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Jüdische Rundschau · 1925-02-24 · Heft 16 (24.2.1925) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 16 (24.2.1925)
Date
1925-02-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 147 Das nngarlscbe-indische Rätsel Von Ludwig Bato, Wien. y0B den ungarischen Juden wiB Ich heute erzählen. K'icht ^n ihrem großen Leiden, noch von den Bedrängnissen, ntcr denen sie nunmehr das sechste Jahr ihr Leben fristen. L.seS traurige Kapitel ist heute-In der ganzen jüdischen L"]t bekann«. Vo:i Ihrem Verhältnis zum Judentum will ich l*u'c *pfcd'c"i vo:> de Art und Welse, wie sie auf jjt Leiden reagieren, wie sie sich zu Ihren Brüdern Im ÄUJ]indc stellen. Vor dem Kriege, als m noch ein Oroß-Ungarn gab, war ijj ungarische Judentum dem Auslände "> gut wie unbel,nnt. Wc Führer der ungarischen Juden verstanden es, jJfl i«nd <',,cr chinesischen Mauer zu umgeben: von ju8cn her drang kein Luit In diese* Lind. Jede neue Jüdische Her, und mag sie no:h so erhaben gewesen sein, mußte m der ungarischen Qrcüzc Halt machen. Sie durfte nicht dlncl«! Wr tolchc Dinge bestand strengstes Einfuhrverbot. Wie ein Krün* umrankten /'onlitinchc Organisationen dl »es Und ringsumher. In Wien, Mahren, Oallrlcn, der julowlna, Rumänien uml Kroatien, Oberau gab es ein aufgebendes, begeistertes Natlonaljudcntum, nur Ungarn verbleit sich ablehnend. Und bekannten sich sclon einige tchcHlc junge Juden zu den Idcea TluoJor Hcrzls, da elnRffl <"c offiziellen Juden zur Regierung und berichtigten ,j|C Zlonisten des Landesverrates. Eine niederträchtige, verjfuwdcrlsche Kampagne wurde selten» der olfizicllcn jüdischen Kreise gegen den Zionismus eingeleitet. Ungarn beherbergte (jimals sieben Völker, wobei die Magyaren nur -10»;« der Bevölkerung ausmachten. In der Po'ltik gnlt aber als höchste Devise: „Wer kein Magyarc sein will, hat auszuwandernl" jeder Hinweis auf die Existenz eines jüdischen Vo'kcs wurde ton der assimilatorischen Presse, die mit größtem Behagen die ungeheuerlichsten Lögen über Palästina verbreitete, als Undcsvcrrat verschrieen und die Regierung gegen die bösen Zlonisten angerufen. Ab»r nicht nur der Zionismus, sondern auch die Pariser Alllance Israclitc und die Bcnd-Derit-l.o.qcn mußten daran jliubcn. Die Alliance hatte unter einer Million ungarischer Juden «och aus der* guten alten Zeit etwa drcmuiacrt Mitglieder; neue traten nicht mehr hinzu und d!c alten (tirben allmählich aus. Jeder Versuch, eine Bcnd-Dcrit-logc ia Ungarn zu gründen, mufltc naturr.otwendigerwclsc scheitern, ii man do:h nicht gut mit jüdischen Ausländern zusammenjenen tonnte. Am Ende würde die ungarische Rtgicnuig «-trklich r.o:h glauben, daß es ein jüdisches Volk gebe, Es wurde daher strenge darauf geachtet, daß Jedes Zusammenarbeiten mit einer ausländischen jüdisclicn 'Körperichaft vermieden werde. Dadurch, diö sich die ungarischen Juden In steigendem Malic nur der ungarischen Sprache bedienten, war der Verkehr mit dem Auslande ohnedies rrsrnwert, und nun trachteten sie, sich in jeglicher Be itcliung von ihren ausländischen Brüdern abzuschließen. Und darin waren