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Jüdische Rundschau · 1925-02-20 · Heft 15 (20.2.1925) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 15 (20.2.1925)
Date
1925-02-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite m Ans der palästinensischen Presse fräst, die die palästinensische Oettentlichkeit seit trn besclMtußt und Jetzt wieder iit ein akute« Stadium« Jl,g .»n Ist. 1*1 «'c Gründung eines gartcnsUdtlscheu "h titer Viertels (..SchVhunath Owdim") bei Tel-Auiw. u i^rte Nummer der ausgezeichnet «leiteten wirtschaftlichen 5,Anschrift „MIB'ehar w« iaasslah" Ist diesem 5 Sand gewidmet. Der Redakteur des Blattes, Je wießc*J jetzt in seinem Leitartikel auseinander, datl zwei '°rtcnlrdenc Prnjcklc /ur Erörterung stehen. Da« erste geht „•Hern darauf au.% da* Wohnungsproblem des städtischen i btlicn zu lösen und seine Lebensbedingungen zu verbessern, f, einem solchen Arbeiterviertel Ist auch der Unlernchmer ,uMsleft. weil dadurch die Löhne vielleicht aut einem; Erlern Niveau Gehalten werden können, ohne die LebensliHufif des Arbeiter» zu verschlechtern, da er aus «einer ivineo Gartenwirtschaft eine Ergänzung zum Lohn bcrleht. ',' c,ni anderes Problem bietet das zweite Projekt, das von «icen Vertretern der Arbeiterschaft vcrlochten wird. Diese» f.M eine gartenstidtische Siedlung an, die auch die «SustrifUc Produktion durch genossenschaftliche Arbeit um- ';.«» Ein solcher Plan erlordert zumindest ein gründliches tffldium, die Präge der Kapitalbeschaffung und der Leitung icher Industrien ist problematisch. Während Im ersten ii3 das Arbeiterviertel in der Nähe der Stadt sein muß» f, im zweiten Fall von dieser ganz unabhängig usw. fje Vorschläge selbst werden von dem Arbeiterführer;.mcs einerseits und von Dr. Soskin andererseits darftleßt- Kernes geht davon aus, daß das brennendste Problem ir heutigen Lage darin bestehe, die neu eingewanderten diente der produktiven Arbeit zuzuführen. Die« sei je- Jvh pur durch Kooperativen möglich. Die Möglichkeit einer ■.titec^nden Kooperation und dadurch des Verzichtes aut issbeutung fremder Arbeit biete die Arbeiter-OarteiistadL 6 wird auch die städtischen und industriellen Arbeiter init dem Boden vcrknflplcn. Der heutige Üebelstand, daß die •toßen Jüdischen Städte täglich einen Goldstrom in fremde (linde fließen lassen, wird nur dadurch beseitigt werden, etat} & städtischen Arbeiter einen Teil ihres Lebensbedarfs «ilbst erzeugen. Dr. Soskin tritt dafür ein, daß der städtische Arbeiter ein kleines Stück Boden bekomme, ftiebes seine Familienmitglieder bearbeiten. De Verhältst liegen zwar in Palästina ungünstiger als in gleichrfgen Gründungen Europa» wegen der geringeren Muße des fjmilicnvalers, aber die klimatischen Verhältnisse sind gün- er und bei entsprechender Bewässerung könne der kleine •jrten von einem Dunam für eine Familie genügen. Ledige cbeiter kommen für eine solche Siedlung nicht in Betracht. Die Finge «Irr Aihcilcrgartctistadt hat, wie au» der Ar. kilerpreise ersichtlich, auch in der letzten Konterenz der tjbcilcr-Organisation eine grolle Rolle gespielt, bekanntlich •i! bereits der XIII. Kongreß den Beschluß gelaßt, an die üründung eines solchen Viertels heranzutreten >i und die Histadrutli fordert jetzt cncigisch vom N.