Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 14 (27.2.1925)
- Date
- 1925-02-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 132 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 14 Berliner Repräsentanten-Versammlung Fn der ersten Sitzung nach den Wahlen zittert noch die Mrregung de« Wahlkampfcs nach. Die Tribüne Int überfüllt, der Saal put besetzt. Die Sitzung beginnt mit einem Nachruf juf den verstorbenen Repräsentanten Adolf l.cwlnskl. Dann folgen verschiedene testamentarische Zuwendungen, Wahlen In hCommissioncn und andere Formalitäten. Eine erheblichere Debatte gibt es bei der Beratung Aber den 8. Nachtrag;um OeineiiKlcslatut. Durch diesen soll Insbesondere die Einberufung der Repräsentanten-Stellvertreter, die bisher nach einem Ucbcrcinkommcn /wischen den Parteien geregelt ist, auf eine legale Grundlage gesteint werden. Dr. Kfcc benutzt diese Gelegenheit, um dem Mitglied des Gcmeindcvor- Standes, Herrn Moritz Rosenthai, eine von Ihm Im Wahl- Inmpfe benutzte Entstellung vor/uhaltcn. Herr Roscnthal halte es fflr gut befunden, mit der Behauptung hausieren zu (jrlii'ii, die Volkspartcl trage an der Verzögerung der Statuten- Tcvislon die 1 lauptschuld. Der Redner der Volksparlcl macht Herrn Roscnthal auf das Unwahrhaftige seiner Darstellung aufmerksam und weist unter Zustimmung de* Hauses nach, daß die fortwährenden Vertagungen auf die liberale Mehrheit zurückzuführen sind. Auch heute beantragte der liberale Führer Dr. Türk die Sache von der Tagesordnung abzuätzen und Herr Roscnthal »nullte in der Debatte selbst zu- Heben, «lall der fast nur aus Liberalen bestehende St.ituten.uis- >cluiß bisher keine nennenswerte Arbeil geleistet hat. Nachdem die Unfruchtbarkeit des Ausschusses allgemein anerkannt j«t, Ist seine Autlösung beschlossen und Herr Dr. Köllenscher mit der Ausarbeitung eines Referentenentwurfes betraut worden. Interessant war der scharfe Vorstoß, den Professor Türk bei dieser Gelegenheit gegen den Ocmcindcvorstand wegen seines offensichtlichen Vcrsagcns bei der Organisation der Landcsvcrbandswahlcn unternahm, per liberale Redner erklärte, daß er über die mangelhafte Art der Wahlvorbereitung auf» tiefste beschämt sei. Das Kernstück der Sitzung bildete die Debatte über den Vorstar.dsantrag wegen Errichtung einer Schule zur Erteilung von hebräischem Sprachunterricht. Wie bekannt, hat drr Vorstand den Antrag der hrhr.'ilschrn Siiiarlccliiilp, Ihr eine angemessene Subvention zu bewilligen, afujelehnt und die liberale Mehrheit In Vorstand und Rcnr.iscntantenvcrsammlung will sich mm mit einer eigenen hebräischen Schule etablieren. Dr. Kfcc rückt die Erörterung auf (Iii prinzipielle Gebiet. Er »teilt seinen Or«ncru die fnlgendcn Gesichtspunkte entgegen: Es Ist" In Ucrlin eine Sprachfchulc vorhanden. Diese Schule funktioniert hervorragend. Der Schulvorstand hat die Schule durch