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Jüdische Rundschau · 1925-02-27 · Heft 17 (27.2.1925) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 17 (27.2.1925)
Date
1925-02-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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TUHDISCHE RUNDSCHAU Seite 153 Octrachlonoeo Ober die OrgatüuUonsIrage Von- Dr. J. Hellmann. Mit diesem Beitrag setzen wir die Diskussion über die Organisatlonsfragc fort. Red. jrn iuOcren Schema, Konstruktionsform und dem Umfange . -•----- offenbart der dem Wiesbadener *i Fragenkomplexes < O^RlcrteflUße vorgelegcnc Rcorganlsatlonsplan eine "ctnichclnllche Wesensverwandtschaft mit dem Projekte, über J", codi vor und au! dem t3. Kongresse diskutiert wurde, fy doch unterscheiden sich beide Projekte grundsätzlich LoM I"1 Ausgangspunkte, wie In Ihrer Zielsetzung. Um £, weiteren Debatte strenge Sachlichkeit, Wlrkllchkcltsslnn!„d lebendigen Ochalt zu verleihen, muß nber Immer wieder Ljdc auf die P r o b I c m a t e 11 u n g zurückgegriffen werden. L spärliche und leider wenig ausgiebige Debatte auf dem tvjfgicrtcntag hat nach dieser Richtung hin Insofern doch (Ilten gewissen Gesichtspunkt gezeitigt, als dort die Frage fj'ch dem ideellen Ochalt, der inneren Geschlossenheit und den Erhaltunganilttcln, der existierenden Zionistischen Organiuiion In den Vordergrund des Interesses gerückt wurde: Der Zionismus als ideologisches Erlebnis, ats Lcbcnsaulgabc und Itbcnüinhalf, Ist unbestreitbar der Gefahr einer Vcrflachung ^«h das unbestimmte und philanthropisch gefärbte Eingreifen jtwisser, uns bis jetzt fernstehender, und sogar feindlich .(»er.übcrstchendcr Elemente, in dem Prozesse des Palästinajiuibsuwerkes, ausgesetzt. Das eigentlich zionistische Ideal i(( nationalen Wiedergeburt ist diesen Elementen nach wie ,ör unzugänglich. Das Eindringen dieser neuen Faktoren ij unsere Reihen droht immer stärker die bereits ohnedies IxVerrn, traditionellen Organisationsrahmcn völlig zu er. «hüllcrn und zu durchbrechen, wie die rein ideellen Faktoren der Bewegung durch die nüchternen Alltagsfragen der Geldummlungcn und der Deckung des Budgets zu überwuchern. Die durch eine Ober alles Erwarten für uns günstige ««lilischc Wcltkonstcllatlon In bis zum Kriege ungeahnten Dimensionen erschlossenen Palästina-Realitäten, haben eine Mehlige Massenbewegung für das Pal.istlna-Wcrk entfesselt, it unbestimmt, teilweise chaotisch verläuft und sich nicht ttt dem Oaluthlcbcn sich prinzipiell widerse:zcndcn zio- »«llsclicn Ideologie unterordnet und koordiniert und daher lieh such nicht in die Zwangsjacke ihrer organisatorischen Formen restlos einreihen lassen will U'td kann. Sie hat nicht ut ihren Ursprung, sondern auch ihre Existenzwurzcln in km Sentiment der spezifisch gahith-jüdischen Philanthropen- Piycliologie. Während die Organisierung dieser neu zugeiliomtcn Palästina-Philanthropen ein Ocbot unserer national- (ionomischen Anforderungen und national-politische Notiendij;kcit ist, muß andererseits wachsam darauf geacltlet «nien, daß ein unverwischbarer, dicker Trennungsstrich mischen Ihnen und uns, rein nitional-ldeoiogisch cingcstcLt'cn