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Jüdische Rundschau · 1925-02-06 · Heft 11 (6.2.1925) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 11 (6.2.1925)
Date
1925-02-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Kf.lt IUED1SCHE RUNDSCHAU --'- s r pie Holle des Kereiri M&fesscxd Im Aw^adom 5 f pr. Weizmanm Rede bei der Kcrcn «Hajcssod-Konferenz in Wiesbaden Seite 09 m 3 91 * h cU ta P i »M * •* I »I »I T! nt ■I In diesem Monat beginnt die vom Büro des deutschen Kcrcn Hajcssod durchzuführende Erfassung aller organisierten Zionisten fflr die Maasscr-Zahlung. Anläßlich dieser Aktion scheint es nützlich zu tein, Wcizmanns Rede in der zionistischen Kcrcn Ilajcssod-Konferenz In Wiesbaden, die gewissermaßen den Auftakt dieser Kampagne bildet, Ins Ocdächtnls zurückzurufen. Dies ist wahrscheinlich die letzte Gelegenheit, nodt einige U'orte zu diesem Delegierte ntag zu sagen. Ich werde mich ,uf Keren Majcssod-Fragen beschränken,' obwohl dies ein großer Sammelbegriff ist, der alles umfaßt, was mit dem Aufbau Palästinas zusammenhangt. Ich will In kurzen Sätzen ]hncn ein Bekenntnis ablegen, wie nach meiner Meinung a möglich ist, die Rca'isicrung dessen, was wir seit so ämgen Jahren erstreben, herbeizuführen, und »war in Vcr- Jedling mit dem Kcrcn Hajcssod. Ich w'ä v? wegnehmen, daß ich keine ökonomische Ausbildung hahe und werde mich iibtt hüten, auf die schwierige Frage «i..r Form unserer Kokmisatiou einzugehen. Meine ökonomisch« Bildung geht (ur soweit, daß ich weiß, daß ein Unterschied besteht, ob der Keren Hajcssod eine halbe oder eine Million Ein- Rommen im Jahre hat. Alles andere Obertasse ich gern dm Experten. Für uns handelt es sich darum, zu sehen, ms erreicht werden könnte, wenn wir diese Million hätten. Wenn man durch das heutige jüdisch« Palästina reist, ilcht man, daß es große Lücken gibt, die binnen der sSchstcn Jahre ausgefüllt werden müßten. Und man sieht •och das andere, daß, wenn diese Löcken nicht binnen i(t nächsten Jahre ausgefüllt werden, es ungeheuer schwer «in wird, für die Periode der nächsten fünf oder zehn Jahre eine richtige systematische Tätigkeit durchzuführen. }it kennen alle die Kcrcn Hajcssod-Kartc von Palästina, ii$ weiße Land mit den rot eingezeichneten Flecken. Wenn §t weißen Lalcuncn nicht in den nächsten drei bis vier Jihren sich wenigstens zum großen Teil rot färben, wenn i<ht der Zustand eintritt, den ich in anderer Weise so «drücken möchte, daß ein jüdischer Reiter von Hute bis fuza auf jüdischem Boden reiten kann, — so wird es schwierig «in, daß es in fünf Jahren überhaupt viele jüdische Reiter a Lande gibt. Der Erwerb des Bodens wird von Tag zu Tag schwieriger und wir müssen jeden Fleck Palästinas tsit unserem Golde belegen, das so schwer zu sammeln st Die ,-.menge Aufgabe kann jedoch durchgeführt verden, wenn es der Sammler wiU. Wenn — ich »preche hier als Sammler zu Sammlern — Ihr es so wollt, »ie ich es In diesem Momente wiD. Die r.'auptbcdingung Jür den Sammler ist, daß er von allen Tantalusqualen gc« pickt wird, werm er durch diese Ocgcnden •— vielleicht sieht reitet, aber — in einem Wagen rc!*t. Es ist ein Komplex von 5, 6, bis 700000 Dunam, der macht uns war noch nicht das Jüdisch-r.ationale Heim, aber er schafft ix Grundfesten «o, daß der nächsten Oeneratfon oder den juagen unter den Arbeitern, die hier sitzen, wenn sie a fünf Jahren in unserer Hjut stecken, nicht mehr es ro unter den Nägeln brennt wie uns heute, wenn wir sehen, 60 diese Grundfesten noch ni'.ht da sind und daher immer <k Gefahr bestellt, daß etwas geschieht, was die Arbeit putfysiert. Ich denke an drei bis vier Komplexe, die unbedingt in den nächsten Jahren auf dieser Karte rot gemacht »«den müssen. Dazu gehört ein Kolonisation!, budgei und ein Landwirtschaftabudget, das mindestem viermal größer «! als unser heutiges Budget. Mindestens also 300000 bis «0000 £. nicht wie heute 100000, von denen die letzten 2)000-30 000 £ überdies immer fehlen. Daraus kommt <* tragische Situation der Zionistischen Organisation in Palästina; Wir sind diejenigen, die — direkt oder intrekt — das meiste Geld nach Palästina bringen; wh* sind i-Vr diejenigen, die die meisten Schläge bekommen. Es ,'it ein altes jüdisches Riesel: was ist das: es näht für ite und ist selber naokt. Das ist die Nadel, aber ähnlich »Sc der Nadel geht es der Zionistische» Organisation in Mistina. Uns fehlen die letzten 20 000 £ und darum vcr« t;St man die halbe Million, die wir hereingebracht haben, ftesem Zustand kann nur abgeholfen werden, wenn die Mittel des Kcrcn Hajcssod reichlicher zur Verfügung stehen «j bisher.- Die Aufgabe in Palästina wächst Jjtutc in einer größeren Proportion als die Einnahmen des Kcrcn Hajcssod. Die heutige Emigration nach Palästina —< ich will nichts *c£tn sie sprechen — kann zur Quelle ungeheurer J'faft werden, aber auch zur QucHe unge heurer Oc« {}hr. Ungeheurer Kraft, wenn wir sie leiten können; das ««inen wir aber nur, wenn wir die nötigen Mittel haben, f* Ut nicht richtig, was die Schule der Privatinitiative behauptet, daß wir unfreundlich gegen die Privatpalliative sind. Mag «ein, daß wir mehr für die Privat« ^tiative tun müßten als bisher. Aber wir müssen uns auch «wüßt sein, daß da Fehlschlagen der Privatinitiative schließ« Ed* vnscre Verantwortung bleibt. Wenn jemand heule in I V^rika eine Fabrik macht und diese schlecht geht, kümmert der Staat wenjg darum, der Mensch wird in cuter anderen j^t neu anfangen, er wird Amerika deswegen nicht verüben. Kommt aber ein Jude nach Palästina mit 4000 5000 £ und macht Ocschäftc, und das Geschäft geht ^«chi, so i$t bei ihm in letzter Linie PalistJna und ,c Zionistische Organisation schuld, Darum hoben wir die Veranrworhing für die Privatinitiative und derum müssen wir vorsichtiger 18 »ls in anderen Ländern der Staat. , «uf meiner letzten Reise In Palästina sah fch eine ^"Ppc von Menschen, die sich Im Tale bei Akfco «nsicdcllc, Erscheinung, die von iiugchcurcm Werte für uns ist. I.V.w «in Boden, den noch kein jüdischer Fuß betreten v* UD<- der für den Aufbau des jüdischen nationalen Heimes ^.ßwßcr Bedeutung ist. Dorthin kam eine Oruppe, wohl ^breitete Menschen, und kaufte Land, ohne uns zu fragen, fjj*cj{c sich an in einem unwirtlichen Sumpf. Ich sprach Jj ncn» »Ic benahmen slci, hcldcnhrft, auch das Fieber °nter -'■..... - - - ^lig i sie bekämpfen. Aber wenn man diese Leute ohne '" 140t md und wir lind gezwungen, sie so zu lassen, weil wir nicht genug Kraft haben, um unsere eigenen Sachen zu machen — wird sich dieselbe Gruppe gegen uns wenden und sagen: Ihr habt uns nicht geholfen, Ihr •habt uns im Flcbcrsumpf von Akko zugrunde gehen lassen. Solche Erscheinungen trifft man Jetzt an jedem Ort und zu jeder Stunde. Um sich dieser Dinge anzunehmen, muß der Kcrcn Hajcssod viel größere Mittel haben, mindestens das Doppelte von dem, was er heute hat. Ein anderes Beispiel: die Zionisten machen sich wenig Gedanken darüber, wie-eigentlich die Universität au f dem Skopus entstanden ist. Sie ist jetzt da, die Zionisten werden sich sehr freuen, wenn sie da ist, aber man .war so mit alltäglichen Sorgen beschäftigt, daß man dieses Institut, das ebenso wichtig ist wie die Landwirtschaft und anderes, vollständig aus dem Auge verloren hat, well man keine Möglichkeit hatte, auf fange Sicht etwas zu schaffen. So entsteht zufällig ein Institut, das unsere Universität werden soll. Wir leiden m