Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 10 (3.2.1925)
- Date
- 1925-02-03
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 11 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seile 89 Die Wahlbombe toi R* ift» Kit ie«, Utt. 4« riebt. H>| Stt •4 d» «t * w tu. HC *• k» n«. s Ii In In der Abtnda uagabe von Sonnabend, den 31. Januar, „rMftntlichte da» „Berliner Tageblatt" an auffälliger c)t|!e nachstehenden Artikel (Sperrungen wie Im Original): Zu den am morgigen Sonntag stattfindenden Wahlen pjm preußischen Landesverband der indischen Ocraeindcn tfird uns von geschätzter Seite geschrieben: „Auf Orund de» Artikels 137 der Deutschen Reichs. Verfassung wird die jüdische Bevölkerung Preußens am >_ Februar zum ersten Mal an die Urnen gehen, um die Abgeordneten für die Jüdische Landesversammlung zu wählen. Diese Wahl sollte außerhalb des Kreises der preußischen Juden eine besondere Beachtung kaum zu {*anjpruchen haben. Die religiös-konservativ gerichteten, die rellgiös-iiberal gerichteten und dl« mlttelpartcllicrien Juden werden In Preußen Ihre Vertrauensmänner zu wühlen fuben, damit diese alsdann entsprechend den Auschr.uungen Ihrer Auftraggeber das Jüdische Ocmeüideleben regeln. Dieser Vorgang ist far die große Masse der Bcvö&erung 10 Preußen ohne Jede erhebliche Bedeutung. Die zionistischen Kreise Innerhalb des Judentums haben jedoch ein Programm herausgegeben, auf Orund dessen ale Entscheidungen diesem Parlament zuweisen soll, das „alle Interessen der jüdischen Gemeinschaft im judischen Sinne" zu regeln haben soll und zwar Im ^Zusammenhange mit dem Qesamtjiidentum" der Welt Nach der Absicht der Zionistischen Partei soll als? dl« neue Organisation über den engeren Rahmen kirchlicher Interessen hinaus Einwirkungen auf die politische Entwicklung innerhalb des Deutschen Reiches, und zwar solche Einwirkungen in Anlehnung an das Oesatn tjudentum außerhalb Deutschlands versuchen. Ein solcher Versuch erscheint absolut utopisch. Der preußische Landtag und der deutsche Reichstag sind natürlich die einzigen Stellen, von denen preußisch« Staatsbürger aua eine Einwirkung auf polltliehe Verhältnisse unmittelbar in Angriff nehmen können. Ist der Versuch 11 sich zur Erfolglosigkeit verurteilt, so bleibt er deswegen doch In sehr hohtm Orade bedenklich. U entspricht nicht dem modernen Staatsbanken, daß hmfrsJioneRc Vertretungen als solche die Staatsgeschäfte ni formen trachten, und ein solcher Versuch ist überdies wa Anbeginn an mit dem Fluch absoluter Sterilität beultet, wenn er von einer Gruppe ausgeht, die nur rund da Prozent der Bevölkerung darstellt. Ein steriler Vergeh kann aber außerordentlich schädlich sein trotz seiner praktischen Bcdeutungsioslßkelt, und In diesem Falle ist tr es. Was vorauszusehen war, Ht eingetreten. Durch die Antisemiten hat sich die Reaktion bereits dieses politisch höchst unbesonnenen Programms bemächtigt, um ius ihm ihre hetzerischen Schlüsse zu ziehen. Wir wollen hoffen, daß die Jüdischen Wihler berönnen genug sind, um ihre Stimmen jenen Kandidaten vorzuenthalten, die das oben skizzierte Programm der zionistischen, „Jüdischen Volkspartci" vertreten. Da solche