Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 14 (27.2.1925)
- Date
- 1925-02-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Botschaft , Von Alberl Einstein. Der ersten Nummer der neuen Zeitschrift „La Rtvue Julve" entnehmen wir das nachfolgende Bekenntnis des berühmten Qelchrten zu einem geläuterten Zionismus. pjs Vorhandensein von verschiedenen Nationalitäten und jUf0:ge von einander widerstrebenden Nationalismen, so- 0j,l innerhalb wie außerhalb Europas, muß seiner Ansicht *';, «h Unglück betrachtet werden. Ist es erforderlich, zu "Ljcrliolen, daß ein gewisser Nationalismus eine wirkliche Milir für den Frieden und eine unerschöpfliche Quelle on Ungerechtigkeiten und Unglück bildet? 1 Auf der anderen Seite gibt es eine Tatsache, die man ,M hinwcgletignen kann: Die Juden werden nahezu über- , |is Mitglieder einer national klar charakterisierten Gruppe handelt. Da« könnte Juden bedauerlich erscheinen, die, "jc ich, die Zugehörigkeit zur Nationalität der Menschheit .|jcln als ein zwar schwer erreichbares, aber dennoch mögthe* Mcal betrachten. Nietzsche hat gesagt, daß eine der Eigentümlichkeiten du jüdischen Volke« darin bestehe, „die »uhlile Nutzbar- «jcNng des Unglücks" zu kennen und zu verwirklichen. Die Juden müssen auch ihre Nationalität nutzbar machen, y^ni sie dies tun, um der allgemeinen Wohlfahrt willen I £s obliegt ihnen, aus sich heraus jene Tugenden und ttl(n Olauben zu entwickeln, die für den, der der Mensch- ►£il dleuen will, unentbehrlich sind. Da das Verschwinden jüdischen Nationalität, für den Augenblick wenigstens, ^gllch erscheint, müssen die Israeliten deren Existenz rechtfertigen. Und aus diesem Grunde müssen sie ohne liederlichen Hochmut das Bewußtsein des menschlichen Wertes, den sie darstellen, wiedergewinnen. Durch das Studium ihrer Vergangenheit, durch ein besseres Verständnis jstfs Ocistcs gemäß ihrer Rasse, müssen sie von neuem die Mission kennen lernen, die sie zu erfüllen vermögen. Der Zionismus kann ihnen auf diese Weise helfen. Indem (t ihnen eine Vergangenheit voll Ruhm und Schmerz ins Oedlchtnls zurückruft und ihren Blicken eine gesundere wür- Ige Zukunft eröffnet, leitet er sie an, sich weniger schlecht •j kennen und Mut zu fassen. Er gibt ihnen die moralische bjlt wieder, die ihnen gestatten wird, würdig zu leben «d ni handeln. Er befreit ihre Seele von dem uncntschuldurcn Gefühl übertriebener Bescheidenheit, das »ic nur bcdrücken, unfruchtbar machen kann. Er gemahnt sie schließlich (iiran, daß die in gemeinsamen Schmerzen durchlebten Jahrhinderte Pflichten der Solidarität auferlegen. Durch die Mystik des Zionismus belebt, werden sie rfcllcicht endlich die Aufgaben erfüllen können, die ihnen eblicc.cn und die die ehrenhafte Anstrengung und einmütige Arbeit Israels verlangen. Nur um diesen Preis können diejenigen unter Ihnen, die der Ansicht sind, daß es für Menschen iiier Nationen unmöglich Ist, ohne brüderliche Bande zu kben, in nützlicher Weise Worte der Weisheit, der Menschlichkeit verbreiten, die heute notwendiger sind als jemals. Ich kann daher die zionistische Bewegung nicht als einen Auswuchs an dem Baume mit giftigen Aushauthungen betrachten, welche die Freude des Denken» und Lebens zerstören. Ein Jude, der sich bestrebt, seinen Geist mit dem menschlichen Ideal zu durchtränken, kann sich ohne Widerspruch i!