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Jüdische Rundschau · 1925-03-24 · Heft 24 (24.3.1925) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 24 (24.3.1925)
Date
1925-03-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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— 'V* Se?h* 220 TUEMSCHE RUNDSCHAU Nr-24 Ein sozialer Versuch Von Helene Hinn« TIion, Jerusalem. Die Ersten, die mich darauf aufmerksam machten, daß et nicht fem von meinem Hause In -Jerusalem eine Kolonie von unbeschreiblich armen und hilflosen Juden gibt, waren Chrltten: Mitglieder der »merikanisch-sehwcdljchen Kommune, xu denen die Juden des Viertels Schlmon-ha-Zaddlk In ihrer Not betteln gegangen waren. Von jenem Tage ab begann Ich, mich um dlrsc Unglücklichen ru kümmern. Ich fand, daO etwa ein Drlllel der zlika 103 Familien, die das elende Vleitcl besiedeln, eingesessene Scphardcn, Oruslnler, Jemeniten usw. sind, wlhrend die übrigen zwei Drittel In den letzten Jahren aus verschiedenen Ländern des Orienis zusammengeströmt sind. Einmal aufmerksam gemacht,- fand Ich Viertelähnlicher Zusammensetzung an etwa 10 Punkten der Stadt Bei wiederholten Oängen durch Sehimon-hvZaddik fand Ich hier folgende Berufe der MSnner vor; Lastträger, Wassertrifter, kleine Hindier und Gelegenheitsarbeiter, die von Irgendeinem Handwerk eine entfernte Ahnung haben (Kesselflicken, Stubentünchen, Schercnschlelfen und Ihn'lehcs), mehrere Thora»ehrelber, auch einen Qärtncr, Vater von acht Kindern, mit einem Monatsgehalt von 4 £. Einige wenige MSnner machen Schwarzarbeit. Der verbreitetste Beruf Jedoch ist: -Stehen an der Klagemauer", d.h. Betteln. Die Mehrzahl der Frauen fand Ich bei meinen Besuchen In Schimon-ha-Zaddik untätig vor den Türen oder In ihren höhlrnaitlgen Stuben sitzend, ohne die Möglichkeit, das Maus mit den kleinen Kindern zu verlassen. Nur einige von Ihnen verdienen durch Waschen oder Schneidern oder Scheuern gelegentlich ein paar Groschen. Die furchtbar vernachlässigten Kinder laufen In den Häusern und Höfen umher; nur ein Bruchteil besucht die Schule, alle übrigen bleiben vollständig ohne Unterricht. Viele Kinder kehren erst abends In das Haus zurück, nachdem sie tagsüber auf dem Markt als Träger dem Erwerb einiger Qrotchen nichgelaufcn sind. Auf meine wiederholten Fragen, weshalb man die Kinder nicht In die Schulen schickt, höre Ich stets zwei Qriinde: Unmöglichkeit, das Schulgeld zu bezahlen; und Mangel an Kleidern und Schuhen, tm weiteren Verlauf meiner Besuche zeigte sich mir, daß die Leute sich selbst eine „Schule" organisiert halten: In der Weinen lull- und lichtloscn Synaßogc des Viertels versammelt ein Inzwischen zugereister „Chacham", ein ganz unwissender, ungeschliffener Mensch morgens zirka 20 Kinder zwischen 2 und 13 Jahren um sich, die er beten und lesen lehrt. Dafür erhilt er W Kind und Woche 2 Piaster. Eine Frage, die uns lange Zelt Kopfzerbrechen verursachte, war: wer für diesen Teil der Bevölkerung die Verantwortung trägt. Die Landesregierung kümmert sich nur um sie, wenn es eine Straftat zu ahnden gilt; die Stadlverwaltung liefert Ihnen Wasser und welter nichts auf der Welt (sie kümmert sich nicht einmal um die lebensgefährliche Verfassung der Dächer und Stiegen); das Rabbinat verwies mich an die Zionistische Organisation; zu dieser ging Ich nicht, weil sie mir nicht als die zuständige Stelle erschien; die scphardlsche Oemelndc erklärte ihr Dcslnteressement an Jemeniten, Persern usw. Eine andere