Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 22 (17.3.1925)
- Date
- 1925-03-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Scttt 201 JUEDISCHfc RUNDSCHAU Nr.« n » ■ n Die Ansledluoflikosleo In der Unlwlrtscbalt Ueber die Möglichkeiten der landwirtschaftlichen Anstedjung in Palistina und die dafür benötigten Mittel werden der Ziko" von einem genauen Kenner der Verhältnisse in Palästina folgende Angaben gemacht! Für die Anslcdlung einer Familie in einem MoachawOwdlm (Klelnbaucrnslcdlung) ,lnd, abgesehen von den Kosten des Bodeni, all Minimaibetrag 700 Plund nötig, wobei nur aul das aHernotwendlgste Inventar JWckslcht genommen ist In der Annahme, daß gewisse Nach« anschaffungen akh in den folgenden Betriebsjahren nidit allzu schwer werden bewerkstelligen Iwen, Diese £E 700 werden folgendermaßen spezifiziert t Stall.............. Wohnung ............ Gtflügelstall........... Strohscheune, Schober....... Maultier 2 Kühe............ Oeflfigel ............. Piencnschwarm.......... Mencnstock < , ,..........» Deck vi eh , ,............» if, Wagen..............» Otschirr ..............» V, europ. Pflug...........» arabischer Pflug...........» Vi Rechen............. » •/.» Mähmaschine............» Harke.............. » Vt »chwere Egge...........» 1/4 leichte Egge...........» Vorratskammer...........» Verschiedene Arbeitsgeräte.......* Höfe .......• •««•••• n Dreschmaschine, Traktor.........« Graupcl- und Häckselmaschine....., n Schmiedcwerkzeuge.........• » Parzelle und Bauplan für den Siedlungspunkt „ Röhren, Kräne (von der Zentralleitung z. Hof) „ Dünger .............. * Setzlinge.............. „ Samen <■•..■••••....• « Anlagen ..............» Futter für das Vieh..........» Lebensunterhalt der Familie ....... „ Petroleum usw. für tiefes Pflügen . , . . „ 5»/« unvorhergesehene Ausgaben . . £E 125,- - 150,— ü 15.- 20,- 30,— 50,- E a,— 15.- 1,50 7,- 2.50 1,20 1,25 1,- 10,— 10.- 10.- "fc 1,50 10,- 10.- 20,- 20.- 15,- 5.- 40,— 42,- 10,- 31.05 £E 700,- Für den Bodenpreis und die Kosten für die Ameil- Drlerung des Bodens, Wasserversorgung usw. wlren weitere £ E 400—5C0 einzusetzen. Eine Familie, die »ich in Palästina bereits länger als ein Jahr befindet, sich über genügende Kenntnisse in der Landwirtschaft ausweisen kann und ein Kapital von £ E 500 besitzt, kann damit rechnen, vom Nationalfonds Bcdcn In Pacht zu bekommen oder evlt. •ul ItaU-n/ahtung von anderen Gesellschaften wie Pica oder American Zion Commonwealth. Außerdem hat sie Aussicht, vorn Kercn Hajessod, der Plca oder der American Zion Commonwealth noch dazu einen Kredit zur vollständigen Fundhrung des Betriebes zu erhalten. Manchmal besteht wich die Möglichkeit, sich in einer »chon bestehenden Siedlung niederzulassen, was für neu Zugewanderte eine große Er- Hchtirung bedeutet. Meistens ht aber hier der Boden tu teuer Hsuptbedingung für das Qelingen einer solchen landwirtschaftlichen Ansiedlung ist, daß das FamMenhaupt in der Landwirtschaft erfahren ist, alle Arbeiten innerhalb des Betriebes beherrscht und die Bedienung der modernen landwirt- »ehaltlichen Maschinen versteht. Außerdem sind Kenntnisse In den verschiedenen Zweigen der Landwirtschaft, wie Milchwirtschaft, Ocmüscbau, OcflQgci- und Bienenzucht usw. erforderlich. Die Ansiedlung einer solchen Familie kann nur dinn glücken, wenn