Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 9 (30.1.1925)
- Date
- 1925-01-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 9 JÜEDISCHE RUNDSCHAU Seite 70 Nahum Sokolow in Czernowitz Eine Festwoche in der Bukowina Von unserem Korrespondenten. Cernautl, 20. Januar 1925. Am 14. d. M. traf der Präsident der Zionistischen Weltcxe- ^jdve N«hum Sokolow In Czernowitz ein. An der Landesrftnie wurde er von zionistischen Deputationen, von den KuUimccmcIiKlcn der Bildlichen Bukowina empfangen und feicrlehnt begrüßt. In Jeder folgenden Station fanden sich Abordnungen von »I'en Städten ein, um Nahum Sokolow den Willkommengruß auf Btikowluacr Dodcn zu übermitteln. Der Bukn. reskr Expreßzug, der um!2 Uhr mittags in Czernowitz eintraf, pachte neben Sokolow auch die Delegierten »amtlicher Kultus- ^meinden und zionistischer Organisationen der südlichen Bukowina mit. fJic nördliche Bukowina entsandte nach Cjffnowitr Ihre speziellen Delegierten. Am I Uuplbahnholc fanden sich lur Begrüßung Sokolow« ungefähr 40 Organifiticntn von Czernowitz darunter die zionistische Landes« Organisation, alle zionistischen Sonderverbände, die Bncl-B.-ithl^e. die Woblfahrtsvcreinc, die jüdischen Frauenverbände, die jüdischen Sportverbändc, sämtliche KulttisprSshlcntcn des Isndes mit Ihren Vorstehern ein, mit einem Worte die Repräsentanten aller jüdischen Institutionen des Landes. Nach der speziellen Begrüßung durch den Präsidenten der ilcnlillschen Organlsatioii Dr. Mayer Ebner, fand die Auf. fihrt rur Degrüßungsvcriammhino; hu Deutschen Hause statt. l'fiQbersehbare Auto, und Wagenkolonnen führten die Delegierten an der Spitze Nahum Sokolow Ins Deutsche Haus. Sich Zehntausenden zahlten die Menschen, welche stundenlins auf den Straßen standen und Spalier für den Zug bildetest. Das Deutsche Haus liegt fast zwei Kilometer weit entfernt vom Bahnhofe. Die ersten Autos waren bereits wr dem Festhausc \orgefahrcn, die BegrüBungsfelcrlichleiten beganner. bereits, und den Bahnhof habin noch nicht die letzten Wagen verlassen. Einen solchen feierlichen Emp- (sag hat die Bevölkerung von Czernowitz noch nicht erlebt la Deutschen Hause wurde Nahum Sokolow von sämtlichen Ot;mlsa»icnen feierlichst begrüßt Nach Tausenden zählte (••Menschenmenge, die infolge Raummangels keinen EinlsO Wen konnte. Am seihen Tage um vier Uhr nachmittags find die 2. Bukowinacr K ercn H a jcssod-Landeskonferenz statt, an der 120 Delegierte des ganzen Landes teilnahmen und ungefähr zumindest 1000 Oäste. Sokolow Kclt bei dieser Gelegenheit ein groß angelegtes Referat, welches einen ungeheuren Eindruck auf Delegierte und Gäste eichte. Einmütig wurde beschlossen ein provisorisches Direktorium für den Kcrcn Hajessod einzusetzen und überdies «urdc noch die von Dr. Reifer und Dr. Krimer eingebrachten nachstehenden Resolutionen einstimmig angenommen! „Die heute tagende Keren Hajcssod-Konfcrcnz der Dekoriert aus der ganzen Bukowina spricht dem Präsidenten der Exekutive der zionistischen Weltorganisation, Hernt Sokokw, für seine hervorragenden Verdienste um die Schaffung der jüdischen Hermstitte den tiefsten und ehrerbietigsten Dank aus. Die Konfcrenr beschließt mit allen Mitteln ff»r die Reatl- Gerung des Maassergedankens einzutreten und sich ganz In den Dienst des Kcrcn Hajessod zu stellen. Die Konferenz verpflichtet alle Delegierten die Arbeit weit ru Intensivieren, daß ht diesem Jahre mindestens 10000 Pfund für den Kcrcn Hajessod sichergestellt werden." Am Abend desselben Tages fand noch eine F est vor tellung zu Ehren Sokolowg statt, die vom hebräischen lm<Jcs«hu!vcrband „Safah fbrlah", dem Sportklub „Makkabi" und dem „Hasamlr" veranstaltet