Imr.istcn, gezogen wird. So bekommt der seit Jahren uns kKliülligcnde Konstmktlonsplan der Agcncy in vollstem Umfinge seine Verwirklichung- und Exlstcnznolwcudigkcit; so erlangen wir zu einer Reihe von organisatorisch-reformef*clicn Maßnahmen, die unserer Organisation als uncinnchm. hier Schutzwall vor unberufenen Eindringlingen zu dienen H und so erhalten wir dauernd zwei selbständige, auf ihren Gebiete souveräne Organisallonsgcblldc, die, wenn auch nur m Teil, streng geschiedene Aufbaukomplexe haben. Es soll in diesem Zusammenhange ununtersucht bleiben, bielern die vorgeschlagenen MaOnahmen an sich die Eig- »e besitzen, das durch sie angestrebte Ziel wirklich zu weichen und ob wir notgedrungen bei der heutigen Sachte vorderhand und provisorisch zu einer mehr oder weniger «'eng durchgeführten Dualität, In organisatorischer Beziehung, raere Zuflucht werden nehmen müssen und dürfen. Wir <ollen auch nicht leugnen, daß die Fragestellung in der oben Derlen Form nicht nur einer abstrakt-doktrinären Denkart, «"dem zum guten Teil der Lebenswirklichkeit unserer ß:wc-!*>Z entspringt. Das Ist aber nicht der Wesenskern. Unterwerden muß In erster Linie, ob einer solchen, von einem Nimihis diirchsctzicn Konstruktlonsnrt dauernde Existenz- «^üctikclt Innewohnt, zu welchen praktischen Auswirkungen '< fuhren muß uud schließlich, ob wir so das primäre nc Problem tatsächlich erfassen. Wesentliche Mclnungsdiffcrcnzcn über die po!itisch-öko- "»liiclicn Gcgcbcnhcllen und fakiische Notwendigkeit einer •> schnellsten Tempo durchzuführenden, groß angelegten «jonisatlonsarbcit in Palästina, dürften sich kaum zwischen den;i'js!ina.Zionis:en und den Palästina Philanthropen ergeben, j^« kann wohl als unverrückbares Axiom unserer gesamten '«'jaiiisationsbcstrcbungcn präsumiert werden. Die gründlichen, gcgcnwIKig vielleicht unlösbaren Streitpunkte betten erst bei den Fragen nach der Methode, nach den!l'ion,i|.|<ullurcl.'cn Prämissen und Grundlagen des Kolonisaw^swerkes, W|c bei der Frage nach den Konsequenzen, die ws dem staatlichen Palästina-Ideale für unsere national cn Wachstum begriffen, daß nur der Ocdankc an die Notwendigkeit einer konzentrierten Anstrengung für das rlc-jrnhalle Aufbauwerk In seinen allgemeinsten Linien noch die clniclncn Organlsationstcile zu einem, wenigstens äußerlich Oanzcn zusammenschmieden und zusammenballen könnte. Ucbcr das „Wie" des Aufbaues, Ober seine soziale und kulturelle Struktur, besteht zwischen den Hauptgrupplcrungcn Innerhalb des Zionismus eine, vielleicht nicht weniger tiefe und schwer zu überbrückende Kluft, ats zwischen der Palästina-Philanthropie und dem Palästina Zionismus. Eine dauernde organisatorische Grenzziehung zwischen Substanz uud Attribut wird uns also nicht nur nicht die ersehnte Sanierung durch engeren Zusammenschluß bringen, nicht nur nicht die urfrische Werbckratt zurückgeben, sondern umgekehrt, unaufhaltsam zu einem nach tntcresscngeslchtspunktcn sich vollziehenden Zerfall führen, so daß wir anstatt einet einzigen, einheitlichen, ungcschwScht wirkenden Organlsatlonsgcblldes, politischen Aufgaben in den Oaluthländern ergeben. Das *it!