verantwortliche Stelle gibt es nicht Im Lande. . Dlwcr Mangel an einer einheitlichen und verantwort- '..flehen Fürsorge wird natürlich keineswegs aufgewogen durch die Hilfe, welche die Leute gelegentlich und in einzelnen OcWcien des Lebens durch verschiedene Institutionen und Organisationen erhalten: die Suppenküchen geben Mahlzeiten, die Kindergärten und Schulen Unterricht, Kupat Milweh — bei genügender Bürgschaft — einen Kredit für Bendstlnrichtung, Hadassah ärztliche Behandlung, die Säuglingsslitlonen Anweisungen für Mütter, „Tippet Chalaw" Milch für kranke Klndfr, „Eser JoWot" In vereinzelten Fällen Nshrung für Wöchnerinnen, „Esrat Naschim" und andere Fnuenverclnc Ausbildung der Mädchen Im Schneidern und Hindarbelten, der Rat für Wagenpflege nimmt elternlose Kinder auf, der „Vaad ha Tarbuth" und „Hittadruth naschim ibrioth" haben hebräische Kurse für Erwachsene eingerichtet; Kleider kommen gelegentlich aus dem Magazin des Joint Distribution Commlttec (das Jetzt seine Tätigkeit in Palästina liquidiert) zur Verteilung. Bef verschiedenen Bemühungen, die Leute von Schimon ha-Zaddlk mit diesen Hllfslnstltutkmcn In Verbindung zu bringen, gelangte Ich zur Erkenntnis einiger bedrückender Erscheinungen: 1. Die Möglichkeit der Hilfeleistung seitens Jeder dieser Institutionen steht In gar keinem Vcrhältnl* zu der Zahl der Hilfesuchenden. In vielen Fällen, In denen die Notwendigkeit einer Hilfeleistung unbestreitbar ist, muß sie aus Mangel an Mitteln verweigert werden, 2. Zwischen den einzelnen Zweigen der Hilfstät'gkclt durch die verschiedenen Institutionen besteht keinerlei Zu sammenhang. Jeder Verein und jedes Institut arbeitet auf dgene Faust, nicht nur ohne gegenseitige Verständigung, widern in manchen Fällen sogar In einem der Sache sehld- '!cben unfreundlichen Wettbewerb mit anderen. 3. Alle Hllfslnstltutk>nen rechnen damit, daß der Einzelne?l< kennt und «Ich Im Notfalle an sie wendet. Selbst aus- «gehen, um Not und Hllfsbedürfnls aufzuspüren und In systematischer Arbeit zu befriedigen, geht in fast allen Fällen "her das Können der Institutionen hinaus. Infolgedessen erhalten die geschicktesten und beharrlichsten Petenten die gewünschte Unterstützung, während schüchterne und unbeholfene Natuten den Weg vu zuständigen HMstniViUinon n'«ht finden und daher leer ausgehen. 4. Alle bestehenden Hilfsorganisationen rechnen mit der wirtschaftlichen Hilflosigkeit großer Massen wie mit einer auf ewig unabänderlichen Tatsache. Alle begnügen sich da- £1!» Menschen, die durch mangelnden oder ungenügenden Erwerb Not leiden, auf einem oder dem anderen Oeblct diese Wt minder fühlbar ru machen. Kaum eine elnzlgo Institution bemüht sich darum,der Erwerbt. '08l8keft — als der Quelle der einzelnen Note — wirksam zu begegnen. „ Auf Fc,|ßen dieser Ucbclstände stieß Ich in fast Jedem . "«V»c von Schlmon-ha-Zaddlk. z« 1. Ich fand Familien, In denen zwei Familienmitglieder öupr* au* der Suppenküche erhalten, während fünf andere '"r »"»gehen und nicht einmal eine einzige warme Mahlzeit *" '«2« haben. Ich fand Wöchnerinnen, die ein wenig Unter- «Qhung mit Nahrung und Kleidern erhielten und andere, «'« mit der gleichen Bitte abgewiesen wurden. Es gib wnuer, die Freltehule genossen und andere, die wegen «•ngelnder Schulgeldzahlung aus Schule, und Ktndergsrttn ■«* Haute geschickt worden waren. Zu 2. Es stellte steh heraus, daft einig« Leute, von drei verschiedenen Stellen Kleider nrlilHton, wtll eine Stelle nicht« von der