Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 22 (17.3.1925)
- Date
- 1925-03-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 22 JUEDJSCHE RUNDSCHAU Seile 201 Reklame und Propaganda Von Sch, Ooretlk, Unlängst haben die In Polistin» massigen Jüdischen SjhrllUtcMcr einen sehr warmen, vornehmen Appell an Ihre Kolltfien, die jüdischen Schriftsteller der Ranzen Welt, gerichtet- Sie versammelten sich an einem stillen historischen Pliir, haben dort eine ergreifende Rede Usslschklns angehört und beschlossen nun, sich mit einer Kundgebung an die irisch-literarische OcffcntltchkeK zu wenden und sie auf. lulordcrn, der „Erlösung des Bodens" durch den Kcren Kijtmcth Ihr eifriges Interesse zu widmen. Auch Dr. Jose) Klausner hat darüber geschrieben und beklagt, daß sich 41; jüdische Literatur in der letzten Zelt nicht stark genug Ihrer Mission bcwuDl tat. Er erinnerte an die trüberen jilire, wo ein Aufsatt von Achad-Maam die Ocmülcr so stark bewegen konnte. Ach ja, In früheren Jahren I Die Literatur »ar auch damals nicht groO, sie hat keine Riesen hervor« gebracht. Aber die Wärme des Qlaubens und des Ocfühls, i\t schlichte Vornehmheit, die tapfere Ucbcrzeugung haben die große Wirkung ausgeübt auf den schlichten, nachdenk. liehen, mit einem stillen Pathos begnadeten Hcrzcns-Zionlstcn wn damals. Das russische Judentum stand gefestigt da, reich an Inhalt und Stolz.- Wie nahm man doch seelischen «Kl geistigen Anteil an den Polemiken der Prominenten des jüdischen Schrifttums I Da kommt z. ß. Berdltschcweskl und bemüht sich, den Nlctzschcanlsmus und den Traum vom ijcbermcnschcn dem jüdischen Leser beizubringen, aber Acliad-Haam will nicht in diese Pente schwelten, denn er finde: die Legende vom Ucbcrmcnschcn — allerdings ändert jeirtet — auch in der Nähe von Jakobs Zelten. Und Nletziches Helden stellt er unseren grollen genügsamen Rabbi Chanina gegenüber, von dem die göttliche Stimme verkündet: „Die ganze Wc.t hat ihre Existenzberechtigung nur In Chanina, und Chanina mein Sohn begnügt sich mit, einem kleinen Maß trockener Früchte für die ganze Woche." .... Da hat man sich gefreut, in den wo'nynlschen und podo tischen Jüdischen Städtchen unseren Chanina trium-h'eren zu sehen über don westeuropäischen Ucbcrmcnschcn. Man konnte wiche Freude gcnleOen, well die Welt überhaupt und auch dir Jüdische Welt noch nicht so verwahrlost war, min konnte •Ich nach erinnern, solche heiligen Männer gesehen oder «eiligsten» von ihnen gehört zu haben. Inzwischen Ist das russische Judentum zerstört worden, zählt nicht mehr. Chininis sind jetzt nirgends aufzufinden, auch bei uns Juden nicht Einer nur ist da in der Welt, er wohnt in Kalkutta und heißt Oandhl. Jawohl, die früheren Jähret Die Jüdischen Zeitschriften und Bücher von damals, die man so ungeduldig erwartet hat, waren auf schlechtem Papier gedruckt und noch schlechter tin;> .indcn, aber ein feines seelisches Aroma strömte aus ihnen und berauschte die Menschen. Wie vieles hat sich seither geändertI Wir haben groß« technische Erfolge aut dem Qcblete des Druckens und Einbinden» erzielt, aber das Aroma ... das fehlt Die Bücher üben keine Wirkung mehr aus, sie liegen da ausgebreitet, sogar m Luxusausgaben, aber Kalte strömen sie aus: „Unsere Seele Ist leer und nichts ist drin." So sollte doch eigentlich