Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 17 (27.2.1925)
- Date
- 1925-02-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 154 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 17 Ucctialuz ood L V. L D. Von Heinz Nagler. Anläßlich der bevorstehenden dritten Jahrcskonfercnz de* Deutschen Landesverbandes H cc h n I u z (23. Febr. bis 2. Mitrz d. I.) hat die in Berlin erscheinende Zeitschrift „Hcchaluz" eine Sondernummer herausgegeben, die den Fragen der Konferenz gewidmet ist. wir entnehmen dem Lcitaufsatz von Hcbu Nagler, dem Leiter des Chatuz-Sekrctarlatt, der Z.V.f.D., folgende Abschnitte, die sich auf die Zusammenarbeit von Chalut und Z.V.f.D. beziehen: Die organisierte Kralt der Clinlu/bcwcgimg mußte In verstärktem Malte In allen Punkten Ihrer Arbeit In Kontakt und Beziehung zum allgemeinen Zionismus treten, und es war eine» der erfreulichsten Ergebnisse der zweijährigen Täüukclt, daß in allen Kreisen der Zionistcn und auch zum Teil der Nicbt/Ionislcn da» Interesse an einer großzügigen Hachschamh und Umschichtung zu palästinensischen Berufen wuchs, sich die aktivsten Oruppcn der Zionistischen Vereinigung um die Sicherheit und Fundlcrung dieser Arbeit bemühten. Daß diese Eifolcc in erster Linie auf die Tatsache der Existent eines .Hcchaluz" 7» setzen sind, gelit für uns besondere daraus hervor, daß diese wachsende Anteilnahme der Zionistcn an der Chahtzbcwcgung zu einem Zeitpunkt einsetzte, der aus der gegenwärtigen zionistischen Lage für eine lebendige Aufnahme des Clialuzgcdankcns nicht der Occlgnclste war. Oab es doch Zeiten, in denen die Bcrufsumschichlung zur Landwirtschalt unter den deutschen Zionistcn viel lebendiger und werbender waren, und stand doch zu dieser Zeit die zionistische Vereinigung für Dcutschand keinesfalls mit der gleichen nktiven Bereitschaft der Chahizarbeit gegenüber. — Aus dein skizzierten ist ersichtlich, daß die letzten zwei Jahre eine ganz neue und, wie wir glauben, IQr Stabilität und Beständigkeit der Arbeit günstigere Qcsamtlagc geschalten haben. Die Bewegung des „Hcchaluz" in Deutschland wird die In schneller Entwicklung gewonnenen Positionen nur sichern, Ihrer Organisation das eindeutige und klar idcoloqische Fundament nur geben können, wenn sie entscheidende Kräfte dem innerlichen und gedanklichen Ausbau des „Media, luz" zulührcn wird. Hier liegt die Aufgabe der diesjährigen Konferenz. Jedem, der in die Konstruktion des „Hcchaluz'' in Deutschland tieferen Einblick gewonnen hat, kann es nicht verschlossen geblieben sein, daO von dem fruchtbaren Verlaul dieser Konferenz es abhängt, ob der künftige Weg;nr Erlialtiing de» Errungenen und damit auch zur weiteren Vereinheitlichung aller Chaluzkclsc oder ob er In die Bedcutiinr.sloslgkelt und damit auch wieder zum Zerfall der schnelUufgcbauten Organisation in Ihre hündischen und parteilichen Bestandteile führt. Um den Erfolg der Tagung zu sichern, ist es notwendig, das Nlchtvcrbindliche aus dem Komplex der Fragen auszuschalten, das Verbindliche aber mit aller Entschiedenheit zu vertreten und auch energisch in die Praxi* umzusetzen. In diesem Sinne als nicht in das Wesen des „Hecluhiz" Kchörlg und damit auch nicht über die Möglichkeit der Anteilrühme an ihm entscheidend, möchten wir folgende Ocblctc bezeichnen: Die politische Stcllungde« einzelnen in Palästina und die Eigenpolltik der Uünde und. Parteien, soweit