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Jüdische Rundschau · 1925-02-24 · Heft 16 (24.2.1925) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 16 (24.2.1925)
Date
1925-02-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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*#* -«*' 1 Seite 140 IUED1SCHE RUNDSCHAU Kr. 16 rlg, sich davon ein klares Bild zu maclicn und wtr müssen noch ein paar Jahrzehnte der Entwicklung Palästina«, besonders seiner heute »och völlig Im Embryonalen steckenden kulturellen linlwickliuiß, abwarten, bevor das Problem der geistigen Wechselwirkung zwischen nationalem Zentrum und Diasnora klare Umrisse gewinnt Das eine jedoch können wir schon heute sagen: daß eine Diaspora von jüdischen Bauern und landwirtschaftlichen, handwerklichen usw. Arbeitsgemeinschaften national wertvoller und vor/u/ichen 7« nein scheint vor einer Diasnora entwurzelter Händler oder Borscnsplcler. Hin I.andjudciitum wird viel eher die sittlichen Kräfte haben, die der Erneuerung dos Volkstums förderlich sind und gleichzeitig die Voraussetzung bilden für eine rechtsdiaffcnciic Aufnahme des von Zion kommenden Wortes. Ein solches Lnndjudcntiiin könnte mit der Zeit in eine wirklich enge geistige Verbindung mit einem wahrhaft jüdische Werte schaffenden Ercz-Isracl treten. Das russische Judentum ist ohnedies durch eine Fülle von Beziehungen mit Palästina verknüpft, zum Teil durch ganz, persönliche Bande, und es ist nicht aitsgcschk>sscn, daß es mit der Zelt auch zu einem Personen-Austausch kommt, und wenn die natürliche Attraktionskraft des jüdischen Zentrums In [■rcz-Isracl stark genug sein wird, dann wird sie auch Menschen aus diesen jüdischen Kolonien zu bicli herüberziehen, denn letzte Bodcnslündigkclr werden sie in Rußland auch nicht finden. Dies r.ind allerdings Zukunftsphnutaslen, die auch zur Voraussetzung haben, dafl die chinesische Mauer, von der Rußland heute umgeben Ist, bald fallen wird, (ind ein freier Verkehr, »ber auch ein frcls Geistesleben In Rußland möglich icin wird. Wir wissen nicht, wohin uns die heute wieder recht verwickelte politische Weltlage in den nächsten Jahren führen wird; wir hoffen aber, daß wir von dem Wahnsinn eines Krieges gegen RulMand verschont bleiben und daß dann auch Sowjet-Rußland, von dem 6tiindigcti Druck seiner äußeren und inneren Feinde befreit, seinen eigenen Bürgern mehr Freiheit geben wird. Das jüdische Geistesleben, gegen welches die Sowjet-Behörden auf Veranlassung der jüdischen Kommunisten einen so erbitterten Vernlchtungskninpt führen, wird in Rußland nicht untergehen, und wir sind überzeugt, daß die jüdischen Kolonien, falls sie wirklich zur Existenz gelangen, der Mittelpunkt eines erneuten jüdischen Geisteslebens sein werden. Denn in keinem Volksteil steckt soviel potentielle jüdische Kraft wie in diesem russischen Judentum, das auch In Palästina alles Wesentliche aufgebaut hat. Wenn es gelingt, das russische Judentum — einfach im biologischen Sinne — heute zu retten, dann wird auch der Zionismus einstmals noch von der Kraft dieses Juden-!ums profitieren. Wenn die Kolonisation mißlingt, oder vielleicht