Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 4 (13.1.1925)
- Date
- 1925-01-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 38 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 4 Beschlüsse und Resolutionen des Ddegiertcniagcs l i i i •', k I mi ii Entlastung dci Landeivorttondct. „Der XX. IX-lcgicrlciitag der Z. V.f.lX »teilt lest, dnß es dem Weitblick und der tatkräftigen Führung des Herrn Dr. Landsbcrft gelungen ist, in einer besonder» schwierigen Zeit eine Dauer versprechende organische Zusammenarbeit aller zionistischen Kreise herbeizuführen, eine Zusammen, arbeit, die im eigenen Heim einen würdigen Mittelpunkt gefunden hat. Für die aufopferungsvolle und hingebende Arbeit, die Herr Dr. Landjbcrg zur Herbeiführung diese« Erfolge» niheru 1«'» Jahre geleistet hat, spricht der XX. Delegierten, tag Herrn Dr. Lanosbcrg aufrichtigen und herzlichen Dank aus." Zum Orjanlsatlonsrcfcrat. „Der Dclcgicrlcntag begrüßt die vom Landesvorstand ergriffene Initiative, das Problem einer Reform der Organisation der Diskussion und Stellungnahme der gesamten zionistischen Ocffcntlichkcit tu unterbreiten und einer Lösung entgegenzufahren. Er halt eine solche Reform für notwendig, erblickt In ihr eine unerläßliche Voraussetzung für eine Er, neucrung der zionistischen Bewegung und betrachhtet die im Referat über diese Fragen dargelegten Thesen als geeignete Basis für die Ocstaltung dieser Reorganisation. Er beauftragt den Landcsvorstand, auf der Basis dieser Thesen und unter Berücksichtigung der in der Debatte auf dem Dclcgiertentag vorgebrachten Gesichtspunkte eine endgültige For. mulicrung der Vorschläge mit möglichster Beschleunigung auszuarbeiten, sie baldmöglichst zur öffentlichen Diskussion der zionistischen Gesamtheit zu stellen, um sie dann dem Kongreß zur Entscheidung unterbreiten zu können." Immigration und Kolonisation. (Antrag des Hapoel-Hazafr.) * „Der Dclcgicrlcntag hcgrü(H das Anwachsen der jüdischen Immigration aus den Kreisen des jüdischen Mittelstandes nach Palästina und das erhöhte Bestreben, private Kapitalien in industriellen Unternehmungen in Palästina zu investieren, und erachtet es für notwendig, daß auch alle Institutionen der Z. V. f. I). diesen Bestrebungen ihre Unterstützung zuteil werden lassen. Als Voraussetzung für die Förderung dieser Bestrebungen erachtet der Dclcgicrlcntag jedoch ihre organische Einreibung in den organisierten Aufbau einer gesunden nationalen Wirtschaft in Palästina und fordert, dal) alle hierzu nötigen Mallnahmen ergriffen werden. Bei dieser Gelegenheit betont der IXicgicrtcnlng seine prinzipielle Auffassung, «lall nach wie vor der Schwerpunkt der zionistischen Kokmlsationspolitik in der verstärkten Fortführung des von der Arbeiterschaft getragenen landwirtschaftlichen Siedlungswcrkcs liegen muß." Chaluiluth. „Der Dclcgicrtciitag stellt fest, daß die Ausbreitung der Chahiziuth unter den deutschen Zionistcn und vor allem der deutschen zionistischen Jugend von größter Bedeutung für die Fortentwicklung der Z. V. f. D. Ist, und daß daher die stärkste Ideelle und materielle Förderung der Machscharah und Alijah-Bcstrcbungcit zu den ersten Aufgaben der Z.V.f.D. gehört." „Der Dclcgicrtcnlag fordert den Landesvorstand auf, gemeinsam mit den daran interessierten Organisationen alle Schritte zu unternehmen, um mit möglichster Beschleunigung durch Errichtung eines größeren Lehrgulcs eine Ausbildung«, stätte für deutsche Chaluzim zu schaffen, in der neben