Fachmänner inspizieren lassen und einer dieser Inspizienten, Herr Robert Iii r sc Ii f cid , selbst Mitglied der liberalen Repräsentantenfraktion, war von dem Wirken der Schule, von ihrer Unterrichtsmethode und ihren Erfolgen begeistert. Ein Mann wie Professor Ismnr EI h o g c n schickt die Rahinatskandidaten «Irr 1 Inchsrliulc zur Vervollständigung ihrer hcbriilsrhrii Sprachkcnrittiissc in diese Schule. Warum nun wird das Subvention*- «•such einer solchen Sschulc abgelehnt? Sollte es etwa, so frapt der Redner der Volksnartci. die Tatsache sein, daß die Schule nculicbräisch lehrt, aber dieser Grund kann unmöglich stichhaltig sein. Die Gemeinde subventioniert die Lehranstalt, sie subventioniert das Brcslaucr Seminar und die Volkshochschule und an allen Stellten wird Nculicbräisch getrieben. Ich bin auf den Gedanken gekommen, sagt Dr. Klee, daß <ler Gemeindevorstand die Subvention vielleicht deswegen abgelehnt hat, weil in der Sprachschulc Zionistcn die ausschlaggebende Leitung haben. Ich bin zu der Ansicht gelangt, da» diese Annahme töricht Ist. Wa» aber kann drr wahre ürund sein? Die Methode kann es nicht sein, das Neuhebräische kann es auch nicht nein und der Zionismus der Leiter kann es wohl kaum sein, denn wir sind Ja doch nicht Ocineindcinilglicder minderen Rechts und 'schlechtere deutsche Staatsbürger 6ind wir doch wohl nur für die Herren, die sich mit den Leuten um Naumann auf eine Liste gestellt haben. Wir sind absolut gegen die Gründung einer neuen Schule, weil ein Institut vorhanden Ist, das der Aufgabe, die hebräische Sprache zu Ichren, nach dem Urteil aller Sachkenner einschließlich der liberalen Mitglieder des Schulvorstandcs Jn ausgezeichneter Welse gerecht wird. Oegen Ihre Schule werden wir uns wenden, weil sie eine Kampfschuir gegen uns i«t. Wir müssen die Neugründung als einen unfreundlichen Akt empfinden. Die Liberalen haben durch 75 fahre die hebräische Sprache getötet und versuchen jetzt, mit organisatorischen Mitteln ihre Fehler gut zu machen. Aber mit Organisation allein kann ein solches Werk nicht errichtet werden, « kann nur gelingen, wenn die Seele dabei ist und daß die Seele drr liberalen Herreu nicht am Werke ist, zeigt der K'ampf der Liberalen gegen die hebräische Sprachschulc. In der Aussprache muß Herr Hlrschfcid zugeben, daß die Leistungen der Schule, die er selbst Inspiziert hat, sehr Rule sind. Er hofft auch, daß im Schulvorstand ein Weg , Rcfundrn wird, der alle Teile befriedigt. Ein Schlußantrag macht Her [>chatte vorzeitig ein Ende, ohne daß vom Oemeindevnrstand auf die Fragen von Klee eine Antwort erteilt wird. Was aber der Qemcirievorstand versäumt hat, holt in einer Bemerkung zur Geschäftsordnung Professor Türk Im Namen der liberalen Fraktion nach. Er sagt klar und deutlich, daß der Standpunkt der Liberalen diktiert wird von dem Bestreben, der jüdisch-nationalen