Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 10 (3.2.1925)
- Date
- 1925-02-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 00 TUEDISCHH BUNDSCHAU ' Kr. tt [ Ein Aolral xagaosteo des J. N.-F. Das H.iuplbflro <lc« J. N.-F. in Jerusalem »endet um folcenden Aufruf, der von den In Klrjatti Anawim, auf Boden de« Keren Kajcmclli Lcjlsracl (Jüdischer Nationalfonds), aro 25. Dezember 102t versammelten jüdischen Schriftstellern, KAnttlern und Gelehrten Ercz-lsrncls beschlossen wurde, um Ihre Berufsgenossen In der ganzen Welt zur Mitarbeit an der Auslösung des palästinensischen Hodens heranzuziehen. An dl« jUdlichen SchrltUteller, Gelehrten, KUostter In «Her Wcltt Liebe Freunde I Aus Klrjath Anawim, dem neu erstandenen jüdischen Dorfe nächst Jerusalem, »enden wir Euch in allen Lindern der Diaspora den OruD der Helmut. Wir jüdischen Schriftsteller Palästina« haben uns, fast allesamt, hier versammelt, um Rats zu pflegen, wie wir die Oeulah-Haarcz (Erlösung des Bodens) am besten fördern können. Wir, denen es vergönnt ht, In Erez-Isracl zu wohnen, sehen mlf eigenen Annen, wie der Vätcrbodeu Stück um Stück erlöst, wie Haus um Maus gebaut, Acker auf Acker bestellt wird. Und Jüdische Menschen sind es, die — selbst befreit — pflügen und eggen, sicu und pflanzen. Mcnschcu und Hoden, hier werden sie eins. Und obenan stellt eine große Tat: die besinnende Aus. lflsung der Ebene Jesrccl. einst der Schauplatz historischen Ringens, einst und oa!d wieder die Kornkammer des Landes. Ein Volkcswcrk durch Volkcsgabc, die Prodi» einer gewaltigen Anstrengung de» Koren Kajcmclh Lojisracl und Keren IIa. (cssod. Seht, welch ein Scluuspiell Vom Meere her nahen Schiffe. Die Versprengten Israels kehren au« allen Ländern der Zcr- Streuung heim. Ihre Herzen klopfen in froher Erregung, und aller Seimen ist einem Ziele zugewandt: die Mutter Erde liebend zu empfangen. Eine Massciicinwandcrung, wie sie noch nicht da war seit Jud.ias Untergang. Eine Wanderung, die sieh mit Elcmcnlarcewolt. Ober Meere und Wösten, durch zahllose Gefahren, Bahn bricht, und die Tore des Landes aufreiflt. Doch wie tragisch, es gibt keinen BodenI Keinen Hoden? Nein, und wieder nclnl Boden genug Ist «In, der nach Erlösung «ehrclt. Und ein Leichtes ist es, heute große Flachen besten Hodens für die Heimkehrenden zu erlösen und damit, ohne andere zu verdringen, den Wohl, stand des ganzen Landes mächtig zu heben. Das Lösegeld aber fehlt noch! Und wenn wir damit zu lange zögern, werden wir dann nicht die richtige Stunde versäumen und dann vor den Toren unseres Landes dastehen wie Bettler?! Bruder, vor uns das Schauspiel der Auferstehung in ungeahnter Grüße und in uns die bange Furcht vor der erdrückenden Verantwortung dieser Stunde. Da können auch wir, die geistigen Arbeiter unseres Volkes, nicht abseits stehen. Die Heimkehrenden sind unsere Brüder, die Erde ist unsere Erde, und der Baum, der — von Chaluzlm gepflanzt — seine Wurzeln tief ins Erdreich schlägt, ist Denkmal der großen, vielfälligen Schalfcnskraft unseres Volkes. Keine Dichtung herrlicher als die Heimat und kein Bild schöner als die Väter« schölle. .. , r°l' <lcnn n,lt dcr fcfcten Scheidewand zwischen dem Hrimatbodcu und