<I oder sozusagen die Substanz unserer Bewegung ist ^eutig beslimtnt, konstant und allgemein gültig. Fraglich '"•'J liciß umstrüten sind bloß das Wie und Wann, d. h. die '''biliären Formen und die Farbe dieser Substanz. Das W der .Agcncy-Orrranisallon soll demnach der «ubstanda< der Zionistischen Organisation der attributärc Teil 'Mn. Eine solche augenscheinlich gewaltsame Auseinander- •--an? von Substanz und Attribut ist aber nicht nur un- 'uilich und logisch unmöglich, sondern auch unzweckmäßig $ faktisch schädlich. Ein jedes Attribut bekommt und seinen bildenden und schattenden Wert &uncl\Uc(UWh H ,' 5clnc dauernd engste Beziehung zu einer bestimmten wj, ni um* mun Wang- und wirkungslos verschwinden, ^!~, cs dieser Wcclisclwirkung verlustig geht. Insofern .Zionistische Organisation auf die Erziclung propagau "c':" und erzieherischer Wirkungen ausgehen soll, ist »„ «hroffe Orcnzschcldung hierfür Jedenfalls das denkbar i^'ßnetstc Mittel. Derartige Wirkungen können nur dakl trilc't werden, daß man seine Ideen mit lebendigem U^ung un(j c]irnc|,cm Pathos In das Volk trägt, mit den Va Icbt Umn,cnt **urch Partelschrankcn sich vor dem ^»f abschlicnt und entfremdet. Insofern cs sich aber für U1-lo"istlsclic Organisation um die Einflußnahme auf die «(?I,8Rcstaltung und Lcbcnsformung handeln soll, so wird ^er n r cln 80,cne Mission notwendige Einheitli.hkeit und e\- PcscMossenhclt schwerlich, selbst nach all den noch ich ausgeklügelten Organisationskombinationen, nach ^•nicrung de aubitantiellcn Bestandteiles aus dem Bereiche k, t'°Uvcrinen Entscheidungsrechtes, erringen und bchaup N»iu tn* Dcr Dilfcrenzierungsprozeß Innerhalb der Or 'ujj ,on angesichts der Immer weiter um sich greifenden <Qteret4easphi(Ct! im Lande selbst in einem so rapiden %W&ZW&>?T»,'W*** «.» 'W"^>w>^ri;?W ,ai;i,fnypyjjayi ),.'\'.'.>• ^. ' * ' J v.i •:<!,iiS, '^•••^\'-'i^kf\. ^»"1 j^v. i^^S' v. tfP'Xr •••}, 1B»^*:?';>; .4.,, , »\t O ../ , mxzi&< "\ tm^mm i >■ ' ■ m ' ■ i ä w&m&mi .•*;v?v -s .• , ■ '."»'»■;•*>*» ■■ '. .».' ' >;' ' ••■f V' ,',V.'"'..' ' toUf»i n : n! -' ■« ■-'-«,,f zum mindesien drei, wahrscheinlich miteinander In fortwährende Fehde stehende, jedenfalls selbständig wirkende Gruppierungen erhalten. Den allgemeinen, sie. zu einer Einheit zusammenfassenden Rahmen, wird nicht die einer Jeden Substanz baren zionistischen Organisation, sondern eine neu zu schaffende Palästlna-Volks-Orga: loilon oder wenn man will, die Agcncy-Orcanballnit nh,»cbcii. Man wende nicht ein, daß die zionistische Agcncy-Dclcgntion dazu befähigt und berufen sei, als peniianc.ilcj Ucbcr- Icilungs- und Vcrbindungsrohr zwischen Substanz und Attribut zu dienen. Man muß schon gestalten, gerade über diesen Punkt einige otlcnc, wenn vielleicht auch innnchcn enttäuschende Worte zu sagen. Der gesunde Menschenverstand bäumt sich entschieden dagegen auf, daß die fifty-fifty- These auf die Dauer Lebenswirklichkeit behalte. Je en^cr unsere organisatorischen Orcnzcn und Souscräni ii'ss.hr.inkcn bestimmt werden, desto unwahrscheinlicher ist es, daß die Gegenseite uns eine solche entscheidende Stimme bei spätem, unausbleiblichen Kompetenz- und Machts(rcitl,<<;kci!cn