Gefahren droh«,, ist aber eine starke Wahlbeteiligung der nichtzionistischen Wihler um so gebotener." Am Sonntag, dem 1. Februar, brachte das „B.T." dann loch die folgende Notiz: Wir erhalten zu der Zuschrift tm gestrigen Abendblatt die folgende Erklärung aus Kreisen der „Jüdischen Volkspartei", die wir trotz unseres bekannten Standpunktes aus Gründen der Loyalität veröffentlichen: ..Die Zuschrift in Ihrem gestrigen Abendblatt erweckt ris falsche* Bild von den Aufgaben des Landesverbände* Jüdischer Gemeinden. Dieser Landesverband bezweckt nach im Statut die Zusammenfassung Jüdischer Oemelnden zut Pflege „aller ihrer Interessen". Dazu gehört die Hebung des religiösen Lebens, die Unterstützung der schwachen Gemeinden, die Unterhaltung von Einrichtungen und Anstalten und die Vertretung aTier der jüdischen Religionsgemeinschaft In Preußen gemeinsamen Angelegennetten nach außen, insbesondere die Mitwirkung bei «r Vorbereitung staatlicher Gesetze una allgc "einer Verordnungen. Die Landesvercammlung soll nach ihrem Statut eine »ü'dige, repräsentative Vertretung der in Preußen wohnenden Juden gegenüber den Behörden sein ""e In der Jüdischen Volkspartei zusammengeschlossenen 'Artistischen und positiv-religiösen 0nippen wehren sich Jjiifcgen, daß andere Juden das Ocfühl unlöslicher Verbundenheit mit der Jüdischen Vergangenheit, m dem die Nische Volkspartci eine Vorautactzung für jede jüdische Entwicklung erblickt, dazu benutzen, um die Zionlsten als Stisubürger minderen Rechtes und geringerer verpfltch «oder staatsbürgerlicher Treue hinzustellen. (Das Ist in 5« von uns wiedergegebenen Zuschrift, i»uf die sich diese Erwiderung bezieht, keineswegs geschehen. Die Redaktion.) P't Treue zur eigenen Vergangenheit und zur eigenen Art »' vielmehr geeignet, ein Staatsgefühl zu erzeugen, 2« gerade von jüdischer Seite nicht angezettelt werden durfte. , Der Hinweis, daß die Antisemiten aus der Stellung- B«me der Jüdischen Volkspartci Kapital gesch!aijcn haben, "t unrichtig, dürfte aber zweifellos den antisemitischen '«Helen ein willkommener AnlaB ru neuer Hetze sein. U|> Unterfangen, die staatsbürgerliche Stellung von einer ••vortch rlf tsmi ßige n" Gesinnung abhängig zu ""•»chtn, müßte gerade von allen demokratisch und '°Msehrittlich gesonnenen Kreisen aufa schärfste »nickgewiesen werden." iii"tlder mcnöPft <bese Zeitschrift am den Kreisen der »'Wischen Volkspartci" keineswegs alles, was xu der sonder ""«O Vct&Hf»4Hth..ni» „■ ..ff»* Ufr solche Einwirkungen in Anlehnung an das Oetimt* Judentum außerhalb Deutschlands", anstatt durch den Reichstag oder Landtag, versuchen. Es wird der Eindruck erweckt, als wollten die Zionlsten deutsche Polltlk, Politik des Deutschen Reiches, durch die preußischjüdische Landcsvcrsammluivg statt durch den Reichstag treiben, als wollten sie eine Art Ncbcnrcglcmng im Deutschen Reiche bilden, ah wollten sie deutsche Interessen dem „Gesamt- Judentum außerhalb Deutschland»" verraten. Eine solche infame Fälschung haben «Ich bisher nur von Ocspcnstcrfurcht befallene extrcm-völklsche Antisemiten geleistet Daß ein liberales Blatt, das bisher wenigstens dem Antisemitismus noch nie bewußt