-F., tr möge ein geeignetes Terrain bei Tel-Awiw erwerben. In itr Sitzung der rilstadruth entbrannte ein heftiger Streit, ii die Vertreter von Achduth Haawodah den Hapocl Hazair schuldigen, den Plan der Oartcnstadt zu sabotieren. In ier Tat haben einzelne Mitglieder, besonders landwirtschatt. tehe Fachleute, die dem Hapocl-Hazair angehören, sich skepich über die Frage geäußert, ob es einem städtischen Ar- Leiter gelingen kann, im Nebenamt noch einen landwirtschalt-;dicn Betrieb zu leiten. Leider haben diese Debatten den Cluster sachlicher Diskussion verlassen und sind in Partei* dreit ausgcartcL Die Konterenz nahm' einen Beschluß an, kt nachdrücklich vom N.-F. und vom Kercn Hajessod die ftjrdilührung dieses längst fälligen Planet fordert. Muntres'" veröffentlicht das Referat von Bcrl Ka znellohn, der die große nationale Bedeutung de« Versuches, das luHpiolctariat der Städte bodenständig zu machen, sowie die Oegcnsitzc zwischen ländlichen und städtischen Arbeitern zu vermindern, hervorhob. Nach dem Bericht des „Hapocl. Huair" wurden in der Sitzung auch Bedenken gegen das in Aussicht genommene Terrain erhoben, weil es zu weit von ier Stadt liegt Die Mitglieder der Achduth Haawodah nrden beschuldigt, Jede sachliche Einwendung als partelisch »bruhin. » Nach den Berichten der Arbeiterpresse hat die letzte Konferenz auch in anderen Fragen zu schweren Zusammen* 'toBcn zwischen den Vertretern der beiden groben Parteien »führt. So z. B. wurde die Forderung des Hapoel Hazair, '-* Redaktion des geplanten Tageblattes kollegial zu besetzen, 'gelehnt und zum alleinigen Redakteur Herl Kaznclsohn ttwlhlt. Diese Vorgänge haben die Stimmung verschärft und .»Jen nicht zur Förderung der geplanten Einigung der p«!eicn bei. Die letzte Nummer des „Hapocl-Hazair" 1! In der Hauptsache dieser Frage der Einigung ge« »4met. Joseph Aronowlcz tritt in einem otlenen Briet p <i!e Einigung ein, verwahrt sich aber dagegen, dal) die t-nigiiiig zur Parole einer Partei gemacht wird, die darauf. T lür ihic Parlcl Kapital zu schlagen und andere Clruppcn w mtctzrn strebt (gemeint Ist AchduUi Awodab). In "»«"i /weiten Artikel nimmt Arlosorott gleichtat!» positiv r*r Einigungslrage Stellung, wendet sich aber gegen die Form, "? oer die Sache von Achduth Awodah auf ihrer letzten °alcrcnz behandelt wurde, insbesondere gegen die Proklamation der Oründung einer „einheitlichen sozialistischen Par- '?; in einer so delikaten Frage müsse man viel vorsichtiger!»[E«hen und die schwierige psychologische Eigenart der «Ulligteo Faktoren berücksichtigen. im „Doar Hajom" beschuldigt der bekannte Landysd Schriftsteller Mosche Smilansky die Exekutive, ,J,, sic der Boden-Spekulation nicht vorzubeugen blande war. Die Hauptschuld an dem Spekulantenwesen ,;8J darin, daß die neuen Einwanderer keine Stelle vor- ,,!wn. die ihnen wirklich mit Rat und Tat geholten hätte, o daß sie denen tti die tUtidc «eleu, die solche Hilfe verwehen. Die öflenUidien Bodcnkaufsgcsellschaflen haben ■ i i1'n,Udnc ßroUzÜgige Politik aut lange Sicht zu machen r <-ie Bedürfnisse betriodigen zu können und so hat man er Privaten Bodenspekulation Tür und Tor geöffnet Zur P, i .er Wahrheit müsse gesagt werden, daB nicht nur die;'W'oloclc von Nslcwkl", sondern das Pehlen aller gejneiea öffentlichen Institutionen das bebet verschuldet hat. eiüi <ulivc raiij5C 80,0,1 in TcJ.AwIw.ein Kolonisationsbüro ».j'L,ltn< *" dessen Spitze ein Faehmann steht, der den eintf Nemden Familienvater zuverlässig beraten kann. Komitees, keL.'"