der schaffenden |(tdl»clicn KOnslicrscclc! i.rkciinet alle, dal) heule, da die Tore der meisten Länder «cm Ewigen Juden verschlossen sind, nur Ercz-larael ihm Olfen steht. Kommt \md seht, was hier geschaffen wird, wachet auf, Brüder und erwecket andereI Ichret das Volk Liebe zur Heimat. Lehrt es die Erloaungspflicht und gebt selbst das Beispiel! . *erfn Kai«neH> hat dieses Jahr die Verdoppelung seines Bodenbesitzes proklamiert. Und wir, zur Mithilfe am Erlösung»werk bereit, proklamieren denn einhellig den zweiten Tarr Chol-Hanioed Pedach als den „Tag der jüdischen Schrillsteller und Künstler für das (üüisclie Land". Da soll (Iber |edcr Ifidirchrn Redaktion, über Jedem Thestcr und Museum der canzen Welt e i n Panier wehem „Die Hei. materde für das jüdische Volk!" Jener Tag sei uns der Tag der Sammlung und Einigung, der da einet Dichlor und Schriftsteller, Künstler und rorsdicr, Maler und Bildhauer, Musiker und Mimen. EI n Ocfuhl, ein Wille! ,., a{?" ,wird sittliche Wert unseres Werkes, die erziehliehe Wirkung unseres Vorbildes sein. So wollen wir den Weg zum Herzen des Volkes suchen und finden. Von uns seihst aber fordern wir, daß ein jeder nach seiner Begabung gebe: Poesie oder Prosa, Artikel oder Skizze, (Jemnldc oder Zeichnung, Musik oder künstlerischen Vortrag — jeder das seine! Freunde, 60 Exilsgcsehlcchtcr harren des Tages der Er- 'f'sJ'n2. w«r»en auf Oculalh Maarcz. Da wollen auch wir ein atuck Heimaterde frei machen dem jüdischen Pflug. Mit brüderlichem OruQl Achad Haarn; Agnon Seh.; Agrpnsky O.J Almaliach A.; A"°.chl 5-;, Asaf ». Raw; Barascb O.; Buchiahu A.; Bar- D?!r.0!,?k'|,£Ä0lm M-'- Hcn-Abl J.; Bcn-Ischai A.; Benjamin Kabbi; Ben Towim S.; Ben Zion s.; Bcrmann Hugo; Bialik- Ch. N.; Blowstcin Dr.: Brawcr Dr.; Burlah I.; Cohen Mordecha, ben Hille!; Cutlcr S.; Dinaburg B.; Drujanow A.; a^' H"'"" Epstein f.; Fischniann S.; Fodor A. Professor; Oinshurg P.j Cilicksohn M. Dr.; Oolinkiu M. Direktor der Hebräischen Oper in Ercz-fsraef); Oordon S.; Orasowskv I.; Oriuberg Uri Zwl; Oulmanu l.M. Professor; lameiri A. (Fcicrstchi); Hanoch O.; Herberg S.; Hurwitz.!•; fcdidia ».; Jcllin l.j Jcwin Ii; juris S. Dr.; Kabak A. Dr.; Kamchl D.; Karmon S.; Kanu I.; Klausner J. Dr; Klcm S. Professor; Koliauo Ahr.; Kossowskv Ch.; Lewin £>.; Lfschitz A.; Lufban f.; Lurjc Z. Dr.; Margolles M. Professor: Mejuchas {.; Mlbaschan M.j MichhVH:; Puchatschwskv N.; , «nhan S.; Rabinowilz A. S.; Rablnowif* I.: Rawnlzky I.; Kuban , S.i Snkai D.; Sagorodsky M. Dr.; Samptcr J.; Schatz »oris Professor; Schimaiiowitz D.; Schwarz Schalom; Silman *.; Slousch N. Dr.; Smilansky M.; Soto Cli.; Steinmann cTj sHc,,,wS,.;.s,ruck Hermann; Tcmkin M-; Tschernowitz »chmuel; Weinberg f. Professor; Zifröni A.; Zuri I. Steigende Eingünfle des J. N.-F. i, D'e SpendcncIngSnge für den Keren Kajemeth In den Monaten Oktober bis Dcrember 1024 verglichen mit den flfr gleichen Monate des Jahres 1023 zeigen ein eindeutiges uii(i tji Ist eine Zunahme von über 103»,'o festzustellen. Der Uwenaiitell dieser, erfreulichen Vermehrung der E ngÄngc en füllt out die Lander Zentral- und Osteuropa«, »le nachdrücklichen Bemühungen, die in diesem Ocbictc mit «er Reise Ussischkins eingeleitet und in der daran! 