gedient hat, solchen Unasrn von noch so „geschätzter" Seite abdruckt, Ist völlig unbegreiflich. Es Ist klar, daß Zionlsten und Volksparlel In der Landes* Versammlung lediglich Jüdische Angelegenheiten, ledig, lieh Fragen der Stellung der Juden (entsprechend den Statuten des Verbandes) behandeln wollen. Niemand hatte Jemals den absurden Gedanken, dort deutsche Politik (gar in Verbindung mit dem Ausland!) zu treiben. Ludendorff schreibt In seinem bekannten Buche: Hand In Hand mit der Entente arbeitete die Oberleitung des Jüdischen Volkes an der Vernichtung Deutschlands. Das Märchen eines alijüdischen Verbandes, der auf Deutschlands Schicksal unterirdisch „einzuwirken" sucht, wird nun hier erneuert. Dies alles um ein paar lumpiger Stimmen wegen, Wir beneiden die Partei, der der Einsender dieser Zuschritt nahesteht nicht um diese Stimmen. Denn wir fürchten, daß dieser Trick, durch den die bankerotte Herrschaft einer volksentfremdeten Schicht vielleicht noch für diesmal erhalten wurde, die deutschen Juden noch teuer zu stehen kommen wird, VctMlemtüchung zu sagen Ist Der anonyme Einsender an da* „B.T." Ist entweder » Narr, oder von so seltsamer Bosheit und Kurzsichtigkeit» h! H' um e,nC8 w*hlmanövers willen den schlimmsten '•"den des Judentums vergiftete Waffen für Ihr Lügen- ""«»1 liefert . Am nächsten Hegt die Annahme, daß diese Zuschrift f}. Mystifikation ist, die aus den Kreisen der ju, ,,ch und Dintcr stammt, die die durch die Skrupel* ' Agitation des mit den nationaldeutschen Juden verbünt'? Centralvercins geschaffene Atmosphäre für einen äußerst «Jln cn ""'-»«mHlschen Schachzug auszunützen ven-Unden. »'nw EituerK,cr doch *fn Jude sein, so Iwt »ivir.ru £.*ubcn, daß Chi Jude so dumm sein kann, ,V,rb»% »u glauben, was m dem Artikel steht Bleibt * "ur die Erklärung, daß es in der Tat — ein Wahlmanöver um die unbewegliche Masse der indifferenten, am Juden- ^"»•nteresalertcn liberalen Wihler noch In letzter Minute Hb? tlne w,rkllcne Bombe in Panikstimmung xu ver* und so auf die Beine zu bringen. um verkündet man, die Zionlsten wollten „£••»« Ua l''q 'uf dle politisch« Entwicklung *tl>B«lb de*. Deutsche» Reiches, und zwar Gegen die Ostluden Nachdem es der antisemitischen Reaktion nunmehr gelungen Ist, In der deutschen Rclch«reglerung Fuß *u fassen, Ist sie drauf und dran, die Herrschaft In Preußen zu erobern. Als Stunnbock bei diesen Unternehmen dient der Antlscmi» tismus. Als bewährter Angelpunkt jedes antisemitischen Generalangriffes muß wie immer eine erneute Ostjudenhetze dienen. So erscheinen denn in den meisten deutschnatlonalen Blättern wie auf ein verabredete* Kommando neuerdings wütende Angriffe gegen die in Deutschland lebenden Ostjmleii, deren Ausweisung, Intcrnlcriing und rtckslchtalosc Ausrottung verlangt wird. Diese Methode Ist probat. Es geht der deut sehen Reaktion in erster Linie um die Ergreifung der Macht Daß sie in wesentlichen außenpolitischen und innerpolitischen Angelegenheiten nichts anderes wird tun können, als ihre demokratischen Vorgänger, Ist Ihr klar. Dem deutschen «ntlsemitischen Wähler, dem man die Sterne vom Himmel ver spmehen hatte, muß man jedoch Irgend einen sichtbaren