Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1925-03-13 · Heft 21 (13.3.1925) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 21 (13.3.1925)
Date
1925-03-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2651273-2652691-2652712--17225-3518073
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

S«Uö JQQ JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr 21 Brief ani Palästina D|c Arabische Demonstration tfegen Balfow - Schulfraöen - Peendlgunö des L^clc-Out A.O. Jerusalem, 4, März 1925. Es war tu erwarten, daß flie türmenden 'Vorbereitungen zur Eröffnung der Jüdischer) Universität In Palästina die arobifcltcn Mitbürger In Aufregung versetzen würde«. Wenn man heute Übersicht, was In den letzten. Monaten (ür ein Lärm und — slt venia verbo — für eine Reklame um die Erülfnung der Universität aul dem Skopus sich erhoben hat, 60 fragt man sich, ob das notwendig so hat sein müssen. Es ist sicher nicht« dagegen einzuwenden, daD man der Eröffnung dieses Instituts, deren Bedeutung heute noch gar nicht ab- 7uscliflt7.cn (st, die vielleicht weit .'aber die Landcsgrciucn nijsstralilen wird, einen feierlichen, würdigen Charakter zu verleihen sucht. Es Ist ein verständlicher und ein schöner Oedanke, daß der Mann, dessen Namen in der Deklaration der nationalen Heimstätte steht, mit in den Mittelpunkt der Feierlichkeit gerückt wird. Aber es i«t unverständlich und es war vor allem unnötig, der Sache eine demonstrative und damit ungewollt und unbewußt fast provokatorische Form zu geben. Wir hatten genug Oclcgcnhclt zu erfahren und zu lernen, w|e eine solche Aufmachung auf das grabbelte Lager wirken muß. Wir wissen nicht seit gestern, daß gewisse Kreise der Araber vor keinem Hctzmlttcl, welcher Art es auch immer sei, zurückschrecken, wenn es den Kampf gegen die „Zlonjstcn" und die Balfour-Dcklaration gilt. Auch haben wir bei der Eröffnung des judaisllschcn Instituts mit Betrübnis feststellen müssen, daß ein Teil der arabischen Gäste den Einladungen nicht gefolgt war und keine arabische Begrüßungsrede gehalten wurde. Es liegt durchaus nicht in unserem Interesse und durchaus picht im Interesse Palästinas, daß diese Erscheinung sich am 1. April wiederhole. Vorläufig jedoch tun wir nichts, um die Lage in dieser Hinsicht zu verbessern, vielleicht manches, um sie zu verschlimmern. Die ganze Aufregung wäre zu vermelden gewesen, sie ist unnötig. Wir sind beute nicht mehr so schwach, um dauernd Demonstrationen nötig zu haben, auch nicht zur Touristenzeit. Im Ocgcntcll, sie schaden mehr ata sie nützen. Der unmittelbar fühlbare Schaden wJrd iiiib ~ so nicht zu helfen — diesmal erspart bleiben. Plc Befchlüssc der „arabischen Exekutive", der Leitung des christlich-mohammedanischen Klubs, werden kaum weitere Folgen haben. Sic sind wohl auch mir als Mittel zur Aufpeitschung der Massen gedacht Denn sehen wir näher zu: Der Protest au den Völkerbund ist nicht der erste. Und er hat diesmal weniger Grundlagen als je, denn de facto geschieht niemand ein