Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 10 (3.2.1925)
- Date
- 1925-02-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 11 il I Antwort an die Fanatiker Von S. Dubnow. Herr Prof. Dubnow übersandte uns In hebräischer Sprache seine Antwort auf den Offenen Brief des Hcrrr. , Wovslawski, die hier «tu dem Manuskript übersetzt ist. Infolge de* durch die Ocmeindcwablcn verursachten Raummangel* erscheint die Antwort mit kleiner Verspätung. Soweit es sich um die Kritik der persönlichen Handlungsweise Prof. DuV.nows handelt, betrachten wir f e Angelegenheit mit dem Abdrucke der folgenden . , Ausführungen als erledig!. — Red. In Nr. 5 der „Jüdischen Runds .hau" fordert mich Herr Zwl Woyslawski vor Gericht weg.n des Vergehens, das Ich begangen nabe durch meinen Protest gegen den Klub der jüdischen Deputierten im polnischen Sejm, welche alle (mit einer Ausnahme) jeßen den Axtraff gestimmt haben, die Volksschulen, deren Unterrichtssprache die von den Schülern gestochene Umgangssprache, nSmllch Jiddisch Ist, vom Staate tu subventionier«», ich habe nicht die Absicht, mich wegen di£''L f!u «"»«huldigen; ich habe nur mein« nationale Pflirjil erfüllt, und gegen die Schändung des Jüdischen Namen» im Lager unserer Gegner protestiert, welche freudig Beifall Ii atschlcn zu dorn ilcichlufl der jüdischen Deputierten, die auf die« Welse indirekt der Uiitcrdrückunrrspolitlk der Regierung gegen den nationalen Unterricht der Juden — sei es in der jiddischen, sei es in der hebräischen Sprache — Vorschub leisteten. Jedem denkenden Menschen ist es klar, daß, da der Antrag de» jüdischen Scjmklubs, die Schulen beider wnicrer Sprachen zu unterstützen, abgelehnt worden war, die Deputierten verpachtet waren, das kleinere Uebel zu wählen und für den Antrag; auf Unterstützung der Schulen in einer unserer Sprachen zu stimmen, mit der Reservatio, nach einiger Zeit auch das Recht der hebräischen Unterrichtssprache zu verleidigen. Und wenn sie dies nicht tun wollten, aus „HaO gegen Hamat." (der Name Prihizky stand unter dem Antrag!) »o stand es ihnen doch frei, sich überhaupt der Abstimmung « enthalten, wie es der Abg. Schipper tat, um nicht unseren Feinden den Vorwand zu liefern, daß auch die Mehrheit der Juden ge«n Ihre eigene Umgangssprache ist, die eine der Orundlagtn ihrer Autonomie bildet*). Ich zähle nicht zu den liddischttten und nicht zu den Tiröuth-Leutcn •-. den zwei Gruppen, welche die ganze Ensten* des Judentum* auf die Nadr.lsphze der einen der leiden Sprache:: setzen. In der Frage der nationalen Er- Khung habe ich meine Meinung bereit» »ehrifllhh una mündfch vor 25 Jahren dargelegt. Ich habe an der Seite der tonnten für den hebräischen Inhalt der Schulen, deren Unterrichtssprache die Landessprache war, gekämpft; und als auf dem Papier das Recht gegeben wurde, in der Volkssprache ru unterrichten, setzte ich mir folgende Richtlinien fest: in den Ländern, in denen die Massen unseres Volkes jiddisch reden, muf» diese Sprache ab Unterrichtssprache iq der Schule dienen, denn wir dürfen dem jüdischen Kind nicht sein natürlichen Recht nehmen, die ersten Lehrgegenstande In der nm geläufigen Sprache aufzunehmen. Aber der Inhalt de» Lnlcrrlchte muß menschlich und jüdisch zugleich »ein, d. h, also, daß darin auch der Unterricht der hebräischen Sprache und Literatur und der übrigen jf.dischen Gegenstände in »«reichendem Maße tnthalten sein muß. Nur als Ausnahme kann man in den Qaluthländcm Schulen auch aut hebräischer