gnmicht ernst gemeint Ist, oder, wirklich nur :lh; Schwindel, ist;:' darin' besteht - die' Oefaruy daß das russische Judentum, soweit es nicht nach Palästina auszuwandern vermag, zerrieben wird. Dies zur theoretischen Seite der Frage. Was die praktische anlangt, im glauben wir allerdings, daß das Palästina-Werk bei weitem vorgeht. Die Kolonisation in Rußland Ist vor allem eine interne russische Angelegenheit, sie ist Sache der russischen Regierung, wenn sie «uch das Judentum natürlich interessiert Da aber auch in ausländische Juden um Geld appelliert wfrd, so müssen wir zunächst vom allgemeinen jüdischen Standpunkt feststellen: Diese Kolonisation allein lös» keineswegs die Judenfrage, sondern höchstens die Frage einzelner Juden. Ohne ein starkes Palästina wird die russichc Judcnkolonic national wertlos sein. Darum gilt nach wie vor unsere ganze Anstrengung! den» Palästina-Werk. Aber es ist sclion von einer gewissen Bedeutung, wenn wir auf jenes Experiment nicht mit Mißgunst und Argwohn, sondern mit Wohlwollen und Sympathie blicken; und wenn gewisse Jüdische philanthropische Kreise, die nicht dem Judentum und dem Judenvolk, wohl aber einzelnen Juden zu helfen bereit sind, dafür auch Geld geben, vorausgesetzt natürlich, daß alle Garantien für eine nvcckentsprechcndc Verwendung geschaffen werden. ' Wir wissen, daß es Im zionistischen Lager auch andere Anschauungen über diese Sache gibt; nichtsdestoweniger hielten wir uns für berechtigt, auch unsere Ansicht an dieser Stelle vorzutragen. R.W. Ein ständiges Strelk-Stiiledsoerlcht In Palästina Jerusalem. (J.T.A.) Am 18. Februar fand In Jerusalem eine Konferenz 6tntt, die über Mittel zur Vermeidung von Streiks und Aussperrungen beriet. Der Konferenz wohnten Vertreter der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer, des Waad Lcuml und der Zionistischen Exekutive hei. Sic .tagte den ganzen Tag über bis spSt in die Nnclit hinein. Die Konferenz wfihllc ein ständiges Schicdsgcrichtskomitce, in welchem Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Vertreter der Zionistischen Exekutive und des Waad Leuuii Silz und Stimme haben. Dieses Schiedsgericht hat die Aufgabe, bei jeder Streik, gefahr in Palästina zusammenzutreten und die Differenzen zu schlichten. Das Komitee wird auch ein Arbcltsstatut für Palästina abfassen. Die ArbclterausspcrnjaflCQ Die Tageszeitung „Haare*" in Tel-Awiw, die bekanntlieh den gemäßigten Standpunkt drr sogenannten Allgemeinen Zioni-lcn In Palästina vertritt, nimmt in ihrer Nummer vom 0. Februar Stellung rn den A r b e 11 c r - A u * a p e r u n g e n In Tcl.Awlw, über die wir hier einen Artikel von Muses Tie (lins ou veröffentlicht liah.Mi. Das Blatt wendet s-ich dagegen, dar» die Unternehmer, die in einem Aufruf erklärt haben, daß sie aus nationalem Interesse gegen ihren Willen sich rn dem Schritt entschlossen haben, vorher nicht clnm.il dun Vernich 'gemacht Imbun, die Vermittlung der natlonalcu Institutionen, des Waad Lrutiil oder der zionistischen Exekutive anzurufen. Aber mehr als da«: Die Vereinigung der Industriellen bezeugt ausdrücklich, daft sie in drr Aihcitcr-Ausspcrning sehen* ,dcr