die Hauptsorge der Jüdischen Schriftsteller die sein, eine wirksame, gedankenreiche, arrr Erhabenen sich berauschende Literatur zu schaffen, um auf das Jüdische Leben, auf den Juden zu wirken. So sollte doch die Hauptbcmühung die sein, wenigstens In diesem Tempel nur die reine Wahrheit walten zu lassen, die Liebe mm wirklich OroOen tnd Bedeutenden zu erzielen. Nun, da die palästinensischen Kollegens es doch für richtiger und notwendiger hielten, diesen ihren Appell vcröllentlichen tu lassen, so Ist es vielleicht angebracht, einmal einer Betrachtung zu unterziehen, welchen Umständen im zron'stljchen Üben und in der zionistischen Praxis wir es zu verdanken kaben, daß viele Schriftsteller — und nicht solche allein — «iit einem Wort, warum viele, für die der Zionismus eine «eüiehc Passion gewesen Ist, die dem Zionismus Immer «dient haben, glauben, sozusagen sich zurückziehen zu müssen. Welcher Art sind die Methoden, die Manieren des Zionismus in der Nachkrlegs-Dlaspora, daß viele Anstoß daran finden, Mi trotz der großen Erfolge, die der Zionismus aulweisen l»nn, eine seelische und geistige Depression, eine Innere ^lufrlcdcnhclt sie in die Schmollwinkel treibt? Ich suche nach einer paKundcn Formel, denn es Ist gemein schwer, wenn man kein Apologet ist, kein „Hcdad"- Mtnsch, über zionistische Probleme zu schreiben. Wozu Kritik f*en an dem einzigen, was wir noch haben I Aber nicht an i(n Zionismus wollen die Unzufriedenen Kritik üben,' sondern 13 dem Ungesunden, das sie in den angewandten Methoden n tchen glauben. Wollen wir, um »ins aussprechen zu können, die innere •aadlung, die der Zionismus durchgemacht hat, hauptsäch- "{h darin erblicken, daß er vollständig die ernste, tiefe Pro jj'Sanda aufgegeben oder doch sehr vernachlässigt und sich I'eklame zugewendet hat. Welch gewaltiger Unterseh'cd I m ist es zuzuschreiben, daß der Zionismus um viele" geistige 6f* seelische Reize gebracht worden ist. Unter Propaganda at Ju verstehen das Hervorheben des Substantiellen, so daß, man auch nur über Vokale Angelegenheiten des Zlonlsfu» spricht oder schreibt, der hohe Berg doch Immer sichtbar f k'gcgen hinterläßt das Wesen der Reklame den Eindruck -*r hohlen Phrase-, sie läßt sich höchstens organisatorisch ptf technisch verwenden. Oandhl z.B. schreibt für seine '«er oft Aufsätze über die alltäglichsten Sachen, aber immer 'Weht er sie In Zusammenhang zu bringen mit hohen rn.cn des Oelstcs, Immer spürt man den Hauch der großen £cc- Das Ist Propaganda. Propaganda heißt auch, den .0flcn eines ernsten Ocgners die Ohren zuzuneigen, Reklame °" berauscht sich schnell und leichtsinnig an der Schmeichelei .7*1 Reverenz ein:.* Neophyten, der dem Zionismus seine J^wng zollt, weil der Zi.u::mus jetzt hoffähig geworden 1 und so,7ar eine gewisse Rentabilität besitzt. Mich hat das Buch von Leopold Weiß „Unromnnllschca 7"8tnlnnd" — ein solch ungerechtes Buch dem Zionismus ^enüber — trotzdem beinahe ergriffen, und Ich habe viel '"gedacht über das Schicksal einer orientalischen und »Mischen Seele, die sich nur bei anderen ausleben kann. «hat-1-- .... -----1-- ----... j.n .f.. lu mir zu henkln gegeben, wieso es möglich Ist, daß ein nach Palästina kommt — ein ernster Jude — und seine BrfiHeMk>nen empfängt er nicht In den Siedlungen seiner ttto * *0K,e™ bei den Arabern. In