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Jüdische Rundschau · 1925-03-27 · Heft 25 (27.3.1925) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 25 (27.3.1925)
Date
1925-03-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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r Hr. 2» JÜEDISCHE RUNDSCHAU Seite 225 ,\eue Wege des „Kibbusch Awodah" Von unterem palästinensischen Korrespondenten. A.O. Jerusalem, 15. März 1924. Seitdem es jüdische KolonJen In Palästina gibt, ist Jeder «udi, sie Jüdischer Arbelt zu erschließen, auf die Dauer '^u.jurt. Gab es zwischen zwei Depressionen auch Immer fr. Aufstieg, schien es gelegentlich, als ob der Kolonist für die Jüdische Arbeit gewonnen war, so kam ■X immer wieder ein Rückschlag. Immer wieder erlebte R etina denselben Prozeß, lo den Kolonien konzentrierten :K' Arbeiter, an manchen Stellen (wie Pctach-Tlkwah) er- Ate <ü£ *ahl zuzeiten da» erste Tausend, man faule *» Hoffnung, aber nach kürzerer oder längerer Zelt ver- ';»Vten billige Arbeitskräfte deu Juden aus der schwer Sölten Position. Ueberau dieselben Bilder, verschieden ^jn kleinen AcuOerlichkeitcn: entweder neben den Kolonien "• ----- guten Häusern eil Haufen von strohgedeckten -[ ihren ^«»vh **^*• >* »• i..-. — ~•• .p,—-(-. .. f^obiilten, da* arabische Dorf, das an der Siedlung klebt %ch von ihr ernährt, oder in fast Jedem Kolonistenhof J?3f Schlippen und Ställe, der Unterschlupf für den ara- Lj,tn Arbeiter, der eben das ganze Jahr oder den größten y des Jahres hier Arbeit und Auskommen findet. Wie »ollen wir die nationale Frage lösen, die dann «U' Diese „Symbiose" ist kein Zusammenleben von Oleich- Ufhliclcn, kann es vielleicht nicht sein. Und darin liegt t Grund für die Unnahbarkeit der Lage. Und wie sollen . mit der sozialen Frage fertig werden, die uns au» diesen 'finden erwächst? wie sollen wir neben dem bedürfnis- Lta das Klima gewohnten Araber konkurrieren, der sich tfV'llau» aus ein paar Erdklumpen zusammenbaut, keine und keine Bücher braucht, nicht organisiert und viel« Kht nicht zu organisieren ist und der seine Frau und seine fader mit auf dein Arbeitsmarkt einsetzt? So lautete die Frage vor 21) und 10 fahren, so lautet lf kaum verändert noch heule. Wer heute Rosch-Pliian oder v-iron Jaakow oder Pctach-Tikwah besucht, wird Im Grunde, ersehen von dem Wachstum, alles unverändert finden. Es icn /fitweise, als gelange es der Bewegung der „Kibhusch iawodah", zu ändern, zu bessern. Immer aber war es Sclicinsicg. Zur Zeit der zweiten Alijah, vor der Gründung f ersten Kwmah, und auch zur Zeit von Scdschera und «1 Dnmi hatte das Problem der jüdischen Arbeit in den »lonicn zentrale Bedeutung. Seine Losung bedeutete damals rauRcn das Programm des jungen Arbeiters, des „Happeljfiir". Denn die Kolonie war ja damals der hauptsächliche •ttitsplatz und auf seine Erschließung kam alles an. Wie man ihn crschlicDcn konnte, darüber war man sich •c Zeit nicht klar. Die Bewegung des „Kibbusch Haawo- ■h" hatte lange Jahre etwas Ungeregeltes, etwas wie „Mit m Kopf durch die Wand wollen1'. Man schraubte die «prüchc auf das Minimum, unter das Minimum herunter, c Erfolg oder nur mit zeitweiligen Ergebnissen. Und ... war sehr verständlich. Denn man kämpfte gegen das .iverrückbarc ökonomische Ocscfz der Konkurrenz, das allein Ideallsmus, Verzicht, Hingabc nicht gebrochen werden sondern nur ebenso unerbittlichen ökonomischen MaDr.sen zugänglich ist. So verlieB man die Kolonien Immer «der und drang immer wieder in sie ein. Einmal