sämtliche religiöse Richtungen einig: von den extremen Liberalen bis zu den schwärzesten Orthotfown. Sie bildeten sich ein, eine ungarisch-jüdische Kirche;u bilden, die mit dem Auslande nichts zu tun habe. Daun kam der Krieg. Oall/lcn wurde evakuiert und eine Anzahl jüdischer Hüchlllnge Imtlc doa Unglück, nach Ungarn verschlagen zu werden. Mit scheelen Augen betrachteten die ungarischen- Juden, deren magyarisch-nat'onalc* Oefühl im Kriege von den Führern noch mehr aufgestachelt wurde, diese Eindringlinge, die zum Teil Schläfcn!o:kcn und Kaftan trugen und to ausgesprochen jüdisch aussahen. Sie fühlten sich In ihrem ruhigen Assimilntioisprozef.se empfindlich gestört und befürchteten, diese rolnischcn Juden könnten möglicherweise die Magyaren auf die Idee bringen, daß ca so etwas wie' ein Jüdisches Volk oder eine Jüdische Solidarität gebe. Und so gingen denn die Jüdischen Führer zur Regierung und verlangten die Ausweisung der fremden Juden. Als SErsnsescr T^m^\iL]^mmvm:uuiw^w!xm Berliner zionistisch«» Vereinigung Vortrag Kurt BltimonfQld ob»»: „Palästina - Werk, zionistische Bewegung und deutsche KuBtur" Mittwoch, den 25. Februar, übend« 8'/i Uhr in itn 8p I ehern »M nn, Splonemstr. 8 M'.lnfahranftvCUit«n*r»finMihtUnkn>t«> b«lir«aUkOM«.Mk l — oann der Auswchbcfehl erging und die Zionbtcn gegen dies« hcrz'osc Maßnahme bei der Regierung Einspruch erhoben, erklärte ganz offen der Vertreter der Regierung und wies es nach, daß es slcti durchaus nicht um eine antisemitische Maßnahme handle, da die ungarischen Juden selbst die Vertreibung der „Politischen" forderten .... Einige Wochen später unterfing es der Redakteur des berüchtigten Budapester Asslmllnntcnblnttcs. Dr. Szalotcsl, die Sache damit zu entschuldigen, daß die gallzlachcn Juden au die it'ornlischc Höhe der ungarischen „O'aubcnsgctKHsen" nicht heranreichen .... * Der Krieg war zu Fsidc und damit auch die Idyllische Ruhe, der sich die ungarischen Juden viele Jahrzehnte hm durch erfreuen durften. Im Frühjahr 1910 brach die i'Oivjct herrschalt aus, die ungefähr vier Monate dauerte und an der sich viele Juden als Führer beteiligt hatten. Damit begann die judcnfcindlichc^JJcrjo lc in der Geschichte Ungarns, Das kommunistische Regime war aber lediglich der unmittelbare Anlaß, nicht die Ursache der n'umnehr einsetzenden Verfolgungen der Juden. Sic dauern nunmehr seit sechs Jahren und es Ist gar nicht abzusehen, wann das jetzige weiße Regime ein Ende nehmen werde. Wie verhielten sich und verhalt™ »Ich heule noch dl« Juden diesem Regime gegenübert So, wie es AMlmil.tnten olinc Rückgrat, ohne Halt gerleint, Sie glauben, durch Unterwürfigkeit, Liebedienerei, Lcisctre.lcrci, patriotische Versicherungen alles erreichen zu können. Die Saat ging auf: es zeigte sich, daß die Führer und Rabbiner vor dem Kriege gut gearbeitet hatten. Die, „ . „ . , Rabbiner predigten, das Judentum bestände aus Woiltätig- Ihre Rabbiner Uten an der Schaffung dieser ldco\>gie >i<c|t. Nun, woltitäticr könuc der Mensch sein, auch wenn er »■icker mit. Während es in Deutschland beim Kampfe für und wider die, Reform yrn ld cen, ging, waren