diesem Buch habe ich u wie «ine Antwort gefunden auf das Problem Jakob de Ha« und dessen tragischer Seele. Dagegen haben mich die apologetischen Rclacbcschrelbungen von einigen Salon- und EdclzionUtcn, die es lieben, neuen Ideen einen sogenannten Höflichkeitsbesuch abzustatten, kaJt gelassen. Wenn Ich so empfunden habe, Ist es deshalb, well Ich den Weg der Propaganda gegangen bin und nicht den der Reklame. Daß das Ewige durch das Tägliche, das Unendliche durch das Endliche durchleuchtet, das nennt man Propaganda. Propaganda läßt geistige Auseinandersetzungen zu, Ist mutig Im Kritischen, liebt Aufrichtigkeit und ein leidenschaftliches Wort. Reklame mit ihrer Tyrannei der Geschäftigkeit Ist elfersüchtig, fordert Disziplin und Oehorsam in Dingen, wo dies unzulässig Ist, ist Immer bedacht auf den vermeintlicher» Schaden, den eine offene Auseinandersetzung anrichten könnte. Von den noch nbrl'f gchlii-bciicn Vorräten der Propagandazclt des Zionismus zehren noch bis heute die paar Leute, die die Welt bereisen, unt das für den Zionismus notwendige Ocld aufzubringen. Die Reklame aber lut den Zionismus talentlos gemacht, hat sein geistiges Niveau herabgedrückt, hat ihn zu einem Stammler gemacht, wo er doch früher so wunderbar schön reden konnte. Oercchtfertlgt nach der Meinung vieler Ist diese Wandlung dadurch, daß der Zionismus gezwungen war, all sein Denken und Tun auf das li.iinzJcllc Moment zu konzentrieren. Um des materiellen Erfolges willen mußte er die stolze Fahne der wahren Propaganda zusammenrollen und die der Reklame flattern lassen. Aber es Ist dadurch nur Schaden angerichtet worden. Man soll sich nicht in einer Illusion wiegen, als hätten die Zionlstcn große materielle Mittel zusammengebracht. In Brooklyn kommen an einem Abend ein paar Juden zusammen und zeichnen eine halbe Million Dollar lür eine Jcschiba. Die Jüdischen Zeitungen In New York bringen es ihren Lesern ohne die mindeste Aufmachung zur Kenntnis. In einer kleinen Stadt In der Nähe von New York wird im Handumdrehen l"/3 Million Dollars für eine Synagoge gesammelt. Wieder nur eine kleine Notiz In der Zeitung darüber. In Toronto (Kanada) werden In ein paar Tagen 100000 Dollar für jüdische wohltätige Zwecke gesammelt, das ist die Hälfte fast, was die Kcren Hajes oJ- Kampagne In Kanada aufbringen wird. Aber um diese Summe aufzubringen, welchen Apparat muß mau da In Bewegung tic-1/i.n, Redner und Agitatoren uns Europa müssen herüberkommen, Um die Kcren Hajcssod-Kampagne In den Vereinigten Staaten einigermaßen erfolgreich durchzuführen, muß immer Wcizmann zugegen sein mit anderen Prominenten aus Europa. Die gesammelte Summe für die letzten Jahre ist unbedeutend im Vergleich zu dem, was das Jüdische Amerika hätte leisten können. Et sind keine Seelen aulgerüttclt worden, es Ist keine heroische, opferwillige Stimmung unter den Juden Amerikas erzeugt worden, deswegen sind auch die wahren materiellen Erfolge ausgeblieben. Dem Zionismus Ist es leider nicht vergönnt gewesen, für das Aufbringen der notwendigen Mittel eine Poms zu finden, die glctehzeititf auf die Seele erhebend wirkt, eine stille, fromme, innerlich religiöse und feierliche Form. Tausend Bettclmönche, indische Manche — Pcruschlm —, wäre bei uns co etwas möglich, hätten vielleicht dem Volk don stillen Enthusiasmus