Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 13 (13.2.1925)
- Date
- 1925-02-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 116 JUEDTSCHE RUNDSCHAU Nr. 13 kurzer Zelt freigelassen würde. Der Lcmberger Untersuchungsrichter und die Lemberg« Polizei hielten jedoch, von der judenhetzerischen Prcllkampagnc beeinflußt, an der Fiktion von Steigers Schuld fest. Eines Tages gab ein Ukrainer namens Mikicün, der sich später als Polizeikonfident entpuppte, an, daß der Attentäter ein gewisser P.-inczytiryn vcl, der sich In Warschau aufhalle. Pattezyszyn wurde verhallet und konnte sein Alibi lückenlos nachweisen. Mikietin wurde nun ins Kreuzverhör gcnommen sind erklärte, offenbar unter dem Drucke des polizeilichen Verhörs, mehrere angesehene Jude» hätten IN veranlaßt, Panczyszyn als Attentäter zu bezeichnen, wofür ihm eine Belohnung von lausend Dollar verbrochen worden sei. Der Lcmberger Untcrsucltungsrichter Rutka licll min vier angesehene Juden, die Herren Jäger, Olasennann, Münz und Kornluhcf, sowie den Besitzer eines Detektiv-Büros, den Polen Dwornitzki wegen Anwerbung eines falschen Zeugen verhaften. &> fort nach der Verhaftung lief bei der Polizei eine Anzeige ein, daß sich im Hause Steigers weitere Bomben befinden, was ein Beweis dafür sei, daß Steiger einen umfassenden Altcnlatsplan vorbereitet hatte. Gleichzeitig meldete Steigers Vater, daß in seinem Hause Bomben vorhanden seien, die offenbar von antisemitischer Seite in sein Haus geschmuggelt wurden. Daraufhin nagte der bereite erwähnte Leutnant Renenstreif ans, daß er während des Krieges im Hause Steigers gewohnt und dort diese Bomben als Hccrcsgut untergebracht hatte. Erwähnenswert ist noch der Zwischenfall, daß die Kronzeugin Pasternak nach dem Kricgsgericlits-Prozcß auf der Straße überfallen wurde, was die antisemitische polnische Presse ats einen von Juden unternommenen Versuch bezeichnete, die Kronzeugin beiseite zu schaffen. Im Zusammenhang mit der Affairc Steiger wurden der Reihe' nach viele Personen, darunter die Familienangehörigen Steigers mehrmals, verhaftet. Ini Untersuchungsgefängnis befinden sich Steiger, die vier verliafteten Juden, der Detektiv Dwornitzki, der Ukrainer Alikicfin und noch einige Nebenpersonen. Di« Untersuchung gegen alle Angeklagten wird furchtbar schleppend geführt und täglich widerhallt ganz. Polen von neuen Sensationsmeldungen im Zusammenhang mit der Sprawa. Die besten Verteidiger des Landes haben sich in den Dienst der Angeklagten gestellt. Der jüdische Sejmklub interveniert ununterbrochen bei allen möglichen Zentralstellen; bald heißt es, daß der Prozeß in Lemberg, bald wieder daß er in Warschau zur Verhandlung gelangen wird. In der gesamten Öffentlichkeit, in Schule und Amt wirkt sich die Affairc Steiger aus. Jüdische Schulkinder werden von der Beteiligung an Schüleraufzflgen ausgeschlossen. Ueberau werden die jüdischen „Bombenwerfer und Attentäter" zurückgesetzt. Die gesamte Judenheit Polens wird als eine große Organisation von Staatsfeinden und Mördern behandelt.- Die Warschauer Zcntralrcglemng lehnt es ab, In „dir.