Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 19 (6.3.1925)
- Date
- 1925-03-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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I KM© JUEDISCH.E RUNDSCHAU Seite 171 Probleme der JOdlscbca VOIkcrbandllgen Von Dr. Otkar Karbach, Vorstandsmitglied der Jüdischen Völkerbundüg» für Oesterreich. Die Umstände, unter welchen die für die Jüdische De. gütig neue Institution eigener Völkerbundiigcn Ins Leben * treten begonnen hat, muß man als günstig bezeichnen. m, Statut der Brüsseler Union, «Im In weitblickender W<:l«c L Zulsssung glelchbereclitlgter Mlnorltälsllgea vorsieht, 'lagt zwar zur territorialen Unterteilung der Jüdischen yjikerbundfrcunde und schränkt dadurch, mindestens f'irs L|e, die Möglichkeiten des Beitrittes nicht unwesentlich ein; Ln mm wird leicht verstehen, daß die reichlich mit For. IjlilSItn verbundene Schaffung einer eigenen jüdischen Völker, rjjfldliga in einer Reihe von Ländern heute noch ungleich %r Schwierigkeiten zu berücksichtigen hat, als sich etwa ,(n) Anschluß des einzelnen an eine derart wirkende Welt, -uilsallon bieten würden. Wie dem auch sei, die jüdische dclic Itnt — eigentlich recht unbemerkt von selten der Jüdl. |cl,cn Mosscit — einen moralisch und politisch Imiiicrliln .(wichliucn Erfolg zu buchen, der ihr ohne Kampf, Ja elgcnt. j^h ohne besondere Anstrengung Im Zuge du Gelingens und Auswirkung der Renaissance des Judentums zugefallen ■fl Um es mit einem Satze vorwegzunehmen: Vom ersten Augenblick au haben die Jüdischen Völkerbundiigcn schon {incn wesentlichen Fortschritt zustande gebracht: die tcclitl5chen Schwierigkeiten der Politik, an denen gerade unsere, leiner gebräuchlichen Schcmatisicrung gefügige Bewegung die ■inze Dauer ihres Bestehens hindurch litt, sind in einem ,il)ße verringert, das sich nahezu von einer vollständigen Beseitigung dieser hindernden Momente sprechen läßt. Es ist 0t natürlich, daß die Organisation, welche das Jüdische Volk mm ersten Male, wenn auch vorläufig nur in einzelne Onippcn „nlcrgetcilt, als gleichberechtigtes Mitglied der Völkerfamilie j, ihrer Mitte aufgenommen hat, keine offizielle ist. Aber die Union der Völkerbundiigcn besitzt Jenes Quantum Intcr. mllonalcn Ansehens und interterritorialen Zusammenhanges, in auch im Rahmen unserer eigenen Organisation anzustreben und zu erreichen ist. Während aber sonst sorgenvoll-untätige Jahre bangen Zutjrtem lange vor dem Zeitpunkt einer teilweisen Erfüllung mf allen Ocbictcn Jüdischen Gemeinschaftslebens eine üppige Theorie hervorsprießen ließen, ist hier der — trotz aller AnWngerschwIcrlgkcitcn — gesunde Zustand eingetreten, daß cm ziemlich unvorbereitet vor einer außerordentlich aussichts. reicher. Aufgabe sich befand, ohne sich mit ihr schon volllommcn auseinandergesetzt zu haben. Als wir Vertreter der ersten tatsächlich aktivierten und von der Union als Mitglied iiitgcnommencn jüdischen Liga, im Sommer des vergangenen Jahres zur Plcnarvcrsammlung nach Lyon abreisten, war und «linie uns diese Tatsache vollkommen klar. Der verdienstvoll wirkende Generalsekretär Dr. Isidor Marguli es, drin die Vertretung unserer Liga vor dem