wurde. Trotzdem die Einauspreise für diese Festvorstellung ziemlich hoch waren, konnte pn schon acht Tage wr der Veranstaltung keine Eintritt*- «uten bekommen. Am Dienstig, den 15. Januar fand ein Festbankett w Ehren Sokolows statt, an welchem 400 Personen aus allen Richten der jüdischen Bevölkerung und aus allen Städten 4» Lande* teilnahmen. Ocgcn i/,3 Uhr Nachts hielt Sokolow «*: große Strafpredigt gegen die zionistisch Untätigen, die ungeheure Wirkung hervorrief. Am selben Tage fand weh «in Fünf Uhr-Tee zu Ehren der Frau Dr. Cellne •'okolow, veranstaltet vom zionistischen Frauenverband, i'i't, bei welcher Gelegenheit ein J u w e 1 e n f o n d s auf den ^"nen der verstorbenen Frau Sokolow geschaffen wurde, Dv'i erste Ergebnis dieser Sammlung betrug 100000 Lei, '^nso wurde von den anwesenden Frauen 50000 Lei für Mädchcnfarm in Nshalal gespendet. Freitag, den 16. Januar fand ein Volksmeeting »•'•t, an welchem über 1O0O Menschen teilnahmen. Das Occ-inge war so groß, daß es trotz aller polizeilichen Maßnahmen zu vielen Ohnmachtsanfällen kam. Sokolow hielt «> dieser Versammlung eine seiner groß angelegten Reden, " die Grundlagen des Zionismus und seiner Politik. Ungeheuer war die Bcgclsctrung der Anwesenden, die Sokolow f^n auf der Straße das Oclcitc gaben. Von dieser Vcrsamm wurden Bcgrüßungs-Tclegramm« gesandt an den rumä ';«hen Minister des Aenßeren I. O. Due«, dir kürzlich Sokolow Sympithlen der rumänischen Regierung für den Zionismus 'u?«prochen hat; ferner an Lord Balfour und an Baron «mond Rothschild. . Am selben Tage besuchte Sokolow das Grab des in ' |' chassidlschen Welt bekannten Ruszlner Rabbis zu iäda;ora. ein über 1, Samstag.dcn 17. Januar fand um 12 Uhr mittags d'.p 'sches Meeting statt, bei wefchem Sokolow ^«neuerung der hebräischen Sprache und Kultur referierte, ^"tgeistcrung bei diesem Meeting war so groß, daß Keren D,rJ's»od-Zeichner unter dem Eindrucke dieser Rede re Zeichnungen verdoppelten. — »ki, *eMmte jüdische und nichtjüdische Presse »teilte \t,us*,nt in dtn D»««»4 dcr Sache, sie brachte ausführliche P* en a„ge Artike, über ^Mow, Interviews erschienen in stärkt- - ^de in Vfftli_i '"»"»v. uuii «unuiuw, inicivicni cibiiucikh ■■■ tarkter und vergrößerter Auflage. Jede Rede Sokolows dk» 'J der «'«htjüdlschon Presse wörtlieh abgedruckt, über Fesi.Ä'Lder Bukowtnaer Keren Hajessod eine Illustrierte tt£,H ta deutscher Sprache in einer Auflage von 25000 «er?§ . und elne ,n hebräisch-jüdischer Sprache trschle- /"tschrift In einer Auflage von 6000 Exemplaren heraus. Phii?11?10*? B**«« I" der Bukowina bedeutet' eine neue »W,. w der zionistischen Bewegung In diesem Lande. OrD.«? d,e un* ff*nt ,crn »'«nden, treten der zionistischer» ««"Utk» bei, Ueberdle» hat Sokolows Besuch , in Rumänien noch eine politische Bedeutung: Dl« rumJnlsche Regierung erließ eine Deklaration für den Zionismus, E« sei noch bemerkt, daß die Behörden die größte Zuvorkommenheit an den Tag legten. Samstag, den 17.. verließ Sokolow mit dem AbcmdcxpreOzug die Bukowina und begab sich nach Chlsineu (Klschencw). Es hatten sich sowohl bei seinem Hotd als auch beim Bahnhofe große Menschenmengen eingefunden, um den Führer zu begleiten. Unter einem ungeheueren Jubct der Dcvölkerung verließ Sokvrfow die Hauptstadt des Landes. Die Anwesenheit Sokolows hatte auch für den Keren Hacssod eine große Bedeutung. Unter dem Eindrucke seiner Reden meldeten sich viele Mitarbeiter, die sich In den Dienst der Sache stellten. Alle Hindernisse, die früher Infolge der Ocldkrisc bc-tand, wurden Dank der Tätigkeit Sokolows beseitigt. Ohne jede Uebcrtrclbung kann gesagt werden, daß der Bestich Sokolows In der Bukowina eine Bedeutung für