Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 18 (3.3.1925)
- Date
- 1925-03-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 18« JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr.!8 Zeilen in Druck jjehen. Es ist daher unmöglich, etwas über ihre Resultate zu saßen. Die Konferenz bietet jeden« falls ein recht erfreuliches Bild; hier ist das Beste unserer Jugend versammelt, hier konzentriert «ich nationale Kraft und Entschlossenheit und der Wille zum Aufbau des Landes. Die Delegierten vertreten etwa 800 Wähler; es muß aticrknnnt werden, dall eine solche Zahl aktiver Chaluzlm in Deutschland eine große Macht darstellt und man hatte auch den Eindruck, daß die gegenwärtige Leitung des deutschen Chaluzvcrbntidcs, die in engem Zusammenhang mit dem Chaluz-Sckrclarlnt der Z. V. f. D. arbeitet, tüchtige Arbeit geleistet hnt. Allerdings entsteht bei solchen Kortfercnren Immer das etwas peinliehe Gefühl der Nichtangcmcsscnhcit; fficsc Menschen mit Iicltcn Augen und starken Armen gehören hinter Pflug und Schraubenstock, nicht In den Konferenzsaal. Damit ist nichts gegen die Notwendigkeit organlsalotischen Zusammenschlusses und gegen Konferenzen gesagt. Die peinliche Dissonanz rührt nur daher, daß es ihnen nicht gelingt, ihre Konferenz In einer ihrem Wesen gemäßen Art zu gestalten. Int Gegenteil: der Geist des Parlamentarismus wird alles erdrückender Tyrann. Es ßlbt Parteien und Fraktionen mit vorgczticlmeter Marschroute, c« gibt einen ..Pcrmanenz-AusscIntfV«, c* gibt stundenlange (buchstäblich stundenlange) Debatten über Geschäftsordnung und rein formale Dingo. Die Stimme der Menschlichkeit ist auch nuf dieser Konferenz nicht zu vernehmen. Es spricht nicht lirudcr zu Bruder, versucht nicht gemeinsam den rechten Weg zu finden, sondern jeder, der da sitzt, hat den rechten Weg schon In der Tasche und stimmt mechanisch mit seiner Fraktion. Was den Gegenstand der Debatten betrifft, so steht im Mittelpunkt des Interesses wieder der Gegensatz zwischen Blau-Weiß und den Gruppen des Brill» Hnnonr, derselbe Ocgensatz also, der schon In Danzlg zutage getreten Ist. Vielleicht Ist es auch vergeblich, solche Gegensätze in Konferenzen lösen zu wollen, wo doch jeder seine eigene Sprache spricht, die der andere gar nicht versteht; vielleicht muß das Leben und Palästinas große Macht diesen Bann brechen. Aber Voraimsctziing dazu ist guter Wille und Sprengung der gar zu engen Fesseln der bündischen Isolierung. Zur Sache selbst werden wir uns äußern, bis die Resultate der Konferenz vorliegen. Unser Bruderorgnn, „IA>s Jlddiiche Volk", in New York, kritisiert den Dclcßlcrtcntag in Wiesbaden, well er zur Frage der Verlegung der Exekutive nach Palästina nicht deutlich Stellung genommen hat. Wir geben die Bemerkungen des Blattes an anderer Stelle vollinhaltlich wieder, da wir einen solchen, wenn auch nur künstlichen Gedankenaustausch zwischen den Zicmisfen der verschiedenen Länder für sehr werlvoll halten. Außerdem gibt uns die amerikanische Kritik Gelegenheit, einige Worte zur Aufklärung zu sagen. Die Haltung des Wiesbadener Dclcglcrtentags und des Landcsvor6tandes der Z. .V f, D. zur Frage der Verlegung der Exekutive Ist keineswegs von „Hilflosigkeit" diktiert. Vielmehr glau ben wir, daß es sielt hier um eine äußerst schwierige Angelegenheit handelt, bei der die Lösung keineswegs auf der Linie des Entweder-Oder gefunden werden kann. In einer solchen Sache muß eine Lösung geeucht werden, bei welcher möglichst viele Nachteile vermieden werden und möglichst viele Vorteile erzielt werden. Wir glauben saßen zu können, daß die Majorität