Plenum der Union zufiel, wußte genau, was seine Aulgabe er. Schwerte, was von nun ab ein neues wichtiges Arbeitsgebiet IJr die bewußt Jüdische Bewegung bedeutete: Hier vor einem internationalen Forum von Rang, an einer Stätte sachlicher Arbeit und solgnlcrt-diplomatlficher Formen waren die bis- V.erigen Hauptkomponenten jüdischer Potitikmethode, die lyrisch-pathetische pro foro Interno, die' beleldlgt-eritrüsfetc ■ nach lußen hin unbrauchbar. Es war undenkbar, die Imponder«. billen der Judenfrage, die jüdischen Menschen gegenüber, selbst konträrster Weltanschauung, als Voraussetzung immer vorhanden sincT, in wenigen Worten einem Saale Ordensftschmücktcr Prominenter plausibel zu machen: es galt, eine „Minoritäts"vertretung zu Inaugurieren, deren Anerkennung zumindest eine geteilte Ist, es galt, den unzweifelhaft vorbndenen Friedens- und Vcrsöhnungswiilcn des gesamten jüdischen Volkes zu dokumentieren, ohne hier schon auf nüchterne Ziffern hinweisen zu können. Es galt, gleich in der ersten beschickten Plcnarvcrsammlung das Numcrus-clausus-Problcm Mhn anzugehen (wir haben Professor Aula»d hier zu «buken, der Ja Jetzt eben an die Spitze einer eigenen Kornmlsslon nun Studium des Numerus clausus getreten Ist), mir us dem Qefühl des erlittenen Unrechtes heraus, ohne stattlüsches Material, ohne ein exaktes und umfassendes Bild ,zu fciben oder geben zu können von den Veränderungen, die *escr Zweig jüdischer Entrechtung (der Ja auch nur ein Teflproblcm Ist) In der geistigen und wirtschaftlichen Struktur der betreffenden Schichten unserer Jugend angerichtet hat. Daheim aber konstatierten wir wohl mit Befriedigung ein für unsere, In allgemeinen und jüdischen Ocmclnschaftsfragen dcsinteresslcrte Zeit höchst erfreuliches Zuströmen zu unseren Versammlungen und zu der Liga selbst; aber wir mußten uns Rechenschaft geben, daß die jüdischen Massen, so wenig Ihre Mentalität dem Bekenntnis zum Völkerbund, Völkerversöhnung, Pazifismus und internationalem Rcchtslcbcn zu- EZ tttt ün unsere Mbonmeiitem! Die Post verlangt von' uns die Anmeldung der vom 1. April 1925 ab zu liefernden Exemplare bis zum 15. Mfirz. Wir sind daher gezwungen, die Abonnementsgebühren von denjenigen Abonnenten, die die Jüdische Rundsds.au" direkt bei uns abonnieren, Jetzt zu erheben, und zwar werden , wir ihnen zu diesem Zweck Nachnahmen zugehen Jossen. Wir bitten darum, dafür Sorge zu trogen, dal) die Nachnahmen prompt eingelöst werden. Berlin, im Marz 1925. Verlag Jüdische Rundschau" Berlin W15, MelnekestraOe 10 A..^................. fr—..... —.C<..v.... .. rn3*-5EJ£ widerläuft, doch in erster Linie, Ja nahezu ausschließlich in der neuen Gründung ~ deren Wichtigkeit und Wert von keiner Seite bestritten worden Ist, deren Internationale Verbindungen ein allgemein anerkanntes Aktivtim bilden —• wieder ein neues Mittel zum Wcitcrschlcichcn im alten Geleise erblicken. Es Ist eine Selbstverständlichkeit, daß Jedes verletzte Jüdische Recht In den Jüdischen Linen In Jedem einzelnen Falle die aktivsten und Infolge ihrer Mltgllcdsrcchtc In der sehr maßgebenden Union auch sicher die erfolgreichsten Vorkämpfer finden muß, aber ebenso würden die