Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 20 (10.3.1925)
- Date
- 1925-03-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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ufifM-^nr* v< ^..«."VM. i—W^P. fette 184 TUEDISCHE, RUNDSCHAU Nr. 20 tungen angegliedert, das zentrale Amt dem Waad Uuml angeschlossen werden. Während aber In dem Punkte, daß ein üesetr, da« die Arbeit regelt, zu erlassen kI, keine Meinung*- Verschiedenheiten auftauchten, kam es zu einem heiligen Zusammenstoß der Ocgncr kl der Trage, wlcdicscsOcsctz aussehen «olle. Line Verständigung war um so schwerer, als sich hier brennende Interessen widerstreiten, die sowohl malcrlcller wie politischer Natur sind. Es bleibe dahingestellt, ob der Unternehmer überhaupt an dem Bestehen eine.« Arbeitsamtes Interessiert lat. VieHcicht ist ihm die trcie Konkurren» »uler Arbeitern, die sieh dabei notwendigerweise unterboten müssen, günstiger und deshalb erwünschter. Derselbe Unternehmer kommt jedoch als Zivilst nach Palästina, Ist somit in einer gesunden und geordneten Entwicklung der verschiedenen Arbcitszwelge interessiert und erkennt, dal) eine Organisierung des Arbeiternirktct die Vorbedingung tör ungestörtes Vorwärtskommen ist. Auf die Dauer erkennt auch der einzelne Unternehmer, daß seinem Privatinteresse ein geordneter Markt ebenfalls zu Nutzen kommt. Aber nun entsteht eben jene Franc: Wer soll diesen Markt organisieren? Der Arbrller antwortet: Wir, da» hell» die allgemeine Arbeiter« Organisation. Er begründet es damit, dal) die Sorge für alle Einwanderer, dk'Arbcit suchen, auf ».einen Schultern lastet und er seine Verpflichtung nur erfüllen kann, wenn er das Instrument In eigenen Händen hält. Aullcrdem aber Ist seine Or« ganlsation sein einziger Schutz undseine einzige Watte. Er will sie nicht aufgeben. Für den Arbeitgeber ist diese Anschauung und die Forderung des Arbeiters ein Ausdruck des Willens zur „Diktatur". Er erkennt die Arbeiterorganisation an, er will auch unter bestimmten Bedingungen mit ihr zusammen arbeiten, aber er wünscht Ihre Einllußsphärc zu verkleinern. Die vom Waad Lcuml einberufene Sitzung hat die Frage der Arbeitsregelung einer Kommission übergeben, die zu gleichen Teilen aus Arbeitgebern, Arbeitern und den nationalen Instanzen besteht. Ihre Vorschlage sollen nächste Woche beraten werden. Zugleich wird die Kommlsswn versuchen, den Loek-Out In Jaffa zu küren und zu schlichten. Damit sind die angeschnittenen Fragen vorläufig Olfen gelassen worden. Die Sitzung des Waad Lcumi beleuchtete die OtgensStze, die — im größeren Maßstäbe vielleicht zum ersten Male — In der städtischen Kolonisation ziwschen Ar« bett und Kapital auftreten. Sic zeigen sich nicht unvcrhtillt und wirken sich noch anders aus als in den entwickelten Landern. Sic sind stark vermischt, verschmolzen, übertüncht mit nationalen Bestrcbung.cn, Pflichtgefühl, sozialen Ten« den/en, Verantwortung für den Aufbau des Landes. Ein Inter« csintei Streiflicht aut diese besondere Psychologie und Anschauung wirft ein Artikel ran Wilbuschewitsch im „Haare*" vom 17. Februar. Es Ist der Aulsatz eine» Mannes, der von den Unternehmern als „wir" spricht, sich diso zu Ihnen zählt, und zur Zeit um lassend er Streiks den Appell an seine Kollegen, die Unternehmer, richtet, sich die La<jc des Arbeiters vor Augen zu halten und mit ihrer eigenen wirtschaftlichen Situation zu vergleichen. Er stellt das zerrissene Zelt des Arbeiters den ansehnlichen Häusern der Unternehmer gegenüber und warnt vor einer Entwicklung, wie der europäischen. Die Streiks und der (jock-Out werden—trotz des grollen Schadens den sie zweite!!»