Jahre hinaus haben wird. Es war im Wilsten Sinne des Wortes ein Fest für die gesamte jüdische Bevölkerung des Landes. Dr. Manfred Reifer, » i» Ueber Sokolows Tätigkeit In Alt-Rumänieu haben wir bereits wiederholt kurz berichtet. Wir erhalten nunmehr verspätet noch den Bericht unseres Korrespondenten über den wahrhaft grandiosen Empfang In Bukarest und die Ereignisse der Sokolow-Woche daselbst; diesem; Bericht entnehmen wir noch nachstehende Einzelheiten: Die Juden von Bukarest und von ganz Rumänien standen völlig unter dem Eindruck der Persönlichkeit Nahum Sokolows, welcher am 10. Dezember vergangenen Jahres iyi Bukarest eintraf. Die jüdische Presse des Regats begrüßte ihn festlich und auch die allgemeine Presse beschäftigt sich mit dem Zionismus und mit der Person Sokolows. Fast die gesamte Presse des Reiches brachte Artikel über Sokolow mit seinem Bildnis, Samstag, den 20. Dezember, wurde Sokolow Im Festsaale der „Libertatca" von sämtlichen jüdischen Organisationen- Rumäniens feierlichst begrüßt. Es sprachen der Deputierte Dr. S t c r n, der Chcfrnbbi Dr. N | m c ro w c r, der Präsident der „Union der rumänischen Juden", Dr. Flldermann und der Präsident der zionistischen Organisation A, Bernhard, Sonntag, den 21, Dezember, fand Im großen Cliornltcin|)cl eine Fcstvcrsamrnlung zu Ehren Sokolows statt. Der Präsident der Kultusgemcindc von Bukarest, der Oroßbankler Eiy De reo viel hielt an Sokolow eine feierliche Ansprache, Olclch nach seiner Ankunft empfing Sokolow die Vertreter der In- und ausländischen Presse und hielt ein Exposee über die gegenwärtige Lage Im Zionismus, Montag, den 22. Dezember, wurde Sokolow von dem König Ferdinand und der Königin Maria in einer spczl eilen Audienz empfangen. Sokolow wurde hierauf mit seiner Tochter Dr. Cclina Sokolow zur königlichen Tafel geladen. Nach der Mahlzeit entwickelte Sokolow dem König das zionistische Programm und entwarf ein genaues Bild über die zionistischen Leistungen in Palästina. Die Audienz dauerte vier Stunden und hatte einen geradezu Intimen Charakter. Dienstag, den 23. Dezember, wurde Sokolow In einer außerordentlichen Audienz vom Kronprinzen Carol empfangen. Auch hier hatte Sokolow Gelegenheit über unsere Arbeit in Palästina zu berichten. Dienstag, den 23. Dezember, veranstaltete der Minister des AeuOercn Duca Im Namen der Regierung ein Dejeuner, an welchem Herr Sokolow und seine Tochter, Rabbiner Dr, Nimcrower, der Kultuspräsident Bercovld, das Mitglied des A. C. Bernhard, Minister Fllodor und einige Kabincttchcfs teilnahmen. Sonntag, den 21. Dezember wurde Sokolow von der Zionistischen Organisation feierlichst begrüßt. Freitag, den 26. Dezember gab das Keren Hajessod- Komitee ein Bankett zu Ehren Solcolowa, an welchem die führenden Persönlichkeiten Bukarests teilnahmen. Bei dieser Gelegenheit spendete das Komitee vom Choraltempel 200000 Lei für den Kcrcn Hajessod. Dienstag, den 30. Dez., wurde Sokolow von den Logen Bne Brlth, „Noua Fratcrnitate" und ,,Lumlna" In einer feierlichen Sitzung empfangen. Die Anwesenheit Sokolows In Rumänleo wurde auch dazu benutzt, um die diesjährige Konferenz der zionistischen Föderation abzuhärten. Dieselbe wurde am 25. Dezember In Bukarest eröffnet und am 28. Dezember geschlossen. An der Konferenz nahmen Vertreter Bcßarablens, Siebenbürgen« und der Bukowina teil, um gemeinsam mit den Juden Alt-Rumäniens eine national-politische Partei zu gründen. Die Delegierten aus den Provinzen hatten Gelegenheit, mit Herrn Sokolow den ganzen Fragenkomplex zu besprechen und haben die ersten Schritte getan, un den Verband der Juden OroOrumhnlcns zu gründen. Die Deklaration des Minlitera Duca zugunsten