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Jüdische Rundschau · 1925-03-20 · Heft 23 (20.3.1925) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 23 (20.3.1925)
Date
1925-03-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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-Seite JU8 TUEDISCHE RUNDSCHAU* Nr. 23. handelt Bich nicht um Mnssenclifwindcrung oder\ldcal. staat. Es hondclt »Ich darum, ob die Grundlagen zur; Errichtung einer nationalen Heimstätte gerade. durch die zerstört werden sollen, welche berufen wären, sie zu stärken. .,"»'.. Delrachlunuen Ober die Orßanlsatlonsirafje Von Dr. /. HeUm«nn.•) . . III. (Schluß) Ein Höchstmaß an nüchterner Ucbcrtcgungsarbclt, ein mit kühlem Verstände vorzunehmendes, alle In unsere Bewcgung^hlncinsplclcnden, oft durcheinander wirkenden psychologischen Faktoren und Lcbcnsfakti, genau abwägendes Kalkül, ein unerbittlich strenges Vcranwartnncsgcffihl erfordern die Bestellung, der organische Bau und die Zusammensetzung unseres Exekutivorgnns. Wir dürfen gewiß nicht In dem Gefühle schwelgen, einen Ucbcrlluß 011 willcnszühcn, klarblickenden und staatsmannischen Politikern zu besitzen, die mit den geradezu unheimlich verschlungenen Eigenheiten der jüdischen Volkspsyche und der Einhclttwurzcl unserer Bewcgungskomponcntcn vertraut und zugleich befähigt sind, die.unsere Arbeitsfoirac« beeinträchtigenden, unstabilen und wcchsclvollcn politisch-ükonomischen Machtgruppen und Intcrcsscnssphärwi mit sicherem Scharfblick zu erfassen und für unser nationales Werk zu nutzen, Auch unsere höchsten Instanzen müssen mn den Talenten und Begabungen, Aber die wir nun einmal verfugen, formiert werden. Um so fester muß der Untergrund zementiert und um so geschlossener muß die Rückendeckung ausgebaut sein, die wir unserem höchsten Ausfuhrungsorgan bieten können und müssen. VerfassungSReniiiß Ist unser heultet Aktionskomitee so flnbcstlmml in seiner Funktion und MacVv.iHkciumcnhcit, dsß es sich vornehmlich in einer übermäßig formalen Konlrolltätlgkcit und rücksichtslosen Kritik, manifestieren muß. Wer an den Tagungen des Aktionskomitees teilnimmt, wird nicht selten über den klaffenden Widerspruch recht nachdenklich werden, der sich nur allzu oft zwischen dem Oclstc seiner Debatten und dem Sinn seiner Entschlösse, offenbart. Es sind überwiegend Kompromißbcschlüsie, die weniger aus dem Widerstreit und den faktischen Mcluungsdiffcrcnz.cn Inneihalb des Aktionskomitees selber, als vielmehr aus einer Gegensätzlichkeit zu der Willcnsrichtung des Exekutivorgaus hervorgehen. Ein solcher Zustand kann aber unmöglich einen Drang zu Taten, schöpferischer Initiative erzeugen. Zwischen unserem Aktionskomitee und der Exekutive fehlt das Bewußtsein der gegenseitigen Abhängigkeit, absoluter.Zusammengehörigkeit und eines organischen Verbundensems, Daher die Atmosphäre' fortwährender OcrcUthclt und Mißstimmung. Nicht zu Unrecht ist die Exekutive oft von dem Empfinden bedrückt, vom Aktionskomitee mehr toleriert als getragen und gestützt zu sein. Andererseits ist das Aktionskomitee auch faktisch nicht der' parlamentarische Machtfaktor, der die Richtlinien für unsere Politik und Oekonomik zum mindesten mitbestimmt und dem Auftreten der Exekutive nach außen und Innen autoritativen Nachdruck verleiht. Es sind Im U runde genommen zwei nebeneinander bestehende, oft