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Jüdische Rundschau · 1925-02-13 · Heft 13 (13.2.1925) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 13 (13.2.1925)
Date
1925-02-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Se'te 120 fUEDISCHE RUNDSCHAU Nr.!3 nicht, daß es keine wesentlichen und notwendigen Unterschiede In der politischen und wirtschaftlichen, wie tuen der kulturollen Lage der In verschiedenen Ländern leben Jen Volkstc-ile, gibt, die auch in vielen Hinsichten bedeutenden Modiiikationen der nationalen Landcspoütik nach »ich ziehen müslcn. Wir dürfen aber vor lauter Unterschieden das im wesentlichen Identische in der Laße des Volkes allüberall und in seinen, Entwickhwgtendcnzen nkht ans dem Auge verlleren, wie es heutzutage leider fast überall der Fall ist. Somit wichst die- Zersplitterung immer mehr, die, so wie die Dinge heute liegen, durch die S.-haffiincr eines einheitlichen jüdischen Wirtschaftsgebietes in Palistina gewiß nicht aufgewogen werden kann. AI» die weitere Folge des Mangels einer elnheKIlchert nationalen Oaltithpoütrk ergibt skh Auch die wachsende Entfremdung, ja sogar der Q.'grnsatz zwischen den einzelnen Klauen der jüdischen Bevölkerung, Ich bin selbstverständlich weit davon entfernt, in einem harmonischen Ncbcncinnndcr- Jchrn der Klassen bei der gegenwärtigen Wiitschfifsordntintf ein erstrebenswertes Ideal 711 schon. Die Klassengegensätze sind eben bei'normal entwickelten Völkern eine durchaus naturliche und nnturnotwendige Erscheinung. Aber nur bei normalen Völkern . ,Ole Klassengegensätze (nicht das Klas«enbcwtifitscln), so wie nie skh im heutigen jüdischen Wirtschaftsleben rn der Onluth vielfach zugespitrt haben, sirto\ keine gesunde Erscheinung, well sie eben kein Ausfluß eines normalen Wirtsrhaflslehriii sind. Es kann wohl kaum el.latantrrc Gegensätze geben, als das aufstrebende Wirtschaftsleben fn Palästina einerseits, wo der Gedanke der auf. bauenden Arbeit alles andere beiseite geschoben hat und das stagnierende jüdische Wirtschaftsleben In der Oaluth, wovon einer auf normale Gestaltung desselben gerichteten Zusammcnarbclt noch keine Rede ist. Im ersteren Halle ist eben ein Wirtschaftsplan gegeben, im ».weiten Fall fehlt er vollkommen oder ist unvollständig und lediglich auf Befriedigung der momentanen nediirfnlsse gerichtet. So kommt es. daß heute, trotzdem das gante Volk als solch :s um seine wirtschaftlich! Existenz zu kämpfen ha», eine Jede Klasse tatsächlich in diesen Kampf isoliert ist und selbst In ihrer konstruktiven Tätigkeit (man denke nur an die verschieden ten jüdischen Genossenschaften in der Oaluth) nur In den seltensten Fallen auf die Mithilfe anderer Klassen rechnen kann. Und vielleicht ist auch diesem Umstand niruschreiben, daß heute auch ein ziemlich großer Teil des Volkes, insbesondere aber der weitaus größere Teil einer Klasse, der Arbeiterschaft, dem Pnlästlnagcdnnkcn fremd, wofern nicht gerade feindlich; gegenübersteht. Die sentimentalen Erwägungen vermögen nur wenig rn erreichen, wo die reale Verknüpfung von Interessen fehlt, die bei anderen Völkern eben durch die Tatsache des Bestehens ihrer eigenen Volkswirtschaft gegeben ist, bei un» aber auf eine andere Weise erzielt werden müßte. Auf die kulturelle Richtungslosigkeit, die eine direkte Folge des Mangels einer nationalen Oaluthpolitik Ist, hinzuweisen, erübrigt sich wohl. Um nur ein krasses Beispiel «1 wählen, 10 Ist der unerquickliche Sprachenkampf im Judentum und die noch mehr unerquickliche Rolle, die