besonders qualifizierter beruflicher Schulung auch eine intensive geistige und sprachliche Vorbereitung der Chaluzim für Palästina gewährleistet wird. Nationalfonds. „Der XX. Delegierten!.!.'' der deutschen Zionistcn begrüßt es, daß die Vertrauensleute des Kcren Kajcmcth die dringende Notwendigkeit der Vermehrung unseres nationalen Bodenbesitzes In Palästina in kürzester Frist erkannt und sich verpflichtet haben, den Gegenwert für den Erwerb und die Arnclioricrung von 6000 Dunam im Jahre 5r»85 in Deutschland aufzubringen. Der Dclcgicrtcnlag macht es allen Ortsgnippen zur unbedingten Pflicht, ihre Kontingente zu erfüllen. Er fordert alle Zionistcn auf, ein jeder au seinem Platze dafür zu sorgen, daß das Ziel erreicht wird." OstjUdlsche Arbeit. „Zur Förderung der Arbeit unter den Ostjudcn wird vom Dclcgicrtcnlag eine dem Landcsvorstand unterstehende siebengliedrige Kommission gewählt, die aus drei von den ostjüdischen Delegierten präsentierten und drei vom Permanenzausschuß vorgeschlagenen Mitgliedern besteht. Der' Vorsitzende der Kommission wird gleichfalls von dem Permanenzausschuß präsentiert." Die von den ostjüdischen Delegierten präsentierten Mitßliedcr des Ausschusses sind: Dr. Goldmann, Ucnzlon Fett und Prof. Brutzkus-, der I'crmnncnzausschuß schlägt vor: Dr. Roscnblüth, Dr. Landauer, Dr. Kau, ferner Waldmann »ls Vorsitzenden. Die Liste wird angenommen. Jugend-Sckrctarlat. (Antrag des Brlth Haollm.) „Der Dclcgicrtcnlag sieht im Jugcnd-Sckretariat der Z.V.f.D. eine wichtige Einrichtung zur Vertiefung und Weckung des zionistischen Oedanken» Innerhalb der jüdischen Jugend Deutschland». Um den Zusammenhang in der Arbeit des Sekretariat» mit den zionistischen Jugend- Organisationen enger zu gestalten, empfiehlt der Delegiertent«g dem Landcsvorstand die Ergänzung des Sekretariats durch eine Kommission, welche sich aus Vertretern sämtlicher In Deutschland bestehender Jugendorganisationen zusammensetzt und dem Jugcnd-Sckretariat beratend zur Seile »steht." ErklSrung der ostjüdlschcn Delegierten. „Die oHjudischen Mitglieder des XX. Dclcgic'rtcntagcs halten ein enge« Zusammengehen der ostjüdischen Organisatloncn In Preußen mit der Z.V.f.D. bei den preußischen Landcswahlen uuter Hintansetzung von Sonderinteressen für uaeriißUch." Statutfn-AcndfTunnfB Ergänzung von jj 8 des Statut« der Z. V. f. D. Das passive Wahlrecht zum Dclcgicrlcntag, Zentralkomitee, Landcsvorstand oder zu sonstigen Aemtcrn Innerhalb der Z. V. f. D., steht nur solchen Angehörigen der Z. V. f. D. zu, die ihre Maasserpflicht gegenüber dem Kcren Hajcssod erfüllt haben. Neufassung von § 12 des Statuts der Z.V.f.D. Landcsvorstand. „Die Leitung der Z. V. f. D. obliegt dem vom Delegiertentag zu wählenden Landesvorstand. Der Landcsvorstand besteht aus dem Vorsitzenden der Z. V. f. D. und weiteren H bis 28 Mitgliedern, wobei Vorsitzender und Landcsvorstand in zwei gesonderten Wahlgängcn gewählt werden. Der Landcsvorstand hat seinen Sitz in Berlin. Der Leiter der Nationnltonds.Arbeit hat Im Landcsvorstand Silz und Stimme. Der Landcsvorstand soll mindestens allmonatlich einmal zusammentreten." Neufassung von fi 13 des Statuts der Z.V.f.D. Zentralkomitee. Das Zentralkomitee steht dem Landcsvorstand als Beirat und Kontrollorgan zur Seite und ist ständig über die Arbeit des Landcsvorstaudcs auf dem laufenden zu halten. Das Zentralkomitee kann jederzeit die Einberufung eines Dclcgiertentages beschließen. Das Zentralkomitee tritt mindestens zweimal