Bewegung (nt gegen zu treten. Damit Ist das Kampffeld deutlich ibgeztlchnft, was die anderen züchtig verschweigen, Herr , Türk spricht es unumwunden aus. Die Liberalen, die Immer > üerren die Politisierung der Gemeinde polemisieren, tragen «uwt in Angelegenheiten, die nichts mit Politik zu schaffen haben, die Gesichtspunkte der Politik hinein.? j Sfnmß der Sitzung geht tin Dringllchkeltsantraf '; der Volksnaitei und der Konservativen ein, der wissen vvil ' welche Schritte der Oemclwlcvorstand unternommen hat, um j die von der Naumann-Partei an den L11f a*; 'aulen Berlins öffentlich erhobene Beschuldi t'ung zurückzuweisen, daß die Zustände in der Berliner j Jüdischen Gemeindeverwaltung skandalös seien. Da die Dring.; iichkeit von den Liberalen abgelehnt wird, muß die &.? sprechung des Antrages bis zur nächsten Sitzung zurückgc 'teilt werden. Berliner Kalender Itdrai Berlin" ZlonUtliflp. V»r«lnlB;iin«;, Horllo W JA M.lnaka.knt« 10 T»l«rhoni Ulimirk 7IOS-70 r<»Moh««Vkonto Ho. 13000 D.rUn NW 1 K«M*nT*rw»Hnna; dar D. 55. V. FaobLIab Dar Clara ril«nil»(f, «tan 17, l'abnian Faeblaa. Donna»!**;. i|«n 10. Fabrnan Dabrllarb. Morl»», d«n StV Kol.mr.ri Training. r>lrn"t«fT. d«n V*. F«brnari Facklaa, Pnnnnratair, «ton W. Fabniari Ilatullaob. PallaUaa.Karaaa IBr ToarlrUa. FaUitüia-Aoi und Fralo Jn.llinlio Votkabnehaoimi«, In daa Momta dar 7. V. f. D, MalnnVMtraä« 19 Manila |r. »Jan 17. Fabrnar. «baivla B l'bn „Ralaaw««; Meli PalltUaa." (Zwal Shin.lon) „Wla ralal raaa la Fallrllaa." T>nn«raKiir, den II» Pi>brn»r, atmiMla N Uhri „Wa alla« |ld. Kalaataa." r>l«llat*|r, rinn Vi. K«lini»r, «band. M tllin „Dla ••■•« |ld. Kntaa(.a.H ^on«^.r«l'Mf.■^.J^I•*«llrll»r.»^wllll^•'llJhnDlaSI«dta«.•l«llll^oUaWlr^•el^all.'• MiUwooh. dun 18. Fabniar Haid alaalal. Fraaaa (.lUt-nnt. FrauanvnrnlnlminR! In d»r Knabanwhal.) J.MVhlm.tlmlnr Ulf. (Ii, Zlmmor tri <l-;tJbna<wehlohUk«w« „Dl.KaaaaUdlaran« I.O«l«lb^FtlnUn««M*alo 7- S Uhri CJ(wf.ti«altnndf.i „Dia |Udlaob« Sobala" (Oborlnhrnrln MiO , 8- 0 Vkri ri»U«tlimlair«iH! walimeholivlloh „KraUhaae I« PataaUaa» 8otvmI.»imI. «Inn VI. K^bmaf Der WeUvtrbaoü der ifldlicbtn StadcDtensekalt Wien (J. T. A.). Der Einladung der Exekutive des Welt- Verbandes der jüdische« Studentenschaft folgend, haben die Agenden Herren bisher ihre Zustimmung zum Eintritt In .J,, aiWium dcs Wcltvcrbandes der jüdischen Studentenschaft erteilt: Prof, Dr. Albert Einatcitfilerlhv Präsident; Vize- PräMdcnteii Prof, Dr. Alexander.London, CK N. BIalikiwi Vvw|w» Pm,> Df« 0cor« Dr«ndcs-Kopcnhagcn, £ro'- Dr. h. P. Chajci-Wicn, Prof. Dr. Max Lieber. ffi*nn. Berlin. o.vi?e 2u*«n«nung der Herren Prof. Frankfurten und N'bbiner S. Wlse, beide in New York, steht noch aus. d.,.