* gebracht haben ~- einen Wert haben, wenn In ihrem Oc'olg wirklich eine Institution gcrehaffen wird, die in Zukunft Konflikte regelt. Es «t abzuwarten, wie ein Schiedsgericht, das keiie /wangsgcwa't hat, sich bewahrt. Ueber die einzelnen Vorschläge zu diesem Punkte werden wir nach der zweiten Sitzung des Waad Lcuml urteilen können. üolianlisdte Zlonlslcnlagang In Utrecht Die zionistische Arbeit In Holland tst seit längerer Zeit «Iiireh die Differenzen zwischen der Leitung des n'cder- ) indischen Zionlstcnbundcs und dem holländischen Kcrcit Hajcssoa-Kuratorlum gestört gewesen. Die Differenzen zwischen «ler Leitung des Kercn Hajessod-Direktoriums, die In den Händen von Herrn Dr. VI c s c r, Mitglied des holländischen Obersten Qcrlchtsltofs, liegt, und dem Bundesvorstand unter Herrn N. de Lieme führten dazu, dnll schon im Frühjahr von 1024 Herr Dr. Vlsser mit seinen nlchlzJottUlischcn Kollegen rcdcnlerm wollte. Er Hell sich jedoch dazu bewegen, die Resignation aufzuschieben und In Verhandlungen mit der Leitung des Zionistcnbundcs wegen Feststellung eines Arbcltsabk-ommens zu treten. Diese Verhandlungen wurden monatelang fortgesetzt, schließlich aber erklärte Herr Dr. Vlncr wiederum, so nicht weiterfahren zu können und aut seine Resignation zurückkommen zu müssen. Unmittelbar vor einer letzten Möglichkeit, diese Demission zu vermeiden, wandle fleh Dr. Wei/manu an die beiden Teile in Holland, mit der Hille, Im Interesse des Palfistinn-Wcrka zu emer {'Milchen Losung zu kommen. Der Appell verlc.httc seine Wirkung. Herr Dr. Visser und seine Kollegen beschlossen ihre Resignation vom Kuratorium des Kcren Hajcssod und verlangten, daß Herr de Lieme seinerseits ein neues Kuratorium zusammenstelle und die Verantwortung für den Kcren Hajcssod übernehme. Die Leitung des niederländischen zionistischen Bundes dagegen, mit Herrn de Lieme an der •"'pltze, erklärte ihrerseits, von der Führung der Gcschifto des Zloniston-Bundcs zurückzutreten und keine neue Wahl annehmen zu wollen. Bei der Qcneralvcrsammlung des zlonlstcii-Buiides, die Im Dezember vorigen Jahres stattfand, erhielt zwar Herr de Lieme für seine Politik cm Vertrauensvotum, übernahm aber nur die zeitweilige Weiterluhrung der Geschäfte und erhielt den Auftrag, nach einigen Monaten eine neue Ocncralversaminlung zwccVs Wahl einer neuen Leitung des Zionbtcn-Bundcs einzuberufen. Die Qcschältc des Kcren I lajcssod-Kiirat irtums wurden inzwischen auch von dem In statu dcmlsslonis befindlichen Kercn Hajcssod-Kuratorium unter Herrn Visser weitergeführt; rtne weit ausgreifende Tätigkeit wurde jedoch nicht unternommen und die provisorischen Verhältnisse im Zionisten- »und, wie Im Kcren Hajcssod in Holland wirkten natürlich aul alte TätlnVcit HhmtmS. Am 1. AAärz hat nunmehr In Utrecht die außerordentliche Generalversammlung des Zionistcii-Bundcs zur Wahl einer neuen Leitung desselben stattgefunden. Die Oeneralvcrsammlung war \v>n Delegierten und Oästcn besucht. Herr de Mime setzte sich in einer ausführlichen Rede namens des wnerigen Bundesvorstands für die Aulrechtcrhallung des der Generalversammlung in Rotterdam genehmigten Kurses gegenüber dem Kercn Haicssod-Kuratorlum ein. Im Qcgcnsatz zu dieser Stellungnahme wurde von der sJruppc van Raaitc eine Resolution eingebracht, welche ein harmonisches Zusammenarbeiten zwischen dem nieder- »nilisehcn Zionlstcn-Buiid tind dem niederländischen Kcren , ',aJcssod-Kuratorlum verlangte. Diese Resolution wurde mit "} gegen 30 Stimmen angenommen. Die Resolution lautet: . »In der Erwügung daß der Zustand der Krlns, oer Arbcltstesigkeit undlustloslgkck* Im Bunde beendet werde, difl der Bunde In eine Sackgasse geraten ist, zum Teil «urch die Annahme einer Anzahl von Resolutionen In der jy'lgen Generalversammlung, In welcher die Portsetzung der "» damals befolgten Politik beschlossen wurde, ,i..ln. 4er Erwägung weiter, daß das Propagieren itonlstischen Prmzlplcn und der Arbelt für Paßsltn* °« erste Pflicht de» Bunde« ist, welche Ober alle «.deren steht. verlangt die Ocncralversanunhing, daß den Ort«- grtrppcn — im Vertrauen aut das baldige* Ziistandckonimcn eines Ucbcrelnkomrocns zwischen dem Bund und dein Kuratorlum des Kercn Hajei-sod — aufgetragen wird, die Aktion für den Kenn Hajcssod In Zusammenarbeit mit dem Ortskomtlcv des Kcren Hajcssod sofort kräftig zu beginnen, ermächtigt den Bundesvorstand mit dem Kuratorium des Kercn Hajcssod das gegenseitige Verhältnis zu regeln auf der Grundlage eines organischen Zusammenwirkens bei der Arbeit für den Aufhaufoudi und erwartet,'dall alle Mitglieder des N/.Il. sich als disziplinierte Ziontsfcn hinter den neuen Bundesvorstand stellen werden, vor allem auch so weit es angeht, d.«e Befolgung der auf dieser Basis neu zu schlickenden Ueber« elnkunft zwischen NZB. und Kercn Hajcssod." Nach Abstimmung dieser Resolution war die Haltung der Majotltät der Konferenz klar. Bei der Abstimmung über die Wahl des neuen Vorsitzenden des Zlonlstcn-Bunclcs wurde Herr Van Raaitc mit 63 Stimmen gewühlt. 24 Stimmzettel wurden blanko ahgegelirn, «Ina aber auf die Anhänger der Politik des Herrn de Lieme zu rechnen. Herr de Lieme erhielt •! Stimmen, und 2 Stimmen fielen aul Prof. Ornstrin, Der mit mehr als Zwcldritlvl-Majorit.it gewählte neue Vorsitzende des Zlonisten-Iltuidcs im I der neue Bundesvorstand werden nunmehr die schwierige Aulgabe haben, d!« Arbeit im Zkinistcn-Bund selbst zu beleben und auch die Kercn Hajer.sod-Tätlgkcit in Hofland zu fördern. Sowohl die hoiHn« dischen Zionisten als auch das holländische Judentum kann erhebliches für die zionistische Bewegung und den Palästina- Aufbau leisten. Zum Tod des Rtlclisprlsldtuten Die Zionistische Exekutive in London sandte folgendes Beileidstelegramm an die Kanzlei des Reichspräsidenten: „Die Eexkutlve der Zionistischen Organbation beklagt tiefbewegt das Hinscheiden des ersten Präsidenten der deutschen Republik und gestattet sich, Ihrer Trauer über den I Hingang dieses grollen Bürgers und Menschen Ausdruck zu geben, der den Bestrebungen des jüdischen Volkes zur Wiederaufrichtung seiner Heimstätte wohlwollendes Verständnis entgegenbrachte." Außerdem hat Herr Sokolow persönlich dem deutschen Botschafter in London einen Kondolenzbesuch abgestattet. Die Heise des Ouerrabblners von Frankreich nach Palästina Unser Pariser Korrespondent ectircibl uns: Nachdem der Obcrrabblncr von Frankreich, Israel L c v y, vor wenigen Wochen noch abgelehnt ha», an der Einweihung der Unlvc s'lü» von Jerusalem teilzunehmen, hat ihn nun eine gewichtige Intervention doch dazu bewogen, sich auf die PcOachfelcr« tage nach Palästina zu begeben. Er wird mit mehreren Vertretern des französischen Zcntralkonslstorliims, der Alliancc Israelllc Universelle, der lea und der Plca schon eine Reihe von Tagen vor Pcßach In Palästina eintreffen und eine Rundreise durch das Land unternehmen. PriL Belkowsky zom FrledeRsrlchter in JatU ernannt