Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 10 (3.2.1925)
- Date
- 1925-02-03
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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o Seite 88 TUEDISCHE RUNDSCHAU Nr.lt provoziert, wonach die Kreditmittel der Zionistischen Organisation in erster Reihe solchen Ansiedlern zugute kommen sollen, die sich den Prinzipien des K. K.L. unterwerfen. Das Ist schon etwas, aber auch nicht »ehr viel; die landwirtschaftlichen Ansiedler aut privatem Boden werden sicherlich die materielle HlKc des Kercn Hajcssod, sowie die Unterstützung unserer verschiedenen Zentralen brauchen, aber auch hier sind die Möglichkcitcn beschränkt, da unsere Mittel nicht so schnell wachsen als die Erfordernisse. Unserer Organisation ist es ferner möglich, einen gewissen Einfluß auf dio privaten IJodetjkaufrf.cscIlschaftcn zu nehmen. Die P.L.D.C., die schließlich fast alle Käufe für private Rechnung durchführt, steht unter zionistischer Kontrolle, und sie müßte veranlaßt werden, den Kaufgcsellschaftcn gewisse Bedingungen aufzuerlegen. Aber darüber hinaus bedarf es Maßnahmen der Regierung. Leider ist der erste und schüchterne Versuch — die „Land Ordinnncc Nr. 2" — mit Zustimmung der jüdischen Mitglieder des damaligen Adviso ry Council wieder aufgehoben worden. (Siclie Palästina-Beilage der „Jiid. Rundschau1' 1922, Nr. 2.) Nach dieser konnte — außer gemeinnützigen Gesellschaften —• mir Boden erwerben, wer palästinensischer Bürger ist, nicht mehr als für 3000 Pfund kauft und nachweist, daß er den gekauften Boden sofort in Benützung nimmt. Es mag kontrovers sein, ob eine solche Maßnahme heute noch am Platze wäre, aber darüber zu diskutieren hat keinen Wert, da nicht anzunehmen ist, daß die Regierung ein Oesetz, dessen Aufhebung sie selbst mit einstimmiger Einwilligung des Councils verfügte, wieder einführen kann. Jedenfalls zeigt sich heute, d«ß unsere damalige Kritik an dem Verhalten der jüdischen Mitglieder des Advisory Council berechtigt war. Es bliebe mir die Steuer nach dem Bodenwert und die Wortzuwachsstcuer übrig; Erstere, die auch den unbebauten Boden trifft, würde sowohl den arabischen, als auch den jüdischen Eigner verhindern, den Boden rii Spi-kulatioiiszwcckcn unbebaut liegen zu lassen. Eine solche Steuer ist wiederholt vorgeschlagen worden, aber die Regierung konnte sich nur nicht dazu entschließen, wahrscheinlich aus politischen Gründen. Die Wertzuwachssteuer ist bisher überall nur in Gemeinden cingclrobcn worden und hat In Europa sich nicht all.ru sehr bewährt, weil durch den Krieg sich die Grundwcrtvcrhältnlsso und die Mictgcsctzgebungcn in den Staaten radikal geändert hatten. In Palästina ober wäre sie Echr am Platze, da dort eine Wcrtstcigerung des Bodens erfolgt, die nicht nur stetig anliält, sondern auch absolut sehr hoch ist und die in besonderen Verhältnissen begründet ist Es wäre von Wichtigkeit, daß die Munizipicn zur Einführung einer solchen Steuer erroiiehtigt werden würden. Dies wäre für Tcl-Awiw und alle -anderen entstellenden jüdischen Städte von «ehr großer Bedeutung. Allerdings muß hinzugefügt werden, daß die ganze Wirkung der Steuer illusorisch werden könnte, wenn ihr