In Jeder Familie mindestens zwei Personen arbeiten, entweder Mann und Frau oder Mann und Sohn. Mit großer Kraftanstrengunß und »ystematlschcr Arbeit dürfte t* einer solchen Familie gelingen, festen Fuß zu fassen und sich durch ihre Arbeit In der Landwirtschaft eine Existenz w gründen. Denjenigen Familien, die in der Landwirtschaft keine Erfahrung besitzen, muß geraten werden, vorerst einen ihrer Sühne nach Palästina zu schicken, um dort in der Landwirt« •chatt mindestens ein Jahr tätig zu sein. Für Unverheiratete besteht keine Schwierigkeit, steh die erforderliche Wahrung praktisch in einer der Im Lande schon existierenden Firmen oder Siedlungen zu erwerben, wohingegen es für den Familienvater, der mit seiner Familie übersiedelt und In der Landwirtschaft festen Fuß fassen will, angebracht ist, vorher einen seiner Söhne Ins Land zu schicken, damit sich dieser In der Landwirtschaft und speziell in der palästinensischen ausbildet und die örtlichen Bedingungen kennen lernt, Wirauf erst eventuell die Ucbcrsledhmg der ganzen Familie «littfinden sollte. Von der TätlQkelt des Solei Bönen tinem Rechenschaftsbericht des Sotcl Bönen per 31. Dc- «cibcr 1924 entnehmen wir folgende Angaben: 1. Häuser- und Straßenbau, In den letzten acht Monaten, von Mal bis Dezember 1921, hat der Solei Bonch Arbeiten Im Betrage von £E 127930 übernommen, wovon 4n» 1. Januar noch Arbeiten für rund £E 55000 auszuführen ^«tr». 2usammcn mH den Arbeiten des Misrad, während «er viereinhalb Jahre seines Bestehens, erreicht die Gesamt- J"mmc der kooperativen Bauarbeiten der jüdischen Arbeiter * E,r" '«"1 einen Betrag von £E 8S0930. wahrend der Monate November und Dezember übernahm «r Solei Bönen Aufträge: in Jerusalem für £E 1170!), in jafta und Tcl-Awiw für £E 109;», In Haifa und Umgebung ''!r iE 5720, somit insgesamt für £E 28320. Von den P" 1. Januar übernommenen Arbeiten sind außer Privat» Muten in Jerusalem, Haifa und Jaffa zu erwähnen: die Fort- \^ünr, .dcJ. Dauw dcr Je"«alemcr Universität, der bau wn elektrischen K'raftstatlonen in Haita und Tiberias, Bauten 1•1* i •wirtschaftlichen Arbeitersiedlungen im üalil und C I ln, llalfouria. Tiefbau- und Brunncnarbcltcn in Afulcli wa in Herzliah für die Zion Commonwealth, eine Reihe ve*.M!5*,lncn ,n der Jaf'a-Slraüe in Jerusalem wie auch tu, rVc" StraiJcnbautcn. Davon waren reine Bauarbeiten £p lofJ08.385 und Wcgcbautcn und Bohrarbeiten fü'r d» e. 2;5, Dic Aufläge stammten von der Regierung und lastif.?!°t8emSlnd« Je^salem für £E 6800 und von Jüdischen S. ä"?!"?» Geschäften und Privatpersonen für £ E121130. fchiffi i1 de/ .bc.lm So,cl Don*c,, tn ^S-39 ArbclUstitten bedingten Arbeiter betrug Im Durchschnitt 1700. v*cS,l.e'nl,0Ucrci. Belm Dorfe Mlgdal ZcdcJc wurde *wa Solei Boneh ein Steinbruch In Arbelt genommen, wobei ^kleines Industriegleise zur. Este&baiui RaJia-Lucld gelegt wurde. Seit secli» Monaten sind hie# 20 gelernte Pactiarbelter beschäftigt Der Steinbruch liefert er»Uclas-lge Sterne nach Tel-Awiw und den Strallcnarbcltcn In Judäa. Nach dem Lintrcften eines besonderen Fachmannes aus Italien wurden In den Steinbrüchen in Jerusalem verschiedene wichtige Reformen durchgeführt und die ersten Arbeiten im Steinbruch Arnos Bcth begonnen, der mit Mitteln des K. K.U neu erworben worden ist. Die verschiedenen In England bestellten Maschinen sind bereits clngctroflcn. 