«» scl.wcbcndc Verfahren" einzugreifen und' die gesamte polnische Politik Im Innern wird in'starkem Maße von der Sprawa Steiger beeinflußt '•In-allen drei Fällen, Dreyfuß, Bcilis-und Steiger, handelt es sich um eine Auseinandersetzung von Reaktion und Fortschritt Angelpunkt für die Scheidung der Meinungen und Geister ist, wie leider immer in der Geschichte. Humpas, die Judcnfragt, Pir.'.c ist an lind für sich befrachtet nicht (Irr Hauptinhalt des Kampfes, sie ist nur der Manometer, der die gesellschaftlichen Spannungen innerhalb einer Gemeinschaft anzeigt. Der Judenhaß und seine Betätigung sind-nicht das ausschließliche Ziel der politischen und wirtschaftlichen Reaktion, aber sie sind sozusagen ihre Herzensangelegenheit. Der Kampf gegen die Juden Ist für die Reaktion nicht alles, aber Hauptpunkt Jede große Auseinandersetzung zwischen Rückschritt und Fortschritt setzt mit einer Verstärkung des Kampfes gegen die Juden ein, weil hier der Punkt des geringsten Widerstandes liegt. Die Reaktion weiß nfimllch ganz gennv, daß die Judenfrage die am schwächsten verteidigte Bastion Ihres Gegners, des Fortschrittes, Ist. , Tatsächlich verhalten nleh in Polen auch die sogenannten fortschrittlichen Gruppen, Sozialsten und andere, in der ganzen Angclcgcnhcit ziemlich reserviert Die Verteidigung liegt — anders wie seinerzeit in Frankreich und in Rußland ~ ganz In den Htindcn der Juden selbst. Neben dein scl wcrtn Kample um ihre nationale Existenz und um ihre menschlichen und Jüdischen Rechte muß die polnische Judenheit gegenwärtig ungeheure Energien aufwenden, um den Anschlag der vereinigten polnischen Judenhasscr "> der Affairc Steiger zu begegnen. Wir sind der Ucberzeugung, daß die Affairc Steigergenau so ausgehen wird wie die Affairc Dreyfuß und der IlcUlR-Prozcß. Wir beklagen nur das Judcnschlcks.il, das Immer wieder einzelne Teile unseres Volkes zwingt, 'nfe Krfiftc In nutzlosen Abwehrkämpfen zu verzetteln, anstatt sie aufbauender Arbeit zu widmen. Das gilt besonders für die polnische Judenheit, die gegenwartig wahrlich ganz andere Sorgen und Ziele hat, als de» •nivfilchtslos scheinenden Kampf gegen'die eingewurzelte Judenfeindllchkcit der polnischen Gesellschaft .V . ' ' " Mo. Wa. Der Prozeß Steiger itll In Warscuin iWfflndea Warschau. (J.T. A) Der Korrespondent der jüdischen «iturig'^Moment" erfährt aus maflgebender Quelle, daß <i*r Prozeß, gegen den jüdischen Studenten Ste-igtr nicht inwi" .f0"**«1,11 ,n Warschau stattfinden \~ «e Untersuchung gegen dl« vier verhafteten gesehenen lcmberger Juden nimmt eincp.schr schleppenden?u!' \v,?'° roa.n in Juri»!«itkteis«n von einer Sabotage wl,Lt.W,c w hcißt» M»«n die Verhafteten, nach *«»c»uu gebracht werdem Hemcrktmnca Uber Kcrcn llajcssod Von Oerhard Holdhclm, Die Geschichte des deutschen Kcrcn Haiessnd M sehr lehrreich und verdjente einmal eine eingehende Darstellung. Ungeheure Widerstände in den eigenen Reihen hat er überwinden, mit einer Winnenden Indolenz hat er tagtäglich den Kampf mifitctiincn müssen, Ilrute, nach vielen Jahren peinlichster Kämpfe und aufreibendster Kleinarbeit, können wir erfreut feststellen, dafl der Oedanke des Kcmi Hajcssod »ich voll und ganz, durchgesetzt hat. Prinzipielle Gegnerschaft gibt Tu nicht mehr, und die Zahl der hartnackigen Nieht/ahlcr hat sich um ein beträchtliches vermindert. Die Maasser-Bescblüsse großer Ortsgruppen und Ortippcnvcrbändc, das einstimmige Votum de» Wiesbadener Delegiertcntage» haben