Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 18 (3.3.1925)
- Date
- 1925-03-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Kr. «8 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite I6S Eine Jadendebitte in polnischen Senat Wirtchau. (J.T.A) Während der letzten Sitzung M UnterrichUkommisslon dt« polnischen Senst* traten die Redner der rechten Partei mit scharfen Angriffen »egen diet Jude« hell Polens hervor, der »ie ein Jb!e">ocn<1f* Verhältnis zum polnltclien Staatsgtdankcn, so- „|C verschiedene laiidcsverrätorlschc Taten vorwarfen. D.r Vorsitzende der Kommission, Senator Prof. Ksllnowski, v|ei die Angriffe der reaktionären Redner auf dl« jüdischen qiittbftrgcr zurück und betonte, die Jüdischen Forderungen etif dem Qcbletc des Schulwesen! und der Kultur ,<|en gerecht. Man wirft den Juden vw, sie »eleu „»hrend der rwlnbch-ukrilnischcn Kampfe neutral gewesen; ,jit gleichen Vorwurfe könnte man gegen viele Polen erheben, die gegenwärtig hohe Stellungen Im politischen Leben (Iniichmen, Ich k«nn keineswegs ein Verbrechen darin sehen, uttin (Ich die Juden an Internationale Instltuttonen wenden. Da* Schicksal des jüdischen Volke« i,t von Tragik durchwebt, die Juden «lud (Iber der ganzen U'dt zerstreut und es Ist nur natürlich, wenn sie beim Völkerbund Schul? suchen. Wenn auch zur Zelt der russischrolnlsehcn Kampfe einige wenige Juden mit den ßaUche- «Uten sympathisierten — übrigens taten die» auch Polen — «o stehen andererseits zahlreiche Akte de« Patriotismus itltens der jüdischen Jugend In Polen gegenüber, Die jüjljchc Studentenschaft der freien Universität, deren Rektor Ith damit« war, trat korporativ freiwillig In die polnische Armee ein. Sowohl da« Staatslnleressc, alt auch die Gerechtigkeit heischen die Erfüllung der gerechten jüdischen Forderungen. Senator Rabbiner R u b I n t e I n erwiderte »einerseits «uf die Angriffe verschiedener Redner. Nach SchluS der Diakussion überreichten die Vertreter der rechten Parteien einen schriftlichen Protest gegen den Vor- »Uzenden, Prof. Ksllnowski, der es gewagt hat, den jüdischen und den polnischen PatriotIsnuis auf eine gleiche Stufe r.u stellen. Eiie Rede Dr. Leon Relehi Warschau. (J. T. A.) In der Sitzung der Kommission für auswärtige Angelegenheiten de« polnischen Selms kritisierte der Präsident des Jüdischen Parlamentsklubs, Abg. Dr. Leon Reich, die Außenpolitik der polnischen Regierung und erklärte, dje Ve r f o I gun g * noIi l i k der Regierung gegenüber den Minderheiten beeinträchtige die außenpolitischen Maßnahmen Polens in starkem MaOe. Die Welt kann nicht gleichgültig bleiben, wenn sie hört, d.nfl z chu tau sende jüdische Kamillen infolge Regicrungsmaßnahmen Ihrer txistenzmögllchkclt vollkommen beraubt werden, wie dies bei den Konzcsslonscittzichungen der Fall IjI, durch welche etwa 30000 jüdl«chc Familien mit etwa 150000 Seelen brotlos gemacht werden. Dr. Leon Reich fragte weiter, welche Stellung die Regierung zu dem historischen Akt der Eröffnung 3er hebräischen Universität in Jerusalem nm 1. April einnehme. Dep. Stronsky machte hierbei den Zwischenruf! „Aprilscherz". Dr, Reich fragt weiter, warum die Regierung das 11 a n d c f s a b k o in ni c n m 11 P a 11 s 11 n a ilcht abgeschlossen hat, obwohl Palästina Jetzt das Haupt- ImmigratTonsland für polnische Auswanderer geworden Ist. Außenminister Skrzynski erteilte keine Antwort. Po!