Beweis der neuen Rcgicrungsmcthoden liefern. Dieser Deweis sollen nun ein paar ostjüdische Opfer sein. Hierbei rechnet man auf die stillschweigende Unterstützung von Partelen, die sich sonst nicht als unbedingt reaktionär und antislmltlsch be zeichnen. Man Ist in antisemitischen Kreisen sogar der Zustimmung Dr. Naumnnns und »eines Kreise» sicher, und mut maßt gewiß nicht mit vollem Unrecht, daß auch sonst viele Elemente, bisher als liberal und demokratisch bekannt, so denken werden, wie jener Mann, der zum heiligen Florian betete . . . Vor dieser Entwickfungsmögllehkeit muß rechtzeitig gewarnt werden. Für Juden, einerlei welcher Partei sie angehören, gilt die Parole: habt Acht Zunächst geht es gegen die Ostjuden. Dann aber kommt Ihr dran. Darum — und nicht nur darum, sondern aus allgemein-jüdischen Oründen — heißt es geschlossene Front gegenüber diesem neu*»", antisemitischen Generalangriff auf die Ostjuden bildenI Wir Juden sind, wofern wir einig zusammen gehen, auch In einem reaktionär regierten Deutschland und Preußen nicht so wehr- und machtlos als daß wir uns nicht erfolgreich vor nacktem Unrecht und brutaler Vergewaltigung schützen könnten. Dem neu zu wählenden Preußischen Landesverband Jüdischer Oemelnden erwachst schon bei seinem Zusammentritt eine große Aufgabe; eine feierliche Solidaritätserklärung mit allen Juden, die Innerhalb der Staatsgrenze leben. Wer einem von uns seines Judentums wegen weh tut, hat die gesamte preußische Judcnhelt ms Herz getroffen. Wenn die gesamtjüdlschc Vertretung dermaßen auftreten und demgemäß handeln wird, dann ist uns auch vor der neuen Ostjudenhetze nicht bange. EX'BaBbprSsfdrit Locb Uber seil Jader Ion Der von der thüringischen Rechtsreglerung abgesetzte frühere Präsident der thüringischen Staatsbank, Walter Loeb, sprach am Donnerstag, den 20. Januar, abends, zum ersten Male in Berlin in einer Wahlversammlung der Poalc Zion. Herr Locb, der bisher der jüdischen Bewegung fernstand, wurde durch die rücksichtslosen Verfolgungen, denen er als Jude und Sozialdemokrat ausgesetzt war, seiner Verpflichtungen gegen das Judentum bewußt. Er sagte u.a.: „Ich möchte auf die den Juden In Deutschland drohenden Gefahren mit Nachdruck hinweisen. Nicht die antlsemlll'che Wctlc ist das Gefährliche, der Radauantisemitiami» der Hitler und Genossen läuft sich tot Wir gehen aber eln*r anderen Periode des Antisemitismus entgegen, ehier s 1111 c n J u d e n Verfolgung: einem Antisemitismus der ungeschriebener Ocsctze. Diesem Antisemitismus ht mit dem Verleugnen des Judentums nicht beizukommen, sondern nur durch ein offenes Bekennen. Offen und entschieden müssen wir auch für die so viel geschmähten Ostjuden eintreten. Ostjudentum und Judentum überhaupt sind untrennbare Faktoren. Wenn man uns vorwirft, diß die sozialistische Bewegung eine jüdische Er'i td n r sei, so wo Icn wir dies mit Stolz quittieren. Walter Rathenau bezeichnete das Judentum a*s den Sauerteig der Menschheit. Als ich dem Herrn Rclchsbankpräsidentcn Dr. Sc ha cht die Verfolgungen schilderte, denen Ich als Jude ausgesetzt und deren Ich müde geworden bin, sagte er mir; „Es muß auch Juden geben, die nicht iclge