sie der ganzen Struktur nach nicht dem Wesen ■ des „Hcdialuz" Avidcrsprlcht. ' ' ■ Als politische Stellungnahme In diesem Sinne formulieren wir die Forderungen des S o z I a 11 s m u s in seinen Varianten von-der großen Kwurah.bls zum Moschaw, in seinen parteimäßigen Schattierungen von dem Mopslm bis zum Hapncl Hanir. Gerade der „Hcchaluz", der seiner Aufgabe nach nicht auf Gesinnung sondern auf Leistung aufgebaut Ist, wird in diesen Fragen niemals zu einer Festlegung kommen können, da (ür den endgültigen Standpunkt seiner Chawerim das Lcbci in Palästina selbst entscheidend sein wird, erst ISngere Arbeit im Lande ihm Aufschluß darüber gegeben haben wird, welche Wirtschaftsform gerade Ihn zur höchsten Leistung bringt, durch welche politische Partei er seine persönlichen, nationalen und sozialen Interessen am stärksten vertreten sieht. Aus dem Qcbictc cigcnpolitlschcr Aufgabe der Bünde und Parteien soll nur eine herausgegriffen werden, die heute zwar in der Debatte die akuteste, keineswegs aber die einzig denkbirc vorstellt: , Der Wille des Blau-Weiß zu bündischer Siedlung, Das grundsätzliche Bekenntnis eines Bundes zu eicenen Werken kann niemals Anlaß zu einer Aussprache über das Wesen des „1 Icchaluz" sein, zumal diese Siedlung innerhalb de« Gcsamlauibaucs der Arbeiterschaft ihre selbstverständliche Einordnung finden wird. Damit soll nicht etwa die Mtlnuiigs'uiflcruiig Innerhalb der Organisation „Hcchaluz" ertötet werden, nach wie vor sollen die Anschauungen über richtige und falsche Kolonisallonsniethoden in gegenseitigem Ucbermigungswillcn zum Ausdruck kommen. Ob aber diese Ansicht richtig und jene Vorstellung von der Lage der dcutjchcn Chaluzim in Palästina falsch ist, kann niemals mit den (iiundfragcn nach dem Wesen des „Hcchaluz'' verquickt werden, darf auch niemals zu einer Klassifizierung nach „richtigen, halbrichtlucn und falschen" Chawerim führen. Keine Oruppicrung wird sich mit Hecht eine derartige Zensur Ri'falien lassen können, und unsere Aufgabe wird es sein, das notwendig Gemeinsame, d. h. die Dinge herauszustellen, ohne d,c ein „Hcchaluz" in Deutschland überhaupt nicht ßcdsdit »erden kann. Die so gewonnenen Erkenntnisse «ollen dann «IlcrdliiRs mit Entschiedenheit vertreten u:td realisiert werden. Unserer Meinung nach resultiert der Schwerpunkt des •.'JecliMiiz''' nus folgenden vier Kräften. Seiner Autonomie, *^»»cr Monopolstclluiif; Inder Chaluzbewegmig, seiner Zugehörigkeit iur Histadruth und der Kooperition aller in der Organisation vertretenen Gruppierungen. Wir stellen die Frage der Autonomie an die erste Stelle, wc'ä uns hierin Klärung vor allem notwendig scheint. Wir Pj^ubcn. daß einer der cnlscheldenstcn Faktoren gerade für ™ Clialuzbcwcgung der ist, daß sie über Wege und Ziele "'"•r Arbeit aus eigenem Willen entscheidet. Als sich die '"üiu/hn zu einer eigenen Organisation zusammenschlössen, yt es gerade diese freie Entscheidung zum Zusammengehen, t «,t: In schneller Folge zum Wachstum des deutschen Landesv«t)andcs fOlirtc. Was einem Chaluzsckretarlatc der Z.V.! >l)- niemals gelingen konnte, schuf mit verhältnismäßig ,geä nngen materiellen Kräften der „Hediahu". Uni muQ daran i Wegen sein, auch den letzten politisch noch so oppositionell gerichteten Chaluz zu erfassen: wollen wiraber das durch- '"'iren können, so bleibt kein anderer Weg, als die Mclnungsdl 5. und dlc Festsetzung