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Jüdische Rundschau · 1925-01-30 · Heft 9 (30.1.1925) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 9 (30.1.1925)
Date
1925-01-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 78 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr.ö ■.' t j! i Ii? iU * }) k | i -i H " * U s! *h4 p;< » ■• * i 1, i t I: scheiden, die in Palästina nur den leichten, mühelosen Erwerb erholten, eine Hoffnung, über die sich sehr bald der Schleier der Selbsttäuschung cbicr vermeintlichen Palästina-Sehnsucht breitet Es wäre uns sehr interessant gewesen, Palästina einmal in allcrjüngstcr Zeit zu berersen, in Tcl-Awiw im November und Dezember umhenruwandern. Leider müssen wir aber auf das Material, das sich dabei für unsere Beweisführung ergeben hätte, verzichten. Vielmehr stehen uns als Orundlagen unserer Kritik nur Beobachtungen in Palästina im Mai und Juni 1021 und ■ Beobachtungen In Deutschland in den letzten Monaten bis Januar 1925 zur Verfügung. Material aus Paßstina: Ein Ucbermaß an Hausierern, Strafknhä.ndlcrn, Ladengeschäften. Viel zu viel kleiner und kleinster Handel I Und dies nicht immer als unproduktive Beschäftigung von Leuten, die cigentlieh sehr wohl arbeiten könnten; sondern recht oft trifft man unlcr den Hausierern gerade zum Erbarmen schwächliche Menschen an, denen das Klima schwer zu schliffen iiincht. Wer weil), mit welchen Schwierigkeiten sie sich nach Palästina durchgeschlagen habenI Min hat Mitleid mit ihnen. Aber durch Mitleid allein bauen wir die nationale Heimstätte nicht auf. Wir brauchen eine planmäßige Einwanderungspolitik unserer verantwortlichen Stellen, die den produktiven Elementen un- 'bedingt den Vorzug gibt. Notabene würde sich diese unsere FJnw.indcruiigspoIitnf keineswegs mit der jetzt seitens, der Palästina-Regierung beliebten decken, die im Ocgrnsntz hierzu ein durchauseinzeilig phitokratische» System Ist, das die Ankömmlinge nfcli der Schillskhssc und dem Ocidbeutcl differenziert und dem wirklich produktiven Element, dem vorbereiteten Chatuz, auch heute noch recht erhebliche Schwierigkeiten macht. Wir müssen Immer und immer wieder verlangen, daß der Arbeiter nicht schlechter behandelt wird, als der Kapitalist, die schaffende Energie nicht geringer geschätzt wird uls der wohlgcfüllle Ocldaack. Dies sei nicht falschverstanden! Wir wollen Kapitalien für Palästina haben, produktive Kapitalien. Wir begrüßen den Oesclfclffsmann, der sein Ocld Im Lande wirken läßt und damit vielen fleißigen HSnden Arbeit gibt, und wir gönnen ihm gern den gebührenden Verdienst. Ganz anders aber steht es mit den Bodenspekulanten, die in Tcl-Awiw und nnd;rsut> unbebaute Terrains kaufen, um später aus dem Wiedenerkauf — unbebaut! — enorme Wcrtstcigcrimg*. gewinne Iierauszuholcn, die naturgemäß zu ungesundester Verteuerung der Pacht- und Mietpreise führen mit allen möglichen schädlichen Folgen für unsere junge Wirtschaft im Lande. Bodenwucher in Palästina 1 Wir wollen un* Erstaunen und Entrüstung ersparen. Es glngr merkwürdig in der Welt zu, \vslrde die Entartung, die heule die europäische Nachkricgswirtschalt charakterisiert, nicht auch Ausdehnungstendenzen nach Palästina zeigen. Solcher Entwickhing vorzubeugen, das Heiligste des jüdischen Volkes, seine werdende Heimstätten, vom Spckulantcngclst freizuhalten, dafür gib* es nur ein Mittel, die schonungslose objektive Schilderung der Tatsachen. Wer den Wertzuwachs an den Baugeländen Tel- Äwivvs gewinnen will, braucht dazu nicht einmal persönlich nach Palästina zu gehen. Derartiges Palästina- Interesse betätigt sich auch sehr bequem von Europa aus. Damit kommen wir zum Material aus- Europa, gesammelt in den letzten Tagen und Wochen. Obskure