klärend und anfeuernd gewirkt. I> Ist eine öffentliche .Meinung für Kcrcn llajessod entstanden, der sich niemand mehr entziehen kann, der Wert darauf legt, zur zionistischen Gemeinschaft gezählt zu werden. Die Erfolge des Jahres 1021 waren zufriedenstellend, wenn man die ungünstige Wirtschaftslage dieses Deflation*- Jahres berücksichtige. Aber auch absolut betrachtet, ls>t <Iic Summe, die man nach London hat abfijhrcn können, beträchtlich. Imnicrhlii hlcilil noch viel zu tun übrig, und es gilt die grollen Möglichkeiten, die nach den Erfahrungen unserer Kcren llajessod-Arbeitcr Im deutschen Judentum liegen, unserer Sache dienstbar zu machen, l/cher eines jedoch sollte mau sich im klaren sein! «He zuverlässige Pasln des Kcren I Injrssod können allein die 7.1 o n I s t e n bilden. Hierüber Winnen die groBon' -Zeichnungen,, dlo wir mitunter von Nicht/ionlsten bekommen haben und hoffentlich weiter bekommen wenlcn, nicht hinwegtäuschen. Wenn es auch In steigendem Maflc gelingt, treue iiicht/ionlidischc Freunde dem Oedanken des Palästina-Aufbau* /u* gewinnen, so bleibt die Zahl gering gegenüber den vielen „Eintagsfliegen", die auf Ortuid einer guten Rede oder ous gfscllschaflllcheni Vcr|>fllfhliing'gcfuhl gegenüber drin Pesucher eine Summe einmal „spenden" und dann tich nltht wieder sprechen lassen. Die Arbeit linier Nlcht/ionisten ist auf Zufall und auf günstige Gelegenheit gegründet. Daß scitena der Zentrale und der Mitarbeiter alle« geschehen muß, um derartige „Gelegenheiten" Immer und immer wieder zu schaffen, ist selbstverständlich. Chi Etat jedoch Klüt sich hierauf nicht gründen. Um unseren Etat zu balancieren, brauchen wir sichere Eingänge, nnf Jahre hinaus. Kcrcn Hnjessnd ist das Elunn/instruinont kat cxocheii der nationalen Paläslliiakoloiilsation. Von der' Frage, ob genügend Mittel für Kcrcn Hajcssod aufgebracht werden, hängt das Gelingen einer systematischen, zionistischen Siedlungsarbcit ab. Kcrcn Ifajcskod j<t auch die Vorbedingung jeder erfolgversprechenden privatwirlscliaftlichcn Betätigung in Palästina. Es gibt Arbeiten, diu nur mit öffentlichen Mitteln gemacht werden können und die In jrdrm kolonisierendem Lande aus Staatsmitteln bc'ilrlllen werden müssen. Weder Völkerbund, noch Mnndatanuacht denken daran, die notwendigen Vorarbeiten für die Schaffung der jüdischen Heimstätte /u finanzieren eider auch nur Zuschüsse zu leisten. Das Judentum Ist auf sich selbst angewiesen. Diese Erkenntnis vermittelt die Schwierigkeit, ober auch die historische Grüße der gegenwärtigen Situation. Es wäre nicht auszudenken, wenn'die Juden in . einem -Augenblick versagen würden, der aus-der Nacht ds» ü*l|s-einen. Wag weist In .eine würdige und freie Zukunft. Ein Einwand gegen den Kcrcn Hajcssod bedarf besonderer Hervorhebung, wenn er auch in der letzten Zeit mehr und mehr verstummt. Man nagt, mau gebe lieber für eine bestimmte palästinensische Institution, für dir mau nlrh besniiileia iiitric ssleic, ili-ien W.ietialinil man vrifolgen könne und wo man wein, wie das Geld verausgabt würde. Derartige Meinungen zeugen vnii erstaunlich geringem Verständnis für die Erfordernisse einer pb wollen Koloniiatlon. Jetler wlrlschatllirh denkende Mensch mlilltc räch doch klar darüber sein, welche folgen