der Arbeltsziele dem freien Spei «« Kräfte innerhalb der Organisation zu überlassen. Es ist Ii'1,*. n£ht unbekannt, daß die Z.V.f.D. vor allem dlc Mög- ««''Keil hätte, ein organisatorisch und materiell starkes Chsluz- «l KWeU«»t. gestützt auf die zionistuicheo Ortsgruppen und Bezirksverbände, zu schaffen; ob es aber die Eignung hltte, eine einheitliche und gefestigte Bewegung herauszukristallisieren, das Vertrauen aller Jn^cndbüiidc und Parlciungcn voll zu gewinnen, erscheint uns höchst zweifelhaft. Die bisherige Stellung des Jugciulsckrelatials Innerhalb der zionistischen Jugend dürfte gleichfalls ein Beweis dafür sein, daß eine derartige zusammenfassende Stelle zur Entfaltung nur kommen kann, wenn sie aus den Jugcndbündcn selbst herauswuchst, von ihnen gebildet und bestimmt wird. Wns überall schlecht und schwächlich ist, ist „Jugendpflege", und so könnte daher mich der Chahi/bcwcgitng in Deutschland nichts Schlimmeres geschehen, als daß man Ihr den Charakter der Scllntamligkclt nähme, sie zu einem Kessort der zionistischen Organisation In Deutschland machte. Da facto Ist es daher auch so, daß sowohl von Killen der Z. V. f. I). als auch von teilen der Chaluzlm Aufgaben und Vertretung Im Bereich des „I Icchahu" zusammengelegt worden sind. Es scheint uns «her notwendig, diesen Zustand aus einem faktischen auch In einem rechtlichen überzuführen. Es würde das in der Praxis bcJcu'.cn, daß die Zionistische Vereinigung mit Ihren Ortsgruppen dlc mit der Chnluzluth zusammenhängenden Aufgabengebiete eindeutig dem „Hcchaluz" überwiese und «laß das Chaluz- Sekretariat zu einer reinen Verlrclungslnstnnz der Z.V.f.D. beim „I Icchaluz" umgewandelt würde. Der Chaluzsckrctar ist dir Verbindungsmann zwischen l.nnd.svor.<taiid und „Hcchaluz" einerseits, Ist andererseits durch seine aktive Anteilnahme an den Arbeiten des „Hccliahu" geeignet, dlc Vorstellungen der Z.V.f.D. im Mcrkas zu vertreten und sollte evtl. mit einem bestimmten, dlc Mcrkascntschckhiiigcn aufschiebenden Vetorecht ausgestattet sein. Die^ praktische Arbelt muß eindeutig mit dem vollen Einverständnis der zionistischen Vereinigung für Deutschland beim „llechalur." liegen, d is groteske Fehdespiel zwischen Chahizsekretaiiat der Z. V. f. D. und „Hcchaluz" In Ihrer Kompc-teiizabgrcnzung hört zu Ounslcn der Klarheit der Org.inlsatiousforin auf. Bei der formalen Neuregelung, wie sie, von uns vorgestellt wird, Ist die einzige Instanz (ür die Machscharah und Cha'.uzaib.it In Deutschland der „!icchaluz". Die Z.V.f.D. hat Ihren Vertrauensmann Ihr diese Arbeiten In dem Chnlursckrel.'lr, der aber kei scin besonderen Ch.thi/sekrctnrlit vorsteht, sondern mit den Vollnachten der zioiilstiichcu Vereinigung für Deutschland ausgciüslrt an der Arh.lt des „Hcchaluz" teilnimmt. In welchem Umfange die Z.V.f.D. sich Im „Hcchaluz." gesichert sehen will, ist eine Frage, die den Landesverband zu beschäftigen haben wird, und zu der der „I Icchaluz" dann Stellung nehmen muß. Onimls.it/llch sind wir der Meinung, daß es In Deutschland zu keinerlei Konflikten zwischen „Hcchaluz" und Z. V. f. D. kommen kann und soll und daß wir Jede Sicherung besonders auf dem Ocblctc der Finanzen geben müssen und geben können. Wir wl iscn ferner, daß heute eine solche Regelung ohne die Zionistische Vereinigung für Dcutsdiland nicht möglich Ist, da von Ihrer freundschaftlichen Haltung die Autorität