entstand tj Kämpfenden ein Bundesgenosse In den schweren Er-;m«en der Maiuberfälle. Die Kolonisten fürchteten die ■ibischcn Siedlungen, die sich in und um ihre Dörfer bildeten, halten die Oeiahr, den Schrecken und den Schaden am;rncn Leibe gespürt, und begannen ihre gewohnten Bo tbsmethoden zu verlassen. Damals sammelte sich wieder •t große Zahl von jüdischen Arbeitern in den Kolonien, kr auch nur vorübergehend. Der Schrecken verflog, man \*anrt zu vergessen, man kehrte zur alten Methode und zum S'iren Lohn zurück. Unterdes hatten sich neben den Kolonien andere Aufgaben vi andere Arbeitsmöglichkeiten entwickelt. Eine ganze Reihe :twr Siedlungen auf der Grundlage der Eigenarbelt war ".standen, die dritte Aliiah wurde von den Straßenbauten gesogen. Man schuf Re.scrvcarheitcn, baute Eisenbahnen, ^;ann die Stadt zu entwickeln. Es bedurfte schweren äußeren >.dcs, um die Stimmung der Oleichgültigkeit oder gar der njwciflung, in die man gegen die „Eroberung der Arbeit" ■■ dtn Kolonien geraten war, zu durchbrechen. So war s <üe Not der Arbeitslosigkeit, die den Strom der Bc- «äjftigung Suchenden wieder in die alten Kolonien lenkte. ''»die Arbeit an den Kwischim zu Ende ging und die Batt- •'jkeit noch in den Anfängen lag, gewann die Kolonie '«der an Interesse. ....... . . Ein neuer Weg des „Kibhusch Haawodah" wurde bc- Ernten. Vielleicht wird dieser neue Ansturm ebenso im isdc verlaufen wie alle die früheren. Interessant ist jedoch '•• diesem Versuch die neue Art, wie er gemacht wird die neue» Erfahrungen, die wir damit erwerben. Wir :"<i heute in der Lage, das Experiment auf einer breiten;«;« auszuführen. Die Tabakkultur hat Arbeiter in großer in die Kolonien gezogen und in der Zeit zwischen!'« Saisonarbeiten haben sich andere Möglichkeiten geboten, J» daQ wir heule an 3000 jüdische Arbeiter In den Kolonien l^n. Jetrt wird es darauf ankommen, sie zu halten. Das ""M dazu Ist Organisation. Und die neuen organisatoriöfn Formen der alten Bewegung sind es, die neues Intcrneue Hoffnungen und neue Perspektiven erwecken. 'r- Fragen, die in der Kolonie zu lösen sind, umlassen: Kon-!\"nz mit dem Araber, Beschäftigung während des ganzen i'.''« und nicht nur in der Saison, Aufnahme der Alitah. ^Instrument, das sich die Bewegung zur Durchführung ihrer Mibe geschalten hat, Ist die „Chawurah«"). (Hierhin gcf" auch die „Plugah«', eine parallele Form des Odud y>*odah und der großen Kommune Ejn Charod, die aber 5 <N Kolonien dieselben Wege gehen wie die „Chawurah".) i *enn wir Im Anschluß an die erste Zusammen- 7<tH der Chawuroth uns mit dem Wesen und mit \\ Problemen dieser neuen, in der Entwicklung begriffenen .'«'Ulorm beschäftigen wollen, so muß von vornherein .•"««teilt werden, daß heute nur ein Teil der Arbeiter <,'<'» Kolonien in Chawuroth zusammengefaßt ist. Sowohl Einielarbcitcr wie die Kwuzah spielt daneben eine wichtige Im letzten Jahre sind Jedoch in Samarla und Galiläa &.Chawuroth entstanden und die alten sind gewachsen. ..«an sein, daß dieser Versuch der Chawurah immer <l,r. »n Bedeutung gewinnt und eine wachsende Anzahl r «oeitcr in diesen Formen zusammengefaßt werden. i&;e Arbeitsbeschaffung in den Kolonien folgt „der bc- «iten, etwas paradox anmutenden Erfahrung, daß für 30 Menschen schwerer Arbeit zu schaffen ht al» für 300 *tf 500. Die chawurah fürchtet deshalb vor allem Menschenfiel. Von vornherein hat man damit gerechnet, viele <h , rt« In diesen Oruppeo zusammenzufassen. Denn — und \, u* einer der neuen Wege — die Chawurah