Unterrichtssprache aufbauen, für Kinder, welche In dieser Sprache zu Haus» er/ggen wurden, und denen sie zur Umcangssnrache geworden war vor ihrem Eintritt in die Schule. Aus diesem O/undc habe feh den erwähnten Protest unter- .. Klulebcn, dejrsen kurze Essenz (er wurde tclegraphisch mitseteilt) der Einspruch Ist gegen die, Schändung der jüdischen Pje im wger der Feinde. Und obwohl den Protest auch schrlltstelkr unterschrieben haben, die zum Jiddischismus wwjco» glauhte ich doch, daß alle, die meine Anschauung w oer jprachenfragre kennen, meine Intention verstehen werden und mich mcht der Oruppe der Fanatiker zurechnen werden, welche dfe Volkssprache verherrlichen aus Oeringschätzung ««■»erer Nationalspriche. Und nun kam einer von denen, Je die Nationalsprache verherrlichen aus Geringschätzung f,er yolkssorache (siehe seinen Artikel „Das Ende des Romans'* In Nr. I des „Haolam" d. f.) und zeiht mich der Kränkung «r hebrllschen Spraehe. Aber wer hat sieh fn Warschau «ine nationale Kränkung zuschulden kommen lassen, wenn "»cht die Leute, die den Snrachenstrelt vor der ganzen Oeaemde unserer Peinde entfacht haben? In seinem Offenen Brief geht Herr Woyslawski auf Vergangenes zurück und wälzt auf mich Vergehen und Sünden, »eiche . meine Schüler und die Schüler meiner Schüler" befuget, haben ohne Protest oder Verweis meinerseits. Es •flieint, daß er den Kreis meiner Schüler etwa« zu weit Ofht und mir die Verintworfuig für die Talen von Menschen «nd Parteien aufbürdet, welche zwar vielleicht von mir einen Lehrsatz übernommen haben, aber sonst Wege «jeeangen sind, vor deren Gefährlichkeit Ich noch zur Zeil der ersten Rc- Äion Rußland („Die Lehre der schrecklichen Tage", 'TO) gewarnt habe. Ich »taunc, daß man mir die Verantwortung dafür auferlegt, was in der Ukraine in den Jahren der Autonomie (1013/10) vorgegangen Ist, d. h. In einer Zeit, wo '« in der Hauptstadt des bolschewistischen Rußland eilige- "'»ossen war und viele Tage hindurch gar nicht wußte, wa» '1 <Hc«r von der Hauptstadt losgerissenen Provinz vorging, "na auch nach einiger Zelt habe Ich au der Handlungsweise mir nahestehende« Oruppe kein Zeichen eine« nationalen »male» feststellen können. Als ich «in dem bolschewistifchen fWyptcn auszog in die Länder des Westens und auf meinem J"$t in Litauen den Kriegsruf im Jüdischen Lager vernahm und den Kampf der Hcbrnistcn und Jiddischistcn um die Unterrichtssprache in den Schulen sah, habe Ich nicht gc- "«wiegen, wie mein Ankläger behauptet, sondern habe die aiiatlkcr von beiden Seiten gewarnt, in meinem Artikel „Tobet «'cht unterwegt" (Kownocr Zeitungen Im Mai 1022). Mitte Herr Woyslawski seinen Offenen Brief nicht « »o warmen,- aus schmerzlich bewegtem Herren komniu" ,Wor>*" gesell rieben, hätte Ich mich überhaupt? n. t mIt. <lcr Anklage, die er gcir.cn mich abge- 'ft hat, beschäftigt. Aber diese Begeisterung hat auch f « negative Seite - übermäßiger Fanatismus und über- '.»ebene Starrheit. Und hier sehe Ich ein schlechtes Zeichen fUEDISCHE RUNDSCHAU Seite Öl einem inneren Zusammenbruch neben dem lußercn Zusammenbruch, der der neuen Slndflut gefolgt Ist. In allen Parteien haben sich unter uns die erbitterten Fanatiker vermehrt, bei denen der Haß gegen Ihre Gegner — aui:h Innerhalb des nntlonnlcn Lager« — In Ihrer Tätigkeit mehr hervortritt, als die Liebe zu ihrer eigenen Sache. Das Lager der Oläublgcn erobert allmählich eine extreme Orthodoxie, die unter dem Namen „Agudas Jiirorl" (d. f. Vereinigung