Ertrag von den' Gemeinden zu allgemeinen Ausgaben verwendet werden würde. Denn dann wäre durch diese Steuer sogar eher noch eine Verteuerung des Bodens zu erwarten, da alle anderen, steigernden Momente crlialtcn blieben und mir »och eine Last dazu käme. Der Ertrag der Steuer müßte von der Gemeinde verwendet werden, um eine radikale kommunale Wohnungspolitik zu betreiben: Grund zu erwerben, Mictliäuscr mit billigem Zins zu errichten usf. Dies wäre der einzige Weg, um in der jüdischen Stndtsiedlung erträgliche Mictvcrhältnisse zu schaffen. Für das Land könnte eine Wcrtzuwachsstcucr der Regierung eingeführt werden, rfloch werden dort noch andere Momente, wie die großen Kosten der Anslcd- Jung, die mangelnden Quellen für Aßrarkrcditc, die fragliehe Rentabilität der Wirtschaft usw., die Bodenpreise nicht allzu sehr steigen lassen, wo nicht, wie bei der geplanten Stadt Afulch, ttdvon Vorbedingungen daai gegeben zu sein scheinen. Eine radikalere Politik der Administration, etwa wie sie von vielen Regierungen und Stcdlungsverbändcn verfolgt wird, ist aus politischen Gründen nicitt durchführbar, aber es ist mich fraglidt, ob das jüdische Aufbauwerk davon den Nutzen haben würde. Auf alle Fälle ist der Zeitpunkt gekommen, wo die Jewish Agency, welche doch Beraterin der Regierung: in den l-'ragen der Förderung der Errichtung der jüdisdicn Heimstätte sein soll, d. h. also deweit die Exekution, $idi endlich mit der Frage der, Bodenpolitik ernstlichbefassen muß. In der palästinensischen Presse und auch in den Arbeiterparteien Europas Ist schon eine große Erregung über die um sich greifende Bodenspekulation Palästinas zu bemerken; es ist aber "wtig, daß die „allgemeinen" oder „Sztara"-Zionistcn nun endlich audi ihre Aufmerksamkeit auf die Bodenfrage lenken und nicht durch ihre Interesselosigkeit der Bodenspekulation die Mauer machen. Vertrieb von ProdnWra indischer Farmer Die der Konsumgenossenschaft „Mtichbf r" der jüdi« t sehen Arbeiterorganisation Jungst angegliederte Abteilung für den Vertrieb von Produkten aus zionistischen Siedlungen be- I 'iclitet, daß Im Oktober lolchc Produkte Im Werte von | CU 2.400 und Im November für £E 2.630 abgesetzt wurden. Die Abteilung ist Im Einvernehmen mit der Zionistischen } ||*uitina.Cx<kutive «rriditet worden, welche nich Prüfung j «er Absatzmöglichkeiten besdtlosscn hat, den Plan durch ein Darlehen aui Kcrcn. rlaj«»»od.Mitteln zu fi- 1 "«tulcrcn. Nach dem Soltolowbcsuch In Rumänien Von unserm Dukarcstrr Korrespondenten. Bukarest, 25. Januar 1025. Man kann sich im 'Auslände schwer vorstellen, was für Wirkungen vier jetzt abgeschlossene Detuch des Prtisldenten <ler Zionistischen Exekutive m diesem Lande gehabt hat. Seit seinem Ickten Ocsuch In Rumänien, der im Jahre 1012 stattgefunden hat, bis heule, hat die jüdische Bevölkerung Rumäniens den bedeutendsten Abschnitt Ihrer Ocschlefile durchgemacht. Durch die Vergrößerung des rumänischen Reichen ist das Judentum dieses Luide», welches nahe an die Million heranreicht, zu einem mächtigen Faktor Im allgemeinen Jüdischen Leben Oberhaupt geworden und stellt heute einen der wichtigsten Teile des osteuropäischen jüdirchen Volkstumcs dar. Zu diesem