übernimmt, V," " irgend möglich Ist, große Akkordarbeiten auf eigene »ji'itwortung, und muß vor allem dafür sorgen, daß sie lÄ'ad der Arbeitszeit die genügende Anzahl von Arbeits- *ur Verförrung hat. Sonst droht die Ocfahr, daß sie iiy^trlge nicht erfüllen und — das geschieht hlufig — rjj^gelegenhelten, die sich bieten, nicht ausnutzen kann. « Frofi:e des Menschenmangels fst ein allgemeines s^m der Arbeit In den Kolonien. Belm Tabak hat die 1 Sltbe dk Artikel in, Nr, 02 und «# vorigen Jahres. Zald fler Arbeiter bisher nie ausgereicht, und auch andere Möglichkeiten haben manchmal nicht ausgebeutet Werden können. Diese Erscheinung erklärt sich aus zwei Gründen, erstens reicht die Alijah nicht aus, denn nur ein kleiner Teil davon, 6-10 »o, kommt für dieses Oebiet In Betracht. Zweitens geht nicht jeder Arbeitslose In die Kolonien, well dort die Bedingungen primitiver und Schwerer sind als in der Stadt. Die Chawurah als solche hat mit diesem allgemeinen Problem zu kämpfen und noch mit seiner speziellen Form. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein Auinahmerescrvoir für die Alijah zu bilden. Und wirklich ist eine große Zahl von neuen Einwanderern von den Chawuroth' aufgesogen worden. Dadurch entstand jedoch eine neue Schwierigkeit. Der Ankömmling leistet auch bei Intensivster Anstrengung nicht so viel, daß er sich davon halten kann. So bedeutet er, zumindest in den ersten Wochen, eine Betastung der Chawurah. Und wenn er eingearbeitet ist, kommt der nächste vom Schiff und es beginnt derselbe Prozeß. Es ist unvermeidlich, weil die Chawurah ihrem Wesen und ihrer Bc- Stimmung nach offen sein muß, das heißt, dauernd neue Kräfte aufzunehmen und nach zwei Jahren oder später rur ES3SBC3EEHIES35 bi.' > ir»8lBEEWyr'mfl Dia zionlsliscfiQUerclnlgfJng iup Deutschland varaoMaltat »nlMilIeh <far Eröffnung der heDr. Universität in Jerusalem Montag, d«n 0. April, *ln* öffentliche Kundgebung. Nach den einleitenden Ansprachen wird DR. MARTIN RUBER •Inen Vortrag Ub«r: Das messianfscho Mysterium (Josalo 53) halten. Nähere» wird noch bekanntgegeben. m ZXäl£MJ£23&Z Ansicdlung weitergeben will. Denn sie will nicht nur Arbeiter in den Kolonien konzentrieren, sondern ihnen zugleich die notwendige landwirtschaftliche Ausbildung geben, die für die spätere Arbeit in Kwuzoth und Moschawim unerläßlich ist. Damit stehen wir schon mitten drin in den inneren Fragen der Chawurah. Alle Chawuroth haben bisher mit Defizit gewirtschaftet. Diese Fehlbeträge sind nicht nur eine Folge des Konkurrenzkampfes, auf den wir später noch zu sprechen kommen, sondern der Oewöhnung des neuen Arbeiters nn die Bedingungen, gewissermaßen dns Lehrgeld, das zu zahlen ist. Vorläufig rentiert es sich Jedoch nur zum Teil. Denn der Chaluz in der Kolonie kommt nur wenig mit der eigentlichen Landarbeit in Berührung. Er arbeitet an allen möglichen Stellen, beim Straßenbau, bei Pflanzungen, mit der Vlackc usw., aber er dringt nicht bis in den bäuerlichen Betrieb. Dort herrscht der Araber und die wenigen alten Elnzclarbeitcr, die sich in zäher Anstrengung in den Siedlungen gehalten haben. Das ist einleuchtend. Denn der Kolonist hat keine Lust, ungeübte Hände au sein wichtigstes Besitztum heranzulassen, die ihm — zumindest in der ersten Zelt — leichter schaden als nützen. Die Chawurah 6ticht diese» Fragen durch die Schaffung einer eigenen Hilfswirtschaft beizukoramen. Dieser Betrieb, der nach und nach aufgebaut wird, soll zwei Zwecken dienen. Er soll zur Zeit der Arbeitslosigkeit