Israels) segelt, obwohl es Ihre Auftrabe ru sein scheint, Zusammengehöriges zu trennen und die anzugreifen, die die Nation aufbauen wollen. Im Lager der Zlonlstcn und der Tarbuth-Lcutc nehmen die Fanatiker zu, welche mehr als sie Zion und unsere Natlonalspracho liehen, das Oaluth vernemen und die Sprache des O.iluih, in welcher mehr als 8 Mltl. Juden aus der gin/ni Welt snrrchcn, schmähen. Und liincn gegenüber stehen die Extremisten aus dem jlddlschlstlschen Latrcr, welche mit Schimpf und Spott gegen den Aufbau Palästinas und gegen unsere Natlonnlsprache und Ihre Literatur eifern. Wenn Ich In den Warschauer Zeitungen die Beschimpfungen der einen Partei gegen die andere lese, wenn Ich aus dein Mumie der Felnl* de» „fargon" Spott- und Schimpfworte höre gegen die Sclr.ilcn, In denen Tausend« von Kindern der Aermstcn In ihrer Muttersprache lernen, Schulen, die erhalten werden aus Pfennigen durch die hingebungsvolle Sammclnrbcit von Menschen, die für die jüdische Erziehung und gcircn dio polnische Assimilation eintreten, und vor allem — den Sooft über die nationale Demonstration in den Straßen Warschau« zu P.lircti des Aufbau» Palästinas, die Freude über jede Schwierigkeit, die sich der Ansicdlung entgegenstellt — wenn ich dies alles sehe und höre, dann packt mich ein Zorn und Ich werfe diese Zoltungsblüttcr, die voll sind von Briidcrhaß, angeekelt von mir. Auf die Frarrc, mit der der Offene Brief schließt, will ich kurz antworten. Nicht zu euch gehöre feh und nicht zu euren Ocrjnern, soweit sie Fanatiker sind wie Ihr. Wenn ihr euch auflehnt gegen die Geschichte, wie Ihr seihst von euch saejt, dann braucht ihr nicht den Rat des Historikers. Wenn ihr nn Wunder glaubt, dann creht zu Wundertätern. Wenn ihr aber auf dem Wege der Wissenschaft geht, dann könnt ihr euch nicht der historischen Betrachtung entziehen. Wer unsere Ocschlelite von Anbeginn bis zum Schluß überblickt, wird euch klare Worte snsrcti: Was den Bauleuten der Vorzeit, Esra und Nchcmla, und der Gemeinde der Schriftsteller (Spfrim) nicht geliiunrn Ist — die aramäische lfmganqssnrarhc durch das HrhrKische auch nur In Palästina und dem benachbarten Babylon und Acerynten, dieser kleinen östlichen Diaspora, zu verdränrjen —, wird das wirklich euch heute gelingen, bei einer Diasnora von 15 Millionen, die In 70 Sprachen redet, in fünf Weltteilen? Wir wollen glauben, daß uns nach fünf Generationen vergönnt sein wird, In Palästina eine Million hebräisch sprechender Inden zu sehen, aber was machen wir mit den vielen Millionen, die Im Gallith bleiben? Wenn in Alexandrien, In dem Palästina benachbarten Aegypten, zur Zeit der Sofrhn und der Unsmonäer, die Juden gezwungen waren, die Thora |n$ Griechische zu übersetzen — werdet ihr dann wirklich die Kraft haben, einem solchen Zwang Widershnd zu leisten in dem Oehlet unseres heutigen Gal'ith? Wenn Führer des Volkes und Meister der hebräischen Sprache wie Saatlja Oaon, lehtida Halcvv, Ramham, gezwunrren waren, ihre philosophischen Systeme arabisch zu schreiben, werdet Ihr dann wirklich imstande sein, dein ganzen Gebiet der jüdischen Zerstreuung eine Sorache nicht nur in der Literatur, sondern im Leben aufzuzwingen? Man kann sich nicht ungestraft gr<?en die Gesetze der historischen Entwicklung auflehnen. Ein Umsturz Innerhalb der Grenzen der Entwicklung, eine Revolution, die nur «In» schnelle Evolution Ist, deren Ergebnis wird Bestand haben*, aber ein Umsturz, weicher der Erfahrung von Jahrtausenden widerspricht und die