Unrecht, wenn die jüdische Universität in Jerusalem feierlich eröffnet wird und dazu eine englische Persönlichkeit ersten Range« ins Land kommt, die gewiß keinerlei feindliche Absichten gegen irgendeinen Teil der palästinensischen Bevölkerung hegt. Der Plan, die arabischen Zeitungen mit schwarzem Trauerrand herauszugeben, dürfte auch keine zu große Bedeutung haben und wenig Eindruck machen. Der „Generalstreik" schließlich, den die arabische Exekutive beschlossen hat, schießt sicher am Ziel vorbei. Denn man wird ihn kaum füllten.' Die Eisenbahnen werden fahren, das Telephon wird arbeiten, denn sie liegen in den ] linden der Regierung. Die Kraflstationcn von Ruthenberg werden elektrisches Licht liefern. Ein Teil der arabischen Dctailiistcn wird vielleicht ihre Läden schließen, der materielle Schaden trifft sie selbst. Aber auch wenn die Beschlüsse ernsteren Charakter trügen, Ist kein Orund zu Besorgnissen vorhanden. Die Regierung ist daran interessiert, daß der Besuch von Balfour und die Eröffnung der Universiliit ohne Störung verlaufen. Sic wird deshalb mit nllcn Mitteln für Ruhe und Sicherheit sorgen. Da wissen alle im Lande. Und deshalb wird man ver- 'mutlich nicht einmal den Versuch unternehmen, zu stören, es sei denn mit unschädlichen Demonstrationen, Mitteln wie schwarzen Rändern um die Tagcsblättcr und Ladenschluß. Wir sollten uns aber damit nicht zufrieden geben. Es ist nicht nötig, daß wir selbst durch Unvorsichtigkeit, Sorgkxigkeit, blinde Begeisterung und Unverständnis für die Gefühle der Mitbürger zur Verschlechterung der Atmosphäre bei, tragen. Wir verstoßen damit gegen unsere eigenen Interessen, die die Interessen eines ruhigen, friedlichen Palästinas sind. Wahrend man die Eröffnung der Universität vorbereite», Ist der Kampf um den Ausbau und die Aufrcchtcrhaltung unserer mittleren und unteren Erzichungsliistltutc noch nicht zum Stillsland gekommen. Nach der Beilegung der Konflikte «vischcij Lehrerschaft und Erzlclni|igsdeparlcmcnt Ist die Lage kaum besser geworden. Ist auch ein Teil der Gehälter gezahlt worden, so hat doch der Waad Leun» seinen Verpflichtungen zur Aufbringung des Scptcmbcrgchaltcs noch nicht nachkommen können. Vor allein Ist Jedoch eine Besserung auf die Dauer und eine Daslerung des Erziehungsbudget» nicht gesichert. D|e Streikdrohung besteht wieder oder noch immer und wenn auch zu erwarten ist, daß die Lehrerschaft sie picht verwirklichen wird, so Ist doch eine gedeihliche Arbeit •' unter eolchcn Verhältnissen schwer durchführbar. Es bleibt abzuwarten, ob es der neuen Leitung des Erzichungsdeparte- Heils gelingen, wird, die Dingo zu ordnen und eine ungestörte Arbeit zu sichern, die mit der neuen Alijah tSgllch dringender und wichtiger wird. Unterdessen versticht die Lehrerschaft die Initiative zu ergreifen, um die Erziclningsarbcit zu vqrbrcitprn und zu stärken. Der Plan eines Verbandes, der die hebräischen' Lehrer aller Länder umfassen soll, geht seiner Verwirklichung entgegen. Dieses Projekt hat zuerst eine