Beschäftigung und einen Zuschuß zum Verdienst geben und zugleich die landwirtschaftliche Ausbildung gewähren, die die Kolonie heute noch versagt. "Der Oedanke des Hilfsbelricbcn ist nicht neu in Palästina. Wir kennen ihn aus den Aiifangs|irojckten der , Schchunath Owdim" für den städtischen Arbeiter und haben ihn auch sonst verschiedentlich kennen gelernt. Er gewinnt Im letzten Jahre fmmer mehr an Boden. Der Araber hat in seiner kleinen Landwirtschaft von jeher einen Zuschuß zum Tagelohn. In allen Chawuroth stecken diese Wirtschaften noch in den Anfängen, liefern deswegen bis jetrt nur wenig materiellen Ertrag und wenig Ausbildungsmöglichkelten. Sic sind aber, soweit wir Jetzt sehen, ein wichtiges Mittel, den Arbeiter das ganze Jahr in der Kolonie zu hallen. Das Konkurrcnzproblem mit den billigen Arbeitskräften fst für die Chawuroth die Kernfrage ihrer Existenz. Es handelt sich dabei nicht nur i m den Wettlauf mit dem erwachsenen Araber, sondern auch mit Frauen und Kindern, die regelmäßig in der Pflück/cit, vor allem bei Apfelsinen und Mandeln, zu Hunderten den Arbeitsmarkt füllen und für ein paar Piaster am Tage zu haben sind. In den Erörterungen, wie die Konklirrenzfrage zu lösen wäre, ist in der fetzien Zeit das ProjeJct der gemeinschaftlichen Organisierung mit den Arabern aufgetaucht. Wir kennen diese Erscheinung bereits aus den letzten Entwicklungen in der Eisenbahncrgcwcrkschaft, ohne daß man bisher in der Oeffcnfllchkcit zu einer festen Stellung dazu gelangt ist. Unter den Eisenbahnern fst die Zusammenarbeit von Juden und Arabern in einer gemeinsamen Organisation eine Tatsache, die uns vor nationale und technische Fragen von großer Komplikation gestellt hat. Im Vergleich mit den Arabern in den Kolonien ist die Situation jedoch viel klarer und einfacher. Denn der arabische Eisenbahner steht auf einer gewissen Entwicklungsstufe, hat bereits Verständnis für die Notwendigkeit und Wichtigkeil der Organisierung. Der Tagelöhner der Kolonie steht zivilisatorisch auf einer tiefen Entwicklungsstufe, zeigt bisher keinerlei Tendern;.zur organisatorischen Zusammenfassung. Zudem handelt es sich um Massen von Frauen und Kindern, die gar nicht zu erfassen sind. Kurzum, die gemeinschaftliche Organisation konnte nur einen Teil der Konkurrenten, d. h. im besten Falle die männlichen, erwachsenen ausschalten, wobei man niemals vor dem Zustrom neuer Elemente, wie Acgyptcr usw. sicher ist. Wir haben auf dem Gebiete der Organisation bei uns selbst genug schwere Erfahrung unter Parscn, Kurden, Gcnzlern, iemeuilen usw. gemacht, die sehr schwer zu erfassen sind. Das tittcl der Schaffung einer Internationalen Organisation der Kolonicarbciter ist kein Mittel von heute. Wir haben heute weder die Kräfte noch die Bedingungen, um es durchzuführen. Aber es kann ein Mittel von morgen oder übermorgen sein. Darüber wissen wir nichts, denn wir wissen nicht, wie die Verhältnisse sich gestalten können. Darum kann man es nicht von der Hand weisen, sondern nur zurückstellen, um im gegebenen Momente dam zu greifen. Die erste Zusammenkunft der Chawuroth in Chedcrah rollte alle Fragen auf, die sich seit der Qründung der ersten solchen Gruppe, erhoben haben. Fj» bestehen heute Chawuroth In Pctach-Tikwuh („Chawurah Muabar" und eine Plugah der großen Kommune Ejn Charod, die bereits nach Majdiel vorgedrungen ist), Chawurah Hadarom in Rcchowoth mit Abteilungen in Ocderah. Ncss-Zwlrah (Plugah des Odud Haawodah) und Kastimch, Chawurah Haschomron in Chedcrah und Chawurat Hagalit