de« Zionismus haben wir bereits im Wortlaut veröffentlicht. Der Emplmg Soltolows In Klscblnew Kischlnew. (J.T.A.) Herr Nahum Sokolow ist am 20. Januar in Kischincw eingetroffen. Zchntau sende von Menschen versammelten sich vor dem Bnhnho und den umliegenden Gassen, um den Führer zu be grüßen. Er wurde vom Empiangskomitcc unter Vor antragung jüdisch-nationaler Fahnen in das Hotel gelei tet, eine Musikkapelle ginrr voran. Sokolow wurde von der Landcs'bchörde offiziell begrüßt Herr Sokolow wohnte der Kcrcn Hajcssod-Konfercnz bei, er wurde auf einen Bankett von Vertretern aller Orup pen der beßarabischen Judcnhcit begrüßt. Von hier begab er sich nach Bukarest, um dann der Einladung der transsylvanUchen Judcnhcit Folge zu leisten. Elte Wendung Im Prozeß Steiger Der Slclgcr-Prozcß In Lemberg scheint sich zu einer •olnlschen Dreyfuß Affalre auswählen zu wollen. Bekanntlich wurde Steiger vom Kriegsgericht wegen Mangels an Beweisen nicht zur Aburteilung Rebracht, sondern dem ordentlichen Richter überwiesen. Ukrainische Zeugen und ukralnlsch-revolulkmäre Komitees bekundeten, daß das Altentat gegen den polnischen Staatspräsidenten während dessen Anwesenheit In Lemberg von ukr«lni»ch erSeite unternommen wurde. Trotzdem hielt und hält der Untersuchung», richtcr an der Fiktion fest, daß der Jude Steiger der Attentäter war. Die Warschauer Polizei verhaftete mehrere Ukrainer, darunter auch einen gewissen P« nczy s zy n, der von einem anderen Ukrainer Mlketlk, als Attentäter bezeichnet wurde. Paticzyszyn konnte aber sein Alibi nachweisen. Der Lemberger UntcrsuchunR^richlcr nahm nun dea ukrainischen Angeber Mikctik Ins Verhör; dieser soll nun angeblich ausgesagt haben, daß Ihn einige Juden bewogen hatten, die falschen Antraben gegen Panczyazyn zu machen und Ihm dafür 500.) Dollars versprochen hätten. Aul Onind der Aussage des Mikctik ließ der LemherRcr Untersuchungsrichter, Dr« Rutka, In den letzten Tagen In Lemberg den Vorsitzenden des jüdischen Handwerkcrvcrclns, Glascrmann, dessen Stellvertreter Münz, den Besllzcr der größten Lemberger Druckerei Ignatz Jäger, den Ingenieur Korn, haber und dem Inhaber eine« Detektivbüros Dwor» nlckl verhafton, nachdem vorher bei den Genannten Haussuchungen und Beschlagnahme erfolc» wsrert. Die Verität- Hing der allgemein geachteten hervorrftftenden jü'titctien Bürger erregte In der jüdischen OcUentllchkelt ungeheures Aufsehen. Eine Abordnung des jüdischen Sejmklubs Intervenierte sofort bei den Zentralstellen In Warschau, die alles mögliche versprachen, jedoch erklärten, In ein schwebendes Verfahren vorläufig nicht eingreifen zu können. Lemberg. (J.T.A.) Die Bchfrdc erklärt, daß die über vier angesehene Lemberger Juden im Zusammenhang mit der Angelegenheit des des Attentats auf den polnischen Präsidenten beschuldigten Stanislaw Steiger verhängte Haft aufrecht erhalten wird. Den Anlaß zu den Hausluchungen und Verhaftungen gab bekanntlich die Aussage eines gewissen Mikctik, daß die Juden ihn bestochen haben, damit er den Terroristen Panczyszyn als den Attentäter bezeichne. Die verhafteten Juden erklären demgegenüber, Mikctik hätte ihnen erzählt, daß PanciyszA-n der Attentäter war, woraufhin sie die Anzeige bei den "Behörden erstatteten. Sie hätten Miketik keinerlei Belohnung gegeben, noch In Aussicht gestellt. Die polnhche Presse Lembergs nüt*t die neue Wendung In der Angelegenheit Steiger zu einer rücksichtslosen Hetze g 'en die jüdische Bevölkerung aus. Warsc.au. (J. T. A.) Am 26. Januar sind der jüdische Senator Wurzel und Deputierter Sommerstein, die In der Angelegenheit Stelger In Lemberg geweilt haben, nach Warschau zurückgekehrt Sie erschienen gleich nach Ihrer