'oigcnden Intensiven rCorganlsatc-rischen Arbelt des Hauptoiros und seiner Delegationen fortgesetit wurden, haben ' wIm Frf,chle. JIctr85en. Polen Ist an die Stelle gerückt, *ohin es gehört, Deutschland nimmt einen ehrenvollen y«u ein. Das gilt nicht weniger von Litauen und der TKhechoslowakel, gilt »uch von Oesterreich, Lettland und einer Reihe kleinerer Lander. Die Sammlungen In Nordamerika. Argentinien »eigen einen erfreulichen Forttchrlit, auch Holland gibt sich Mühe, das Manko des Vorlahres auszugleichen. Dcmgrgi'iillhcr stehen auch bedauerliche Vcrlustposteu. In den rumänischen Landern, mit Ausnahme] von Transsylvanlcn, Ist überall ein Rückgang zu verzeichnen. Ein Land wie Canaria kommt in der Luit überhaupt nicht vor. England hat erheblich weniger eingenommen, liier muß noch sehr viel geschehen, aber hier liegen noch zweifellos sehr grolle Möglichkeiten. (Es mufl hier bemerkt werden, dafl der Keren Kajemeth seine Einnahmen brutto und nur diejenigen Beträge ausweist, die bis Ultimo dp« Monats In Jerusalem als eingegangen gebucht sind.) Eine Zunahme von lOOVo dor Einnahmen genügt nicht, damit der Keren Kajemeth seinen grollen alten Verpflichtungen und den viel grftflcrcn neuen nachkommt. Das zweifellos sehr befriedigende Resultat der verflossenen drei Monate, muß einem noch viel befriedigenderen weichen. Eingänge des Keren Kilcmetb Im (Oktober-Dezember Länder Okt./Dcz. 1923 Acg. £ Poien Warschau , 712.— Lemberg 112.— Krakau 32.- Nordauirrika " Deutschland Litauen Tschechoslowakei . Argentinien Rumänien Alt-Riiinäiilcu 1.228,— Hcflarahicn 318.— Bukowina 2'JO.— Transsyivanicn 68,— Holland - Südafrika Erez-Isracl Oesterreich Lettland Griechenland Italien Ostfrankreich Schweiz Australien England Belgien Neuseeland Chile China Mesopotamien Estland Aegypten Finnland Tunis Charbin Norwegen Schweden Vermächtnisse Einzclsnci'den Dlv. Lander 855,- 7.151.- 153.- 1.00 t.- «S.- r 1.8Ä3.. •101.. 1.0H.- 375.- 142.- 105.- 426.- 3S2.- 1.507.- 1.125.. 451.. 1.025.- m".- 975.- 55.- 107.. 42.- 127.. 171.. 0.. ersten Quartal 1924.) Okt./Dez. 1Q24 Acg. t 10.CÖ2.- 2.479.-. . 560.— 5G85 m— 202.- 44-L— 1.5^5.- ittss:- 13,10t.- 10.ZJ2.- •1.151.- Z157.- 2.0S1.- 1.902,- 1.796.— 1.20S.- 1.(175.— 1.010— 910.— (iVJ.— ML— 451.- 303.- ML— 300__ 350.— 339— 252.- 211.- 101 — fö— M— 53— 44— 35— 22— 22— 25— 2.210— 4S7— 80— TOlTT Der DoJcnuiichcr In Palllstlua Der Chefredakteur des „Haarez", M. Olücknohn, veröffentlicht in seiner Zeitung einen aufsehenerregenden umfassenden Artikel, In welchem er mit groller Sch.lrfe Klage führt über das schwere soziale und morollsche Uebel, das den Jischuw heute In flcstalt einer hemmungslosen Bodenspekulation befallen hat. In dem .luderst bemerkenswerten Aufsatz, der acht Spalten In Anspruch nimmt, werden einige Tat. Sachen er/jh!t, die auch nullerlialb Palästinas die zionistische Oclfcntlichkeit kennen sollte, um zu verstehen, welclio Kon. Sequenzen die Ideologie eines rein privatwlrtscliaflllchcn, nicht von verantwortlichen Instanten kontrollierten Aufhaus Palästinas Iii der PraxU hat. Olücksohn berichtet: „Im Norden Tel-Awlws in der Nahe von Rmgrüiidcn, die Juden gehörten, waren beträchtliche