Palästina und außerhalb Pjlästinas an Mangel eines Systems und Mangel dessen, daß wir nicht auf lange Sicht arbeiten können. Wir leben von der Hand In den Mund, und dieser qualvolle Zustand ist auf die Dauer nicht zu ertragen, wenn unsere Fonds nicht einen gewissen Boden unter die Füße schaffen, so daß man auf drei bis vier Jahre planmäßig vorgehen kann. Ich möchte sagen: wii müßten diese öOOOOO bis 700000 Dunam, von denen ich sprach, binnen der nächsten drei Jahre bekommen, wir müßten dort die Menschen, die wir haben, ansiedeln, die Menschen, die jetzt mit Erfahrung ins Land kommen, die Kinder der Kolonisten und andere taugliche Elemente. Dazu kommt chic Konsolidierung, Leitung und Beobachtung der heutigen sprunghaften industriellen Entwicklung. Es ist absolut klar, auch für einen Laien, daß die heutige fieberhafte industricllo Entwicklung in Palästina auf kolossale Hindcmir.se stoßen wird, z. B. das Fehlen des Hafens usw. Ueberall müßten wir eingreifen, wir sehen, welche Maßnahmen von größtem Nutzen für die Befestigung unserer Position sein könnten, wir körnten sie aber nicht erschwingen, weil uns die letzten 10000 £ fehlen. Oer kulturellen Entwicklung im Lande drohen gleichfalls Ocfahrcn. Die hebräische Sprache ist in Gefahr, die Schulen sind m Oefahr, wir werden überschwemmt von einem Strom von Menschen, die wir zu einer Quelle ungeheurer Kraft machen könnten, wenn wir die Mittel hätten, auch für Ihre kulturelle Erziehung zu sorgen. Wenn man ilcht. daß die Regierung mit uns in einer hebräischen Sprache verkehrt, die lecin Hebräisch ist merkt man: Hebräisch Ist Hefkcr geworden m Palästina, da* rymbolisiett den Hefl«cr-Zustand der ganzen Entwicklung. Auch dafür tragen wir die Verantwortung, denn was immer in Palästina geschieht und nicht geschieht, letzten Endes ist die Jcwish Agcmcy dafür verantwortlich vor der Welt und vor der Oeschichte. Deswegen ist es wesentlich, daß wir uns soweit stärken, daß wir diese Verantwortung wirklich mit einem gewissen Gewicht auf uns nehmen können. Ich sehe kein einziges anderes Mittel als soviel Geld im Kcrcn Hajessod und Keren Kajemeth — und iV.h hoffe, daß die Zeit kommen wird, wo beide Fonds harmonisch zusammen arbeiten werden —, daß wir überall clnsprhgcn können, wo nationale Interessen auf dem Spiele sind. Das Ist die Wahrheit, die aus jedem Orashalm und jedem Stein in Palästina spricht. Nicht nur, was wir echon getan und geleistet haben, drängt darauf, sondern es muß auch gesagt werden, daß wir heute notgedrungen, durch Verhältnisse, die wir nicht geschaffen haben, die eine Welt von Feinden und Ocgocrn füf uns geschaffen hat, gezwungen sind, mehr mit der Judennot zu rechnen ala wir es bisher In unserer Propaganda getau haben. Es geht nicht an, zu sagen, wir sind diejenigen, die eine Lösung' der Jiidcnfrage vorbereiten und gleichzeitig zu erklären, die Existenz der 10 oder 12 Millionen Juden, die heule heimatlos sind stehe nicht Im Zusammenhang mit unserer Palästina-Tätig« keif. Man kann nicht das aussprechen und gleichzeitig von der Oeffcntlichkcit Millionen verlangen. Man muß damit rechnen, daß wir heute buchstäblich vor der Erscheinung stehen, daß Lodz oder Saloniki nach Palästina geht — zum Teil freilich, weil es nach anderen Ländern nicht gehen kann, aber wir müssen es verwandeln, daß es zu einer richtigen, Palästina aufbauenden Bewegung wird. Andere Völker haben Armeen, eine Verwaltung, einen Apparat; der Völkerbund kann heute griechische Flüchtlinge aus der Türkei nach Griechenland verpflanzen und stellt dazu große Anleihen zur Verfügung? wir haben kein anderes Mittel als'den Kcrcn Hajcssod, Ich habe das vor drei Jahrcu eingesehen und wußte, daß die größte politische