^in" P.runpc von etwa 30 rngenfeuren und In- >i,i Innerl,,cn aul Oesterreich begab slcli vor einigen Tagen sLuA.?ciSc P»Ui«n«. um dort die Durchführung «ewkier indtutrieller Rrojekte wriuberelten. tl>MI<1, «m vi. rnnniar ...... ilarllaar Mlaraubl.Grapn*, In ilnr Synaifn» Adua Rohalotn (PIMiVor Ilaverl Orniia>1l<iralr. f) VorlfWS »oo Horm ttabb. Dr. Mal«r-MnnV. n»rlnn. SUlir Menlair, rl«n «V Fobrnur al>«nd« pnnVt «V< Vhr Crappa Waal.CbailatUabariTi Im Ilotnn Haal dl» I^R«iih«n>na, Klrl«l«lr. 10 KrÄrtarnngiMion-l Olmr dai Tl.omM „lilokaa dar aloa. Idaaloglarx tm AnaclilaO »n dl« FfMenkarotiloin In dorn Wftlilkampf nur liMidM* T«rwmml»ii(tdi«rPrfntt.Oom«lnd«n,»,l«i „Nalloaala Aalaiaada", „Valba' l-aaialadan", Daatachlaaa aad Zlaaltaiaa" <uw, Klntrlll haban aAmilUxli* llli«ll».t«r rfnr IX.'A. V, Dia F.rArUmnK Ul «In« l,in«rf Innlall. fba._ _ _ Dl.n-UK, dan H Ffbrnur »band« *K Ob» Orapp« Needwaat, Im Tlnrg»r»rnhnl, am Hlwllhalinbor TUrsarUn. X>r. Rehalnm |HI<tnaliAlm»ri „Dar Waadar daa Pallallaa.Aalbaaai1«, A|n |tMa.<t><ir!«|il mll l.l.-lill.ll.lnrn. Im AnatblnD an Ann VoHta« nanaraWnraamrntnnc dar flmpp». tjsity^ noD "»na ntUK jn.llielirr KehnlT««r«tn ü. T„ rtarlln OiiehafUlnhranilaa Vnratandamllitlladi Htnaienral Knri HaramartUln, Ornnawald, Filadrlrvhirohar Btr. AI r?naa nnav-i vsp1?? ~*to r«a j Ilabrilaaka Spraobaahala la llartla IXIH. Raaaaalarl AaiVvafl «rlalli dar HrhiilUMar, Harr K. Ilararrfln DlnniU« «ad Mlilwoali 8 likr abaodt In dar Hneh.«hn1a lOr dla VZUtana«h*(t daa JndtBtoma ArtllWIaalraSa Ii, I, Ziramar t v?ia?v nanvoa dh?'? nto n'a .n JUdlacba Bnbala Will. A»»Vatif» «rlalli dla SKibtitloltmln, FrSnlaln OUrUbrrrla Hatty T.u\dan, Wootac Pianila« nnd Pennarala« 13—1 Uhr In dar Schul«. Faaan«o«lr. T9.B0 ^913 ^nntaa "ido Iva .ro jadlaeb« Sobala Oal. AoiVanf* «rlall» dl« Bchull«lt«rln. FrMilxln Btiaaan* Llah»tntt«tn, FeatUf 2-4 irhr. Panknw 079 ^?naa on?' »jj .tv JBdlacb« KladargliUa. I. Nardan i Zehdanlrkar SU. Uft> %. Oataat Jabtnniklitr. «. NauVnllni WUSinannalr. 13 a. Cliarlnilnnlmr« Kaalnrilr, 7 jii 5. Wllmaradnrl, llnllbrnrinar Rlr. 1(1 hM r«nofaVI TaRlIoh (anOor Ke-nnabanil nn l Honnlag) «oa 10—t 0Ur. Deporfillosen von Zloilslcn In Raßlaad Berlin, (LT.A.) Mehrere junge Leute, die der Zugehörigkeit zur Zionistisch-Sozialistischen Partei Zeire Zion ver* däclitigt und vor einiger Zelt in kleinere Studie der Nord« Ukraine verbannt worden waren, wurden dieser Tage neuerdings in Haft genommen und auf Etappenwege in <lie Wr« bannungsortc Kirgisiens derortiert. f>ic Deportierten Kind: josef Wyr<lcnnann, Channa Hechmann, Sch. Mrtbtcln, Werc Berstcin, B, Trachtenberg, Kupcrmann, Moses Aschml« nnskl. Vor kurzem wurden in Krcmcntschug 16 Personen unter dem Verdacht der Zugehörigkeit zur ZronlstiscIi-SozLilistisrhen Partei ZcTrc Zion verhaftet. Sic befinden sich mich im Gefängnis von K r c m c n t s c Ii u g. Jüdische Lehrer nnd Sladenlcu! Der Mangel an gut vorgebildeten Lehrcra drr hehr.llschen Sprache macht sich In immer steigendem Maße» bemrrkh.ir Die hebräischen