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Jüdische Rundschau · 1925-03-03 · Heft 18 (3.3.1925) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 18 (3.3.1925)
Date
1925-03-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Kr. W TÜFDISCHE RUNDSCHAU Seite!Ö3 Die Wabablteo lo Transjordanlca Jerusalem. (J.T.A.) Der Qcsandte des Sultan- „icliMi Najd In Damaskus, gab am 25. Februar £j.innt, daß 10 000 Wahabiten, die Ibn Saud, den ytan von Najd, gegen die Haschimiten unterstützen, '(tf dem Kommando des. Emire Abdel Aziz, die gfCn2cnach Trans jordanlcn übe räch ritten h,bcn, und sich auf dem Marsche nach Amman, L, Re gcntrnsltz des Emirs A b d tt 11 n h, befinden. Während der Kampfe an der Grenze wurden tau- {fld Anhänger Abdullahs getötetoderver» t.pndct; die gesamte Grenzbevölkerung beiladet sich auf der Flucht nach dem Innen- |Jltd. Wie der Gesandte von Najd in Damaskus weiter plllcll», Ist es das Ziel der In Transjordanien eingedrungenen Wahabiten, den Emir Abdullah aus iem Lande zti vertreiben. Die Wahabiten waren schon einige Male in Transwdanlcn eingedrungen, das bekanntlich In dem britischen Mandat für Palästina eingeschlossen tet Im jugust vorigen Jahres hatten die Wahabiten die Hauptjiadt Transjordaniens, Amman, eingenommen. Im Interne der Sicherheit Palästinas entsandte damals die Pa- Ilstlna-Rcgierung ein Korps britischer Gendarmerie nach Tfonsjordanlcn; es gelang ohne große Opfer, die Wahajücn aus dem Lande hinauszudrängen. Emir Abdullah Ist der zweite Sohn Husseins. rj,n Saud hat gelobt, nicht zu ruhen, bis er alle Olicdcr der Haschlmitcn-Dynastie von ihren Thronen verjagt mBen wrref. Sir Alfred Moads Abschied von pjilstioa Jerusalem. (J<T. A.) Sir Alfred Mond trat am 24.Fetruir die Rückreise von Palästina nach England an. Am Tage xincr Abreise rlchtelc er eine Botschaft an die amerikanische bdcnhelt Im Zusammenhang mit der dort gegenwärtig vor ,<h sehenden Kcren Hajessod-Kampagne. In dem Schreiben Sir Alfred Monds heißt es u. a.: Nach eingehender Prüfung der Läse In Palästina freue ich mich, sagen zu können, daß der in den letzten vier [ihren erzielte Fortschritt ein überraschender ist. Der Wiederaufbau Erez Israels Ist gesichert, wenn nur das Bf Fortsetzung der Aufbauarbeit notwendige Qcld geschafft litd. Jeder Dollar, der jetzt geleistet wird, bringt mehr Salrcn, als es zehn Dollar nach zehn Jahren bringen werden. Jt höher der Autbaufonds, desto besser die Ergebnisse. Wenn rc Geldspenden I» ups am einfließen werden, so wird das kt Entwicklung des Landes sehr schaden, die Untcrnchnnin- »•tu müssen vor der Gefahr des plötzlichen Kapitalmangel» ittchützt werden. Die schon jetzt in Palastina lebenden amcrlbischen Juden fühlen sich sehr glücklich und hoffen, daß »eitere amerikanische Juden hierher kommen werden, um am Aufbau des Landes mitzuarbeiten. Soviel Menschen als möglich »Oten das Land besuchen, denn in jedem, der Erez hnel sieht, erwacht der Wunsch, zu helfen. In Palästina muß i".m durch die jüdischen Gründungen geschaffen werden, die Refjicruntr ist nicht imstande, Irgendwelche Unterstützung zu Kslen. wenn die neuen Siedlungen subventioniert werden, » werden sie sehr bald eine Stufe der Produktivität erreichen. Auf allen.Gebieten ist in Palästina eine zunehmende Tätigkeit n merken, in erster Reihe sind größere Kreditgewährungen ßr Häuserbau, Industrie-Gründungen und Landentwicklung wlwendlg. Die Kadoorle-SUdl