oft Zionisten in diesem Kampfe spielen, wohl in der Hauptsache diesem Umstand zuzuschreiben. Von einem festgefügten Kulturprogramm für die Gallith, das in erster Reihe die kulturelle Hebung der Volksmaisen und ihre Verknüpfung mit dem Judentum mit •Ich bringen soll und sich daher in vielen Hinsichten von dem Programm der Kulturarbeit in und för Palästina unterscheiden muß, ist bis zum heutigen Tage keine Spur, fn dieser Beziehung macht nicht nur Jede Landespartei, sondern sogar Innerhalb der Undespartelen eine jede Oruppe da* Ihrige. Wie traurig die Polgen eines derartigen Chaos für die künftige Entwicklung eines nationalen Kulturhbcns in der Oaluth sein können, braucht kaum erst betont zu werden. So muß es denn einmal klar und deutlich gesagt werden: Auf dem Oebiete der zionistischen Galuthpolltik ist so ziemlich alles noch zu tun. Es muß ein einheitliches Wirtschafts- und Kulturprogramm für die Oalutharbeit geschaffen werden, das ebenso allgemein verpflichtend und ebenso von der Willkür einer einzelnen Landesorganisation oder Gruppe unabhängig sein soll, wie es Im großen und ganzen das Palästinaprogramm ist. Ein solches Programm kann natürlich nur von der Zionistischen Organisation geschaffen werden. Und zwar nicht nur deswegen, well sie die einzige nationale Organisation ist, die eine Gesundung und Fortentwicklung des nationalen Lebens und nur das Eine erstrebt, sondern auch wegen ihrer Amvelthchkeit. Nur eine Organisation, die ihre Anhänger allüberall hat, wo «ich Judeji befinden, kann auch die Riehtnl.?. e,incs ProCr»,nrm ausarbeiten, das den tatsächlichenucdtirfnlsscn des Canzen Volkes entspricht und kann dann, «äs« Programm im Leben verwirklichen. So TnüOtc denn der zionistische Kongreß, der heute weitaus uberwiegend der i'Cnandhmg der Palästlnafragcn, sowie all derjenigen Fragen, oie damit im unmittelbaren Zusammenhang Stegen, gewidmet im, sein Interesse auch den Fragen der Oaluth- Politik zuwenden und versuchen, eine nationale Organierung der Jüdischen Massen auch In dieser Be/.lchung durch- Z wenn n,,ch nur »«»weise, wirtschaftliche und geistige Wiedcrauflelning des jüdischen Volkes in der Oaluthi ,. '.Was cbcns0 wichtig Ist, die Zusammenschweißung all der zcrMrCutcn ,md heute vielfach sehr voneinander verschiedenen. %u!L . cl" *inh.eitl'Ches oder zumindest zur Einheitlichkeit «reitend« Volk kann nur nuf diese Welse erreicht werden Ph™.^ «Mttrttsh nkht». gegen den absoluten Sehl» 1 d,er ^'«»«Inaarbei* geragt werden. Die Häul5,ner na,s<M»>« Heimstätte in Palästina Ist das »upt/jc, der zionistischen Bewegung und wird es gewißi die f t Zukunft b,clbcnmu" 4bcr «chücftilch doch arLit ». durc"dringcn, daß Palästina- und Gstutbui 11 Lr ffCnUiclJ?,,r iWfl Sci<cn derselben Erscheinung sind } llchV. ^' La,lf i,c £>A,)tf ««möglich, sein wird, ein elnhcit- < h h iVei ,Ccll?8una,äs,in,f 7U t51,i,,fen' es kein ein- Sinn ic i^iK.htt V<AV in der Oaluth gibt. In diesem ' tun» ii a i,,KMl,*l,sSne °*,ut""»>ft sog« «Ine Vorbcdin- " ng "« Gelingens des Palästinawerkes i KuhuVLiI? .Pr?S,42?m dcr ^'"'»l'schc* Wirfschafts, und nicht Sü *tT °a ulh B»,ariw> in Aufsatz «ine ÄS*Ce£B WCrden* «W sich hierzu noch war I« TThcl rmdcn- Der Zwcck <Jie«f Auslührungcn- Theorie Z "y. CHC auf«»»Jlc». <«' «n der ßeweeun" «... d11 ""i* d'r ««Cfnwiriigen zionistischen .... .......,^ i>ewi>n„K« . m-iiniwiunm /iMiiuiujuii Wesen 51 T?chr Wcnl* bc,ch,ct wW, . obwohl sie im Die w»i»ü T°? ,.mu* *h e,ncr nationalen Bewegung Hegt die La. ilentwitki^ß der l!