Sprachschulen, die In mehreren großen St.ulteii Deutschlands bereits existieren, leiden besonders Unter dem Mangel an methodisch und sachlich geschulten Lelirkr.ilien für den Anfangsunterricht. Die Einrichtung weiterer solcher Institutionen, für die allerorts ein großes Bedürfnis, besteht scheitert oft an der t/nmO^Iiehkeit. geeignete Lehrer dafür ni finden. Die Jüdische Schule, deren Notwendigkeit von fast allen Parteien des Judentums mit gleicher Eindringlichkeit betont wird. 1.10t sich ohne eine hebräisch gut vorbereitete Lehrer, schaft nicht gut verwirklichen. In weiten Kreisen der jüdischen Rcligionslchrcr 6ctrt sich auch die Ucber/eugunr; durch, daß Hebräisch im Rellciorisiiiiterreicht nlrht durch die tote mechanische Ucbcrselriingsincthode, nomlem nur auf Grnml der modernen Prinzipien des Sprachunterrichts, wie er von der neueren Pädagogik aufgefaßt wird, gelehrt weiden kann. Versuche zur Ausbildung von Lehrern sind von uns in letzter Zeit gemacht worden. Auf Grund der dabei gewonnenen Erfahrungen beabsichtigen wir, demnächst weitere Lehrkurse zu eröffnen. Wir richten die dringende Bitte an Lehrer. Studenten, Seminaristen und Oberfyz.cafsch Ii je rinnen, die dafür Interesse Ii a b e n, s I c Ii umgehend an uns zu wenden. Wir beabsichtigen ferner, am Anfang des Sommer^rmesteri Anfängerkurse für Schüler und Erwachsene in allen Stullteilen Berlins einzurichten. Der Unterricht soll In den frühen Morgenstunden oder nachmittags resn. abends abgehalten werden. Wir erbitten umgehend schriftliche Anmeldung. Auch Vereine und Gruppen, die besondere Wünsche betreffs der Einrichtung von Kursen haben, wollen sich mit uns in Verbindung setzen. Der Leiter der Hebräischen Sprachschulc zu Berlin. N. Berggrün, Charlottcnbg. 2, Lcibnizstr. 25. Mitwirkung bei der JuaendwobllahrLspflcq». Von der ZcntralwohlfahrtsstcIIe für deutsche Juden wird uns mitgeteilt: Die ZentralwohlfnhrtsstcIIr der deiitsehen luden war Iii der vergangenen Woche rusammrn mit den Vertretern der anderen Verbinde der freien Jugend- Wohlfahrt vom Rclchsniinktcriiim des Innern zu einer Aus. spräche eingeladen. Der Zweck der Aussprache war, Klarheit, darüber zu schaffen, ob nach den Erfahrungen der freien Verbände der Grundgedanke des Reichsjugendwohlfahrtsgesctzcs, nSmlich das Zusammenwirken von privaten und öffentlichen Organen In fruchtbringender Weise zur Oclluni' gfkniuiuen M. Dir /rnlrnlr* «ler freien Jugeiulwolilfalirt wiirilimit der Aufgabe betraut, eine Prüfung des jetzigen Standes der Ziitauimcnarbeit von dem Gesichtspunkte der freien Wohlfahrtspflege ans vorzunehmen. Die jüdischen Wohlfahrtsämter bzw. die Vereinigung der Jugendwohlfahrt seien nachdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dal) ihre Mitarbeit bei dem für sie zuständigen Jugendamt von größter Bedeutung für die zukünftige Gestaltung der jüdischen Jugend Wohlfahrt ist Ein Fachausschuß fürjugendwohlfahrt ist als Beirat zur ZcntralwohlfahrtsstcIIe gebildet worden. Rotchsbund jüdischer Frontsoldaten (Bezirk Charlottenburg). Am Mittwoch, den IR. Februar. 