erstarkten und vergrößerten Judentum Großrumüniens ist Sokolowzu einem mehrwöchigen Aufenthalt gekommen, Sein Besuch wurde zu einem Triumnnzug durch das ganze Land, «eine Person zu einer Fcucrsäulc, an deren Licht das gesamte rumänische Judentum den neuen Weg zur inneren Konsolidierung und zur festeren Mitarbeit an dem allgemeinen Aufbauwerk von nun au gehen wird. Durch die Schwingungen echtester Begeisterung und die vu'kiuiartig ausgcbrochcnc Verehrung für den großen jüdischen Führer hindurch, hat die jüdische Seele, das Jüdische Nationalgcfülil gesprochen. Wenn wir resümieren, daß der Sokolowbcsuch In Rumänien moralisch und faktisch eine Wirkung gehabt hat die mit den Besuch Theodor Her/Is In Rullland In« Jahre 1903 vergleichbar ist, r?o ist damit sicherlich nicht zuviel gesagt. Nach zwei Richtungen hin hat die müehligc Pert.önllch. kelt des Führers in Rumänien gewirkt, llrstcus hat es sich herausgestellt, daU «das gesamte rumänische Judentum, ohne Unterschied der Partcischatticriing uml der sonstigen Oesinnung, unbedingt zu der von Sokolow gepredigten Botschaft, der Sammlung und Konzentration der Kräfte im Dienste 4cs Aufbaues Palästina sich bekannt hat. Durch diese «pontate Vereinigung der Ucpräscnlautcn und Massen einer MiUkmctbcvölkerung i.it ehie ersprießliche Arbeit für die Förderung dei Palästinaaiifbauwcrkea in diesem Lande gesichert. Herr Sokolow konnte nueh mit Genugtuung) konstatieren, daß itoch während sciue» Aufenthaltes i» Rumänien die Sammelaktion für den Kcrcn Hajcssod mit großem Erfolg begonnen wurde. I» den wenigen Wcchcn sciuer Anwesenheit in Rumänien wurde in Bukarest und in der Provinz unter der geschickU-u und rührigen. Führung de» une/mfidlichen Dr. Wi}c n t Uy, der Beginn der Kcrcn IIa- Jcvsod-Aklkan gemacht und konnteu 3003 £ bereit» nach London überwiesen werden. Kreise, die sich bisher nie um das Werk des Wiederaufbaues Palästinas auch wir im Geringsten gekümmert hatten, haben sielt mm in diu Rc'iicn unserer Kämpfer gestellt und sind unter dem Zauberbanne SoVolow* tu Pntistlnafreaixlen geworden. Trotz Krise und ökonomischen Schwierigkeiten.ist es gelungen, bei vielen Spendern die Zahlungen bedeutend zu cr".i6h:n und die Resultate der Sammlungen in denjenigen Ortr.chn.ftcn, wo sie schon abgeschlossen sind, zeigen eine Erhöhung der Gesamtsumme gegenüber dem Vorjahre um -10, 60 und sogar 103 Prozent, Aber die Anwesenheit Sofrolows.hat nicht allein diesen rein praktischen und unmittelbaren Erfolg für unsere Sache gegezeitigt. Vielmehr ist e* Soteolow beschledcn gewesen, auch auf die nlchtjüdisdien und Regtcrungskreiac entscheidend ein« zuwirken. Wer die Zustände In Rumänien genauer kennt und weiß, daß bisher Presse und OclfcntHchkelt gcllissenfich oder unbeabsichtigt die gatirc PaJnsIlna-Arbeit cinf.vh totschwiegen, wer weift, daß es außerordentlich schwer war, In einer hiesigen Zeltung die zionistischen Probleme auch nur anrU'chncidctt oder daß, wenn diese schon von irgend einem Politiker zum Gegenstand einer Besprechung gemacht wurden, dies nur geschah, um unsere Rache in lächerlichem Unverständnis mit ein paar Worten atmituu oder zu ironisieren, nur der wird «Ich davon Rechenschaft abgeben