organisatorische Bedeutung, indem zum ersten Mal alte Kräfte, dlp an einer Erziehung im Sinne der nationalen Renaissance arbeiten, lusamincngcfaßt werden. Weiterhin wird die Möglichkeit ««geben, gemeinsam für entsprechende Lchrn|«iio, für die Herausgabe von Schulbüchern zu sorgen, 'an denen licutc noch großer Mangel herrscht. Vielleicht bietet sich auch die Perspektive, durch diese Zusammenfassung,'neue f|nan- ■a«ne Quellen Im OaIu»|i für die Erziehungsarbeit in Palästina, w erschließen. Ob sie bedeutend fein werden, Ist freilich »» bezweifeln, da unsere jüdischen Sclinjcn im Anhand ja »Mh nicht gerade aus dem Vollen rthöpfpii. In den schweren Verhältnissen, in, denen das Schulwcrk palästinensischen Schulen glclchui/lßlg von dieser Jüdischen Erbschaft profitieren müßten. Damit 6cluw>U also der Anteil der Juden au den 100 UlK) £ nuf 500UQ zusammen. Jetzt kam es darauf an, diese Gelder möglichst sinngemäß ztt verwenden, um so den größten Nutzen daraus zu ziehen. Da» Errlchtings'dcpartcmcnt der Regierung beschloß, für die Araber eine landwirtschaftliche Schule in Tul-Kcrcm, für die Judcii ein Oy in uns I um in Jerusalem zu errichten. Dieser Beschluß hat begreiflicherweise eine große Aufregung Im Jlschuw hervorgerufen. Man hat sich schließlich schlecht und recht in die Kommciiticrung des Testaments Kndoorics gefügt, und sich mit der Hälfte begnügt, aber es Ist schwer einzusehen, daß die palästinensische Judcnhcit heule dringend ein Gymnasium In Jerusalem braucht, während die Araber auf eine landwirtschaftliche Schule angewiesen sind. Der Pclhtch mit seiner Jahnlmlerte alten Daücrntradilion bekommt «eine landwirtschaftliche Erziehung, der Jude soll sich weiter mit den wenigen Platzen in Mikwch-Jisracl begnügen. Wir haben nichts gegen eine LarHhvIrlRChaftsschtilc für Araber, aber wir wollen nicht als Gegenwert ein Gymnasium in Jerusalem, sondern ein zweites Mikwch-Jisracl In Galiläa. Zudem verlautet cü, daß das neue Gymnasium |n starkem Maße von der Regierung abhangen soll, sowohl im Lehrplan wie in der Lchrcrnnslelhiug. Diese Aussicht trübt noch die Perspektiven, denn gerade auf kulturellem Gebiete ist uns die Autonomie von entscheidender Bedeutung. Die Bekanntmachung der Regierung, daß ein Absolvent des palilsllncnpreoocoebau In der agudlstisclien Presse wendet sich Dr. Nati». Birnbaum In einem „Bitte Bremsen" betitelten Am",/' gegen die neue Pnl As tl na« Pol i 11 k der Apudi Israel piid kommt dabei auch auf den „Palästina-lauituw In rv>lcn zu sprechen, Birnbaum schreibt u, n.: ,,l)le Zlonisten, die ja die Oelster riefen, sind stutzig S( worden und rufen — übrigens nicht zum erstenmal in ,1; let/ten Jahrzehnten — ganz ernste Warnungen In die Weit hinaus: Pfc turbulente Auswanderung, aul Ulchtpläubb kclt und Spekulation beruhend, und von den BodcnvcrkäuterÄ gründlich ausgenützt, bedrohe das Kolouisalloiiswcrk selbst i» seinen Fundamenten. Und sie verlangen von ihrer Organisation de» Mut, gegebenenfalls auf Popularität zu vcr/lchtrn \:\ glaube noch Immer vielen aus dem llcr/en zu (,prc*c|lc 1 wenn Ich sage, dal) sieh die .Agudas Jlsrocl' diesen Mut7r,i lfu,!i;i .......