aneinander' vorbei argumentierende, wenn' auch' Kraft eines VetUsanjjsgcbo'lcs in enicin-iuia dcnwelbci» Tisch .sitzende* Instanzen. Der 'Exekutive fehlt der natürliche •Stützpunkt irif Aktionskomitee, ebenso wie letzteres nicht den nötigen Kontikt und die erforderliche Autorität bei der .Organisation hat. Die autoritälsmlndcrudc und wlllcnsschwächcnde Isoliertheit unseres höchsten Organcs wird noch besonders •scharf In Erscheinung treten, wenn es nl* Teil der Agcncy« Exekutive wird beschließend und handelnd auftreten müssen. Einem fihnlichen Oedankengange, wie dem oben entwickelten, Ist wohl der Vorschlagzu verdanken, daß das Aktionskomitee durch seine Kompctcnzcrwcitcrmig das Recht erhalt, die Exekutive abzuberufen und eine neue zu wühlen. Auf diesem Wege glaubt man, eine natürlichere Koordinierung und Horinonlslcrung beider Instanzen zu erlangen, Aber selbst, wenn man von'der rein formalen, för die Innere Geschlossenheit unserer Verfassung allerdings nur schwer tragbaren logischen Inkonsequenz abschen würde, die eine Bestimmung unzweifelhaft enthält, wonach eine Körperschaft, die ihre Kompetenz dem Rcchtswillcn det Kongresses verdankt, eine zweite Körperschaft, die aus der gleichen Quelle ihre , *)" Siehe „Jüdische Rundschau" Nr. 17 und 20. Machtvollkommenheit tdiflpft, abberufen und,' ohne den Kongreß zu betrauen, neu einsetzen kann, so können unter keinen Umstanden die folgenschweren' Auswirkungen, zu denen eine solche Bestimmung führen mufl, übersehen werden. Die breite zionistische Ocffeiitllchkcit wird Jedenfalls sich kaum mit dem Oedankcn befreunden können, daß das vom Kongreß gewählte höchste Organ durch das Akllmskomitec abgeschafft und ersetzt werden kann.. Die unausbleibliche Folge würde die sein, daß die zionistischen Massen aus dnem eigenen Rechtsempfinden heraus die Abberufung für illegal und der neu bestellten Exekutive Autorität und Oefolgschall versagen würden. Innerhalb der Organisation wird ein Zustand der Desorganisation und ''Anarchie Platz greifen, während . die vom Aktionskomitee eingesetzte Exekutive autoritjl- und hilflos dein gegenüberstehen würden. Eine solche Zerfahrenheit und Führcrloslgkclt der Or. ganltalion muß nach und na:h dlo wcltcvten Dimensionen annehmen und ihre einheitliche Werbekraft In höchstem Maße herabmindern. Die, Exekutive-Ist entweder vom Kongreß oder vom Aktionskomitee zu wühlen. Um einen natürlichen, stetig fühlbaren und sichtlichen Zusammenhang zwischen dem Aktionskomitee und der Exekutive zu schaffen und lebendig zu erhalten, muß die Exekutive aus dem Aktionskomitee hervorgehen und nicht vom Kongresse gewählt sein. Eine solche Praxi* Ist überdies in dem Charakter des Kongresses selbst begründe». Die Zusammensetzung des /Vktlonskomltccs erfolgt aur dem Kongresse proportional zu der Stärke der Parlcigrupplerungcn, die auf ihm vertreten sind, Das Moment der persönlichen liliriiung muß von der Partei selbst mit tunllchstcr Peinlichkeit berücksichtigt werden. Es hieße aber unmögliches postulieren, wenn man vom Kongresse, bei der Kürze seiner Lebensdauer, seiner unübersehbaren Bunt«heckl«kclt und der Schwerfälligkeit seiner Ranzen Struktur die Sehalfimg einer Exekutive erwarten wollte, die sowohl personell und sachlich wie in Ihrer Aklionskraft und repräsentativ auf der Höhe einer' Mission von so geschichtlicher