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Jüdische Rundschau · 1925-02-27 · Heft 14 (27.2.1925) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 14 (27.2.1925)
Date
1925-02-27
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 128 fUCDJSCHE RUNDSCHAU Nr. 14 Araber die Ankunft Ballours zum Anlaß eines Protest- Streikes nehmen werden und so ist zu befürchten, daß die festliche Stimmung zumindest etwas getrübt wird, wenn die Besucher sich gleich der bestellenden Disharmonien bcwtiDt werden. Dies Ist wieder cm Beweis, daß wir noch nicht rcalpolitisch denken gelernt haben, sondern die Erfordernisse der Propaganda für unsere Entschlüsse maßgebend sind. Wir sollen aus diesem l all lernen. Der unendlich schwere Ucbcrgang des Zionismus aus dem propagandistischen 'Vorstadium In die Welt der Realität bringt notwendig Fehler mit sich. Aber wenn wir auf übertriebene Demonstration verzichten, und auf stille solide Arbeit umso größeres Gewicht legen, so ist das nicht ein Zeichen nationaler Schwäche, sondern umgekehrt ein Beweis dafür, daß wir nicht mehr im luftleeren Räume schweben, sondern unsere Sache bereits In die Welt der Realität eingetreten ist. Wir wünschen, dal) die Eröffnung der Universität ohne Störungen und mit der Würde verlaufen möge, die einem solchen Ereignis angemessen Ist. Nach der Eröffnung erst beginnt die große Aufgabe, zu zeigen, was eine — die erste — jüdische Universität ist, und was sie leistet. * i Am 12. Februar ist Dr. Wclzmann in Amerika eingetroffen. Sein Aufenthalt kann diesmal nur kurz sein, da er am 1. April in Palästina sein soll. Der Hauptzweck seines Aufenthaltes ist der Abschluß der Verhandlungen wegen der Erweiterung der lewish Agency. Seit zwei Jahren steht bereits dieser Gegenstand auf der Tagesordnung, ohne daß es "bisher zu definitiven Entscheidungen gekommen wäre. Das darf uns nicht ungeduldig machen; denn eine so schwierige Entwicklung, die unzählige Widerstände auf beiden Seilen zu überwinden hat," kann nur sehr langsam und vorsichtig vonseiten nehen. Wäre nicht der unbeugsame Wille Dr. Wcizmanns, so wäre das Unternehmen, eine überparteiliche Ocsamtvcrtretmig der Judcnhcit für den Aufbau Palästinas zu schaffen, längst gescheitert. Dr. Wclzmann hat es verstanden, die zwingende Notwendigkeit dieses Schrittes auch jenen Kreisen darzutun, die sich anfangs skeptisch verhielten. Wenn er heute nach Amerika ging, um sein Werk fortzusetzen, so kann man wohl ragen, daß die öffentliche Meinung des Zionismus in Europa und Palästina in weit höherem Maße hinter ihm steht, als noch vor einem Jahre. Leider hat sich auf der andern Seite nicht derselbe schnelle Fortschritt vollzogen wie im Zionismus. Seit Wcizmanns Abreise im vorigen Jahre ist die Vorbereitung der Agency dort nicht erheblich weiter gekommen. Die Beschlüsse des von der überparteiischen Konferenz eingesetzten Komitees wurden zwei Tage vor Wcizmanns Abreise, Anfang Mai des vorigen Jahres, gefaßt und dabei blieb es. Die weite Session der Konferenz, die noch im Sammer stattfinden sollte, wurde immer wieder hinausgeschoben. Dieser schleppende Gang ist aber keineswegs ein Beweis für Ocsinmingsändcrung der maßgebenden Persönlichkeiten, beruht vielmehr auf den organlsatot Ischen und technischen Schwierigkeiten, in einem so ungeheuren Lande wie Amerika eine Konferenz von so überaus beschäftigten, durch unzählige berufliche, private und öffentliche Angelegenheiten in Anspruch genommenen Menschen zusammenzubringen,' wenn nicht die besondere Kraft einer Willensstärken Persönlichkeit dahinter 6tcht. Darum mußte Wcizmann, der ewig Reisende, die neue Fahrt unternehmen, und