8'/} Uhr nhcmls, Bc/irksversnmmlung Cliarlottcnburg, Im Vereinssaal, Cafii am Wilhelmplatz, Sprecstr. 10. Vorfrag des Herrn San..Rai f>. Ooldscbmidt. Thema: ,Xöstliches au« Heine". •— Am Donnerstag, den 19. Februar, 8 Uhr abends, Werbe- Abend des Bezirkes Nord im Schultheiß-Patzcnhofer-Aussehank Chnussccstr. 6L Vortrag des Herrn Ledermaan. Themas „Neue Wege der uunde»a rbcf t". Vortrag von Frau Rabbiner Dr. Ernestine Esch cIbach e r; Thema: „Zeitgemäße Betrachtungen". Sportliche Vorführungen der Damen-Abteilung des Jüdischen Turnverein Berlin 1905. Die Orlsflroppen Berlin. (Gruppe Wcst-Char[Ottenburg der B. Z. V.) Die Oruppc Wcst-Charlnltcnburg ver.inMaltet am Montag, den 21. d. M., nheuds punkt 8«/3 Uhr, Im Lorenhaus, TafjBitg der {Odlschea Sludtnlea Am 7. Februar abends fand im Logr.nh.iits, Klciststraße, die feierliche Eröffnung der dritten JahrcAkonfcrcriz der jüdischen Studcntcnvcrcimgungcn In Deutschland statt. Es waren etwa 40 Delegierte aus fast allen Universitätsstädten Deut$chlar.ds, sowie zahlreiche Gäste erschienen. Der Vorsitzende des Zentralkomitees, Herr Lubo wskl, eröffnete die Tagung, vor.iutliin der zum Ehrenvorsitzenden der Konferenz, gewählte jüdische Historiker Prof. S. Dubnow »ine Ansprache hielt, In der er ausführte, den indischen Studenten sei das Exil nicht fremd: schon zur Zeit des Zarismus In Rufllawl tnuflte der Jude ins Ausland wandern, um sein Streben nach Bildung zu befriedigen. Er ermahnte die ostjüdischen Studenten, mutig ihren Weg zu gehen. Hierauf sprach Eduard Bernstein, der darauf hinwies, daß die jüdische studierende Jugend 6tcts In den ersten Reihen der Kämpfer für die Freiheit zu finden war. .Er sprach von dem Uebcrhnmliichincn des Antisemitismus und der Reaktion In verschiedenen Landern und ermahnte die Studenten, sich nicht einschüchtern zu lassen und für die Freiheit im internationalen Leben einzustehen. Als Vertreter der Exekutive des Wellverbandes jüdischer Studenten berichtete Herr S t c i n Ig-Wien über die Tätigkeit des Wcltverbandes seit dem ersten Weltkongreß jüdischer Studenten In Antwerpen. Rabbiner Meyer Hildesheimer begrünte die Konferenz und mahnte die Studenten, neben den weltlichen Studien auch die jüdischen Studien zu nflegen. Oroncmann rief den Studenten zu, sie mögen sich durch die jetzt herrschende grauenvolle Atmosphäre de«, Antlscmltlnrnus nicht entmutigen lassen. Hierauf begrüßten die Konferenz Dr. Olsch wanger Im Namen des Wcltverbandes für jüdischen Gesundheitsschutz „Ose", Dr. Linden im Namen der Europäischen Studentenhilfe, Assaff Im Namen der palästinensischen Studenten, Dr. McIsIi tsch Im Namen des Verbandes ostjüdiseher Organisationen, Bitimberg