Bauunternehmer einen „ü b c rcl 11 c n Schritt" eicht; und die« Industriellen t>ind fürwahr keiner .illzugrollen Voreingenommenheit *ugunstcn.dcr Arbeiter verdächtig. Unter diesen Umstunden Ist es für einen objektiven Menschen (-ehr schwer, der säßen Deklamation der Unternehmer über „Interesse der nationalen Heimstätte" und über „nihlge Arbeit In dem Lande der Väter und der Söhne, nu welchem jeder Jude Anteil hat", großen Wert beizumessen. Die Leute, die durch ihren „übereilten Schritt" diese Sorge de» Lock-out über uns gebracht haben, dessen .Folge nach Urteil der. Sachverständigen ein täglicher Schule von ÖX) Pfund; ganz abgesehen' vom viel größeren moralischen Schaden isr, haben nicht das Recht, sich an die Öffentlichkeit zu wenden und aie aufzufordern, Ihr zu Hilfe zu kommen, „Hilfe für Volk und Land" (1 — das Ausrufung*zclchrn stammt von der Redaktion de« „Maare/" - Red.) „Und wenn sich die Handlungsweise der Aussperrung1 bei Prüfung aller Umstände nicht rechtfertigen läßt, 60 ist auch die Hauptfrage selbst, um die der Kampf geht, nämlich die Einrichtung eines zentralen ArbeltshQro*, nicht danach angetan, die Schürfe des Kampfe/t zu rechtfertigen. Eine solche Trage bedarf auf Jrde.n Fall der allseitigen giündliehen Erwägung. Iis gibt diesbezüglich keine einheitliche Ucbung In der ganzen Kutturwell. Au manchen Orlen Ist das Arbeitsbüro in der Hand der Stadtverwaltung, an anderen Orlen ist sie Sache der Arbeiterorganisation und dio-e verzichtet unter keinen Umständen auf ihr Recht, den Arbeitsmarkt nach ihrem Willen und nach Ihren Bedürfnissen zu regulieren. Soviel mir bekannt Ist, gibt es auch in Palästina unter der Arbeiterschaft Meinungsverschiedenheiten tu dieser Trage. Icdcnfalfc» f;;t dl« euie SjrM die. der sachliche, Klärung bedarf und man dvf sie nicht bloß mit dem P4i|,0, des Klassenbewußtseins durch gcwaltumc Aussperrung» U(i, Streikt» lösen wollen. Man darf die Führer dir Arbeite nlrht anklagen, wenn sie fürchten, die ganze Organisirnmder Arbeiterschaft für ein Experiment aufs Spiel tu Wenn daii Experiment mißlingt und es dem neutralen ßQro um drj>5<"i>twllieii die Arbeiter auf ihr Büro verzichten »ni;en nicht geling», System und Ordnung In deu Arbcltsmirltt ij bringen, dann wird völlige Anarchie und wilde Konkurrent auf dem Arbcll*markt herrschen und zur Schaffung r|nCl Lumpenproletariats führen, das für eine Organisierung uni gemeinsame Handlung gor nicht mehr in Trage kommt, Daher i«t es nicht nur ein Recht, sondern sogar eine Pflicht af( Arbeiterführer, für die Angelegenheit ihrer Ociioshii, fu, Ihre Organisierung und ihre Institutionen Sor^c zu tragen Aber auch die allgemeinen Interessen des Jischuw hsven ei erforderlich erscheinen, daß wir einen starken ArbniersUnd haben, organisiert und auf möglichst hohem wlrtsch ililldien und kulturellen Niveau, dem man deu Schwerin EvUtc-m. kainnf nach Möglichkeit erleichtert. Immer war es (Qr <iic Ocflrntllehkrlt besser, mit einem geordneten Körper /u tun zu haben und mit schien verantwortlichen Führern, als mit Anarchie und Luftnicnschciitum. Mull man wirklich diese« ABC noch wiederholen? Vielleicht Ist die Besorgnis der Ar. heiter nicht berechtigt. Aber man wird sie von ihrem Irrtuni nicht überzeugen, Indem man Iiineu die Arbeit rauht. Eine Versündigung kann nur durch saehll.