3. Holz- und Zemcntarbelten. In der Tischleret Dror In Tcl-Awiw sind hn Durchschnitt 50 Arbeiter beschäftigt. Sie liefert die verschiedensten Holzarbelten, sowohl für den Solei Bonch wie auch lür Privatleute. Die Tischlerei Karmcl In Haifa wurde Im Dezember wledercrölfnct. D;e Zahl der Arbeiter beträgt 20. Es liegen bereit« Auttrlge tür mehrere Monate vor. In der Zement Werkstatt „Namlith" in Halla arbeiten ständig 10 Mann. 4. Die Anteilscheine der Gesellschaft, Eine Kampagne für Verkau» der Anteilscheine wurde durchgelührt In Holland, Deutschland und der Tschechoslowakei. Insgesamt sind bis zum 31. Dezember 1921 für den Verkaut von Anteilscheinen des Solei Bonch eingegangen nus Palästina £ E 2612 und von der Zionistischen Organisation und dem Absatz der Anteilscheine außerhalb Palästinas £E 10011. Somit wurden insgesamt Anteilscheine für £E 12653 plaziert (Zlko.) Die Zabl der organisiertes indischen Arbeiter In Pallstlia Im -Mlss'char w'etaasslah" finden wir folgende Zahlen über die der Allgemeinen Arbeiterorganlsallon In Palästina angehörenden Arbeiter. Nachdem in der Einleitung darauf verwiesen wird, daß eine große Zahl jüdischer Arbeiter der Histadruth nicht angehört und deshalb in dieser Aufzählung unberücksichtigt bleiben mußte und daß es bisher nicht möglich war, genaue statistische Angaben über die einzelnen Arbeiter und Handwerker, die keinem Verbände angehören, zu erhalten, werden bezüglich der Städte folgende Zahlen angegeben. Tel-Awlw. Die Zahl der Arbeiter exklusive der Bc« amlen und der sclbst.lndlgcn Handwerker beträgt 6950. Davon sind beschäftigt: bei der Großindustrie 6)0, in Kooperativen 250, in Klcinindustrie und Handwerk 750, im Bauwesen 1750, bei Bauten in der Umgebung 260, bei Eisenbahn- und In Fuhrwcrkbetriehcn 525 und der Rest bei verschiedenen anderen Arbeiten. Davon arbeiten — außer den Bauarbeitern — 1625 In dauernder Anstellung In der Orofl- und Klcinindustrie und im Verkehrswesen. Von den Bauhandwerkern arbeiten außer 300 fachlich nicht ausgebildeten Arbeltern und Neueinwanderern und einer kleinen Zr.hl von Mitgliedern von Oruppcn. die in Ablösung arbeiten, alle anderen sechs Tage in der Woche. Die Zahl der Familienmitglieder ist nicht genau festgestellt. Alte Zahlen sind abgerundet, da sie sich von Tag zu Tag ändern. Jerusalem. Die allgemein« Zahl der Arbeiter betrügt 1625. davon sind SS5 Bauarbeiter. Bis auf 100-150 arbeiten alle sechs Tage in der Woche. Haifa. Die Zahl der Arbeiter beträft 1475, davon sind 5S2 Bauarbeiter (250 beim Ncsher). Bei der Großindustrie arbeiten außer den Nesher-Arbcitern 100 Mann. Abgesehen von den Bauarbeitern arbeiten In dauernder Anstellung 780 Leute. Von den Bauarbeltern sind gegen 210 In der Umgebung beschäftigt Bis auf einige wenige Arbeitslose arbeiten alle sechs Tage in der Woche. Tiberias. Hier gibt es 200 Arbeiter außer den 75, die hei den Kooperativen und im Handwerk hesrh.ifllgt sind, Größtenteils Bauarbeiter und ungelernte Sephardlm. In der 'mgegend arbeiten bei Straßenbauten und verschiedenen anderen Arbeiten 200 Leute. Kolonien. Außer den 2500 Angesiedelten gibt es In den Kolonien noch ungefähr 2300 weitere Arbeiter. Bahnarbeiter außer den in den Städten gibt es 200. Insgesamt betrug die Zahl der Arbeiter am 1. Januar 12650. Kleine fVaehriebteo In den Tagen vom 8. bis 20. Mflrz gelangt In Wien eine intensive K. H.