ßle. Vielleicht wendet man mir ein , lt***" 'i i nur, weil die rege PalästlnatiitiRkei( vt* "" Nlctitjlonlsf.cn, namentlich der ,Agudas Jisrocl', sie erschrecke recht leisten muri Zlonisten warnten nur, weil (? — Kcd. ,J.!<.-» wann ist meine Antwort oaratif: Seih-t wenn solche Furcht vor der Konkurrenz bei den ZionikWn mitspräche — von mehr als mitsprechen kann keine Rede sein — so Würde sich eine dem augenblicklichen Palästina rumiiicl nicht wehrende .Agudas Jisrocl' doch mit der lädier' liehen Schuld belasten, daß sie In einen Wettbewerb tun ch> offensichtliche J»lcitc eingetreten Ist. Denn die Ucdrohlichke', der gegenwärtigen Vorgänge in Palastina bleibt eine Tatsache ob nun die Zionlstcn wirklich im sie Klauben ode KaiiiiiiiiutmuiK utr hcki«i'iii|{, u.uj ciimusxivuui uib paiu.inn.ili , , ,' - . frU,i|i»tMI P« blcli t Talsirhr slschen Gymnasiums nicht ohne Sondcrprflfung an der Schule «» Quirns is'roefufraüs tätigX angeseäe. für Rechtswissenschaft aufgenommen werden kann, bat ein PuMstiiiaarbclt sehr Interessierter Manu in eiuci übriges getan, um die Stimmung zu erregen. Es bleibt p0ic„ q,, mjcli |„ die Worte faßt: ,Was soll man fraglich, ob der Protest des Jischuw und die Forderung des Oalil nach einer Landwirtschaftsschule Erfolg haben wird. ob nun die Zionlstcn wirklich an sie glauben oder nur so tun' rih cl/» an et/» flrlt«,M#.n I?ü hl^üit T^le^«|jQj^ W3S eill \u ncr und für dic einem Briefe aui . man zu dem l"re>. Israel-Hummel sagen? Da droht ein großes Unglück'." rstc K stimnr ««» »;•; die ijl < ,J die •' < hob; (V," r rrhV 1 lt rnt«>'' rJen *,: ' Nach drei Wochen des Lock-Oitt und Streik in Tel- Awiw wird licutc der Konflikt zwischen dem Arbeiterrat Jaffa und den Arbeitgebern beendet werden. Wir kannten bereits längere Arbeitseinstellungen im Lande, z. B. den Tischicrstrcik Ini Vorjahre, der nahe au 2 Monate dauerte. Jedoch ist der Lock-Out in Tel-Awlw, wie wir bereits vor zw?.'} und drei Wochen auscluandcrgcsetzl haben, vor allein: dur.-h seinen so;'|alpo!illt,clicip und ulcjit nur durclj seinen wirtschaftlichen Charakter bedeutsam." Von diesem Gesichtspunkt aus kann man bereits aus den Nachrichten, die vorliegen, Schlüsse über die Tolgcii des Lock-Qut ziehen. Die offizielle Beendigung des Lock-Out war clßcnllich nicht viel mehr als die Sanktion des bereits Bestehenden! Denn er begann in der letzten \Vocbc bereits Im Sande zu verlaufen. Jeden Tag kam einer oder c|nlgc der Unternehmer mit dein Aibellerrat Jaffa über die Bedingungen ühereln und jeden Tag wurde in einigen Baubetrieben mehr die Arbeit wieder aufgenommen. In dem Vertrag, der heute von beiden Selten unterschrieben wird, sind folgende Bedingungen festgesetzt: 3$ Piaster Arbeitslohn pro Tag, Achtstundentag, Zahlung von Steuer au die Krankenkasse und Einstellung von Arbeitern durch daB Arbeitsamt des Jaffner Ärbclterrats. Lieber die Z:i1ihii|t; der Streiklago. ist