wir hoffen, daß es ihm gelingen wird, die Sache so weit zu bringen, daß der kommende Zionlslcnkongrcß einen entscheidenden Schritt vorwärts machen kann. Inzwischen haben Wcizmanns Bemühungen schon Früchte gezeitigt, denn durch die Anteilnahme der für den Jcwish-Agcncy-Oedanken gewonnenen Menschen an der Kampagne für den Kcrcn Hajcssod hat schon heute der Kcrcn Hajcssod in Amerika eine gewisse Kontinuität erreicht. Selbstverständlich ist dies zum großen Teil auf die hingebungsvolle Tätigkeit der amerikanischen Zionistcn und auf den allmählichen Ausbau des organisatorischen Apparates zurückzuführen. Aber darüber hinaus dürfen wir uns nicht verhehlen, daß die bloße Tatsache des tätigen Palästina-Interesses der führenden Persönlichkeiten des jüdischen Lebens Amerikas auf die Massen von großer Wirkung ist und dazu beiträgt, den Kcrcn Hajcssod populär zu machen. Durch Wcizmanns Ankunft und die neuen Agcncy-Konfcrcnzcn wird die Kercn-Hajcssod-Kampagnc einen starken Impuls erfahren. Eine Erhöhung der Kercn-HaicssodnEIngänge ist auch angesichts der rapiden Entwicklung Palästinas unbedingt notwendig. In diesem Jahre sind wir von der Krise verschont geblichen, die beinahe eine alljährliche Wintererscheinung in Palästina war. Es gibt keine Arbeitslosigkeit im Lande, die Einwanderung geht vorwärts, die Stimmung ist äußerst hoffnungsvoll. Dies ist nicht >"ir auf die starke industrielle Entwicklung zuriiek- »uhihrcn, sondern vor allem auf die Tntsache, daß die Monatsciiigäiigc des Kcrcn Hajcssod erlaubt haben, das lullende Monntshiidgct zu decken, 60 daß keine nennenswerten Rückstände zu verzeichnen sind. Dieser Erfolg 'st nicht nur der kontinuierlichen Tätigkeit Amerikas *u danken, sondern auch den steigenden Resultaten aus den europäischen Ländern. Das vom A.C. festgesetzte Monatsbudget betragt 31.000 AI, dazu kommen jedoch Verpflichtungen des Kcrcn Hajcssod für Häuserbau- «redite, P.L. D.C. und gewisse lnvcslioncn von mliulo MciiB 3.000 X. monatlich, außerdem Rückzahlungen des ji'r die landwirtschaftlichen Siedlungen aufgenommeneu «ankdarlchns sowie Propagandaspesen. Mit diesem Minimalbudget von Ingesamt etwa 43.000 £ monatlich, ist jcüoch lediglich das Minimum gedeckt und es muß betont werden daß damit keine einzige neue Siedlung Im Lande Der Eoiheimberö-Proze^ in Haag II a a g. (J. T. A.) Am 10. Februar trat der Internationale Gerichtshof Im Haag zusammen, um über den britisch-griechische» Streitfall bezüglich der Kl ek t rIz 11 il t a -Kou- Zessionen zu entscheiden. Der Präsident des Gerichtshofes, eröffnete die Vcihaudlim. gen und gab zunächst einen Ucbcrblick über die Geschichte des Rechtsfalls. Hierauf ergriffen der Rechtsvertreter der griechischen Regierung, Mr. Purchasc und der frühere griechische Außenminister und Jetziger Ocsandlc In Pari» Politis das Wort, um den Standpunkt der griechischen Regierung darzustellen. Die britische Vertretung Ist am ersten Vcrhaiidltiiigslagc noch nicht nt Wort gekommen. Von britischer Seite »lud Im OcrichNsnal anwer.eiul der Oberstaatsanwalt Sir Doli ginn llogg, die Urämien des KolonialanitH Mr. Alexandra I*' a s c Ii I r I und Mr. V c r u o n. Im Verlaufe der Verhandlung werden auch tlcr britische Qesandtc Im I laag, Sir Charles M a rling, um! der niederländische Konsul in Jerusalem, Jacobus Kann, zu Worte kommen. In der Sitzung vom t2. Februar forderte PolItU im Naiucii der griechischen Regierung eine Entschädigung von 'JQ'JUOO Pfund für den griechischen Staatsangehörigen Mawromatis als Verdienstentgang aus der Jcrusalcmcr Konzession, die ihm von der sclncrzcltlgeii türkischen Regierung verliehen worden ist und die nun seitens