können, was es heißt, dal die gesamte nichtjüdische Presse des Landes, vor allem die größten und einflußreichsten Tageblätter der Hauptstadt, seit dem ersten Tag der Anwesenheit Sokolows in Rumänien sich in spaltcnlangcn Artikeln mit dem Zionismus und Palästina he-, schäfiiglcii, gegenüber unserem Werk eine wohlwollende Haltung cum.Mimcn und zuletzt sogar die Gelegenheit f M ritten, um über Zionismus und Palä .itinaaiifhaii Notizen, Artikel und Besprechungen tu bringen. Psychologisch ist das vielleicht in der Weise zu erklären, daß die rumänischen Prcssclcute In dem großen Führer Sokolow auch den weltberühmten Journalisten, den zu gioDcr polllschur Bedeutung gelangten Kollegen sahen, Daö diese wohlwollende. Prcllkampagne der zionisluchen Sache' auch In den Jüdischen Krc'scn sehr viel genützt hat, Ist selbstverständlich, da j» das Wort einer gmtir-it nichtjüdischen Autorität und der Presic oft auf die jüdische Bevölkerung nachhaltigere Wirkung hat als die gediegensten zionistischen Schritten. Was aber von 'mich größerer Bedeutung Ist und was namentlich für die zionistische ' Tätigkeit In Zukunft auch außerhalb Rumäniens von , gro.lcm Werte sein kann, das sind die durchschlagenden Llrfolge, die Herr Sokolow und mit ihm die zionistische Arbeit überhaupt bei der r u m ä n I sehen Regierung zu verzeichnen Intle. l's Ist schon tu diesem Blatt berichtet worden, daß die höchsten Spitzen des rumänischen Staates Herrn Sokolow mit ausgesuchter Freundlichkeit empfangen und ausgezeichnet haben, Wenn man bedenkt, d.iß es In Rumänien Immerhin noch genug antijüdischc Strömungen gibt, r.o wird man den guten Willen und den Mut der rumänischen Regierung, eine feierliche Hrklärung für den Zlonlsnum nbrugeben, voll und ganz einzuschätzen wissen. Dan offbii'iac Regierungsblatt hat diese Erklärung mit einem kurzen Kommentar begteltet, In welchem es heißt, diese Erklärung beweise, daß die rumänische Regierung die „legitimen Bestrebungen der jüdischen Bevölkerung" richtig einzuschätzen und zu achten wisse. Tatsächlich Ist der Eindruck, den diese Deklaration auf dw rumänische Judentum gemacht hat, ein ganz gewaltiger und es Ist nicht zu verwundern, daß gerade diese klare, wohlwollende Stellungnahme der Rc. glcrung unserer Sache gegenüber, eine ganze Reihe von uns fernstehenden Leuten dem Aufbaug;dankcn näher gebracht ha», Auf Grund dieser Besprechungen ist auch mit Bestimmtheit zu erwarten, daß Rumänien seinen EJnliuß int Völkerbund zugunsten der zionistischen Sache geltend machen wird. Die rumänische Zionistcii-Föderallon liat durch, ihren Präsidenten Herrn Adolf Bernhardt, dem Minister Diica am 23. Januar eine Dankadresse überreicht Der Minister versicherte, daß «eine Worte 'und Zusicherungen In Bezug aui den Zionismus, den Ausdruck der Meinung der ganzen Re. gicrung Wiedergeben, und daß er den Juden u id Zionht»,, Kinnflnlens auch weiterhin vollen Erfolg wurwhe. So Ist eine erfolgreiche Epoche für das rumänische Jtxj,,.. tum abgeschlossen worden. Es steht nur» ju erwarten, ci; der von der Regierung gegebene Freibrief und da; vo Herrn Nahutn Sokolow mit seinem mächtigen Wort geueti; Nationalbewußtsein der rumänischen Judo, Früchte tu^t Und es