?*1 in der Wocho eine Sitzung abhalten, haben Clatn Zweck mehr. j(i(B9u»ngrlff auf den Perez-KIob In Riga. Am Montag di,»Is in den Räumen des Perez-Klubs In Riga viW.*UM<* der Sportsektition stattfanden, drangen plötzlich Tri». °m el"( ole bei allen Anwesenden Uebelkelt und Utte i ^JWMehten. Es stellte sich heraus, «faß ein Junger •ai.,Jm. T^PPtihsu* -lntcr dem E'nR'ng Gasbomben ge- «tft, •»•««. Es gelang, den Titer festzunehmen. Tis Vir,?.« f}th üm einen: der schon wiederholt bei Jüdischen ^??«Ultungen Skandale provoziert hau . - . . Letzte Nachrichten Die Kcrcn naJcssod-Hnapafjne in New York New York, 18. Februar. (Tel d. t.T.A.) Die Kcren-Hajesso'd-Kanipagnc wunlc mit einer Massen kundfrebung in Carnegie Hall am 17. Februar eröffnet. Der Andrang war ungeheuer, 15 000 Personen konnten keinen Einlaß finden. M. Rothenberg führte den Vorsitr, die Hauptredner waren Dr. Welzmann und Dr. Schmarj.i Levln. CoL Klsch feilte der Versammlung mit, daß Herr Felix Warburc 50000 Dollar als ersten Beitrag1 zur diesjährigen Kampagne überwiesen hat. Desgleichen wurde eine Reihe anderer Zeichnungen bekanntgegeben. Der Abend brachte Zeichnungen im Oesamibetrag von 300 000 Dollar. Man erwartet, daß die Aktion in New York allein eine Million Dollar bringen wird. Louis Marshall hat die zweite Session der un- Cartcilschcn Konferenz (die zum erstenmal am 17. Fcruar 1024 getagt hat) für den 1. März 1925 einberufen, Dr. Weizmaun wird dort Uber die Lage in Palästina referieren. landsraannidiiKllche Siedlungen Wir erhalten folgende Erklärung mit der Bitte um Veröffentlichung: Erklärung. Der fn Nr. 13 der „Jüdischen Rundschau" abgedruckte Beschluß des Landrsvorstandes über die „Oruppensiedlunsren deutscher Zionistcn" erweckt durch seine Fassung den Ein« druck, als ob ch sich um eine allgemeine Tendenz der zionistischen Jugendorganisationen Deutschlands handelt, Innd*. mannschaftliche Siedlungen in Palastina zu errichten. Diese Fassung ist irreführend. Die dem zionistischen Weltjugendveband (Brilh Hanoar) angeschlossenen Jugendorganisationen erklären, daß sic nach wie vor die Errichtung landsmannschaftllcher Siedlungen In Palästina ablehnen, die sie —• in Ucbereinstimmuiig mit der Arbeiterschaft Palästinas — nicht für eine Förderung, sondern eine Sch.idigung des Aufbauwerkes der Arbelferschaft Palästinas halten. Die Bestrebungen, landsmannschtftliche Siedlungen zu schaffen, sind nach unserer Kenntnis lediglich Tendenzen dr» deutschen U'au-Wclfl, und es wäre unseres Erachten* richtig gewesen, diese Tatsache nicht durch Anwendung des Ausdruckes „Jugendorganisationen" zu verschleiern. Berlin, 15. Februar. Die Bundesleitungen des Jung-Jüdischen Wanderbundes und des Brith Haoliin. gez. Fritz Noack gez. Friede! Rosenblatt Fritz Lichtenstein Hans Be.yth Erwin Reichmann. Karl Stein Rlwkah Weinwurzef. * Anmerkung: Vorstehende ErWSriinr; scheint Insofern auf einem MIGverstundnls zu beruhen, als auch in der SltMiig* des Landcsvorstandrs die Überwältigende Mehrheit der Anseht war, daß eine lindsmaimschaftllrlic Siedlung abzulehnen ist. Das Charakteristikum der land^mannschaflllchcn Siedlung i*t darin zu sehen, daft die In einem Lande gMammclten Oc'drr in erster Linie für die Ansicdliuig von Siedlern, die aus dem betreffenden, Linde