der britischen Rcgierurg Herrn Ruthenberg übertragen wurde. Nachdem Poütis seine Darlegungen beendet halte, ergriff der britische Oberstaatsanwalt Sir Djuglas llogg das Wort zwecks Darlegung des britischen Standpunktes und setzte In, der Sitzung vom 12. Februar r.clne Dulegung fort. Er bezeichnete die Ansprüche dei jetzigen griechischen Staatsangehörigen Mawromatis als haltlos. Die türkische Regierung verlieh ihm die Konfessionen noch vor Ausbruch des Krieges. Damals aber war Herr Mawromatis noch nicht griechischer, sondern türkischer Untertan, und In dem Dekret über dtc Konzcsslotisericilung hieß es ausdrücklich, d'e Konzessionen werden einer türkischen Occllschaft verteilt. Sir Dsuglas Hogg verlas die Korrespondenz, die zwischen den Kolonialamt in London, dem britischen Obeikominissar In Jerusalem, Herrn Pineas Riithcnhcrg und Herrn Mawromatis, gepflogen worden ist und kam zu dein Schluß, da!) die reitcus der englischen Regierung Ruthenb:rg erteilte Konzession für Elektrizitätsversorgung und Ausbeulung der Wa'3crkralte in Palästina vollkommen in Ordnung ist und keine rechtliche IV nachtcillgtmg de» Herrn Mawromatis bedeutet. llogg pi,!Cmi' tlcrtc In scharfer Form gegen die Darlegungen des' griff),, scheu Vertreters PolllU, der ausgeführt hat, die ZlonKliuhr Organisation halte die Pallstlnareglrning veranlalti, ](crrn Huthcnbcrg zu Ungunsten des Mawromatis zu bcftfiusUfcr, Da» sei absolut nicht der Fall. Laut Artikel 4 des PaMsHnt. Mandats besitzt die Zionistische Organisation Rechte einer beratenden Agentur in Palästina; das Ist alles. Sir Djuglas llogg fuhr fort: Der griechische Vertreter spielte in seiner Rede auf die Ausführungen des gegenwärtigen Innenministers, Sir William Johnson Micks, on. o0 dieser seinerzeit als Unlcrhausmitglicd mit lUvug aul <li, Riitheuherg-Koii/csslou gemacht hatte. Sir William Jnyimvt IlieliH stand damals In Opposition zur Kulheiibcrg-KnuzisMiu, Er Kland aber auch in Opposition zu der damaligen Regierung weshalb mau sagen kann, daß seine Ausführungen in keiner Weise die Ansichten der britischen Regierung wicdcrqakn Sir Douglas I logg zitierte die Rede des iciiicrzcitigcn Kolonien minijters Mr. Churchill, mit der dieser die OppoMimi,,. rede Sir William Joynson llickn entkräftete. Auf Urinid der Rede Churchills sagte Sir D.iuglas Hogg, wurde der Antrag gegen die Ruthcubcrg-Konzession mit 232 gegen 35 Stimme'] abgelehnt. Sir Douglas llogg schloß seine Rede mit der Uemcrkuiig. als Vertreter Groß-Uiitannicns b:lonc er mit Nachdruck, dali die Aufgabe Qroß-Britaimieus in Palästina die ist, den Juden ein National heim zu gewährleisten, niemand aber wird In Verbindung mit dieser Aufgabe in seinen Ucehttn gekränkt; also auch nicht Herr Mawromatis. Ein weiteres Tclcgumm aus dem Haag lautet: D.-r Intcrnaiionalc Ociichtshof wies alle Ansprüche Maw. romatts' als vollständig unbegründet ah. Dj< Tribunal stellte fest, daß die Ruthenberg von der englischen Rcglening erteilte Konzession rechtskräftig ist und nicht angezweifelt werden könne. Im weiteren Verlauf cikläric der Gerichtshof, daß die englische Regiemn» berechtigt war, alle früher erteilten Konzessionen nicht ru berücksichtigen, da es die Aufgabe der eng II schon Regier ungist, ei njüdisch-natlonalcsrlci min Palästina zu schaffen. stehen als der XIII. Er wird nicht unter dem Drucke des drohenden Zusammenbruches seine Beschlüsse fassen müssen, sondern Politik auf lange Steht machen können. Wir wünschen Dr. Welzmann einen angenehmen Aufenthalt in Amerika und wünschen unserer Bewegung, daß seine Mission gelingen möge. Die Antwort Herbert Samuels an die, Repräsentanten der Städte