diese -irn ungarische« Judentum schon lange ausgeschaltet. Rabbi Schimon, der Ocrcchle, kannte noch drei Grundlagen des Judentums. In Ungarn wurde die Zahl auf zwei herabgemindert, wobei die Grundlagen gleichzeitig eine Aus »cchslung erfuhren. Auf zwei Dingen beruht da« Judentum In Ungarn — und das lointc man im Laufe der Jahre in ^'o't und Schrift zum Ucbcrdruß icntchmcn •—: auf Wold Wijkcit und Patriotismus. Eine Vicrtclmilllon Juden be betbergt die ungarische Hauptstadt: Ihre großartigste Schöpfung tutd gleichzeitig ihr Mittelpunkt ist: die Chcwra Kidlsclia. Damit war ihr Judentum erschöpft, denn nie fühlten »Ich ab Magyaren und nur als Magyaren. Es entstand in tllcsem Lande em Judentum, das weder eine Idee no:h »in Ideal hatte. Das Judentum stand ohne jeglichen Halt «f«. Die Folgen rollten sich bald zeigen. schon längst getauft Ist. Patriotisch? Nach der Taufe werde man als-Patiiot erst recht gewürdigt werden,'Und so ließen rieh in Budapest allein gegen Ende der fo.vjcthcrrschaft und zu Beginn des nein« Regimes ungefähr 20000 Juden taufen. Eine wahre Tatifepidcmle ergrilf die Judcnhclt, die am Judentum keinen Halt mehr hatte. Selbst ein Vorsteher der jüdischen Onncitidc ging zum Christentum über. Aber all das half nichts, An der Universität wurde der „numerus clausus" eingeführt und Studenten wurden nur aufgenommen, wenn sie den Nachweis erbringen konnten, daß Ihre Eltern bercils geroene Christen waren. Die Juden spendeten lolic Summen für magvnrl-ieh-nationale und kulturelle Zwecke zu einer Zeit, «o die jüdischen Vereine am Ocldmangtl zugrunde gingen. Vergebens, der Haß hörte nicht auf. Das aus führenden Jüdin bestehende Budapcstcr Komitee des American Joint Distribution Comittee verleitete die Zcntralleitung dazu, die armechristliche Bevölkerung von Budapest mit Schuhwerk zu beteiligen, um die Ocmliter zu beruhigen. Die Folge war, daß die ungarischen Behörden, die die Verteilung besorgten, den Armen bekanntgaben, Seine Helligkeit der Papst hätte ihnen die Schuhe geschickt. Anfang 1Q19, noch zur Zelt der Karoly-Regierung, als Obcrrablncr Dr, Chajea In Budapest einen Votr*? hielt, gab das liberale Rabbiner-Seminar eine Erklärung ab, die wo'il einzig In der jüdischen Geschichte dasteht. Es hieß darin, daß das Judentum weder mit einem Voke noch mit einer Nutkn noch mit Irgend einem Lande zusammenhänge, ea acl lediglich eine Rcllgton. Die ungarische Regierung ging vor vier Jahren -daran, die letzten, noch in Ungarn gebliebenen gallzlschen Juden auszuweisen. Da erschien eines schönen Tages clu Aufruf de* RcchtüschuUbureaus des Budapcstcr Jolnt-Komitecs, in welchem dir «iwlöndluchen jUiiv» aufgefordert wurden, Ihre Adressen bekanntzugeben, damit man für sie eintreten könne. Die nnnen Leute kamen vertrauensvoll, gaben Ihre Adrcs'cn an, die vom Komitee sorgfältig gesammelt und nachher der ungarischen Regierung überreicht wurden .... Der Jüdische Abgeordnete Sindor «(klärte In einer Parlamentsrede: „Wenn Sic uns aus dem Lande verjagen, werden wir r>o:h an der Orcnze die ungarische Nationalhymne singen I" Diese widerwärtige Anbiederung au die Magyaren ging