des „Hcchaluz" in den Kreisen der deutschen Zionistcn und vor allem teilte finanzielle Beweglichkeit In starkem Maße ahVuigt. Es l»t aber andererseits mich unsere Uehcrrrugiing, daß die Z.V.f.D. nus dem Bewußtsein Ihrer materiellen Macht sieh nicht vor der Erkenntnis verschließen wird, daß die Autonomie des „Hcchaluz." dis sicherste Unterpfand für weiteren Bestand und fortdauerndes Wachstum der Chahubewegung in Deutschland Ist. Wir erwarten, daß die Zionistische Vereinigung für Deutschland sich zu dieser Frage in unserer Konferenz ausführlich äußern wird. (Im folgenden begründet der Verfasser dann die .For. dcruug auf Zusammenschluß all er Chahizhi Im „I Icchaluz", ferner das eindeutige Hckcnntuls zur palästinensischen Ar« belterschaft und schließlich das Postulat einer Kooperation aller Chaluzgrunpcn, insbesondere eine cncrcrc Verbindung zwischen ostjüdischen und westjüdischen Gruppen.) Zu unserer Golospolillk*) In seinem unter obigem Titel in Nr. 14 der „Jüdischen Rundschau" erschienenen Aufsätze behandelt Dr. Fritz Löwenstein die zionistische Gcmcindcpoütik und kommt auch auf die Geringschätzung dieser Arbeit durch die zionistische Jugend zu sprechen. Es r.cl mir als jungem Zionistcn gestattet, einiges hierzu zu bemerken. Unsere Bewegung leidet am Mangel au tatkräftigen Mitarbeitern. Die wenigen Menschen, dlc wirkürh positive Arbeit zu leisten imstande sind, vcrgctileu zum Teil Ihre KriHte für nicht/ioiiMi-.ehe Dingr. — Wir sehen z. It. In Polen, wo die ZiouiMcn nktiven Anteil au der Staats- und Gemeinde* poh'Uk nehmen, daß die zionistischen Leistungen auf das denkbar niedrigste Niveau gesunken sind. Man sehe sich doch die Kercn llnjessnd- und Koren Knjeincth-Auwcisc an. Man mag die Niedrigkeit der nintjünge mit der verzweifelten wirtschaftlichen Lage der polnischen Juden erklären, Tatsache bleibt doch, daß durch die Zersplitterung unserer Kräfte die zionistische Arbeit leidet. Und was wird In diesem Reservoir des jüdischen Volkes für die Jugend getan? Nichts oder fast nichts. Was nicht aus eigener Initiative von der Jugend selbst geschaffen wurde (und dies ist her/lieh wenig), wäre auch nicht gemacht worden, denn es besteht ein furchtbarer Mangel nn Mitarbeitern, und diese wenigen, anstatt ihre erste zionistische Pflicht zu erfüllen, befassen sich mit Laudespolitik. Dieselbe Gefahr besteht auch für die deutschen Zionistcn, denn hier wird o$ auch nicht besser werden, falls unsere Mensrhen gezwungen sein werden, Ihre Kräfte zu teilen, Als Beispiel kann der Niedergang der Ortsgruppen dienen, deren luhrendc Mitglieder In Logen, verschiedenen Verbänden und Vereinen mlurnciten. Man spricht so viel von zionistischer Oaluthpolitlk. Unsere Oalutharbclt darf nur In Propaganda, Geldbeschaffung für den Aufbau und E r z i c h u n g der Jugend zur C h a I u z I u t h bestehen. Jede mit diesem Programm nicht In Einklang; «teilende Arbelt entfernt um von unserem Ziel. Die sozialistische und kommunistische Bewegung hat es verstanden, ihre Mitglieder zu tatkräftigen Mitarbeitern zu erziehen. Es ist ihr auch nur deshalb «lungcn, Ihr Ziel zu erreichen. Die Mitarbeit nn Wohltällgkeitsvereiuen und an der Qcmclndepolltlk Ist äußerst wichtig. Für uns Ist aie schädlich, well sie uns von unserem Ziel entfernt. Will man cJn Ziel erreichen, muß man jjanz konsequent darauf lossteuern und sich nicht von Ocfühlcn leiten issicn, die