$ Zionist deklarieren. Wofür man dem Zionismus dankbar sein muß, Ist die Titsachc, daß er die einzige Bewegung ist, die vielen Juden (inen berechtigten Stolz gegeben hat, daß er einer verrweilclten Rasse den erforderlichen Olauben wiedergegeben und. wenn ich mich so ausdrücken darf, einem ermatteten Volk neues Fleisch gegeben hat. Oer Zionismus Ist im Begriff, in Palästina ein Zentrum des jüdischen geistigen Lebens zu schaffen und man wird m dieser Hinsicht seinen Führern stets dankbar sein müssen. Die Existenz dieser moralischen Heimat wird den Erfolg tubtn, einem Volke, das noch nicht verdient,, zu sterben, ich hoffe es, ein Plus an Vitalität zu geben. Ich habe die enlcn Kundgebungen dieser moralischen Wicderauferstchung teebachten können. Daher glaube Ich behaupten zu können, <Jau der Zio- «iunus, eine dem Anschein nach nationalistische Bewegung, kl'ien Endes ein bedeutendes Verdienst um die Mensch- Wt hat. 75000 ßaet Brlth-Mitglieder in Amerika New York. (J. T. A.) Dir Qroßpräsident des Unabhänmn Ordens Bnei Brith in Amerika, Mr. Adolph Kraus, keing am 9. Februar die Feier seines 75. OeburtsUgcs, bei »'klier Gelegenheit er Gegenstand großer Ehrungen war. Die W«r wurde als ein Doppcljubiiäum begangen, da es im Februar 1925 25 Jahre werden, seitdem Mr. Adolph Kraus O'oßprisident des Ordens geworden ist. D;r Orden zlhltc vor «,n'een Monaten ungefähr 55000 Mitglieder. Bis zum Jubiläum Präsidenten wurden weitere 20000 Mitglieder angewor- [<•■>■ Am 75. Geburtstage des Mr. Kraus zählte der Orden •5«0 Mitglieder. . Der dritte Distrikt der Oroßlogc B n i i Brith hielt vor ♦««tm »eine xweljnhrnche Zusammenkunft In AtUuttc City '•''w Jersey) ab. Es wurde eine Resolution angenommen, «,e Bewegung bei der Errichtung emes Jüdischen *aUonalen Helms in Palästina zu unter- •'"tzen, aber den politisch-zionistischen Plänen auch weiter ,t,r> zu stehen. „ Da» Rcsolutlonskomitcc hatte durch Mehrheitsbeschluß eine ««Solution empfohlen, daß die Bnei Brith nicht nur die prak- «'khc Tätigkeit der Zlonisten unterstützen, sondern auch als "Hielt der Bewegung aktiv teilnehmen. Die Minderheit '*P'»li! eine Resolution, die dem Plan eines jüdischen Helms falSitlna die Sympathien ausdrückt aber zugleich sagt, daß Qlt Ziele der Bnei Brith rnit der Politik der zionistischen Bc- *c(rung nicht übereinstimme. Nach zweistündiger Diskussion ^fde der Minderheitsvorschlag angenommen. Dese *<*°!ut!on wird der Dstrikts-Oroßloge, die New York, Peny'vanla, New Jersey, Delaware und West-Virginia einschließt, j" Beschlußfassung auf der am 20. AprU 1925 In AÜantlc City {.'""ndenden Tagung zur Annahme empfohlen. In der Rcso- ,lcn heißt es weiter: Die Zusammenkunft billigt eine 1«W|lh Agency, die außer den Zlonisten auch Vertreter Ktt lEklitehiB Organisationen Im Und« einschließt Lipslcys Programm Mitte Januar fand In New York eine Konferenz des Landes- Vorstands der zionistischen Föderation Amerikas statt, an welcher Herr Llpsky und Coloncl Kl ach teilnahmen. In seinem Berichte über die Lage und die Aufgaben der Zionistischen Organisation In London und Palfistina entwickelte Louls Llpsky vor den Mitgliedern des Landesvorslnndcs nach* stehendes, sieben Punkte umfassendes Programm für die nächste Zukunft. 1. Systcma Ische und rasche Uebcrführung der zionistischen Exckuüvc und aller ihr angeschlossenen Institutionen nach Palästina; in London soll nur jener Teil de« Organlsationsapparates bleiben, der sich ausschließlich mit politischen Arbeiten beschäftig». 2. Ausbau des Kcren Hajcssod und des Kercn Kajcmeth als unumgängliche Voraussetzung für die Stärkung unseres Einflusses und der nationalen Kontrolle beim Aufbauprozeß Ercr-lsracls. 3. Ausdchnun,' unseres Arbeitsprogramms, um eine Vergrößerung der Immigration zu ermöglichen; diese soll nicht nur mittellose Elemente, sondern auch Schichten umfassen, die imstande sind, durch ihr Kapital eine Bedeutung für die fikolioiniMlir Entwicklung des Lamlr* zu gewinnen. 