io wilt, daß die ungarischen Juden immer wieder erklärter», die Juden in den. vox Ungarn abgetrennten Gebieten sei«« mit Herz und Seele ungarische Patrioten geblieben. Hierdurch bereiteten sie den Juden in der Tschechoslowakei, Jugoslawien und Rumänien die größten Unannehmlichkeiten, aber sie wollten eben auf Kosten Ihrer auswärtigen Brüder als Patrioten gewürdigt werden. Pas änderte nber durchaus nicht den Sinn der Magyaren, die nach wie vor die Juden bedrängen. Während aber tu anderen Ländern des Gallith Bedrängnisse und Vcrfo'gungctt die Stärkung des jüdischen Gefühles und einen engere« Anschluß nu das angestammte Volk zur Folge haben, Ist das in Ungarn durchaus nicht der Fall. Die ungarischen Juden leimen — mit Ausnahme einer Sammclfahrt nach Amerika — jedes Zusammengehen mit den ausländischen Juden ab und schalten sich auf diese Weise allmählich aus dem lebendigen jüdischen Volksorganismus aus. Wenn die ungarischen Juden im Auslände erscheinen, kommen sie steh wie In einer anderen Welt vor, die sie nicht verstehen und die sie nicht versteht. Sie erinnern an einen Verschollenen, der nach jahrzehntelanger Abwesenheit in das Elternhaus zurückkehrt. Im Vorjahre fand In Antwerpen der Weltkongreß der jüdisclicn Studentenschaft statt. Da erschien auch eine Abordnung aus Ungarn, die im Laufe der Begrüßungen von der Tribüne fo'ge-ndc Erklärung abgab: „Wir sind hier erschienen, tun euch zu sagen, daß wir Magyaren sind und daher einem Verbände jüdischer Studenten nicht angehören «ollen I" Sprach der Redner und vcrlliß mit seinen Landsteilten den Saal. Diese Herren sind nur nach Antwerpen gefahren, Inn cV>rt in eine jüdische Tagung einen Mlßtotj hineinzutragen und gleichzeitig ihren Peinigern, den Magyaren zu zeigen, was für waschechte Ungarn sie sind! Ungefähr um dieselbe Zeit hielt der Budapester Ober» rabblner ki dem Vereine, der durch den numerus clausus vertriebenen ungarisch-jüdischen Studenten in Wien eine Rede Ober das Thema „Die Pflichten der jüdischen Jugend in Ungarn". Zur allgemeinen Empörung erteilte er folgende Antwort: „An der Zurückerobcrung der Landesteile mitzuarbeiten, die man Ungarn nach dem Kriege weggenommen hatte," Nun ließen es sich die jüdischen Studenten, dlo während Ihres Wiener Aufenthaltes den nationalen Geist in sich aufgenommen hatten, nicht nehmen, den Herren Oberrabblner Über die IMlichten der jüdischen Jugend zu belehren. Eine Aliordiiuiig der ungarischen Juden ging nach Amriika, um dort für die notleidenden jüdischen Institutionen In Ungarn Oeld zu sammeln. Bevor sie sich auf den Weg machte, sprach sie beim Ministerpräsidenten Bethlen vor und schwor ihm heilige Eide, m Amerika vor allem für die ungarischen Interessen wirken zu wollen. Das Ende d« Lfedc* war, daß die gulin'ormlcrtcn amerikanischen Juden die Horlhv-Agcntcn, die In einem fort von dem guten und aeul .ia.ij.jL_ ii1 i . welcher dieser Welten sie sich verbinden wollen. Der ergehende Osten rüstet sich zum Kampl gegen das eindringende Europa, die panasiatische Idee, heute noch kaum erkennbar, *ifd plötzlich zu einer alle Volker mitreißenden Macht werden - vielleicht