Jerusalem. (J.T.A.) Mr. E. S. KadOorle ist berrits In Palästina eingetroffen. Er erwartet hier seinen Neffen, Mr. Menascc Abraham Ourgi, der mit ihmzusammen die Vorbereitungen für den Bau der Kadoorle-S tadt in Nähe von Afuleh treffen soll. Mr, Qurgl ist einer der lälirciKlen Zlonlstcn In Bagdad. Dr. Ariel B c n z I o n, der Vertreter des Keren Hajcssod Nahen Osten, ist in Jerusalem eingetroffen. Sein Besuch «tht mit der Legung des Grundsteins zur Kadoorie-Sledlung ta Zusammenhang. Bevor Herr Kadoorlc Konstantlnopel verließ, um tich nacli Palistina zu begebet, überreichte er der jüdischen Gemeinde eine große Geldsumme für die verschiedenen Anstah Er spendete 15.000 Pfund für den Bau einer jüdischen Stkule zu Balat, dem Irmsten Viertel Konstantinopels; 10.000 '«"Hl für den Ankauf eines Grundstückes zwecks Aufbaues ««» Kadoorle-Pavillons des Krankenhauses; 2.000 Pfund das jüdische Waisenhaus; 2.000 Pfund für den Hilfsto8<» der Bnel Brith; ferner namhafte Summen für andere •oMllilge Zwecke. fresse «Tee des Keren Haiessed la Berlin . I ür den 26. Februar, 4»/i Uhr nachmittags, hatte das Prä- 7™* des Keren Hajessod für Deutschland die Vertreter der dun l ihjcäöou tur ucuiauiiauu uic ytiunti un vl.i-ren Presse zu einem Prcssc-Tce, verbunden mit der 'Führung de« neuesten Paläsliua-Films, In das Hotel Adlon 3' «den. Die namhaftesten Vertreter der deutschen Jcrur. *lk leisteten der Einladung Folge. Der Relchsaußenwister Stresemann, der sein Erscheinen angekündigt /''• mußte im letzten Augenblick wegen der Erkrankung " Reichspräsidenten seinen Besuch absagen. Vom Aus- /'tlgen Amt waren u. a. erschienen: Staatssekretär ü'.ii ci!thofen, der designierte Generalkonsul für Pa. C»»> Och. Lcgatlonsrat Dr. Nord. Legationsrat Prof. Dr. t^ernheim, Konsul Dr. Kall seh, Gch.-Rat Dr. J 8li Konsul Litten, Konsul Zicmke, Herr v. Basse. it\ et A,lc Eroßcn Zeitungen und viele Provinzblätter haben " tlniadung Folge geleistet, manche Blatter waren durch n^fe prominente Rcdaktionsmitglicder vertreten, ftt. i ""»tkonsul Landau, Vizepräsident des Keren Ha. *«. .,0r Deutschland, hieß die Erschienenen willkommen, Äf die Vorführung des Films begann. Der Film zeigte ,0'"Bilder aus dem alten Palästina, dann eine reiche Folge tjh!; <Jern aus dem Aufbauwerk des heutigen Palästina. Man itl en Chaluz von seinem Eintreffen im Lande an bis zu Tätigkeit als Glied des arbeitenden Palästina. Man sah jlf fbclt in den modernen Industriellen Anlagen, sowie in den f|.,"tn Apfelsinen- und Tabakplantagen. Auch Bilder vom Anü cbcn« vt"" Haifacr Technikum und den Rudenberg-!turtn rollten vorüber. Der auch In technischer Beziehung lUntCene Film fand das lebhafte Interesse und den Beifall "Anwesenden. tkiLn eln« Pause hielt der Präsident der Zionistischen Ver. Äne für Deutschland, Kuit Blumenfeld, eJnt An- /A,che an die Oiste, in der er Erläuterungen zu dem Film W?Ä d|f neueate Entwicklung in Palästina schilderte. Zum m,t b«»ntwortete Herr Blumenfeld mehrere yon den Jour- ^"Cl» »n ihn gestellte Fragen. ci ö cEä ^.U. Der neue Wohobi-Fcldzufj — Erschwerung der Palästinafohrten — Der Dodenvcrlcauf der Agudas Jfisroel — Choluzkonfercnz in Berlin — Anrwort nach Amerika RW. Berlin, 1. März. Den letzten Nachrichten zufolge Ist der Kampf In Arabien, der einige Zelt geruht halte, wieder ninigebrochen. Ucbcr die Eigenart dieses Kampfes und die nach der Einnahme von Mekka entstandene Situation Informierte vorzüglich eine