sich daraus ergeben. Spe/itlschc Interessen, die von besonders propagandatüchli<*en Menschen vertreten werden, würden In uagcbiihrlichcr Welse vor notwendigsten, vielleicht weniger belichten Aufgaben bevorzugt. Wildeste Anarchie würde herrschen; eine jede palästinensische Institution würde ihre, Vertreter nach Europa senden, und ununterbrochen würden verschiedenartigste Sammlungen veranstaltet werden, Ein widerlicher, zerstörender Wettbewerb würde einsehen, und das uotwemlige Ergebnis wäre schließlich,, daß eine derartige Propagaudainaschinc eines Tages leer laufen wurde und alle. HctcihVicn Ihren Schaden. Iiiittrn. Dali eine nnh-he zer».et/eiule 'liill|^ell mit «ler gan/ru Autorität der Zlonintlschen Orgauihation unterbunden werden muß, leuchtet ein, D.-r Laudetvorntanri hat berell* mit aller Deutlichkeit erklärt, dali nur, in Ausnahmefällen und mit ausdrücklicher Zustimmung de-t Kcren llijessod Sonder aklloiitn ziige|j>seu werden dürfen und Sammclarbcit mit den Machtinitteln. der kämpft werden wird. Ergibt sich schon (neben' all^eitu-liici wSgtmgen) aus der Steiierforderiing »le» Koren ILijesM«! die Wnhallharkcit des Einwauds einer grüHercu Osler geringeren Sympathie, so wäre die Verbreitung der Erkenntnis zu wünschen, daß gerade der Reiz des Koren llajessod In seinem uiipeit.i'niheheni Charakler Högl. Durch die Abgabe, des Maasser verbindet sich der Eiji/clnc mit dem g e k a m t c n Aufbau des Landes. Er weil! zwar nicht, für welches Teilgebiet «ein Geld verwendet wird, pber er kann sich bewußt sein, daß er und mit ihm Tnuseude gleichgcslmilcr Menschen da« Uudgct decken. helfen und dadurch der Leitung die Mi")glichkell geben, die erforderlichen' Mittel in -die not., wendigen Stellen zu luvet.!leren. (Jerailc darin liegt da* Großartige und persönlich Hcfiie<Ji)>eiide de» Sleucrged.inkeiis, daß er das Ucfühl wecken um) vertiefen hilft, dienendes Olicd einer grollen Volk»geniciii!ic|ialt zusein .und dem Olück kommender Geschlechter den Weg zu bereiten. Kcrcn llajessod und Chalu/iüih sind die beiden Krn.fl/.cntren der nationalen Uewegung. Beide sind unerljtHiche llcdingungen des Aufbau», beide sind untrennbar miteinander verbunden und aufeinander angewiesen. Diq Mittel de» Kcren Hajcssod können nur dann adäquate Verwendung finden, wenn Menschen vorhanden sind, dl«' die schwierigen Positionen ausfüllen, deren Besetzung ein ökonomisch gesunder Aufbau vorschreibt. Andererseits nützen die besten Menschen nichts, wenn die. bald. chronisch gewordene Krankheit des Geldmangels anhält. Zum Chaluz'tü'm gehören Voraus 'Setzungen des Alters, des Berufs, der qualifUierten Eignung.' daß jede wilde Organisation bc-, vcrniliifllgru Er- Zum Maasser nicht« als Pflichterfüllung f£s gibt heult «|n ob;ektlvt» Kriterium, nsch dem zionistische Gesinnung sich messen IJßt. Die neue Maasserordnung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland statuiert Steuersätze, die die familiären Ver hällulsse sowie Verpflichtungen Rcgenfiber jüdischen L'ln. rlehtungcn, der eigenen lfebcr«|cdlung u»w. vollauf benu« sichtigen. Die Spll/enfordcrung betrigt jetzt nur 5 '> <!a Einkommens. Von einem phantastischen Verlangen kann nunmehr keine Rede sein. Der Einwand, man habe fsir PaiäMim schon auf andere Weise gegeben, darf