-Kamnagnc zur Durchführung, Ah Einleitung zu dieser K. H.-Kainpagnc Inno Im Motel Imperial ein Prcssctce statt, zu dem fast alle Vertreter der wiener und auswärtigen Presse gekommen waren. Ansprachen hielten der Vorsitzende den Zionistischen Landcnkomilees Dr. LJirlieh, Dr. Chajes, Adolph Boehm und Anltta Müller- Cohen. Die Zionistische Organwation hat In Kairo bei Anwesenheit des Gouverneurs, des Sekretärs und Lord Allcnbys für orientalische Angelegenheiten und einer großen Zahl von Notabcln ein Bcth Haam (Volkshaus) eröffnet. Am 10. März ist in Jerusalem Herr Philipp Kipertidort, ein christlicher Deutscher, der sich vor ewiger Zeit In Jerusalem niederließ, verstorben. Kipcrndort beherrschte die hebräische Sprache in Wort und Schrift vollkommen und gab sich stets als ein warmer Freund der Juden und als ein Au hänger der zionistischen Idee. Der von den Dcutschnatlonalcn und Dcuhchvölkischcn Im Danzigcr Volkstag eingebrachte Gesetzentwurf, der eine Erschwerung der Einbürgerung von Fronden bezweckte, wurde In dritter Lesung abgelehnt und ist damit endgültig friedet. Auf diese Weise bleibt den in Dauzig wohnenden O s t J u d c n die Möglichkeit erhalten, die Danzigcr Staatsbürgerschaft zu erwerben. Das ,,Zcntral"-Thcatcr, dan einzige Jüdische The atcr Warschaus, mußte sich auflösen, weil dic Regierung das Thcatcrgcbäudc käuflich erwarb, um es zu einem Finanzamt umzubauen. Die deutsch nationale Fraktion des Preußischen Landtags brachte einen Antrag ein, der »ordert, daß den Ostjuden verboten werden soll, Betriebe von Wanderlagern zu errichten. Im Berner „Bund" vom 11. Mfirz veröffentlicht Dr. Fritz Löwenstcln au leitender Stelle einen Aufsatz „Die werdende jüdische Heimstätte", In welchem er dic schöpferische Macht des jüdischen Idealismus In Palästina schildert und zum Schluß feststellt, daß das Werk der Sympathien der Völker bedarf und sie auch verdient. Demnächst beginnt In Berlin „Der Kampf", Monatsschrift der pealc-zlonlsllüchcn Bewegung, zu erscheinen, Der Mltnrbcltcrkrcls der Zeitschrift netzt sich aus den Führern der linken poale-zlonlstlschen Bewegung In allen LRiide.rn zusammen. preoocoebau 50. Tadeslag von Moses ließ Am 6. April sind 50 Jahre verflossen seit dem Tode des ersten großen europäischen Zfonisten Moses Heß. Wir empfehlen aus diesem Anlaß den zionistischen Ortsgruppen die Veranstaltung von Gedenkfeiern für diesen Mann, der als erster dic zionistische Sehnsucht in Ihrer vollen historischen Bedeutung erfaßt und unsere nationalen Bestrebungen mit den menschlichen und geistigen Zielen des Jahrhunderts In Einklang gebracht bat Ueber „Die nationale Bewegung unter den Juden Italiens" macht Prof. D. Prota (Florenz) einem Korrespondenten des Warschauer „Neuer Haint" folgende Mitteilungen: Die jüdische Arbeit In Italien ist erschwert durch du Fehlen dichter jüdischer Siedlungen. Nur Rom hat etwi 15000 jüdische Seelen, alle übrigen sind über ganz |ta||fn zerstreut und leben größtenteils ohne Kontakt miteinander Jüdlschnallonale Arbeit In Italien, erklärt Prof. Prota' erfordert Pionierarbeit. Man muß Einzelpersonen' Familien, Ocmcimlcn dem Wicderbclcbunßsr'cdatikcn erst «! Winnen, ebenso die Jugend, die dem jüdischen Oedanken in letzter Zeit größeres Interesse