Bedeutung stehen könnte. Wir wissen, wie die Exekutiven auf den letzten Kongressen zustande gekommen sind. Am letzten Kongreßtage wird" die vom Permanenzausschuß na:h langem erfolglosen Plüschen künstlkh aus einem Empfinden der Hilflosigkeit heraus zusammengestellte Liste mehr o.lcr weniger vcr< traucussclig akzeptiert, ohne über die weiteren Polgen slcji Irgendwelche Gedanken zu machen. DIcWahlderExekutiyc durch das Aktionskomitee Ist ebenso durch die Notwendigkeit des harmonischen, auf einem Vertrauensverhältnis und einer Arbeltssolidarität sich basierenden Zusammenarbeitens beiderlnstanzen, wiedurch die Sinnlosigkeit Ihrer/Wahl durch den Kongreß bedingt. Wenn die .Exekutive nicht, wie oft bisher, durch Innere Ocgcnsüt/c und R ibungen In ihrer In'.t'atlvc und geschlossenen Aklionskraft der Gefahr einer Lahmlegung ausgesetzt sein soll, muß sie homogen zusammengesetzt sein. Nach der bisherigen bitteren Erfahrung wird ein solches Postulat kaum auf ernsten Widerstand sloften.' Es' wäre aber verkehrt, diese Homogrnltiit allein durch'eine allgemeine, wenn auch noch so zuständige Erklärung als gegeben zu betrachten. Eine solche mehr auf einer personalen, oft; vermeintlichen Harmonie s!ch b»skWnd*'!-G]oichftrtiBköU Wfgf bcUdeurihituTlgon Wechsel der Situation ebensowenig eine Oarantle für Ihre Steilheit, wie für. eine reibungslose Zusammenarbeit mit den Mchihcitsgruppen Innerhalb des, rnlt parlamentarischen Kompetenzen zu versehenden Aktionskomitees. Die Homogenität knnn nur nus einer langwierigen, tnkllsch oft recht schwierigen VcthamllungshrniOluing über Richtlinien, Tendenz und Aufgaben mit den Majoritütsgruppcn gewonnen und'.erforderlichenfalls' dadurch verbürgt sein, daß die Majorität sich tu der Exekutive genügend vertreten sieht. Mit anderen Worten: es muß im Einverständnis mit. den Part elgriipplcrungcu eine programmatische Einheit*- basis für die Zusammensetzung und Handlungen der Exekutive geschäffen werden, die im Aktionskomitee ihre Verwurzelung findet. In diesem Falle würde die jeweilige Vertrauensfrage nur formaler Natur sein und sich am zweckmäßigsten viel« leicht In Verbindung mit der d e m Aktionskomitee zufallenden Budgetfestlcgung glatt abwickeln und erledigen. ..... In. diesem Ocdnnkciigcfügc'tmrt angesichts der Agcncyhlkhing erhält die Wahl und die Einrichtung des Orgnnl« »atlonspräsldcnten ganz besondere, Im Vergleich zu dem bisherigen Zustand, wesentlich erhöhte Bedeutung und Verantwortung. Eine. Abgrenzung der Kompetenz und des Aufgabenkrc-Iscs dieses Instituts Ist bisher überhaupt nicht versucht worden. Faktisch war seine Mission und Tätigkeit mit denjenigen des Exckutlvpräsldenten durchfechten und Vcrwobcn. Dies kann und muß Jetzt anders werden. Ali höchste Vcrtmueiupcrcon einer weiten Volksorganisation muB er nicht nur ausgleichend und mäßigend auf die tinutl. Instanzen einwirken, für die Stetigkeit und Zielsicherheit der zionistischen Politik »eine ganze Autorität einsetzen, Repräscntatlonspfllchlcn und bestimmte polltische Handlungen Im Einklang 'mit' der Exekutive ausführen, sondern auch zwischen beiden Agencytcllcn eine Brücke und die zusammen, haltende Kraft »ein. Seine Wahl muß nach einem Modus vollzogen sein, der ihn auch befähigt, als AgencyprJsi. dent bestimmt zu werden. Im Ocgensalz zu der Exekutive muß er direkt vom Kongresse aus einem