Jerusalem. (J.T.A.) Prof. Belkowsky, ein Führer der russischen Zionisten und einer der ältesten Männer der Bewegung, wurde zum Honorar Friedensrichter beim Jaffaer Gericht ernannt. Prof. Belkownky Ist einer derjenigen russischen Zionisten, die vor einigen Monaten in Rufilind verhaftet worden waren, aber dann unter der Bcdln« gung befreit worden sind, daß sie nach Palästina gehen. Zionistischer (iiuppcitverhsitd für Bayern and WOrltembtTfl An der vom Zionistischen Uriipncnvcrband lür Bayern und Württemberg zum 1. März nach Bamberg einberufenen Tagung haben Vertreter sämtlicher zionistischen Ortsgruppen in D»ycm teilgenommen. Es waren außer den Vertretern der llambcrger Ortsgruppe Delegierte aus Nürnberg, Fürth, Erlangen, W ü r z b u r g, R e g c n » b u r j», Mflnch cii und «mlereii kUliieren Orlen gekommen, DesomL'm zahlreich war der Besuch von Selten der Ortsgruppen Nürnberg und Fürth. Von dort war außer einer grollen Zahl Dcltf-icrtcr auch die national Jüdische Jugend in Scharen zur Tagung erschienen. nincn sehr eindrucksvollen Auftakt zur Knnlercnz bedeutete das am Vorabend der Tagung vom Vorsitzenden der Zionisitischcn Vcrekilgunfj für Deutschland Kurt Blumenfeld in öffentlicher Versammlung gehaltene Heftrat über „P a 13111 n a a ii f ba u, zionistische Bewegung und deutsche Kultur". Blunicnlcld brachte In der ihm eigenen umfassenden,, in Allen Einzelheiten spannenden und In der Form eleganten Darstcllungswcisc den überzeugenden Beweis von der Notwendigkeit der Existenz einer politischen zionistischen Bewegung, ohne die eine noch so Intensive Tätigkeit einer bVill materiellen Palästina-Aufbau« Hilfe iiliisorif.ch wäre. Bhtmenfelds Ausführungen wurden mit proflcm Beifall aufgenommen und hinterließen bei allen Angehörigen einen mSrhtlgen Eindruck. In der Diskussion meldete sich nur dir jugendliche Vorsitzende des neutralen Vereins (Splcr) zum Wort, dessen Flnw.lndc der Referent ausführlich und überzeugend widerlegte. Der eigentliche Vcrhnndhingstag begann mit einer Hegrüllnngsanspraclic dc-s Vorsitzenden, in der er der Toten des Jahres gedachte und zugleich dem dahingeschiedenen Reichspräsidenten Ebcrt Worte ehrenden Oedcnkens widmete. Besonders warm begrüßte Dr. Nußbaum den Vorsitzenden der Zionistischen Vereinigung sowie Herrn R.-A. Dr. Alfred Klee, der auch den Verhandlungen beiwohnte. Nach einem kurzen Referat des Vorsitzenden über die Tätigkeit des Verbandes im Berichtsjahr erhielt Kurt IM u in c n tc I d das Wort zu seinein ausführlichen Retcr.it über die zionistische Arbeit in Deutschland. Blumenfcld behandelte eine große Zahl von Fragen der palästinensischen Wirtschaft und ging dann ausführlich aut die Stellung de« Vatikan zu den zionistischen Bestrebungen ein. Seine Ermahnung der deutschen Chafuzlm, neben der fachlichen Ausbildung auch die geistige Vorbereitung nicht zu vernachlässigen, wird nicht ungehört bleiben. Es gelinge eher, sagte Blumenfcld, die MSngcI der fachlichen Ausbildung Im Lande nachzuholen, als die der geistigen Vorbereitung. Zum Schlull forderte er energisch zur unverzüglichen Entrichtung der Zlonistcnsteucr aut, die heute eine ernste Frage der Aktionsfähigkeit der Organisation In Deutschland ici. R.«A. Dr. Klee ergänzte du Reierat Blumenlclds, Indem er ebenfalls die Haltung des Vatikant gegenüber dem Jüdischen Nattonalhctm charakterisierte. Sodann ging er zu Fragen der zionistischen Qcm elndcpoHtik über, die durch die preußischen Verb*adswahJea und angesichts IIH.HllIIIMHfe IUI, utill vt*l*?,j;,]M£lll <U Waiircil aum gab mit seinem Rclerat über die Arbeit zugleich eine Darstellung der günstigen Eni. r zionistischen Arbeit In N 0 r u Ii c r g F Ü r t h der bevorstehenden Würzburger Tagung <jtl bavcrUclicn Ocm c Indc vc rba nds besondere av. Iiialll.