natürliche Möglichkeit der Nation durchbricht, wird sich nicht durchsetzen. Berlin, 21. Jaguar 1025. JUene Gruppe junger Menschen, in deren Namen mein hJ . cr. «P<j«'»t. Her Wahnsinn dieses Fanatismus, welcher |^"Mn den jüdischen Parteien herrscht, treibt u.'s zu p *), Oegen den Mann, der als erster den Streit enträcht hat, t/.i .y> "abe ,ch berc-,s vor «wei Jahren öffentlich prov«, j» *,s er bcl dtn Wahlen zum polnischen Sejm sich nv.J,e«.G.c.rncinsc,laf*.abnontlerte «»i nicht In unseren natlo- JJ jn Wahlverband eintrat. Damit hatte feh meine Pflicht und mußte nicht diesmal über die Handlungswelse?1SM Einzelnen, außerhalb Stehenden, der nicht In dem Maße viLu, Abgeordneten des Sejmklubs für »eine. Taten verantcti 3cl' -A cl» Ur,ci' »b«cbcn. Nebenbei muß Ich auch «V ft?,'.dn" ,ch ",eM verantwortlich bin für dlo Handlungen lei»i.,0,ki.,,l,cn«n partel Po,en allgemeinen und die «wen Beschlüsse auf Ihrer Warsehauer Konferenz im beth,«"^.«8^"« I.JW. Rundschau" Nr. 4, Seite 51), welch« in Betri.1,t1hl7a!11 h,dne" Anträgen, die Ich zu, dieser Konferenz tltlJ,,ckJ ^,be> *ow,e Priniipjea dt* Programm» der Wle« •J'olkspartei" widerspreebea. Klein«? VadirirMea Dr. Wefzmann schifft sich am 5. Februar nach Amerilca ein, um die Verhandlungen weten der lewiah Agencv weiterzuführen. Sein Aufenthalt wird diesmal Kürzer sc/n als in den Vorjahren, dt er bereits in der zweiten Hälfte MSrz mit Balfour nach Palästina zu fahren gedenkt. Der Leiter des Erzlchnngsdepartemcnt» der Zionistischen Exekutive In Palästina, Dr. Josef Lurle, hat neuerdings seine Demission gegeben. Die vom Baron Edmond de Rothschild begründete Plea geht an dir Errichtung einer großen Mazzothfabrik mit modernsten Einrichtungen heran. Der frühere Präsident des Niederländischen Zlonlstcnblindes, Prof. Dr. L. S. Omstefn, hat die Finhuhing erhalten, an der Universität Oöftlngen Vorlesungen über seine Untersuchung der spektralen Intensitäten zu hallen. Prof. Onistcln hat auch In den Scripta der hebräischen UnlversltÄt zu Jerusalem einiges über diesen Gegenstand veröffentlicht. Im Schuljahr 1024/25 besuchten die litauischen Volksschulen 117554 Kinder, unter Ihnen 10 301 jüdische, das sind 8,7 •/•. Die Mittelschulen wurden von 23 HO Schülern besucht, darunter 5143 Juden, das sind 22,25 •/«, Die vor einiger Zelt unter der Beschuldigung: »ntlstaatlieber Tätigkeit in Wilna verhafteten und angeklagten führenden Mitglieder der Vereinigten jlidlsch-sorlallstlschen Partei. Dr. Kruk, Pincs, Schulmann, Kastelansky, Loskolskl und Oelst. wurden am 27. Januar freigesprochen. Ihre Partei wurde vor kurzem aufgelöst. Aus Beverungen (Westfalen) wird berfchfet, daß auf dem dortigen Israelitischen Friedhof sieben Orabdcnkmälcr demoliert wurden. Wie das „Israelitische Fnmlllenblatt" mitteilt, hat die Hamburger Universität einen besonderen Lektor für „Jiddisch" berufen. PressesUmmen In der letzten Nummer der ausgczelchncien Berliner Wochenschrift ,,Dle WcMbßhne" (Herausgeber Siegfried Jacobsohn) befindet sich ein Aufsatz „Heutiger Zionismus" von Arnold Zweig, In welchem Im Anschluß nn den Dcleglertentaf» In Wiesbaden der Versuch unternommen wird, die Bedeutung des Zlonlsmu» für die Erhaltung und Re» prodiiktlvlcrung Jüdischer Eigenart sowie die Bedeutung der Erhaltung der Jüdischen Eigenart für den kulturellen Reichtum der Menschheit darzulegen. Der Aufsatz Ist außerordentlich put geeignet, auch Außenstehenden eine Vorstellung: von dem tieferen Sinn der zionistischen Bewegung