aiammen, verwendet \mdcn. Auf diese Welse hat die betreffende LmdesorganUation die Möglichkeit, für die Siedler ihres Landes eine Vorzugsstellung gegenüber anderen, vielleicht besser qualifizierten Siedlern zu beanspruchen. In diesem Sinne hat der Nationalfonds In einigen Landern den Ocdankcn der tandsmannschaftlichen Siedlung propagiert. Heute ist dieser Oedanke, wie wir glauben, fast von der gesamten zionistischen Welt fallen gelassen worden. In Deutschland vermochte er niemals Fuß zu fassen. Auch in der Sitzung des Landcsvorstandes wurde mit altem Nachdruck betaut, daß eine Anwendung dieses Jandsmnnnschaftlichen Prinzipes bei der Ansiedluug nicht In Betracht kommen dürfe. Ebenso wurde In der Debatte des Landesvorstandes der Besorgnis Ausdruck gegeben, daß durch eine abgeschlossene Siedlung deutscher Cluluzlm die Oefahr einer geistigen Isolierung besteht; e* wurde Jedoch von den Antragstellern die Erklärung abgegeben, daß die einzelnen Chaluzim verpflichtet sein sollen, zunächst mehrere Jahte Innerhalb anderer'Arbeitersiedlungen Im Laude nt arbeiten und clnn Luid 60wlc die Sprache kennenzulernen, dann erst null die fliupprnnlrdluiur grsehnffeii werden. f>i'r Lanocsvorsland konnte sich der Erkenntnis nicht verschließen, daß die großen Schwierigkeiten, die sldi der Arbeit Im Lande und der Anpassung an die neuen Lebensbedingungen entgegenstellen, leichter überwunden werden können, wenn eine Oruppe Innerlich verbundener und zusammengehöriger Menschen gemeinsam siedelt. Die meisten palästinensischen Arbeitersiedlungen sind aus derartigen hündischen Gruppen hervorgegangen. Der Landesvorstand hat deutlich seinen Wunsch ausgedrückt, daß eine Isolierung vermieden werden und die geplante Siedlung, dem gesamten nationalen Aufbauwerke der Arbeiterschaft eingegliedert werden soll. Durch diese Tatsachen scheint uns der Hauptinhalt der vorstehenden Erklärung entkräftet. . , ROcklrlll Abrabim Ctldbcrgti „New Palestine" vom 6. Februar enthält folgende Mitteilung: Auf der am 2Ä. Januar abgehaltenen Sitzung des Admlnlstrallv-Komitccs der amerikanischen Zionistischen Organisation wurde ein Brief \-on Herrn Abraham Goldberg vorgelesen, In welchem er seinen Rücktritt als Beamter der Zionistischen Organisation Amerikas und gleichzeitig als Herausgeber von „Dos Ylddische Folk" und Leiter des Palestine Bureau bekannt gibt. In dem Schreiben gibt Herr Ooldberg seiner Hoffnung Ausdruck, daß er, ungeachtet seines Rücktrltts von diesem Posten, In Zukunft noch mehr Imstande sein werde, zur Stirkung der Zionistischen Organisation beizutragen. Das Admlnlstrativ-Komitec nahm den Rücktritt Herrn OoMbcrgs mit Bedauern entgegen und gab der Anerkennung der langjährigen Dienste,' die Herr Ooldberg der Zionistischen Organisation geleistet hat, Ausdruck. Herr Ooldberg bleibt auch welter MitgUed des Admlnlstrativ-Komltecs (der obersten Leitung der amerikanischen Zionistischen Organisation).« Der Keren Kajcmelli In Frankreich Von unserem Korrespondenten. Unsere Schilderung der zionistischen Situation fn Frankreich („J. R." 1924, Nr. n2: 1«)2Ä. Nr. 5) soll heute durch einen Bericht über die Entwicklung der K. K. L.