Artikelserie, die der bekannte Arabien-Forscher J. St, Phllby, der frühere Ratgeber des Emir Abdullah In Transjordnnlcii, der wegen «hier Meinungsverschiedenheiten über die englische Reglerungspolltlk in Trnnsjordanlcn seinen Posten verließ, vor einigen Tagen im Londoner „Daily Telegraph" veröffentlicht hat. Phllby hat Ende des vorigen Jahres eine Reise In das Krlegsgcblct unternommen und schildert jetzt die Lage der beiden Parteien. Man .bekommt daraus einen Eindruck vor allem von den Minlatur- Dlmcnsloncn dieses ganzen Krieges, sowie der beteiligten Staaten. Die Stadt Djcddah, die von den Wahabls belagert wurde, zählte einschließlich aller Flüchtlinge und des Heeres nur zirka 30000 Menschen. Die Wahabis In Mekka waren vom Meer abgeschnitten und bald stellte sich Mangel an gewissen lebenswichtigen Gütern ein, was natürlich zu Wucher und Unzufriedenheit des Volkes Anlaß gab. Die Frlcdcnsbcdingungcn der Wahabis, die vor allem Abdankung König Alls forderten, konnten von All nicht akzeptiert werden; bald erlangte die Kriegspartcl wieder die Oberhand und eine Tat militärischer Prestige-Sucht von Alis General entfesselte neuerlich den Kampf. Anfang Februar wurde das Bombardement von Djcddah gemeldet, als Philby bereits wieder In London war. Es Ist schwer, sich In der Fülle der widersprechenden Nachrichten auszukennen, so daß Hr bis heute nicht wissen, ob Djcddah gefallen Ist oacr nicht Allem Anschein nach aber hatten sich dort Alis Truppen und die Wahabis haben es vorgezogen, ihren Angriff zunächst In einer anderen Richtung zu entfalten." Sie sind in Transjordnnlcn eingedrungen und bedrohen die Herrschaft des Emirs Abdullah. Ibn Saud hat dem ganzen Hause der Haschimiten Vernichtung geschworen, und er scheint planmäßig vorzugehen. Es Ist noch nicht bekannt, was die englische Regierung zu tun gedenkt. Vielleicht wird sie Abdullah ebenso preisgeben, wie sie Hussein preisgegeben hat, obwohl die NichtVerteidigung eines Mandatsgebietes gegen eindringende äußere Feinde ein gefährliches Präjudiz wäre. Aber auch von einer anderen Seite scheint man die hochfliegenden Pläne Ibn Sauds mit Mißtrauen zu betrachten. Schon vor einiger Zeit würde gemeldet, daß Mustapha Kcmal Pascha dem Sultan der Wahabis hat bedeuten lassen, er rate ihm, seine Eroberungen einschließlich Mekkas aufzugeben und in 6ein Hochgebirge zurückzukehren. Es ist verständlich, daß die junge Türkei, die bisher während der Zelt Ihrer eigenen Inneren Konsolidierung 6lch an den Vorgängen In den ehemals türkischen Gebieten völlig dcslntercsslcrt erklärt hat, den Grofimaclitpläncn Ihn Sauds nicht gleichgültig gegenüberstehen kann. Der Plan der Schaffung eines großen arabischen Reiches unter Ausschaltung der Haschimiten würde bedeuten, daß Ihn Saud nach Beseitigung des Haschimiten Fclsul in Bagdad bis an die Grenze des türkischen Reiches vordringt. Ibn Saud hat die Absicht, eine allmuslimische Versammlung einzuberufen, um die Frage der Heiligen Statten zu lösen. Vielleicht spielt auch die Kallfatsfragc In seinen Erwägungen eine Rolle. Es scheint aber, daß sein Kampf aufgehört hat, ein religiöser Sektenkrieg zu sein. Jedenfalls sind die Vorgänge, die sich heute In unmittelbarer Nähe Palästinas nb«plclcn, einer aufmerksamen Betrachtung wert Die Verschiebung der Machtverhältnisse Innerhalb der benachbarten Islamischen Staaten, mit denen Palästina In enger Gemeinschaft zu leben gezwungen ist, kann auch uns nicht