für den „HapoCI-Hazair". Jüdischer Studcntcnvcroln. Am Mittwoch, den 18. Febr., 8 Uhr abends, findet im Jüdischen Studentenverein (Frfedrlcbßtraße 115) ein Gedankenaustausch über „Kwuzoth in Palästina" statt. Es beteiligen sich Vertreter verschiedener Richtungen, unter anderen die Herreni D. Trletsch, Dr. J. Stclnbcrg. Robert WelLsch, Nir, Assaf, Slngalowskl, BergeJfohn, Idelsohn, Dr. Brutzkus, Sch. Rudel, Bcn-Adir, Aronow. Landauer u. a. Als Einleitung dienen die Eindrücke de* Un' längst aus Palästina zurückgekehrten E. Jesseliohn. Elnceführte Gästo willkommen. KIcislstr. 10 (Roter Saal) einen Erörtcrungsabend über das Thema: „Lücken der zionistischen Ideologie?" An diesem Abend sollen die Fragenkomplexe, die in dem Wahlkampf zur Landesvcrsammlung der preußischen Gemeinden eine Rolle gespielt haben, wie: „Nationale Autonomie" „Volk*gcmeinden". „Deutschtum und Zionismus" usw. vom zionistischen Standpunkt aus einer Erörterung unterzogen werden. Des ferneren soll in der Diskussion die Frar;c der weiteren Tätigkeit und de.s eventuellen organisatorischen Ausbaues der „Jüdischen Volkspartei" erörtert werden. Zutritt haben die Mitglieder der Gruppe WcAt-Charlnttenlmrg und Südwest, sowie alle Mitglieder der B. Z. V. im übrigen ist die Erörterung eine inncrzJonistische. Essen. Am 11. Februar veranstalteten die Zionistische Ortsgruppe Essen in Verbindung mit der Ortsgruppe des Hcchaluz einen Vortragsabend, nn dem Herr Dr. Ascher aus Berlin über den Sinn und das Ziel des Hechahizgedaukeiis Innerhalb des gegenwärtigen Zustande* Palästinas und der rionlstlschen Bewegung sprach. Der sehr lebensvolle Vortiarj wiikte ersichtlich stark auf die Versammlung, was um so erfreulicher war, als sich eine sehr croßc Zahl jünmer und ostjüdischcr Menschen zusammengefunden hatte. Iis Weiht die Frage offen, ob «las auf den belebenden Einfluß des Wahlkampfen zurückzuführen ist. oder ob sich in der verhältnismäßig starken Bcsucher/ahl der Hunger ausdrückt nach einer jüdisch-zionistischen Tätigkeit, der — im Sinne des Hcchaltu — den ganzen Menschen und seine Ocsamtarlieit umfaßt. Die Aussprache nach dem Vortrag war nicht sehr Ichhalt. Worms, Am Sonnabend, den 7. Februar WIS «pr.ieh I Irrr Jacob llcrzberg, Frankfurt, In einem öffentlichen Vortrag zu dem viele NlchtzJonlstcn erschienen waren. Das Thema lautete: „Natlonaldcutschcs Judentum — eine Antwort auf Naumann". Dem Referat schloß sich ein Zusammensein in engerem Kreise an, wobei es zu einer lebhaften Dhku^ion kam. Der Abend endete mit einer Sammlung für den Kcren Kajcmcth Lcjlsracl. Kcrcn HalemoiiiLelisrool / JIM. naiionoüonds E. l Berlin W 15, Melnekeatf. 10 / Posueheekkontn: Berlin 28247 Paiäsilna-Grundionds (KcrenHaiossod) E.V. Berlin W 15, Mclnckcstraßo 10. Bankkonto: DsrmitSdii r und Nauon.lt.tuk, Depo».-Km« AP Kurlünieiidamra 63. Pottiehiekkonto: Üarlto Nr. 104961. 1