Gesellschaften verkaufen durch ihre Agenten Landlose an einen jeden, der zahlen kann. Bald steigt der Wert des gekauften Bodens, je tnclir Wohnungsbedarf und Bautätigkeit in Tcl-Awiw zunimmt Was macht dann der Bodcnkiitifcr? Er verkauft einfach wieder zu erhöhtem Pr<is, wobei ihm dieselben Gesellschaften nun Ihrerseits als Käufer entgegenkommen. Mitunter handelt es sich dabei um reine Luftgeschäfte, ohne jedweden ordnungsmäßigen Ucbcrtragungs^t. Resultat: Der Spekulant hier verdient, die Oescllscliaft dort verdient, der Siedler aber rnuö unerhörte Preise für bescheidenste Behausung zahlen. Es sei nicht untersucht, wie oft dabei auch direkter -»chwindel vorließt und der Spekulant sein Geld einbüßt. Das ganze ist eine offene Wunde am Körper unseres Auibauwcrkcs. Unsere Kritik richtet Bich Regen die unproduktive Bodenspekulation, gegen dilettantisch Bodentrattsaktio ncn. Ein weiteres Kapitel für sich ist die• Fernhaltung) — nicht durch Zwange sondern durch Aufklärung — »inprodukliver Elemente von unserem Lande. Ein jeder I alästinafreund, dem die Sache am Herzen liegt, soll dazu beitragen, Illusionen der Art sclionungslos zu zerstören, daß man etwa heute «hon unbegrenzt mit Vlatidcl und Geschäften in Palästina existieren könne. Palästina verlangt Arbeit, Opfer und Entbehrung. Es ist kein — Gott sei. Dank, kein — Spckulanicnparadies. Nur die besten Juden werden Palästina aufbauen. Wir werden »inen nicht durch Konjunkturinachcr Ins Werk pfuschen V* 4 a » Palästinas Asfell an der OtfomanUefcea Staatsschuld . J «r u t a 1 e m (J. T. A.). Der Stellvertreter des Oberstasfsjnwalti der PoJRslinarcglerung Mr. Drayto« begab sieh am »4. Januar gemeinsam mit Vndlb Effewli nach London, um Im Namen der Verwaltung in Palästina und TransjordanJen Mr, 'aul H arve y, der als Vertreter der Londoner Regierung eine tirtwendung gegen die Bemessung Palästinas, Trariajordanicns «*j des Irak bei der Verteilung der Ottoma/ilschen Vori!?*3 uW crn<l>en wird, zu unterstützen. Dieser Appell »IM dem vom Vdlkcrbundsrat zum Schiedsrichter eingesetzten neun Eugen« Bore 1 übergeben werden. Lljisky über seine Palästina-Kclse In dem Zentralorgan der amerikanischen Zlonlttcn „The New Palcitlnc" veröffentlicht Herr Louis Liptky, Mitglied der Exekutive, ausführliche Berichte über seine Palästlna-Rcise. Herr Llpsky schildert enthusiastisch die Eindrucke der Städte und Kolonie«. Aber — so fahrt er fort — wenn man sehen wlri, was In keinem andern Teil der Welt zu sehen ist, muß m.nn in die kooperativen Siedlungen gehen.' In Rccltoboth oder Rlschon-lc-Zloii sieht man den Bauer auf seinem eigenen Boden; aber In den Arbeitersiedlungen fühlt man, daß eine Sache von weit größerer Bedeutung vor sich ficht, „Hier Ist die Arbeit getrünkt mit Heiligung; sie drückt aus das Streben nach dem Ewigen, nicht Eigentum zu erwerben, nicht einer» Zaun um seinen Besitz zu machen und etwas als sein eigen zurückzuhalten, sondern jenen Typus des Juden zu schalten, der selbst ein- Teil des Bodens wird und es für Juden möglich inncht, ihre Position In P.il.istlna dauernd ru bewahren. Ich «ab tic in. En Charod. Es Ist ein Leben wie In einem Bienenstock. Sic sind entschlossen, alles, was sie brauchen selbst zu machen, sie sind vom frühen Morgen bis sp.'i» hei Nacht an der Arbeit, »Ic CMirn kürzlich, denken nicht nu Kleidung und l'ntz. Sie seilen nur den Himmel und die Erde und Ihr einziger Ocdankc ist: wir müssen uns selbst zu einem Bestandteil dieses Bodens machen, sodaß keine Macht der Weit um jemals von liier verdrängen kann .... Dies Ist es, wm der Arbeit in Palästina die nationale Färbung gibt. Mit einem wichen bbdcnbcständlgen Geschlecht, das nur auf die Interessen des gesamten Volkes bedacht Ist, haben