jährlich zusammen. Neufassung von § 14 des Statuts der Z. V. f. D. Das Zentralkomitee besteht ans Mitgliedern, welche von den Orts- und Sondergruppen von über 50 Mitgliedern gewühlt werden. Ortsgruppen von 50 bis 200 Mitgliedern entsenden einen, Ortsgruppen von 200 bis 350 Mitgliedern zwei, Ortsgnippen von 350 bis 500 Mitgliedern drei Zentralkomitee- Mitglieder, für je weitere 300 Mitglieder wird je ein Mitglied zum Zentralkomitee entsandt. Gruppen der Somlerverhäudc werden behandelt wie die Ortsgruppen. Die Wahl der Zentralkonillec-Mitglicdor erfolgt durih die Vorstände der Gruppen, sofern dieselben nichts anderes beschließen. Ortsgruppen von weniger als 50 Mitgliedern innerhalb eines großen Verbandes werden zu einem Wahlkörper zusammengeschlossen. Die Vornahme der Wahlen erfolgt hier durch die Leitung der Oruppcnvcrbändc. Maßgehend für die erste Zahl der den Orts- und Sondergruppen zustehenden Zentralkomitee-Mitglieder Ist der Mitgliederstand der Gruppen vom 15. Dc/cinher 1*>2I. Erhöht sich der Mitglicdcislaitd bei einer Ortsgruppe, so daß sie mehr Mitglieder im Zentralkomitee zu bcansprucheif hätte, so hat ihr der Landcsvorstand nach Prüfung der Erfüllung ihrer satzungsmäßigen Verpflichtungen durch Beschluß die ihr zustehende weitere Vertreterzahl zuzuerkennen. Die Ortsgruppen sind berechtigt, die von ihnen zum Zentralkomitee entsandten Vertreter zu wechseln. Neufassung der §§ 29 und 30 der Statuten. 8 29. Finanzen. Die Einkünfte der Z. V. f. D. bestehen aus der Zionistcn* Steuer und besonderen Zuwendungen. § 30. Die Zionistcnstciicr ist von jedem Zionistcn entsprechend seinem Vermögen und Einkommen zu zahlen. Der Mindestbeitrag der Zionistenstcuer (Landesbeitrag) beträgt jährlich 3 M., für Angehörige von Föderationen % M., für Jugendliche unter 13 Jahren 1 M. Für die Abführung des Mindestbeitrages für sämtliche Mitglieder an die Z.V.f.D. sind die Oruppen verantwortlich. Das Wahlrecht zum Dclcgicrlcntag steht den Gruppen nur für die Mitglieder zu, für die der Mindestbeitrag abgeführt Ist. Die Oruppen haben die Beiträge für sämtliche Beitragsleistenden gesondert an die Z. V. f. D. aufzugeben. Anlräge, die dem Lindrsvorstand Dberwlcseu wurden Hachscharah und Alljah. (Antrag des 11 a p o e 1 11 a z a i r.) „Der Dclcgicrtciitag ist der Meinung, daß die Clialuz- und Hachseharah-Arbcit in Deutschland Im ständigen Zusammenwirken zwischen Z. V. f. D. und ihren Ortsgruppen einerseits und dem deutschen Landesverband llcchaluz und seinen Ortsgruppen andererseits weiter auszubauen Ist; er sieht in der Unterstützung dieser Arbeit durch die zionistischen Ortsgruppen eine ihrer wichtigsten Verpflichtungen und eine bedeutsame Bereicherung Ihrer Tätigkeit." (Antrag des Mlsrachi.) „Die llachscharah.lnstitutionen des Misrachl sind aus den zentralen Mitteln der Z. V. f. D. in entsprechendem Maße zu unterstützen wie die llachscharah-lustitutioncn des llcchaluz." (Antrag de» Blau-Wciß.) „Der Dclcgicrtciitag begrüßt lebhaft die im deutschen Zionismus vorhandenen Tendenzen zur Schaffung von gemeinsamen Werken deutscher Gruppen in Ercz-Isracl, insbesondere die Pläne zur Errichtung eines größeren landwirtschaftlichen Kibbuz. Der Delegicrtcntag erklärt es für die Pflicht des deutschen Zionismus, seine Kräfte in'tätiger Verantwortung für das Gelingen dieser Arbeit einzusetzen." Die Ausschüsse Finanzausschuß. In den Finanzausschuß wurden gewühlt die Herren: Dr. Gcrson, Isaac Feuerring, Paul Borosehcck, sämtlich Berlin. Zionistisches Ehrengericht. In das Ehrengericht wurden gewählt die Herren: Lazarus Barth, Dr. Albert Bacr, Max W. Kobcr, «ämtlich Berlin, mit dem Recht auf Kooptation. Die Wahl einer Revisionskommission wurde dem Landcsvorstand überwiesen. Palästina-Voriran 1° Wiesbaden Anschließend . nu den Delegicrtcntag der Z. V. f. D. in Wiesbaden fand am 31. Dezeinher v. J. vormittags vor Delegierten und (Listen ein Vortrag des Herrn M. It.ider, Milj.'hnl de» Direktoriums der Solelhonch, iil»fr d>.