einen, wenn auch nur auf ganz kurze Zeit, vom Wege abbringen. Unier Ziel ist weit und der Weg schwer, deshalb dürfen gerade wir um nicht den Luxus erlauben, an anderen noch to wichtigen jüdischen Institutionen mitzuarbeiten, _ Chaim Bader, Köln. *) Beitrag zur Diskussion. Freunde der Jerusaletner Universität In Warschau fand vor einigen Tagen die Oeneulver. Sammlung des Vereins „Freunde der Hebräischen Universität In Jerusalem" statt. An der Versammlung nahmen mehr als 130 Mitglieder teil. Rechtsanwalt Stawsky eröffnete die Versammlung mit einer kurzen hebräischen Ansprache. Dann zeichnete er die Entwicklung des Ocdankcns der Universität in Jeru.tler^ angefangen von den Aufsätzen von Professor Scliapira Im. „Hamchz'' bis auf den heutigen Tag. In seinem Vortrag stellte Rechtsanwalt Stawsky dlc Entwicklung des Vcnim und «einer Ergebnisse während des letzten Jahres d.ir. Herr J. J. Posnnusky las daraufhin den Rechenschaftsbericht n Zahlen: Die Zahl der Mitglieder stieg In Warschau bis 745, außer den Mitgliedern In Lemberg und den Provinzslädten, deren Zahl 150 betragt. Es wurden Zweigstellen In Lemberg, Lublin, Beudtln, und Rowno gegründet. Es wurde mit den übrigen Provinzslädten verhandelt (Krakau, Wllna, Lodz, Radom), die bereits Bücher nn die Hauplslclle absandten und außerdem wurden Orts, komllccs gegiüiidet, die die Arbeit in die Hand nehmen werden. Iiis zum 30. November 1021 wurden 6900 Bücher in 7772 Bünden verzeichnet, bis zum 16. November wurden 2633 [Sucher In 2906 Bänden nach Jerusalem gesandt. Im Laufe de.) Monats Dezember wurden wcllcrc I5M Bücher In 2071 Banden auf. genommen. Zusammen wurden bis I. Januar Wx> Hücker in 10763 Bänden registriert. Im Laufe dieses Monats wurden fünf Kisten cuthaltend 1013 Bücher in 1165 Il m Jen nach Jerusalem gesandt, so daß Im ganzen bereüs 3611 Uucher In 4071 Bänden nach Jerusalem gelangten. Außerdem befindet sich bei dem Verein dlc Bibliothek Gordons, die mehr als \'M) Bände umfaßt, und eine groüc Sammlung von Zciiungen, die eben im Magazin des Vereins geordnet wird. Was den Inhalt dcrBQchcr betrifft, so sind die meisten von Bedeutung für die Bibliothek, und es befinden sich unter ihnen auch seltene und wertvolle Drucke, sowie eine Anzahl von llnndscluifteii, Nach der Verlesung de« Rcchciischaflsberlditcs sprach Ingenieur Mnsehc Körner über die Aufgaben des Vereins im kommenden Jahr. Er beleuchtete den Gedanken der Hebrj. Ischen Universität von allen Gesichtspunkten, vom wissenschaftlichen, politischen und nationalen Standpunkt aus. Die wichtigsten Aufgaben, dlc in allernächster Zelt erfüllt werden müssen, so berichtete Ingenieur Körner, sind Verstärkung drr Propaganda, Sammlung von Fonds für die Unlveridt.it selbst, und eilige Hilfe für die Bibliothek, denn diese Ist gegenwärtig die wichtigste Institution der U.iivcnitit. Nach langen Diskussionen beschloß die Versammlung, noch in diesem Jahre eine Ocldaktion zu veranstalten. Die Versammlung machte einen goßen Eindruck »uf die Preise; und die Zahl der Mitglieder und Freunde wädut vob Tag zu Tag. Die Ausarbeitung eines Plane« für die Prop». gnndatiktlon wurde einem besonderen Kmuliee übertragen, das aus den Herren Rechtsanwalt Staw.ky, Dr. Peker, Ing. Leschzinsky (dem Kassierer des Vereins), Herrn Artur Zwei bäum, dem Vertreter der Studenten, Herrn Trcll nanu und Posnansky besteht, die In allernächster Zelt mit