zuerkennen soll. Solange man im Auge hatte, daß die Jcwish Agcncy sich au3 EinzclorganisaOoncn und zulalli'jcn Grupp erungen zusammensetzte, war es natürlich und vo.l.uil be.;iünde!, daß der ziouiuischcu Mnssriiorgnnisatlnn mimlcutcns soviel Bedeutung beigemessen wurde, wie allen nnderen Organisationen msainmcngcnommcn. In dein Moment aber, wo die Agcncy den organisatorischen Rahmen nhjehen hoII für alle diejenigen Elemente und Massen, die für den Palästina- Aulh.iti eintreten und sieh nu ihm aktiv lu'tcilij;cii wollen, erhält die Agcncy nu sich den Charakter dcrjc.tijr.cn Volks- Organisation, der allein Aulorität und Souveränität zukommt und keines, auch ideologisch noch so lioch stellendes Organlsatlonsgebilde kann dirauf prälendieren, mit Stimmengleichheit au der Agcncy beteiligt zu sein. Früh genug wird überdies die Ocgenscilc die ganze Zwecku.id Sinnlosigkeit jeglicher Arbeiten ihrer Bcra'.ungs- und Ausfülirungskörpcrschaflcn erkennen, wenn sämtliche Hauptfragen von vornherein durch eine unabänderlich vorgeschriebene, von außen her mitgebrachte, absolut bindende Richtschnur, eines überwiegenden Teiles ihrer Mitglieder vorbc.-.tlmmt uid vorentscliicdcn 6ind. Im Stadium ungezwungener und unverbindlicher Besprechungen ist kein Zugeständnis und keine Vcrsländigungslormcl undenkbar. Kaum wird aber die Probe auf des Excmpcl gemacht, kaum geraten hart im Räume die Meinungen über konkrete A'achtfragen aneinander, so Ist eine um so radikalere Reaktion unausbleiblich, je einseitiger und weitgehender In dem Vorsladlum die Zugeständnisse waren. Bei völliger Bewegungs- und Cnlschhißfrclhclt andererseits, wird der zionistische Agcncytcll sich derart ideologisch und faktisch mit dem anderen Teile vermischen, daß cs nicht nur zu neuen, die Einheitlichkeit der Organisation immer wieder bedrohenden Reibungen und zu einer KIuHvcrticfung führen wird, sondern vor allem seine llauptuinkllou als Ucbcrlcltungsclcttwtvt "«ijd einbüße« «\wssc«. A\s zcHwcttlne Einigung*« forme! und gewisse, wenn auch primitive, Ki^ystniktionsliuic ist die fifty-fifty-Thcse vielleicht l>eidcrscitig nkzepjcrbar; sie muß sich aber in der Praxis als ebenso unschOpfcrisch und unbrauchbar erweisen, wie der ganze höchst problematisch und seltsam aufgebaute dualistische OrgnulsatlonNjilnn, Wenig maßuud richtunggebend Ist die, den einheitlichen Charakter inscrcr Weltorganisation bestimmen sollende zlonislischc Ideologie für die wirtschaftspolitische Betätigung in den Qaluthländcrn. Schon heute wird sich kaum eine Formel von einigem Inhalte auffinden lassen, die so allgemein uud doch nicht bis zur Lächerlichkeit dcutuugHVol! I»t, daß sie (ür alle Landesorganisalioiicn und einzelnen Organisation!