« und PalSsilm Warschau. (J.T.A.) In der Sitzung der Sejm- Kommission für Auswanderung referierte der jüdische Deputierte Dr. Schipper, am 23. Februar über den Antrag des Jüdischen Pariamentsklubs, einigen Palästinensern die Einreiseerlaubnis nach Polen zu kurzem Aufenthalt stu gewähren, damit sie hier dlo Auswanderung nach Palästina organisieren. Der Referent wies auf die große Bedeutung der Palästina-Wanderung für Polen hin und führle aus, gegenwärtig sei PaUMIna das wichtigste Einwanderungstand für polnische Bürger. Während die Jahresrruotc für die Einwanderung polnischer Bürger nach Amerika bloß 12000 betfSgt, Ist eine jährliche Einwanderung nach Palästina von 25 000 vorgesehen. Auch der Handelsverkehr zwischen Polen und Palästina Ist In ständigem Wachsen begriffen. In den lelzlon sechs Monaten exportierte Polen nach Palästina große Mengen Holz, Maschinen, Oalanlerlewaren usw. Zu gleicher Zelt wurden aus Palästina Früchte, Wein, Leder, Wolle usw. Importiert. Der Vertreter des Außenminister* erwiderte auf die Ausführungen Dr. Schippen, die polnische Regierung anerkenne voll die Wichtigkeit der Palästina-Wanderung für Polen und lege Gewicht auf eine Hnndelsverbindung zwischen beiden Lindern. Die Regierung werde dem polnischen Konsul In Jerusalem Ordre geben, der Einreise der palästinensischen Herren nach Polen keine Schwierigkeiten In den Weg tu legen. Pressest! tnmen ,.Dos J fddiahe Volk" f New York) vom 30. Januar schreibt unter dem Titel „PMisburg und Wiesbaden"! ..Der Delegiertentag der deutschen Zlonisten In Wiesbaden hat sich auch mit Organlsiitlonsproblcnien der Welt-Organlfation bcschSfilnt, hauptsächlich mit der Frage der Verlegung der Exekutive nach Palästina, und hat schließlich beschlossen, niehls zu beschließen, sondern die Gesinnung«. Scnosscu aufzufordern, diese Frage zu ülnkutlerctt. Auf Grund icser Diskusaion wird der Landcsvoistniid der deutschen /Jouleten einen Vorschlag ausarbeiten und Ihn dem nächsten Zionlstenkongreß vorlegen. Die Jüdische Rundschau1 bezeichnet diesen BoschluB als sehr glücklich und erklärt Ihn für viel besser nls die Resolution der Convention der amerikanischen Zlonlsten In Plllsburg, die die zionistische Welt vor ein Ultimatum gebellt habe. (S. unseren Artikel vom 6. Januar. — Anm. d. R. „J. Ii.") Wir möchten zunächst bemerken, daß wir die Bezeichnung Ultimatum für sehr unglücklich halten. Wir wissen nicht, auf Grund welcher Logik die Behauptung gerechtfertigt werden kann, daß unser Beichluß von Pillsburg als Ultimatum bezeichnet wird. Es handelt sich um einen ikschhiß der amerikanischen Zlonlsten, zu dem sie vollständig berechtigt waren. Dieser Beschluß Ist, wie alle anderen Beschlüsse, die «Ich auf die Welt* Organisation beziehen, eine Direktive für unser« Delegierten, die ihn auf dem Kongreß verteidigen werden. Sollte dieser Beschluß die Mehrheit auf dem Kongresse finden, so werden wir sehr zufrieden nein. Sollte der Kongreß unsere Entschließung ablehnen, dann werden wir selbstverständlich uns dem Kongreß unterwerfen. Von eiiicm Ultimatum zu sprechen, liegt Rar kein Grund vor. Selbstverständlich sind auch unsere deutschen Genossen berechtigt, Ihm Beschlüsse zu fassen, aber wenn unser deutsche« Brudcror^-an sich das Recht nimmt, seine Meinung wegen des Plttsbtirger Beschlusses zu Äußern, so beanspruchen wir für uns das ulelchc Privilegium. Wir sind der Meinung, dall es eine Hauptaufgabe Jeder Tagung W. zu entscheiden und zu führen. Ganz besonders in wichtigen Fragen. Wir glauben, daß der Pittsburger Hcschlufl eine Entscheidung Ist, wahrend der Wiesbadener Beschluß der Hilflosigkeit verzweifelt ähnlich sieht. Es ist unverständlich, daß in einer Frage, die