wird Palästina Ihre Ooburtsslätlc oder ihr Vorr^ten... Obwohl in den Grundgedanken Wocfllchs vieles 'Khüg ut, scheint er uns doch in der Kritik der zionistischen ''oiitik viel zu weit zu gehen, und auch seine panasiatische '»wption In dieser geographischen Allgemeinheit dürfte '•«a angesichts der Umwicklung Japans u. i. — kaum «'cptabel sein. Aber stets muß ein so einsam Kämpfender Un,l Rufender extremistisch sein, wenn auch nur Elemente ''incs Ocdankcns In weiterem Umkreis sich auswirken sollen, ['fiug, daß Hocflich das Verdienst in Anspruch nehmen «an, vielen Zlonisten die Besonderheit des Zionismus als "«kkchr In den Orient zum Bewußtsein gebracht zu haben. üle geistige Wirkung Ist wesentlicher als die rein politische. . Nun, die Pforte steht offen j also hereinspaziert. Wenden *\r "ns zunächst nach Nordafrika, hier können wir genialische Landschaft und Leben aus eigener Anschauung »«inen lernen. Denn vor uns lieg» ein Band der „Orbis '"urum", der auf 240 Tafeln in Kupfertiefdruck die ganze :f«h» dieses Gebietes enthüllt»). Die großartige Unendlich- «tu der Wüste wechselt mit üppigen und fruchtbaren Oasen, Kulturdenkmäler, Reste stolzer Bauten mit ärmlichen J*hmhotlcn, das Getriebe der Städte und Feste und die '^"»ulichkeit des Hauses — all dies von Sonnenglanz fxreoMfn, von bunlffckleldeten, tiefblickenden, nahirnnhrn «ichen bevölkert, gibt einen lündruck von seltsamer Einn«i Henkelt. Wir sehen und spüren die Verwandtschaft Pa- ^«i«; viele der Bilder könnten palästinensische Aufnahmen r1": schmerzlich denken wir an den barbarischen Einbruch ii .,Cn' <lfPlanierten Stiles, an dem wir nicht ganz un- ^Mlg Bind. Dieses mit vollendeter Technik hergestellte ty* «igt die „Bcrbcrci", die Ocgcnd von der lyblschcn ^|t_bl» zum Riff, dieganze Breite Nordafrikai; daß auch Uha* .NoWafrika: Tripolis-Tunis-Algler-Marokko. Baukunst, ^«»chaft, Volksleben. Aufnahmen von Lehnert u. Landtttf». mit Einleitung von Ernst KQhnef. Verlag Ernat W|»»uth, Berlin V. 8. PreU 20 M. , mehrere spezifisch jüdische Bilder darunter sind, Ist angesichts der starken jüdischen Enklaven der nordafrikanischen Städte nicht verwunderlich. Im übrigen sind gerade die Unterschiede der vlnrclneti Teile Interessant. D.is Buch, drr erste Oricnt-Uand des groß angelegten Sammelwerkes „Orbis Tcrramm", wird jedem Freund des Orients Freude machen. In die nächste Umgebung des eben erwähnten Landstriches führt das Buch „Die ernte Durchqueriing der Sahara 1 in A u t o in o h 1Zwei frnnztislnhc Ingenieure haben die abenteuerliche Fahrt durch die Wüste, von Aluier (Tug^url) bin Tlmbnktiy drr HnitptMndt de» französischen Sudan, vollbracht und beschreiben nun Ihre Erlebnisse mit Land und Leuten. Ucbcr Aegypten berichtet der Kölner Professor Chr. Eckert In seinem Buch „Allvater Nil"*). Er beschäftigt sich vor allem mit den ägyptischen Altertümern, Tut-ench-amun, den großen Denkmälern versunkener Kultur, aber gibt auch guten Ein- 'blick in die jüngste ägyptische Geschichte und die politischen Probleme, die ja Inzwischen eich noch zugespitzt haben. Der etwas hausbackene Stil soll dem belehrenden, sachlich