Jaffa und Tcl-Awiw zci|(l außerordentliche Perspektiven der wirtschaftlichen Entwicklung Palästinas, Aus der Rede des Obcrkoiumissära geht hervor, uaß 'der Hau des ffafens in Haifa von der Regierung bereits beschlossen ist. Die Durchführung des großen Projektes wird wohl um ko weniger aui sich warten lassen, als die jetzige Entwicklung des Laude:! das Bedürfnis nach einem Hafen ungemein gesteigert hat. Es ist noch immer nicht recht erfaßt worden, was im letzten Jahre in Palästina vorgegangen ist. Wir stehen vor dem Phänomen einer iudusinellen Entwicklung, die in der Wirtschaftsgeschichte wenig Parallelen hat. Eine kurze und eindrucksvolle Schilderung gab der Amerikaner Jiulgc Roscnblatt, dessen Aciisscrungeii wir in der letzten Nummer veröffentlicht haben. Nun möchten wir keineswegs schon behaupten, daß alle die Unternehmungen, die aus dem Boden geschossen idnd, auch schon die Bürgschaft wirtschaftlicher Existenzfähigkeit In 6teh tragen. Sicherlich wird es noch Krisen geben, die unvermeidliche Begleiterscheinungen einer jeden derartigen industriellen Tätigkeit sind, die zumindest teilweise den Charakter eines Experiments haben muH. Aber a die Entwicklung wird trotzdem weitergehen. Pflicht der ' Regierung ist es, alles zu tun, was diese Entwicklung fördert, sofern das Gemeinwohl nicht geschädigt wird. Die wichtigste Förderung lieben einer entsprechenden Zollgesetzgebung ist der Ausbau des Verkehrsnetzen. Herbert Samuel sagte, daß auch die Eisenbahnlinie ausgebaut werden soll, vor allem wird es eine solche Vcrhiudung von Jaffa nach Haifa geben (statt wie bisher über Ludd); diese Linie wird nördlich von Tcl-Awiw eine ganze Reihe neuer jüdischer Siedlungen berühren, vor allein auch Tcl-Awiw mit Pcthach-Tikwa.il verbinden, und es braucht wohl nicht gesagt zu weiden, was eine solche Verbesserung bedeuten würde. Auch der Hinweis auf die Absicht, das Petroleum aus Mossnl über Haifa zu leiten — zum ersten Male wurde dies offiziell erklärt —, bestätigt die grollen Aussichten der neuen Hafenstadt. In Jaffa soll inzwischen ein Landungsplatz mit Laudungshrückc gebaut weiden, um vor allein dem Export von Orangen z.u dienen. Ein gewaltiges Programm hinterläßt Herbert Samuel seinem Nachfolger. Er wird jedoch, wenn er den Posten de* Obcrkonmiissärs verläßt, das Verdienst für sieh in Anspruch nehme" können, daß unter seiner Verwaltung die Voraussetzungen für diese günstige Entwicklung eines In verwahrlostem Zustand übernommenen Lande» geschaffen worden sind. '°igc der Besuche Wcizmanns und Sokolow» zweifellos oetruebtheh steigen. Aber auch Amerika wird noch wehr leisten ols bisher, wenn die für den Aufbau der nationalen Heimstätte mitverantwortliche amerikanische ^wcigStciic der Jcwish Agency konstituiert Ist und Ihre 'f'ßkcit aufgenommen hat. Wenn dies gelingt, dann wtw der XlV. Kongreß vor einer ganz andern Situation Die Selbstmorde uater den polnischen Juden Wjrschau (J.T.A.). Die besonder* unter dem jtt dischen Mittelstands Polens sich bemerkbar machende Wirtschaftshilfe nimmt immer erschreckendere Formen an. Die Sclbstmordwcllc Ist noch immer nicht abgeflaut. Am 10, Februar haben sich acht der größten jüdischen Industrie firmen In der Qcnschaslraßc, wo bekanntlich der Jüdische OroD handcl und die jüdische Großindustrie Warscham konzentriert sind, Insolvent erklärt, wodurch die Zahlungseinstellung zahl reicher kleinerer Finnen bewirkt worden tat. Kenner der Verhältnisse sehen sehr trübe In die Zukunft. Der Bericht Auslea Chimberblas vor dem Völkerbund Am 12. Februar erschien ein White Paper der britischen Regierung, in welchem die Darlegungen des Außenministers Austen