der deutschen Zioni6tcn die Berechtigung der amerikanischen Forderung durchaus anerkennt. Auch wir glauben, daß In Jerusalem die Schaffung einer Exekutive möglich wäre, die eine Autorität gegenüber der Diaspora und auch Im Lande selbst besitzt, die die Arbeit der Landesverbände fruchtbar dirigieren könnte, die der Organisation ein lebendiges Zentrum geben könnte. Daneben aber sehen wir die ungeheuren Gefahren einer völligen Ucber- Siedlung nach Palästina. Zunächst polltisch: es darf nicht der Schein entstehen, daß die zionistische Exekutive ein Korrelat ist zur arabischen Exekutive. Die zionistische Exekutive spricht zur Welt nicht im Namen der pallistl. nenslschcn Juden, sondern im Namen des Wcltludcnlums; es ist aber äußerst schwer, diesen Tatbestand im klaren Bewußtsein zu erhalten, wenn die Exekutive in Palästina sitzt. Da/u kommt noch die Wichtigkeit der politischen Position In London und die Besonderheit der persönlichen Verhältnisse in unserer Leitung. Es ist undenkbar, unsere politischen Führer zu „Ambassadorcn" in London zu degradieren. Mau muß vielleicht die Körperschaft in Undon verkleinern und die in Jerusalem vergrößern. Mau muß eine Interne Neuordnung vornehmen, die Arbeit anders verteilen, man kann auf diese Weise alles Positive erreichen, was die Amerikaner wünschen. Aber wir haben großes Bedenken dagegen, daß die Verlegung der Exekutive zu einer Parole gemacht wird, und daß verkündet wird, die Exekutive der Zionistischen Welt- Organisation sitze nun in ihrer Gesamtheit In Jerusalem. Ucber olle diese Fragen läßt sich sprechen, es sind Fragen der Zweckmäßigkeit und nicht de* Prinzips. Wir können daher den Schlußfolgerungen unsere*» amerikanischen Brudcrblntlcs, (.einer Charakteristik des Unterschiedes zwischen amerikanischem und europäischem Zionismus, nicht zustimmen und wir hoffen, daß diese wenigen Bemerkungen dazu beitragen werden, unsere amerikanischen Freunde zu überzeugen, daß der deutsche Zionismus mit ernster Uchcrlcgting einen Ausweg sucht und gleichfalls das Bestreben hat, „den Dingen auf den Grund zu gehen." Der gcsnmipolnisclie ZfonlstenUg Am 1. Miirz begann in Warschau die grsamtpölnlsche Zionistcnkonfcrcii/, deren UmimVwcck die Vereinigung der bisherigen Distrlktsvcrbäude, der koitpirellpoliilscheii, westgallzlsclitn, ostgalizlschcn und Wlliiaer l^triktsorgaiiisntion, i<t. Die Tagesordnung der Konteren*, deren Beratungen drei Tage dauern sollen, lautet: t. LriHfnuitg durch Dr. N. Dawidsohu; 2, Statut der jloitliUischen Orgonlsallon in Polen; Referent Dr. J. Schwnrzbart (Krakau)j 1 Orgnnlsalionspioblciiic des XIV, 2luiilstciikonjjrc*ics; Referent J. Berge r (Wilun); •!. Jcwlsli Agency; Referent f. L«. wltc (Warschau); 3. Jewlsh Agency, Ihre politische Bedeutung, Ihre Rückwirkung auf die /loutslische Organisation und unsere Aufgaben nach Ihrer Konstituierung; Referent Or. M. Klitmrl (Warschau); 6, Neue Aussichten hl Palästina und der Aufbau de» Landes; Referent Dr, 12.Schrnorak (Lemberg); 7. Emigration, Immigration und Privatinitiative; Referent Dr. J. Gotllcb (W«r»chnu); 8. Landespötlllk; Referent Dr. O. Thon (Krakau): 9. Politische Arbeit der jüdischen Pnrlaincutsvcrlretuiig; Referent Dr. L, Reich (Lemberg). Vfcrle misrachlsllsche Landeskonferenz in Pofen Warschau. (J.T.A.) Am 53. Februar wurde In War schau im großen Saal der jüdischen Gemeinde die vierte Landeskonferenz den polnischen Mlsrachl In Anwesenheit von 3flo Delegierten aus 250 Städten eröffnet. Unter den anwesenden Delcfilorten zählt man 70 Rabbiner. Abg. Farbatein, Präsident de* Mlsrachl In Polen, eröffnete <lle