Verteilung durch die ande.re wußte. Die überflüssigen geschenkten Kleider verkauften sie für teures Geld an ebenso arme Nachbarn. Auch Kindermilch für Säuglinge war an einigen Stellen gleichzeitig für die Leute erhältlich, während die größeren Kinder der gleichen Familien kaum ein Stück trocknes Brot hatten. Zu 3. Einige Bewohner des Viertels erwiesen »Ich als von früh hl» r.p.lt damit henchiftlgr, vor) MUMnilltut zu hllfslnstllut zu gehen und bei allen Unterstützung zu reklamieren. Andere dagegen saßen hlir.es und stumpf in Ihren Stuben, teils zu unwissend, teils zu schüchtern, um den Rundgang durch die einzelnen Institute zu wagen. Unter diesen Zurückbleibenden fand leh besonders solche neuen Einwanderer, die keine einzige Landessprache, nicht einmal Arabisch verstanden und mit Ihrem Persisch oder Armenisch in der Abgeschlossenst ven Taubstummen lebten. Unter denen, dit! den täglichen Bcttelrundgang zu ihrem Oewcrbc gemacht hatten, fand Ich natürlich viele dcpravicrle, arbeitsscheue Elemente. Zu 4. Von allen Erfahrungen, die Ich bei den Leuton dieses Armutsvlcrtcls machte, war für mich am meisten erschütternd das Verlangen der Leute nach Arbeit unJ Ihr vergt bliches Bemühen, solche ru erhngen. Da gab es Handwerker, die zugaben, Ihr Handwerk niemals richtig erlernt zu haben und deshalb keine Arbeit ru finden. Da gab «$ Sehwarzarbcltcr, die von den Arbeiterorganisationen abgewiesen worden und keine andere Mögtlchkelt zur Erlangung von Arbeit gefunden hatten. Da gab es Trauen, die an grober Hausarbeit durch Schwangerschalt oder Sorge für kleine Kinder verhindert waren (Jerusalem hat leider noch keine einzige Kinderkrippe!) und keine Möglichkeit für andere Arbeit haben. Die Verzweiflung besonders dieser Frauen brachte mich ru einem Entschluß. Schon lange war Ich zu der Ueberzeugung gekommen, daß man diesen Unglückseligen eine wirkliche Hilfe nur dann bringen kann, wenn man die einzelncn Familien ganz genau In Ihren verschiedenen Bedürfnissen und Möglichkeiten kennenlernt. Diese genaue Kenntnis wird niemals ein Institut erwerben, das irgendwo In der Stadt zentriert ist und die Leute nur in se'.nem B.lro kennen lernt, in das gerade die Schwächsten und Hilf*bcdürftlr*jlcn den Weg nicht finden. Diese Kenntnis kann nur der erwerben, der mitten in einem Annutsvicrtcl in ständigem Zusammensein mit den Leuten arbeitet. Mein Entschluß also war, mitten in dem Viertel Schimon-ha-Zaddik mit einigen Mitarbeitern eine Fürsorgcstcltc /.u Schäften, von der aus wir den Leuten mit Beratung, Unterricht, Arbeitsbeschaffung, Empfehlungen an gemeinnützige Institute usw. beistehen könnten. Lange Zelt fehlte uns der Mut zur Ausführung dteses Planes, und zwar aus folgendem Orunde: wir sagten uns, daß wir unmöglich zu diesen Acrmsten der Armen kommen konnten, ohne ihnen zu geben, wonach sie am meisten dürsteten: Erwcrbsmöglichkeiten. Diese für Männer zu finden, erschien uns von vornherein ah eine Aufgabe, die über unsere Kraft hinausging. Aber auch für die Frauen »allen wir lange Zelt keine Möglichkeit einer Arbeitsbeschaffung. Inzwischen kam der Winter, und uns bedrückte tief der Oedauke, daQ wir auch in dieser schwersten Zelt des Jahres den Leuten keine Hilfe würden bringen können. Endlich kam uns eine hiesige Kunstgewerbelchrcrln zu HHfe und erbot sich, den Frauen die Anfertigung von Teppichen aus Stoffresten beizubringen — eine Arbeit, die sich mit minimalsten Mitteln bewerkstelligen lasse, Dieser Vorschlag erwies