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Jüdische Rundschau · 1925-01-23 · Heft 7 (23.1.1925) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 7 (23.1.1925)
Date
1925-01-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 00 JUSDISCHE RUNDSCHAU tltoütch und stark nationalistisch empfindet, der einen Maurras, einen M. Bares, die Führer des französischen Antisemitismus, zu seinen Lclircrn nimmt, der nach Palästina gegangen Ist, mit allen Vorurteilen seiner Lehre miJ seines Milieu« bclastet, dort bei den Juden eine „Seele" gefunden hat. Eine- Scde, die schön und erhaben ist, die der tiefsten Verachtung für die Ofiter dieser Welt, des uneingeschränkten Enthusiasmus für dl: höchst.'« Ideale der Menschheit fähig ist. Der Dichter In Pierre Dennis zerbricht die fertigen, mitgebrachten Formeln und schreibt ein Buch, das ein Hymnus auf diese jüdische Seile Ut. Cr findet für sieh eine Rettung aus dem Zusammenbruch seine« früheren Credo, Indem or versucht, die Judensache durch die Anwendung der intlonall.tlschcn Theorien seiner antisemitischen Ulirer auf das Judcnproblcm zu begreifen und zu erklären. Er wcnJcl slch,„A, Barrls male iuformato nd Barnes melius Infornmidum". Er leugnet keineswegs S'inc nationalistische Auffassung oder Stimmung ab, abci er ist fair genug, um die Ungerechtigkeit der Formel „Quod licet Jovi iiüii ücci diis minorum gentium" in diesem Falle anzuerkennen. Dieselben Oeset/c, die die Entwicklung de* franiöslsch^ationalcn Oenius bestimmen, die seine Forderungen rechtfertigen, müssen auch für die Juden ihre Geltung haben! Und so gewinnt er die jüdische nationale Bewegung lieb. Von seiner Reise nach Palästina, die er unternahm, um Material gegen das englische Mandat und gci;cn den Zionismus zu sammeln, hat er diese ganz neue Einstellung mitgebracht. Und in seiner Schilderung des neuen palästinensischen Lebens, das bei ihm mehr auf der Stimmung als auf eingebendem Studium der Wirklichkeit beruht, wird er zu einem begeisterten Barden des sich in Palästina offenbarenden neuen jüdischen Menschen. Es Ist wirklich eine fesselnde Sache, Pierre Bcitols in »einem Roman, in einem öffentlichen Vortrag oder In einer privaten Unterhaltung zu hören. Man freut sich unwillkürlich über diesen Ocgncr — vielleicht Fcsid — von gestern, der heute eine so aufrichtige, so schöne, so menschliche Freude Über seine Entdeckung, die Entdeckung der jüdischen Seele, bekundet und seine Versöhnung mit Israel feiert. Wenn man »ich aber vergegenwärtigt, welche entscheidende Holle in Frankreich ~ nur in Frankreich? — das „Wort" noch immer spielt, dann freut min sich auch über diese symptomatische Erscheinung, die vielleicht die Morgenröte einer Versöhnung Israel« mit den Völkern ankündigt, eine Versöhnung, die Palästina ermöglichte und die aus den In Palästina geborenen Stimmungen aufsteigt. So betrachtet, werden die literarischen Erscheinungen zu politischen Ereignissen, und wichtige Lehren sprechen aus ihnen, an denen man nicht ungestraft vorbeigehen darf. Die Stimmung, die so siegreich sich den Weg bahnt, bezeichnet den Anbeginn einer guten Konjunktur, die man befruchten will, damit sie nicht In das Oegentell umschlägt. Von einer klugen und für Ic roirt dcrnler