Bodcnfl.khcii zum Verkauf zum Preise von etwa «1-100 L pro Dnnain. Die Vertreter von Bodengeseüschnften öffentlichen Charakters verhandelten lange mit dem Vermittler, konnten sich jedoch wegen der letzten 5 bis 15 £ des Preißcs nicht einigen; es war aber mit Bestimmtheit zu erwarten, daß die Verkäufer den von den Käufern ge. botenen Preis schließlich nnnfhincii werden. Gleichzeitig wurde wegen der Zahluiigsmodallt.1teii verhandelt, um die Zahlung«, terminc auf eine Reihe von Jahren zu verteilen. Da kam eine Gruppe Spekulanten und Makler und Makler der Makler und gaben sofort zu dein I'rclr.c zu, so viei der Verkäufer verlangt halte, ja, sie überboten noch diesen preis infolge der gegenseitigen Koiikurrcnr «1er Makler, die einander das Geschäft abjagen wollten. Sobald der Kauf abgeschlossen war, verkaufte die kaufende Gruppe sofort den Boden weiter mit einem Aufschlag von 50 «>. Und um die Sitten und Gebräuche dieses Menschenschlages zu fharakterl'fercn, »el erwähnt, 1, die Käufer, welche sich bereit erklärten, dienen ungeheuren Aufschlag zu zahlen, sind Vertreter einer Oesetlschaft, die gleichfalls öffentlichen Charakter Int, 2, einer von den Mitgliedern der verkaufenden Gruppe ist auch ein aktives Mitglied der kaufenden Gesellschaft. Und wem» ein Kode.« wn Hand zw Hand, solort nach seiner Erwerbung, mit 50—ö!)»> Aufschlag verkauft wird, dann darf man sich nicht wundern, daß auch der zweite Käufer, der das Grundstück zum Gcsch'iflcmncli'fl gekauft hat, sich nicht mit dem atnrnialcn Gewinn begnügt, und kommt kurz nach d.in ersten Verkauf bereits eine Verteuerung um 150—C(M<yn heraus. Ein jüngst angekommener neuer Einwanderer, ei» Schrifbicllcr, hatte gehört, dafl au der Peripherie Tcl-Awiws Grundstücke zu verkaufen sind, zum Preise von 10 Gruseli diq Elle; als er zu dem betreffenden Verkäufer kam, um für «ich einen Baugrund zu kauten, sagte ihm dieser, diß er allerdings vor zwei Woch-m diese Orundstücke für 10 Gruselt die Elle verkauft habe, inzwischen jedoch habe er seinen gesamten Besitz «n einen anderen veräußert, der sie jcUt für 20 Grusch pro Elle verkauft. Eine Plantage in der N.'ihc des Ilandworlicrvcrbandcs wurde für löO £ pro Duuain verkauft und daneben befinde» sich eine Plantage für die man vor kurzem MO—150 £ pro Duuain forderte. Da kam ein Kaufmann am dem Auslands und kaufte sie nach der neuen Methode für 303 £ den Dmiain, u:id am einer KonzcnWa'.ionsUn lenz und zur Ausschaltung von Konkurrsstten katitlc er auch die erstgenannte Plantage von ihrem früheren Kaufer gleichfalls lür 300 ü. den Dunam, und «o entstand ein Zuschlag von etwa W>k auf den «roten preis Innerhalb 6 Monaten. Die Obstgärten in der Nahe y/ Tcl-Awiw, für die min noch vor ganz kurzer Zelt io 60 £ pro Dunam forderte, werden jetzt mit 100—150 £ f,; handelt, Ein Feld, welches vor 6 Monaten für 30 £ j,, Dunam angeboten war, wird Jetzt mit 110 verkauft, Oie Tätigkeit der kleinen Makler bietet ein relrU Material für den Psychologen tind sogar für den Hum,>rhtt. Die ganic Schar dieser Agenten rennt Tag für Tap größter Elle und Nervosität hin und her, um dem K'- j kurrenten zuvorzukommen, sie warten schon vor dem Mot^ grauen vor der Tür eine» Verkäufers und