sich schon nach einem Monat als gänzlich verfehlt, aber er hatte das Qute, daß er uns vorerst einmal den Mut zum Beginn der Arbeit gab. Wir mieteten also zwei Zimmer mitten In dem Armut»- viertel, kleine, ganz unzulängliche lichtlosc Zimmer, aber doch die besten, die wir dort finden konnten. Das eine Zimmer bestimmten wir als Werkstätte, das andere als Kinderstube. Wir hatten nämlich die Absicht, uns zunächst der verheirateten Frauen, als des allcrhilfloscslcn Elementes, anzunehmen, und da wir die Erfahrung gemacht hatten, daß sie ständig ein Kind auf dem Arm tragen, mußten wir Ihnen die Möglichkeit gclen, die Hände frei zu bekommen. Am Atorgen der Anmeldung1 kamen bereits mehr alt 40 Frauen. Wir konnten des engen Räumet halber nur 25 annehmen — die, welche wir zu unserem Leidwesen abweisen mußten — folgten uns mit Bitten und Klagen bis In unsere Häuser. Einen Monat lang plagten wir die Frauen mit der ungeeigneten Tepplcharbclt — dann kam der Lohn unserer Mühe. Im Laufe von Ocsprüchcn mit den Schülerinnen stellten wir nämlich fest, daß die meisten von ihnen andere Techniken bereits beherrschten: einige hatten In der einstigen Spltzensehule von Sarah Thon Nadelarbclt gelernt; einige kannten die kunstvolle Herstellung der Seidcnblumon, wie die orientalischen Frauen sie an Ihren Kopftuchern tragen; einige brachten uns Proben einer Bagdadstickerei lu eigenartigen Farben und Mustern; einige beherrschten eine sehr merkwürdige und schöne Häkeltechnik. Nach dieser Entdeckung gaben wir den Ehrgeiz auf, diese Frauen lehren :u wollen und machten es uns zur Aufgabe, Ihre bereits vorhandene Fertigkeit für sie nutzbar zu machen. Unsere Lehr werkstätte verwandelte sich In eine Arbeltsausgabeslelle. Jetzt, nach drei Monaten Arbeit, haben wir einen ganzen Vorrat schöner, origineller Sachen, die wir auf einer zu Purlm beginnenden allgemeinen Ausstellung von Frauenarbeit mit Leichtigkeit absetzen werden, Hatten wir die Arbclisbeschaffung gewissermaßen alt Vorwand gewählt, um uns den Leuten zu nihern, so erwle» sich das als eine richtige Berechnung, D!« Säuglinge, denen wir In der Kälte ein warmes Zimmer, bei SonncnscHcIn einen Aufenthalt In frischer Luft, saubere Kleidung und Nahrung gaben, entwickelten sich zus;hcnds von Woche zu Woche. Die Säugllngsilalion der „Hadaswh" bedient sich ein mal In der Woche unserer Räume zum Wiegen und Untersuchen der Kleinen, und der Arzt hat festgestellt, daß hier und In Schtloach der Besuch der Station viel stärker Ist, als in anderen Vierteln, eben weil die Station mitten im Viertel gelegen ist und die Mutter mit den Kindern nicht weit zu gehen brauchen. Durch die genaue Kenntnis der Frauen und Ihrer Pamillen ergibt sich uns natürlich die Möglichkeit, ihnen In der ver schlcdcnstcn Weise beizustehen. Kranken können wir ärzt liehe Hilfe verschaffen (obgleich das schwer Ist In einer Stadt, In der die Einrichtung des besuchenden Armenarztes überhaupt nicht existiert). Es gelingt uns, wenigstens In manchen Fällen, Kinder in Waisenhäusern und Schulen unterzubringen. Der Wsad T*rbuthi der HlsUdrulh naschim ibrioth. »dilti una v.mi Jetzt »b (lue Lehrerin für hebräUche Kurse,! denen fleh täglich neue Prsuen anmelden. Mehrlach konm wir Kleider zur Verteilung bringen. Die kleinen Kind? werden von Jetzt ab täglich Gemüsesuppe erhalten, fur wir unseren Arbeiterinnen wöchentlich I Piaster vom. Q-t, i abziehen. Beoondere Krankheitsfälle verweisen wir ,-n u freundete Aerzte. Im Falle einer Frühgeburt wurden ^' gerufen und konnten die Frau sofort hn Hospital ht\Hl.