cri de la mode sehr empfänglichen Dame, die den besten französischen Kreisen angehört, stammt die Behauptung: „Les choses julvcs sont blcn k 1» mode." Aber In dem schnellen Tempo der fran- Zöllschen intellektuellen Entwicklung müssen die Sachen, die heute nach oben kommen, festgehalten werden, damit sie nicht morgen von anderen, frischgeborenen ahgelöst werden. In diese» llezlehung »oll wohl Verschiedenes nächstem versucht werden. Eine wichtige Rolle könnte dabei „L * Revue Julvc" spielen, deren erstes Heft In einem der besten französlschen Verlage, Im Verlag „Nou volle Revue Franchise", dieser Tage erscheinen soll. Doch Ithrerslrelk? Jerusalem (J.T.A.). Das Komitee der palästinensischen hebräischen Lchrcrorganlsation hat für Dienstag, den 20. Januar StrcikparoJe ausgegeben. Die Parole wird damit begründet, daß die zionistische Exekutive die Ende Dezember vorigen Jahres vereinbarten Bedingungen nicht erfüllt habe. Bekanntlich sollten die Lehrer an den vom Erzichungsrat der Zionistischen Exekutive verwalteten Schulen schon Ende Dezember v.J. in den Streik treten, die Exekutive halte jedoch den Forderungen der Lehrer zugestimmt, so daß der Streik damals vermieden werden konnte, t*«*«^m^*^. .1.-HHMIMA. jl nuuu» aw»wwin i im»ui»iv »rir sntor, Psychologe. Er Ist schillernde ObcrllSchc deutschen Judentums und — Städter. Jüdischer Künstle! im tieferen Sinne ist er höchstens mit scin:r jüdischen Sehnsucht. („Jcrusalcm!") Aber einer Sehnsucht, die nicht stark genug ist. Eines ist er jedenfalls i ein feiner Künstler abklingender Zeit. Er faßt zwar 1920, aber er stößt nicht mit vor. Schon die heutigen Künstler haben es einen Schein leichter. Denn die Subtilität, all das Überfeinerte Ocschiifligscin, ohne daß die Wurzeln zum großen Boden durchdringen, ist verttitcilt zur Zeitwirkung. Mit Boden aber ist sie vorbcsthnriit zur Oruße; denn zur Vollendung und artistischer Ucbcrvo'lcndung ist die Bereitschaft von Natur aus da. Und die heutigen Künstler wiss.n schon die Wahl. Vor zwei Jahren ist eine große Jetzt vergriffene Monographie über Lcsser Ury erschienen — die bisher einzig vol'stiliidlgo und nur durch da» Erucliclnen In der Zelt der Imblloii viele« Interessierten Kreiden vorenthalten. Adolf i Donath hat sie gesehriehen. Hoffentlich gibt bald eine Neuauflage auch denen, die sie bisher nicht kennen, die Gelegenheit, sie zu sehen. Ruth Moroid. Jüdische Kultur Vor einigen Tagen hielt Rabb. Dr. Baeck einen Vortrag über jüdische Kultur, der demnächst vollinhaltlich cr- «chciiKii wird. Die gehaltvollen Ausführungen »allen zunächst wcnlgitms im Auszug der zionistischen Oeffcnliichkclt vnnitt.lt werden; Kultur — sagte Baeck — ist eine nach einer Idee In einer Gemeinschaft sinnvoll aufgebaute Wirklichkeit auf dem Boden der historischen und gcgcbcitcn Verhältnisse oder (nach Simmcl) der Weg der Persönlichkeit zu sich selbst. Die Persönlichkeit bt aber nicht nur der gerade lclirnde Mensch, »cnJrrn au Ihr haben die Geschichte und Erfahrung.