will scheinen, daß das rumänische Judentum sich w bestem Wege dazu befindet. Die von Herrn Dr. Wileiukj mit großer Energie und unermüdlichem Eifer geleitete Kei t„ Ilajessod-Kampagne hat schon jutzt glänzende Uci>4 täte gezeitigt und. verspricht die Erlolge des vorigen Jahre« weit zu übertreffen. Doch darüber wo'.len wir in einer nächsten Korrespondenz im Einzelnen zurückkommen." Dr. A. Mlbaschan. * „Was noch nie In ficßarablea gesehen wurde" Unter diesem Titel veröffentlichen die meisten rumäni. «che n Tageszeitungen Berichte über den Besuch Her» Nahum Sokolows in Kiscliiucw. Im folgenden sei cm Auszug dieser Berichte wiedergegeben: Seit dem Bestehen Bcllar.il.iens hat es unch nicht du erlebt, was am 1.1. Januar W) au sämtlichen Bahnhölen vom Priit bis nach Klschinew und Kischlnew selbst Inbegriffen, gesehen wurde, als Herr Nahum Sokolow in der Hauptstadt dieser Provinz eintraf. Vom Bahnhof Vasile Lupu angefangen, wo hieb « 5000 Juden versammelt hatten, um den hohen Gast zu selu-p, über Farliti, wo sich . andere Tauscndc versammelt hatten, und sich steigernd in Conusli, wo wiederum Tausende sein« Volksgenossen Ihm zujubelten, wurde Herr Sokolow auf d?t gauzrii Bahnstrecke mit außerordeiifliin-n I Inen begrünt. In Ddnriisl kmiieii /elinl.uiseiid Personen an den lidmhof, u.i Sokolow „hedad" zuzurufen. Auch in den kleinen und kitinsten Ststioncn, wo der Zug nur wenige Minuten hielt, wurck Sokolow von Menschenrassen begrüßt, die, begierig ihn ia sehen, aus allen Städtchen und Dörfern hergestromt kamen, um bei der Durchfahrt des großen jüdischen Führers auch anwesend zu sein. Mittags Vi Uhr traf Herr Sokolow endlich In K'isrlilmu du. Hier geschah etwas'Großartiges. Vom frühen Mor;;ts an hatten sich Tausende und Abertausende von jüdi^clim Hörnern, einer Mauer gleich, nn beiden Seiten drr Hsuptftt.ifiaiifgehlrllt, herkommend aus alten neuen und alten Sivltvierteln der ueßarnbitchen Kapitale. Alle Schulen mit Zehn lausenden von Schülern, ihre nationaljüdische Fahne vorantragend, marschierten heran, sämtlichf Handelsgesellschaften, kulturelle und Sportvereine, Tausemlc von Arbeitern, von Ka illeutcii und von Intellektuellen bildeten einen bnalier, der y.:\ ührr 3 km lang zu beiden Seiten der Haupttraße hinzog. An l(.i!inlinl erwarteten Herrn Sokolow dir spitzen der [ildi-cliM Bevölkerung und Vertreter der rumänischen Behörden. Niü einigen Worten, die der Gast des rumänischen Kis-hincw ml: den anwesenden Notabilit'ilcn gewechselt hattr, bildete sie« ein riesiger Zug, an dessen Spitze sich eine Abteüu-i"; l"M findrr auf Fahrrädern mit natlonaljüdirchrm Abzeichen bt fanden. Diesen folgte in einem Wagen der Polizei spektor und etwas weiter in einein A'iti der Polizei präfekt Kischincws, beide stehend In ihren VehiVeln iir.d mit dem Gestellt zu dem Auto gewendet, in welchem sieh Herr Sokolow befand, genau wie bei der' königlichen Parade .im 10. Mal. Langsam bewegte «Ich hint;r ihnrn das Auto de* Serrn - Sokolow un<f dann eine'endlose Hcihe von Automobilen-und 'Wagen; die In 'die viele Hunderte zählten,"'0< Menschheit zu beiden Seiten der Straße schrie but auf Vo: Freude bei der Durchfahrt des Sokolovvsrhcn Autos . . Zwei Stunden