« teile als bindend oder zum mindesten tcndcnzbcstlmmcnd akzeptabel erscheinen könnte. Koalitionen zwischen den eifrigsten zionistischen Bannerträgern und den schlimmsten Feinden einer elementaren, nationalen Einstellung gehören nicht zu den Seltenheiten, wenn es darauf ankommt, gewisse Maclitposiiioncn in einem bestimmten Laude zu erobern oder zu behaupten. Noch häutiger tritt naturgemäß die erbittertste, politische und wirtschaftliche Fehde zwischen den einzelnen zionistischen Gruppierungen, innerhalb fast eines jeden Landes In die Erscheinung. Dieses hängt erklärllchermaßcn mit dem »peiltischcn, lo/lnl.po'lllschcn Inlcrcsseimiilleu und wlrtichaltskulturellen Lebensbedingungen In einem jeden Laude und einer Jeden Gruppe zusammen. Bei dem heutigen Zustande wäre schon viel erreicht, wenn wir alle zionistischen Landcsorganlsatloncn und Föderationen auf bestimmte, mini, male Richtlinien für die I lebrälsicrung und Nationalisierung unseres Unterrichts- und Erzlchungswcscns festlegen könnten. Wohl oder übel müssen wir mit diesem Sachverhalt rechnen und cs wäre nichts verkehrter, als diese Erscheinung nur zulälllgcn und vergänglichen Faktoren zuzuschreiben. Jedenfalls kann dieser notgedningene Sachverhalt eher schlechter ol» bcMscr werden dadurch, daß wir den Masscnanhang für chic Idcologlclosc Palästina-Aktion gesondert organisieren und isolieren. Bei allem Verständnis für das romantisch reizvolle Sichzurücksehnen in die Epoche des pathosrclehcn und schwung. vollen zionistischen Jungfcrntuins, von dem cln großer Teil unserer nicht gerade schlechtesten zionistischen Kreise an. scheinend erfaßt ist, müssen wir doch «ins rückhaltlos /u dem Schlüsse bekennen, daß eine organisatorische Grenzzlchnng zwischen dem substantiellen Kernpunkt unserer He. wegung und deren attrlbutärcn Formen, wohl hochnotpeinlich als Provisorium, als Uebergangsetappe denkbar und wahrscheinlich auch unvermeidlich ist; als Unterlage eines normalen, permanent wirkenden und ordnenden Gebildes jedoch Ist sie schon deshalb unbrauchbar, weil sie an ihrem inneren logischen Widerspruch und verhängnisvoll praktischen Auswirkungen früiicr oder später in sich selbst zusammenstürzen muß. Ein Organlsationsgchätide auf der Basis einer so durch gängigen Zwiespältigkeit ist von vornherein baufällig. Faktisch steht vor uns auch keineswegs die Frage nach den Konscrvicrungs- und Ncubclebungsmögllchkcilcn aller Organlsntlonsschrankcn. Ein jeder solcher Versuch wäre ein Syslphiiühcglnncn, nachdem diese Schranken unter der Fülle und Wucht der neuentstandenen Aufgabcnkomplcxe schon längst und völlig In Trümmer gegangen sind. Sic iiabcn sich In keiner Bc/Ichuug als den riesenhaften Ncuinlordcrungcn gewachsen gezeigt und mußten daher als Enlwicklungs« und Aktlonslicinmuugcn aus unserem Dcwcgungslcbcn verschwinden. Neue Inhalte erheischen neue Formen und cs wäre sehr traurig um die schöpferische Berufung unserer zionistischen Bannerträger bestellt, wenn sie nicht diese „geschlrhtsphllosophischc" Binsenwahrheit zu erfassen und danach zu handeln in der Lage wären. Der Vorkricgszionismus hatte keine staatlichen Aufgaben des Aufbaues, der Verwaltung und der Flnanzvcrsorgung. Die Aufgaben der nationalen Propaganda, der Erziehung und der Oaluthpo'.ilik konnte unsere Organisation mit gutem Erfolge vollbringen. Heute, da unsere Aufgaben quasi staatlicher Natur sind, muß auch der Rahmen unserer Bewegung staatlich basiert und gebogen sein. Nicht Konservierung und Ncubelebung Ist der Kernpunkt unseres Orgnnisntlonsproblcms, sondern die Schaffung neuer Formen, eines neuen Rahmens, der die gesamte