jeder Eiiu«|-, von ihnen überbietet den Preis, um den Konkurrenten , schlagen, und dabei haben gewöhnlich alle Agenten eir¬ und denselben Kaufer, oder manchmal gar keinen K,iU!t. Und schon sind wir soweit gekommen, daß auch Nlchtjud sich daran beteiligen; einer von den vornehmen Nie' Juden trifft Vereinbarungen mit den Bodenbesitzern und r diesen „Vertrügen" tn der Tasche verkauft er gleich weitmit fettem Gewinn. Ein bekannter nlchtjüdlschcr Advo'.i Ist gleichfalls Orundstücksagcnt geworden und bereichert i,,-, auf Kosten der neuen Einwanderer. | Und schon hat »Ich das Uebel auch auf das OiL>: ausgedehnt. In Polen und Litauen haben sich gute U.-i gefunden, welche aus dem Boden Erez-Isracl» eine UV machen. Die gcschiifllgeii Spekulanten und Ihre Agenten! verstehen die Liebe des Volkes zu beinern Lande au.ru.! beuten soweit, daß »le sie ernstlich gelahrden. Es ko~-: vor, daß derselbe Boden oder dasselbe OrumUlück mclinm'i verkauft wird. Nicht Immer aus betrügerischer Absicht, so> dern auch infolge der Unordnung und l'.ilc, und es p.iKi auch Leute, die verkaufen, was gar l,idlt ,hncn Cc,,fl^ sondern was sie selbst erst zu kaufen beabsichtigen usw." Abs der palästinensischen Arbellerscltatt Schon seit länirerrr Zeit sind innerhalb der palästintn-: sehen Arbeiterschaft Strömungen zu beobachten, die dar»*.' hliitlculcn. daß sieh wichtige Entscheidungen im! vielleicht Umgruppierungen vorbereiten. Der pal.istinrr sische Landesverband des wcltvcrbandcs Poalc Zion, c ..Achdiith Awodah", bemüht sich bekanntlich seit längere Zeit um eine Vcreinif»msi mit dem linken Weltvcrbtnd /.>;•: Zion, bisher jedoch haben die I'oalc Zion der Vcrcini.;u^ nicht zugestimmt. Dci bekannte poalt/lonisti.-che Lülircr S. Kaplansky. der vor kurzem nach Palästina übersiedelte, veröffentlicht letzt In dem Partilorgan ..Kuntrfr einen Offenen Brief an die Exekutive der AcluinA Awodah, in welchem er der Partei vorwirft, daß sie r.t flissriilhVh sich von dem 1 infhid und dem Ztnammrutuv mit dem Wcltvcrband befreien will. Kapbni»ky erUM, *I:»n e:; Tendenz der Achduth Awodah, eine einheitliche Arbeiter, partel In Palästina zu Rtündc-n, deren Hauptziel drr Aulms des Landes Ist, mit den sorialistiseheit Prinzipien des I'ojI;. Zionismus unvereinbar ist. Die allgemeine Arbelter-Org.insatlon (lllstadruth Klalilh) kfinne nur wirtschaftliche und gewerkschaftliche Aufgaben haben, für die politischen Auf gaben und die geistige t'rziehing miisse die Partei weit» bestehen. Die Poale Zion beschuldigen die pal.uii if n«f.cli'- Oeuoisrn (wegen ihrer Neigung zu den Zcire Zi«ni) ihf Zweideutigkeit und der llloyallt.'it. Ein Bruch zwischen Palästina und Guluth würde die Poulc-Zioit-Partct in eine tcliwcrt Krise stürzen. Der Sekretär der Achduth Awodih, n. fiolomb, anlwortet In dnnsflbeu 1 lelir des „Kuntres" 'sehr srharf r.t Kaplanskys Vorhaltungen, Er weist den Vorwurf der Zweideutigkeit und Illoyalität zurück und behauptet, die Achduia Awodah müsse ihrerseits die Freiheit verlangen, Innerhalb des Weltveriiandes die Tendenz der paHstineirischen Arbeiterbewegung zu vertreten, die eine aufhauende und radlkilhebrilisehe sei. Daher Verstehe auch die Achduth Awmlih nicht, wanim man der