zu geben. In der „Telegraphen-Unfon*1 veröffertlicht der Chefredakteur H. Oesall Im Anschluß an den von Welzmsnn sbgchaltencn Presse-Tee einen nttslührllehtn Artikel über da« jüdische Kolonisationswerk In Pal.lstl.ia. fn welchem er" sich mit Sympathie Ober die zionistischen Beilrebungen Kullert. Der Artikel schließt! „Auch der Unhctelllc/t« Ist beim Zusammentreffen mit Führern der natlonal-zlonfatlsehen Jü« dischen Bewcgum» immer wieder überrascht von dem ausgeprägten und nachhaltigen Natlonalgcfflhl, das hinter tiner Bewegung stehe»? muß, die Zihnc, knirschend, aber Immerhin da solches Werk In die Tat fumzuiatttn entschlossen scheint« Die Jüdische Koloolsitlon an! der Krim Moskau (J.T.A.). Sclwu In den nächsten Wochen f<oll mit der Ansledluns von Juden auf dem Lande In der Krim begönne« werden. Die Slcdlungstätigkeit wird zunächst In kleinem Maßstabe *or sich gehen. 500 Fsmilien werden noch Im Verlauf des Winters, und 144 Familien mit ungefähr 8000 Seelen während des kommenden Frühjahr» angesiedelt werden. Zwischen dem von der Regierung ein. Ccadrtcn Komitee für jüdische Kolonisation lind dem ukrainischen Kommlssarlnt für Landwirtschaft wurde soeben ein' Abkommen unterzeichnet, laut welchem ein Ocbiet von 40CO:) Dcsjatlnca anbaufähigen Landes sofort fürdle jüdische Kolonisation zur Verfügung IT es teilt wird. Dieser Boden Ist ausschließlich für die; Anslcdlung\ jener Juden bestimmt, dio aus , anderen Teilen der Sowjet-Union «ach der Krim kommen. Im Kreise Chcrson wurden 00V) Dcsjatin den jüdischen Siedlern zugewiesen. Auf diesem Boden werden sofort 710 Familien angesiedelt werden. Im Kreise Wltobsk wurden 900 Dcsjatin Boden für die sofortige Ansledlung clnir entsprechenden Anzahl jQUucher Familien bereitgestellt. * Moskau. (J.T.A.) Die Ansiedhmt? jüdischer Familien auf dem Lande In Weißrußland hat bereitsangefangen. Eine Anzahl jüdischer Familien befindet »Ich bereits au» dem' ihnen zugewicaenen Boden. Von den 10000 Dcsjatin (27003 Morgen) Land, welche für jüdische Kolonisation auf welßrussißchem Territorium bestimmt worden sind, sind bisher 4000 Dcsjatin (etwa 11000 Mörsen) Land für die Ansledlung freigemacht worden. c Der MlnorllMenkampl In UUoei Kowno (J.T. A.) Die Verwatrungskommlsslon des Sejm; hat dem Ocstzesvorschlag betreffend die Errichtung eines jüdischen und einet polnischen National' rat» abgelehnt. Dieselbe Kommission beriet auch über das Ocsctzcsprojekt betreffend die jüdischen Rcllglonsgemein» den. Es wurden zwei wichtige Aciidcrunncn vorgenommen, nämlich daß in jeder Stadt nur eine einzige Rcligionsgemelnde existieren dar! und daß die Rcligionsgcmcinden der Bestätigung durch den Kreischef nicht bedürfen. Die Litauischen Rechtsparteien haben Im Sejm beantragt, daß Abgeordnete der nationalen Minderheiten (Juden, Polen, Deutsche, Russen) Sejmausschüssen nicht angehören dürfen, well sie nicht loyal genug seien, daS ihnen gesetzgeberische Arbeit »nvertraut werden könnte. * Kowno. (J.T.A.) Die Regierung, die vor einIfen Monaten den Jüdischen Nationalrat mit Ocwalt auseinandertrieb, geht nun daran, auch das Sclbstvcrwaltungsrccht der einzelnen jüdischen Gemeinden auf ein Minimum zu benchrSnkcn. Die Regierung erließ soeben eine Verordnung, daß die Führung der Qcburtsllstcn den Gemeinden entzogen und den Rahbintm überantwortet werde. Ferner wurde eine neue Ordnung der Einziehung; der jüdischen Gemeindesteuern vorgeschrieben, die ebenfalls das Stcucrrccht der jüdischen Qemcindcn stark einen,-;!. Der