in der zionistischen Öffentlichkeit schon seit zwei Jahren diskutiert wird, und die durch das Leben selbst schon In gewissem Sinne entschieden ist — die zionistische Exekutive befindet sich praktisch, gedrängt durch die Macht der Verhältnisse. Im Zustande der (Übersiedlung nach Jerusalem, — der Dclegiertentag in Wiesbaden, der auf einem a n e r k a u n t Ii o h C n Niveau gestanden Int, sieh so mut- und hilflos erweisen konnte und als einzige Lüsiiug einen Appell, diese Frage zu diskutieren, gefunden hat. Geführt zu werden, anstatt Führer zu sein, ist ein Luxus, den sich ein fVlogiertent.ig nicht leisten darf. Der Zsvcck einer Tagung Ist .ja' oder .nein' zu sagen, sie darf nicht miltwcc* stehen bleiben. Die Wiesbadener Tagung war zweifellos ein bedeutungsvolle« Erelgnl* im europSUcli-zloulstUchen Lehen. Aber man ktnn Ihr nicht den Vorwurf ersparen, dall sie In einer der wirbligsten Fragen versaßt hat und daß Ihr die Entschlußkraft gefehlt hat. Ist die Frage zu schwer? Möglich. Die Entscheidung zu verantwortungsvoll? Kann sein. Wenn man Jedoch vertrauen zu den eigenen Kriiftcn hat, dann übernimmt man die Verantwortung. Darin Hegt einer der am meisten charakteristischen Untcrsehiede zwischen amerikanischem und europäischem Zionismus: Die Unternehmungslust, der Mut, den Dingen auf den Grund zu gehen und zu wagen. Dieser Unterschied M nicht organisch, Er liegt nicht In der verschiedenen Auffassung der zionistischen Idee. Er Ist ein mehr äußerlicher Unterschied, Wenn sich der europäische Zionismus geistig und finanziell wieder erholen wird, dann wird auch In seinem Lager ein gleicher Geist aufleben." Die fetzte Nummer des „Jewfsh Ohronfcfe" beschäftigt sich an leitender Stelle mit der Fragt der Nachfolgerschaft Herbert Samuels. Das Dlatt, das bekanntlich aelt Jahren Samuels Politik schärfsten» bekämpft, mißbilligt die Stellungnahme des Waad Lctiml und anderer Körperschaften, die Sir Herbert Samuel zum Bleiben bewegen wollen und sieht darin einen Rückfall In die Sentimentalität, die bei Verteilung von Ehrenstetten In jüdischen Gemeinden vielleicht am Platze ist, nicht aber in der Politik. „Es Ist eine Tatsache, die auszusprechen wfr durch die erwähnten Aktionen gezwungen sind, daß die Verwaltung Sir Herberts ein Mißerfolg war. Ob dio übernommene Aufgabe über seine Kräfte geht oder ob er sich mit ihr nicht befreunden konnie, jedenfalls hat er sie nicht erfüllt." Das Blatt wirft ihm wieder die Zustimmung zu dem Memorandum der Regierung, welches die Baifour-Dcklaration interpretierte (Churchills Weißbuch) vor, wodurch er den ganzen Zweck des Mandates und seiner Amtsführung in Palästina geändert hat. „Jcwlsh Chronicle" spricht sodann die Hoffnung aus, daß die Gerüchte über den gleichzeitigen Rücktritt des Staatssekretärs Offbert Ciayton sich nicht bewahrheiten mögen. Kefo besserer Nachfolger könnte für Herbert Samuel gefunden werden, wenn er es übernehmen will, bei der großen Arbeit der Wiederaufrichtung der jüdischen nationalen Existenz In Palästina zu helfen. Iii der „Neuen Züricher Zeitung" vom 18. Fcbi; veröffentlicht unser Gesinnungsgenosse Dr. Friti Löwenstein z. Z. Zürich, einen ausführlichen Aufsatz über den Fortschritt des jüdischen Aufbauwerks In Palästina, worin er" da« l'alSstinaproblem von der politischen und wirtschaftlichen Seile beleuchtet und die günstige Entwicklung der letzten Jahre ichlldert. Der bekannte Gelehrte Prof. Aulard, der Geschichtsschreiber der französischen Revolution, veröffentlicht In „Üuotldfcn" einen Artikel über die Arbeit der