noch nichts Ocuauc* bekannt. Ofcsc letzte Bedingung ist zwar von Avichtlgkelr, da die Entscheidung notwendigerweise einer Seile materiellen Veiliist brincen nmß." Jedoch Ist die prinzipielle*'Bcdciitiimi der Streikfolgcu schon aus den anderen Bedingungen ersichtlich. Die Anerkennung des Arbeitsamtes als dem' alleinigen Arbcit'svcrmi|tler ist ein wichtiger Schritt' auf dem Wege zur Organis|eniurr des Arbcltsuinrktcj. Heute ist diese Lösung eine provisorische. Denn >lc umfaßt nur Tcl-A>vl\V| und da auch nur einen Tel) der Unternehmer. Die Ausarbeitung des Arbcltsgcsclzes wird die Fragen In vollem Umfang und für das ganze Land zu lösen haben. Moser!ör landwlrlschalilichc Arbeiter - Latil dein Fcbniar-Bcrieht der Palästina-Exekutive «ehrelfct der Bau von Wohnungen fl)f Arbeiter jn den nnf Nationalfondsbodcti errichteten Siedlungen des Kcrcu iinjcssoel zusehends fort. Die Häuser für die jemenitischen Siedler in RIscImii 1c Ziou 6iml fertig unl Vertilge (ür «IIa Errichtung von Küchen und die Komplettierung der Ställe in Klar Uriah abgeschlossen. Die S ülle von Klar Malal sind nahezu fertig; der Bau des Wasserreservoirs in der Mädchcnfariii S che Ii u n a t Ii Borochow und jenes In der Kleinsiedlung M erchaw Ja macht gute Fortschritte; das gleiche gilt für die Slällc In der Kwu/.ah Qcwa und der Kleinsiedlung KfarJcchcskcI. Es liegen Pläne vor für eine Reihe von Ocbümlcn Iii der Kleinsiedlung Telr Adas und <ler an der gleichen Stelle gelegenen Transsylvanlschen Kolonie. Die Erutcansslchtcn P.ilßsliais Im Jacnor 1026 Der Stand der „Afir"-Erntc hat sich bedeutend gebessert infolge der günstigen Witterung des reichlichen Niederschlages, Die Iwxiigcstcigcrtcn Weltmarktpreise für Weizen und Perstc habeii regsten Elfer bei der Saat bewirkt. Ocmüsc gedeihen zufriedenstellend. Vegciablllen hnheii ein wenig unter deut l'rosl gelitlcu. Der Anbau von Kartotlchi und Tomaten wurde ausgedehnt. lp einigen Gebieten wurde Tabak In Pflcgcbeetcn .Tcbautj eine Anzahl von Samenforderungen sind eingelaufen, Die Örangcncrnte »oll etwas über durchschnittlich "leben, die Prcjse sind angemessen. - (Ziko.) Ein CIiiIdz In Itamirj'eB crscliosseo Au« Czcrpowltz wird gemeldet, daß an der pafnlschrttniänlschcti Orciwc einige CI|.Muzlm, .die versucht (inUeip, die Grenze nacli Rumänien ztj Überschreiten, u|ii dann Ober Konstanza nach Palästina zu reisen,' von der rum'inlscl|C|t Grenzwache beschösse» wurden, bc| welcher'Gelegenheit ci|i Chaluz, namens Weinstein, den Tod fand. Die'andcrcii Chaluzlm »wurden verhaftet und 6ehcn 'Ihref'Vcrürte|lqt]g durch pln rumänisches MIHtärgerieht entgegen. (Ob es steh um wirkliche „Chaluzlm" tiaiidclti ist noch nicht bestätigt. A.d.R.) '' Pas JlauptbürQ des Jüdischer} Nafionalfonds in Jerusalem teilt mit. dali bei dem irtdischcii. Hptipualtoil'ds Im Monat Februar d. J. etwa 22000 Pfund an ppcndci» elngegangeii sind. Dr. Robert Weiß, von dem allerdings nicht klar ist ob er noch der Zionistischen Organisation angehört oder o!