-lic Erörterung und durch Entwicklung normaler Beziehungen zwischen den Klwen er zielt werden." Die Palestlpe Investment Corporatioo New York. (J.T.A.) Die Palcstjnc Investment Corporation, die aus Anlaß der /weiten für den 1. MSn einberufenen unparteiischen Pal.istinnkoufercnr. der amerikanische» Juden ins Leben treten «oll, wird laut dem vor kurzem veröffentlichten Prospekt ein Qrundkapila; von drei Millionen Dollar haben, welches ir 30 000 Aktien zu je 100 Dollar geteilt isL Die Gesellschaft, die gemäß* den Gesetzen der Vereinigten Staat« gegründet wird, hat das Recht, wenn nötig, das Grundkapital /u vergrößern. Es wird geplant, daß die. Ge Seilschaft von dem Aufbaudcparteiticnt des Joi'it Disüibutiou Commiltcc in Palästina Aktiva in der Höhe von •150 000 Dollar, die in Palästina investiert wurden, über nimmt. Aehnllche Arrangements sollen mit dem Patestint Development Council (Brandds-Gruppc) getroffen werden. Die Aincrlka-Palästina-OcscUschaft (American Pa lcstinc Company) hat ihre Bereitschaft erklär», sich nü der Palcstlne Investment Corporation zu vereinigen. Her Hernard Flcxncr erklärte sich beredt, Präsident d<i Corporation zu werden. Die Herren Louis Marshai und Oberst Herbert Lehmann wollen die Funklloncr. des Vizepräsident«» übernehmen. Herr Felix M, War. bürg-wird-Vorsitzender-des'Direktorenrates.! i,! Setellschjrft zur Förderung für die Wissenschaft des Judentums Die diesjährige Generalversammlung der Gesellschaft zur Forderung für die Wissenschaft des Judentums fand am IS. : ■ u">« dem Vorsitz von Prof. M. Sobernheim' .utt. Der Vorsitzende gab einen Ucbcrblick über die reiche t ■,r3,mc,,c Publikatlonstätlgkclt der Gesellschaft und über den Arbeitsplan der nächsten Zukunft. Sodann wurde der alte vorstand wiedergewählt und beschlossen, den Jahresbeitrag '°f das Jahr 1925 mit 8 M. festsetzen. Im Anschluß an die Generalversammlung hielt Herr , Kibbincr Dr. VogcIstein (Brcalau) einen Vortrag über jKcligion und Staat im nachcxllischen in de n tu m". Erst durch die Zerstörung des Reiches, führte . aer Redner aus, wurde das Problem Religion — Staat In voller plärre akut, obwohl schon die vorexillschc Prophetle eine """WS vorbereitet hatte; denn durch die Umwandlung der «i'ß on aus einer nationalen zu einer universalistischen war i« D°f,amsc,'u',ir geschaffen worden für ein Weitet bestehen «. AIiRio" &uch nach dc,n Untergang des Stades, während •c Qöttcr aller antiken Völker mit den betreffenden Staaten »ntcrgmgcn. Das babylonische Exil wurde freilich nur als uebergangszustand empfunden, und dag nachcxllischc Oer.