jüdischen Ligen In kürzester Zeit ihre Position In der Union aufs schwerste beeinträchtigen, wenn sie in den Fehler verfielen, ausschließlich eine neue Spielart der Rcchtsschtitzorgaulsatloii zu sein. Sie haben vielmehr die Aufgabe, die Jüdische Nation In dem. in der Union verkörperten und dort durch die Minoritäten und die dem Völkerbunde selbst noch fernstehenden Länder (Deutschland, Vereinigte Staaten usw.) nahezu vollständigem Konzerte der Völker zu vertreten. Die Arbeit der Ligen Ist wohl nun so organisiert, daß dnn Schwergewicht In den Leitungen liegt und die Massen der Mitglieder lediglich ihr moralisches Gewicht In die Waguchnle werfen (englische Liga: eine Million Mitglieder!); aber trolzdein Ist die verständnisvolle Resonanz einer möglichst starken Anhängerschaft schon (Ür die Ponilion In der Union leibst unbedingt erforderlich. Die Juden sind nun teils weltpolitisch auffällig stark dcsintercsslert, teils nicht daran gewöhnt, weltpolitische Fragen Im Rahmen jüdischer Inslliutionen behandelt zu sehen. Hier haben wir nun das erste wichtige Problem der Jüdischen Ligen: die jüdischen Massen allmählich zur Erfüllung ihrer , Pflichten als Mitglied der Völkerfamilie zu erziehen. Denn jede Liga hat das Recht und . die Verpflichtung, In Jede Kommission der Liga Vertreter zu entsenden und an deren Arbeiten teilzunehmen, also nicht etwa lediglich an denen, die speziell jüdische Interessen tangieren. Die Gesamtheit dieser Fragen aber, sei es nun Frcmdcnrccht, Slnatsbürgcrsrimfts- oder juristische Fragen allgemeiner Art, Abrüstung, Reparationen, Erziehung, Seuchenbekämpfung, Opiumhandel ussv. oder aber die Fülle der politischen aktuellen Angelegenheiten, muß In uns eifrige, selbstbewußte Mitarbeiter finden. Wir können nicht verlangen, «laß sich Vcrlrctcr der Gutgesinnten von 45 Nationen um Palästina* und den Numerus clausus kümmern, wenn wir uns selbst etwa von der Besprechung der Armenierfrage, der Besetzung von Haiti oder des Japanischamerikanischen Einwanderungskonfliktes absenUcrcn sollten. Die Jüdische Liga hat das Zeug fn sich, aus einer neuen RechlRschiitrorgnnlsalloo, einer neuen „Standes'Vertrctung tatsächlich ein, wertvollste politische Erziehungsarbeit leistender Faktor zu werden. Vor dem Forum der Union erschöpft sich die Ocsamthclt aller Aufgaben In dem unverrückbaren Ziele, die Einheit des jüdischen Probleme« mit tauglichen Mitteln unausgesetzt aufzuzeigen; es mag uns als glückliches Omen dienen, daß def eiste selbständige Schritt einer Jüdischen Liga, das I'rotestnifinorniKluin unserer ö.iterreichlscliwi an das Onieralarkrelnrlnt der Union In Sachen der Behandlung des PjUsUnaproblcnicsi durch die Organe des Völkerbundes im Spätherbst 1924 sich In vollkommenster Welse auf den Boden dieser weltpolitisch einzig aussichtsreichen und berechtigten Auffassung stellt, Diese Einheit, diese Herstellung eines „internationalen Vcr- «ntworlllchkcltsgcbictcs In der Judenfragc", wie ich es einmal' genannt habe, diese Berücksichtigung des „internationale« Angesichtes des Jüdischen Problcmcs" (Minister Sevcrlrtg), die Synthese kleinster, selbst lokaler Zwischenfälle und Mißstände zur Verdeutlichung