- koojn-r.itive llaiigildc der jüdischen Aiheiter Palästinas, Soli llmneh, statt. Der Vortragende gab in seinem fast zweistündigen Referate einen genauen Ueb:rbll:k über die Geschichte dieser so wichtigen Institution, wobei er Insbesondere die geistigen und wirtschaftlichen Voraussetzungen analyierte, die zur Gründung des Amtes dir öffentliche und Bauarbeiten der Arbeiter- Organisation, der jetzigen Solelboneh Ltd. führten. Er hetonte, daß die gigauliichc Arbeit, die scitcin dieser Institution auf dein Gebiete des Bmcns geleistet wurde, anfangs mit vollständig ungelernten Arheitrrn, für welche die Baug!Ule eine Arheltererzlcluiiigs- und F.ichatisbildung4-St;ittc wir, durchgeführt wurde. Heute verfügt Solelboneh über 2000 gelernte Facharbeiter und geht nun daran, sich ein eigenes Betriebskapital, welches ihr bis jet/t fehlte, durch Aktienverkauf zu schaffen. Am Scliluf) des Vortrages betonte Herr Dr. Martin Ros e Ii h I ü t h , daß es sehr erfreulich ist, d.*ß Delegierte aus Zilien Teilen Deutschlands dieses Referat gehört haben und In der nächsten Zeit die Möglichkeit haben werden, dieser für den Aufbau Palästinas so wichtigen Institution, durch tatkräftiges Mitarbeiten ihre Sympathie zu bezeugen. Es wurde ja schon auf dem Dclcgicrtcnlag von Herrn III iineufeld erwähnt, daß der Verkauf der Aktien der Solelboneh Ltd. nun auch in Deutschland stattfinden wird und alle Zionistcn Deutschlands Gelegenheit haben werden, die-.c Aktion mit allen Mitteln zu unterstützen. Pallillnarxkursion des Wcllverbandes der IQdtselien StudcnteisrliaU Zu Pcssach 1023 (W>) veranstaltet der Wcltvcrband der jüdischen Studentenschaft eine Palästinaexkursion. Jüdische Studenten aus 18 Ländern werden an dieser Exkursinn teilnehmen Es wird mit der sicheren Teilnahme von 200 jüdischen Studenten gerechnet. Diese Exkursion wird die Gelegenheit geben, daß die Vertreter der jüdischen Studentenschaft aller Länder der feierlichen Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem, die gerade In die Zeit «Irr Exkursion fällt, werden beiwohnen können. Die Reisenden werden in Palästina 18 Tage verweilen: vom I. bis zum 18. April 10rj (7. bis 21.'Nissan j(»Sj). Da au der Exkursion Gruppen jüdischer Studenten von Ost-, Mittel- und Westeuropa sich beteiligen werden, wurden zum Ausgangspunkt der Exkursion (ur Europa drei Ahf.ihrlshäfcii bestimmt und zwar Marseille. Tricst und Konslnnza. Die Kosten der Teilnahme an der Exkursion betragen pro Person 20 ägypt Pfund, die Spesen der Eisenbahiifahrt bis zum Abfnhrtshafcii in Europa und die Visagebühren nicht ciugvrcchuct. Die Leitung der Exkursion (Sitz: Wien IX, Zimincrinaiinpl.it/ 8) übernimmt die Verantwortung für die Unterbringung und Verpflegung der Teilnehmer, sowie für die Durchführung des Programme«. Alle näheren Auskünflc erteilen die Sekretariate des Verbandes jüdischer Sludciiteiivereiiie Deutschlands, Berlin N2I. Aiu*ust»tr. 17; des Kartells jüdischer Verbindungen, Berlin W35, Kurfürstenstr. 