4. Die zionistische Exekutive In Jerusalem soll eine besondere Insli u'ion schaffen, die sich mit der Einordnung mittclständlschcr Elemente befa wen soll. Diese Arbeit darf jedoch In keiner Welse die Interessen der arbeitenden Elemente, die noch Immer den O rund stock der luimlgrantciimassc darstellen und einen außerordentlich wichtigen Faktor für den Aufbau des jüdischen Natlonalhcims darstellen, beeinträchtigen. ' 5. D:r kommende Zlonlstcnkongrcß soll In das Budget einen Posten aufnehmen, der der zionistischen Exekutive oder einer speziell zu schaffenden Körperschaft ermöglichen soll, den zahlreichen ökonomischen Unternehmungen, die in der letzten Zeit in Palästina von den eingewanderten mlttclständischen Elementen begründet wurden, Kredite zu gewähren. 6. Durchffthning einer tatsächlichen Kontrolle der zionistischen Exekutive über den Jüdischen Nntionntfnnds und die Aufstellung eines bestimmten Jnlircsbudgcts für den K. K. L. durch den Kongreß, ähnlich wie es bisher für den Kcren Hajcssod geschehen Ist. 7. Durchführung der Koordination In der Arbeit des Kcren Hajcssod und des Jüdischen Nationalfonds, Vereinigung beider Sammclapparatc zwecks Vermeidung von Konflikten und gegenseitigen Störungen bei der Sammeltätigkeit beider zionistischer Fonds. Der amerikanische Landesvorstand nahm Louis Llpskys Vorschläge clnstimmigan. Aus dem Bericht des amerikanischen Palästina-Amtes, der In derselben Sitzung erstattet wurde, entnehmen wir folgende intcrcsFantc Daten: Seit Juli 1924 sind 211 Personen nach Palästina gereist, die meisten mit der Absicht, sich dort niederzulassen, davon 46 während des letzten Monats mit einem Durchschnittsvcrmögcn von 5000 Dollar. 10 Chaluzim gingen nach Palästina als zweite Gruppe amerikanischer Chaluzim, davon waren fünf ausgebildete Lnndwlrtc und die Oruppc besaß ciu Kapital von 7000 Dallar. Das Palästlna-Amt verhandelt mit der zionistischen Exekutive, um Einreisebewilligung für In Kuba gestrandete Emigranten zu bekommen. Zahlreiche amerikanische Juden bemühen sich, Ihre europäischen Verwandten nach Palästina transportieren zu lassen. Interessant Ist auch der Bericht des Vertreters der „American Zlon Commonwealth" (Bodcnknu's- und Parzellierung*- gcscllschaft), aus dem hervorgeht, daß die Gesellschaft 650 Dunam zur Errichtung des Schcinkln-Vicrlcls In Tcl-Awlw erworben hat. Die Gesellschaft errichtet eine eigene Abteilung für den Verkauf palästinensischer Wertpapiere und wird wahrscheinlich als ihre erste Tätigkeit den Vertrieb der von Judgc Roscnblatt angeregten Anleihe des Verbandes der Sladtgcmcindcn unternehmen. Ferner plant m.n die Flnanzicruug eines Wasserwerkes für Jerusalem, wofür der Londoner Economic Council eine Konzession erhalten hat. Es sind 75000 £ Kapital für diesen Zweck erforderlich. Das Sanatorium In Mozab Alfred Mond und das 0bcrkomm!s<.nrl»t von Pallstlna Jerusalem (J. T. A ). Der jetzt In Palästina wellende Alfred Mond beauftragte die Pal.Tcl.-Ag., die Gerüchte, daß er als Nachfolger Herbert Samuels ausersehen sei, zu dementieren. Die Mitteilungen, daß Alfred Mond Obcrkoinmissar von Palästina werden wird, erschienen nicht nur In palästinensischen Zeitungen, sondern drangen durch die ita auch In verschiedene jüdische Zeitungen Europas und Amerikas. Einige Zeitungen wußten »gar am melden, daß Alfred Mond, bevor er London verließ, an die Liberale Partei ein Schreiben gerichtet hätte, in welchem er mitteilte, er werde nicht mehr im Stande sein, sich in Zukunft der Täti'cr'ieit Im Interesse der Partei zu widmen, well er sich nach Palästina begibt, um dort einen wichtigen Posten In der Regierung zu bekleiden. Im Zusammenhang mit diesen Mitteilungen beauftragte Alfred Mond die Pal. Tcl.