-Titlgkeit vervollständigt werden. Wie für alle zlouisUscheu Aktionen In Frankreich bestellen?UCL\ ,ür.,d?n.. K-K-1-- ™'cl getrennte Arbeitsfelder, die bis tri die offiziellen Statistiken der Organisation separat neben' einander hergehen: Frankreich (.chlechthln. mit Paris als Mittelpunkt, und Ostfrankreich, die clsaß-lothringlschen und! geringerem Maße die angrenrenden altfranzösischen Provinze", umladend und um Straß bürg '-ich gruppierend. Wobei das territorial engere Qcbict, dank einer altcreu Or- F. Wen'" zugänglichen, kompakter geschiehteten jüdischen Bevölkerung dem weitaus größeren Innerfranzösischen Bearbeitungsfeld an zahlrnmSßlgen Resultaten und direktem Einfluß auf die Aktion vorerst deutlich überlegen Ist . Seit 1018 Ist aus diesen beiden Territorien, die bisher keinerlei besondere zionistische Beziehung verband, eine politische Einheit geworden. Damit war aber die weite Distanz, die die zionistische Entwicklung östlich der Vogesen von jener westlich der Vogesen trennte, nicht ausgelöscht. Selbst heute, sechs Jahre später, sind die Nlvelllenjng, die Anpassung noch bei weitem nicht zu Ende geführt. In StraOburg bestand im November 1918 eine von Berlin abhängige regionale Kommission de« K. K. L, die vor dem Kriege Jährlich 2000 bis 30OO, während des Krieges jedes Jahr an die WlOO M. aufbrachte. Der Waffenstillstand brach die Verbindung mit Berlin und!n;lr alle Arbeit lahm. Langsam nur, durth die allgemeinen politischen Verhältnisse natürlich sehr behindert, schlössen sich im Elsaß neue Aktion*- kräftc zusammen. Im März 1919 begann ein neues regional«» Zentrum tu wirken, das über die Zentralstelle in Xondon mit Berlin korresnondlrrte. Nach und nach bildete sich auch wieder eine stabile Mltnrhciterschaff, und das Jahr 1910 konnte mit 35 000 Frauken als Ocsamtresultat befriedigend abschließen. Vorträge, Aufrufe, Flugblätter trugen den N.-F.-Oedanker rasch in die geringsten jüdischen Dorfgemeinden. Von der M00 jüdischen Familien Osaö-Lothringens habet heute 3100 ihre Büchse. Orlskommlssarr wurden liberal" gewonnen und die Einginge 1920 auf 73 ODO Frcs. gebracht 1021 und 1022 zog die allgemeine wirtschaftliche Depressior einen merklichen Rückgang der Resultate nach sich, det aber Im Jahre darauf wieder ausgeglichen wurde. 1921 ergab einen Jahreseinpang von MO0O Frcs. Bis Ende 1921 haben r.Uaß und Lothringen, seit 1918, insgesamt -I0O0OO Frcs aufgebracht. Während so das elsaß-lothrlngische Oehlet systematisch mit einer sich unablässig ausbreitenden Organisation überzogen wurde, blieb im inneren Frankreich die K.K.L-Propaganda zunächst fast auischlicßlich auf ole Hauptstadt be schränkt, dabei enj» verbunden mit der Tätigkeit, dejn Glück und Ende der politischen zionistischen Föderation. Vom Krieo "Inweggeschwemmt, bildete sich ein Zentrum neuer Aktivität 1017 um das politische Propagandabüro des verstorbnen Braunstein. Nach Kriegsende konnte die Entwtcktuno zunächst befriedigen. 1010 bestand schon ein gewisses festes Propagandagerüst und am Ende des Jahres waren immerhir •10000 Frcs. eingegangen. Die politischen Kämpfe im Schoß» der Föderation brachten aber in den nächitcii Jahren det K.K. L-Arbcit schweren Schaden. Die FiVleration, die naer und nach hinter einer rein nominellen Existcn/bcjuhung zv bcMchcn aufhörte, zog den K. K. L. mit sich. Im fahre 1023 nahm das Pariser Büro des K. K. L. im ganzen Ii 000 ('res ein. Die K. K. L-KommlMloti existierte trotzdem welter. IleP mannigfache Umstürze in der Direktion über sich ererbe» und konnte auch durch eine Intervention des Zentralliuroc nicht reformiert werden. Die Vrmniekung von Föderation und N.