des welthistorischen Gepräges der Sache, der wir dienen, Ist schwer — aber groß. Eine allzu wenig weltpolitisch geschulte Menge hinter sich, eine sachlich-kühle Atmosphäre um sich, Immer In der Ocfahr eines Konfliktes uatlotialjüdischcr, mit den auch In der Union maßgebenden «ltdcmokratlsch-assimllatorischcn Tendenzen» (auch eines der Probleme, denen man zu lange au» dein Wege ging), behindert durch verwickelte Kompctciirabhänglgkcltcit Innerhalb de« Judentums selbst, vorläufig noch ohne Routine und Erfahrung auf dein glatten Parkett der Verhandlungssäle, belastet mit einer verwirrenden Fülle von Missionen und Verpflichtungen, Ist die Aufgabe der jüdischen Ligen gewiß keine allzu leichte und allzu angenehme. Aber — und das macht unsere Arbelt so wichtig und aussichtsreich — alle diese Fragen sind nicht unlöslich und nicht von vornherein mit dem Fluche prinzipieller Widerstände belastet: organisatorisch durch eine kleine Zahl verständnisvoller Mitarbeiter zu bedienen, mit einem höchst mäßigen Budget zufrieden, im Besitze bedeutungsvollen und wechselseitig wirkenden moralischen Ansehens vor der Union und vor der eigenen Anhängerschaft kann es der Liga wohl gelingen, die starre Isolierung des Jüdischen Volkes friedlich zu durchdringen, seine zur Seite gezwungenen Angehörigen zu tätigen, und geschätzten Mitarbeitern an den großen Werken der Menschheit zu erziehen und pflichtgemäß sämtliche Jüdische Angelegenheiten ohne Unterlaß sammelnd und vereinigend zu dem großen jüdischen Erncucrungswerke Großes beizutragen, das nur als Oanzes zu erfassen und zu lösen sein wird und dessen auch Palästina nur ein dienender Teil Ist. Lariatll and die indischen Mtiderhtllsreehie Rom. (J.T. A.) Senator Luigl Luzzattl richtete einen dringenden Appell an den Völkerbund, in welchem er die Forderung stellt, «laß der Im Mär/, zusammentretende Völker, bunusrat sich mit der Frage der jüdischen Minderheitsrechte in den osteuropäischen Staaten befaßt. Senator Luzzattl erklärt, die Regierungen der Oststnaten ignorieren die Rechte der Jüdischen Minderheiten trotz der feierlichen mündlichen und schriftlichen Deklarationen gegenüber dem Völkerbund, In denen sie sich verpflichteten, den Jüdischen Bürgern die Rechte einer nationalen Minderheit zu gewähren. Insbesondere zeichnet sich Polen durch elno Verletzung der Minderheltsrecbte aus; das ganze Verhallen der polnischen Regierung gegenüber den Juden In diesem Lande widerspricht dem Wortlaut und dem Qetste der Mindcrheltsklauscl des Friedensvertrag». Luzzattl erklärt, es sei hoch an der Zelt, daß der Völkerbund gegenüber den Regierungen der osteuropäischen Länder eine festere Haltung einnimmt und sie zwing», den übernommenen Ver. pflichhmgcn gegenüber den nationalen Minderheiten In vollem Sinne gerecht zu werden.