Vereinigung mit den Zeire /loa Schwierlgkritrn macht, die nicht nur im allgemeinen l'regramm, sondern — fm Gegensatz zu den Poale Zion •- auch berüf;lleh der Prnjje der lieliräh eben Kulturarbeit mit 1^ nhereinstlnirnrn. Ooloinh wirft Kaplansky vor, daß er uu' die ihm nfiheistehenden Elemente nur bedingungsweise Genossen sein wollen und fordert, dalj sich der Parteirat rx! dieser Sache befasse. Oleirhrellicr mit diesem Briefwechsel Ist ein neues posrzionistisches Orpnu unter dem Namen „Ha-Awuka" (l e Eackel) gegründet worden, in welchem die alte poilezionistische Gnippe iniierliali) der Achduth Awodih die Prinzipien des Marxismus vertritt, die von Achduth Awoihh prcirregchcii worden seien. — Die akuteste Frage scheint gegenwärtig die Vereinigur.ci der Arbeiterparteien Achduth Awodah uid Hapoel-! Hazair zu sein, Doch rrrraelc die letzten Nummern der, Parteiorgane heider Seiten beweisen, daß sl:lt in il'r letztem Zeit die Beziehungen zwischen den beiden Parteien oder wenigstens zwischen einteilten Repräsentanten der Part'i» verschärft haben, Diesen Zwischenfällen dürfte nllerdinf* weniger Bedeutung zukommen, angesichts des ekmentirm WunKches in weiten Kreisen der Arbeiterschaft, ein einheitliches und aktionsfähiges politisches Instrument zu besitze' Die letzte Konferenz tlcs Parteirates der Achduth Avotli\ die Milte Januar in Nachlath JchiiLih stat'faud, besehbß c.at Resolution folgenden Inhal:«;: „Die Konferenz erkennt, <l.v, der ZuMnml in der Arbi'Unbewcging im Lande, In d'-r Adjah. in der Kolonisation und im Zionismus die I leraif kristalli!*'; rung finer neuen politischen sozialistischen Kraft Inucrhw der nllpemclncn Arbeitcrm^inisation erfordert, welche lhi< Arbeit führt für die Aufrielitiiiig einer hebräischen Arln-iu"'- klassc im Laude, für energische Verteidi<;uii'; aller lntw«rn des Arbeiters in der Privatwirtschaft ti'i-l in der national'11 Wirtschall, für die Verbreitung der hebräischen Sprache u w ihrer Kullurschätze innerhalb «1er Arbeiterschaft U'id für dos Aufbau einer Arbeitcrwirbchaft in Dorf und Stidt al? Best!« der Gesellschaft der Arbeitenden LChcwrath Owdim")." Die Dchstte geht liaiint«äch'ich darum, ob dts net" Gebilde eine föderative Vereinigung von hcstch-n l-n P.ntckn unter Aiifrcchlrrhaltung dieser Parteien sein soll o:l«r oh eine neue Partei gebildet werden soll, in welcher die allen restlos aufgehen. Wie schon nm den oben erwähnten Diskussionen hervorgeht, Ist kaum anzunehmen, daß eine sol-hc restlose Vereinigung ohne Absplilteru'i«icn link« und rechts mö"Hf» sein wird. Aber bereits die nächsten Vf/ochm werden zeigen, ob die proße Mehrheit der Arbcitcr$cluft diesem Plan positiv gegenüberstellt. Sprnfle Wv die DnWtrMlülsblHloHfk In PsHslins Wie die Slianghaler Zeitung ..Israef's Messenger" mitteilt, ist es den Bemühungen des Vertreters d?s Keren Hajcssod, Dr. Ariel B;nslmi, gelungen, die 2TV) Binde umfassende IMbliojhck des dort verdorbenen Mr. bassoon laeob Solomon für die Universität Jerusalem zu erhalten. Die Bibliothek war von den Erben das Verstorbene« für die Gemeinde Shanghai bestimmt worden und aut Inter« vention von Dr. Bension stimmte die Qemcinde zu, d>e 3000 DMc nach Jerusalem m epeiidcn.