sind," . Das hebräische Arbtt1er-T«otb1aU ti Pallstlo« Laut dem „Doar Hajom" toll die neue von den Arbeltern in Palästina herausgegebene hebräische Tageszeitung in Jaffa ihr Erscheinen am 1. April aufnehmen. Der Preiselonds der Hittadruth Haktalith hat zu diesem Zwecke vön einem mit der Arbeiterbewegung sympathisierenden Kapitalisten 1000 Pfund zur Verfügung gestellt bekommen. Weitere 1000 Pfund wurden von den Jüdischen Arbeiterorganisationen wie Solei Boneh. Arbeiterbank, Hamaschblr aufgebracht Man hofft auf ungefähr 1000Q Abonnenten. Die neue zionistische LcJlaoo In Polen Wir haben bereits über die Landeskonferenz der polnischen Zionlsten berichtet, die Ende Dezember In Warschau stattfand und zur Wahl einer neuen Leitung führte, zu deren Grundsähen wir Im Leitartikel der Nr. 5 vom 14. Januar uns geäußert haben. Herr Dr. M. Hindes, der zum Mitglied des Präsidiums des neuen zionistischen Zentralkomitees In Polen gewählt worden Ist, machte uns während seine» Aufenthaltes in Berlin'noch folgende Mitteilungen, die unsere Auffassung Im wesentlichen bestätigen: „Das Chiraktcrlstlschste an der soeben in Warschau abgehaltenen Konferenz ist," sagt Dr. Hindes, „daß ihre Verhandlungen auf einem ungewöhnlich hohen ideologische« Niveau standen. Der Kampf ging um folgende Punkte: Erstens: Jewlsh Agency und Zionistische Organisation. Die» frühere Leitung mit Abg. Orünhaum an der Spitze war der /Ansicht, solange der jüdische Weltkongreß nicht einberufe» wird, müsse die Zionistische Organisation die alleinige Trägerin sämtlicher Rechte der Jewish Agency bleiben. Demgegenüber vertrat die Mehrheit das bekannte Programm der Erweiterung der Agency. Die zweite Meinungsverschiedenheit bezog sich auf die Methode der Palästina-Kolonisation. OrGnb-um, erklärte, Palästina habe die Aufgabe, nicht nur Juden aufzu-i nehmen, sondern sie auch umzuschichten — aus dem Volk der Händler ein Volk der Landarbeiter zu machen: diese soziale Umschichtung sei ein untrennbares Element des zionistischen Ideals. Die Mehrheit erwiderte darauf: Erste Aufgabe des Zionismus sei es, eine Majorität der luden in Palästina zu schaffen. Die Aufgabe der sozialen Omsclilchtung sei auch eine wichtige Aufgabe, aber zweiten Randes. Stadt und Land müssen inlolgedcssen glelchberech'.igt sein und in vollem Umfang für die Ansicdlung der Juden in Palästina ausgenutzt werden, damit in kürzester Zeit eine jüdische Mehrheit In Palästina erreicht wird. Der wichtigste Gegensatz, der äußerlich weniger zum Vorschein kam, betraf die Beziehung der Leitung zur Palästina-Emigration. Die frühere Leitung, mit dem Abg. Grünbaum an der Spitze, stand dem stürmischen Emigrationsdrang der jüdischen Massen In Polen nach Palästina sehr zurückhaltend grgrnllher. Die Organisation suchte absolut keinen direkten Kontakt mit dieser Bewegung. Das rief die Unzufriedenheit der Bewegung hervor. Die neue Leitung kündigte dagegen ihre Absicht an, in möglichst eifgen Kontakt mit dem Palastina-Strom zu kommen. Sie hat schon Schritte unternommen, um die unzähligen und oft unverantwortlichen nodcnkatifsResellschaffen unter Ihre Kontrolle zu stellen; sie hat Ihre Aufmerksamkeit der akuten