entgegenbringt, „in d|e jugend bei uns,*' sagt Prola mit einer gewissen BcgeiMcrunr:, ..dann ist uns der Erfolg sicher". Wir müssen aber die Passivität der jüdischen Kultusgcmelnden bekämpfen deren Mitglieder unserer Idee meist fremd oder gar feindlich gegenüberstehen und — wie z. B. Venedig — Spenden für den Kcren Kajemcth nicht zuließen. Trotz des Mangels an —• Insbesondere natlonalgcriclitelcn — Rabbinern macht der Kercn Kajemcth erfreuliche Fortschritte. Jüngst erhielt er eine Spende von 100000 Lire und große und klein« Spenden fließen Immer reicher. Fast in jedem jüdisch-italienlsehen Hause findet sich die Nationalfomisbuch.se oft als einziges Verbindungsglied mit dem Judentum. Die Kercn Hajcssod-Aktion begegnet größeren Schwierigkeiten. Das Interesse für Palästina wächst ständig, insbesondere in den Kreisen der jüdischen Wirtschaft. In Mailand wurde jetzt eine Gesellschaft zur Veranstaltung periodl. ' scher Reisen nach Ercz-Isracl gegründet. Der Nationalfonds organisiert eine Palästinareite jüdischer Industrieller im März, eine Exkursion jüdischer Studenten im August, Schule und Akademiker finden letzthin Interesse an allen jüdischen und z I o n 1111 sehen Problemen. Hebräisch wird fleißig gelernt und jüngst wurde eine jüdische Vcrlagsccsell« schalt für di" llcrnusirahc hehrfi Ischer Werke gegründet. Prof. Prota schließt: ,,Es harrl unser noch eine schwere Arbeit, die viel Zeit und Mühe verlangt. Jedenfalls aber Ist das Erwachen des jüdischen Selbstbewußtseins unter den Juden Italiens eine unbestreitbare, erfreuliche Tatsache." Linen erheblichen Anteil an der Lrwcckung des italicnisehen Judentums zu nationalem Leben hat unser in Florenz erscheinendes italienisches llrtidcrorgan „Israel", Uns seit jeher ein sehr erfreuliches Bild bietet, Der Emst, mit dem die wichtigsten zionistischen Probleme Im „Israel" be'niuklt werden, Ist nuislcrjjültijr. Einen großen Raum nimmt in der Zeitung die Berichterstattung aus Palästina ein. Ois IVhtt enthalt prinzipielle Aufsätze über Probleme des Pil.istinj. Aufbaus, ebenso wie geistige und literarische Betrachtungen. Auch das Leben jüdischer Masscnsiedlungcn findet im „Israel" eine ausführliche Darstellung, Zionistische Tagungen in allen Ländern finden Im „Israel" breite und kritische Würdigung, Wenn der „Israel" der Ausdruck des zionistischen Lehens In Italien Ist, so kann man nur feststellen, daß die italienisch. zlonislischc Organisation trotz ihrer numerischen Kleinheit neben den besten zionistischen Landcsorgauisationcn genannt werden kann. * In dem Frankfurter „Jüdischen Wochenblatt", dem Organ der Achdulli. befaßt sich an leitender Stelle Dr. Ernst Simon unter dem Titel „Palästina-Konkurrenz?" mit der letzten Palästina-Konferenz der Agudas Israel. Der Verfasser würdigt die Bcdrutuiif der Kiirs.lndenini; der Aj-mln, die an Stelle de* Oh" das „Wie" der P-iUstlna-Arbcit in den Vordergrund der Diskussion rückt. In bezut; auf dies« „Wie" charakterisiert der Verfasser den Unterschied zwischen der nationalen Arbeiterkolonisation, die allerdings von der religiösen Tradition sich entfernt hat, und der städtisch-kleinbürgerlichen Kolonisation, die nicht zur Bcrufsunischlchtunß neigt, dafür aber in höherem Maße tradillonstrcu Ist. „Diese Gruppierung — fährt Dr. Simon fort — bedeutet für das Gesicht des neuen Palästina eine ajußerordcntliclie Gefahr. I!