« der O.mciiiscliaft geformt, der die Persönlichkeit nng.hört. So blicken alle Völker mit „allen" erfahren' n Atig-n, und z.B. die chinesische Kultur sieht mit einer gewissen Virachtung auf das junge Europa. Aus dem Altersunterschied des jüdischer» Volkes' und der Völker, in deren Mitte es lebt, erklärt sich ein Teil der llc'Jumgen und Mißverständnisse, die zwischen den Juden und ihrer Unig bung b.st.'hcn. Wenn man die Juden aus Ihrer jungen Umgebung In eine alte verpflanzen würde, könnte man er- Dr. Dcrnliurg Uber Zionismus und Antisemitismus Das Zcntnmisorgan „Germania" veröffentlicht einen Bericht über Dr. Weltmanns Aufenthalt und D.sprcehungen In Berlin und Insbesondere über dun Enipfaiigsabcnd bei Generalkonsul Eugen Landau, au welchem bekanntlich eine ganze Reihe politischer Persönlichkeiten teilnahm. Das Blatt gibt den Inhalt der Ansprache Dr. Wciznunns wieder, wobei besonders die Erklärung über die Heiligen Stätten hervorgehoben wird. Sodann berichtet die „Germania" weiter: „Im Anschluß nn die Ausführungen Prof. Wclrriiaiius ergriff Dr. Dem bürg das Wort und wüidlglc die außerordentlichen Leistungen der Kolonisation sehr warm und wirkungsvoll . Er wies darauf hin, dafl Deutschland In 25 Jahren nur 14 000 Menschen In «einen großen Kolonien angesiedelt hätte, während hier in einem kleinen Land mit verhältnismäßig geringen Mitteln die Andedlung von 40 000 bis 45 000 Menschen In wenigen Jahren erfolgte. Das Werk sei nicht nur für die Juden der Welt von Bedeutung, sondern als großes Kulturwcrk mit hohem ethischen Wert müsse es von der gesinnten Menschheit unterstützt werden, und gerade Deutschland, da* Palästina Ähnlich sei an Reichtum der KKmpfc und Leiden, müsse Respekt haben vor der Heimatliche der Juden und vor Ihrem unzerstörbaren Wollen, die vor Jahrtausenden verlorene Heimat wieder aufzubauen. Der Idealismus der jungen Leute, die Ihre gesicherte Zukunft, ihren gelernten Beruf verließen, um als Handarbeiter, als Bauern die jndhehe IlthnsäUtc aufzubauen, diene der Lösung der Judenfrage, nlso dem Frieden der Menschheit, und sei das wichtigste Argument für die Ii e k ä in p f ii n g des A n 11 s c in 111 s in u ' Wir freuen uns über diese verstfitidnlsvnlleii Worte eines als deutschen Politikers so geschätzten Mannes wie Dr. Deruburg. Alle deutschen Juden sollten Aber diese objektive und spontane Rede nachdenken . . . Litt Nachspiel zum WclzmaiiiMlesiich la Prag Unser Prager Korrespondent hat in Nr. -1 der „Jüdischen Rundschau" darüber berichtet, daß der Präsident der Jüdischen Kultusgvmeitide in Prag, Dr. Stein, ein tschechisch-jüdischer Assiinilant, sich geweigert hat, dem Ehr.nkoml'.cc zum Empfange Dr. Wei/.manns beizutreten. Diese Ablehnung, die von der überwallig'iidcn Mehrheit der Präger Juden aller Parteien auf das schärf; ic verurteilt und von der tschechischen Ocffentlichkeit, die Wel/niaun sehr geeint hat, nicht verstanden wurde, hatte nun, wie uns at« Prag berichtet wird, ein Nachspiel in der Präger GcmcindesUihe. hl der Sitzung vom 13. d.M. gaben die Mitglieder der jüdisch nat'oiiale:i Fraktion der Kultusg-meiudc Repräsentanz die Erklärung ab, daß sie in der Handlungsweise Dr. Steins den Beweis einer völligen VcrständnisloMgkeit für die objektiven Verpflichtungen ein s Präsidenten der jüdischen Kultusgcmcludc sehen und sich daher an den Arbeiten der Gemeinde nicht beteiligen werden, bis für diese Sache Satisfaktion gegehen wurde. Darauf verließen die J ü d I s c Ii