Internationalen Union der Völkerbundllgcn, In welchem es u. a. heißt: „Wir haben uns mit der Bewegung für den N u m e r u s clausus in Polen und Ungarn sehr eingehend befaßt. Diese Bewegung geht darauf hinaus, die Zahl der jüdischen Studierenden an den Universitäten auf ein Minimum zu beschränken. Die Union hat Im Einverständnis mit den Vertretungen aus Polen und Ungarn beschlossen, mit dem Numerus clausus aufzuräumen. Es wurde ein Subkomitcc eingesetzt, weichet zu kontrollieren haben wird, ob der Numerus clausus, dieser Holm auf die menschlichen Rechte, wirklich aus der Welt geschafft wird. In diesem Komitee führe ich den Vorsitz. Wir besitzen zwar noch keine reale Macht, jedoeh wenn unsere Kräfte gut organisiert und wir wachsam bleiben, werden wir vielfachen Mißbrauchen zuvorkommen können. Diese organisierten Kriifte werden dem Völkerbünde Jene moralische Unterstützung geben, ohne welche auch die weisesten Beschlüsse ohne Wirkung bleiben müssen." Die Madrider Zeitung „Revlsta de la Rsza" veröffentlicht ein Interview mit dem spanischen Konsul In Saloniki, l'/on Antonio Gordlllo, von welchem die Zeitung behauptet, daß er In Saloniki In gleicher Welse von Christen und Juden geschätzt wird und besonders unter den 80000 sephardischen Juden In Saloniki eine Anhänglichkeit fttrSpanlcn tu erwecken gewußt hat. Don Oordlllo sagte u. a.: Spanien hat In Saloniki eine alte Mission zu erfüllen, der ich mich ungeachtet meiner begrenzten Mittel mit allen Kräften widme. Diese Mission betrifft unseren traditionellen Einfluß den in Saloniki, Int Herzen tragen. _____Iden eine außerordentliche Stütze für den EinfluO Spaniens im Nahen Osten. Es ist wahrhaft bewundernswert, wie sich diese luden ihre Liebe zu Spanien unter den fremden Völkern zu bewahren wußten. Chic große Rolle spielt In Saloniki die' aus spanischen Juden gebildete Bnci Brith-Logc, In Saloniki existiert eine spanische Presse, ferner Schulen und eine Bibliothek. Dort gibt es sehr viel für uns zu tun. (J. T. A.) wiese Mission ocinm unseren traditionellen uinfiu auf die 80 000 sephardischen Juden in Sa Ion tk die eine alte Liebe für Spanien Int Herzen trage Die Juden In Saloniki sind tatig und hochgeachtet und bUd Der leie „Wächter der Delllneii SläiieoM Jerusalem. (J.T.A.) Der neuernannte katholische „Wächter der Heiligen Stätten", Mgr. Aurclius Marotta, Ist am 22. Februar In Jerusalem eingetroffen und besuchte die Kirche des Heiligen Grabes. Fünfeinhalb Jahrhunderte (129! bis 1847) war das lateinische Patriarchat in Jerusalem Inaktiv; die Heiligen Statten standen unter der Obhut des Franclskaner- Ordens, der seinerseits den „Wächter der Heiligen Statten" Stellte. Der Wächter wird vom Oberhaupt des Pranclskaner- Orden« für eine Perlode von sechs Jahren ernannt. Bis jetzt waren die „Wichter" «tet« Italienischer Abkuntt. Konferenz der llliolschen Zlonlilro Kowno. (J.T.A.) In Anwesenheit von 40 Delegierten aus allen SUdten Litauens sowie der Herren Dr. A. Hantke und Dr, Brutxku« aus Berlin, wurde am 23. Februar die Landeskonferenz der litauischen Zlonlsten durch Herrn Dr. B. Derger eröffnet. Dr. Hantke erstattete Ocueralbcrlcht über die gegenwärtige Lage des Zionismus und Abg. Dr. Robinson sprach über die politische und wirtschaftliche Lage der litauischen Judenhclt. Er verteidigte das Recht der litauischen Juden, sich an internaüonalc Faktoren zu wenden. Die nandtlscrlcIcblcruorjs-Akle und PalJoilrtj Nach offizieller Mitteilung hat die britische Regierung beschlossen, daß die Trade Facilltle« Act, dereit