Staatspräsident hat das vom Sejm angenommene Zwangs- Ronntagsruhegciela bereit» ratifiziert, so daß es demnächst in Kraft tritt. + Die von der jüdischen Sejmfraktion einberufene Konferent der Jüdischen Stadtverordneten In Litauen, die an Stelle des von der Regierung aufgelösten jüdischen Nationalratcs über jüdische Angelegenheiten bestimmen »oll, wurde am 12. Januar abend» eröifnet. Den. Dr. Robinson wies in der Eröffnungsrede darauf hin, daß diese Konferenz sieh nicht anmaßen könne, als Jüdischer Nallonalrat zu gelten, der Nationalst muß wieder errungen werden. Drp, Fink etat ein gab dann einen Bericht über die polltische und wirtschaftliche Lage. Er wies auf das Emporblühcn der Reaktion hin und sa«tc, daß nur von dem Siege de r Demokratie eine Besserung der Lage zu erwarten ist Der Redner beschrieb dann die Aufgaben und die Taktik der Juden in den Selbstverwaltungen und ermahnte die jüdischen Mitglieder derselben, die reaktionäre Bewegung zu hekämplcn und überall mit den demokratischen Elementen zusammenrugehen. Den. Roglnsky referierte über die finanzielle Bedrückung der luden. Am 13. Januar hielt Dr. Robinson ein ausführlichen Referat über „Unsere Schulpolitik". Es folgten dann die Berichte aus den einzelnen Orten. Hierauf ging man zur Generaldebatte und zur Erörterung; der Resolutionen über, Die Landtsboalcrrnt der Hltachdut In letthnd Vom 25. bis 27. Dezrmbrr tafrte In Rlm die ö. Landeskonferenz der Zclrc Zion (Hltachdut) In Lettland. Vom Hauptbüro der Hltachdut In Berlin war Herr Urlel Prledlaad erschienen. Der ScjmnbiTcordncte Prof. M. Lasersohlt berichtete über seine Tätigkeit Im Sejm, wobei er die Notwendigkeit eines Zusammengehens mit den soilallstlschen Parteien Lettlands Im Interesse des Aufbaues der Jüdischen Autonomie betonte. Herr U. Frledland hielt ein umfassendes Referat über die außen- und lnncr,)olitlsche Lage des Zionismiis, «owlc über die gegenwärtige Laie In Paliislina und in der Ilitachdnt-Bewcgung. Der Redner betonte insbesondere die Notwendigkeit einer systematischen und aktiven politischen Arbeit und Aufklärungstätitkeit der zionistischen Leitung, die nicht allein mit der Mandatarmaclit. sondern mit sämtlichen, die politische Lanc bestimmenden Faktoren Fühlung nehmen und die öffentliche Meinung der Internationalen Demokratie (Iber die Ziele der Bewegung und über die Jüdischen Leistungen Iii Palästina aulklären soll. Eine lebhafte Diskussion riefen die Referate von WI n n I k über „Aliiah" und „Hcchaluz" und von Clarf lnkcl über die Arbeit unter der Jugend hervor. Uebci Kulturarbeit referierte Schapcnsteln, über Organisation Tag er. Mit Befriedigung wurden die Berichte über die leifitungen der Partei auf dem Ocblcte der Palästina-Arbeit (Arbcllerbank, Natlonnlfonds. Pal;istlna-Amt> entgegentenommen. Unter den Resolutionen ist hervorzuheben, das Festhalten an dem von der Hltachdut-Praktlon auf der letzten Tagung des Zionistischen Actions-ComitJs aufgestellten und von der Exekutive angenommenen Grundsätze der Hitacbdut zu der geplanten Erweiterung der Jcwklt Agency. In das Zentralkomitee wurden ßewahjt: Bobe, Oarlinltel, Oerson, Prof. Laicriohn und, Winnik. Pittsllns-Konferenz der Agoi*« Jlsroel Frankfurt «..M. (J-T.A.) Die Wrlt-Palästlna-Zentrale der Agudas Jlsroel In Frankfurt a, Mberuft für den 15. und 16. Februar (21. und 23. Schwat) «Ine Palästina-Konferenz ■nach Prankfurt a.M. ein. Die Einladungen sowie das Progran» d«* -Tagung werden tat dtn nächsten Tagen vtrsaadt