> er ein von der Agtidah wirklich legitimierter Sprecher in schreibt in einer Besprechung der rraukfurlcr Aguda-Ko«! ferenz, die die agmlistische „Jiid. Presse" immerhin ols Leitartikel veröffentlicht, ti. a.: „Noch eines ist ijn Anschluß au Frankfurt zu bemerkt;, Bisher standen die Anschauungen der gcüct/cstrcucu Jmln! in Erc;-|srael nicht nur Im Gegensatz zu den l;iilturni>liti-,ilun Plänen der zumeist nlheUtlsch gesinnten jüdi«clieu Ar. hefterschaft, sondern auch zu ihren rein wirtschaftlichen Bestrebungen, Es war eine der bedauerlichsten Erscheinungen des jüdischen Ocscllscliaftslcbeiis, dal) manche ansonsten thorj. treue luden, die gerade im Sinne der sozialen Oesctzgcbun;, der jüdischen Lehre Verständnis, für soziale Einrichtungen, wie Achtstundentag, Kranken-, Alters- und sonstige Sozi.ilvcrsiclic. rung, haben sollten, In Ercz-firacl die sozialrechtlichcn Rc stiuiinuiigeii der lehre iilcht allzu streng nahmen. Accli da ilürlle, wenn die Org.niisatlou der gcset/eblruicu Ert|. Israel-Arbeiten nfcht übereilt, sondern ver.iniworuiiigr,bc\vuf|t und überlegt vorgenommen vvird, eine Acndcrung der Mentalität vorbereitet Werden können. Denn wenn man den Wiederaufbau Ercz-Isracls ititt <lcr Lehre willen auf sieh nimmt, wird man die sozlnlrccbtlichcn Bestimmungen der Tradition nicht Ignorieren und nicht umgehen können. I loflcm. lieh wird' in diesem Sinne die positive Pahislinapolitik der Agudas Jlsrocl von den Fehlern einer anderen Orgaur-ali«« gt'set/csliTiier Juden bewahrt bleiben. Denn «s j-ibt nur eine Mfigllchkelt, auf Andersdenkende einzuwirken: diireli die ilaikti-'c ungeschminkte Ehrlichkeit eines Vo'rbildü.-h' führten Lepcns. An dem Tage, au dem die Andersdenkenden In Ercz-lsracl verspüren', was die jüdische Lehre durch ihr« TrJgcr an ideellen , und materiellen Werten zu schaffen vtrmag, und zur selben' Stunde, In der die sozmlrcchllicjien Posttilalc der Lehre prfülit sind, werden Tntiscijdc aurh ru Ihren gottesrecJ)tl|chcii Säumigen heimkehren." Wie übrigens nach wie vor von agiidlslischcr Seite mit niedrigsten und verwerflichsten (sicher weni^ gottfjcf.il ne») Mitteln gegen den Zionismus gearbeitet Wiro, beweis» cui Artikel von clnenj Herrn Alfred Stroh in demselben lililir In diesem Afifsatz wird zuiiiiclist mit licr/gewlnncuder N.iivii.ii von der Frankfurter Konferenz gesprochen, als ob dort ilet Gedanke der jüdischen Palästina-Arbeit erfunden worden wäre, dann spricht er von der Regelung der Immigration, die nni:*b lieh von den Zlonisten „auf* schändlichste für Parlci/.wivl;: mißbraucht" wird, und Jfährt fort: ..... man erklärte, d,iit dieser Zustand ein Ende haben iftull, wenn sie Besiedlung "Hl am toten Punkt angelangt sein soll; es sei denn, daß die Gründung von Holsen cwlstcit u eitern durch 'J'raav plniitieriuig von weiteren Tausenden destruktiver Elemente' nls Wcttvollc Aulliatiarbcit angesehen wird." (>pcr riuigcn von uns. Koiniiientur überflüssig.) * Der Qiiflcnpolitiscbc Mitarbeiter der „Vossischc n Zc|. t ti n r", Dr. Edgar S t e r n l< ti b