Konferenz, Im Namen des palästlnensl scheu MUrachl begrünte Rabbiner Gold die Konferenz. Im Namen der allgemeinen Zionistischen Organisation sprach deren Präsident Herr Levite. Die Konferenz wurde auch von den Misrachi-Organisationcn anderer Under, vom Kcron Hajcseod, vom Natioiialfond» und vom Pnlristinn.Anit begrüßt, Im Namen des Rabbinerverbandes begrüßte Rabbiner Braun* rot - Cccnstochnu, Im Namen der wcstg.illzlsclien Rabbiner Rabbi Asch die Konferenz. In der Sitzung vom 24. Pebruar wurde ein Permancnzausseluiß aus 35 Personen, sowie das folgende Präsidium gewählt: Dep. Farbstein, Dcp. Dr. Feldmann, Rabbiner BradL. Plsuk-Rowno, Blaler« Lodz, Kotzenellcnbogen-Warechau, Dr. Hirsch, fcid-O.ilizlcn, Kolsn, Dr. Wltel, Aschkcnati, Rabbi OolU, Rabbi Braunrot, Dr. Mark, Rabbi Malrowicr T rus, Dornet und Engelmann. ' Eine spatere Meldung betagt: Warschau (J.T.A.). Nach viertägig«« Verband, hniidhinßcn wurde die vierte Konferenz der Misracbl-Organf. Sailen I« Polen geschossen, in längeren Ausführungen be. antwortete der Präsident der Landesorganlsatlon Dcp, Harb, stein die Einwendungen der Diskussionsredner und kam Insbesondere auf das Verhältnis der Palästina-Arbeit der Agudah zu sprechen, Er sagte, wenn es dem Rabbi von Oora Kalvarju (Qcrrcr Reblx) gelingen sollte, 100000 Juden nach Palästina zu bringen, oo unterstelle Uli mich ihn als Soldat. Hierauf hielt Rabbiner G o 1 d - J c r u. Aal cm ein Referat über praktische Palästina-Arbeit. Der Vertreter der ostgallzlschcn Mlsrachl teilte mit, seine Organl. satlon habe soeben 8000 Duman Hoden zweck* In. stnlllcriuig individueller Farmen erworben. Herr Lande hielt ein längere» Referat über die O a I u t h A r b e 11. Ucber die geistigen Probleme der Palästina-Bewegung sprach Dcp Rabbiner Brodt. Mcrr PIc Oler-Tcl-Awlw referierte über die Mlsrachl-Bnuk In Palästina. Dr. Feldman» »practi über die Probleme der Jugenderziehung! I. OrganUicruii,- tliicr zentralen Erzichungtorganlsation, 2. das Unterricht«. Programm, 3, die politische Unterlage des Ilrzlchunijswesens, TOr die Mlsrachl-Schulen, sagte der Referent, existiert keine jiddische Unterrichtssprache, eine Sprache, die wir im Qsluth angenommen haben. Wir akzeptieren die polnische Sprache, die uns praktisch notwendig Ist, und die bebralschc Sprache ül* unsere national-religiöse Sprache, Flitc gemeinsame Scluilbewcgung mit der Agudah ist i;rmvi. fi.lUlich zu wünschen. Wenn dies nicht gelingt, so bleiben uns als Ziel die Tnrbnth-Scliulen. — Iii «las Zentralkomitee wurdengcw.'ihlt: Dcp. Farbhteilt als Präsident der Gesamt. Organisation, ferner Dcp. Rabbiner Brodt, Rabbiner J, Nissenbaum, Lew In-Epstein, Dcp. Dr. Feldman«, Rabbiner AleschkoWskl, J. Tsehcrnnski, Sch. Landau, A. Sllbcrbcrg, M. Priwcs, J Engel, m a n n, A. NcufcldjKatzcnell bogen, Sch. Wassermann, A. Blum, Goldenberg, J. Zlmberfcnon und S. Reichert. Nnmerns clinsns und rjesaalpolnlsche Studcnleakonlcre« Wllna (I.T. A.). Auf der gcsanitpolnlschen Studentenkonferenz In Wilna wurde am 'J5. Februar die Fräße de« Numerus clausus für jüdische Studenten und Lehrer diskutiert. Mit Sö gegen 20 Stimmen wurde <icr Vorschlag de* natio. nalen Klubs angenommen, der besagt! Die Regierung wird aufgefordert, schon In allernächster Zeit dem Sejnt ein Oesetz. projekt über Einführung dcA Numerus clausus, damit der Zustrom der Juden zu den Hochschulen eingedämmt werde, vorzulegen. Inzwischen soll die Regierung alle Fakultäten auffordern, das Ihnen durch das Zirkular Olomblnskls eingeräumte Recht auf Beschränkung der Aufnahme neuer Hörer dazu auszunutzen, die Aufnahme jüdischer Uurer nuf