einzelne Bestimmungen In Nr. 1 de» palästinensischen „Commerclsl Bulletin" veröffentlicht worden sind, für Palästina nicht zur Anwendung gelangen, (Ziko.) .fS'IP,' In denen wir wohnen, höchsten« Kenntnis haben, von allen Smarten, die e« bis jetzt gab. Jcl/t gibt es In Europa einen 0*0 neuen Buiwillen, Peter Behrendt, Bauhaus usw., der wlilc zur Sachlichkeit. Was In Europa heute au« Erkenntnis geschieht, hat der Orient längst als Instinkt. _ , „ Wc bisherige Kunstgeschichte hat die arabischen Bauten Ulefmüftcrllch behandelt. Prof. Baerwald zeigt sie als Bei- «pleje eine« natürlichen Stils. Sie haben all das, was wir ats »Odern bezeichnen: Die reine Zweckform, die Architektur der »Ken Monumentalbauten, da« Klima und das Bedürfnis nach Stn bestmöglichsten Lebensbedingungen, schufen das Haus, o« alledem am meisten Rechnung trägt. Das Material Ist dl* dritte Komponente. „ Die arabischen Hüuscr in Palästina haben aus diesem »runde alle die lange Front nach Westen — denn daher Kommt der Seewind. Von Norden kommen die Stürme. Ocgcn Hitze schützen hohe Räume, dicke Mauern, kleine Fenster, [fie Südfront hat zweckmäßig meist gar keine Fenster. Jede« Usus hat icin flaches Dach, da» oft zugleich Schlaf räum ist, und «eh,eft Hof, von dem außen stelle Treppen In das Ober- C»choß führen. Wer keinen Hof besitz», hat zumlndestens »«n« Sflmttenhallc. Das |«t eine Loggia mit zwei oder drei noheo Bogenfenstern, die schmale S?iilcit zierlich gliedern. In dem Gcsamteindnick der großen Flüchen »chaffen siedie ftöp« Architektur. Diese Veranda dient ol* Korridor oder u»[e u,,u" von l"r "Ihren Türen in die andere« Räume. f OM lui der Orientale fast nicht. Nischen ersetzen ihm ü'c Schränke. Ebenso hat er keinen festen Koch- und Schlafy.um. Aber seine Bauten fügen sich der Lindschalt voll ein. ye viereckigen Kfisten «tehen wie gestochen aus dem Sand ««t Plateau«. Es sind Kubenbauten. Wer kein Ocld hat, °'ut zunächst einen Würfel, dann setzt er einen zweiten «»neben oder darauf und so fort Der moderne Palästinenser »teilt den Sand des Unterbaues mit Beton. Ueber die Flachr?,u,«n der Araber erheben sich nur noch die türkischen OTjreta und arabische Kuppeln. Kuppeln, gewölbt wlo das Qeblrge. Das Ist Orient-Palästina. P>e Betrachtung der Kunstgeschichte lehrt es, daß Land- »cru« und Menschen den Stil bedingen. Auch die Araberbauten Dtstitigei, das. In Palästina gibt es aber noch die Bauten!UfopaUchen Einwanderer. Diese Bauten sind aber durcha1?, H1" 8<Uplel. Auch die Jüdischen Bauten machen keine ^tiahme — das gilt Jedenfalls Im großen ganzen. Die meisten ««er Hiuser könnten ebensogut fn einem deulichen Dorf stehen oder eine Villa sein In Wilmersdorf bzw. einer kleinen Stadt in Schlesien oder Brandenburg. Prof, Bärwald zeigte die Bauten im Bild. Dem klimatischen Bedürfnis ist durchaus keine Rechnung getragen. Statt der sonst üblichen südlichen Logplen gibt es Balkone. Es gibt zwar keine Architektur, aber Versuche zu Jüdischem Stil. Gitter und Msgen-Dovle' usw. Die wenigen Ausnahmen bcu.'itlcren die Regel. Gute Ausnahmen sind: ein Haus Im orientalischen Monuinentalstll, vom Architekten Kornbcrg. der ungarische Architekt Berlin mit einem klaren, leichten Locpicnbau nach arabischer Art, und der Russe Zemwarskl, der das Gymnasium gebaut hat. Prof. Bacrwnld seihst geht von dem Grundsatz aus, daß Landschaft und Lebensbedingungen die Architektur bestimmen und er übernimmt die ßroflc Forin der Erfahrung der Araber, ohne sie jeddeh nachzuahmen. Seine Versuche beweisen et: man sieht Jcmenltenhätuer