<>ni»«*chcn Bewegung muß abei ujiung tuch dieser Frage mit sieh britigen. Weslrjallzlsclicr Drlcl Von Karl Glaser. Krakau, 8. Februar. in der Wojewodschaft Westgnlizien wohnen etwa 300000 Juden, ein Drittel dawn In den größeren St.tdlcn Kat^witr, Blclitz, Krakau, Tamow, Jaroslaw u. a. m„ der Rest In jenen Weinen und kleinsten Orten, deren eigenartig jüdisches Leben uns allen aus den Werken der großen jiddischen Sch.iflstdler vertraut Ist. Eine Anzahl der reichsten Gemeinden liegen im deutschen Sprachgebiet, in Obcrschlesien, Im ehemaligen österreichischen Schlesien. Hier sind die Juden zusammen mit den Deutschen die Trilgcf der Industrie und des Großhandels, sloU auf ihren Besitz und Ihre weltliche Assimilation, und bereit, beides gegen den Ansturm au* dem Osten zu verWdlgon. Mit ZJhigkcK wird an jeder „deutschen" Errungenschaft festgehalten, nm „liberalen" Gottesdienst, an der zionistischen örtwuppe „deutschen" Gepräges, am paritätischen deutschen Sportverein •■- ohwohl, oder vielleicht gerade weil mehr als die Hälfte der deiitirhsprcchendeti jüdischen Bevölkerung ausgewandert und z,T. durch polnisch oder jiddisch sprechende Einwanderer ersetzt ist. Um so erbitterter wird dieser im übrigen aussichtslose Kampf geführt, als neben der Verschiedenheit der Kulturen ein deutlicher Klassenunterschied b merkbar ist. Der reche eX^t sene Fabrikant will d<<n Hausierer, dun 1 uf.menrehen au: «'em Osten allenl^lls al.s Objekt der WohltftlW<elt anerKfnneii und würde sich höchstens der Tatsache schneJlen wirtschaftlichen Aufstiegs beugen, wofür <s übrigen» genügend Beispiele in PoInisch-ScMcsicn gibt. Im allgemeinen sucht man die „Zuwandcrcr aus dem Osten" sich vom Leibe zu halten, und es Ist nur ein Beispiel für viele, daß etwa in Könlgshüttc die politischen Behörden gegen eine derartige „deutsche Revolte" der Israelischen Gemeinde mit Erfolg angerufen werden. Es verdimt vielleicht bemerkt zu weiden, daß sich die Zionistm hier und da bemühen, Konflikte bHzidrgon, die Kluft zu überbrücken; man kann freilich nicht sagen, daß sie sehr viel Glück damit haben — vielleicht weil sie innerlich selbst zu sehr für die eine odor die ander* Seite engagiert sind, weil ihr Zkmüunus nicht radikal, nicht stark genug ist, um nicht nur ihr Denken, sondern auch ihr Fühlen zu bestimmen. Der deutschen Assimilation, die noch Kraft genug hat, um hier und da sofjnr untor den Zuwanderern, moralische Eroberungen zu mnehen, steht eine polnische Assimilation w>n unerhörter Schnelligkeit «nd G.ündlichkeit gegenüber. Ihr gehören Im ganzen polnischen Sprachgebiet die Mclir/alil der Besitzenden, die Intelligenz, und In überraschend hohem Prozentsatz, die Frauen an. Die Orthodoxie, auch der übrigens recht militante Chaasidlsinus, befindet sich in verlustreicher Verteidigung, deren Zusammenbruch heute sehen vorausgesagt werden kann. Das gleiche gilt von dein nationalistischen Jkldischlsinus, dessen Versuch sich in polnischem Milieu die Elemente der europäischen Kultur direkt zu assimilieren, ohnu das poInNche Medium in Anspruch zu nehmen, schon deshalb scheitern muH. weil eben europäischer Geist und Polentuin auf diesem Beden identisch, tri.ht voneinander zu trennm sind. Das .Pohntum, getragen von dein Genius der großen polnischen Dichter, von den Notwendigkeiten dis täglichen Lehens, von der AutoritM des Staates, von den nivellierenden l'inflüwcn der Dienstpflicht in einer nationalen Armee macht unaufhaltsame Fortschritte. Es gibt orthodoxe und jlrfdischistfeche Kreise, die den Zionismus beschuldigen, diese