Arbeit, die ihr politischer Leiter machen kann, Ist: Geld zu Emmern. Ich habe deshalb alle Vorwürfe, die deswegen gegen mich gerichtet wurden, auf mich genommen, denn ich habe gewußt: das ist die schönste, wenn auch die qualvollste Rolle, die sie dem Präsidenten det Organisation geben konnten, Diese Arbeit erwies sich als von größter politischer Bedeutung, Darum Ist Ocld-Sammclu das einzige, was Sic tun können. Die Ghaluzin* werden für eich sorgen, schicken Sie Ihnen keine LobsprSrhc und keine Ratschläge, das brauchen sie nicht; schicken Sic ihnen Geld, und zwar soviel, daß noch mehr nachkommen können. Und nun das letzte, was ich hier sagen möchte. Ich glaube, wir sind die einzigen, die heute tatsächlich zu den Juden kommen können und ihnen sagen: wir haben es In der Hand, Platz zu schaffen von Millionen von Menschen und der Schlüssel d?«i Ist ein aufgebautes Palästina. Wenn ein schönes, aufgebautes, Industriell, landwirtschaftlich, kulturell aufgebautes Palästina da Ist, dann ist dieses Land zusammen mit der jüdischen und arabischen Bevölkerung und da Hegt der einzige Weg zu einet wirklichen und ehrlichen Versöhnung mit dem arabischen Volke — ein Schlüssel zum Aufbau und zur Entwicklung des Näheren Ostens, der Menschen, Ocld und Initiative bedarf. Der Gedanke dieser großen Kulturmission ist c% der die Juden packen wird. Ich habe es in Amerika und überall erfahren. Man muß es mit der nötigen Würde, mit der nötigen Bescheidenheit, aber auch mit der nötigen Wärme sagen, daß der Platt für die Millionen, die heute heimatlos sind und voraussichtlich bleiben werden, in einem aufgebauten Palästina da ist. Va gibt ungeheure Schwierigkeiten und ungeheure Mögliclikcitcn. Sic können sich nur auf sich seihst verlassen, aber In sich selbst haben Sic Kraft genug, diese Schwierigkeiten zu überwinden. Sie müssen innerhalb der nächsten fünf bis sechs Jahre überwunden werden. Aber der Kcrcn Hajcssod-Sammler muß in einem apostolischen Geiste zum Judenwik pprechen. Nur als Apostel werden sie durchdringen und als nichts anderes. Und je mehr man ihnen den Ehrentitel Schnorrer und ähnlicnc Bezeichnungen an den Kopf werfen wird, — stellen Sic sich «Ugcgcn und seien Sie eich bewußt, daß Sic die Träger u ind einer ächtigenund heiligen tausendjährigen Idee, tn Ein Palivllaa-Aulbsa-Fonds der |Qdisebta Freimaurer Amerikas Mr. William A. Rowan, der Direktor des New Yorker Kreisen der Freimaurer, des größten Freiinaiircrkrciscs der Welt, legte iu einer der letzten Zusammenkünfte dieses Kreises ein Bekenntnis für den Aufbau der jüdischen Heimstätte in Palästina ab. Mr. Rowan sandte auch einen Brief an Louis Sable, Mitglied der Exekutive der amerikanischzionistischen Organisation und des amerikanischen Kcrcn Hajcssod, in welchem er seine Zufriedenheit ausdrückt, daß Mr. Sable, der Ik/.irksvcrtretcr der Freimaurer ist, gemeinsam mit anderen Brüdern eine Frcimaurcrgrupne für Unterstützung des Aufbauwerkes iu Palästina gegründet hat. Oicso Frcimaurcrgruppc beschloß, einen Fonds von mindestens 1 OD000 Dollar zu schaffen, der der Errichtung eines Schulgebäudes in Palästina durch den Kcrcn Hajcssod dienen soll. Laut dem New Yorker „Yiddisches Folk" soll es im Staate New York 01 Logen mit 900000 Freimaurern geben, darunter überaus zahlreiche Juden. Prinz Lollallah in New York Der frühere Außenminister des zurückgetretenen König* Hussein von Hcdschas, Prinz Habib Lotfallah, Ist mit dem Dampfer „Maurctania" in New York eingetroffen. Es verlautet, daß Prinz Lotfallah Abgesandter der nalästlnciisisch-arnblschcn Exekutive Ist und in Amerika Kapital für die autlzlonistischc Kampagne sammeln wird. In einem Interview mit dem I. T. A.