ungeteilten Vertrauensverhältnis heraus Bewählt und In seiner weiteren Tätigkeit getragen sein. Wenn man Ihn auch vor der Wahl über seine allgemeinen politischen Grundsätze hören müßte, so darf er aber keineswegs In den Einzelheiten programmatischer Prinzipien und Arbeitsformen festgelegt werden. Nur so wird bei der Gegenseite nicht das Gefühl aufkommen, mit seiner, durch unser zahlenmäßiges Ucbcrgcwicht gleichsam erzwungenen Wahl zum Agcncynrasidcntcu den Stempel einer ihr fremdartigen Ideologie, Arhcitstcmlenz und Programmriehtutig auf. oktroyiert erhalten zu haben, Hei der oben skizzierten Konstruktionsfonn unserer Organisation kann der übergeordneten Instanz die weitgehendste Bewegungsfreiheit und der breiteste Tfilifikcilsrnhmcn zugesichert werden, ohne daß wir eine Verwlschung unserer programmatischen Richtlinien oder eine Idccnverflnchung zu befürchten hätten. Unsere PosI Ion und Ideologie nach Bedarf zu wahren, bleibt eine vornehme und würdige Aufgabe des Aktionskomitees und der durch sie zu wählenden Exekutive. Auf Orund des oben gezeichneten Gerüstes einer neu zu formenden Organisation wäre es unschwer, streng formulierte Satzungen zu entwerfen und systematisch .gegliedert aneinanderzureihen, Darauf kommt es aber In diesem Augenblick nicht au. Um den Charakter der Reform oder einer Neubildung zu bestimmen, mimen wir vor allem über den Ausgangspunkt, die Tendenz und das Ziel eine KUning und Verständigung herbeiführen: entweder wir schaffen ein streng abgeschlossenes und abgerundetes Verelnsgcbüde, gewissermaßen einen Orden, welcher über die Reinhaltung unserer Immer mehr zu Dogmen erstarrenden Prinzipien wacht, oder aber wir wollen ein weit umspannendes, In allen seinen Bestandteilen orgtntsch und zwcckvoll gegliedertes Organl satlons. Refüge für eine In einem steten Wachstum begriffene, durch fortwährenden Blutzustrom sich erneuernde und den Zeitaufgaben sich anpassende Patlstinagerrjeinschaft, die von clnc.r Lebensidee getragen und in Ihren Formen bestimmt wird. Wir befinden uns on einem Scheidewege und Jedes senile Verharren an einem und demselben. Orte birgt Gefahr .für Uegenwart und Zukunft." Der 13. Kongreß vermxhtc nicht den Mut für eine einschneidende Reform aufzubringen. D;r 14. Kongreß muß dhsc schwierige' Aufgabe lösen, wenn er seine Mission 'erlünen 'Und neue, den Zeitförderungen angepaßte Entwicklungswege anbahnen will. Oscar Strauß scheokt seine Ulbllolhclt der Universität New York. (J.T.A.) Oscar Strauß, der frühere Staatssekretär für Handel der Vereinigten Staaten und einstiger amerikanischer Botschafter In Konstantinopcl, teilte am 12. März Herrn Dr. Wclzmnun telcgraphlsch mit, duß er beschlossen habe, der hcbr.1lnclicii Universität In Jerusalem seine g c 8 a m t e, c t w a 5(X)0 W c r k e z ä h I c n d c HI h 11 o thek zu schenken. Die eine Hälfte der Bibliothek wird Ifcrr Strauß sofort der Bibliothek In Jerusalem übersenden, die andere Hälfte wird der'hebräischen Universität testamentarisch vermacht. Herr Strauß behält für sich und die Familie nur wenige hundert Bände, die für ihn von pers<inlieber Bedeutung sind. Herr Strauß spendete auch 5O00 Dollar filr die hcbrfilachci Universität. Dr. Leo Fuchs, Die Juden Aegyptens In ptolemflfsebcr und römischer Zeit, (Veröffentlichungen der Dr. A. S. Bettelheim Memorial Foundation.) 