in Würfelform, einen oder mehrere Würfel, die durch dio Einfachheit der Form ungeheure Varlatlonsmög- Henkelten lassen. Eine Erfahrung, die übrigens allgemein ist. Herr Baerwald zeigte auch eine stattliche Anzahl «einer Entwürfe, die leider aus Geldmangel nur zum Teil ausgeführt wurden. Sehr schön Ist da« Helm der Landarbeiter einer kleinen Kolonie und monumental da« Haus für Struck, Viele seiner Bauten fügen sich der Landschaft gut ein. Für einige boten Lithographien von Struck den Beweis. Da« Technikum fn Haifa benützt die Anregungen der arabischen Universität. Prof. Baerwald hat jetzt den Auftrag, dJe Stadt ßaJHft wegan at bauen. Parkanlagen führen von einem Ende zum anderen. Als Lehrer für Hochbau am Technikum zu Haifa hofft Prof. Baerwald für Palästina die Plattform zu schaffen, von der eine einheitliche Baugesinnung möglich fst. Die natürlichen Bedingungen des Bodens und die Gemeinschaft neuen Lebens werden In Wechselwirkung den neuen Stil erzeugen. . ______ Ruth Morold. Büdierschaa Eduard König, Die messlanlschen Weissagungen des Alten Testaments. Vergleichend, geschichtlich und exegetisch behandelt. Stuttgart 1923, Chr. BeUer A.-0, Verlag. Der Messlanlsmiis, die Erwartung dt« floltesrelches als Vollendung der Weit am Ende der Tage, (st eine zentrale Idee des Judentums, in der sich nationale und rellgjöac, E* Risungshoffnung In eigentümlicher Weise verknüpft hat. Daß dlo nationale Hoffnung allmählich zusammenfiel mit der Sehnsucht nach Befreiung vom Bösen, von Sünde und Schuld, und daß sie ihren höchsten Ausdruck fand In der Idee des dcuterojcsalanlsclleti Ootteskucchtcs. — dies eben unterscheidet das Judentum von anderen Völkern. König hat In seinem Buche mit dankenswerter Gründlichkeit olle Stellen der Bibel zusammengetragen, die ZukunfUivcrhclftimgcn einhalten — von der Paradlesgcschlchtc (Fluch der Schlange) bis m den Apokryphen. . Die Exegese dieser Stellen enthalt viel interessantes Material, dient aber In der Hauptsache dem Nachweis, daß Jesus der von den Propheten erwartete Erlöser war: dieser Nachweis wird expllcite Im Schlußkapitel geführt, das uns das schwächste zu «ein scheint und auch esser Disponierte kaum Überzeugen kann. In der Einleitung gibt König Parallelen und Analogien aus den Religionen anderer Völker. W. Jlzchak Eweii gestorben. Am 76. Februar Ist In Wien, wo er zu Oast wellte, der bekannte »mettk&ntscW-Südisclw Schriftsteller Jlzchak Ewen Im Alter von öl Jahren gestorben. Der Verstorbene wurde In Rozwadow fn Oallzlcn geboren und hat sich schon In seiner nlten Mülnut als Journalist und Schriftsteller einen Namen gemacht. Im (nitro JQOfl wunderte er nach Amerika aus, wo er einer der tedaktcure des New Yorker jüdischen ..Mornfng Journal" und einer der beliebtesten Schriftsteller des Jüdlschcn Amerika geworden Ist. Ewen gehörte zu den besten Kennern des chassldlschcn Lebens und seine Qcscliichtcnsammlung „In Rebbens Hojf" waren sehr verbreitet und geschätzt. Mrs. Redcliffe Salaman, die Qatlln des Dr. Redcllffe Salaman, die unter ihrem Mädchennamen Nina Davis steh als Schriftstellerin einen Namen gemacht hat, Ist am 22. Februar in London gestorben. Mrs. Salsmnn wurde im Jahre 1877 zu Derby als die Tochter des hebrfllschen Gelehrten Arthur Davl* geboren. Sie war ein führendes Mitglied der Zionistischen Fraucnorg.inI«atlon und der Union jüdlfcher Prauen. ihr Gatte, Mr. Redcliffe Salaman, Ist eine über die Orcnzen Englands bekannte medizinische Autorität. Im, Kriege war er Sanitätsoffizier der jüdischen Legionen fn Palästina. l'