__ Der Tod des Reichspräsidenten Anläßlich der Trauerfeier für den verstorbenen Reichsprä. sldcntcn wurden die Büros der Z.V.I.D. am Mittwoch, den 4. März, mittags um 2 Uiir, geschlossen. An den Beisetzung*, felcrliclikcltcn nahm eine Delegation der Z.V.f.D. teil. Ihrer Entwicklung werden manchem von uns vielleicht den Opanken erleichtern, daß wir In Gemeinschaft mit ihnen unsere Zukunft bauen: dies könnte auch manche arabische F,,S<: lösen, für die Powell keine Antwort weiß. Der Orient wendet sich gegen Europa; das stärkste seiner Bollwerke Ist Indien, der erwachende Riese. In Indien toDt heute der Kampf der Konspiration, dem die Regierung f" dem Richtbeil begegnet. Die Politik der Auflehnung w Im Augenblick die Oberhand behalten gegen jene Methode «ks Widerstandes, In wetcher der Geist Asiens In elgcntüm- I,th« Welse zum Ausdruck kam. Mahatma Ghandi ist «Fernand unterlegen. Aber sein Oclst lebt, well er der ndllt Asiens ist, der die Formen europäischer Politik ablehnt, "fllJ »n Poütik nur teilhahen kann, weil er sie „mit dem «Hlst de- Religion durchtränkt". Der große europäische 7°Paealor Ohandis ist Romain Rolland. Von ihm stammt Jkl't nur das bedeutende biographische Buch, sondern auch *l( Auswahl aus Ohandls Schriften, die kürzlich auch in »futscher Sprache erschienen Ist8). Parallel damit erschien «ine kxJCTC) ctwas kürzere Auswahl, die zum Teil dieselbe,«. Plcl!«n enthält wie die erste»). Dieser Ausgabe ist ein von Zakir Husain „Der Weg zur Freiheit" beigegeben, «olland nennt Ohandls System der Non-Cooperalion „die Wille seelische Bewegung der letzten zwei Jahrhunderte Geschichte der menschlichen Politik". Sic ist bc- «bindet auf dem Vcrtruucn zur Macht des Qclstcs, die V3r.k« Ist als alle körperliche Oewalt. Den vom Rotapfclim, e angekündigten weiteren Bänden von Ohandls Schriften Z, wir mit Erwartung entgegen. Ocrade uns Juden (auch \* «kr Herausgabe der Schriften ihxl, wie es scheint, ipi beteiligt — Polak, Levi -), deren repräsentative Politik rj - prophetische war, geht diese Botschaft an und der lst. der »Ich hier offenbart. Aufsätze au» den ______ Rolland und Ma- Holmes. Ucbersetzung ul') Mahatma Ohandl, Jung-Indlcn. ffi,n 1019—1922. Auswahl von Romain Ä Rolland. Einleitung von J. H. HoI...w. —-..„ "„.Emil Roniger. Rotapfcl-Verlag, Erlenbach-Zürlch 1924. 7.u> Die Botschaft des Mahatma Ohandl. Herausgegeben von Bmi «"><• Alfred Ehrentreich. Vollcscrzieners-Verlag, ^^cnlachtentee, 1924. « 3 M. Will man Ohandl verstehen, muß man vom heutigen Indien etwas wissen. Diese Orientierung bietet Hclmuth von Olascnapp In seinem umfassenden Werk „Der H i n d u I s m u s"10). Das Charakteristische hi der poüllschnn Struktur Indiens ist die weitgehende Autonomie der Dorf« gemeinde, In der sozialen Struktur das Kastenwesen. Aber „die Religion ist der Lebensnerv des Indischen Volkes, sie beherrscht In einem Maße wie kaum in einem anderen Laude, das ganze- Denken und regelt alles Handeln". Darum Ist es wichtig vor allem die Religion darzustellen, und ihr gilt der Hauptteil des Buches. Im Schlußkapilcl wird der Einfluß des Abendlandes dargestellt, seine Gefahren, aber auch seine Wirkung für den Zusammenschluß des Volke«. Und weil gerade von Indien die Rede Ist, so mögen noch zwei Bücher kurz angezeigt sein, die einer Ocstalt f;cwldmct sind, die von dort herabstieg: Zwei Buddha-Bücher. Da» eine ist herausgegeben aus dem Nachlaß des bekannten ludologcn Hermann Oldcnbcrg und gibt eine Nachdichtung der Reden des Buddha") — ein großartiges Werk, das die Lehre Buddhas