192», M. Rath Verlag, Wien. 150 S. Das vorliegende Werk dc9 seit dem 11. Lebensjahre erblindeten Autors ist eine eingehende, von .ernster Wissenschafthehkeit getragene Studie zur politischen und sozialen Geschichte der Juden Aegyptens fu der angegebenen Epoche. Ls Ist nach den Worten des Verfassers „als ein Baustein Kwlacht, der mithelfen soll, später die moderne Jüdische Oc- «lilclitc aufzuhauen". Wenngleich die häufige Gegenüber- Teilung und Abwertung der Quellen — Literatur, Inschriften ' apyri und Ostraka — sowie der Umstand, daß vieles nus der beschichte Jener Zelt all bekannt vorausgesetzt wird, das »uch nicht zur flüchtigen Untcrhaltungllcktürc geeignet macht, so wird es dem gebildeten Leser, der ein Freund unserer Gepichte Ist, sicher willkommen und au:h .verständlich »et«. "» ersten Kapitel, das die äußeren geschichtlichen Vorränge unter den Plolcmätrn behandelt, nimmt einen breiten Raum «ic Untersuchung Ober den Anfang der Jüdischen Siedlung in ^typten (außer der in Elcphantinc) ein, der Im Gegensatz der bisher meist vertretenen Meinung in die Zeit des ersten ' olcmacus, des Nachfolgers-Alexander des Großen Verlegt wird, in dem folgenden Abschnitte über die Vorgänge in der «mischen Zeit werden die Stellungnahme der ägyptischen Juden zu den neuen Herren des Landes und Ihre wechselnden ^schicke unter den Kaisern Augustuj, Caligula, Claudius, •espas anus und Trajanus nach den Inneren Ursachen nnd der ^'•Wirkung auf die Geschichte dies« so, bedeutungsvollen c Ics des JüiJJscIicu Volkes In den «pateren nadichrhtllcl.cn a ir undcrtcn eingehend gewürdigt, besonders der das Land.in S mrir W,c,se •erschütternde und li)r. die, Juden Verhängnis- Tv'Wdisch-ägyptischc KrleU wter Trajan. Den", .größeren Uil des Buches bilden die folgenden 'Abschnitte, in denen die iVrsSi?EhI*She..Au,brc,tunff der Judcn, die soziale Lage, Staats- Ä,d,e,• SeeUunir. Steuern, Sprache und Religion Gehandelt werden/ Unter ausführlicher Anführung der belegenden Quellen, «... n.cls,,M,n#,ri,.lcn unu* PaPyfl» werden alle Orte zusammen- «•teil, für die eine Anslcdlung von Juden In dem damaligen Itffvnton . Ii.nt. .1.1... -..u.^.i.i___* -I...J __ X k -f -— —7 ■-»..*. f*it«»s-MiMMg JUM«II III W»»I»S UUHItfltUtll ttfypten ■heute sicher nachweisbar Isti es sind außer ft'«andria mit seiner großen Jüdischen Bevölkerung Insgesamt 30 Orte meist In dem sogenannten Fajum In Mitteliigyptcn und im Bezirke von Theben gelegen. Die aus Zelt und Umständen der Einwanderung (SiYWucr, Kriegsgefangene) sich ergebende ursprünglich einfache Gliederung der Jüdischen Bevölkerung in Krieger, Bauern, Händler und Handwerker ändert sich besonders durch die Entwickchmg von Alexnndrla zur Oroß- und Weltstadt, sodann auch durch den Wcchicl der politischen Verhältnisse in der riinilsihen Zeit; In der Kalscrzcit sind unter immer weiterem Zurücktreten der Hauern und Krieger und Immer ungünstigerer Ocst.illung der sozialen Lage der luden schließlich alle Berufe vertreten; 10 verschiedene Berufe, besonders Handel und Landwirtschaft,, werden an der Hand reichen Quellenmatcrlafs atnfilhrlich behandelt. Die Judcnfclndschnft, zuerst nur von den Oricchcn literarisch propagiert, sodann Immer (Liudger zu blutigen Verfolgungen und Kämpfen führend, ■ beeinflußt .tief die ursprunglicli nftwMi;«« sA;.nUrcchuichc Str-Uvmg. ltong'.l:h dltr.tT kommt Fuchs zu