gleichgültig seht. Die Handhabung der Immlgratlonsgcsetze bei Regelung des Touristenverkehrs nach Palästina In dieser Saison (s. den Polnischen Brief In der vorigen Nummer der „J. R.") ist ein schönes Beispiel dafür, wie sehr Bürokratismus Selbstzweck werden kann und wie dann vor dem Idol bürokratischer Exaktheit der ursprüngliche Sinn der Satzung völlig zurücktritt. Die Immlgrationsbestimmungen haben den Zweck, Palästina vor Immigranten 2U schützen, die dort keine BcschMÜgung finden können und daher dem Lande zur Last fallen. Als soldrc haben diese Bestimmungen zweifellos eine gewisse Berechtigung und wir haben uns Immer gegen die sozusagen abstrakte Demagoge jener Zlonlstcu gewendet, die durch einen Regen von Protest-Resolutionen etwas an der Realität der Tatsachen ändern zu können glauben. Die Iinmlgratlonsbcstlnunungcn können mir den einen Zweck haben, sowohl das Land als auch die Immigranten selbst vor den Folgen einer unüberlegten Handlungsweise zu schützen. Leider aber ist es so, daß bei der praktischen Durchführung solcher Maßnahmen bald Sinn und Zweck in den Hintergrund gerät und man sich nur an den Buchstaben hält Vor dem Tribunal des toten Ocsctzesbuchstaben haben sich diejenigen vergangen, die als Touristen ins Land fuhren und später, als sie dort eine geeignete Beschäftigung ausfindig machten, t>ci der sie Ihr. Auskommen finden konnten, Im Lande verblieben. Aber faktisch haben doch diese Menschen nichts getan, wa6 dem Lande schadet, sondern Im Oo gcntcll, sie haben eine Lücke Im wirtschaftlichen Organismus, die sie entdeckt hatten, ausgefüllt Es Ist nicht leicht, zu sehen, wie es denn eigentlich anders 6cln K)ll. Man knnii doch keinem Menschen zumuten, dnß er sich unbedingt schon hier festlegt, und über seine etwaige Tätigkeit in Palästina Entscheidungen trifft, ohne an Ort und Stelle gewesen zu sein. Es hat für Ihn keinen Sinn, eine Elnwandcrungscrlniibnls nachzusuchen, er muß zuerst das Land kennen lernen. Was Ist da nattlrllclier, als daß er als Tourist fährt und — vielleicht ganz unvorhergesehen — sich dann im Lande entscheidet, dort zu bleiben. Es mag sein, daß irgendwelche krassen Unregelmäßigkeiten, die wir nicht kennen, das englische Konsulat in Warschau zu seinen rigorosen Maßnahmen veranlaßt hat. Es mag sein, daß die Ocsamthcit der polnischen Juden zu leiden hat unter den Folgen der Handlungsweise Einzelner. Dennoch .wäre diese Art und Welse der Handhabung der Einwanderungsvorschriften von einem Itöhcrcn Gesichtspunkt aus nicht zu billigen. Die Touristik wird nach und .nach ein wichtiger Industriezweig in Palästina, sie bringt nicht nur Oeld ins Land, sondern sie ist auch die beste Propaganda für das Land. Angesichts dieser Tatsachen müßten die verantwortlichen Behörden die Touristik mit allen Mitteln 'fördern, sie selbst anregen, alle Erleichterungen suchen, statt dessen sehen wir zum Erstaunen ein System bürokratischer Schikane, das wahrscheinlich viele Leute veranlassen wird, ihre Reiscpläue aufzugeben. Es wäre o. E. dringend notwendig, daß die zionistische Exekutive die Aufmerksamkeit der Palästina-Regierung auf diese Dinge lenkt, und um eine Aufklärung bittet Die Palästina-Regierung müßte verstehen, daß man einer Erscheinung wie der Touristik nach Palästina nicht mit „Sanktionen" gcgenübcrtrclcn kann, sondern einzig und allein mit dem Wunsche, das Wohl des Landes zu fördern. Die letzte Nummer der Blätter der Agudas Jisrocl (l)cllngc zum „Israelit") in Frankfurt a. AV, bringt an leitender Stelle eine Aufforderung der Palästina- Zentrale zum Kauf von Palästina-Boden, den die Agudas Jlsrocl im Emck Jcsrccl gekauft hat. Sic hat -1000 und später 17 001) Du natu erworben, die „nach dem Urteil der Sachverständigen außerordentlich günstig" sein sollen. Die Palästina-Zentrale der Agudas Jisrocl bietet diesen Boden öffentlich zum Verkauf an und zwar für 22 £ pro Dunam. Der Leser dieser Ankündigung traut seinen Augen nicht und meint, es müsse sich um einen Druckfehler handeln, wenn nicht die Addition der als Teilzahlungen angegebenen Beträge dieselbe Summe ergäbe. Dies Ist eine Tatsache, an der die Oellcntlichkelt nicht vorübergehen kann. Nach unserer 6chr genauen Kenntnis kostet der Boden Im Emck Im Einkauf durchschnittlich 3—4 £. Es handelt sielt ausschließlich um landwirtschaftlichen Boden, zum Teil sogar von mittlerer Qualität, manche Käufe wurden von den Gesellschaften der Zionistischen Organisation nicht abgeschlossen, well für den betreffenden Boden selbst ein Preis von H'a bis 2 £ zu hoch schien. Es Ist ein völliges Rätsel, wie die Agudah dazu kommt, diesen Boden zu 22 £ den ahnungslosen Käufern anzubieten. Es gibt dafür nur zwei überhaupt mögliche Antworten. Entweder die Agudas Jisrocl treibt einen unglaublichen Bodenwucher und verdient etwa 500 n/o an den Böden — vielleicht will sie auf diese Welse Ihre Parteiorganisation finanzieren —; oder aber die Agudas Jisrocl ist selbst ein Opfer ihrer eigenen völligen Uncrfahrcnltclt und Ahnungsloslgkcit, und hat tatsächlich einen Preis bezahlt, der dem von Ihr geforderten nahekommt. Ist das letztere der Fall, dann kann auch njeht genug protestiert werden im Interesse der Allgemeinheit gegen ein solches Vorgehen beim Bodenkauf, das die Preise zu einer uiicruchwingllchen Höhe hinauftreiben muß und geeignet ist, dem jüdischen Volke das Kommen nach Palästina völlig unmöglich zu machen. Wir wissen nicht, ob die neuen Ratgeber der Agudas Jisrocl, die in der neuen Zeitschrift der Palästina-Zentrale, auf die wir noch zurückkommen werden, Dutzende von Selten mit der Kritik der zionistischen Aufbauarbeit vollschreiben, auch für diese famose Bodenpolitik der Agudas Jisrocl verantwortlich sind. Jedenfalls muß unbedingt gefordert werden, daß die Agudah sofort hinreichende Aufklärungen gibt. Noch eine Bemerkung kann nicht unterdrückt werden. Die Konferenz der ngudlstlsclicn Palästina-Zentrale In Frankfurt a. M. konnte sich gar nicht genug tun In der Versicherung, daß die Agudah In echt kaufmännischem Oclst die Palästina-Arbeit führen werde. In Ihrem Prospekt wurde auch betont, daß die Ansicdlungskosten sich bei der Agudah viel niedriger stellen werden, und daß für 100—400 £ eine landwirtschaftliche Existenz für eine fünfköpfige Familie geschaffen werden könne. Wir erlauben uns die Frage: wie stellen sich die Fachmänner der Agudah diese billige Kolonisation vor bei einem Bodenpreis von 22 £? Wir sagten schon, daß wir jede Tätigkeit in Palästina begrüßen und uns auch über den neuen Kurs der Agudah freuen. Es gibt aber auch eine Tätigkeit, die dem Lande mehr schadet als nützt Es muß darüber gewacht werden, daß eine solche Tätig* kelt dem Volke als das dargestellt wird, was sie in Wlr'"rhkelt Ir * Die Chaluz'Konfcrenz, die'am 2-.. r^oiuar In Berlin eröffnet wurde, tagt noch weiter, während dies«

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