ät erhält. Klee bc/clchnctc die passive Neutralität ,jPf Gemeinde in Bezug auf die Aufbauarbeit m Palästina tur imlicrcclill;;t. Die Ocnielndc als Kclnucllc Jüdischen Wcrdcnt habe den Zusammenhang mit dem Voiksg.mzcn zu wahren. Dr. N u II b a u m des Verbandes wlcklung In der ._„_.,„ I'lne erhebliche Ziihl von Nlrht/InnMeii sei für den Kcren Hajcssod gewonnen. Besjiulcrs hob er die lorhchrnicnle llchralslerung der Nürnbcrg-Fürther OfLvrruppcn »\% ein Zeichen zJonlsitschcii Aufsdiwun^s hervor. f>ic Berichte aus den übrigen Ortsgruppen waren, wenn auch nicht gleich günsfig, so doch für die Zukunft Besserung versprechend. Einen breiten Raum nahm in der Diskussen die |fl. dlschc Schulfrage ein. Dr. Bamberg er (Niirnherg*) berichtete über den Stand der iüdUchcn Schnlange'c;v niHt In Hävern und die Schwierigkeiten, nuf die die Oriiuttmig Titlischcr Schulen slolle. Besonders inuchtc er auf die üt- .ihren des Bo e 111 z' s c Ii cu S c h u 1 e n t w u r I e s r.u:tn;r>.. snin und forderte, daß die Wür/burcjcr Ta-rung des hayf. rlschcn Ormelndcvcrhandcs, sowie die prcultische l.amin. vcrsnminlung sich mit dieser Frage eingehend bckcliälin-ft,, Dr. Liebstädter (Nürnberg) verlangte sofortige praktische Maßnahmen zur Oründung jüdiichcr Schulen. R.-A. I>r. Klee beleuchtete die Srhwicrir{kci'.cn bei der U.'wmmiii' geeigneter Lehrkräfte. Er trat für die Hcbun j der sozialen Stellung des Lehrerstandes ein. Der Lehrer müsse sorgcntrci vor «lle Klasse treten. Dis Jugend mfme vvleder mehr für den Lchrfrbcnit interessiert werden. Die Ocmeinilen mülltcn die jq. dlschrn Schulen subvcntloiilcrcii. Kurt I) I u in e n t e I d hthandelte noch die Frage des Nach toigers Herbert Samuels und beantwortete verschiedene an ihn gerichtete Fragen, besonders die der zweckmäßigen Propaganda. Cr empfahl Abhaltung gediegener Vcrans'a hingen, ernste Auisprachen In zionistischem Kreise bei Bctci'iiung von Nichtzhmlsten. Ernsthafte Sclbstcrziehung sei der beste Weg zu propagandistischen Erfolgen. In der^ Nachinlltngssit/ung gab Dr. Max Mayer (München) in Abwesenheit des in leider Stunde verhinderten R.-A. Dr. Ell St raus (München) die ufltijsteii luormationcn über die Frage unserer Stcllum* zur jüdischen Oc« mclndcarbcit und der Würzburger Tagunjr des bayerischen Ocmcindcvcrbands. Dr. Bambcrgcr* trat für möglichste Demokrati*-icrung und Sparsamkeit des Verbandes ein. Das Zweikammersystem sei ünerflüsii-r, die Abschaffun-T des Rates zweckmäßig. H^chsle» Hrfreindeu erregte <lic Mitlelliiii*, daß die Absicht bestünde, «He Legislaturperiode des Vcrl<.niJcs um ein Jahr zu verl.'ingem und tr> dl.* Lßsuii'* wichtiger Fragen, die eine r.is.ne HcIi.hkIIiim'' erfordern, wie etwa die Frage der Rechte der ausländischen J ud c n , hinauszuzögern. Flnc in diesem Ziisnmmeiihnng getaßle Resolution betont die Notwendigkeit engerer Fülilungnahine zwischen zionistischen Gemeindeend Verbandsvertretern und dem Vorstand de» Orupncnvcrbands. Der Sekretär «los bayerischen Grupm uvcfb.tndes Dr. 1. fl wen gart herlchtcle über seine Lrf.ihriini'cii in den kleineren Gemeinden. f*s wurden eile Mft-.lichkeitcn zur Gründung weiterer Ortsgruppen und Rcaktivicrim*» von l>crclls friiher gegründeten erwogen. Auf eine Anregung von Dr. Ludwig Mayer (Nürnberg) bezüglich der Herausgabe einer geeigneten zionistischen Broschürcnbibhothck teilte Kurt niumenfcld mit, daß demnächst ein neues Werk Kupptnt über die palästinensische Kolonisation, sowie eine Sammlung geclcnctcr zionistischer Aufsätze und Reden heratisgegehrn werden. Es wurde beschlosicn, als O rupe n verba nds»1 bei trag 4 M. jährlieh zu erheben. Nach erfolgter tVsharge erhielt bei der Neuwahl der Verbands vorstand folgende Zusammensetzung: Dr. Meinhold Nußbaum. 