In tdner Fotm übersichtlich datbktet; das andere zeigt Buddha hidcrKunstdes Ob tcns,s), erhabenste Werke einer wahrhaft zutiefst religiösen Kunst. Nicht nur Indien und seine Nachbarländer, sondern auch die Völker des Fernen Ostens, haben die Botschaft und das Dild des Buddha übernommen, ihm Tempel und Denkmäler gebaut. Von ältesten indischen Kastikcn bis zu neueren Japanischen Tuschbildcrn zeigt Cohn die Gestaltungen des Götterbildes, mit genauen Erläuterungen zu jeder der vollkommen gelungenen Rcprodiiktlons-Tafoln. Ein schönes Buch, das tief In don Orient hineinführt, weg In ferne Länder — Asien-- io) H. v. Olascnapp, Der Hinduismus. Religion und Gesellschaft im heutigen Indien. Mit 43 Abbildungen. Kurt Wolff, Verlag, München. 50» S. ») Reden des Buddha. Lehre, Verse, Erzählungen. Uebcrsetzt und eingeleitet von Hermann Oldcnberg. Mönchen, Kurt Wolff Vorlag. 473 S. ") William Cohn, Buddha in der Kunst des Ostens. Mit 1 Textabbildungen und 123 Tafeln. Ganzleinen 30) M. Verlag Klinkhardt $ Blerraann, Leipzig 1925. Dieses Asien hat Zelt, Jahrhunderte sind Ihm wie Tage. Und wir, die wir noch mit europäischer Unrast zu Werke gehen, wir ahnen etwas von einer Welt, In die wir vielleicht einmal, nach Jahrhunderten, wieder eingereicht «ein werden. _ rt. Die portugiesischen Mammen In Portugal existiert eine nicht unbeträchtliche Zahl von heimlichen Juden, Über die der Sekretär der jüdischen Gemeinde In Lissabon folgendes an den Obcrrabblncr von Frankreich schreibt: „Sicherlich ist Ihnen die Trage der geheimen portugiesischen luden oder Marrnucn, wie sie allgemein bezeichnet werden, bekannt. Solcher Marraiieu gibt es einige In manchen Dörfern Portugals. Seit drei Jahrhunderten sind sie äußerlich gute Katholiken; insgeheim beobachten sie alle Vorschriften der jüdischen Religion. Sic haben übrigens viel durch den Haß Ihrer Mitbürger zu leiden gehabt. Ihre vermeintliche Religion hat sie vor der Qchasslrjkclt und vor den Verfolgungen nicht schützen können. Obwohl sie getauft, kirchlich verheiratet und beerdigt werden, ebenso wie die andern Katholiken und .manchmal sogar eifrige Anhänger der Klrchcngcmcindc waren, wurden sie dennoch als Juden behandelt und als solche beschimpft. Nach der Ausrufung der Republik in l»ortugal und nach der Abschaffung der Staatsrcligion brauchten sie Ihre Ueberzeugung nicht mehr geheim zu halten. Doch wagten sie erst viel 'später, sich als Juden auszugeben. Die jüdische Erziehung ihrer Kinder wurde Ihre Hauptsorge. Sie ließen Ihre Knabcu beschneiden. Die Eltern halten darauf, daß ihre Kinder fn der Jüdischen Rcllnlon unterwiesen werden. Leider haben wlt keine Jüdische Schule, die diese Kinder aufnehmen könnte. Wir haben eine kleine neugegründetc Schule, ober sie hat kein Internat Die Marrancnklndcr kommen alle von außerhalb Wir brauchen ein Internat, um es Ihnen zu ermöglichen, die Schule zu besuchen. Nach einigen Jahren Aufenthalte« In der Schule, wenn die Kinder zu ihnm filier« zurückkehren werden sie die besten jüdischen Missionäre sein. Die Lissaboner Qemelnde kann dieses Werk nicht allein durchführen. Wir brouchen die Unterstützung der Juden außerhalb Portugals." R«. U. 1