Entwicklung zur Assimilation zu fördern. Tatsächlich wirkt er rcvolutionir in der JüdL<eheu Gaß, als ein Gäruinsfcrinent, das geeignet Ist, traditionelle jüdische Zusammenhänge und Lebensformen aufzulösen. So mag es geschchjn, daß oft genug die Grenzen zwischen der Assimilation und dem Zionismus nicht klar erkennbar sind, ja, daß er — die Botschaft Europas an das jüdisch; Volk — manchmal scheinbar — die Vorstufe der Assimilation Ist. Scheinbar — und sicherlich nicht mehr als die Orthodoxie, wo sie im europäisch-pMitischcn Ocw.vnd der Agudas Jisroel auftritt. Es sinJ unbewußt sich assimilierende Schichten, die im Zionismus den Halt, die Zufluchts>fiitte vor der anichwellcnden Flut der Enljudung suchen. Man kann aber die Augen nicht davor verschließen, daß Zionlst-werdtn hier wie im ganzen Osten keine Ueberwmdung der Assimilation bedeutet, keine Entscheidung, sondern ein Fortschreiten auf einer Straße bis an den Gabclpunkt, von dem aus der Weg ebenso leicht zum völligen Abfall wie zur entschiedensten Bejahung dor nationalen Idee und Ihrer Verwirklichung durch ein Leben in Ercz-Isracl führt. Weil dem aber so ist, hat dlo Zionistische Organisation hier eine gewaltige Aufgabe und eine ebenso gewaltige Chance. Der 7ioii<imiis in Wcstgalizkn und überhaupt in To en hat stets eine ideologisch; Begründung weniger nötig gehabt als in Wi^touio.m. Gi-wisne Schichten der Bevölkerung wachsen ohne Innrrc Konflikte, ohne die Empfindung eines gewichtigen Uebcrgmurcs in ihn hinein — und wo ein geistiger Kampf wirklich stattfand, bei der Zioiislcrung orthodoxer Kreise, versagte die zionistische Cledankcnführung. Mit dem Fortschreiten der Assimilation aber nähern sich die Verliiiltnlssc denen Weslcirons; slic Dinge sind auch m'der jüdischen 0«ß nicht mehr to einfach: es käme darauf an, ihre Kompliziertheit bewußt zu machen, die Menschen zu zwingen, unter den NUN&Ulgen Möglichkeiten Ihrer ILntwkUHmß au wählen und endgültiße Entscheidungen zu treffen. Und da in IVen heute noch jüdische Tradition und jüdische* Wissen eigentlich nirgends ganz, abgestorben »ind, könnte danu als Ergebnis einer besonders glücklichen Synthese Jener für die organische Entwicklung unseren Vo'lces überaus wichtige Mcnsehentyp herangero von werden, der in selbstverständlicher Jüdischkeit allen Forderungen der modernen jüdischen Entwicklung gerecht wird. Die Z'onistlsche Organisation Wentgali/lerw hat leider diese Aufgabe nicht begrlflen. Es ist wahr, daß man in Polen durch politische Gcgenwartsaufgaben mit Recht in Anspruch genommen wird. In einem Land, wo die wirtschaftliche Struktur es der Regierung leicht macht, durch eine raffinierte und brutale Stcuerro'iltk die Masse dtr jüdischen Bevölkerung sicherer und gefährlicher zu treffen alt durch blutige Po.-rrome, In einer Zeit, da die Fürsorge für polnische Invaliden dem Ministerium den erwünschten VorwauÜ gibt, mit einem Schlag 30000 Jüdischen' Familien die Grundlage ihrer Existenz, dlo staatlichen Koitzcnstonen *u entziehen, um sie jenen zu geben, in solchem Land und zu solcher Zelt ist es unangebracht, auch nur ein Wort gegen eine besonder« starke Betonung Uudc«DoUU«chtt Aufsahen zu sagen. Ezt Ist fibrlgen« dem Außenstehenden kaum n%|i<h ein Urteil dtrübor zu fällen, o"> die op|>r,rtiui:stuschc l*,,!,^ die von der Mehrheit des jüdischen Scimklubs getriehn und von dem weslgallzischen Abgeordneten Dr. Tlia.i (/.bn und Stempel (Orth.) gestützt wird, dem ro'rmdien Judentum bisher mehr elngchracht hat als unverbindliche Versprechung^ einiger Minister, und o'J nicht doch die Politik Orünhau'm. die richtigere wäre, der engstes Zusammengehen mit dt,, aufs heftigste fiondicremlcil nationalen MincrilStrpartcM empfiehlt. Gewiß aber steht es fest, daß die besten Kflpv des fO'nluchen Judentums durch die Gegenwart<aibcit derart abiO l iert werden, dall man zu vergessen beginnt, daß aui dk Daimr die beste Jüdische Po'itik in einer unermüdlichen und nicht oberflächlichen Aufklärung der Massen, In ihrer ro'ltisehcu Schulung, in der Wctkung Ihre» politischen Willer^ und ihrer politischen Energie bestehen düifte. E» gibt in Wes)ga!izien anglich IÖÖM Sch-kelzahlt.- aber in Krakau «l'^ln wählten 23OM Juden den /io ist.sch t' Kandidaten Dr. Tl.on In den Landtag. Es gibt eim zionistische Tafleszeltmig Nowy Dzlennik, die gelesen wir-i und sich finanziell gut hält; auch der „Ilaint" verlügt ühfl Tausende von Lesern. Aber d;r zbnisli*ch-cr/leheri4chc Wen von Tageszeitungen ist bestreitbar; der Drang zur Akhialiut wirkt erdriirkend. — F« gibt in Krakau, in Tarro*, iu Clelitz, in Jaroslaw einen kleinen Kreis von Meu chen, dir sich mit ziOnhtiichr.il Pragrit eingehend beschäftigen und die Arbeiten des Landi'.vcrbandes leisten — aber e\ gib keine z'önJstlsche öffentliche Meinung, und die zionistische Landeskonferenz; am 7, Dezember 10*1 iu Tantow stmd »•;•' einem schwer zu kennzeichnenden Niveau. — Wo'il gib« es eine .zionistische Jugend, «ine ganze Anzahl von Vereinen »Hein In Krakau — ober c» gü>t keine planmäßige Jugend arneit; der JitRcndtag für \Vrstgalizirn und Schlesien schuf zwar in der AguJiili II.1I01I1 eine Zusammenfassung *Lo hesteliMiden Organishioirn, an den tieferen Prägen de-,?ioi »tischen Jugendprobltm* jedoch ging man vfrstäuditK:-. vo.über. Dabei gibt ca die größten Möglichkeiten: iGOo Jiic'ljchc Studenten besuchen allein die Jagcl o lisdie Universität In Krakau; der zK>niM^ch-ak.iilrnilsch; Verein Haschachi zählt frilllch nur 100 Mitglieder und daruntjr kaum 20 aibtitende — die Zahl der interessierten alten Herren ist minimal. Etwa» besser ist die Jugend der Hitachduth: sie besitzt im Mcrka* den lebendigsten JiigendhtinJ überhaupt. - Ob der Hasehomen Ilazalr noch den Hoffnungen entspricht, dl: man einst mit Recht an Ihn knüpfen durfte, eniz.flit sich der Beurteilung: diese Organis it 01 Jüdischer f'faü (Inder Iz-t sicher m Ostgalizlen jugendli.her, entschiedener, palästinensischer. Der neuerdings angestrebte enge Zusammenschluß Ist zu begrüßen. Die hebräisch; Bewegung Ist in ganz WestjaUzien, in fo*gc der allgemtlit verbreiteten Vorkenntnisse, ziemlich stark. Krskau alWIn hat ein Gymnasium, eine Vo'.lir.schult und einen von Misrachl tlngerichtctcn hebräischen Cheder Vo'ltsschule und Gymnasium sind staatlich anerkannt und haben täg'i.-h mindestens 2 Stunden Hebräisch. Die Tendenz Jüdische Schulen mit intensivem hebräischen Unterricht ru gründen, besteht auch In der Pio/inz; trotz clussidischen Widerstands wird sie sich durchsitzen. Leider versagt die TarbutlOrganisation ganz und gar; auch hier wieder wird nichts getan, um eine grundsätzlich? Einstellung der Juden /um P:o'>!em der Mchralslening zu erzielen, *o daß Ni einer Veränderung der Verhältnisse leicht ein Abflauen Ott Hebralslerungsff-nilrnz eintreten könn'.e. Wenig gtung wird auch getan, um auf die Ch.iluzhewegung Einfluß zu nehmen; was geschieht, ist Verdienst der Hitachduth. Die Chalurbewcgung Ist in To ni Volksbewegung sie erwächst aus der Immer no h lebendigen PalaMin.i«e!insucht der Massen — daraus ab.