1. Vorsitzender; Dr. Alexander Singer, 2. Vorsitzender; Dr. Karpf, Kassenwart; Dr. I«aak Bambergen Ferner als Vertreter dsr Ortsguppen: IV. Uli St raus, München, Dr. L. Mayer, Nürnberg, Dr. Welch« «e Ihn tun, Bamberg, Dr. N 0 r n h c r g .Wurzhurg, ferner die Herren M. Oorski (Mlsiitchi), Dr. Liehst .'idtei (Jugend). Paul Orüubaum (Palästlnamt), Dr. Max Mayer („Jüdisches Echo"). Eine Besprechung mit den Vertretern der kleinen ostjüdischen Kolonie Bambergs, in der Herr l'crcl« kowitsch (Nürnberg) das Hauplrctcrat hielt, führte zu befriedigendem Resultat. Man beschloß, weitere Zusammenkünfte zu veranstalten. Ein cigrsnarllges Nachspiel hatte die Tagung uo h am selben ml in dem von der K u 11 u h g e in c I n il c Ii n in b c r g veraiistnllclen Vortrag des Herrn Hauptlchrcr Ditigfclder Ober rrlli'U'tsc Erziehung. In «ler DIs'.un 4on nnelih« R.ihhmer Dr. Eck s| ein (Bamberg) einen vüllitr uncrwailetcii Anjrill auf den Zynismus, der die Ju?cnd verlührc. Zugleich michtc Dr. Eckstein den Bamberger Eltern den Vorwurt, daß sie durch Ihre Abwesenheit beim öffentlichen Vortrag Btumcufclds ihre Kinder schutzlos der Oefahr zionistischer Propigamla ausgesetzt hätten. Dr. Bamberg er (Nürnberg) wies den Angriff zurück und kritisierte das Verhalten Rabbiner Dr. Ecksteins, der trotz seiner Anwesenheit bei Blumcntolds Referat es nicht lür seine Pflicht gehalten habe, seine Einwendungen gegen den Zionismus in öffentlicher Diskussion zu machen. Die jüdischen Fischer aus Saloniki- Sechzehn jüdische Flschcrfnmllleu aus Saloniki, die 60 Seelen umfassen, haben steh zu einer Onipne zusammengeschlossen, um ehe Fischerei- Itidttstile am Mittelländischen Meer hei Akko zu begründen. Das Inventar, bestellend aus Booten, Netzen und sonstigen rischerelgcrälcii Im Werte von VX) X, bringen sie mit «um die Exekutive gewährt ihnen für das erste Jahr ein Darlehen von 725 £. Vir 4»s ortt-iUnie VnWstinft Die Jüdische sozialdemokratische Arbeiterorganisation Poale ZIon veranstaltet Montag, den 16. März, 8 Uhr abends, In den Snlchernsiilcn, Splchcrnstr. 3 (Ifntergruudhalm Nürnberger Platz), eine grolVc sozialistische Kundgebung lür das arbeitende Palästina. Ansprachen halten: Der Reichstes- Präsident Paul Locbc, Kcichstagsabgcordncter l'.sh'ard llcrnstein, Rclchstagsahgeorductc Toni Sender, Alfred Berger, IVw Hos (Pallstina), Dr. Werner I" rau• gtfidtcr, Mciloch Neustadt, Sch. Rudel u. a. Eintrittskarten bei Bote (V Bock, Wcrtheun, Leipziger Straße, In den jüdischen Buchhandlungen und im Sekretariat Poale Zlon, Auguslstr. 17. Berlin. (Oruppe der Zionisten aus dem Osten.) Mittwoch, den 18. März, spricht um 8>/z Uhr abends, Herr Dr. Werner Bloch über „Die ostjüdischc Jugendbewegung". Anschließend Aussprache. Die Mitglieder werden gebeten, zu diesem überaus wichtigen Vortrage zahlreich zu erscheinen und Oiste mitzubringen. Berlin. B.Z.V. Sonntag, den 22. März, findet in den OesamtrHumen des Logenhauses ein Kostümfest unter dem Titel „Eine Purimfalm nach Palästina" statt. Karten 10 M- Nähere* Im Inserat auf der letzten Seite dieses Blattei.