150; der jüdisch-Akademischen Vereinigung an der Technischen Hochschule, Danzig-Langfulir; Ccntraluy Komitct Wykonswczy Zciazku Zyd. Akad. lustyt.. Samopomocowych, Warszawa. Nowv Swiat 21; des Jüdischen Hochschulaus, schusses, Wien IX, Zimmcrmniinplalz 8 und für die Tschccho- Slowakei Herr Ernst Kuhut. Pralia I. Anenske Namesty 3/IIJ, »owlc der Zculralaussuß der jüdischen Hochschülcr, Brno, . Die Einwanderung nach PalSslina im Dezember 1924 Jerusalem. (J. T. A.) Die Pal. Tcl.-Agentur teilt mit, daß Im Monat Dezember 1021 1825 Einwanderer nach Palästina gekommen sind, fni November 1021 sind 1000 Einwanderer in Palästina eingetroffen. Die Kon7.csslons-Enlz.Ichu.rig |n Polen Warschau (J.T. A.) Die Verordnung über die Einziehung der Monopol-Konzessionen wurde am 20. Dezember von dem Präsidenten der Republik unterschrieben und ist sofort in Kraft getreten. Das Finanzministerium hat ein Konuuuniqucc an die jüdische Bevölkerung herausgegeben, in welchem im Zusammen, hang mit den jüdischen Protesten gegen die Konzession», cnl/ichungcn erklärt wird, die Aufregung unter der jüdischen Bevölkerung sei übertrieben; die Konzessionen werden den Invaliden übergeben, die es wohl verdient haben. Der jüdische P a r I a in c n I s k I u b hat im Zusammenhang mit dem Beschluß der Regierung, die Mouopolkonzessi* onen den bisherigen Inhabern zu entziehen, einen von allen Jüdischen Deputierten und Senatoren unterzeichneten Aufruf au die jüdische Bevölkerung erlassen, in welchem es u.a. heißt: „Gegenwärtig leben mehr als 30 000 jüdische Familien mit zusammen 150 000 Seelen vom Verkauf der Monopolwaren; es sind meist wirtschaftlich schwache Existenzen, arme Menschen, die sehr schwer für das magere tägliche Brot arbeiten müssen. Unter dem Vorwand, die Invaliden versorgen ai müssen, stürzt man all diese Menschen in Not und Elend. Die Führer des großen, reichen 27-Millionen-Siaatcs haben kein anderes Mittel gefunden, die Kricgsinvahden zu versorgen, als die Vernichtung der Existenz von 3ü(K)'l jüdischen Familien. Die Regierung und die polnischen Bürger wollen selber nichts für die Invaliden leisten und wcrleii die ganze l ast auf die ludenheit. Aber auch dies ist auch nur cii* Ausflucht, In der Wirklichkeit handelt es sich hier um einen m-ucn Schlag gegen die jüdische lki>\kcTung, um eine neue Acußcning jenes Systems, das die wiris.haflhchc Vernichtung der Juden in Polen anstrebt. Wir rufen die jüdische Hevölkcnmg dazu auf, in .dein schweren Kampfe durchzuhalten und alle ihre Kräfte zu vereinigen, um ihr Recht und ihre Existenz zu verteidigen/' Konlcrenz des „Kund" In Polen Warschau (J.T. A.). Dieser Tage begann In Warschau die dritte jahreskottferenz. der jüdischen sozialistische» Partei „Bund" in Polen. Es waren 101 Delegierte anwesend. Der Tätigkeitsbericht, den das Zentralkomitee der Konferenz vorlegte, stellt fest, daß die Partei eine schwere inner« Krisis durchgemacht, aber sie überlebt hat. Trotz der Absplitlcrung der kommunistisch-gesinnten Parteikreise hat sich die Mitglicdcrzahl vermehrt. Die Bundorganisatiouen imWilna- Distrikt haben sich der Zcntralorgaiiisaiion des Bundes In Polen angeschlossen. Der Bericht verurteilt die Haltung der polnischen sozialistischen P a r tc I gegenüber den Juden. Es wird festgestellt, da:) die polnischen Sozialisten den Kampf gegen den Antisemitismus sabotieren. Schon am diesem Grunde kann sich der „Bund" nicht mit den Sozialisten vereinigen. N : i 1 u 1 j J , t'! ,i 't r ,'!, r* V. |