-r erhellt no-li nic'it, daß *c der Förderung und Lenkung nicht bedürfte. Die mci-trn Ghahizlm sind Handwerker; sie haben oft handwerkliche Tradition In Ihren Familien, also von Haus aus Fähigkeiten und Kenntnisse; aber eine planmäßige Hach<chira'i ki nnu dl-se Fähigkeiten entwickeln. Der landwirtschaftlichen \oberdtung steht ein kleines, viel zu klr'nes Lehrgui H Krakau zur Vcrlügung; das ist aber auch alles. Für de gilUlge Erziehung der Chaluzim geschieht tioz gu:e;i Willens des Hechaluz wenig; es besteht eben keine zion'.s:ischc Organlsat'01, die Fähigkeit und Kraft dazu hätte. Und doeä wäre es btro.idcrs nötig und möglich; die Zahl der zm VerU llung gclongcndcn Zertifikate ist gering und die Zeit des Wartens lang und entnervend. — Daß \on einer pimmäßigen Erziehungsarbeit, voi einer sy.'.t:niat'.s.h;n reral-.mg der hier wie überall in Po'.mi unter dem Druck der Verhältnisse nach Palästina drängenden ha albanischen Elcmmte kaum die Rede Ist, braucht kaum no h gesagt z.u werden, Palästina und wolil auch diese Einwanderer haben den Schaden davon. Ko:h ein paar Worte über die Ergebnisse der Finanzpropaganda. Der Koren Hajessod wird In ganz Polen — außer Ontgalizien — zentral geleitet; d»s Ergebnis In Wcitgallzlen ist nicht gcrondert veröffentlicht worden. Krak.w mit 40 000 Jmicn bring» pro Monat etwa 100') Doll.»r und mehr auf. Da» Maasscrprln/ip ist in der Th o ic anerkannt — die Aufteilung einer Maaserordnung und damit ilie Realisierung der Maasscr.'o derung wurde bisher abgelelvit. — Der Keren Kajcmeth erzielte in den letzten bcidui Monaten eine Einnahme von 1200 £. Es lut Irellich nicht einzusehen, wie sich die Arbeit der Fonds weiter entwickeln soll ohne eine zioniitische Organisation, die sie Mützen und tragen kann. Leider ist e» schwer, an eine bakli.ic Besserung zu glauben. Der Maiol einer planmäßigen zionistischen Erziehung rächt sich duidi einen erschreckenden Mangel an zur Führung gewillten imJ befähigten Persönlichkeiten, Dr. Tl.0.1, der Vorsitzende de* Landesverbände*, Ist nur eine Art Ehrenpräsident. F>ie Exekutive in Krakau setzt sich aus einten beruflich überlasteten Herren zusammen. Der nicht olute Bedenken akze|>- tl;rte Oedanke, einen hauptberuflichen gcsdiäftsfulircnc-*^ Vorsitzenden oder doch einen mit Autorität ausgestattelen Generalsekretär zu gewinnen, wird nicht verwirklicht werden, well e» keinen ücrater, ja kaum eine für diese Posten In Betracht kommende Persönlichkeit gibt. Inzwischen setzt man allerlei Hoffnungen auf die Einigungslonfcrciiz der po'"l«hen Zloniston, die am I. Märr In Warschau »tattfindtn toll. Die Einigung M gesichert — freilich nach dein Grundsatz: Wasch mir den Pelz und! mach ihn nicht naß! — Das int nicht der Weg zur Ocsundunc der Verhältnisse. Dieser Weg aber wird und muß gefunden werden In clnein Lande, in dem die Bevölkerung, zwischen den Kulturen, ernithaltcr sio.ilsüschcr Uceinflussung ubtri» :! S rüg ind »t, wie Ort , fO'l (i prol bafl Drg ,, tut! zshl ►ali« .. tlnt f, hier > tuet Will ' Abo 1 ^om He Jcr' « Fr*;' » 1 teti «ind , auet wa ■; der dur( 1 aust",' d.in ra II des den 100! 1 hie Slrcnocl |üdl an. des fren Stai den viel ( sind Auf ' bett , . I dl et , der . Pfl tan svät iaht Vo^ fort; llt : btfl' ohn. kört sin< iC\l tiilr 1 Fr» da« wir Oft Dil cirt' »tri ru! 11 ö in fes t e M •<-n Rt if sd in. ru, SS' IUI vo •n.« un m| 111 icl 20 eil ha A so lai Sil in se dl w v< ' f, '»f.1!,'„. (M. •/ ' i; * h ■:W Jh.. V di P vi K hl s( 3| t< 1 R i

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