wir die Sicherheit, da» das nationale Hehn auf festem Grund steht Derselbe Geist zeigt sich beim städtischen Arheiter. Von einem „Monopol der Arbelt" zu sprechen, Ist infilllges Gerede. So wie der Chaluz aufs Land geht, s*> tritt er auch in die Arbclter-Orgänlsatlon ein und wird dort absorbiert Die Arbelter-OrganisaEon erfüllt eine der Funktionen der zionistischen Exekutive. Sie erhält die Armee der Arbeiter, sie bildet ungelernte Arbeiter In neuen Handwerken aus, sucht neue Arbeitsmöglichkeiten. Sie ist bereit, die schwerste Arbeit auf sich zu nehmem und erfüllt sie In äußerst befriedigender Welse, Niemals denkt einer an sich selbst. Jedermann arbeitet schwer und erhält kaum genügend für «einen Lebensunterhalt, Sic betrachten sich selbst als Diener de» Landes und zeigen «111611 bewun.lerswcrten Geist der Selbstverleugnung, Das Fehlen eines starken Mittel- Standes macht ihre Stellung relativ abnormal, aber das Ist nicht ihr Fehler. Die Mittelklasse Ist noch nicht In gelingender Zahl vorhanden, um einen wesentlichen Faktor zu bilden. Und wenn daher der Kcrcn Ha|essod Defizite dieser Arbeltearn»:« ru tragen li.it, so iiiufl dieser Budget-Posten genau so wesentlich betrachtet werden wie die Auslagen für ländliche Kokmlsatkm. Denn auch hier schaffen wir neue Formen jüdischer Unternehmungen und füllen die Lücken unseres nationalen Lebens mit produktiven Elementen."i Aus dem folgenden Teil heben wir noch hervor das entschiedene Eintreten Lipskys für das hebrilschcSchulwerk. „Die hebräische Sprache litt es, welche dem Leben In Paliir-lifia den Charakter gibt Ohne die Sprache wäre- Tcl-Awiw ein zweites Ürownsvillc. Wenn wir nicht sofort die schulpflichtigen Kinder clnfangcn, .dann bekomrnen wir. ein Palästina, das gewissermaßen der Architektur, von,.*.Tel-Awiw gleich», eine Wiedcrliohiiig der Galulhcrfartrungfii der von verschiedenen Lindern kommenden Juden. Darum sind die Schulen von fundamentaler Wichtigkeit In diesen Schulen wird die nationale Form unseres Jüdischen Lebens geschaffen und erhalten." Nochmals: Das Memorandum an den Völkerbund Wir brachten kürzlich eine Aeuflcrung Dr, Welz, mannt,- daß die direkte Ucbcrrcichung des Memorandums an den Völkerbund ein Formfehler gewesen sei, da die Ucbcrrcichung lulttc durch die englische Regierung erfolgen rollen, Im Widerspruch dazu zitiert das Zentralorgan „The New Judaca" einen Beschluß des Völkcrbundsratcs vom 20, Januar 1023, worin vorgcschricocn wird, daß Petitionen an den Völkerbund, die von einem Teil der Bevölkerung eines Mandatlandcs ausgeben, durch Vermittlung der Mandatrcglcrung zu überreich«! sind; Petitionen jedoch von irgend einer andern Seite, seien direkt dem Präsidenten der Mandatskamniission zu überreichen, der sie, wenn ihm dies angezeigt scheint, der Mandatskommission vorlegt. Da die Zionistische Organksatkoli, die keineswegs als Vertreterin eines Tcilea der palitstiticiiskiehcn Dcvölkcrung aufzufassen Ist, unter die zweite Kategorie fällt, war et richtig, das Memorandum direkt an den Völkerbund zu «enden, wobei natürlich gleichzeitig auch die britische Regierung ein Exemplar erhielt. Dos Blatt warnt jedoch überhaupt vor einer Uebertrelbung dieser rein formellen Fragen und spricht die Ansicht aus, daß die Kommission »ich wahrscheinlich In Ihrer höchst bedauerlichen Haltimg nicht davon bestimmen ließ*, aul welchem Wege du Memorandum zugestellt worden ist, Keine Vortrogsreite Barlajslnns Rom. (J.T. A.) Eine dem Vatikan nahestehende Persönlichkeit teilt« dem J.T.A.