beibringen können und viele große Summen dabei gesammelt. Warum ist es dem Zionismus n.clit geglückt beim Aufbringen der notwendigen Mittel für seine Ziele den Weg der wahren Propaganda zu gehen und nicht den Weg der Reklame? Der Weg der wahren Propaganda schallt jene ideale Atmosphäre, jenen seelischen Elter, der Chaninas, Heilige in ihrer OenOgsamkelt hervorbringt. Der Weg der Reklame aber Ist an Kompromissen reich, dagradlcrt den Zionismus zu rein mechanischer Tätigkeit. Die Imponderabilien werden vernachlässigt, eine Ideen- und Oclstcsvcrarmung tritt ein, Seelen gehen dabei zu Grunde. Die Freude an den edlen Experimenten dort drüben In Palästina wird erheblich vermindert, wenn hier Im Oaluth der Zionismus fast verlernt hat und nicht mehr die nötige Kraft besitzt, eine moralische Wirkung auszuüben. Der falsche Messias Sabatel Zcwi hat doch die seelische Stimmung hervorgebracht, daß unzählige jüdische Ocmcindcn auch In Deutschland das All tiip.llchc vergessen haben, ihre Ocschfllte liquidierten und bereit waren, nach dem Heiligen Lande zu gehen. I>cr Zionismus aber, der doch ein Erlöser des Jüdischen Volkes sein soll, Ist nicht imstande, eine Bodenspekulation, die sich Jetzt breit macht, zu verhindern. Daß er es nicht kann, zeigt eelne große Ideenverarmung. Der Fieberzustand, in dem sich das polnische Judentum jetzt befindet, ist nicht aus Begeisterung an fernen Zielen erwachsen, sondern aus Elend, aus bitterer Not. Die tausendköpfige Menge, die dem guten, sympathischen Jallc bei seiner Ankunft in Czcnstochau so stürmisch zujubelte, war nicht von einer Idee besessen, sondern es waren Juden, denen es miserabel schlecht geht und die einen Ausweg suchen. Qcwlfl Ist es erfreulich, daß endlieh größere Massen nach Palästina einwandern, dennoch Ist es angebracht zu bedenken, daß diese neuen Einwanderer insofern eigentlich Territorialsten sind, als sie, von Panik ergriffen, einen Platz unter der Sonne suchen. Und da die Tore Palfistinas nicht so rücksichtslos verschlossen sind, stehen sie an diesen Toren und warten auf Einlaß. So Ist denn die Jetzige Belebung richtig einzuschätzen als Folge <lc» großen Elends und nicht ab Verdienst der Zlonlitcn und des Zionismus. Inzwischen ist Welzin an n in Amerika angekommen. Vom Schiff noch hat er die amerikanischen Zionlstcn wissen lassen, daß er keinen pompösen Empfang wünscht, und man mußte sich in New York dazu bequemen. Das erste, worüber Wcizmann gleich nach seiner Ankunft gesprochen hat, war der Protest gegen Bodenspekulation, Wollen wir uns einem Optimismus hingeben und ein gutes Zeichendarin erblicken, eine Absage an die Reklame und gleichzeitig eine Unterstreichung des moralischen und sittlichen Momentes, das dem Zionismus Innewohnt? El wäre gut wenn man bei den bevorstehenden Feierlichkeiten Anläßlich der Uni verslts tserftf tnung In Jerusalem alles fernhielte, was Irgendwie als Reklame, als Unechtes anmutet. Schließlich wird die Feier erst später, viel später stattfinden, etwa nach 25 Jahren, wenn die Palästina-Unlversltlt auf die neue Oencratlon mit Stolz wird aufblicken können, nicht nur, well sie tüchtige Aerztc, Ingenieure, Chemiker hervorgebracht hat,, sondern auch Männer, die uns an Jene Zelten erinnern, in welchen die Chinlna» gelebt und gewirkt haben. fallsUnareUe ProL Sir Arlhir Statuier n .L2,"^^!