der Aktion beginnen .werden. ..... Die Fx&Unuag der ürbrilschea Iniverslül Ein spezielles Komitee füV die Vorbereitungen zur Eröffnungsfeier der Hcbr/ilschcn Universität am 2. April 1025 wurde gebildet. Den Vorsitz führt Dr. Magnc« vom Provisorischen Komitee der Universität; u. a. gehören dem Komitee an: S. van Vrlesland von der Zionistischen Exekutive, Prof. Fodor, Henry Sachcr, S. Welzmann, J. Oordon, Architekt Kornberg, J. Jacobs und Q. Agronsky. Sncndcn lür die Uoiversllaisblbllotlick Die französische Kegleruni' hat soeben neuerlich der Bibliothek ein für die wissenschaftliche Arbeit an der Universität sehr wertvolles Geschenk überreicht: den „Corpus Inscibtionuin Scmlticarum" in 31 Bänden und die vollständige Serie der „Revue Bibiiquc" vom Jahre 1392 bis 1021. Die Bücher wurden auf Kosten der französischen Regierung bis nach Jerusalem transportiert. Dlc Universitätsbibliothek Irrusnlcm erhielt dieser Tage aus Antwerpen 55 Binde, sämtliches Prachtwerke aus drin Gehlrtc der Kmintgcsrhitlitc. Die Sammlung enth.tlt gr«i;ie Ausgnbru belijhchor Malor, u. a. d.is Werk Dulpiuck „Die allen Künstler Manderns" in sechs loliobäuilcn, das werk von Cnslcr-flerginniiiis „Dlc alte Kunst Flanderns»' In 3 Bänden. „Das Werk Rubens", von Rooses In 5 Bänden, Bücher über van Eyck, Ruhens, Roger van der Weydcii usw. Sämtliche Bücher sind in prachtvollc.i einbänden zum Geschenk gemacht worden. Eine jüdische Schule iu Rom? Der italienische Senator Prof. Pofacco, ein Jude, hat im italienischen Senat eine großangelegte Rede gehalten, in welcher er gefordert hat, dail die jüdischen Sehulkinder mc'it gezwungen werden sollen, dein katholischen Rilinionsuntctricht beizuwohnen, und daß sie überhaupt der katholischen Propaganda in den Schulen entzogen worden mögen. In einem Gespräch mit dem römischen I.T. A.-Vertreter äußerte sich Senator Polaccn, der ein In Italien sehr geschätzter Gelehrter und der gewesene Er/irhrr des Kronprinzen ist, ilher die I i.iße der Gewissensfreiheit in den italienischen Schulen wie foh;t: Ich kann feststellen, daß meine Rede im Senat einen sehr guteu Eindruck hinterlaucn hat, so daU das geplante Gesetz über das katholische Unterrlchtswc.cn in den elementaren Schulen wohl Aendcruiigcii erfahren wird, und die Kinder der religiösen Minderheiten In Hallen nicht allzusehr dem katholischen Einfluß ausgesetzt sein werden. Iis handelt sich darum, daß das gesamte UnterrlchtswcHen von kalhoüirhcin Ocist durchweht ist; aiirn während des allgemeinen Untenichte« werden Kirchenlieder gesungen und Gebctslonnchi hergesagt. Der neue Unterrichlsml ilsler Fedele. setzte Senator Polacco fort, hat mir das Versprechen gegeben, die Tratte zu unseren Ounstcn zu entscheiden; derweil liegt ein definitiver Beschluß noch nicht vor. In meiner Unterredung mit dem Minister habe fch darauf hingewiesen, daß 70) arme jüdische Familien in Rom gezwungen sind, Ihre Kinder In die allgemeinen Sehulen zu schicken, wo sie der katholischen Propaganda ausgesetzt sind. Die filtern dieser Kinder stehen In einem schweren Gewissenskonflikt. Es »ei darum am besten, für diese Jüdischen Kinder spezielle, vom Staate zu erhaltende Schulen zu schaffen. Senator Polarco schloß »eine Ausführungen mit der Bemerkung, daß die jüdisdie Religion und die jüdische Rasse kelnerlef Angriffe seitens der Oeselltchtft und der -.tätlichen Organe Italien* ausgesetzt liad.