ein Mindestmaß zu beschränken. Es wurde ferner ein Antrag angenommen, Diplome von Juden, die Im Auslände studiert haben, In Polen nicht zu nostrifizieren. Ein polnischer Rcgicrungs-Dclegicrter für Palästina Warschau. (J.T.A.) Im Zusammenhang mit den Beschluß de» Sejm, die Emigratlonsmögllchkcltcn In verschiedenen Ländern zu erforschen, geht nun die Rcfiicrunc daran, Delegierte in verschiedene Lander zu entsenden, um die El ii wand c rungsmüglichkc I tc u für poln Ische StaatBanßchörige zu prüfen. DcmnaVJbl beflibt sich ein Delegierter der polnischen Regierung 11 nch Palästina, desücn Aufgabe es sein wird, die üluwfttidcrii'igsinOKlichkcltcn In Palästina und den Nachbarländern r.u erforschen. Bekanntlich weilte schon ini vorigen Jahre ein Delegierter der polnischen Regierung In Palastina, doch stellten sich die von ihm gegebenen Informationen als oberflächlich heraus. Die Zahl der lüdisehen Emigranten nach Palästina hat Im Verlauf dieses Jahres die von Jenem Delegierten als möglich angegeben« Ziffer weit überstiegen, Der Krakauer „Nowy Dzicnnlk" meldet, daß die polnische Regierung einen Rcßlcrungsvertrctcr zur Eröffnung der hebräischen UncvcrsIlSt In Jerusalem entsenden wird. 1 u,maMM Vortragsabende Klse Liskcr-SehGler Dichtung In Ihrer Urform int Lyrik. Wie Lasktr Ist Ihr« reine und urofle Vcrklimlcrln. Unsere?.elt macht es den Dichtern nicht tolcht. Viele, die jetzt Schrift*lcller sind, haben vergessen, daß sie einmal auch Dichter waren. Damals als mc anfingen — Anfangen wollten. IXuin kam der Krieg "nd die lordcrung der neulicranfkoinmenden Zoll, mitzuhelfen beim Niederreißen und neuen Aufbau; Opfer zu Hein fßr die nichlunjj der Zukunft, Else Latker wachst wie eine Hiltcrhi altor Quellen, Ihre Lyrik Ist so männlich w|«t sie weiblich 14, Sie hat Tonn »!a Orund und Gerüst. Das will tagen, daß diese Lyrik „gesthen" Ist. Ocschen wie die ßroßcii Bildner Ihre Weike sahen, ehe «le schufen. „Aus Leben gehauen," au« Jenen Regionen wo die nicht leicht zerstörbaren D'/njjo Ihren Ursprung haben. In den Oedlchtcn „das Qcbet" und In den Venen tn Werfet Int die untrügliche LcRitlmstbn, Wenn »ruit sieht: „doch auf seiner Lippe Ist eine Nächtig«)! gemalt" dann manifestiert »leb etwa«, da* nur hier zufällig Stlntino wurde ul« AuHlmckswcg. Und oft Irren Ullder, die ah- «crUsenen» Leben sind, über Ihre Verse und man findet »lc dann ata einzelne lebende wwenstcllc zwüchen toten Strophen. Der Abend im Mclstcrsaal brachte schöne Ocdlchlc, von «.cnen einige Im Hand „Die Kuppet" entholten sind. Sie las auch eine der hebräischen »nlladcn. Ein Wutrcst der alten rophcllimcn, Frauen Im Dösen und Outen schwang dsrltt und wurde gröfic« farbiges QcntRklc mit dunklen und hellen r iföcn, wie von Sturmwolken. Wüstenwind fegt darüber hin. Von Ihren litiay» waren die menschlich schönsten Ober rrinz Marc, Peter HiHc. Pitcr Baum und Karl lUmKinami. Für das was nicht lobendlg wird, tritt Vlclofl, das mßhclos beschenk bleibt. Wenn sie In spielerischen Gedichten südliche liIKJer verschwenderisch und prächtig malt, wenn kleine Dil- T"w. w.lc w°rttcufcl zucken, dann l«5st sie olles ein. Und chmn dir es Apgar sein, da» ein Qcdrcht wiche »tolzo Zellen hat wlt im Wandsrllcd» Zwölf Morpcnwclten weit Verschallt der Oeist der Mitternacht, Und meine Lippen haben ausgedacht In stolzer Linie mit der Ewigkeit. , . . Auch Else Laukcr hatte es viel leichter gehabt, wenn 6lc aus dem vollen Reichtum des ostjfldlschen Liedes und Lebens ItSttc schöpfen können. In einem Gedicht klingen Claudiusverse als ob sie darüber klagten, Ihre große Begabung schuf sieh abor selbst