* O.T.A.) Der berühmte englische Physiker Prof. Sir Arthur Schuster hatte am 9. Marz ein Interview mit einem Mitarbeiter des „Evenlng News". Es war davon die Rede, daß der Gelehrte trotz seiner 73 Jahre noch eine so große Tätigkeit entfaltet. Prof. Schuster sagte dem Korrespondenten, er denke noch lange nicht daran, abzurüsten; gegenwärtig beschäftige Ihn Jerusalem sehr, en begebe sich demnächst dorthin, um der Eröffnung der hebräischen UnlvcrsItSt durch Lord Bilfour beizuwohnen. Dal englische Pallslini-Budgel Die „Vosshclie Zeitung" vom 13. Mrtr* bringt ehr Tele- „ramm aus London, wonach englische Blätter das Budget Ii r das engIlsen«; Mandatsland Palästina veröffentlichen. Nnch diesen Veröffentlichungen ist auf dem Papier für die ersten zehn Monate des vergangenen Jahres zum ersten Male ein Uberschuß erzieh worden, der sich nach dem „Daily Telegraph'' auf 500000 Pfund belauft. (Worum es sich hande», wird wohl erst nach Vorliegen der Originalmeldung beurteilt werden können. — Red. „J. R.") Gerneble Aber Slorrs' RQcklrlll i „D£T ar»blsche „El Mukhatnm" verbreitet das OerOcht. dar» Oencral Storrs demnächst zurücktreten werde. Oouverneur von Jerusalem soll der bisherige Jcrusalemer Bürgermclster Nashashfbl werden, wahrend David Ycllfn zum llOrgermelstcr von Jerusalem ernannt werden soll. (Nasha<hibl Ist einer der Führer der gemüßigten Araber und steht In Opposition zu 'der arabischen Exekutive. Die Meldung Ist natürlich mit größter Vorsicht aufzunehmen. — Red. „j"R.") „lulverslly-Nomber" des „New Pilesllat- Anläßlich der bevorstehenden Eröffnung der Hebräischen Unlyers lät In Jerusalem gibt „The New palcstlne" In New York eine Sondernummer als „Unlversity Numbcr" heraus. Bclträpc haben u. a. zur Verfügung gestellt: Lord Balfour, Dr. Welzrnanii, Prof. Einstein, Rablndranath Tagore, Carlton Noyes, der Verfasser des „Ocnlus ol Israel", Sokolow, Reuben Bralnln, Dr. Magnes, Stephen Wise, Achad Haam. Bialik, Ihibnow, Max Brod, Prof. Franz Oppenheimer, Prof. Mittwoch, Dr. H. Torczyucr, Dr. J. Elhogen. Sir Marlin Conwny, Mr». Fnwectl, Hrrhrrl SMrimtlinm, I rllx Worhurg, LlpskyJ Col. Klsch, Prof. Mc/es, Schmarloh Lewin, Prof. Mead, Prof? Putney, Maurice Samuel, Prof. Graham Wallas u. a. m. Die Nummer erscheint am 27. März. Von öiIehOTflsieFarleraeil la PilSslIn» Die Assistenten des vor kurzem zurückgetretenen Direktors des Erzlehungsdepartcments der zionistischen Exekutive Dr. Lurjc, die Herren Azarlahu und Litichltz, die gleichzeitig mit Dr. Lurje ihre Demission gegeben hatten, erklärten sich nun bereit, bis zur Regelung der Frage der neuen Leitung In ihren Actntcrn ausiuharrcn und das Er« Ziehungsdepartement gemeinsam mit dem Schatzmeister der zionistischen Exekutive zu letten. Abel Pain*AosMetlao<j Ii Budapest Der berühmte Maler Abel Pann aus Jerusalem, der yor kurzem die Bibel In Bildern mt überaus groOem Erfolg herausgegeben hat, Ist soeben in Budapest eingetroffen, wo die Zeitschrift für Jüdische Kunst und Literatur „Muft es Jövö" im großen Nationalsalon, dessen Präsident Graf Julius Andrtssy sich über Abel Pann mit großer Begeisterung geäußert hat, eine Ausstellung seiner neuesten Bilder aus Palästina veranstaltet hat. Die Ausstellung wurde von Minister Oraf Klebclsbcrg eröffnet. Abel Pann wird In Budapest