u a 11 o n a 1 c n Mitglieder der Repräsentanz die S11zun g. Der Präsident Dr, St:lu erklärte, er habe den Vizepräsidenten gebeten, ihn zu vertreten, da er selbst aus persönlichen Gründen und auf Veranlassung seiner Partei nicht teilnehmen wollte. Er werde die Orün.Ic für seine Nlehlbelciligung später bekannt geben und bedaure, daß die Präger „Selbstwehr" und die „Jüdische Rundschau" seinen Namen ,,be« seh in ii t z l" haben. Zu dieser letzten Acußerung bemerkt unser Präger Korrespondent mit Recht: „Wenn Herr Dr. Stein die Wahrhelten, die wir hier über ihn gesagt haben, für Schmutz hält, so hat er viel schärfer geurtcilt als wir selbst." Man darf gespannt sein, wie sich die Angelegenheit weiter entwickeln wird, zumal die Mitglieder der anderen Parteien der Kultusgcm'lndc an dem Empfang teilgenommen haben und das Vorgehen Dr. Steins gleichfalls verurteilen. Es ist übrigens bemerkenswert, daß Dr. Stein erklärt hat, seine Weigerung bedeute nicht Qcgncrschaft kennen, wieviel dl »er Reibungen auf den Altersunterschied der Kulturen zurückzuführen sind. Dar Ohcttojude hatte eine Kultur, weil er sich auf dem Boden seiner eigenen Oeschlchtc sein Lehen gestaltete. Kulturlos wurde dagegen der deutsche Jude des 10. Jahrhunderts, der sich hcwuflt von seiner Vergangenheit kwlöscn wollte. Der Oberflächliche, der die AcußerHehkciten, die Zivilisation der Umgebung annahm und für Kultur zur Schau trug, wurde zur komischen Figur. D:r Ticlvcranlagtc aber, der sieh von seiner Vergangenheit tasgclöst hefte und dnnn erkannte, daß ohne den hitorisch' u Zusammenhang eine Kulturctitwickiung nicht möglich ist, zerbrach an dieser Unmöglichkeit und wuidc zur tragischen Figur. Die Bindung des Menschen, des Ich an die Vergangenheit ist die vertikale Linie des Kultur« Problems; die horizontale Linie W die Beziehung d?r Persönlichkeit zu seiner lebenden Genicinisel'nlt. Nur In einer! Gemeinschaft und mit ihr kann mau Kultur entwickeln. Der Einsiedler, der die G ineinsehaft flieht, bleibt kulturlos. Eine Ausnähmest■■llung hat nur das 0:iile, das ohne Geineinscl all, ja gegen sie Kultur entwickelt. Die Seltenheit des Genies ist ein Oiüclc für die Gemeinschaft, d'.-nn viele Ocnlcu würden die O incinfchaft sprengen. Die dritte Seite elefi Kultur« prohhms ist das Vorhandensein einer nach der Zukunft weisenden Leitlinie, euer Idee, eines Ideals. Dvn alten Otiechen, Römern fehlte diese Idee, darum ist ihre Kultur untcrgjgangin. Der Jude hat die Idee in seinem niesHiani;ehcn G'aub.-n, in der Hoffnung auf das „Ende der Tage * entwickelt. Dies-.'S bis „ans Ende blicken" ist ein Wesenszug der jüdischen Seele. Der Taliiiudict, der über die Snhh»ihritlio grübelt, sinnt „bis zum letzten' nach, was alles Arbeit sein könnte. Der jüdische Revolutionär trägt eine ferne, auf das „Ende der Tag." v. i h nb Idee vom Staate In nlcli und will diese*» Ideal au St-lle der bestehenden Stantsform verwirklichen. Durch Entwicklung einer solchen Idee, Pflege der Oemeim-chaft und den Zusammenhang mit seiner Vergangenheit wird der Jude zum Kultursehöpfrr. Dr, II. N. Alte Reiscwe.