ausgewählten Inhalt keinen Eintrag tun. Der westliche Nordzlpfcl Afrikas, der äußerste Ausläufer des arabischen Orients, Ist zugleich ein besonders exponierter Posten der Front In dem erbitterten Vertcldlgungskampi" gegen Europa. Dort kämpft heute Abdul Krim, dort kämplte vor einigen Jahren noch R a I < u 11, der zuletzt zu den Spanlern übergegangen war, nach den neuralen Nnclirlchlm jedoch vor Abdul Krim kapituliert zu haben scheint. Raisuli Ist eine Oberaus Interessante Persönlichkeit, der den ungebrochenen Willen seines Volkes zu seiner Eigenart und Tradition verkörpert; er hat dem Engländer R. Forbe», der mehrere Monate bei ihm ru Gast war, seine Leben »erinnern n gen erzählt, die jetzt auch *:i einer deutschen Be- ' a) 0. M. Haardt -L Audoiiln-Dubreull: uDlc erste Durchuucruiig der Sahara Im Automobil". Ber, Uebertr. v. Paul Fohr. 53 Abbildungen. Bcflin-Oruntwald 1921. Kurt Vowlnckel Verlag. 5 M. ' . <) Bonn 192-1, A. Marcus u. C Weben Verlag. Mit 16 Aufnahmen. S M. arbeitung erschienen sind1). (Bei dieser Gelegenheit mag angemerkt werden, daß wir hier nur Erscheinungen des deutsehen nüchermarkte» anzeigen; zum großen Teil sind diese Werke bereits früher In anderen Sprachen, meist englisch, erschienen, es handelt sieh also um Übersetzungen. Die deutsche Orlglnallltcratur über diese OcgcnstSnde Ist relativ — bes. Im Vergleich rur englischen — heule naturgemäß arm.) Rnlstills Erinnerungen sind nicht nur fcnselndc Abenteuergrsrhlchtcn, sondern es steckt darin viel Stolz und Oröße eines untlonalbcwuOtcn Revolutionärs, Vorkämpfers des Ishm uml der Islnmlflchcn Weltanschauung gegen die Uchcrhebung der christlichen Nationen. Er Ist sich dessen bewußt, heißt es einmal, „diB arabische und europäische Natur so grundverschieden sind, daß aus einem Araber niemals ein guter Europäer werden kann". . . Diesen Buch vermag manche europäischen Vorurteile zu entwurzeln und die geheimnisvolle Lebenskraft des Orients glaubhaft zu machen. ... (Fortsetzung folgt) - uuotjrapUle und l'oilduic Wir erhalten folgende Zuschrift zur Veröffentlichung: Nachdem die Zeitumstände eine provisorische Unterbrechung In der Herausgabe der „Rcschumoth" feines Sammelwerkes für Historie, Ethnographie und Folklore der Juden) erforderlich machten, beginnen wir jetzt wieder mit der Herausgabe des erwähnten Sammelbuche»., Da» vierte Buch, das In diesen Tagen drju Dunk übergeben wltd, enthält wie die vorangegangenen, Memoiren, sowie wichtige und vielfarbige Beiträge zur Ethnographie und Folklore. Alle diejenigen, die für die „lietchumoth" geeignetes Material benitzen. und den Wunsch haben, dieses In dem obru gciinuitcn samnulwcrk zu veröffentlichen, werden hierdurch gebeten, solches der Redaktion an die nachstehende Adresse zuzustellen. Mit einer besonderen Bitte um beschleunigte Zusendung wenden wir un» an alle diejenigen, die palästinensisches <*) Raisuli, Sultan der Berge. Lcbcnscrinnerungen des marokkanischen Araberschclks. Ins Deutsche übertragen und bearbeitet von O. v. Haustein. 45 Abbildungen und Karte. Leipzig 1924, K. F. Kochler. 5 M.

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