« müßte umgekehrt sein: die Träger der Thora müßten von Ihrer radikalen sozialen Gesinnung und von ihrer Liebe zu unserer heiligen Sprache erfüllt sein, sie müßten die seihst Arbeltenden und die selbst Sprechenden sein. Dann dürfte man um das Schicksal der Tr.idllion In Palästina ohne Sor^c sein, dann könnten ruhig die Händler und Kauflcute fern von Ihr leben, Ihr Oelst, der sich den lebendigen und fruchtbaren Kräften des heiligen Bodens und der weise machenden Luft des heiligenden Landes wieder vermählt hätte, ohne sich aber mit diesen Elementen nlcieli/uncl/en, ihr Ocht würde die locker aufsitzende fjcscllschafttichc Oberschicht allmählich durchdringen. Heule ist es fast umgekehrt, und das diskreditiert nicht nur die Thora in den Au<zen unserer Arbeiter, das setzt sogar ihrer Herrschaft die größten gesellschaftlichen und ökonomischen Hindernisse in den Weg. Wir ejauben, daß dieser Gesichtspunkt für dic Wirtschaftspolitik jeder gcsctzeslreucn Organisation in einem ganz anderen Grade maßgebend sein müßte, als «las bisher der Fall war. Die hier angeführten Fragen sind, soweit wir sehen können, von der Palästina-Konferenz der Agndas Jisrocl mit keiner/ Wort gestreift worden. Im Oeqcntcil spricht eine der voi dort gemeldeten Tatsachen dafür, daß man geradezu cinei entgegengesetzten Kurs clnm<chlae;cn beabsichtigt: man Im Davis Trlctsch zum wirtschaftlichen Sachverständige! lictcllt Es Ist schwer, das sachliche Motiv zu erkennen, das dicket Wahl zugrunde liegt... Wir können uns nicht denken, dat die Agndas Jisrocl, dic eben am Beginn ihrer Palästina-Arbeit steht, sich bereits weltanschaulich und wirtschaftspoli'iseb auf ein bestimmtes SIcdluncsproRrimm fcsterelcat hat. Sotltr das, was wir dringlich hoffen, wirklich nicht der Fall «cm so wäre die Pcstleguiirr auf dic Person des Herrn Triebet ein Innerer Widcrsnruch, der nur aus dem Motiv der Konkurrenz erklärt werden könnte. Ist es wirklich mii uns Inden schon so weit gekommen, daß jemand Wittschills Spezialist der Agndas Jisrocl werden kann, nur weil es e< in den zwanzig Jahren bei den Zionisten nicht geworden Ist?" * Im New Yorker „Jüdischen Volk" befaßt sich Dr. seh. Bernstein In einem mit „Ein zionistischer Volkskongreß" betitelten Artikel mit der Fr.vc, warum die letzten Zlonlstcnkongrcssc im Gegensatz zu den ersten von Herzl einberufenen einem verhältnismäßig gcrinTcn Interesse In der jüdischen Öffentlichkeit begegnen. Bernstein betrachtet es als wichtige Aufgabe, den Zlonlstcnkongrcß wieder zu einem Volkskongreß zu gestalten. V' verlang», daß der uächote Kongreß „wiederum den Ghtihen befestige". Der Kongreß muH wieder dic Seele des Jüdischen Volkes und des Aufbauwerkes in Palästina werden. Der Kongreß muß aufhören, chic Stätte zu sein, dem einzelne Fraktionen und Partelschattlcrungen Ihre Soudcrinteressett imter Hintansetzung der allgemeinen nationalen Interessen um jeden Preis durchzusetzen versuchen. Eine Reform des bisherigen Schekelsystcms hält Bernstein für überflüssig. Jnffnorangcn-llnndcl, Im Dezember wurden direkt nach England, größtenteils nach Llvernool und Olasgow, l$34tW Kisten falfaornngen verschifft. Dic Preise bewegten sich Im allgemeinen zwischen 12/- und 13/— per Kiste. In Aegypten stehen die Preise niedrig, zwischen £E 8 und 9 per Tonne. (Ziko.)