a r t h . kommt in der außenpolitischen Umschau der „Vossircbcii Zciluug" vom 6. AVIn auch auf die politische Lage in Palästina zu sprechen, lt knüpft an die Aciißerung des Kardlual-Er/hischofs von Westiiiinster, II o u r uc, nu, der es abgelehnt hat, die Bnlf'mr- Deklaration, die von der arabischen Mehrheit bekämpft wird, als eine spezifisch englische Angelegenheit gelten zu lawu und betont hat, daß es sich dabei um eine gemeinsame, von den nllücrlcn und assoziierten Regierungen gutgeheißene uml niemals zurückgenommene Maßnahme gehandelt habe, die 1920 |n San Rcino und 1022 durch den Völkerbund "Ii. fizlert worden «cf. Kardinal flournc hat bekanntlich die l'iw.ulinig ausgei.procheii, d;ill die Probleme, an denen die Kurie bi'clt neiieidinr/,s hesouileri utack tutet<*stert /eiut, w vcrköluiliclicm Sinne gelost wenlcii würden. 0er Mitarbeitet der „Vossischcii Zeitung schließt seine petraclituug: .,f^'«c Aciinerungcn sind um so beachtenswerter, als in der kUkw Zeit ernste Konflikte über die Heiligen Stätten zwischen dem Vatikan und der Mauda|srcglcrting fm Werden schienen." Die Londoner Sonntagszeltuiig „News of t hc World"- bringt folgende Notiz: „Palästina blüht wie ein grüner Lorbeerbaum. Sir Herbert Samuel hat »Ici ms cm erfolgreiche Administrator erwiesen. Palästina ist nur so groß wic'WaK und ein grollet Teil davon besteht aus steinigen Hügeln um Ocdland. Die Juden der ganzen Welt haben seit Kriegende gcgeij lq Millionen Pfund ins Land gebracht, h herrscht dort eine rege landwirtschaftliche und Bautätigkeit. Die fokale Polizei besteht aus nur' 12lXy Mann und 500 britischen Gendarmen, welch letztere sich aus irischen Puristen zusammensetzen und außerordentlich gut ausgebildet sind, ßje Kosten, die Palästina dem britischen Stcuerrahler bereitet, werden stapdlg geringer. So werden sie für »I" laufende Jahr gegen £ OOUOOO betragen. Es gibt in Paläshm einen släpdlgc|i Zufluß von auscrwahltcn lidischen Immigranten, Die Arabische Bevölkerung ist aber sn Zahf die VWf, \w.^ Y*rl|alf|) s, yop ' |lrg3nis:„ , hrsen rüPfii le Fort' illvr r|,li, -.cnl In; )■ jlivc V;'l dt. dic|';i i ,1 woj ' *ndiS'*, ' etner |'; .tivhei i\' Inte' \intr."ic. . -AI . .sieht, ,, Jens < »' ••Hißt fli 'tische. 1 iicdeti (' •sc Aj „nlslise > MIKM V ■ <r die V Iiis i V l^in u ,. i ■ -fi-cne n.r ivlc vi) 11t. I .'ll •che mi .' mpfind;'!'1';!«• Aulll' lt dcti/ . tettt. : rnt Ist1 s ' nlull u-, ' V- * Nunt t*r»em i' 'din^t,: 'mi Ker 1 ). i «kutiv'i ,;'"<> Kerl; in,., VbliimfiiV.' , Je,ieV; die1.;' •tc Kol» 'darf t'vi' 1;iiive d '■glicht'!, u übciti •N.-F.; ' ule h (|, 1 xrktitivi,; xekuti» -urch d 'aultlerd'.X ycttior!';Hc cinj "i-«e in f "lurtiR, .'(• ' "dung,; 'ichlc ä ' 'T.Jnlsi' | '■«•eck, : '»>lle cl1 irc UC Cs i ■u Mfl 1 ••tiirkci Ml), q' ,rmmts' "r die "Uoneii! 'ircr T Htiimt i pAtkuü z i VC|HC : I Uli n!l! '"i'inr-n , i:b, f|" Bu :!it g«;:fKenv» •hutioi!,cs J- \ ■^lenc "UnUt "* de ,'hihrl Hitßrc JKC( iV (' W ge; 2 I

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.