dem Ergebnis, daß die luden nicht, wie mehrfach n|igennmmcn wird, das alcxantlriiiisrhe Bürgerrecht hatten, jedoch, wenngleich außerhalb der griechischen IWrgcr. gemeinde stehend, „ziemlich das gleiche Rechts- und Privilegienausmaß besaßen wie diese". Das Stcucrwcscn wird airführllch besprochen, bezüglich der Sprache festgestellt, daß neben dem zweifellosen Dominieren der griechischen Sprache hebräisch und aramäisch, mindestens in bestimmtem Krcbc des damaligen ägyptischen Judentums, zu allen Zelten gepflegt wurde. Als sicher wird unter Beigabe der Quellen das Vorhandensein von zehn Synagorjcn Im Lande nnchgewlcscn. Den Abschluß bildet ein Verzeichnis von 450, meist graeclslertcn, Jüdischen Namen, deren Jedem dlo belegenden Quellen beigefügt sind. Hervorgehoben sei die Obicktlvlf.Ht des Jüdischen f orscher*; seine Arbelt hebt sich In dieser Beziehung wohltuend ab von einer gewissen Literatur,- die neuerdings mit mehr Temperament als Berufung den Einfluß des Aricrtums auf den alten Orient behandeln zu dürfen ntclnt und deren Erzeug, nissc. wenngleich von der ernsten Wissenschafteinhellig abgelehnt oder ignoriert, von weiten Kreisen des deutschen Publikums alt willkommene Bestätigung eigener Rasscnhcrrllchkeit gern und gläubig hingenommen werden. ... \ _ Dr. W. Stein. Frau Werfet Ii Paiisliaa Franz Wcrfel war bekauntilrh jetzt In Palästina. Nun wird der I'rager „Selbstwchr" folgende EpisjJc berichtet: Franz Werfe! ging mit einem Bekannten durch eine or:hjd.">x< passe In Meah Schcarlm. D:r Bekannte sagt: „Sehen Sie. hier darf man sich-an fincin Samstag nicht mit einer Zhirettc zeigen, ohne Prügel zu riskieren." „Was?", sagt Werfet. „Prügel? Das Ist doch uuerhüitl" „Ja," meint der B«- (•klier, ...nicht der Prügelnde, der Qcprügelte Ist schuldig I« * 1 Bnldwln, ein Nachkomme des „ICln'-'« vn ,|c"u<nlcm"> Der englische Mlnlstemrfisldcnt Mr. Baldwln wohnte am 3. Mürz dem Jahreshankctt aus Anlaß des St. David-lags bei und machte wahrend seiner Ansprache ciniic Interessante Benicikiiiif;en über seinen Stammbaum, Zu Hc-'itn di»v:% Jahr-, tausend», sagte er,,lebten zwei Brüder Dildwln. von denen steh der eine nnrh d:m Weiten, der andere nich dem Osten de« Kontinents wandle. Derjenige, der nach dem Orient mit den Kreuzfahrern ging, wurde spater König von Jerusalem. ..Dieser" — so sagte Mr. Baldwln — war also vor tausend Jahren der Vorläufer Sir Herbert Samuels". Izlc Bemerkungen Mr. Baldwins bctrcflcn offenbar den Kreuzzug Oottfilcds von Bouillon und seines l)rud;rs MaUlwin, sp.itcr Künl^ Baldwln I., von Jerusalem, welcher der er>te war. der den von .den Krcuzlahrcrn bcTrünictcn Thron <*er lateinischen Könige von Jerusalem bestlegen halte. Uoitir.eJ von Bouillon regierte von 10'J) bis 1103, er lehnte aber den Könlestitcl ab. Sein Bruder Baldwln I. war der erste? von Jerusalem, Ihm folgten Daldwin'IL Baldwln III,.. Haidwln IV.' und Baldwln V.; . . In der „Neuen Rundschau" (Verlag s. Fischer, Berlin) beginnt Alfred Döblln mit der Darstellung seine Rclseelndrflckc In Polen. Der Abschnitt im Mhrzhcfl Ist WiIna gewidmet, vor allem dem Jüdischen Wilna. Wii werden auf diese Interessante Arllkclrelhe nach ihrem Abschluß noch zurückkommen, möchten aber nicht verfehlen, schon heute die Aufmerksamkeit unserer Leier darauf Jenken. ...

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