-kc über Pallbllnn. Die „Utopie-Buchhandlung und Antiquariat in Berlin, Kali'.rallcc 200, ver öffentlich soeben ihren Katalog 6, der interessante und seltene Rcisev/erkc über Palästina und den westasiatischen Kulturkrcls cuthält. gegen den Kcren HaJcssod. Vielmehr betonte er, daß der Kcrcn Hajcs-cd sich der Sympathie aller Juden erfreut und er sogar überlegt habe, ob er nicht gegen seine Ucbcrzcugiing doch an dein Empfang teilnehmen solle, nur lim den Kercn Hajcssod nicht zu schädigen. Zu Dr. Klees iilnfztgslcm Geburtstag Ein Glück wünsch. Dr. Klee wird dieser Tage fünfzig Jahre alt. D.is ist gewiß kein Grund, eine — wie sagt man? — Wi'uellgiiug seiner OcsamlpecGnlichke It zu geben. Das Hilgen ijcüüleic Fcdcni an seinem siebzigsten, acht/lg.ten usw. Ocburtslagc tun. Aber es ist ein Anlaß, sich zu erinnern, nicht nur was er Ist, sondern auch was er uns war. Klee fünfzig Jahre alt — und der Zionismus noch kehie fünfzig Jahre alt? Ja — was hat Klee eigentlich getan bevor der Zionismus da war? Seitdem es einen Zioni.mi« gibt, hat er unseren Alfred Klee so ausgefüllt, daß von sein, in Ucbcrfluß noch eine ganze Generation von jungen Zionintcn gespeist wurde. Ikrzls Weckruf hat in Westeuropa kaum irgendwo ein so lebendiges, wohliönciidcs Echo gefunden wie in Ihm. In jenen Zeiten, in denen noch nlcltt die Kraft der Clvaluzlm den Strom erzeugte, der eich in der Gallith wiederum In jüdische Kraft umsetzte, war es Klee und Männer seines Schbgcs, deren starkes Wort immer wlcd. r zur Tat anfeuerte. Und wer hätte sich Ihm entziehen könen? Daß er nicht nur ein Mann des Worts, sondern auch der Tat wnr, zeigte seine Tätigkeit in der Gemeinde und in der llllf.nlilion, wo er in vorderster Linie gute jüdische, gute zionistische Arbeit leistet. Und, jugendlich wie er Ist, wird er mit Gottes Hilfe noch manchen schoijcn Erfolg erleben, dessen erster am 1. Februar seiner Jüdischen Volkspartei zu gut? kommen dürfte. Glückauf für das zweite halbe Hundert. L. B. Wähler«VcrsMntnluoü In de« Spkltrrn-S.ilcn Montag, den 19. d. M., fand in den Spicherri S.ilcn eine Massenversammlung der Jüdischen Volkspartei für die westlichen Bezirke statt. Es sprachen in der Versammlu-ig die Kandidaten der Jüdischen Volkspartei, Dr. Landsbcrt:, Frau Slddy Wronskv. Dr. SoIowei tschi k, Nenzion Fett und Dr. Alfred Klee. Die Versammlung war außerordentlich stark besucht und die Erschienenen folgten den Ausführungen der Referenten mit starkem liitere>ic. V<n Anhängern des Gcntfalvertins beteiligten (.ich diu llcm:i Dr. Wcyl, Schweriner und Dr. Werth clm an d<-r Diskussion. Anfänglich hatte es den Anschein, als ob die Herren dr« Centralverclns sieh ta|sä?hlirh zu elyer prinzipiellen Ausdiianderr.ct/uiig zwischen den tiiuutl.nisehaiuingen drr Jüdischen Volksn.irtel und des Ccntratvcrrins :.tcllcn würden, aber Ihre Ausführungen bewegten sich auf einem kaum eine Versnmmlungsdebaltc übersteigenden Niveau. Ein Redner dci Ceiitralvercin», Herr Schweriner, glaubte damit Eindruek hervorzurufen, daß or dauernd von Jenem liuuir.chen Herr»" sprach (er meinte Sfj|jw\it>dü'<, d«.cu Namen er nl-lit auszusprechen vermochte), der sich um ein ,Maiit!:i( für den Preußischen lnnelc-.vcrh.iud bewerbe. Schweriner mußte siili vom Vorsitzenden Dr. Apfel und Dr. Klee heHiren lie.sen, daß Solftwcltseliik als llt'niis'her Minister sich nurli lur die Minorit.'ilsrechtc dT Deutschen in Litauen cln^.