'<•■ ,•• tfy-'r -'>', 't' I ihre,. ,;' - , Uni : ' die tu » i •", . I:rai.| vere < ,< < \ Km, ...'• '!>•'•: Uet StJÖ; I d'>, ß ' I ... .• ' .. Uln'.-'f. ,• st<«;; i h s:yfair.vvt' '-i die .) •» . s«m.f V1 geh', f. r« * i\ . , \ V», ,-, y; i j kuw. Warl Inst'i Plir, t,,, i^iid iv *; Eüld ' . , ' (•;■! '„ );.*;l, '!\ vere . .: vr, •, tabe -T •'.«, i' n ] lAoi ' .,« ni! derr ryt\^..l \ i!*W1; . , » Ihre; i.' '/''|- ,-: 1 Ent? Mi sr lige'.' a.bb! Ven {"*«'• *••*••••' der -> M' " . stre , , ' stsn ' . . stell ■ '•,,«,■ pho ,;V , f, D "' ',, ■ j'i» , j ■ i ' i. , .' ' '• '■ i V ■ 1 f -• .' <• ,»? Ii tuits < ■'■ , f: ' it r <■ .'.'rl' MH<.'"-, ,\ , Ersc -i '! stelh ''••'».; I -rj.« k u H^nl V. ii "f, .f Eml-..t'f,». hane4 ' , ' ner „h«.,; M\\ ,: wori'y ... . wo «..;, r, i L •» 12 .• V ,'H, ein 1 RCh' r»M weh Heb , Som . I S \ < uhei i Oes , Gu, Phih; I. a Bibt i. tum ' Icmi Som vorr sitze Don, Zim. Don 'IV'. 1 •'. i ■ i'»t .i i den i «rö( •».;i I * \»ih Allm ^u^M '•»'l', De ' Mit«; ^n<H Aoib ] Arn«;, Arr« I Aiih, . An»» AotU •UJ,' *i nlrS ZU m» ' ,i n«rtt >•■.,'<: Hau« •; i M i)»yr IWdo i ■ V.- rv«l jw* i ' (• •»'*». « , U'm .« •S'Ji« ■■•), tWotl , . OI«l« I i.i-, Writi ' i/, niei« "<Hh ii n«D|- ■ Or*i ' v

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