In Jawnlel. Neben den Wer gestreiften Problemen leiden die gesamten Chawuroth an dem dauernden Fluktuieren der Mitglieder. Wir kennen diese Erscheinung aus den Kwuzoth, wo sie auch niemals ganz bekämpft werden konnte. In der Chawurat wird sie zu einer ernstlichen materiellen und organisatorischen Gefahr. Die Chawurah soll eine Durchgangsstation sein, aber keine, in der man ein paar Wochen oder Monate, sondern in der man sich Jahre aufhält. Der neue Chaluz Jedoch ist unbeständig. Er will nicht direkt aus der Quarantäne In eine feste Arbeit gesteckt werden, sondern bei der Arbeit das Land sehen, es kennen lernen, sich orientieren. Er weiß nicht, ob er zu der Chawurah und die Chawurah zu ihm passen wird und je nachdem sich diese Frage entscheidet, bleibt er oder geht er. Damit verursacht er Jedoch ein Defizit, denn in der f.rS.l! ,Zeit "/braucht er mehr als er schafft und das laßt sich nur fn langer Zelt ausgleichen. Außerdem leidet der Innere Zusammenhang in der Gruppe unter dem dauernden Wechsel. Bis jetzt hat man In den Chawuroth kein Mittel gegen diesen .Schaden gefunden, ebenso wie die Lösung für andere Schwierigkelten heute noch aussteht. Mit mancherlei Problemen, wie zum Beispiel die Frage der Familie und des Kindes in der Chawurah, wird man sich erst später auseinandersetzen können, wenn die Entwicklung weiter gediehen Ist. Die Beratung in Chedcrah begnügte sich in weiser Beschränkung damit, die Fraßen aufzurollen und damit auf die Tacrsiirdiiiiiig der Ocffriitlithkelt zu stellen. Dis allein war wichtig genug. An der Lösung werden wir noch Jahre zu arbeiten haben. Der Leiter des Arbcitsdcpartemcnis der Exekutive, Herr Sprinzak, der sich an der Beratung in Chedrrah beteiligte, beleuchtete in seiner Kcdc unter anderem die Entwicklung der Arhcitf.hewcguug und zeigte, da» der neuen Bewegung nur Erschließung der Kolonien In unserer heutigen Periode besondere Aufgaben Innerhalb der Neukolonisation zukommen. Ls käme jetzt vor allem darauf an, der Entwicklung zuvorzukommen, ihr eine gesunde und gedeihliche Richtung zu geben, da Fehler, die man zu Beginn macht, nur schwer oder gar nicht auszugleichen seien. Seien doch z. B. die „Bilu" sicher mit den besten Absichten ins Land grkoimnc,i „nd hnttcn dennoch einen falschen Wert eingeschlagen. Es sei deshalb besonders zu begrüßen, daß bereits neue Kihuzim ihren Weg in erst entstehende Siedlungen gefunden haben, um von vornherein die Gefahr billiger nichtifloischer Arbeit abzuwenden. In dieser Arbeit, die von vornherein die Entstehung von Kolonien mit billiger Arbeit verhindern will, sieht das ArbciLsdepartcmcnt eine wichtige Bestrebung, die die Unterstützung der leitenden Instanzen verdient. Der Redner wies auf den gesunden Instinkt der Arbeitsbewegung hin, die immer verstanden hätte, im richtigen Moment ihre Kräfte an der richtigen Stelle einzusetzen. Als die Kolonien den wichtigsten Arhcitsmarkt boten, konzentrierte sich die Aufmerksamkeit auf ihre Erschlicßunf für die jüdische Arbeit. Später wandte sich die Arbeiterschaft mit demselben gesunden Instinkt der Schaffung von Siedlungen auf der Grundlage eigener Arbeit zu. Nach der Okkupation bildete sie bei den Chausscearbcltcn eine große Anzahl von Arbeitern aus, ohne die die spätere städtische Entwicklung unmöglich gewesen wäre. Meute schließlich wendet sie sich — und zwar wieder im richtigen Augenblick, ihren ersten Zielen, der Eroberung der Arbeit in den Kolonien, zu. Es ist zu hoffen, daß dieses Interesse des Arbeitsdepartements