lanir war der gesamte Verkehr auf mehreren Straßen unterbrochen, die Tramwagen bewegten »ich nicht und die Passagiere des Zuges, mit welchem Herr Sokolow angekommen war, mußten im Bahnhof bleiben, well sie keine Watjen zum Nachhau'.efahrcn erhalten konnten. Oese pw zahllose Menge bewegte sich, einem wo^end-n Meere g!n. bis gegen 3 Uhr auf den llauntstraßen der Stadt und sirc nur von dem großen Ereignis, welches ri erleben ilmc heute beschlcdcn worden war." _ In einer anderen Zeitungwird unter dem Titel «Zur Innerpolitischen Lage" unter anderem folgendes gesvrt: „Die gesamte Presse spricht nur von dem merkwürdiges Ereignis, welches man in ficßaribicti verzeichnet hat. Ks handelt Rieh um die Kebse des Herrn Sokolow, e>< Präsidenten de.r zionistischen Exekutive, über dessen Ennl.m.: auf der Reise nach und in Chlslnau wunderbare Diii'ie berichtet werden. Wenn wir ill-dle erhebenden Einzelheiten lesen, welche über den Empfang des.Herrn Sokolow-in Beßärahi's berichten, erinnern wir l>n% daß u-iscre Rclcniii'f sclmn lange einen Menschen sucht, "den man nu die Spitze dtr Verwaltung Den.irabicns stellen könnte. Nun gut, wir hab:n es gefunden: Dieser Mer.seh heißt Herr Sokolow. fVr Empfang, der ihm dort von der Menge bereitet wurde, berechtigt zur Hoffininff, daß er Jn dieser Stellung l.rfiil;' hoben würde. Man konnte vielleicht einwenden, daß lletr Sokolow eine Mission hat, die an llcdcutuii" diejenige der Verwaltung Dcllarablcns überragt. Dies ist aber nicht gam richtig. Bcßnrablcn ist großer als Palästina und Jedenfalls leben In BeBarahten mehr Juden als in Palästina . . ." - Auch über den Empfang In Czernowltz werden ähnliche Berichte über die grenzenlose Begeisterung der jüdischen Masse veröffentlicht. ver Sie i v V 1 > V II Z n 1, m Sok«!ow Aber seine Aktion Ii Rumüaltn Nahum Sokolow passierte "auf seiner Hückreiic von Rumänien Budapest und Wien. Aul dem Budapester Halm hof halten sich etwa 10Q prominente, ungarische 7.ion'.sle» unter Führung von Dr. Oberer zur Degrüllmig eingefunden. Hcrnni;h («iul Im Warlcr.aal ein P r c * % c e in p f a n g statt- In Wie« hielt sich Herr Sokolow ungefähr zwei Simi.kn auf.' Kr wurde von Dcjrgiertcn der österreichischen zionistischen Leitung erwartet. Sokolow äußerte sich sehr ne frhdlprt über seinen Aufenthalt In Rumänien. Uebcr seine Tätli;kelt In T r so s«y 1 v« n I e n »ngte er: Ich möchte betonen, daß die Nachricht, als ob meine zionistische Tätigkeit in Transsylvanien behindert worden sei, den Tatsachen nicht entspricht. E* konnte <M ganze vorgesehene Programm abgewickelt werden. Bloft die Masscnversammhmg In Te m es va r durften die Vcransta't-f nicht abhalten, weil das Telegramm der Regierung, welch« die Bewilligung des Meetings enthielt, verspätet einlangte. Djfftr fand In Temesvar ein großes Bankett unter Tciln-du"« von Juden alter Richtungen und zahlreicher D.if gatioucn aus der Provinz statt, welches auch einen anseim liehen materiellen Erfolg für den Kercn Hajcssod erbrachte In Klausenburg und Oroßwardeln ging die große zionistische Aktion ungestört vor sich. Ich mödite noch meine erfolgreiche Temcsvsrcr Aussprache mit den Vertretern der extremste" Orthodoxie hervorheben.