einen Atiiweg, Well sie das Wort nur halb hübe« konnte, flüchteto sie In das, was Ihr ganz gehören konnte, in da» ßlld, Auf dem Weg Über die lllbel rctlote sie Form, Linie und die starke Spracht des Blute», Drei JaliriaoKnde indische Dlclilong (Rose Llchlcnstclu.) Dimer vierte Vormittag liiite. die gcUeUts Aufgube teillog, Rose Llchtcnstcln ist eine Vorlragsmclstcrin ganz großen Stils. Bei Ihren Dibclpsahncn »pllrtc. man nicht« von dem Hemmenden einer zwei Jahrtausende langou Zersplitterung. Sic las und gestaltete die Blbclworte wie eine der Prophetinnen oder auch eine der Frauen aus dem Stamme des wieder p,lück!lch gewordenen Hiob, In Ihr sah mau das oltc Volk dessen Mltimcr Propheten und Kämpfer waren und dessen Frauen bochi^wacliscn und stnrk mit den Frauen der Kanannltcr wohl den Vergleich aushlcltcn, Frauen, die In ihrem Blut die Ucberllofcrungcn und Träume der andern Völker trtißcn, aber In Ihrem Denken und Erkennen den neu errungenen Olaubcn naher Menschlichkeit — Olatibcit an da», was ftlr JiuLi gut war. Oott und Mensch stand als Ueberschrlft über den Rezitationen. Der Mensch der Blbt-l schreitet von seinen Dörgen In die Landschaft, die ßroß Ist und klar. Felsen sind die Worte. Die große Allegorie der Bibel In Psalm und Geschichte verlangt einen, dem man Jcdos Wort glaubt. Jede» Wort muß bewiesen sein, beglaubigt durch das Blut, Das Ist bei Roso Lichtenborn der PaII, Es gibt nichts, da» slo nicht umspannte, wsll sie vom Zenit ausgeht, und Ihre Stimme ist jeder FjM>derjmji gewachsen, Wenn sie das Wort „jubeln" spricht, dann klingt et wie frohe« Aufrollen aus einer dunklen Landschaft zur Hcllickclt, Mau möchte Rote Llchtcnstcln als eine der Frauen aui der Blhel sehen, über such mit der Sprache der Bibel, Sic erweckt Sehnsucht nach dem vorlSullg verschwundenen hebräischen Theater. Denn jedes Wort wird bei ihr zur Plastik oder zur bildklaren Malerei, Jede» Wort bekommt bei Ihr den ihm Innewohnenden Sinnenwert, Wßhcpimklo neben der Bibel wurden zwei kleine bardische Legende». In „Wunder und Freiheit" wurde klar, durch weichen wundervollen Schatz geistigen Ucberschus«c< Jahrtausende, der Unterdrückung «chadcnloa überwunden wurden, Oott selbst kann hier den Josua nicht überzeuper, denn die Lehre gehört nicht mehr Ihm, seit er sie den Menschen gab. Jetzt entscheidet der Oclstcsttrclt der Weisen. „Der Schrei de« Llstns üb« den Vtammtt", der von gleich« Art Ist wiees r.clbst und es trotzdem schlägt, ergriff In Schmerz und Aufrüttelung. Koae Llchtcnstcln Ist eine Frau mit Münnergestaltuns. Alles wa» sie gestaltet, steht bis zur letzten Faser belebt frei Im Raum, Da« Ist der weibliche Anteil Ihrer Kuust. Man sollte diese selten glückliche Einheit öfter auf den; Platz zu sehen, der Ihr zukommt. Vom Banea Ii Palästina Eingeladen vom Blau-Weiß, sprach Prof. Baer- Wald, der selbst laimc Jahre in Palästina gearbeitet hat, Über nnlast ncnsIscIiQ Uaulcn. Dieser Vortrag gehört zu einer höchst anerkoimcnswcrteo Vortragsreihe über praktisch« PAWstinaarbclt; deun der junge Pa.aitiuciiscr wird sein Lind mit den neuen Erruiißcnscliafteii der Technik erobern. Daß es damit allein nicht getan Ist, zclct gerade Prof- Baerwalds Vortrag »ehr deutlich. Seine ElnstcliuiiE 1*1 die unserer gesamten Jugend, die mit Palästina« Erdei wclclch noucs jndlschcs Leben erringen will, Der gute Wille «Hein tut es aber nicht, — und da setzt Prof. Baerwalds Kritik ein .,.iip1W,,lÄ!.,*t.0rleh,l ,mU darüber hinaus UdUchcr Orient Jüdischer Stil wücltst nicht von heute auf morgen, besond«-*» d« Wir kein« iWliche Bautradltlou besitzen, und iii den Linden-