Frage der Verteilung der Zertifikate zugewandt; sie bereitet eine Reihe von Anträgen vor für die Neuregelung des zionistischen Budgets usw. Aut diesem Wege der realen Palästinaarbcit hofft die neue Leitung, die Organisation zu stärken und die gesunkene Zahl ihrer Mitglieder zu vervielfachen." Der Handel mit Paläsllaaboilei In Polen Da sich in letzter Zelt in Polen zahlreiche Vereinigungen gebildet haben, die bezwecken, Böden für Ihre Mitglieder in Palästina zu kaufen, hat sich dort die Notwcndipkeit ergeben, ein Kontrollorgan zu schaffen, das die Tätigkeit dieser Gesellschaften überwachen soll, um einerseits Bodenspekulation, andererseits Mißbrauche und Enttäuschungen zu verhüten. Am 20. Januar fand eine Konferenz der Vcrlretcr von gegen 30 solcher Gesellschaften statt, die durch den Vertreter der P. L.D. C. und des Meschek, Kaganow, einberufen war, auf der Im Prinzip die Schaffung einer solchen Kontrollkommission beschlossen wurde. Auf einer zweiten Sitzung am 25. unter "orslU von Dr. Gottlieh wurden die zehn Mitglieder der Kontrolfkommission gewählt, und zwar als Vertreter der Zionistischen Organisation die Herren Levlte, Gottlieb, Klumel, Farbstein und Kaganow, und als Vertreter der eintelnen Gesellschaften Abraham Rosen (Nachalath lakob), Rabbiner Rosa nl (Naehalath Joseph), Jacob Tau (Haboneh), Joseph Schaplro (Awodath Israel) und ein noch nicht bestimmter Vertreter von »Chelek WNachalah". Deumbtr>ElDolaoe de« Kern Bajessod (Mitgeteilt vom Hauptbüro in London.) £ 1. Vereinigte Staaten von Amerika 18 532.1"). 0 2. Kanada .........6295.18. 2 3. Südafrika , . ,.....3Or0.—.-4 4. Deutschland 2 607.7.— 5. Polen: Warschauer Büro £ 1ßol. 7. 1 Wilnacr Büro . . £ 338.12. 2 Osfgalizlen . . . £ 2QQ.12. 1 27W.11. 4 6. Holland ......... 1260. 8. 9 7. Eng'aud.....i i , , 1006 9. 5 8. Rumänien: Bukarester Büro £ 472. 8. 4 Bukowina ... £ 19615. 5 Transsylvanlen . £ 132.13.11 Bessarablen . £ 118.15.— 920.12. 6 9. Tschechoslovakel ..... 5-14. 1.10 10. Litauen ........ 508.18 — 11. Lettland ........ 410.1711 12. Belgien ,....... 430.15 6 13. Oesterreich........ 272.11 4 14. Palästina......... 213 9.— 15. Mesopotamien....... ITA.—.— 16. Chile ......... 200;-.._> 17. Bulcarlen........ 10015. 2 18. Llsaü-Lothrlngen...... 115. «. 1 19. Indien......... BP 12. 7 20. Danzig......... j8 1, 7 21. Luxemburg........ 54.19 5 22. Frankreich ........ 47.11 4 23. Algerien ........ 37.4 4 24. Schweden ........ 36. 8 3 25. Brasilien ........ 31.-- 26. Dänemark ......, . 21.910 27. Griechenland ...... 19.—. 4 39375.12. 7 abzügl. eines aus Shanghai Im Okiober 1924 eingetroffenen und für die Gartenstadt in Palästina bestimmten Betrages von 667.15. 5 -38701112 " Die Gesamteingänge des Kercn Hajessod per 31. Dezember 1924 betragen demnach £ 1631187.18.9 Dr. Rosenbaums Stellvertreter Im litauischen Sejm. Di* Jüdische Sejmfraktion wird dieser Tage dem Sejm-Prätidlum offiziell Mitteilung machen, daß der frühere jüdische Minister Dr. Rosenbaum, der jetzt dauernd in Palästina wohnt, In den Sejm nicht mehr zurückkehren wird und daß Herr Dr. J. Berger, der Direktor dea hebräischen Gymnasiums in Schaulea, seine Stelle einnehmen wird.