Masscnenergic und nationale Polenz In all ihren Nuanclcntngcn und Ausstrahlungen zu umfassen und in einer dauernden lebendigen Wirkung zu erhalten, geeignet Ist. Nicht vor Ncucindring. lingen haben wir uns zu schützen, sondern den Boden zu (Inden, der (ür alle, dem Palästina-Aufbauwerk dienstbar zu machenden Kräfte cln Rückgrat und Stützpunkt sein könnte. Oelängc es uns, die Scherben unserer alten Organisatbnsschranken zu einem neuen Rahmen zusammcnzukleHtem, so würden wir doch In der Lösung unseres eigentlichen Organlsationsproblems um keinen Schritt vorwärts gekommen sein. Nicht ein Ocfaf) für zionistische Ideologie haben wir zu schaffen, sondern einen zusammenhaltenden Rahmen für die Jüdischen Volkscncrglcn. . Dieser kann aber nur in der Form einer Palästina-Volks- Organisation oder wenn man will einer Agcncy-Orrjanlsation (auf den Namen kommt cs In diesem Falte wirklieh nicht an} Ins Leben gerufen werden. Vor einem neueit Aufstand In Tran*;|ordsi1en? Jerusalem. (J.T. A.) Fünfzig Scheichs, Führer der einflußreichsten Stämme In Transjoro'amcii, veranstalte cn am 20. Februar In der Hauptstadt von Transjordanicn, Amman, eine Kundgebung gc^cn dcui Premierminister des Emir» Abdu IIa, Rlknbl Pascha. Die Scheichs sandten ein Ultimatum an Emir Abdulla, den Regenten von Transjordanien, In welchem sie die sofortige Vertreibung Rikabi Paschas und seiner Anhinger aus dem Lande, sowie die Einsetzung eines „Rates der Repräsentanten" fordern. Man rechnet hier allgemein mit dem baldigen Ausbruch einer neucnAufstandsbcwcgunglnfransJordanlen Die Lnrje itr Juden In der Türkei Konstantinopcl. (J.T.A.) Der neuernannte Generalgouverneur von Konstantlnopcl, SuleymanySamy Bcy, stattete dieser Tage dem Obcrrabblncr der Türkei," Be Jena no F.lfcndl, einen offiziellen Besuch ab. Die Unterhaltung betraf die Lage der jüdischen Institutionen. Der Ocncralgouverneur sagte, er sehe In den Juden eines der loyalsten und wertvollsten Elemente des Landes; die Juden mögen der Regierung voll vertrauen, luden und Mohammedaner seien Brüder, Kinder derselben Landesmutter, und cs kann zwischen beiden keinerlei Unterschied gemacht werden. Die türkische Regleruna, und du (iroQrtbblatt KonstantlnopeL (J.T.A.) DasQroßrabhliat dcrTütkct beauftragt die J.T.A, alle Ocrüchtc von einer augeblieh bevorstehenden Aufhebung des Großrabbinats durch die türkische Regierung zu dementieren. In verschiedenen Zeitungen Europas war mitgeteilt worden, die türkische Regierung beabsichtige, das Amt des Großrabbinats aufmheben und den Oroßrabhlncr des Landes zu verweben, ebenso wie der griechische Patriarch des Landes verwiesen worden Ist. Das GroDrabblnat legt Nachdruck aul die Fest- Stellung, daß an diesen Mitteilungen kein wahre» Wort sei. Amerika nd das PalSsllia-Miidit Washington, 19. Februar (WollO- Der Senatsausschuß für auswärtige Angelegenhelten hat einen Antrag gebilligt, wonach die Vereinigten Staaten das Mandat Großbritanniens über Palästina anerkennen. — (Amerika Ist bekanntlich nicht Mitglied des Völkerbundes, daher muß das Mandat von Amerika ausdrücklich anerkannt werden. A-d.RJ

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