von allen Kreisen der Künstler und der Gesellschaft gefeiert Dr. Joseph Patal hat der Kunst Abel Panns Im Zusammenhang mit dem künstlerischen Leben des neuen Palästina ein Sonderheft des „Mult es Jövö« gewidmet. (Zlko.) Die IDdischta Eiiwanderer fa Mexiko Mexiko. (J.T.A.) Mehrere (Y.mdcrt Jüdische Einwanderer versammelten sich dieser Tage zu einer Konferenz, um die Frage der Landansledluurj gcui.in dem Angebot der Regierung zu diskutieren. Der Vorsitzende der Vereinigung ..Zurück zum Lande", Mr. Fcldgrani, führte aus, die nach Mexiko hcrclngestromtcn Jüdischen Einwanderer aclcn wegen Kapitalmangels nicht (n der Lage, von dem Landnngebot der Regierung Oebrauch zu machen. Sic sind gezwungen, »Ich dem StraQcnhandel zu widmen. Die meisten von Ihnen sind erfahrene Landwirte, die in Litauen, Südruflland, Polen, Beßarablcn und Palästina den Boden bearbeitet haben: sie wollen zum Boden zurück. Sie, finden aber keinerlei Unterstützung seitens der großen jüdischen Gesellschaften wie „Ica" und „Hias". Mr. Feldgram führte weiter aus, der Zustand der jüdischen Einwanderer fange an, ungemütlich zu werden. Minister Leon sagte ihm, es Sil der Regierung bekannt, daß seit einiger Zeit zahlreiche Juden Ins Land kommen, es scheine aber, daß sie sich wenig wünschenswerten Beschäftigungen zuwenden. Die Regierung würde ihnen gerne entsprechendes Land zwecks Ansledlung zuweisen und ihnen sonst alle mög-, liehen Unterstützungen gewähren. Das Komitee „Zurück zum Lande" könne sich unter den RcgicrutiTslündcrcicu fruchtbares und anbaufähiges Land auswählen, Die Regierung gibt das Land gegen zehnjährige Auszahlung zu leichten Bedingungen und Ist außerdem bereit, Landwlrtschaltsgcrät, Transportmittel beizustellen und die Frachtgebühren zu erlassen. Dieses günstige Angebot kann aber so lange nicht ausgenutzt werden, als nicht Jüdische Organisationen und Privatpersonen mit finanzieller Hilfe bclsprlngen. Die Konferenz nahm eine Resolution an, In welcher das Erstaunen darüber ausgedrückt wird, dnB die Bittgesuche der Kdlschen Sledlungsgescllsehalt In Mexiko seitens der Ica und las unbeachtet geblieben sind. Es wurde ferner beschlossen, ■n den amerikanischen Oberrichter Louis D. Braudels einen Appell um Hilfe za richten. Ell Komlssar tOr indische Aifielegeihellei Moskau, (J.T.A.) Das Zentralcxcluitiv-K-m'tce der' Sowjet-Union nahm am 10. März einen Beschluß an, die Stelle elnec Instrukteurs für jüdische Angelegenheiten neu zu systematisieren. In den Pflichtkreis des Instrukteurs wird es fallen, die nationalen, kulturellen und legislativen Rechte der jüdischen Bevölkerung wihrzunchni^, für die Schaffung lokaler Jüdischer Sowjet- Verwaltungen In mit Juden dicht bevölkerten Distrikten za sorgen, Gerichtshöfe mit jiddischer Verwaltungs- und Verhandlungssprache, wo nötig, zu organisieren, wie Oberhaupt die Angelegenheiten der Jüdischen Bevölkerung zu behandeln. Am 29. März findet In Prag eine Plenarsitzung des Jüdischen Nationalstes der Tschechoslowakei statt Am selben Tage wird die Konstituierung der Jüdischen Völker« bundllga in der Tschechoslowakischen Republik stattfinden. f 'i ' i .• ' 1 )';V, „ i h1,""'»),'' < 1 1' t!,■' ' ' I » ,- i" ,• L , •< ': ■<!V 'Sv s. i,vi ,i \ ' 'S . 1 >•, ,* ' i 'mi; :>; , ': ' ,t . 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