„.c*cn biWc,c cl»en Prlcslcrslaat aus, der wieder eine vv£< Xf'Wndunc; zwischen Religion und Staat, entgegen der lt,K ,c,,f" Tcn<,fn* liendclltc. Der Konflikt brach aber alle«*. ,U^' 0,s 'dcr Sy"'"» von der kleinen makka- «iiMu 0nj|,l>e d" P0,|tlsche Jntcretie über das religiöse : wurde, so daß auch nach der Erlassung des Ediktes DaL u Rcl'ßionalrciheit der Kampf weitergeführt %vurde. Itn i ,J*','c d,c Ma**c dcr Frommen kein Interesse mehr und ' wff '? SlLcl,• .!n,0,KC dcr ^"««ic «nd de» PriestcradeU 's M «u abcr da* WiiabhüugigkciUstrebcu und einigte wieder ' n,a S,aatl aIlcrdl«K8 entstand eine Fülle von Inneren ' iirf 2« 11 0UJL dc'" «ntercssengegensatz von Priestern Poljllkern. Die Eigenart dieier Problematik spiegelt Vernix Partelkäinpfcn, wobei die Pharisäer zunächst die 4 etil--nc,r der Staatitcndcnz waren, u icblicflllch In den- 1 MUon.i.1' .f."«.*1" J9d,Khe» Selb»tlndi.<kc» die Träger der 4 M«on»Uta»tlichcn Idee zu werden. Die Frage hat also, In »llcn Gruppen eine innere Entwicklung durchgemacht. Der Zusammenbruch führt dann die endgültige Lftsung herbei, Indem der weitblickende Jochanan beu Sakal noch vor dem Untergang des Staates dem Judentum eine neue Heimat ü« Oelstc bereitete. — Der rhetorisch wirksame Vortrag gab ciue Interessante Beleuchtung der Epoche, obwohl er sachlich nicht viel Neues brachte und, wie uns scheint, das Problem auch nicht in seiner vollen Tiefe erfaßte. Insbesondere die 7msainmcnhfingc zwischen Religion und Nattoualgufühl, der merkwürdige Kampf der vcraidtei hellenden und konservierenden Richtung gecen die unterirdische Religiosität und Erlosunga- Sehnsucht, die große Rolle mcsslanischer Ideen und Ihrer Vcrqulckung von Diesseits und Jenseits-!loffuungen, die Idee des Gottcsrclchcs, die damals auch die Auffassung des empirischen Staates ir.odifuicrle, all diese Probleme, die die wirklichen Rclstcsccf-chlclitlichcii Zusammenhänge jener cntsclulduugsrcichcii Zelt enthüllen könnten, wurden vom. Redner nicht einmal angedeutet. — Das zahlreiche Publikum dankte mit lebhaftem Beifall. —«eh. Ü5ll Idlschc Volkslieder In München Aus Mündicn wird uns berichtet« Trttz .v.ordccliai Kaufmann hat durch «eine Uebcrtragung ost-jüdiseher Volkslieder diese dem Westen verständlich gemacht. Nicht alle; denn viele sind nicht übersrtzbar und noch mehr i'iht es, die gar keinen Text haben. Rachel Kaufmann ha* auch die uns nahe gebracht. Sic hat sie beseelt mit der ganzen Tiefe Ihre* Oefühls und-der ganzen Liebe ihrer Prauiidvkcit Ihre weiche volle Symmc schwing von den humo:istischen, klagennuancicrten Liedern de« jüdischen Optimismus zu der Schwere des Oaluthsclns und hämmert sich ein in die Herzen, daß man die Preude mitjauchzen und das Leid mltwcinen muß, um bei den Kinder- Hedem und den iexlloscn den Atem anzuhalten und zu hören und zu hören. Rachel Kaufmann bezwingt. Nur wer diese Stimmungen als Kind miterlebt hat, und in sich auswirken ließ, wird diese „Lieder" vermitteln können. Dabei überall Einfachheit, Ruhe und Temperament zugleich, wie es Künstlern von Rang eignet. Die Frau, die Oaben schenkt und die Jüdin, die ihr Herz noch dazu gibt. CrabsVJ Qbrr 4u Jadenproblem U Pole» Warschau. (J.T.A) Der Premlf/mlnUtor Orabaki empfing den bekannten amerikanischen Journalisten He/raanr Bernstein und sagte Ihm über das jüdische Problem in Poler n. a. folgendes: „AU polnischer Ministerpräsident anerkenne (ch keinerlr Unterschiede unter den Bürgern des Landes. Im Zusammen hang mit der Stabilislerungspe.rlodc sind wirtschaftliche Nou ciilMnmlcu, tiulrr denen dir Juden besonders schwer leiden. In der nächsten Zukunft (st aber eine Milderung " erwarten. In Polen besteht kein auti jüdische! Boykott." (sie!) Herr Bernstein erklärte dem J.T. A.