<. Am, 15. Schcwal konnten wir eine Einladung uimcrcr t'riu„ zu einem größeren Fest erzielen, von dem die Armen heut» noch als von efnem Ereignis In ihrem freudlcsen Leb»» sprechen. Diese und andere Hilfeleistungen verschaffe ü' das Vertrauen der Leute und geben uns die MögPehVei! eines gewissen Einflusses auf sie, eine Kontrolle Ober dl! Sauberkeit Ihrer Häuaer, die Behandlung ihrer Kinder und ähnliches. (Ein amüsantes Beispiel: Jedesmal, wenn der J, Lehrer fungierende Chacham mich sieht, führt er »cilne'j, die Kinder sua dem dunklen Cheder auf die benachbm» Wiese.) te Wir arbeiten vorläufig mit ganz wenigen Kräften und einem winzigen Budget (20 £ Vorschuß für Material und Löhne seitens Hlstadruth naschim Ibrioth und 2</t £ für soiiii» flllfc). Infolgedessen können wir natürlich nur einen Teil der uötwwtflgen Arbeit bewältigen. Ganz« Arbeiisy«|i,ete, Arb(ttr.bc'.chaflung für Männer, Berufsausbildung lur du unwissenden, herumlungernden Burschen und Ma kliert hah« wir überhaupt noch nicht iii Angriff nehmen können. Aber flnc» haben wir sclion heute erreicht: wir haben den w Boden gedrückton, »crprugellen Frauen neben Ihrem noch bescheidenen Verdienst das Bewußtsein gegeben, daO aucn sie zu etwas auf der Welt gut sind und zur Erhaltung der Familien beitragen, mit Ihren menschlichen Eigenschaften, ihrem Takt und ihrem Fleiß, auch mit ihrem Oesclimack für Formen und Farben machen wir se. schöne Erfahrungen, daß uns die Arbelt tiefe Befriedigung gewährt. Das ganze ist vorerst nur ein Versuch mit ganz unzureichenden Mitteln. Aber er hat uns die Zuversicht gcgt'jen, daß er der erste Schritt auf dem Wege zu einer, wenn nicht Lösung, so doch systematischen Besserung unhaltbar gewordener sozialer Zustände Ist. Die weitere Entwicklung denken wir uns so: In verschiedenen Armen-Vierteln der Stadt Jerusalem, vielleicht atirh In Tibcrlas, Sallct und jnderen Orten «illen gleiche Arbeltsstätten errichtet werden. Daß diese sich nach kurzer Zelt selbst cihaltcn und das ihnen gewidmete Betriebskapital zurückgeben werden, erscheint ganz fraglos. In Verbindung mit diesen absolut rentablen Werkstätten muß die soziale Fürsorge für das betreffende Viertel stehen. Her einzige Weg, dle.se systematisch zu gestalten, ist d* Anstellung einer Dlstrlktspllcgcrln, die während der Stunden der Arbcitssustcilung die Säuglinge beaufsichtigt, die Bedürfnisse aller Familien des Viertels kennt und die Verbindung mit den Hilfsgcsellschaftcn herstellt, sowie freiwillige Hilfskräfte heranzieht, die ihr bei jener humanitären Arbeit helfen, die In England und Amerika durch Settlements erfüllt wird (Beschäftigung der Kinder nach der Sclnlzcit, Feste, Vorträge, Ausflüge usw.). Zur finanziellen Seite dieser Arbeit gehört auch ein Sehulgcldfonds für mittellose Kinder. Bei richtiger Entwicklung der Arbeit müßten auch Möglichkeiten einer Berufsausbildung für .Knaben und Mädchen (evtl. durch Qcmüsebaugruppcn und eine Witlschaflsschulc) gefunden werden. Zu dieser Arbeit gehört ein verhällnlsmißlg geringe* Budget — Ihr Nutzen Ist unübersehbar groß. Vielleicht machen es sich Zlonisten Im' Auslände und in Palästina. — die einen durch materielle Hilfe, die anderen durch soziale Mitarbeit — zur Aufgabe, dieses Werk zu leisten und damit der sozialen Fürsorge in Palästina ganz neue — wahrhaft menschliche — Wege zu weisen. Hamburger Brie! Von unserem Spczlalkorrtspondenlen. Die