hinfoit nidit mein, gehört werden. Oanz gleich, wie man sich PaläMin i ge-cu über sonst engagiert hat: Der Kcren llajessod verlangt dtr In der Maasscrordnung festgesetzten Einkomnu-nsbruclifrif Hinter der Stciierfordening des Kercn llajessod stein nicht die unsanfte Hand des Exekutors, sondern allein iln lebendige Wille drr. zionistischen Bewegung. Unser r'-»/ ^. Diuckmlttel Ist die Kraft der ölfintächeii Meinung. In der lleschliisscn unserer!iiM.in/en hat «liesc Stimmung sk.i ihm Ansdniek geschaffen. Sie Immer aufs neu«- zu beschwören Ist unter aller Aufgabe. Und wir dürfen nicht müde wenlcn denn der Druck Palästinas lastet auf uns und d.n Oefftli der schweren Schuld, wenn wir versagen. Es gibt hruli keine wichtigere zionistische .Aufgabe, als die Idee de. Krrn Hajcssod immer und immer wieder zu verkünden. I n einen apostolischen Geiste muß das geschehen, svie Weu mann In großartiger Zuspitzung um» In Wierbadm enlgrgrn. rief. Dieses Wort zündele. Uml es war ein unvergeßliche/ Augenblick, als dieser Mann, der uns die Balfout-Diklaritini gebracht bat und mit dessen Namen die neueste Plwt der zionistischen Entwicklung unlöslich verknüpft Ui, stim jahrelange, 'unermüdliche, aufreibende Propaganda fur Kern llajessod als seine schönste und gleich/eilig politisch b« dcutuiigsvollstc Arbeit" bezeichnete. „Wahrhaft bedeutender kultureller VorsprnaoM Ein Urteil über nationale Autonomie. Wir lesen fn der „Frankfurter Zeitung" vor. 7i Februar (Sperrungen von uns): „Das Gesetz, welches die kulturelle Autono in tf für die nationalen Minderheiten In En Iii ml zu einer Slaatsclnriclilmig macht, ist, wie an anderer Slrllr dieses Wattes mitgeteilt ist, von der rstlärdlsrhrn Landrs- Versammlung in drei lestngcti angenommen worden. Damit hat das kleine Estland eine Einrichtung ge- , schaffen, die ihm vor allen an deren Lindtrr der Welt einen wahrhaft bedeutenden k u I tu reffen Vorspnmg gibt. Denn hier zum erster. Male erhält das Recht d c a Menschen, frei n a c I der Eigenart seines Volkes zu leben, dicsi Eigenart t»cIncn Kindern tu vererben uih sie auch seinem Staate gegenüber bewahren zu dürfen, eine politische Form. Die natio nale Minderheit wird dadurch kein Staat instant c, aber I c e r Ii a 11 <l i c Möglichkeit, 11 ihren eigensten Angelegenheiten, d e in was über den Staat hinaus geht, unabhängte v o n dem andersartigen M c h r h e i t s v o I k r t sein. Wie der Staat «ich nicht in diu Angelwiihriicii d<-> Religion seiner Bürger tni-ilirn &nll - leid.-r isl atj-li <lv. vielfach noch eine Forderung 'statt einer Tatsache —, ro soll er auch In die Dinge nicht hineinreden, die die nationale Kultur betreffen., l's war auch in Estland nk'it ganz leicht, dlfsrs Autnnomlegesrtz zur Annahme w bringen. Denn noch bestand eni Mißtrauen des jet/h:"», Slaatsvnlkcs grgen die' einstigen Herren, Russen uu<! Deiitschbalten, die'nun schwache: Minderheiten geworder sind. Aber der Reyalcr Ktunmunistenpulsrh bat sl-n E«!'" ZWf irr Irl gerelgl: llirr MiMdeihrileii sind «lern Staate gfivl' fco treu wie «sie seihst, trnlz der niituntrr rauhen tfchandlung, die sie erfahren haben; und gerade um ein''"' neuen bolschewistischen Angriffe, den man fürchtet, ff wachen zu »ein, Ist es notj\r, alle Krlhe zii*iuinieimif,nM'n So ist die