-Ag. zu melden, daß In seinem Briefe an die Tagung der Liberalen Partei von der Ucbcrnahmc eines Rcglcrungsposlcns seinerseits nicht die Rede war. Er habe sich nur entschuldigt, daß er der Tagung fernbleiben müsse, weil er eine Reise nach Palästina plane, F.r werde nlch aber nach seiner Rückkehr aus Palästina wieder der aktiven Teilnahme an der Arbeit für die Liberale Partei widmen. — Die „Jüd. Rundschau*' hat von den Zeitungsenten, daß Mond Obcrkommlssar werden soll, keine Notiz genommen, da dieses Ocschwät* j» den Stempel der freien Erfindung an der Stirn trug. Anm. d. R. Der Tourlslenverkcbr ans Polen nach Palisllua Warschau. (J. T.A.) Der englische Kontrolleur der Palästina-Immigranten teilte dem Palästina-Amt In Warschau mit, daß die Touristen aus Polen, die zur Pasenh-Salson vom März bis 2>. April nach Palästina kommen wollen, Visa erhalten werden. Bedingung Ist, daß sie In organisierten geschlossenen Gruppen reisen, und daß die Verantwortung übernommen wird, daß alle Teilnehmer da« Land wieder verlassen werden. Sollte der diesjährige Touristenverkehr zwischen Polen und Palästina »Ich klaglos abwickeln, so wird im künftigen Jahr der Touristenverkehr keinerlei Beschränkungen unterworfen icln. (Ueber die Beschränkungen Iiiben wir bcrclti berichtet, A, d. R.) , Von unserem paläst. Korrespondenten. A. O. Jerusalem, 1. Februar. Am 15. Schwat wird In Mozah, eine Stunde von Jerusalem entfernt, das Sanatorium der Krankenkasse („Kupat Cholim"), eröffnet. Schon heute vor der offiziellen Aufnahme de* Betriebes Ist es fast völlig belegt. Die Notwendigkeit einer solchen Anstalt war leider nur zu einleuchtend und klar. Der Prozentsatz der Chaluzim, der Rubc und Erholung nötig hatte, Ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Die Gründe für diese Erscheinung sind klar. Die Arbeitsbedingungen in Stadt und Land sind nach wie vor nicht leicht. Fieber und schlechte Ernähning, die für den größten Teil ungewohnt schwere Arbeit, zehren an den Kräften des Chaluz. Wir wissen, daß in den letzten Jahren eine Anzahl, denen sich die Möglichkeit bot, Heilung oder Erholung Im Auslände gesucht haben. Die große Masse jedoch wird da< nie können und es wäre auch falsch, wollte man die in der Kolonlsatioiisarbcit milde oder schwach gewordenen, immer erst übers Meer schicken, um neue Kräfte zu sammeln. Palästina bietet Erholungsortc die Fülle, die nur auszunutzen sind, und die man bis Jetzt wenig nutzbar gemacht hat. Hat doch einmal I Irrbcrt Samuel ganz mit Recht gesagt, daß sich in Palästina Jeder das Klima und das Jahrhundert aussuchen kann, In dem er leben will. Mnn muß zugeben, daß sich die Erbauer des Sanatoriums ein schönes Fleckchen Erde unter dem palästinensischen Himmel ausgesucht haben, und daß man es verstanden hat, aus diesem Fleckchen möglichst viel herauszuholen. Das Erholungsheim liegt hoch oben in den Jüdischen Bergen mit einer weiten Aussicht auf Höhen und Tal, die an dieser Stelle über und über mit Oclbäumcn bedeckt sind. Junge Pflanzungen von Nadelbäumen und Palmen hat man auf den Terrassen angelegt, die sich bis hinunter zum Wadl ziehen. Sic sollen Schatten geben und Winde abhalten, die hier oben scharf zu spüren sind. Das Haus aus dem weißen Stein des Berges, hat heute nur ein Stockwerk und soll bald vergrößert werden, um die doppelte Anzahl Kranker beherbergen zu können. Es mutet wohnlich und behaglich an, mit seine» großen Veranden, seinen hohen Fenstern und ganz weiß gehaltenen Zimmern. Es Ist mit allem ausgestattet, das es zu seinem Zweck bedarf, mit Badcräumcn, mit elektrischem Licht unter kluger Ausnützu.ig der gegebenen Möglichkeiten. Von dem Stück Weges an, das das Sanatorium mit der Chaussee Jaffa-Jerusalem verbindet, bis zum Haus selbst und der riesenhaften Zisterne von 1100 cbm Inhalt, die der Wasserversorgung dient, ist jedes einzelne, auf diesem Stück Boden, von jüdischen Händen hergestellt worden. Man sieht an dem Bau. daß die jüdische Stcinlndustric schon achtbare Resultate