-F. stand jrdem Renrganis.ition'.vcrsiich entgegen. Ende 1023 griff StraOburg ein. Aus Orönden psycho logischer Natur war es dringend nritlp, In Paris ein neue» stxalilungfählges Zentrum zu bildrn. wenn die K. K. L-Preoaganda in die Wc*t. und Südprovlnzcn getragen werden sollte So entstand 1021 die neue Kommission Flclschmann die, vom Straßburgcr Büro unabhängig, aber in engem Kon takt mit Ihm vorgehend, schon im ersten Jahr ihrer Tätigkeit 72000 Frcs. hereinbrachte. Damit besitzt der K. K. L. fn Frankreich zwei feste Ver ankcriingen, auf die gestützt er die Eroberung der Inner französischen Provinz unternimmt. Schon 192-1 hat Straß bürg mit der Durchdringung der östlichen Departement? begonnen. Dabei erwies sich aufs neue, wie falsch dk zionistische Propaganda ursprünglich vom Födcrationsbürc geführt worden war, eine Propaganda, die den Integraler politischen Zionismus predigte, statt sich der In FranKfdcr nun einmal fast aussenllrOlfrh htrnchcndni hürgerlirh-ruhellrliciideii Mentalität anzupassen und mehr die iwiale Tr.ic weite der Bewegung ins Qesiehtsfe.ld zu schieben. So mußt« überall zu Anfang ein starkes Mißtrauen, olt eiu unfreuudtirhei Diskrcdlt bekämpft werden, ehe man lu einer Reihe von Städten Ostfrankreichs Fuß fa»scn konnte. Der offiziellen Spende, dir die Gemeinde Naucy Mir/tlch undte, komm! 6omlt im Rahmen der Aktion eine symbolische Bedeutung zu Auch In Bordeaux und Lyon hat der K. K. L 1924 die ersten Stützpunkte sich geschaffen. Vor ganz kurzem wurde In der reichen Gemeinde Marseille die er6te Propngandarcde gehalten. Uebcrall finden sich einige tatkräftige, von der Orößc des Unternehmens begeisterte Mannet der besten Gesellschaft, die die Sache des K. K. L zu det ihren machen. Es 6fcht zu hoffen, daß, dank einer verständigen, zih und umsichtig vordringenden Propaganda aucr das franjöslsche Judentum, die französischen Senhar dlm für die allgemeine Aufgabe gewonnen werden. Zur Er relchung dleats Zieles schafft sich der K. K. L gegenwlrtij ein kostbarr-A Werkzeug: Ende Februar erscheint in Straßbürg die erste Nummer von La Terre Pronfse, dem offiziellen Organ dc3 N.«F., das, In 1600O Exemplaren gratis nach allen Enden dea Lande* versandt, die Arbelt des K.K.L bekannt und die Idee der notwendigen Mitarbeit des Einzelnen In allen Schichten der französischen Jiidcnheit populär machen soll. Dr. Sylvaln Cahn. Die Zlofttsfrikontereiz Cesantpolcns Warschau. (J.T.A.) Am 31. Mirz wird fn Warschau die erste Zlonlstenkonferenz ganz Polens (Köngreßpolcn, Ost- und WestgallzJcn, sowie Wilna-Ocblet) stattfinden. Auf det Tagesordnung stehen die Frage der Schaffung einer einheitlichen Zionistischen Organisation für ganz Polen, die Fragen der Lande spoll t Ik, die Anteilnahme der polnischen Juden hell an der Jcwish Agcncy u.a.m. In Ost- und Westgalizlcn fanden schon am 15. Febniar die Wahlen zur ersten allpolulschcn Zlonlstenkonferenz statt. Sellens Kongrcßpolcns werden zur Konferenz die Delegierten der 7. Zionlstcnkonlercn/ Kongreßpolens beordert. Dis Wilna-Ocblet hat' bereits die Wahlen zur Konferenz durchgeführt. In Warschau soll demnächst eine Aktion für die Oewlnnung von neueo 30000 Mitgliedern der Zionistischen Organisation durchgeführt werden.

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