Autonomie trotz mancher I leinnnoigen do-Ii tu «lande gekommen, lici allseitigem guten Willen wird sie der Minderheiten und dem Staate, in dem sie leben, gut tun Darüber hinaus wird holfentlich das morallsehr Prestige, da» sieh Estland damit üfhaffl. auch aul andere „Slaalsvolkcr" aneifernd uitken. I rcilic.h handelt es sich dort um ganz andere Ziffern als in Estland, aber um so schwerer wiegt das Unrecht, das In diesen Staaten fortgesetzt an den nationalen Minderheiten, d'n Deutschen voran, begangen wird." Diese Worte der „F r a n k f u r t e r Z e f t u n p" beweisen, daß die Erkenntnis vom Wesen und von der politisches Bedeutung der national-kulturellen Autonomie sich Bahn r> brechen beginnt. Die ded.iukeu, die in dieser Ihim-tlum.: ausgesprochen »lud, werden von uns *elt Jahren vertreten (zulct/t h|er nm In. De/i-niber 102» in dein Artikel „Die Juden als nationale Minderheit"). Wenn wir für die Juden I« allen Ländern das Recht der freien nationalen BetätiTimr» - (c nach den Bedingungen der objektiven Verhältnisse — fordern, haben wir dabei stets betont, dal) dadurch kein „Staat im Staate", sondern umgekehrt erst die rechte Verknüpfung der Minderheit mit dem Staate erzielt wirst Der „Cc n t r a I vc r o I n" hingrgen Heß den „he-oimI-'» kenntnisreichen" Herrn Spectalor «iilniarisebicrrn, um die 7lf> nisten zu d c n u u zl c r <• n , daß hie sieb „als Ercmslliin/" organisieren und einen Staat im Staate bilden wollen, wenn sie nationale , Mlndctheitsrcchle (ordern. Vielleicht etkesvnt der „Centrnlvereln" angesichts der /illertcu AeiilUriing ein „Frankfurter Zeitung", wie kläglich er sie ho I»- tuIcrt hat. Hoffentlich aber beginnt In denjenigen Herren des Central verein«, die ehrlich sind und nichtnur In den von Spectatar Ihr sie präparierten Klischees denken, das Bewußtsein « dämmern. In welchen Abgrund man gerät, wenn man sich vor blindem Haß hinreißen laß!, reaktfonürr Thrmlcu zu ak/rr» deren, die einer engherzlg-nationalislhsehen Anschauung von Staat entsprechen, aber mit einem geläuterten Sta.itshrgii" wie tr sich bei frcidcnkcndcu Menschen unter dem Druck dei Wirklichkeit allmählich durchsetzt, nicht das mindeste zu fur haben. Die luden, die für ffne neue und bessere RegelunJ des Verhältnisses der Staatsvßlkcr zu den Minderheiten ei« treten, sind In Wahrheit die Triger des Fortschritts und dienet nicht nur dem eigenen Volke, sondern der Idee des bessere* Zusammenleben» der Völker. Der J. N.-F. wird der Palestlne Electrlclty Co., Ltd, dh auf Orund der Ru tenbe rg-Konzcss f on arbeitet, tU Stück Land fü Haifa zur Errichtung der Transfor matlons-Stätldo zur Verfügung stellen. (n n; einig;u Zuge vi-rtir vi!>c- 1 /svtl 1 1 nr:.J » . Urhi, ' VerUj wirst Vorfi sll.lli gcrlc. in O | l, \ «sArei Wem innert so kl puliil» Unlic von l leume Oefül ist. d plötzJ daß « die E des S Zersti daß C « sieht « i>t gl dulh-| i Vcrte. Inseln ' Sil« je l.niil * g'-ger , recht! 1 scliw« ■ ihre i sie h' im al! im b schon, in d» der < orgar betrif wand i .dr ' <!ie e Wah» «Her r.ahrt) weis^ t darin, i,;:.e antra' m; « die i *ic d Mit,?iicrs kr^ft urd Welt i'kon;rcist «ir I ran das, denn l'ulis in d » teils nicht T>rc> '/ »Iii- I tlatu < i,;ci (irjj'isÜS dank "nd l.itci uari hipn der mit: «nlv fünf als i'Mii der