-Vcritft« mit, daß der Vatikan das Qcsuch des Lateinischen Patriarchen zu Jerusalem, Monsignorc Luigi Uarlasslna, In den europäischen Ländern Votlcsunpen Ober die zionistische Tätigkeit In Palästina abzuhalten, abgelehnt hat. Mgr. Barlasshia hat seinen Plan aufgehen mtlssrn. Die erwähnt«« Persönlichkeit fügte hinzu, der Vatikan bah« eine Propaganda-Tournee des Mgr. Barlnsslna, die die Aufrechtcrhaltung der Einigkeit In Palästina erschweren könnte, als unerwünscht angeschen. Rom. (J.T.A.) Der vatikanische Korrespondent der Zeltung „Resfo del Carlino", die in vatikanischen Angelegenheiten als gut informiert gilt, teilt mit, daß die Nachrichten, Mgr. Barlassina sei von seinem Posten als Lateinischer P». triarch zu Jerusalem abberufen worden, nicht zutreffe. Mgr. Barlassina wird demnächst auf »rhien Posten zurückkehren. Der Korrespondent teilt ferner mlti Die Ernennung des Bischofs Kean, eines-Briten^ tum Hilfspatriarchen spricht für den guten Willen des Vatikan«, sich mit dem eng. tischen Mandat in Palästina in freundschaftlicher Weise auseinanderzusetzen. Ein PHctfcrunglück In Palästina. Ein rfugzetig mit' drei britischen Offizieren stürzle am 17. Januar In der Nähe von Ramleh «b. Der Offizier Ronald Bruce war sofort tot, die beiden anderen liegen schwer" verwundet darnieder. Das indische HlaJerlicllcnrcch! Eine staatsrechtliche Studie. In der letzten Zelt tat leider das Schlagwort von rff, „nationalen Autonomie" der Juden in den politischen Taj> t kämpf gezogen worden und wer die Acußerungen zu dieiei ' Frage aus den verschiedenen Lagern verfolg» hat, wird tf. kennen, daß die meisten Leute, die darüber sprechen, keine Ahnung von den zugrunde Hegenden realen Tatsachen h.ibra Die staatsrechtliche Stellung der Juden als Volk Innerln'h der einzelnen Staaten Ist ein überaus Interessanter fle^n. stand für die wissenschaftliche Betrachtung des SozIoloRta und Politikers. Nicht «lies, was wir als Mindcrhcitsrcc!iit bezeichnen, fiillt unter den Begriff der „nationalen Aulo. nmico"; in den meisten Fällen handelt es sich viclrnrhr um eine Tei laulonomic. Auch die Juden in westlichen I ändern genießen eine solche partielle Autonomie, n.im. lieh für rcllglöne Angelegenheiten und zum Teil auch lut gewisse andere Angelegenheiten (z. & Standcsfiihriing usw.), die sie Im übertragenen Wirkungskreis ausüben. In den neugrbildetrn Staaten gehen dir jüdischen Rechte meist wrii.-r, | und rs fit eine gruDe Manii;falti|'kclt jurislltcher Formen j Beziehungen entstanden, die heute schon eine eingehende. Untersuchung lohnen. Diese Untersuchung hat Oeorg Landauer unter, nommen, dessen Schrift „Dts geltende jüdische Minderheitenrecht, mit besonderer Berück, s I c h t i g u n g Osteuropas" als ein Heft der Studien dci „Osteuropa-Institut»" Im Verlag B. O. Tcubner in leip-;^ vor kurzem erschienen ist. Dieses Werk ist eine außerordmi. Heb verdienstliche Arbeit, die das ganze Material streng m<V lieh und wIsm MM'li.'ifllUh ziis.iiiiiiieiislrlli, und sich vor Ali, Schweifungen Ins Ideologische oder Polemische hütet. Es gibt im ersten Teil einen Ucberblick über die Frage der Anerkennung der Juden als Nation, wobei eine Reihe miß. gebender Schriftsteller zitiert wird und kn übrigen die Frage vorwiegend vom Standpunkt des positiven Recliles untersucht wird. Der zweite Teil, die Geschichte der Jüdischen. Mindcrhcitcnrcchte, zeigt die juristische Entwicklung des Zusammcnlcbcns zwischen Juden und Nichljuden von der Zeit des arabischen Reiches und des Mittelalters bis zur mo.!ernen Bewegung, die ihre Resultate hauptsächlich der politische* Entwicklung Europas im und nach dem Weltkriege verdankt. Der dritte Hauptlcil schließlich stellt das geltende jüdisch« Minderhcitenreclit in der Hand der Quellen dar. Diese Quellen sind die völkerrechtlichen Vertage, Fricdensvcrtrigt, die Staatsgesetzgebung In den verschiedenen o»teurop<i. sehen Staaten, die «Ich zur Durchführung der Minderheiten. vcrtrSgc