-Vertrelei, es sc für Jeden Beobachter klar, da.il die Juden durch bewutile Maßnahmen der polnischen Regierung immer mehr aus ihren wirtschaftlichen Positionen herausgedrängt werden. Der Münchencr Tasclüng Ist eine schlechte Zeit (ü7 all« Vernünftige j auch unter den Juden, auch unter de.i\ Ost.Judcn. Der Besuch hatte besser sein konucn. Die Anwesenden .ibti ließen es nicht an wohlverdientem Beifall fehlen, auch für den geschmackvollen Begleiter Erwin Palm; und die nicht da waren, sollen wissen, daß sie sich um einen der grd^icn, künstlcrUchcn und jüdischen Genüsse dieses Winten selbst betrogen haben. <"t Orlen!-Bücher Wenn über eine Reihe von Bdchczu berichtet werden soll, die dem Orient, seinen Völkern, seiner Landschaft und Kultur gewidmet sind, so muH au erster Stelle Lugen Mödlichs gedacht werden, de« leldcnschaltJichen und unermüdlichen Vorkämpfers der panaslausehcu Idee, der lüngliidtrun? der nach Palästina zurückkehrenden Juden in den cinlu.itlleheu Kulturkrcls Asiens. Sein Buch „Die Pforte des Ostens"') besteht aus zwei Teilen: Der zweite, „Der Wee In das Land", Ist die poetische Verklärung des überwältigenden Erlebnisses Palästina, eine Reihe stimmungsvoller kleiner Bilder und Skizzen, In denen die Glut und Lebe zur orientalischen Welt Ausdruck gewinnt; der erste Teil 'ÜRCiien, In der Hauptsache das Trlptychou „Ncualtland", ejithüt pclitische Aufsäl/c, die au ganz aktuelle Ereignisse und Problem« anknüpfen. Sic verurteilen scharf die offizielle Jonis-Uschc Politik seit der Dalfour-Dcklaratlon, die Einführung des Zionismus lo das Netz und Spiel der europäischen Diplomatie, die seinem wahren Wesen ewig fem und fremd, bleiben muß. HocfUch ist ein fanatischer Feind Europas, nein, d" europSUrh-ainerikanisrJien Kapitalismus und Imperialismus der entseetendeu, mechanisierenden, „mrhrwerthcrkemlen" wV"' Ordnung, die von der Oler der UnerkätUlchen bewegt wird; ihr stellt er die Ruhe und Abgcklärtlnlt, die religiöse Inbrunst Axietu entgegen, die Wert und Würde des Mensehen bestätigt. Die Juden sind vor die Entscheidung geitcl», Eugen llocfllch (M. j. ben gawrfcT): Die Pforte dcJ Ostens. Das arabisch-jüdficho Palästina vom panasialisdien Standpunkt tut. Berlin-Wien 1923, BcnJ. Hau Verlag. Kiel, mite! I Ol--.- 1 «VI. '- ich '' '■' die \ Aus';; , da* •'. k.mr .-. das i '. .nibV' '/ Idee '. an «1 hlnc. dl.si , l!uk<i|., rlrel . . hielt . helK'. giin: die 1 ,' Icurr.': Kret ., dam , ttcvi . Devl . Ji-dc ' i \on die ,' l .iric ' Zlon . ai:i» i;l.iU , Jude ' MIH ft.irl in U da I;:< hi ' wirk ', ) /Mit fCll» Jiidr b<dl ■ erse : »l.-h . t^nd ' d.-n . <.'ox.;u ' 1 i * wae '' und ' •mg,; Sehl ' J.id. j:« n; ' wec in I Wo tulj ■ berl Seh K id " sieh; •II j «in, da. wel W4» l Ul wir pf* rieh i'of Koi et\\ akz unc »ch Oc, kan Rüi Dil wir or'n ker Te. I'n kel alti Lei Be< ühr Mc hei, l.ts sei Ire ich W| W( L.ii ro< W'

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