Rückkehr bei dem Vize-Prcmicr Thugutt und dem Justizminister Zychllnskl und Informierten dieselben über den Verlauf der neuen Untersuchung. Die Minister erklärten, die Regierung verfolge streng jede Phase der Untersuchung. Die Leurerstrelk-PiMle Ii PalSsili« türückfjexogen Jerusalem (J-T.A.) Die für den 20. Januar vom Komitee der hebriischen Lehrer an den Schulen des Zionistischen Erziehungsrates ausgegebene Parole, am 20. Januar In den Streik ru treten, wurde Im letzten Augenblick zurückgezogen. Die Untcrrichtsütigkcit geht Im vollen Umfnng vor sich. Es finden Verhandlungen zwischen den Mitgliedern der Zionistischen Ecxkulivc und dem Komitee der Lehrer statt. Jerusalem. TJ.T.A.) Angesichts des Umstände*, daß am 20. Januar an den hebräischen Schulen Palästinas ein Lrhrcrstrcik auszubrechen drohte und erst im letzten Augenblick verhindert werden konnte, hat die palästinensisch-zio« nlstlsche Exekutive die führenden Autoritäten auf dem Gebiete der Erziehung, sowie prominente Persönlichkeiten der iüdischen Ocmcindcn zu einer Konferenz eingeladen, in welcher Maßnahmen beraten werden sollen, weitere krisenhafte Zusländc Im hebräischen Errichungswescn zu vermelden. Der zuletzt angekündigte Streik wurde dadurch vermieden, daß der Waad Leumi eine Kommission mit Blaflk und Ach ad Haam ernannte, die mit der Zionistischen Organisation verhandelte, wobei folgendes Uebcreinkommen getroffen wurde: Die palästinensischen jüdischen Institutionen nehmen es auf sich, die rückständigen Gehälter zu zahlen, wobei der Waad Leumi die Garantie Übernimmt Die tionlstische Exekutive verpflichtete sich, den Teil des Schulbudjjcts, für den die Zionistische Organisation auf Grund dea KoncreObeschlusse« verantwortlich fit, nämlich 60000 Pfund jährlich oder 5000 Pfund monatlich, prompt zu zahlen. Jerusalem (J.T.A.) Der Nationalrat der Juden Palästinas (Waad leumi) hat am 21. Januar beschlossen, einen Aufruf an die jüdische Bevölkerung Palästinas zu erlassen, In welchem diese aufgefordert wird, das In einer Krlsls sich befindende hebräische Erilehungswescn zu unterstützen, damit die Gehälter der Lehrer regelmäßig gezahlt werden können. Jeder Jude In Palästina soll c* »Ich zur Pflicht machen, eine besondere Erziehungssteuer zu entrichten, um das hebräische Schulwesen zu erbauen und auszubauen. Gegenwärtig sind nur die Eltern der Schüler verpflichtet, Schulgeld zu zahlen. In der Verfassung der jüdischen Gemeinden, die gegenwärtig Im Londoner Kolonialamt beraten wird, Ist eine Stcucrpfllcht für alle Juden zu Gunsten des Erzlehungswcsens vorgesehen. .Czernowitz. Q.T. A.) An der Universität Czernowitz kam es am 10. und 20. Januar zu antisemitischen Störungen. Oruppen rumänischer Studenten verhinderten dlo Jüdischen Studenten am Betreten da Qebiudcs. Zwei jüdisch« Studenten wurden schwer mißhandelt. Der pil5s(lnen»?8che JUbellsmirkt Am Vorabend der Konferena, welche die Allgemeine Arbeiter-Organisation für den 17. Januar einberufen hat, schrieb Ben-Ourlon Im „Kuntrcss", daß die Vertreter der Arbeiter-Organisation zum erstenmal »elt deren Bestehen ihre Probleme frei diskutieren können; denn endlich seien sie von der schweren Sorgenlast der Arbeitslosigkeit befreit. Es mag wohl hier und dort noch ein paar Dutzend Arbeitsloser geben, doch diese Ausnahmen bestätigen nur die Regel. In manchen Arbeltstwelgen macht sich sogar efn Mangel an Arbeitskräften bemerkbar, voa Monat zu Monat nimmt die Zahl derer zu, die hei landwirtschaftlichen und ßau-Arbeltrn beschäftigt sind. Fast alle neu ankommenden Immigranten finden in diesen Arbeltszweigert sogleich Aufnahmt, und deren Aufnahmefähigkeit Ist noch bei Welte« nicht mchopft. .