verpflichtet hahen, jedoch diese Vernichtung li<, heute nicht völlig erfüllt haben. Ferner Ist die autonome Satzung der Minderheit selbst eine Quelle des geltendes Mlndcrhcltsrcchlcs. Im vierten Teile weiden die Prob, lerne des jüdischen Mhidcrhcitsrcchtcs untersucht, darunter das Problem der Vertretung der Jüdischen Minderheit n*;h außen, das bisher In einer halbwegs zureichenden Weise leiblich Im Palästina-Mandat (Jrwlsli Aßency) geregelt wonKn Ist, wahrend für die Minderheiten Im Oiten eine solche Ver. tretung fehlt. Zum Schluß werden noch kurz die Perspektiven gestreift, die sich aus der Errichtung der jüdischen Heimstätte in Palästina, für die jüdischen. Minoritäten ergeben. Der An. hang bringt eine Reihe wichtiger Dokumente zum Abdruck, sowie ein Literaturverzeichnis der wichtigsten Werke den einschlägigen Literatur. Da» Buch Landauers gibt ein wirklich erschöpfendes B!d des geltenden Jüdischen Mindcrhcitcnrechts. Nicht nur a!lc Lindcr Osteuropas (mit Ausnahme Sowjctrußlandi) weiden behandelt, sondern auch Palästina, das allerdings nicht In den Rahmen der jüdischen Mindcrhcitcnrcchte hinciiifichört, für das vielmehr Bestimmungen sul gencris gelten. Seit der Abfassung des Buches sind allerdings eine Rcilic von Umstünden eingetreten, die die Situation in einzelnen Ländern verändert haben, z, B. In Litauen. Dies ist natürlich unvermeidlich bei einer Arbeit, die sich mit einem noch in: Strome der Entwicklung begriffenen Qcgenstand beschäftig. Wir hoffen, daß das Buch bald eine zweite Auflage erteilt, In welcher dann auch die neuesten Phasen des Kampfes um das Jüdische Recht bcrücksichlhft werden. Einige Irrtümer von kleinerer Bedeutung könnten bei dieser Gelegenheit nufh richtig gestellt werden; z. B. heißt es auf Seite 58: „In ollen Staaten des jüdischen Mindcrhcitcnrechts licitchcn jüdische Religion6gcmclndcn und Landesverbände dieser Gemeinden." Unseres Wissen« bestehen keineswegs in allen diesen Ländern Landesverbände. Auch die rechtliche Stellung der Religion*, gemeinden als solcher Ist durchaus nicht ühcntll die gleiche. Auf Seite 37 wird nnrkhtigcrwclnc behauptet, dali Herbert Samuel ein Mitglied der Zionistischen Organisation sei. Er ht es nie gewesen. Sehr erwünscht wäre es auch, wenn der Arbelt noch eine kleine Einleitung vorangestellt wäre, die In d.n Wesen der politischen Begriffe der Autonomie, nationalen Autonomie usw. einführt. Dies ist besonders wichtig, um dem Mißbrauch ein Ende zu machen, der mit diesen Wörtern getrieben wird. Es sollte z. ü. gerelgt werden, daß der von Renner eingeführte Begriff der nationalen Autonomie, der von der lokalen Selbstverwaltung ausgeht, keinerlei Anwendung auf die Juden findet. Das Buch Landauers Ist ein unentbehrlicher Behelf für Jeden, der auf dem Oeblet der jüdischen Politik arbeitet oder in Fragen der jüdischen Gesamtpolitik mitreden will. W. Die Araber In Amerika Die In New York erscheinende arabische ZeHuitg ,Al Bayan" veröffentlicht einen Aufruf an die palästlnensid'ien Araber in Nord- und Sudamerika, die palästinensisch-arabische Bewegung zu stützen. In dem Aufruf wird die Gründung einer Agrikultiirbank m PalSsllna, zwecks Beschaffung von Darlehen an die arabischen Landarbeiter, vorgeschlagen, damit diese nicht gezwungen sind, ihren Boden den Zionisten tu verkaufen. Die In New York bestehende palästinensische Wledcraufbaugesellschaft bereitet öflentliche Veranstaltungen zweck« Propaganda und Gründung eines Fonds zur Unterstützung der paläsüncnslsch-arablsciicn Bewegung vor. Die Gesellschaft verpflichtete sich, 180 Pfund JShrlich für den Unterhalt des politischen Büros der palästinejiilichen Araber in London beizusteuern.

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