wirtschaftlichen Beziehungen Hamburgs zu Palästina waren schon vor dem Kriege sehr rege gewesen. Erinnert sei an die vor mehr als 25 Jahren gegründeten, inzwischen leider eingegangenen Gesellschaften „Ellada" der lea und die Paläsuna-Handelsgcacllsehalt, die auf Anregung David woHfsohnB Ins Leben gerufen wurde. Die Lcvante-Linle hatte einen für den Güterverkehr benuemen Schiffahrtsweg vpn Hamburg nach Palästina geschaffen. Nach der Jähen Unterbrechung aller weltwirtschaftlichen Beziehungen durch den Weltkrieg ist der wirtschaftliche Verkehr zwischen Hamburg und Palästina neu erwacht. Eine ganze Reihe von Gesellschaften und Firmen pflegen die Handelsbeziehungen zwischen Mamburg und Palästina. Es war nur eine logische Folge dieser Entwicklung, daß eine ganze Reihe von Hamburger Gesinnungsgenossen In den letzten Jahren ihren Wohnsitz nach PaKstlna verlegt haben und sieh dadurch ein reger persönlicher Verkehr zwischen Hamburg und f'aläs'.ina gebildet hat Ein wesentlicher Teil der Tätigkeit der Hamburger Ortsgruppe besteht daher seit mehr afs einem Jahre in der Alljali und Hachscharah von Chaluzlm, Die hiesige Clulurgruppe bestand Im vorigen Jahre aus 20 Mitgliedern, von denen 15 nach Erez-Israel gingen; zurzeit werden 40 Chaluzlm und Chaluzoth ausgebildet. Hand In Hand mit dieser PalästlnaarbeJt geht die kulturelle Arbeit Die seit V/t Jahren bestehende hebräische Sprachschule zählt zurzeit 50 Schüler, die In 5 Kurse eingeteilt sind. Sic hat gute Ergebnisse erzielt und wird in dtr Hauptsache vom Verein für hebräische Sprache und Kultur „Ivrla" unterhalten, der auch hebräische Vorträge veranstaltet. Die Frauengruppc und der Mlsrachl entfalten eine rege Tätigkeit, ebenso die verschiedenen Jugendgruppen. Für den Ktren Hajessod und Keren Kajemcth Ist im letzten Jahre Intensiv gearbeitet worden. , Die eigentliche Ortsgruppentättgkelt war In letzter Zelt, abgesehen von drn Üblichen öffentlichen und Internen Versammlungen, durch die Vorbereitung und Durchführung der Wahlen xum Preußischen Landesverbände Im Wahlkreis Schleswlg-Holsteln und die Hamburger Gemeindcwshleh in Anspruch genommen, Die Landesverbsndswahfen brachten uns im Wahlkreise Schleswig-Holstein ganz unerwartet die absolute Majorität gegenüber den vereinigten Agudisteu, Liberalen und ZentraTycrelnlern. Dieses Resultat Ist unter den schwierigsten Verhältnissen erzielt worden. Bei einer Jüdischen Seejenzahl von fast 7000 Im Wahlkreis waren nur ca. 1200 Wähler in den Wählerlisten verzeichnet: bei ordnungsmäßiger „ Aufstellung der_ Wihletllsten gemäß der Verfassung des Landesverbandes hätten mindestens 4000 Wahlberechtigte In Er- »chelnung treten-rnössen.'. Trotz dieser für uns sehr nzchtelllgen Wahlentrechtung haben bei einer Wshlbctciliguiig Jiv'i von I.Ist M; in H i der 1 i .min,'' '•, die fillZl!).' Pari ' ■■ in w'; und 'i n die i ii a t bnrR.! „ (•'am.', folgt; ' de" 1)1: - ." i,V b.v, Ui. n; w V ah * ■ kn ' PI i de .tv g«: lt\\'\. ar sc vcv de ba; Wi du hc' Vi »V da Man i won i berü '' Man'; Frai « alten verfn. raier;' teste abgi' ■' ' Hun maßf''1, war .j ' parti', 1 iMltlverb1 , Man y\ gew f 'Unti ' auf ■■ muß I stan- . Auel sclb| WICi ' Jetzt > 48$ ertc' ' die r in i ■ zusi 1 abe ordi. ' Dr. Er zeit vcrl D-i Lok . Aui SS lüd 1 iusi \ [ Mn. ein! rus i WC , , Im na< - Ru ' Wft : für für i sta t . - er Sir, ■ vet : mi 'i 1c, Mi W : ,.C I Im ' or. : ha Pr cti ru ru Ju ' au ■ In IUI ö* ' h. i.

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