-Vertreter bestritt jedoch Prinz Lotfallah diese Version und erklärte, sein Besuch trage einen privaten Charakter. Weder er twich andere arabische Führer seien Feinde einer jüdischen liist« Wicklung in Palästina. Auch die palästinensisch-arabische Exekutive ist nicht wider den Zlonjsmus. Wir bemühen «ms, iu freundschaftliche Beziehungen zu den Juden zu treten, aber Jedesmal tritt eine feindliche Macht dazwischen und hindert eine erfolgreiche Annäherung, Mein König All \\>n Hcdschas ist nicht gegen die luden und ihre Arbeit üi Palästina, aber er betrachtet die Frage des Zionismus als ein innere« Problem, das zwischen ihm und den Juden ohne äußere Vermittlung zu lösen wäre. Ich bin sicher, daß die Juden, wären sie an König Ali herangetreten, sehr freundschaftliche Beziehungen zu den Arabern erreicht hätten, Sokolow Dod Trolzkl Nahum Sokolow hat, wie wir der „Wr. Mgztg." entnehmen, beim Prcssccmpfang in Tcmcsvnr die folgende Reminiszenz mitgeteilt: „Ich erinnere mich an die Zeit, als icli im Jahre 1917, unmittelbar vor Atisbruch des Bolschewismus In Rußland war; in Moskau kam ich oft mit Trotzki zusammen. Ich ermahnte ihn eindringlichst, vom Kommunismus abzustehen und seine wichtige Arbeitskraft In den Dienst der arbeitenden Juden zu stellen. Ich lud ihn ein, nach Palästina zu kommen und ich versicherte ihn, daß ihm bei der Aufbauarbeit eine großn Führerrollc zufallen werde. Trotzki erwiderte, daß die Palästinabewegung eigentlich nichts anderes als die Zufluchtsstätte des au:. Europa verjagten jüdischen Kapitals sei. Gegenüber dem Argument, daß Palästiua hauptsächlich von jüdischen Arbeitern aufgebaut werde, blieb er unbeugsam." Sokolow meinte, Jetzt dürfte Trotzki eingesehen habe», daß die Ereignisse Sokolow Recht gegeben haben. Trotzki, dieser außerordentlich befähigte Mann, wurde von seinem Platz hinweggefegt, nachdem er die russNciic Armee organisiert und die Massen aus dem russischen Chaos herausgeführt Statte. Ich bin dessen sicher, schloß Sokolow, daß Trotzki es bereits bereut l tt, daß er mir kein Gehör schenkte. Erschwerungen lOr Palästlna-VVaaderer aus Polen . 'Der englische Konsul tn Warschau legr seit einiger Zeit der Einwanderung aus Polen nach Palästina Schwierig« kcltcn In den Weg. Er lehnt die Visicrung der Pässe verschiedener Tourir.tcn ab, aijch die Pässe von Palästina- Wanderern, die ein Kapital von 500 Pfund und mehr aufweisen konnten, wurden nicht visiert. Man befürchtet, daß diese Erschwerung den jüdischen Touristenverkehr zur Passahzclt eindämmen und so den Patästina-Einwohnerni Schaden bringen werde. (J. T. A.) Oer „Osservatore Rom»oM über die Pal3sliDa«Eiiw.tndrrer Rom. (J.T. A.) Das offizielle Organ des Vatikans „Osservatore Romano" veröffentlicht am 11. Januar den Artikel eines Jcmsalcmcr Korrespondenten, der die Ucbei» schritt „Klassen des Zionismus" trägt. Die jüdischen Einwanderer werden in drei Klassen eingeteilt: l. Idealistische Zionisten, die jedoch gering an Zahl sind; 2. eine größere Gruppe Einwanderer aus Rußland und Polen, die nach Palästina gekommen sind, um ihre Lage zu verbessern. Mehrere dieser Einwanderer seien Spekulanten ohne cino religiöse oder historische Einstellung; diese verlassen bald das Land, das ihnen keine günstige Erwerbsmöglichkeit bietet. Die dritte Klasse — so schreibt der Korrespondent — setzt sich aus gewöhnlichen Pa.-asltcn zusammen, die mit Unterstützung der zionistischen Fonds einen leichten Lebensunterhalt zu finden hoffen. Die wohlhabenden jüdischen Kreise der Diaspora, so schließt der Korrespondent, ziehen es vor, bequem zu leben; diese kommen nicht nach Palästina, (lllnc Charakteristik dieser Art Berichterstattung erübrigt sich. Die RcdJ

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