liefern kann. D:r Bau und die Einrichtung der Anstalt, hat nahe an 10000 Pfund gekostet. Zusammen mit der Bodenfläche von 53 Dunam. die dem Nationalfonds übergeben werden wird. Die Kosten wurden aufgebracht, zum Teil durch private Spende, zum Teil durch die palästinensischen Arbeiter selbst, von der Krankenkasse, vom nationalen Arbeiterverband in Amerika, von der Frauenorganisation In Kanada und dem Wclfarc Committcc In London. Nach dem Plan soll das Sanatorium, solange es einstöckig Ist, gegen 30, später 60 bis 70 Kranke beherbergen. Die Krankenkasse plant den Bau eines zweiten Sanatoriums bei Haifa auf dem Carmel, das bald in Angriff genommen werden soll. In all die Freude, die man bei dem Br.such In Mozah , empfindet, das einen gediegenen und auch geschmackvollen Eindruck macht; mischen sich schwere Gedanken beim Anblik der Kranken. Man erinnert sich unwillkürlich an die hartnäckigen Diskussionen und bösen Zweifel In unseren landwirtschaftlichen Betrieben über das heikle Thema was wohl rentabler sei, gutes Essen und mehr Defizit oder geringeres Defizit und schlechte Ernähning; und wir wissen, daß gerade unsere besten Wirtschaften nur zu sehr dazu neigen, die Beköstigung zugunsten einer leidlich guten Bilanz zurückzustellen. Das gilt selbstverständlich nur für die erwachsenen Arbeitenden. Denn die Kinder werden auch an den Punkten, wo ungewöhnlich schlecht gegessen wird, gut gepflegt und genährt. Es Ist letzten Endes verständlich, daß man Immer wieder in den Kwiizoth zu diesem letzten und einzigen Mittel greift, um den Betrieb zu rcntabillslcreii, nämlich am Lebensunterhalt zu sparen; und so verbannt man vom gemeinsamen Eßtisch Butter. Eier, Fleisch, Milch und In .gewissem Maße sogar Ocl. Spürt man die Folgen nicht sogleich, so machen sie sich später um so stärker bemerkbar; und man kann mit gewissem Recht sagen, daß das, was man auf diese Weise in den Bctrieicn schwer erspart, zum Teil wieder die Krankenkasse belastet. Z. B. Ist es interessant, daß ein großer Teil der Kranken in Mozah an allgemeiner Schwäche oder auch in Einzelfällen an bcfilnnender Tuberkulose leiden. Eine Lösung für diese Frage Ist schwer zu geben. So lange wir Betriebe haben, die schwer um ihre Existenz ringen, so lange wir in den Kolonien um die Erobcning der Arbeit kämpfen, so lange wir mit Menschen kolonisieren müssen, die nicht In der Arbeit aufgewachsen sind, werden wir Lehr gcld zu zahlen haben und dieses Lehrgeld wird uns nicht leicht zu stehen kommen. Die nächste Generation wird unter leichteren und natürlicheren Bedingungen arbeiten können. Heute sollen wir wenigstens unsere Chaluzim, bcvoi sie nach Palästina kommen, In ausreichendem Maße an dl« Arbeit gewöhnen, damit sie im l ande widerstandsfähig bleiben Investitionen für Hachscharah tragen Zinsen Im Lande iett>st Ein neues arabisches Menoraidum an des Völkerbuad Jerusalem. (J.T.A,) Die in Haifa erscheinende ara bische Zeitung „El Yarmouk" teilt mit, die Palästincn sIsch-Arablschc Exekutive bereite ein zweites Mcmoraiv d u m an den Völkerbund vor, das in der kommenden Sommer scsslon überreicht werden soll. Dieses Memorandum wird, wi» die Zeitung weiter berichtet, Kritik an den Darlegungen de« Obcrkom in Issars vor der Mandatskommlssior des Völkerbundes üben und alle Unrcchtmäßigkeiten der gegenwärtigen palästinensischen Verwaltung aufzählen. Spuren alter kanaanltlschcr Kultur In Jaffa gefundon. In einem Orangegarten des Herrn Issae Qofdberg In der Nahe von Jaffa wurden zwei Grabmäler und mehrere Tongefäßc aus der Zeit «I« kaiiaaiiitischcn Kultur vor 4000 Jahren ausgegraben. Die Abteilung für Altertümer beider Palßi»ln»-Rcglcrung gab Ihr Urteil über die Funde ab und erklirte tle all einer frühkinianltUchen Periode gehörig.