sich auch den übrigen Ressorts der Exekutive mitteilt, die heute der alt-neuen Bewegung noch nicht die genügende Anteilnahme zukommen läßt. Bisher ist es kaum gelungen, die Gleichgültigkeit der Ocffcntllchkcit zu durchbrechen. Es verlautet wohl hier und da so etwas wie eine optimistische Meinung, aber Im allgemeinen wartet man ab. Und doch muß dieser Versuch scheitern, wenn er nicht von der Oeffcntlichkelt getragen und von den nationalen Instanzen geschützt wird. Die Pro-PilSstini-Konlereni Ii Polen Warschau. (J-T.A.) Dieser Tage fand eine zweitei Sitzung des provisorischen Komitees zur Vorbereitung der Pro-Palästlna-Konfcrciiz aller Juden Polens statt. Es erschienen Vertreter vieler jüdischen Organisationen. Im Namen des) Obersten Zionlstcnratcs referierte Dr. Göttlich über Organisation, Charakter und Tagesordnung der Konferenz. Die Vcflrctcr nichtzionistischer Organisationen gaben Erklärungen ab, daß ihre Organisationen an der Konferenz teilnehmen wollen. Seitens des Präsidiums der Agudah in Polen lag ein Schreiben vor, in welchem ausgeführt wird, die Frar;c der Beteiligung der Agudah ht Polen hänge von der Stellungnahme der Wcltzcntrale der Agudah ab. Solange von dieser keine Instruktionen vorliegen, könne sich die polnische Agudah »n der Vorbcreitungsarbclt nicht beteiligen. Die Keren Da]ess*d«Arbelt In Pslen Das Hauptinteresse der polnischen Keren Haiessod-Kampagne konzentriert sich Jetzt auf Lodz, wo der Sondcrdclcgierte des Keren Haicssod-Hauptbüros, Leib Jaffc, bestrebt war, die gesamte jüdische Bevölkerung des polnischen Manchester für den Keren Hajcssod zu gewinnen. Seine Anstrengungen haben bereits gewisse Erfolge zu verzeichnen. Für die Pcssachlage wird, wie alljährlich, in ganz Polen eine Keren Hajessod-Kampagne durchgeführt, für die die nötigen Vorbereitungen bereits getroffen sind. Am 5. März fand bei ungemein großer Beteiligung in Warschau ein Abschieds -Meeting für Leib Jaffc statt. Es sprachen Farbstein, Lcvitc, PodlL schcwRki und Orfin bäum, die alle die großen Verdienste Jaffcs um den Keren Hajcssod in Polen würdigten. Jaffc erklärte In seiner Abschicdsrcdc, daß er mit viel stärkerem Glauben Polen verlasse, als er ihn bei seiner Ankunft hatte. In einer einstimmig angenommenen Resolution wird gelobt, die Arbeit für den Keren Hajcssod unermüdlich fortzusetzen. Jaffc ist am 15. März nach Palästina abgereist. Die anerlkanlschta Freimaurer idr das Paltsllna-Werk Die Beteiligung der Freimaurer am Palästina-Aufbauwerk hat eine« neuen Impuls erhalten durch eine Fcstvcrsamin. lung der New Yorker Freimaurer, die zu Ehren Dr. Welzmanns veranstaltet worden war und auf der führende New Yorker Freimaurer noch einmal ihr Versprechen erneuerten, die Palästinabewegung zu fördern. Dr. Weizmann und Colone! Klsch hielten kurze Ansprachen und beantworteten auch während des Diners an sie gerichtete Fragen über die Aufbautätigkeit In Palästina. Begeisterte Reden hielten der Orond Master des Staates New York, William A. Rowin, und andere Mitglieder der Loge. Der Orand Masler wurde zum Ehrenvorsitzenden der Masonlc Palestlue Foundation gewählt, die kürzlich auf Antrag von William A. Rowan gebildet worden war mit dem Zweck, die jüdische Erziehungsarbeit m Palästina In Zusammenarbeit mit dem Keren Hajcssod zu fördern. (Ziko.) Wie der „Karmel" berichtet, hat die Firma Thomas Cook und Sohn die Erlaubnis erhalten, in Jerusalem ein« Bank mit einem KiplUl von 200000 £E zu gründen.

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