-je'zt habe und als Mitglied der Jüdischen Wchhilfskonfcrcnz wohl d.-.s Recht besitze, in In.ierjJdischrn Anfclccciihcitcu ini'.iiiruLn. Erwähnenswert ist ein Zwischcutaall, der dadurch hervorgerufen wurde, daß ein strcitlnrcr Ccntralvcrcinler in einem Zwischenruf die Pioniere In Palästina als „me•.Hnmc'e" bezeichnete Die elnmfl'lge Empörung der Versammlung zwang den vorlauten Zwischenrufe«, sich schleunigst zu entfernen. GetlfnkleieT zu febren Max Nortons Dienstag, den TO. Januar, fand in Paris anMlir'i d>r nveiten Wiederkehr des Todestages Max Nordaus eine Gedenkfeier statt Es sprachen Prof. Vic'or Bäsch. Ad\">kai ICrocos, Jabotlnsky, der französische Hiehler Henri Marx, Zlatopolnkl und viele andere. S. nnt.ig, «'.. n 28. Januar, findet ein Besuch des Grabes Max Nrml.ru st.if. I In lliwtlllc; es Test Zur Feier des dreijährigen Foslandes Ihrer Sirdlunf veranstalteten kürzlich die Bewohner von Klar Jccheskci. im L'ntck, ein län'Heltes I'cst. Zwei, mit Laub, Blumen und Palmen geschmückte Wagen fuhren durch die gvtzc Siedlung tiiitl vier Mädchen sammelten bei jedem (Vi .,'t „Trutnoth hagoren" (Gaben von der Tenne) ztiTunslen d.s K. K. L. Ein jeder speniletc vom Ertrag seiner Wirtschaft: W.-ize:i, Gerste, Hafer, Durrha, lllrjc, Hennen, Truthähne und Milch. Das Fest, welches großen Zulauf aus dem ganzen Eniek hatte, verlief In froher .Stimmung. Man luVIt Anspra-lien, san,r und tanzte. Schließlich wurde, da der Saal die O')) Teilnehmer nicht fasren konnte, das Fest beim Schein der Luxlatcmen im Freien fortgesetzt. Dildtmc.tau Max nttllngcr, „Geschichte d:r P'tll «sop'tlc von der Romantik bis zur Gegenwart'. Kempten: Vcrli" lo-ef Kösel. 32ö Seiten. Die plillosoplihrhc llaudi>lb'|.i:lie:e*, deren achter Band hier vorliegt, Ist von dcu.U:hen Vertretern der Ncuscholastik — Clemens ßaeumker, Ludwig Ü.vir, Mrc Littlingcr — begründet worden, um die philosophische Reehtung fortzuführen, die von Plato und Aristoteles über die Kirchenväter zur Scholastik führte. Sie hl so ein Zeichen jerrr Wiederbelebung jeuer katholischen Phl o-o;.l.l.- u id V.'cUniisclmuung. nn eler wir Juden nicht ac.Vlos' vorüberg'-hea sollten. — Eine Geschichte von der Romanli.'c bii rur Gegenwart auf 300 Seiten zu geben, Ist ein schweres Beginnen. Wir sind der' Zelt zu nahe als daß wir ihre Ocvhiehte In ihren großen Zügen echreiben kötntcn. ohne In die Djiails einzugehen, Haupt- und N,ebenna',i«ii, H.mptin.J Nebenrlchttmgen zu nennen. Und diese Zelt selbst ic,t viel zu rcleli .hi solchen Richtungen als elai eine so knappe Gcehiehie Ihnen gerecht werden könnte. Einzelnen Systemen lio:mti Ettlinger oft blos wenige Sätze v.ld.u.M und da» Buch crhiü so mehr den Charakter eines N.ic!i»ehlaf;cwciltej nh einer Wirkliehen Geschichte. AI« Nachst-hlnr-ewcrlc |5t das Fmcli voi/iiylieh brauchbar, zumal Etilin^er eite ganze Au/.ilil von katholischen Forschern berüc'/si-bll;t', die In anderen Kompendien n>ht Platz gef ind"it habfn*. Die niehldcuti-lie sophlschc Literatur mußte sieh mit s'hr knaopen .Antungen" begnügen. In der Philosophie der Gcfjenw.irt seit I0M vermissen wir Nomen wie Brunncr, J. Cohn, Qcatile, Moutoncr.

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