Cha mbc riain während der 32. Tagung des V6Ikcrbuudsrats im November 102t zu Rom zum ersten Malt offiziell veröffentlicht werden. Laut dem White Papcr-Bcricht führte Chambcrlain rura Abschnitt „Mandate" ungefähr aus: Dem Rat des Völkerbundc* liegt der Ikilcht der fünften (außerordentlichen) Tapunp der Ständigen Mandatskommission vor, die zum zweiten Malt in diesem Jahre zusammengetreten Ist, um die ueriehte der Mandalsinächlc entgegenzunehmen und zu prüfen. Der :ch\vcdische Vertreter hat Ihnen über die Arbeit der Kommission Bericht erstattet. Er wies darauf hin, daß die Mandatskommission noch nicht in den Besitz des notwendigen Materials bezüglich Anleihen, Kapitalsanlagc in den Mandatsgebieten gelangt sei. lir betonte Insbesondere den Wunreh der Mandalskoinmlsr.Ion, daü ihr Informationen bctrellend gewisse Fragen der ü- und C-Mandate, mit denen sich die britishe Krieiiskonfcrciu vom Jahre 1023 beschul |;t hatte, auf tclu c'.U in Wege zugehen. D:r Hauptteil dca gegenwärtigen Berichtes der Kommission beschäftigt sich mit der Vcrwalitmg von acht Mandatsgebiet«: Palästina, Syrien, Uritisch-Kanicru'i, Urilisrh-Togoland, Neu Guinea, Nauiu, Samoa und die unter japanischem Mandat stehenden Inseln. Herr Undcn, der Vertreter Schwedens, bemerkte, ei. sei dies die erste Gelegenheit für die Mandatskommission, die Verwaltung der Oebictc der Qmppc A zu untersuchen seit deren Inkrafttreten Im September 1021. Die Verwaltung dieser Mandate wirft (sowohl pnlillnchc wie technische Probleme mit. Uc-.omlers was das P a I a s 11 u a. M a n d a t anbetrifft. Von der Manilalarmacht Palästinas wird gefordert, daß sie sowohl ein National heim für die Juden errichte, als auch gleichzei tig eine freie Regierung im Lande entwickele. Er wundere sich darum nicht, daß die Verwaltung In der Ausführung dieser Aufgaben Anlaß zu Klaren gegeben hat, und zwar gingen die Klagen von zwei t-.mz entgegengesetzten Seiten am, von denen jede das I lauptgcu'lcht auf die Eilnlliing des einen Prinzips gelegt leiten wollte. Zieht man die Eigenartigkeit Und Subtiiitiit der in Fr.ioc ste'. enden Probleme In Betracht, könne die Kommission nurvihrc Genugtuung über den Gerechtigkeitssinn ausdrücken, der hier obwallet. Zu den Bemerkungen der Konunis-ion über die Verwaltung In Palästina führte der britische Vertreter aus, er sei nicht sicher, ob die Kouunijr.ion auch wirklich alle Bemühungen der Verwaltung, Ihre schweren Pflichten zu erlügen richtig gewürdigt hat. Auch die Bemerkung in dem llcrichl, dal! den Einwanderern eine fachliche Vorbereitung fehle» hat kcUc Berechtigung. Dt Resultate der jüdischen Ein- Wanderung In den allerletzten Jahren geben zu ganz anderen Betrachtungen Anlaß. Der Obcrkominhiar, mit dem er in Verbindung stand, teilte Ihm mit, dall ein beträchtlicher Teil der Einwanderer über g c u ü gc n d I n n d w | r t s c h a f tliehe Erfahrung vertilgt, und doli viele andere sich den landwirtschaftlichen Bedingungen uchucll anpaßten, wie die schnelle und erfolgreiche Gründung neuer jüdischer landwirtschaftlicher Siedlungen in verschiedenen Teilen des Landes beweist. Der Vorsitzende^ der ständigen Mandatskommission bemerkte zu der Rede des englischen Vertretern, der Kommission lag der Qcdanke fern, die Mandatsmacht Palästinas oder den Oberkommissar zu kritisieren: sie erachtet cs aber als Ihre Pflicht, die Aufmerksamkeit des Völkerbund»«!« au! die besondere Schwierigkeit der Mandatsaufgaben In Palästina zu lenken. Der Völkerbundsrat nahm dann den Bericht und die hciolullonen der Mandatskommission einstimmig an. . ^JliWWk1 SÄS™mlt dcm Dan,pfcr

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